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	<title>Balance-Akt</title>
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	<description>Spielt sich die Wirtschaft nur in den Chefetagen ab? Nein, nein!</description>
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		<title>Imre und die Russen</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Feb 2013 07:10:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>b.weiguny</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>Unsere Kinder wollen jetzt alle Skilehrer werden. Oder Schreiner. Oder Gärtner. Schuld ist Imre, ihr Tiroler Skilehrer mit holländischen Wurzeln und hanseatischer Mutter. <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt/2013/02/13/imre-und-die-russen-120/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Unsere Kinder wollen jetzt alle Skilehrer werden. Oder Schreiner. Oder Gärtner. Schuld ist Imre, ihr Tiroler Skilehrer mit holländischen Wurzeln und hanseatischer Mutter. Eine Woche lang hat er ihnen Carven, Tiefschnee- und Rückwärtsfahren beigebracht. Aber nicht nur das: Er hat ihnen auch die „zehn Grundlagen des Lebens&#8221; erläutert, wie unsere 13jährige beeindruckt berichtet.</p>
<p>Welche das genau sind, verrät sie leider nicht. Auf jeden Fall aber ist Imre ganz anders als wir, also witzig. Er war mal Ski-Rennfahrer, hat Architektur studiert, abgebrochen und arbeitet heute als Schreiner. Oder auch als Gärtner. Ein echter Kerl eben.</p>
<p>Angst kennt er nicht. Auch nicht vor den Russen, die unser Tiroler Skidorf im Winter stürmen. Seine Skilehrer-Kollegen dagegen haben gelegentlich Muffensausen auf der Piste: Wenn sie die Kurven der Russen-Knirpse kritisieren und der Papa/Leibwächter dann wütend einschreitet. Offen sagen würden sie das nie, schließlich sind die Nikitas ihre besten Kunden, mit teuren Privatstunden und allem Pipapo. Nur Imre darf so reden über die Klientel aus dem Osten. Er ist mit einer Russin verheiratet, er kennt sich da aus.</p>
<p>Wie dem auch sei: Die Russen in Tirol (nur die kennen Imres Kollegen) sind bullige Kerle, von der Statur her ihrem russischen Neubürger Gérard Depardieu nicht unähnlich, und haben offensichtlich Geld. Viel Geld.</p>
<p>Von unserem Freund, einem Key-Account-Manager mit russischem Großaktionär, wissen wir mit Russen umzugehen: „Frage nie, was sie früher gemacht haben und woher das Geld kommt&#8221;, doziert er, so haben sie es in diversen interkulturellen Workshops eingetrichtert bekommen. Auch er ist voller Angst vor den Männern aus dem Osten. Das muss aber nichts heißen. Er fürchtet sich auch vor ganz harmlosen Dingen wie Kühen, Sesselliften und Karrierefrauen.</p>
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<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Ninas zauberhafter Füller</title>
		<link>http://blogs.faz.net/balance-akt/2013/02/06/ninas-zauberhafter-fueller-119/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Feb 2013 08:14:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>b.weiguny</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>Wonach bemisst sich der Wert eines Füllers? Das hängt, wie bei allen Dingen, stark vom Betrachter ab. Gehört mir der Füller und ich soll ihn verkaufen, setze ich einen höheren Preis an als die potentiellen Käufer. Warum? Weil es den &#8230; <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt/2013/02/06/ninas-zauberhafter-fueller-119/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wonach bemisst sich der Wert eines Füllers? Das hängt, wie bei allen Dingen, stark vom Betrachter ab. Gehört mir der Füller und ich soll ihn verkaufen, setze ich einen höheren Preis an als die potentiellen Käufer. Warum? Weil es den Menschen schwerfällt, so lehrt die Verhaltensökonomie, sich von Gegenständen zu trennen, sie hängen an ihren Besitztümern. Wer einmal das Haus der Eltern verkaufen musste, weiß wovon hier die Rede ist.</p>
