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Nicht nur zu Weihnachten: China braucht für seine Superschnellzüge die Deutschen nicht mehr

23.12.2012, 15:09 Uhr  ·  Im Hilton-Hotel in Peking fährt eine Spielzeugeisenbahn durch eine wunderbar deutsche Weihnachtswelt. Nur dass der ICE hier LCE heißt und das Kürzel der Deutschen Bahn nicht DB, sondern LB. Das ist ganz legal, die Analogie nutzt der Modellbauer LGB weltweit. Im Großen aber brauchen die Chinesen die Deutschen nicht mehr, um die Hochgeschwindigkeitszüge zu bauen: In diesen Tagen eröffnen sie die längste Rennstrecke der Welt ganz allein.

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Von CHRISTIAN GEINITZ, Peking

Im Hilton-Hotel in Peking fährt eine Spielzeugeisenbahn durch eine wunderbar deutsche Weihnachtswelt. Nur dass der ICE hier LCE heißt und das Kürzel der Deutschen Bahn nicht DB, sondern LB. Das ist ganz legal, die Analogie nutzt der Modellbauer LGB weltweit. Im Großen aber brauchen die Chinesen Siemens schon lange nicht mehr, um die Hochgeschwindigkeitszüge zu bauen: In diesen Tagen eröffnen sie die längste Rennstrecke der Welt ganz allein.

In der Empfangshalle des Hilton Hotels an der Dongfang-Straße im Nordosten Pekings steht einer der großartigsten Weihnachtsbäume in der chinesischen Hauptstadt. Eigentlich ist das riesige Gewächs eher unspektakulär, es folgt der typischen getrimmten Kegelform, welche die Chinesen – wie fast alles zum Christfest – bei den Amerikanern abgeguckt haben. Was die Anordnung so besonders macht, ist die Miniaturwelt zu Füßen der wuchtigen Glitzerei. Um den Stamm herum surrt auf vielen Gleisen neben- und übereinander eine Modelleisenbahn durch eine europäische, eine alpenländische, ja eine deutsche Weihnachtswelt!

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Auf dem Spielzeug-Dorfplatz, wo ein Mann mit Leiter einen für seine Verhältnisse ebenfalls kolossalen Christbaum schmückt, parkt ein deutsches Polizeiauto – aus einer Zeit, als die Ordnungshüter noch VW-Käfer fuhren und ihre Farben Grün-Weiß waren. Der Bahnhof hier heißt „Rosenbach”. Unklar ist, um welche der fünf Ortschaften dieses Namens, die Wikipedia kennt,  es sich dabei handelt. Vermutlich nicht um die im Vogtland oder in der Oberlausitz, das passt nicht zu den Automodellen; bleiben noch zwei fränkische und eine hessische Variante. Das im Modell benachbarte Schönweiler vor einem imposanten Viadukt ließ sich auf „Maps” nicht finden.

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Die Werbung auf den Zügen und Werbetafeln ist echt, sie finanziere das Projekt, sagt ein diensteifriger Hotelmitarbeiter. Die Sache dient – natürlich zu dieser Jahreszeit – einem guten Zweck: überall stehen Sammelbehälter für „Roots & Shoots”, ein Programm, das chinesischen Jugendlichen die Um- und Tierwelt näherbringen soll. Zu den Geldgebern, die auf den Waggons auf sich aufmerksam machen, gehören die Deutsche Bank, Nesquik, T-Mobile und sogar das gute Bremer Beck’s Bier, obgleich es das in China fast nirgendwo zu kaufen gibt (leider!).

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Die Deutsche Bahn und der Zughersteller Siemens ließen sich offenbar nicht erweichen, wiewohl das doch so gut zu dem Märklin-Ambiente gepasst hätte. Dennoch erinnert die Anlage an beide, denn die weißen Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ ICE schnurren flink über die Schienen der Pekinger Winterwelt. Nur dass sie hier (in identischer Typographie) „LCE” heißen. Gleiches gilt für das rot umrandete DB-Logo der Deutschen Bahn auf der Zugnase, das hier „LB” heißt. Das ist ganz legal, diese Analogie nutzt der Modellbauer LGB, der inzwischen zu Märklin gehört, in aller Welt.

