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Sieben Wochen ohne

10.03.2011, 08:32 Uhr

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Endlich ist es wieder so weit. Deutschland fastet sich Richtung Frühling und Traumfigur. Sieben Wochen ohne Dioxin, Zusatzstoffe, Fette und fiesen Zucker. Raus mit den Giften im Körper, jawohl. Und zwar alle diesmal. Wer Aschermittwoch noch gesündigt hat, der legt heute los!

Die Großkantinen stellen ihre Menüs um auf Schnitzel pur, ohne Pommes. Schulkioske machen vorübergehend dicht. Die Lebensmittelindustrie halbiert die Portionen zum doppelten Preis, Fruchtzwerge verlassen fluchtartig das Land Richtung Lampedusa, wo die Menschen noch andere Sorgen haben als Nährwerttabellen, und wir, wir setzen noch einen drauf in diesem Frühling: Wir leben sieben Wochen ohne Lügen. Das ist zwar ein Aufruf der evangelischen Kirche. Katholiken und Muslimen kann es aber auch nicht schaden.

Nun also die ganze Wahrheit: Ich bekenne mich zu meiner Meinung, dass Frauen – nicht nur bei der Quotenfirma Telekom – gelegentlich scheitern, ohne dass böse Männer dahinterstecken. Weiters gebe ich zu, dass ich gerne einen Teil der eingefrorenen Despoten-Gelder abzweigen würde. Dass ich nicht an Lichtgestalten, das große Bauernhof-Sterben und die Erderwärmung glaube und – trotz aller Vegetarier um mich herum – gerne Lamm esse. Außerdem verbiete ich meinen Kindern Sendungen mit Heidi Klum und Dieter B. sowie den Besitz eines Nintendos. Ich habe schon einmal beim Fußball geweint und spreche kein Ungarisch, obwohl ich das gerne behaupte. Ich klaue meinen Kindern Süßigkeiten, gelegentlich auch Geld, zahle unserer Putzfrau Olga weniger, als sie verdient und habe auf die Griechen und den Euro gewettet. So, jetzt hat die Seele ihre Ruh’. Und nächste Woche: Warum Hannes glaubt, dass die Mama gar nicht lügen kann.

 

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Jahrgang 1970, freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.