Antike und Abendland

Antike und Abendland

Tagesaktualität, wie sie sich mit einem Blog verbindet, und Antike – das scheint nicht zusammenzugehen. Dennoch soll hier der Versuch gewagt

Felix Dahn: tragisch-heroischer Professorenschwulst und nichts weiter?

| 2 Lesermeinungen

Heute vor einhundert Jahren starb in Breslau Felix Dahn, gut einen Monat vor seinem achtundsiebzigsten Geburtstag. Der aus Hamburg stammende Sohn eines...

Heute vor einhundert Jahren starb in Breslau Felix Dahn, gut einen Monat vor seinem achtundsiebzigsten Geburtstag. Der aus Hamburg stammende Sohn eines Schauspielerehepaares studierte in München und Berlin Rechtswissenschaft, Geschichte und Philosophie, habilitierte sich 1857 für Deutsches Recht und bekleidete Professuren in Würzburg, Königsberg und Breslau (seit 1888). Dahn ist heute allenfalls als Verfasser von Ein Kampf um Rom (4 Bde., 1876-1878, aktuell in einer schönen dtv-Ausgabe und im Projekt Gutenberg greifbar) bekannt; dabei hat er Bleibenderes zuwege gebracht. So wirkte er seit als Mitglied des Gelehrtenausschusses des Germanischen (National-)Museums in Nürnberg, das es noch immer gibt, und mit subtilen philologischen Untersuchungen erwies er den byzantinischen Geschichtsschreiber Prokop als den Autor der Geheimgeschichte (Anekdota), was damals noch durchaus umstritten war, nach Dahns Studie aber keinen Zweifel mehr duldete.

Dahn war von einer kaum faßbaren Produktivität. Seine Werke umfassen mehr als 30.000 Druckseiten. Ein zeitgenössisches Lexikon zählt (nicht vollständig!) auf, was heute fast ganz vergessen ist: an juristischen Schriften »Über die Wirkung der Klagverjährung bei Obligationen« (1855), »Studien zur Geschichte der germanischen Gottesurteile« (1857), »Das Kriegsrecht« (1870), »Handelsrechtliche Vorträge« (1875), »Deutsches Rechtsbuch« (1877), »Deutsches Privatrecht« (1878), »Die Vernunft im Recht« (1879), »Eine Lanze für Rumänien« (1883), »Die Landnot der Germanen« (1889). Historische Studien: »Prokopius von Cäsarea« (1865) »Die Könige der Germanen« (12 Bde., 1861-1909), »Westgotische Studien« (1874), »Langobardische Studien« (1876), »Die Alamannenschlacht bei Straßburg« (1880), »Urgeschichte der germanischen und romanischen Völker« (4 Bde., 1881-1890), »Geschichte der deutschen Urzeit« (1883-88). Kleine Schriften unter dem Titel »Bausteine« (mehrere Bde., 1879-84). Belletristik: Neben »Ein Kampf um Rom« (4 Bde., Leipz. 1876), »Kämpfende Herzen«, drei Erzählungen (1878, 6. Aufl., 1900), »Odhins Trost« (1880), »Kleine Romane aus der Völkerwanderung« (13 Bde., 1882-1901), »Die Kreuzfahrer«, Erzählung aus dem 13. Jahrh. (1884), »Bis zum Tode getreu«, Erzählung aus der Zeit Karls d. Gr. (1887), »Was ist die Liebe?« (1901), »Weltuntergang«, geschichtliche Erzählung aus dem Jahre 1000 n.Chr. (1889), »Skirnir« (1889), »Odhins Rache« (1891), »Die Finnin« (1892), »Julian der Abtrünnige« (3 Bde., 1894), »Sigwalt und Sigridh« (1898), »Herzog Ernst von Schwaben« (1902), sämtlich in Leipzig erschienen. Daneben epische Dichtungen, mehrere Dramen und Komödien, ein Festspiel, Operntexte, darunter »Armin« (1880). Und Lyrik, mehrere Bände. Und fünf Bände »Erinnerungen« (1890-1895). Mit seiner Frau Therese (gebornen Freiin von Droste-Hülshoff, eine Nichte der Dichterin) verfaßte er: »Walhall. Germanische Götter- und Heldensagen« (12. Aufl. 1898). (Die Werkliste im ansonsten guten Wikipedia-Artikel bietet nur eine Auswahl.)

