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Später Ruhm für einen genialen Fälscher? Der Streit um den Artemidor-Papyrus

26.10.2009, 09:19 Uhr

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(Alt-)Philologische Echtheitsdebatten über neu aufgetauchte Texte haben ein Janusgesicht. Es sind einerseits Diskussionen zwischen hochspezialisierten Gelehrten, mit Argumenten, die sich jeder popularisierenden Vereinfachung widersetzen. Der entscheidende K.o.-Schlag ist kaum je zu führen. Auf der anderen Seite stehen nicht selten aufmerksamkeitsträchtige Umstände, unter denen die Neufunde ans Licht gekommen sind: unklare Herkunft, eine Odyssee durch verschiedene Besitzerhände, eine alternative Geschichte des Objekt als Fälschung, am Ende viel Geld für den Erwerb.
All dies trifft zu auf den Artemidor-Papyrus, der es in den letzten Jahren immer wieder einmal ins Feuilleton geschafft hat. Das liegt weniger an den Textpassagen über die Geographie Spaniens, die angeblich aus dem zweiten Buch der Geographumena des Artemidoros von Ephesos (um 100 v.Chr.) stammen sollen. Dieses Werk war in Umrissen durch Zitate und Referate in der großen Erdbeschreibung Strabons schon bekannt, und literarisch können sich die neuen Stücke nicht mit dem neuen, ebenfalls vor wenigen Jahren auf Papyrus gefundenen (und unbestritten echten) Sappho-Gedicht messen. Singulär erscheint aber die – unvollendete – Landkarte eines Teils von Spanien, die sich neben dem Text findet. Vor allem aber faszinierten die auf der Rückseite der Rolle zu findenden Zeichnungen von Tieren und Fabelwesen sowie die Skizzen von Köpfen  und Körperteilen auf der Vorderseite. Die Teile der Beschreibung und Bemalung gehören offenkundig sachlich nicht zusammen, weswegen die seit Jahren mit dem ursprünglich gut zweieinhalb Meter langen und 32,5 cm hohen Stück befaßten deutschen und italienischen Papyrologen und Forscher anderer Disziplinen eine recht komplexe Geschichte erzählen müssen, die ‘Drei-Leben-Theorie’. Eine Version davon (s. Ulf von Rauchhaupt, F.A.S. 16. März 2008, S. 70) geht so:
Um Christi Geburt entsteht in Alexandria eine geographische Prachtausgabe unklaren Inhalts. Nach fünf Textspalten, von denen mindestens zwei aus dem zweiten Buch der Geographumena stammen, sowie einer (unvollendeten) Landkarte wird das Projekt abgebrochen. Kurz darauf wird die leere Rückseite der Rolle für die Darstellung Dutzender verschiedener Tiere und Fabelwesen verwendet. Vielleicht handelte es sich um ein Musterbuch für die Gestaltung von Wandmalereien. Jahre bis Jahrzehnte später hat das Musterbuch ausgedient. Die freigebliebenen Flächen der Vorderseite dienen nun als Skizzenblock, auf dem sich eine oder mehrere Personen im Abzeichnen von Statuen und Statuenelementen übten. Zwischen 60 und 100 n.Chr. entstehen unabhängig davon verschiedene Papyrus-Dokumente, die zum Teil Grundstücke in der oberägyptischen Stadt Antaiopolis betreffen, vielleicht das Dokumentenarchiv eines Alexandriners mit Besitzungen in Antaiopolis. Spätestens um 100 nach Christus werden die Dokumente zusammen mit dem Artemidor im Altpapyrus ent-sorgt und zu einem Stück Kartonnage verklebt, das sogenannte Konvolut, das höchstwahrscheinlich zum Ausstopfen einer Mumie diente. Im frühen 20. Jahrhundert findet sich das Konvolut in der Sammlung des Ägypters Sayed Khâshaba Pasha. In den 1950er Jahren wird die Sammlung versteigert. Da man Kartonnagen noch wenig Aufmerksamkeit schenkte, kann das Konvolut Ägypten ungehindert verlassen. 1971 erwirbt der Antikenhändler Serop Simonian das Bündel. Um das Jahr 1980 wird das Konvolut in Stuttgart auseinandergenommen. Von den 200 Einzelteilen gehen dabei einige verloren. Etwa 50 Fragmente gehören zum Artemidor-Papyrus, der Rest zu den Dokumenten. Der Eigentümer wendet sich mit dem Material an die Universität Trier, wo es zum ersten Mal wissenschaftlich untersucht wird.

