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Obst für alle

12.02.2010, 08:32 Uhr

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Mittwochabend war Elternabend. Zum Glück bin ich hingehetzt. Seither weiß ich: Meine Tochter ist ein Glückspilz! Sie bekommt ein Mal die Woche in der Schule einen hessischen Bio-Apfel geschenkt. Nicht wir Eltern müssen ihr den mitgeben. Den spendiert der Landkreis: ein Pilotprojekt zur ausgewogenen Ernährung. Damit gehört sie zu der Handvoll Kindern, die später nicht dick und faul werden und unser Gesundheitssystem ruinieren.

Eigentlich wollte die EU ab 2010 allen Schülern Obst schenken, in ganz Europa. Jetzt aber springt ein Bundesland nach dem anderen ab. Zu teuer, sagt Niedersachsen. „Das können wir besser”, behauptet Bremen. Zu kompliziert, findet Mecklenburg-Vorpommern: Wie soll das Obst denn vom Bauern in die Schulen gelangen? Wer soll dieses logistische Meisterwerk vollbringen geschweige denn bezahlen? In Hessens CDU raunt man, da könne dann ja jeder kommen und Obst wollen, sogar HarzIVler. Ein Argument, dem sicherlich auch Guido Westerwelle zustimmt. Andere befürchten, hungrige Lehrer könnten zugreifen – und das geht gar nicht, laut EU. Komischerweise klappt die Vitaminzufuhr an englischen Schulen reibungslos – in London liegen sogar Kiwis und Mandarinen in den Körbchen, berichtet eine Freundin. „Und was übrig bleibt, dürfen die Kinder mittags mit nach Hause nehmen.” Auch das ist hierzulande natürlich strikt untersagt.

Sei’s drum. Ein Apfel in der Woche macht längst nicht gesund. Und die, dies nötig hätten, erzählt meine Tochter, stehen eh rauchend in der Ecke und spielen Fußball mit den Äpfeln.

 

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Jahrgang 1970, freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.