Er habe, schrieb er, vom vierzehnten Lebensjahr an täglich meist mehr als zwölf, sehr oft mehr als vierzehn Stunden gearbeitet, richtiger gesagt mit Ausnahme von sieben Stunden Schlaf und sehr knapper Essenszeit den ganzen Tag.

Über sein literarisches Hauptwerk, das bis 1900 ca. 30, bis zum 1. Weltkrieges gar mehr als 110 Auflagen erreichte, ist schon viel geurteilt worden. Ein Kampf um Rom gilt als Professorenrom, der antike Quellen und des Autors eigene gelehrte Arbeit in schwülstige Kolportage umsetzt, durchwirkt von völkischer Gesinnung und Untergangspathos. Dahn erschien aus der Rückschau wie ein Vordenker der deutschen Verfehlungen des Zwanzigsten Jahrhunderts. In sieben Büchern umfaßt der Roman den Zeitraum von 526 bis 552 n. Chr., vom Tod Theoderichs des Großen bis zur letzten Schlacht der Ostgoten unter König Teja am Vesuv. Dieser äußere Rahmen wird durch die Abfolge der sieben letzten Gotenherrscher gegliedert. Die Handlung schildert den Kampf der Ostgoten um die Wahrung ihrer Herrschaft in Italien. Der (frei erfundene) römische Antagonist der Goten, Cethegus, sucht sie durch Intrigen zu spalten. Am Ende aber fällt er im Zweikampf mit Teja und zusammen mit diesem; die ‘altrömische‘ Restauration fällt aus. Sieger bleibt der byzantinische Kaiser Justinian mit seinen Feldherren Belisar u. Narses – und damit eine sowohl dem Germanentum als auch Rom letztlich fremde Theokratie, die bei Dahn deutliche Züge des päpstlichen Katholizismus trägt. Ja, das ist schon ein Gegensatz, nicht nur auf den ersten Blick: In England wurde das Bild des spätantiken Rom dauerhaft von der aufgeklärt-ironischen Feder Edward Gibbons geprägt, den zu lesen auch nach 250 Jahren keine verlorene Zeit ist, in Deutschland dagegen von Dahn, zu dessen berühmtesten Schilderungen die folgende gehört:

„Da fuhr Cethegus aus seiner langen Betäubung auf. ›Syphax, einen frischen Speer! Halt‹ rief er, ›steht, ihr Römer! Roma. Roma eterna!‹ Und hoch sich aufrichtend schritt er gegen Teja heran (…) Aber auch Teja hatte diese Stimme erkannt. Von zwölf Lanzen starrte sein Schild: – er konnte ihn nichtmehr halten: aber da er den Heranschreitenden erkannte, dachte er nicht mehr des Schildwechsels. ›Keinen Schild! Mein Schlachtbeil! Rasch!‹ rief er. Und Wachis reichte ihm die Lieblingswaffe. Da ließ König Teja den Schild fallen und sprang, das Schlachtbeil schwingend, aus dem Engpaß auf Cethegus. ›Stirb, Römer!‹ rief er. Scharf bohrten die beiden großen Feinde noch einmal Aug‘ in Auge. Dann sausten Speer und Beil durch die Luft: – denn keiner dachte mehr an Abwehr.“