Nachdem die Echtheit und der wissenschaftliche Wert der Stücke erwiesen schienen, legte eine Turiner Stiftung 2,7 Millionen Euro auf den Tisch. Der Jahrhundertfund konnte 2006 zur Winterolympiade in Turin ausgestellt werden. Doch bereits im September 2006 wurde der Sensation eine noch größere entgegengestellt: Das ganze Stück, so der italienische Philologe Luciano Canfora in einem Zeitungsinterview, sei eine Fälschung, genauer: das Produkt des genialen Konstantinos Simonides, der im 19. Jh. zahlreiche Papyri und Pergamenthandschriften fälschte, von denen es einige sogar durch die Hand namhafter Philologen ihren Weg in wissenschaftlichen Editionen fanden. (Hierin liegt eine Parallele zu Konrad Kujau, dessen Falsifikate früher Aufzeichnungen Hitlers ebenfalls in eine renommierte Quellenedition Eingang, deren Herausgeber später den Benutzer auffordern mußte, die betreffenden Nummern zu ignorieren.) Simonides war in einer Zeit, in der griechischer Nationalismus, europäische Antikebegeisterung und deutsche Verwissenschaftlichung der Philologie eine höchst kreative Verbindung eingingen, sozusagen der dunkle Lord der Künste um die antiken Texte. Er kannte diese wie die moderne Forschung, er hatte Zugang zu leeren Papyrusrollen, er wußte, wie in der Antike Tinten hergestellt wurden und wie man alexandrinische Schreiberhände nachahmt.
Canfora ist in Italien einer der bekanntesten öffentlichen Intellektuellen mit polemischem Talent und vorzüglichen Umgangsformen, als Gelehrter von enzyklopädischer Kenntnis sowohl des antiken Materials wie auch der obskursten neuzeitlichen Abhandlungen ein reines Phänomen. Leider ist der Kommunist Canfora hierzulande vor allem durch eine verunglückte Caesar-Biographie und ein buchlanges Pamphlet gegen die liberale Demokratie hervorgetreten, und als der Beck-Verlag die vereinbarte Publikation dieses Buches in der Reihe „Europa bauen” ablehnte, schlug das 2007 einige Wellen.

Gegen die Echtheit des Artemidor-Papyrus, der im Frühsommer 2008 auch im Ägyptischen Museum zu Berlin zu sehen war, fuhren Canfora und seine Mitstreiter schweres Geschütz auf; die Argumente können hier nicht referiert werden. Gegen ihn sprach aber, daß er keine genauen Untersuchungen an den Originalen vornehmen, sondern nur Photographien unter die Lupe nehmen konnte. So mußten, obwohl Canfora 2007 und 2008 zwei Bücher zum Thema publizierte, die Fragen offenbleiben. (Eine gute Zwischenbilanz bietet Heike Schmoll, F.A.Z. Nr. 7 v. 9. Jan. 2008, S. N3.) Doch noch 2008 wurde die Diskussion durch eine umfassende, auch sündhaft teure (€ 480!) italienische Edition mit autoritativem Anspruch auf eine neue Grundlage gestellt. Mehrere Konferenzen schlossen sich an.

