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Hauptsache, gesund!

28.07.2011, 17:21 Uhr

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Wenn sich einer meiner Lieblingskonzerne um die Gesundheit seiner Schäfchen sorgt, sorge ich mich auch. Ehrlich gesagt: Ich wittere eine Job-Chance, seit ich gehört habe, dass die Erfinder des Automobils für ein Pilotprojekt „Gesundheitsmultiplikatoren” suchen, um die Mitarbeiter zu Sport und gesundem Leben anzuregen. Wer könnte das besser als ich?

Ich bin der geborene Multiplikator: Wer treibt die Familie ins Wellness-Hotel, holt die Kleinen vom Sport, stählt Bauch, Beine, Po im Pilates? Eben. In meinem Kopf formen sich schon die ersten Programmbausteine, bereit für den konzernweiten Rollout, wie wir Manager sagen. Muskelentspannung nach Jacobson, Meditieren nach Qigong, Tai Chi oder Tom-Kha-Gai.

Ein High-Potential-Workshop „Mit dem Rad ins Büro” schwebt mir vor, Rückenwerkstätten und Männergesundheitszirkel, ein Lesekreis für Diabetiker („Hänsel & Gretel ernährungspsychologisch gedeutet”). Ich bin ganz sicher: Als „Health-Multi” wäre ich der Hit; Vertrauensperson, Coach, psychosoziale Stütze für den Konzern in einer Person: Die Gesellschaft würde gesünder, die Bürger glücklicher, die Krankenkassen schlanker. „Lasst uns die Fenster zur Gesundheit weit aufstoßen”, werde ich rufen und die Mitarbeiter an die frische Luft beordern: Hochalpines Klettern für den Vertrieb, durch Wald und Wiesen mit den Controllern. Herrlich! Mit mir wächst jeder über sich hinaus: Selbst Vierjährige krakseln an meiner Seite – bei 35 Grad Weihnachtslieder schmetternd – auf die höchsten Pyrenäen-Gipfel. Da werde ich doch Managern die Ernährungspyramide und Omega-3-Säuren erklären können.

Demnächst starte ich durch im Dienst der Volksgesundheit, das erste Projekt bei meinen Autofreunden steht schon fest: Die Reduktion von Körperfett. Das übe ich gleich zuhause. Ich weiß auch schon an wem.

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (1)
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0 SimonTZ 01.09.2011, 17:01 Uhr

Danke für die sehr...

Danke für die sehr unterhaltsamen 3 Minuten ;) Der Begriff Gesundheitsmultiplikatoren kann auch nur aus Deutschland kommen.

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Jahrgang 1970, freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.