Das könnte es gewesen sein. Mit Recht vergessen. Ich muß gestehen, Ein Kampf  um Rom vor vielen Jahren nur angelesen und dann weggelegt zu haben. Es war mir zu schwülstig und auch zu dick; meine Lesegeduld hat damals indes auch für Herr der Ringe nicht gereicht. Und nähme ich Dahns Hauptwerk heute wieder zur Hand, wäre das Resultat wohl nicht viel anders. Aber durch einen glücklichen Zufall stieß ich auf einen Aufsatz, den Jan Philipp Reemtsma vor Jahren in der Zeitschrift Rechtsgeschichte publizierte, dem Nachfolgeorgan des legendären Rechtshistorischen Journals, ocker im schwarzen Schuber, das leider nur zwanzig Jahrgänge erlebte. Untergang. Eine Fußnote zu Felix Dahns »Kampf um Rom« ist das brillante Resultat eines Selbstversuchs, das kaum jemand mehr auf sich nehmen wird. Reemtsma: „Die Romane sind von unterschiedlicher Qualität; es ist nicht ungerecht, dass nur der Kampf um Rom überlebt hat, jenes, wie Reich-Ranicki zu Recht sagt, mit »Kontrasteffekten glänzend operierende Riesenfresko«, allenfalls den Julian sollte man im Kontext der Jahrhunderte umspannenden literarischen Behandlung dieser Figur zur Kenntnis nehmen, und wer sich speziell für Dahns Interpretation der Völkerwanderung als einer verpassten historischen Chance interessiert, kann noch den Stilicho hinzunehmen. Ich wünschte, ich könnte hier, nach der Lektüre von rund viertausend Seiten, andere Auskunft geben. Ich erwähne das auch bloß deshalb, weil mir während der Lektüre der unheimliche Gedanke gekommen ist, ich könnte der letzte sein, der das gemacht hat, und ich könnte es denen, die künftig da fehlen, nicht übelnehmen, denn weiterempfehlen kann ich die Romane eben nur mit zu großen Abstrichen.“

Aber Reemtsmas Lektüre ist um Gerechtigkeit bemüht, und er ist fern davon, Dahn in die Kolonne der Denker und Schreiber einzureihen, deren Weg schnurstracks in den Nationalsozialismus führte. Im Gegenteil. Einen vielzitierten Kenner des deutschen Sonderbewußtseins entlarvt er, Ein Kampf um Rom aus zweiter Hand und falsch referiert zu haben, um ihn leichter denunzieren zu können. Auch Reemtsma handelt von der Wirkung des Romans, die etwa in Grass‘ Blechtrommel zu erkennen ist. Stärker aber interessiert ihn der unbekannte Dahn, und er befolgt den Grundsatz guter Ideengeschichte, gerade einen kritisch beurteilten Autor in dessen Stärken aufzusuchen.

Heroismus und Tragik zu verbinden, so kann man Reemtsma verstehen, kann in den Ungeist des Führerbunkers im Frühjahr 1945 führen, muß es aber nicht. Es kann auch zur Einsicht in die dialektische Qualität historischer Entscheidungen führen: „Dieser Cethegus (…) ist in mehrfacher Hinsicht als Gegenfigur zu Teja aufgebaut, und mit ihm endet Rom – das eigentliche, römische Rom – ebenso wie das Gotenreich mit Teja, und es triumphiert das moderne, politische, intrigenreiche, katholische, bigotte und bürokratische Byzanz.“

Und Dahn ein ‘völkischer‘ Autor? Der Interpret hält fest: Der letzte Gotenkönig im Roman hat schwarze Haare, der vorletzte heiratet eine Römerin und propagiert, dem Beispiel Alexanders in Persien folgend, Mischehen. „Dahn ist keineswegs völkisch gesinnt. Für ihn ist nicht das ethnisch reine Volksganze, sondern der Staat – ob ethnisch homogen oder nicht – die Organisationsform der Spezies Mensch, auf die die Geschichte zusteuert. Allein der Staat kann den Zusammenklang von Recht und Frieden (nach innen wie nach außen) herbeiführen, und es ist gerade die Unfähigkeit zu staatlicher Organisation, die seinen Roman-Germanen (neben genereller Disziplinlosigkeit und habituellem Alkoholismus) immer wieder zu schaffen machen wird.“ Ihn interessierte an der Völkerwanderungszeit nicht das Einströmen germanischer Jugendkraft in das greise Römerreich, sondern der Formierungsprozeß von Staaten, wie er sich – nach damaligem Forschungsstand – am ehesten im Recht ablesen ließ.