Es verwundert nicht, daß Canfora mit anderen rasch auf die Publikation reagiert hat (s. am Ende). Doch inzwischen hat auch der englische, in Michigan lehrende Gräzist Richard Janko, ein namhafter Gelehrter abseits der Frontlinien, eine ausführliche Rezension publiziert (Classical Review 59, 2009, 403-410). Sein Resultat: Die Editoren sind in der Tat mit einiger Wahrscheinlichkeit dem Fälscher Simonides und dessen „brazen ambitions to outsmart the Philologen” auf den Leim gegangen. Die komplizierte ‘Drei-Leben-Geschichte’ scheitere schon daran, daß alle Texte auf dem Papyrus, der angebliche Apollodor-Text wie die Beischriften zu den Zeichnungen, von der selben Hand stammen. Janko rekapituliert die in der Tat höchst faszinierende Lebensgeschichte von Simonides, der auch einen Teil seiner eigenen Biographie erfand und einmal sogar seinen eigenen Tod vortäuschte. Gleichzeitig verfolgte er hartnäckig das Ziel, die Überlegenheit griechischer Wissenschaft und Zivilisation im Vergleich zu Westeuropa zu beweisen. Aus Geldgier handelte er eher nicht, jedenfalls starb er nicht als reicher Mann. Janko resümiert dann die ‘technischen’ Argumente um Tinte und Beschreibstoff, die einander – wie so oft – aufheben. Also muß der Inhalt entscheiden. Und da bietet der Papyrus zunächst einmal eine angeblich von Apollodor stammende programmatische Einführung in das Studium der geographischen Wissenschaft, deren Syntax, Lexik und Orthographie jedem kundigen Gräzisten aufstoßen müssen. Dieses Rätsel konnte M. Calvese aus dem Umkreis Canforas lösen: Die ‘Einleitung’ geht auf das Vorwort in Karl Ritters Erdkunde (Berlin 1818) zurück. Der Fälscher hat die französische Übersetzung dieses Textes als Vorlage, wobei er sich natürlich bemühte, Altgriechisch zu schreiben, aber einige byzantinische bzw. neugriechische Färbungen nicht vermeiden konnte (oder wollte).

Wie aber konnte Simonides die Handschrift eines Papyrusschreibers so perfekt nachahmen? Nun, 1863 erschienen Reproduktionen eines in Herculaneum gefundenen Papyrus, der einen philosophischen Text enthielt und ebenfalls aus dem 1. Jh. v.Chr. stammt. Beide Handschriften seien der Schriftführung nach identisch. Was die spektakulären Porträtzeichnungen angeht, so vermutet Janko, Simonides habe das Frontispiz einer Edition (gefälschter) Reproduktionen einer Handschrift des Matthäus-Evangeliums seitenverkehrt abgezeichnet und damit – eine zusätzliche – Pointe auch noch ein Selbstporträt eingeschmuggelt.
Janko zitiert abschließend einen Wiener Journalisten, der 1856 eine Zeitreise im Kopf durchführte und sich vorstellt, 1956 werde vielleicht ein Gelehrter in einer Bibliothek auf ein verstaubtes Buch stoßen: die Geschichte der ägyptischen Könige aus der Feder eines gewissen Uranios in der Edition des bekannten Philologen Wilhelm Dindorf, erschienen bei Oxford University Press. Achtzehn Exemplare dieser Ausgabe eines angeblichen Palimpsests vom Berg Athos wurden verkauft, bevor der Schwindel aufflog: Simonides hatte das Werk fabriziert, um die Entzifferung der Hieroglyphen durch Champollion zu diskreditieren. Falls der Artemidor-Papyrus ein weiteres Produkt aus der Fälscherwerkstatt sei, „let us hope it is the last”.

- Claudio Gallazzi, Bärbel Kramer, Salvatore Settis (edd.), Il Papiro di Artemidoro. With the collaboration of G. Adornato, A. C. Cassio, A. Soldati. 2 Bde. in Kassette mit DVD, Milan: Edizioni Universitarie di Lettere Economia Diritto, 2008. 630 S., € 480 ISBN 978-88-7916-380-4.

- Luciano Canfora, The True History of thè So-called Artemidorus Papyrus. With an interim text. Transl. by Paul Jarvis. Bari: Edizioni di Pagina, 2007. 198 S., € 16,00, ISBN 978-88-7470-044-8.
- Ders., Il papiro di Artemidoro. Bari: Editori Laterza, 2008. 534 S., € 28,00, ISBN 978-88-420-8521-8.
- Ders., L. Bossina, Wie kann das ein Artemidor-Papyrus sein? Bari: Editore di Pagina, 2008. 263 S.
- Ders. u.a., Vita «nell’ Ade» dello pseudo-Artemidoro, in: Quaderni di storia 70, 2009, 321-416.

Weitere Literatur hier.

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (3)
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0 rauchhaupt 26.10.2009, 11:16 Uhr

Hier fehlt leider was...