Dennoch entbehrt die Sache nicht einer gewissen Ironie, denn tatsächlich bauen die Chinesen heute die ICE-Züge massenhaft nach – in Originalgröße. Auch das ist wohl nicht illegal, schließlich hat man die Renner für die erste Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Peking und seiner Hafenstadt Tianjin noch in einem Gemeinschaftsunternehmen hergestellt. Heute liefert Siemens allenfalls zu, der größte Teil der Wertschöpfung liegt bei den Asiaten selbst.

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Das Prinzip ist immer dasselbe: Man hat bei den Westlern gelernt und kann es jetzt allein. Wie zum Beweis dafür nimmt China pünktlich zu Weihnachten die längste Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke der Welt in Betrieb.  Vom 26. Dezember an verkehren direkte Züge zwischen Peking und Kanton (Guangzhou) in Südchina. Die Entfernung von rund 2300 Kilometern wird in etwa 8 Stunden zurückgelegt. Das entspricht einschließlich der Bahnhofsaufenthalte einer Durchschnittsgeschwindigkeit von brutto 290 Kilometern in der Stunde.

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Mit der Eröffnung entthront sich China gewisser Maßen selbst, denn bisher galt die 1320 Kilometer lange Verbindung zwischen Peking und Schanghai als die längste Trasse der Welt. Nach einem schweren Unfall und mehreren Korruptionsskandalen – die dem Eisenbahnminister und dem Chefingenieur für Hochgeschwindigkeitszüge die Stellen kosteten – war das Ausbauprogramm für weitere Expressrouten gedrosselt worden. So hätte die Südachse im laufenden Jahr eigentlich nicht nur Kanton erreichen sollen, sondern auch das noch 200 Kilometer weiter entfernt liegende Hongkong. Schon jetzt unterhält China das längste Hochgeschwindigkeitsnetz der Welt, bis 2015 soll es 16.000 Kilometer erreichen.

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Doch zurück zur Weihnachtswelt im Hilton. Die vermeintliche Abkupferei, die gar keine ist, hat einen ernsten Kern, denn China ist das mit Abstand wichtigste Herkunftsland für Produktpiraterie. 2010 haben die Zöllner der EU insgesamt rund 103 Millionen gefälschte Produkte in 80.000 Sendungen aufgebracht, fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Den Wert der Güter bezifferten sie auf eine Milliarden Euro. 85 Prozent der illegalen Importe stammten aus der Volksrepublik. In Deutschland hat die Markenpiraterie nach Angaben des DIHT 70.000 Arbeitsplätze vernichtet. Die OECD schätzt das Volumen aller weltweit verfügbaren illegalen Kopien auf 180 Milliarden Dollar im Jahr.

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Doch das soll uns zur Weihnachtszeit natürlich nicht verdrießen. Vielmehr freuen wir uns, dass wir so schöne Geschenke gefunden haben, zuletzt diesen Bären mit dem Steiff-Gütesiegel auf der Brust (für dergleichen haben wir eine Schwäche, siehe: So gut wie Steiff: Zu Weihnachten Öko-Plüschtiere aus China). Den Treublickenden bietet die „Marina City” an, das schickste Einkaufszentrum in der Hafenmetropole Qingdao auf halber Strecke zwischen Peking und Schanghai. Die pompöse westlich gestaltete Mall liegt in einem neuen, für die Segelwettbewerbe der Olympischen Spiele 2008 angelegten Vorzeigeviertel direkt an der Küste. Beim genaueren Hinsehen entpuppt sich das Plüschtier als ziemlich plumpe Fälschung made in China. Nur der Preis hat es fast ebenso in sich wie beim Original. Der Zottel soll 388 Yuan kosten, das sind 47 Euro. Frohe Weihnachten aus China!

*

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Fotos: itz.

 
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Lesermeinungen zu diesem Artikel (10)
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0 mapar 25.12.2012, 16:52 Uhr

@ zonebattler Sie liegen...