Die Suche nach philosophischen und historischen Begründungen für die Gültigkeit rechtlicher Ordnungen prägte das ganze 19. Jahrhundert, und Dahn bezog hier eine bemerkenswerte Position: Die Rechtsidee nur im Staat verwirklicht und stabilisiert zu sehen lief für den philosophisch und historisch geschulten Juristen beinahe auf ein konstruktivistisches Begründungsmodell hinaus, wie es aktuell wieder diskutabel ist: Will man Dahn richtig verstehen, schlägt Reemtsma vor, müsse man „ihn als Vertreter des sich im 19. Jahrhundert herausbildenden, aber erst in jüngster Zeit philosophisch wirklich respektierten philosophischen Pragmatismus begreifen. Seine Polemik gegen die Idee eines Naturrechts und gegen überzeitliche Menschenrechte ruht auf demselben Argument, das heutzutage Richard Rorty gegen diese Idee ins Feld führt. Dahn argumentiert wie Rorty entschieden anti-essentialistisch: »Es gibt keine objektive Natur der Sache: vielmehr ist jedes Rechtsideal ein relatives« – man lege Vertretern verschiedener Rechtstraditionen ein Problem vor und »sie werden alle eine verschiedene ›Natur der Sache‹ in sich spiegeln: d.h., sie werden die gleichen objectiven Verhältnisse verschieden auffassen, und vermöge der Verschiedenheit ihrer durch den verschiedenen Nationalcharakter bedingten Rechtsideale, zu verschiedenen Ergebnissen gelangen.«“ Recht ist also historisch-kontingent, und keine Rechtsordnung darf einer anderen a priori vorgezogen werden. Umgesetzt in ein wissenschaftliches Programm läuft das auf eine universale Vergleichung hinaus; erst wenn die »Rechtsbildungen aller uns bekannten Stämme« untersucht sind, könne man von einer Weltgeschichte sprechen.

Die Völkerwanderung war in Dahns Augen die formative Epoche Europas, gekennzeichnet von der »Aufnahme, Durchdringung, Verbindung und Auseinandersetzung der Ueberlieferungen der alten Welt gegenüber den Kräften, welche die neuen Völker und Völker-Mischungen seit dem Verfall des römischen Reiches mitbrachten und erzeugten«. Man mag das ursprungsmythisch nennen. Völkisch ist es jedenfalls nicht.

Reemtsma ruft noch einen weiteren Dahn auf: den historisierenden Völkerrechtler, der Roms asymmetrische Kriege als Kette von Rechtsbrüchen und Grausamkeiten nicht nur schildert, sondern auch analysiert. So im Julian-Roman: „Julian wird nun nach und nach in einen Guerillakrieg verwickelt und setzt seinerseits Special Forces ein, germanische Kopfjäger, es wird schlimmer und schlimmer, er rechtfertigt die Brüche des Kriegsbrauchs und -rechts, zunehmend routiniert. Es geht Dahn dabei nicht um eine Denunzierung speziell römischer Brutalitäten (die Guerillataktik stammt von den Germanen), sondern um die Beschreibung einer langsam sich transformierenden Kriegführung – man hat die Truppe, einmal auf diesen Weg gelassen, nicht mehr recht im Griff, auch wird zunehmend unklar, inwieweit der Kommandeur sie überhaupt im Griff haben will und ob ihm die Disziplinlosigkeiten nicht letztlich in den Kriegskram passen: Schließlich führt uns Dahn die Legitimationsrhetorik eines Kriegsverbrechers vor, der alles entweder auf die Kriegsnotwendigkeit oder auf das Nichtverhindernkönnen und am Ende dem Gegner die Schuld in die Schuhe schiebt.“ Bevor Professor Dahn 1870 zu den Fahnen eilt, schreibt er noch Das Kriegsrecht. „Denn das war Dahns allererste Reaktion auf die Nachricht vom Kriege gewesen: dieses Büchlein zu verfassen und in den Druck zu geben, damit jeder deutsche Soldat wissen solle, was im Krieg erlaubt sei und was nicht. Dahns Schrift ist erstaunlich. Ihr Verfasser lässt keinen Zweifel daran, dass das Recht stets die letzte Instanz sei, dass der Krieg keine rechtlosen Zustände schaffe: »Keineswegs wird durch den Krieg ein rechtloser Zustand unter den kriegführenden Staten herbeigeführt oder jedes zwischen ihnen bestehende Rechtsband durchschnitten.« Dahn erkennt einen Zivilisationsprozeß zwischen Caesar in Gallien (oder Narses in Italien) und den Preußen in Frankreich, der berührt, wenn man daran denkt, was dem Autor von Ein Kampf um Rom später zugeschrieben wurde: »zur Ausrottung ganzer Völker darf heute nicht mehr Krieg geführt werden (Vernichtungskriege)«.