Hier fehlt leider was Wichtiges: es gibt in der Frage der Echtheit des Artemidor-Papyrus nicht nur Wahrscheinlichkeitserwägungen (und seien es auch "Höchstwahrscheinlichkeiten" - wie hoch, wird man sehen, der Abstract zu Richard Jankos Artikel ist gegenwärtig nicht online zugänglich). Es gibt mindestens zwei handfeste Argumente dafür, warum es sich zumindest bei dem Artemidortext auf dem Papyrus unmöglich um eine Fälschung aus dem 19. Jahrhundert handeln kann: die Erwähnung der Stadt Ipsa und eine Zahlennotation, die Simonides nicht kennen konnte. Diese Argumente sind so hart, daß paläographische Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen m. E. keinen Zweifel an der Echtheit rechtfertigen. An Canforas Hypothese verwundert übrigens auch, wie wenig Artemidor in das übliche "Beuteschema" von Simonides paßt. Jemand der sich sonst an Homer oder den Evangelisten vergriff, oder historisch spektakuläre Schriften fabrizierte, soll ausgerechnet - und dermaßen aufwendig! - den braven Geographen Artemidor gefälscht haben? Warum hat er ihm dann einen Text "untergeschoben", der nun nicht gerade dazu angetan ist, uns zum Umschreiben unserer Geschichtsbücher zu veranlassen? Also wenn ich Simonides gewesen wäre, dann hätte ich mindestens Hekataios von Milet gefälscht, samt Erdkarte, versteht sich.

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0 franket 27.10.2009, 13:20 Uhr

Ich habe mal im Internet nach...

Ich habe mal im Internet nach Fotos des Papyrus gesucht und bin auch zahlreich fündig geworden - aber ein Foto von der angeblichen Karte habe ich keines gefunden, obwohl das am Interessantesten wäre. Falls jemand einen Link auf eine Seite kennt, wo man die Karte sieht: Bitte hier einstellen. Danke.

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0 AGottwald 27.10.2009, 19:00 Uhr

Ich maße mir als Laie...

Ich maße mir als Laie verständlicherweise kein Urteil über die Echtheit des Papyrus an. Aber wenn mich jemand gefragt hätte, dann wäre ich zunächst von der Echtheit ausgegangen. Ich sah letztens in einer Ausstellung einen Papyrus (P.Lips. Inv. 1228r), der dem Artemidorus-Papyrus verblüffend gleicht. Es handelte sich um eine ägyptische Königsliste (in griechisch) aus dem 2. Jahrhundert. Nun tut der Augenschein bei einer solchen Prüfung wenig zur Sache. Aber immerhin sind Gebrauchs- und Zerfallspuren schwer zu fälschen. Es sei denn, man nehme die Chemie zur Hilfe. Was aber doch relativ sicher nachzuweisen wäre. Bei fehlender Falsifikation bin ich durchaus dafür, vorderhand die Echtheit zu unterstellen. Der Papyrus ist doch sicher mit Methoden untersucht worden, die Simonides unmöglich bekannt sein konnten. Wenn auch dabei kein eindeutiger Befund zu verzeichnen war, würde ich das Echtheitsproblem soweit zurückstellen, bis sich Vergleichsmaterial entweder von Simonides oder dem alexandrinischen (?) Schreiber findet. Unabhängig davon finde ich solche Quellendiskussionen sehr wertvoll. Nicht nur, daß ich etwas dabei lernen kann und man den Wissenschaftlern gewissermaßen über die Schulter schaut. Es ist vielmehr so, daß die Wissenschaft selbst anhand solcher Grenzfälle zur Methodenreflexion gedrängt wird. Mir als Laien scheint es ohnehin viel zu oft so zu sein, daß die Damen und Herren lieber voneinander abschreiben, als Quellenforschung zu betreiben. Da ist es ganz gut, wenn ab und zu ein frischer Wind durch die Studierstuben bläst. Sei es nun Raoul Schrott oder Artemidorus. Apropos, Herr Walter, haben Sie schon die Qatna-Ausstellung in Stuttgart ins Auge gefaßt? Mich würde Ihre Meinung dazu sehr interessieren.

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FAZ Redaktion