<p>Nun scheint der Wert einer Sache ins Unendliche zu steigen, sobald man ihn verliert. So wie Ninas Füller. 12 Euro hat er gekostet, nicht mehr. Weihnachten hat sie ihn bei der Oma vergessen. Plötzlich gab es, trotz Ferien, nichts Wichtigeres als diesen Füller. Die Oma hat ihn also brav zur Post gebracht, 4,10 Euro Porto bezahlt, seither ist das gute Stück verschwunden &#8211; und sein Wert steigt von Tag zu Tag. </p>
<p>Ihre gesamte Spardose (inklusive aller Einnahmen als Zauberkünstlerin) würde Nina mittlerweile opfern, um ihn zurückzubekommen. Sie akzeptiert weder Jules alten Füller (&bdquo;Der schreibt nicht.&#8221;) noch einen neuen (&bdquo;Meiner war besser.&#8221;). </p>
<p>Der Post ist das Einerlei. Hätte die Oma den Füller als Paket aufgegeben, dann ließe sich&nbsp;jetzt nachvollziehen, wo er sich befindet beziehungsweise wo er verschwunden ist. Aber als Päckchen? &bdquo;Da kann man nichts machen&#8221;, sagt die Schalterbeamtin, zuckt die Schultern und fixiert die Schlange der Wartenden hinter uns. Diese Pose hat sie in diversen Schulungen zum Umgang mit unzufriedenen Kunden trainiert, da bin ich mir sicher. Nicht mal die Tränen der Grundschülerin rühren sie. Auch die Oma blitzt bei der Post ab. Klar, es gehen jeden Tag etliche Briefe verloren (wie viele, will die Post nicht sagen) und versichert sind eben nur Pakete. Außerdem: Ein bisschen ist Nina selbst schuld. Wir trichtern den Kindern stets ein: Passt auf Eure Sachen auf! Trotzdem verschwindet ständig etwas &#8211; Jacken, Brotdosen, Bälle, Handys. Auch Bücher. Ganz ohne Einwirken der Post.</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Von Bauern und PR-Mäuschen</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jan 2013 09:50:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>b.weiguny</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>&#8222;Mama, was ist ein PR-Mäuschen&#8221;, fragt mich unsere Achtklässlerin, die sich derzeit eifrig um ein Schulpraktikum bemüht. Und da Mama und Papa auf gar keinen Fall ihre Beziehungen spielen lassen sollen (so der Lehrer), klickt sie sich durch diverse Internetseiten. &#8230; <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt/2013/01/30/von-bauern-und-pr-maeuschen-118/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&bdquo;Mama, was ist ein PR-Mäuschen&#8221;, fragt mich unsere Achtklässlerin, die sich derzeit eifrig um ein Schulpraktikum bemüht. Und da Mama und Papa auf gar keinen Fall ihre Beziehungen spielen lassen sollen (so der Lehrer), klickt sie sich durch diverse Internetseiten. </p>
<p>Leider sprechen die Erfahrungsberichte anderer Schüler dort vehement gegen einen Erstkontakt mit der Arbeitswelt. Glaubt man den Teenies, so werden die Armen einfach nur ausgenutzt &#8211; als bessere Putzen, Koffer-Kulis oder eben als PR-Mäuschen. Absolut unzumutbar! Und sexistisch allemal.</p>
<p>Wo die jungen Menschen später arbeiten wollen, ist mir ein Rätsel. Natürlich will niemand von ihnen etwas mit Bankern zu tun haben, diesem Pack von Zockern und Spekulanten. Der Berufstand ist inakzeptabel, Schluss, aus. Die schreibende Zunft, für die ich bei der Tochter werbe, ist ebenfalls verpönt (&bdquo;Wer will schon lesen, was Du schreibst&#8221;), Lehrer rangieren knapp vor den Budenverkäufern auf dem Jahrmarkt. Anwälte und Ärzte sind Gierhälse, denen es nur ums Geld, nie um den Menschen geht, Erzieherinnen werden viel zu schlecht bezahlt. Ein Job als Handwerker scheidet generell aus (&bdquo;die Hände kriegst du nie wieder sauber&#8221;). Beamte sind verpönt als faule Säcke, Unternehmer sind Ausbeuter, Politiker sowieso Verbrecher. Bäcker und Metzger? Kennen sie nicht. Und was Bauern so treiben, will die Jugend von heute lieber gar nicht wissen. Hausfrau geht auch nicht (ein reicher Mann allerdings wäre nicht verkehrt).</p>
<p>Wovon träumen sie dann bloß, die Jungs und Mädels? Ein Leben als Umwelt-Blogger könnten sich viele vorstellen, haben Recherchen im Freundeskreis ergeben. Als Energiesparer, Tierschützer, Fußball-Profi, der nächste Steve Jobs oder überhaupt&nbsp;als Star.</p>
