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Mama, was sind Schulden?

16.08.2012, 11:52 Uhr

Von

Abends am Atlantik. Es ist 22,5 Grad warm, der Himmel ist klar. Wir sitzen im Auto auf dem Weg vom Restaurant zum Ferienhaus.

Ich sage: Schaut doch mal, wie schön die Insel ist.

Jule, 12: Was soll da schön sein?

Na, alles. Es ist alles so schön weiß hier, deshalb nennen die Franzosen die Insel ja auch ‘die weiße Insel’.

Nina, 8: Die lügen, die Franzosen. Die Bäume sind nicht weiß, die Blumen nicht, das Meer nicht.

Aber die Häuser sind weiß gestrichen.

Nina: Na und? Unseres doch auch.

Jule: Bauen wir jetzt eigentlich an, Mama?

Ach, Jule. Nicht schon wieder…

Jule: Jetzt sag mal.

Ich weiß es nicht.

Nina: Dann nenn’ uns drei gute Gründe dagegen, Mama.

Weil ein Ausbau aufwändig ist, teuer und man eh nicht weiß, ob unser Geld bald noch was wert ist.

Hannes, 6: Was ist teuer, Mama?

Nina: Warum ist unser Geld bald nichts mehr wert?

Weil der Euro zerbricht.

Nina: Wie – zerbricht?

Jule: Sagt wer? Die Merkel?

Experten wie Roubini sagen, dass Spanien und Italien ihre Schulden bald nicht mehr zahlen können und wir dann den Euro aufgeben müssen.

Hannes: Was sind Schulden, Mama?

Jule: Dann müssen wir eben vorher ausbauen.

Nina: Genau, sofort nach dem Orlaub, wenn wir zu Hause sind.

Hannes: Ich will nicht nach Hause!

Jule: Hör auf zu heulen, Hannes.

Nina: Der tritt, Mama.

Hannes: Fahren wir jetzt wirklich schon nach Hause?

Nein, wir sind in fünf Minuten am Ferienhaus.

Hannes: Was machen wir dann?

Ihr geht ins Bett, es ist spät.

Alle: Nein, wir spielen Fußball.

Hannes: Ich bin Özil.

Nina: Ich Manuel Neuer. Ich halte alles.

Hannes: Nein, Du bist Bolt. Ich bin Neuer.

Jule: Oh Mann, Hanni. Bolt ist ein Sprinter.

Nina: Du bist viel zu schlecht.

Hannes: Bin ich nicht.

Jule: Also, Mama, bauen wir jetzt an?… 

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (3)
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0 lutz-breunig 18.08.2012, 10:55 Uhr

Lieber Hannes! Teuer...

Lieber Hannes!
Teuer ist, wenn du keine Antworten auf deine Fragen bekommst. Und Schulden sind Strafen, wenn du nicht weisst was teuer ist ;-)

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0 EgonOne 17.08.2012, 01:10 Uhr

Are we there...

Are we there yet?
Sehr schoener Dialog werte Bettina Weiguny.
Aehnliches hat wohl sicherlich jede Mutter und Vater erlebt. Die ewige Neugier und das interesse unserer Lieblinge shcheint besonder stark hervorzukommen im Auto auf Reise.
Lange Reisen werde oft genug von der ewigen Frage unterbrochen: "Are we there yet?' -- oder wann endlich kommen wir an. "Is it Morning soon? etc etc.
Mehr pholosphische Fragen, warum da ein Mann im Mond sei, und nicht eine Frau, fordern Eltern zu besonders starkem Denken.-... und hoffentlich, schlauen Antworten.
Natuerlich, Vater hat oft den Vorteil wenn er das Auto faehrt, und er erklaert es sei besonders schwierig zu fahren, zu reden und auch zur gleichen Zeit zu denken. Keine einfache Sache, wie viele wissen. Ich auch.
Wenn dieser Punkt erreicht ist werden natuerlich alle Fraegen unserer Sproesslingen, weiter geleitet, an die andere Authoritaet im Wagen.
Vater sagt dann: "Ask you mother darling" -- den Muetter wissen sowieso alles moegliche --- und man hofft auf das Beste.
Happy Motoring...und pax vobiscum

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0 perfekt57 16.08.2012, 15:57 Uhr

oder warum es so wichtig...

oder warum es so wichtig ist, so vollkommen unverzichtbar, eigene kinder zu haben. das wichtigste korrektiv der welt eben. und scheint sich übrigens noch dazu um eine sehr symphatische und offensichtlich vollkommen intakte familie zu handeln.

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Jahrgang 1970, freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.