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Verliebt in Jungs

19.02.2011, 13:30 Uhr

Von

Morgen Abend sind wir bei unseren Freunden, den Schweden, eingeladen. Mir graut davor. Ehrlich. Die beiden sind zwar ganz arg nett, und sie kocht auch vorzüglich. Aber die beiden jammern immer so. Ich kann`s ja verstehen: Die Armen haben drei Söhne. Das muss man sich mal vorstellen. Nur Jungs. Was haben die denn für Perspektiven heutzutage? Genderwahn, wohin man schaut. Dass die Eltern sich da ernsthaft Sorgen machen, ist nachvollziehbar: Wo sollen ihre Söhne eines Tages noch unterkommen? Einen Hof zum Vererben haben sie nicht. Ins Kloster möchten sie keinen schicken, nach allem. Und im fortschrittlichen Schweden werden Jungs demnächst wahrscheinlich gesetzlich verboten.
Klar, unsere Freunde haben einen eigenen Betrieb, metallverarbeitendes Gewerbe, 190 Angestellte, etliche Millionen Umsatz. Wie geschaffen für fixeTöchter (wie wir zwei haben), aber dass einer ihrer Söhne dort auf dem Chefsessel landet, damit rechnet doch niemand mehr.
Denn zuvor tritt Von-der-Leyen-IV in Kraft, ein Gesetz, das männliche Geschäftsführer in Familienbetrieben für die kommenden fünf Generationen untersagt – mit Ausnahme von Apotheken, die Frauen 30 Prozent Rabatt auf Migräne-Medikamente gewähren (ein Zugeständnis an die FDP).
Von-der-Leyen-I bis III regelt den Rest: Das gesamte Finanzwesen, samt Deutscher Bank, Europäischer Zentralbank und der bald in Eschborn ansässigen Wall Street, wird den künftigen Töchtern von Frauenministerin Schröder zugesprochen. Bildung für Knaben wird abgeschafft, das Wahlrecht für Männer bis auf weiteres ausgesetzt und eine männliche Burka-Pflicht eingeführt. Ich bin ja so froh, dass wir nur einen Jungen haben, den ziehen die großen Schwestern schon mit durch. Aber das darf ich morgen natürlich nicht erwähnen.

 

 

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (3)
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0 big-machinery.com 23.02.2011, 20:11 Uhr

Tja, ohne Worte..., als...

Tja, ohne Worte..., als glücklicher Vater von Tochter&Sohn mach' ich mir da garkeine Sorgen! Das wird schon passieren, vielleicht langsamer als es sich einige wünschen... Umwälzungen in der Gesellschaft versucht man momentan mit der Brechstange durchzudrücken, weil es vermeindlich nicht schnell genug geht. Die Rollenverteilung zwischen Frau und Mann hat sich, verglichen mit der vorherigen Generation, so weitreichend verändert, daß wir in vielen Bereichen erst wieder in unsere neuen Geschlechterrollen mit den dazugehörigen Konsequenzen finden müssen. Kinderbetreuung und erprobte Konzepte fehlen und man macht schon den dritten Schritt ohne den zweiten bisher geregelt zu haben. Mir kommt es momentan so vor, als wenn in unserer Generation bei diesem Thema alles abgeschlossen sein muß, sonst hat man keine vernünftigen Job gemacht...

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0 AndreasRheinhardt 20.02.2011, 06:56 Uhr

Ich glaube nicht, dass eine...

Ich glaube nicht, dass eine männliche Burka-Pflicht kommt: Denn schließlich wollen auch die Feministinnen und Feministen in Schweden und anderen fortschrittlichen Männern, dass Männer weiterhin z.B. als Müllmann oder Bauarbeiter arbeiten -- und da wäre eine Burka nicht gut; in Zukunft sollen für Männer zu den männlichen Geringverdienerjobs dann auch noch die weiblichen Geringverdienerjobs (z.B. Altenpfleger) hinzukommen, das sieht man z.B. sehr schön am neu eingeführten "Boys' Day", laut dem Jungen zwar Arzthelfer werden sollen, aber nicht Arzt (dabei sind bei den Medizinstudenten Frauen schon absolut überrepräsentiert; und bei Tier- und Zahnärzten ist es noch schlimmer). Da ist es dann auch nur korrekt, dass der Boys' Day zwar vom Frauenministerium, aber nicht vom Bildungsministerium finanziell unterstützt wird -- beim Girls' Day sind es beide (was auch passt, denn schließlich bekommen die Universitäten und Forschungszentren zu sehen; Jungen dagegen höchstens die Kindertagesstätten der genannten Einrichtungen).

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0 ThorHa 19.02.2011, 16:36 Uhr

Tja. Mich bedrückt in...

Tja. Mich bedrückt in dunklen Stunden die böse Vermutung, aus der Satire könnte irgendwann Ernst werden. Und das, obwohl ich eine Frauenquote für AG-Vorstände und Aufsichtsräte (entlang dem Frauenanteil an den beschäftigten) für notwendig halte, übrigens genauso notwendig wie eine Leistungsaufsteigerquote für diejenigen, die nicht schon der Oberschicht entstammen. Nur dürfte es damit nicht enden. Konsequent gedacht hat jede identifizierbare Gruppe der Bevölkerung, die über lange Zeiten unterrepräsentiert ist (z.B. Deutsche aus eingebürgerten Familien) einen Anspruch darauf, per Quote adäquat repräsentiert zu werden. Womit ein Traum von Bürokraten endlich wahr wird - sie bekommen den vorletzten unterverwalteten Gesellschaftsbereich unter Kontrolle (Unternehmen, danach verbleiben nur noch die Familien und Indivduen im Privatleben ...). Wurde auch Zeit. Oder???

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Jahrgang 1970, freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.