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Garantiert ohne Sex

03.09.2011, 08:54 Uhr

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Heute muss diese Kolumne ohne Sex auskommen. Der Stoff ist gerade aus, restlos aufgebraucht von Charlotte Roche. Auch die Vorräte an Sucht sind erschöpft, ebenso alles, was entfernt nach Therapeuten und Therapiesitzungen klingt: Die Lagerbestände an T-Worten sind komplett geleert, weiterverarbeitet zu Gebetsbüchern, die in Bahnhofs- und sonstige Buchhandlungen gekippt werden.

Nein, aus mir spricht kein Neid. Auch kleine Auflagen machen glücklich. Nur: Wer kümmert sich jetzt um meine Seelennöte? Wer berät mich in der Frage, mit welcher Taktik Nina ins Testspiel gegen die E-Jugend zieht und ob Jule bleibende Schäden davon trägt, weil sie mit G8 und ohne Haustiere aufwächst. Der kaputte Geschirrspüler bleibt an mir hängen, die Suche nach dem verlorenen KfZ-Brief sowieso, ebenso die Pflaumen an unserem Baum: Wer schüttelt das Obst, bevor die Wespen darüber herfallen?

Und dann erst die Sorgen um das Finanzielle. Was ist klüger: Goldhamster oder Goldbarren? Hugo Boss-Kleider oder -Aktien? Sollen wir in die Lachszucht in Chile einsteigen, wie ein Freund empfiehlt, oder doch lieber eine Angel kaufen zur Selbstversorgung? Wie viel Tagesgeld liegt gleich noch mal bei unserer geliebten gelben Bank? Und wer garantiert, dass die morgen noch existiert? Der Finanzvorstand, von dem alle sagen, er habe einen tollen Job gemacht, haut jedenfalls ab: Keine Lust mehr, wenn ich das richtig verstehe. Der Mann geht zum Kinderhüten nach Hause, behauptet er. Vielleicht könnte er mal zum Bügeln vorbei kommen. Nur so als Idee, es bleibt so viel liegen in letzter Zeit.

Wenigstens ist Hannes wieder zurück vom Urlaub bei Oma, allerdings nur dank einer Sonderportion Gummibärchen, die ihn in den familiären Kern zurück lockte: „Die Oma ist viel lieber als du, da darf ich alles”, mault der Knirps. Was läuft da falsch? Hat der Junge ein Trauma? Ist er gar ein Fall für den …? Oh, verflixt, fast wäre doch noch das T-Wort reingerutscht.

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (1)
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0 sylterin 03.09.2011, 17:24 Uhr

Das die Oma lieber ist als...

Das die Oma lieber ist als wir Normalos, mit denen man sich den ganzen Alltag rumschlagen muss, ist doch ganz normal. Deswegen muss man nicht gleich die Erziehung outsourcen.

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Jahrgang 1970, freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.