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Der Chef bin ich

13.04.2012, 11:59 Uhr

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Da hüpft das Elternherz vor Freude! Mutterkollegin Kristina Schröder, als Ministerin für die Familien zuständig, hat die „Großelternzeit” erfunden. Was ich schon lange fordere, wird nun offizielle Politik: Oma und Opa sollen die Kinder hüten. Freigestellt vom Arbeitgeber, hoffentlich bei vollen Bezügen.

Leider fehlen in dem 200-Seiten-Papier entscheidende Details. Ein paar Vorschläge hätte ich: Zunächst einmal gehört die Enkelbespaßung versüßt – am besten mit einer „Omaprämie”. Denn laut Schröder sind bislang nur 51 Prozent der Großeltern „fest in das Betreuungsmanagement eingebunden”. Das ist natürlich viel zu wenig! Die anderen 49 Prozent müssen zu ihrem Glück gezwungen werden. Sollten die monetären Anreize nicht reichen, müssen Sanktionen her. Keine Oma darf sich mehr drücken! Wer den Enkelbesuch ablehnt oder die Kinder multimedialer Reizüberflutung (Kika, SuperRTL) aussetzt, bekommt die Rente gekürzt. Gleichzeitig wird das Zustecken von Schokoriegeln und der unautorisierte Einsatz von Subunternehmern (besonders kinderliebe Witwen mit Katze) unter Strafe gestellt.

Noch zu klären sind die Kompetenzen: Wer bestimmt künftig im Betreuungsmanagement? Wer berichtet an wen, wie es in Konzernen heißt? Ich schlage vor: Der Chef bin ich. Oma und Opa berichten direkt, die weiteren Hierarchiestufen ergeben sich im laufenden Prozess. Schließlich sind auch pädagogisch ambitionierte Nachbarteenies in das Projekt eingebunden, befreundete Mütter, die Trainer diverser Sportclubs, Flöten- Klavier und sonstige Lehrer sowie Silvana, die dienstälteste Babysitterin aus Brasilien, die gewisse Sonderrechte geltend machen kann.

Das Pflichtenheft für alle habe ich schon erstellt. Omas verpflichten sich nicht nur zum regelmäßigen Schmusen und Kochen, sondern übernehmen mindestens zwei Elternabende sowie drei Hallenturniere im Quartal. Darüber hinaus werden kinderlose oder -feindliche Nachbarn zwangsenteignet, um die Großeltern dort anzusiedeln. Der enkelnahe Wohnsitz kann als doppelte Haushaltsführung geltend gemacht werden. Die Umzugskosten zahlt Frau Schröder, ebenso die Fahrten in den Kindergarten. Das Abholen zu Fuß ist untersagt – ein Zugeständnis an die Autoindustrie. Schließlich winkt allen Großvätern, deren Töchter während der Opa-Zeit in einen Dax-Vorstand aufrücken, das große Verdienstkreuz. Hip, hip, hurra, alles wird wunderbar!

 

 

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (1)
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0 tricky1 14.04.2012, 07:00 Uhr

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Jahrgang 1970, freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.