Ich werde demnächst nach einigen antiquarisch angebotenen Werken Felix Dahns Ausschau halten (einiges, so die Prokop-Studie und die Broschüre zum Kriegsrecht, ist bei Google Books zu finden und herunterzuladen). Sicher nicht nach Ein Kampf um Rom. Aber da war noch mehr. Dafür Dank an Jan Philipp Reemtsma!

Jan Philipp Reemtsma, Untergang. Eine Fußnote zu Felix Dahns »Kampf um Rom«. In: Rechtsgeschichte 5, 2004, 76-106

0

2 Lesermeinungen

  1. Danke für den Beitrag. Ich...
    Danke für den Beitrag. Ich hatte „Ein Kampf um Rom“ mit etwa 10 Jahren bekommen (1950) und bin tief davon beeinflußt worden. Besonders in Erinnerung sind mir die Unfähigkeit der Ostgoten, die nicht unfreundliche Haltung der Bevölkerung Italiens nachhaltig für sich und ihre Staatsgründung zu nutzen, daneben die „Mischehen“, die vielem widersprachen, was damals noch allgemeine Ansicht war. Über allem aber lag eine ausweglose Tragik der Handlung, die alle guten Ansätze wieder zerstörte. Sehr lesenswert, was Sie dazu von Herrn Reemtsma zitieren.
    Hartmut Albrecht

  2. Vielen Dank für diese...
    Vielen Dank für diese erfrischende Exhumierung eines Klassikers!
    .
    Der eigentliche Held in Dahns Roman sind ja gar nicht die Germanen, wie viele meinen, sondern: Der Römer Cethegus! Es sind seine Winkelzüge, die den Roman so lesenswert machen. Bismarck soll das Buch dreimal gelesen haben, was für ein diplomatisches Genie nahe liegt.
    .
    An Cethegus zeigt Dahn u.a. folgenden Gedanken auf: Ein Genie allein genügt nicht, wenn es kein Volk gibt, das es trägt. Cethegus ist der letzte Römer, ein Caesar ohne Volk. Der Gedanke könnte bei Skeptikern nach „Führerprinzip“ riechen, doch damit verfehlt man die Aussage von Dahn. Der Gedanke ist viel weiter gefasst zu verstehen: Volk ist bei Dahn viel weniger biologistisch als vielmehr geistig zu verstehen (wobei sich Dahn natürlich noch leicht damit tut, die statistisch enge Korrelation von Abstammung und geistigem Erbe zu sehen, vgl. Sarrazin). Es gibt eben keine Römer im Geiste mehr, also scheitert auch der beste römische Politiker. Man könnte den Gedanken fortführen: Auch eine Demokratie muss scheitern, wenn die Menschen keine Demokraten mehr sind. Cicero fällt hier ein; oder wiederum Sarrazin. Es ist so schade, wie sich die Menschen heute den Zugang zu diesen Dingen durch ihre Vorurteile verbauen lassen. Karl May fällt ja auch unter dieses Verdikt, kaum zu glauben, wenn man dessen humanistische Botschaft bedenkt.
    .
    Zum Film: Der erste Teil ist ganz gut, der zweite nur noch ein Abklatsch des ersten Teiles. Die Message des Buches kommt kaum rüber. Dennoch ein nettes Spektakel! Immer wieder schön schaurig die Todesszene im Bad …

Hinterlasse eine Lesermeinung