<p>Jule träumt vom Theater. Ein Praktikum bekommt sie da nicht &#8211; ohne Vitamin-B läuft nichts hinter der Bühne. Immerhin aber hatte die Konfirmandin schon&nbsp;ihre erste&nbsp;Rolle, im Krippenspiel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>So kann ich nicht arbeiten!</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jan 2013 12:44:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>b.weiguny</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>Voller guter beruflicher Vorsätze bin ich ins neue Jahr gestartet: Nie wieder würde ich mich von Kinderdramen &#224; la &#8222;Mama, ich habe den Bus verpasst&#8221; oder &#8220;Mama, da ist Blut an meinem Kopf&#8221;&#160;aus der Ruhe bringen lassen. Nichts würde ich &#8230; <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt/2013/01/14/so-kann-ich-nicht-arbeiten-117/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Voller guter beruflicher Vorsätze bin ich ins neue Jahr gestartet: Nie wieder würde ich mich von Kinderdramen &agrave; la &bdquo;Mama, ich habe den Bus verpasst&#8221; oder &#8220;Mama, da ist Blut an meinem Kopf&#8221;&nbsp;aus der Ruhe bringen lassen. Nichts würde ich mir mehr aufdrücken lassen,&nbsp;den Zeitdieben in und außerhalb des Büros lasse ich keine Chance. Ich bin so was von entspannt.</p>
<p>Aber dann fuhren wir in den Skiurlaub.&nbsp;Die Zeit nutze ich gerne zum Schreiben,&nbsp;denn wo ließe sich Schöneres ersinnen als vor tief verschneiter Bergkulisse? Am prasselnden Kamin im Traum-Appartement mit Edelweiß-Ambiente? Nun ist der Vermieter der Unterkunft (Greg, ein Brite, der mit ziemlicher Sicherheit durch Autoschieberei oder Investmentbanking zu Vermögen gekommen ist und dies in sein Tiroler Feriendomizil gesteckt hat.&nbsp;Aber ich will da nicht richten) ein Anhänger modernen &#8220;Interior Designs&#8221;.&nbsp;Das nehme ich ihm übel!</p>
<p>Es ging los mit dem Licht. Normalerweise findet man den Schalter neben der Tür. Nicht so in&nbsp;Gregs Designer-Wohnung. Die Schalter hat der Freak an den unmöglichsten Stellen versteckt, und selbst wenn wir sie entdeckten, wurde es &#8211; dem Ökowahn sei Dank &#8211; erst nach etlichen Minuten, blauen Flecken und&nbsp;lautem Kindergeheul&nbsp;hell. Dafür gingen gleichzeitig der Fernseher und eine heimelige Musikuntermalung an, der man nur entkam, indem man sich im Dunkeln reglos ins Bett legte. </p>
<p>Welche Zunft hat sich&nbsp;das nur einfallen lassen? Das&nbsp;Übel begegnet einem ja nicht nur bei Greg, sondern in&nbsp;etlichen &bdquo;Design&#8221;-Hotels, die sich wie verrückt ausbreiten. Haben Sie mal versucht, sich im Designer-Bad einen Lidstrich zu ziehen, wenn Sie wegen fehlenden Lichts am Spiegel vor den in den Boden eingelassenen Uplights knien. Oder im Bett zu lesen? Das geht gar nicht. Die Romantik-Funzeln ermöglichen nicht mal das Entziffern der Überschriften. Und wie soll ich an einem Mahagoni-Tisch schreiben, der auf drei dünnen Mikadostäbchen steht? Für den selbst das iPad zu groß ist? So kann ich nicht arbeiten!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Enttäuscht von den süßen Kleinen</title>
		<link>http://blogs.faz.net/balance-akt/2012/12/05/enttaeuscht-von-den-suessen-kleinen-103/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Dec 2012 09:49:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>b.weiguny</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>&#8222;Transparenz schafft Vertrauen&#8221;, heißt es neuerdings aus jeder Ecke von Politik und Wirtschaft. Mir wird da warm ums Herz. So gerne möchte auch ich wieder Vertrauen fassen. Aber wie? So schön wäre es doch, wenn am Ende die Transparenz siegt &#8230; <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt/2012/12/05/enttaeuscht-von-den-suessen-kleinen-103/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&bdquo;Transparenz schafft Vertrauen&#8221;, heißt es neuerdings aus jeder Ecke von Politik und Wirtschaft. Mir wird da warm ums Herz. So gerne möchte auch ich wieder Vertrauen fassen. Aber wie? So schön wäre es doch, wenn am Ende die Transparenz siegt und mit ihr die Ehrlichen, die Aufrichtigen, die mit der lupenreinen Weste, wie es immer heißt. Nur wo sind die? Bei uns zuhause jedenfalls nicht. </p>