@ zonebattler Sie liegen falsch, wie schon Ihr Schlußsatz vermuten läßt. Eine eventuelle Lizenzzahlung ist nicht das Problem. Die LGB-Mutter Märklin verkauft einen ICE-Spielzug für Kinder für fast kein Geld: http://www.maerklin.de/de/produkte/detailsh0.html?page=1&perpage=40&level1=27&level2=35&level3=2411&art_nr=29200&era=&gaugechoice=2&groupchoice=5&subgroupchoice=16&backlink=%2Fwww.maerklin.de%2Fde%2Fprodukte%2Fspur_h0%2Fpackungen%2Fstartpackungen.html Bei LGB ist der Grund ein anderer: LGB verkauft Gartenbahnen mit Schmalspur-Vorbild. Einen Schmalspur-ICE gibt es nicht. Dazu ist das Modell viel zu kurz, mehr eine Karikatur des Originals; ein Spielzeug, keine Modellbahn. Mit etwas, was nach ICE aussieht, kann man aber Kinder eher begeistern als mit einer Dampflok. Also nennt man den Zug augenzwinkernd LCE.

0 dotschn 25.12.2012, 11:57 Uhr

So ist das halt. Die ersten...

So ist das halt. Die ersten Maschinen die man seinem chin. Kooperationspartner liefert sind entweder sofort defekt, oder etwas später. Es kommt eine Ersatzlieferung, dann hat man Zeit die anderen zu zerlegen und zu studieren. Es kann aber auch einmal nicht funktionieren. Wie in der Druckmaschinenindustrie geschehen! Eine chin. Firma kaufte alte, überholte Patente eines dt. Herstellers um einfache Druckmaschinen herzustellen. Nun kupferte man alles ab und begann mit dem Bau der "eigenen" Maschinen. Doch das funktionierte nicht. Warum weiß kein Chinese. Ich kann mir schon einiges Mögliche vorstellen. Nun die Chinesen mußten aufgeben. Zum Thema Industriespionage. Das dt. Bier wäre ohne Industriespionage im 19. Jahrhundert immer noch ein untrinkbarer Hopfentee, hergestellt in Hinterhoffirmen. Krupp hat es ebenso gemacht um überhaupt brauchbaren Stahl herstellen zu können. Ähnlich ging es der Photoindustrie und den Musikinstrumentenbauern.

0 uwebus 25.12.2012, 11:37 Uhr

China braucht für seine...

China braucht für seine Superschnellzüge die Deutschen nicht mehr. Aber wir dürfen doch annehmen, das Deutschland bald China brauchen wird, um funktionsfähige Superschnellzüge zu importieren? Denn bei der Minimalausbildung im technischen Bereich wird die BRD bald selbst Zahnbürsten importieren müssen, weil hier niemand mehr weiß, wie man die Borsten in die Löcher kriegt.

0 tomsick3 25.12.2012, 10:22 Uhr

Man müßte Firmen, die in...

Man müßte Firmen, die in China Know How abliefern gegen Bestechung, verknacken. Und zwar müßte man an die Eigner drangehen und in Wirtschaftsschaden bemessen. Bei jedem kleinen Bürger täte man das. Was wir an die Chinesen, dessen Raubkopierertum wir seit Jahren kennen, an Know How abgegeben haben, ist ein gigantischer Billionenschaden. Und unzählige Arbeitsplätze, die man so auch nennen könnte. Also rede ich hier nicht von 1 Eurojobs und Ministellen, was man ja neuerdings immer dazusagen oder schreiben muss.

0 zonebattler 25.12.2012, 10:22 Uhr

Die von LGB...

Die von LGB (Lehmann-Groß-Bahn) hergestellten Züge heißen »LCE« statt »ICE«, weil letzteres eine geschützte Marke der Deutsche Bahn ist, für deren kommerzielle Nutzung eine vertragliche Vereinbarung nötig und Lizenz-Gebühren fällig wären. Damit würde das Endprodukt noch teurer, als es ohnehin schon ist. So einfach ist das...

0 DoctorSnuggles 24.12.2012, 21:07 Uhr

Es sind ja nicht nur die...

Es sind ja nicht nur die Chinesen. Schon die Japaner haben geguckt, kopiert und gelernt und sind immer besser geworden. Bis sie mit ihren Fernsehern besser waren als der Rest der Welt. Mittlerweile sind die Südkoreaner an ihnen vorbeigezogen und warten wir mal ab, was in Zukunft aus China kommt. Taiwan, das andere China, spielt ja im Computerbereich eine sehr wichtige Rolle, bei Laptops sogar eine führende. Man darf also gespannt sein. Im übrigen ist Produktpiraterie in China selber schon zu einem Problem herangewachsen. Es gibt chinesische Firmen, die andere chinesische Firmen kopieren und da reagiert die Staat schon empfindlich drauf. Nur bei Kopien von westlichen Produkten ist man noch nicht ganz so auf Zack, man hat da eben Prioritäten.

0 heringh 24.12.2012, 10:55 Uhr

Deutschland selbst ist durch...

Deutschland selbst ist durch Industriespionage in England überhaupt erst so bedeutend geworden. Es überrascht immer wieder, wie auf die Chinesen eingedroschen und gleichzeitig die eigene Geschichte ausgeblendet wird. Mir ist noch ein Smalltalk mit Siemensleuten in Erinnerung, die Mitte der 1990er von ihrer Handyproduktion und dem potentiellen Absatzmarkt in China schwärmten. Bereits damals konnte ich über die Einschätzung nur lachen. Auch wieder Geschichte. Deutsche Unternehmen haben kopiert und bereitwillig - oder dümlich - selber Kopien ermöglicht. Chinas Absicht war immer bekannt. Insofern liefert der Autor keine Enthüllung, als vielmehr eine Statusbeschreibung. 1. Aufholen, 2. Einholen, 3. Überholen.

0 hummelw 23.12.2012, 21:46 Uhr

Wo "geistiges Eigentum" nicht...

Wo "geistiges Eigentum" nicht geachtet wird, ist Kritik nötig. Wichtig ist es jedoch auch, anzuerkennen, daß die rasante technologische Entwicklung bei Schienenfahrzeugen in China nur möglich war, weil sie parallel zum Infrastrukturausbau verläuft. China hat gewagt und gewonnen. Dafür muss man nicht nur das Beispiel des Transrapid heranziehen. Wenn wie in Deutschland jeder Streckenausbau aufgrund bürokratischer Genehmigungsverfahren nur im Schneckentempo verläuft, selbst eine Streckenoptimierung, wie beispielsweise im Oberrheintal zu Klagen von Umweltverbänden führt und grenzüberschreitender Verkehr in der EU noch immer auf Genehmigungshürden stößt, dann fehlt auch ein "Übungsfeld" für neue Technik. Die fehlende Praxistauglichkeit verschlimmert zusätzlich durch "German over-engineering" verhindert bei Siemens mittlerweile selbst Exporterfolge auf Drittmärkten, wo es im Vorfeld keinen Abfluß von Know-How gab. Wolfgang Hummel, Berlin

0 mapar 23.12.2012, 17:59 Uhr

Kein Problem, ebenfalls frohe...

Kein Problem, ebenfalls frohe Weihnachten nach Peking.

0 mapar 23.12.2012, 16:10 Uhr

Der LCE ist keine Erfindung...

Der LCE ist keine Erfindung der Chinesen. Der Zug wurde/wird von der deutschen Firma LGB (Lehmanns Gartenbahn, inzwischen zu Märklin gehörend) so verkauft, vermutlich soll das "L" für "Lehmanns" stehen.
www.grossbahnen.de/.../70610.jpg
Das gleiche gilt für "LB".
www.massoth.de/.../lce-01.jpg
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KOMMENTAR VON CHRISTIAN GEINITZ:
Vielen Dank, mapar, habe den Eintrag entsprechend geändert. Hoffe, so ist er jetzt korrekt. Bester Weihnachtsgruß aus Peking, itz.

Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Peking.