<p>Was haben wir nicht schon alles unternommen, um Gier, Verschwendung und Abzocke vorzubeugen! Die Kinder müssen Buch führen über ihre Süßigkeiten-Bestände, alle Besitztümer in bar sowie andere gängige Zahlungsmittel: Star-Treck-Figuren, Sammelkarten oder Hausaufgaben-Gutscheine. Nebeneinkünfte wie Babysitten, Garagen-Flohmärkte und Preisgelder sind direkt bei mir abzuliefern &#8211; sie werden quittiert, unter den Geschwistern gedrittelt und unter Vorbehalt ausgezahlt. Anschaffungen ab fünf Euro muss ich persönlich absegnen. </p>
<p>Des Weiteren dürfen die Wünsche an den Weihnachtsmann 100 Euro nicht überschreiten. Bestechung ist generell untersagt (darauf steht die Höchststrafe: Fußball-Verbot). Um Diskussionen darüber zu vermeiden, wo die Grenze zur Bestechung verläuft, haben wir alles genau geregelt: Gibt Hannes Nina zwei Kaugummis, damit sie ihn nicht verpetzt, gilt das noch als zulässige Offerte unter Freunden, ab drei ist es Bestechung. Da kann er heulen, wie er will. </p>
<p>Trotz der klaren Ansagen bleibt der Erfolg, das Vertrauen, aus. Weil sie uns immer wieder enttäuschen, die süßen Kleinen. Wer hat denn wieder heimlich von den ersten Plätzchen genascht? Die Schuhe vom Papa versteckt? Fünf Badekugeln auf einmal ins Wasser geworfen? Und woher, zum Teufel, stammen all die iTunes-Rechnungen? Mir reicht&#8217;s, jetzt werden härtere Saiten aufgezogen!</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>No money, no work</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Nov 2012 12:29:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>b.weiguny</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erziehung Immobilien Geiz Karriere]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Es hat üble Verwerfungen gegeben bei uns zu Hause. Auslöser war&#160;die Geschichte vorige Woche, in der ich erwähnte, dass unsere Tochter Nina das Haus verkaufen will &#8211; für eine Million. Seither&#160;echauffiert sich unsere Achtklässlerin, Jule, weil das Telefon ständig klingelt. &#8230; <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt/2012/11/28/no-money-no-work-102/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es hat üble Verwerfungen gegeben bei uns zu Hause. Auslöser war&nbsp;die Geschichte vorige Woche, in der ich erwähnte, dass unsere Tochter Nina das Haus verkaufen will &#8211; für eine Million. </p>
<p>Seither&nbsp;echauffiert sich unsere Achtklässlerin, Jule, weil das Telefon ständig klingelt. Die Nachfrage nach Immobilien in unserem Taunusstädtchen scheint doch gewaltig zu sein. Jeder will wissen, wie dehnbar der Begriff &bdquo;eine Million&#8221; sei, ob Nina noch in Mark rechne oder wenigstens in Dollar. Jule weigert sich, überhaupt noch ans Telefon zu gehen. &bdquo;Ich bin doch nicht Deine Vorzimmer-Dame, Mama.&#8221;</p>
<p>Zudem fordert Nina, 9, jetzt Geld von mir. Ab sofor einen festen Anteil als &bdquo;Ideengeberin&#8221; an allen künftigen Kolumnen, in denen sie auftaucht: &bdquo;Gedanken klaut man nicht!&#8221; 10 Euro pro&nbsp;Wort fordert sie. Ich protestiere, Wucher sei das. Sie fragt: &bdquo;Wieso? Was würdest Du denn ohne uns schreiben?&#8221; Jule faselt gar etwas von Mindestlöhnen, Kinderarbeit und Ausbeutung. In ungeahnter Solidarität wirft sie sich vor Hannes, den Kleinsten, der sich nicht wehren kann, weil er mit dem Alphabet erst zur Hälfte durch ist und nicht weiß, was ich über ihn schreibe. &bdquo;Das ist unfair.&#8221;</p>
<p>Das Schlimmste aber sei, so meckern die Mädchen: &bdquo;Du verdrehst immer alles.&#8221; Ich als Mutter käme viel zu gut weg.&nbsp;In Wirklichkeit&nbsp;sei ich total geizig (&#8220;nicht mal Taschengeld bekommen wir&#8221;),&nbsp;zudem debil (nur weil ich häufiger die Wäsche und gelegentlich ein Kind auf dem Sportplatz vergesse), überfordert, hysterisch, überhaupt nicht witzig und eine Null in Sachen Erziehung (Jule: &bdquo;Alles musste ich mir selbst beibringen&#8221;). Support in der Schule? Karrieretipps oder Förderung ihrer Talente? Fehlanzeige. &bdquo;Nicht mal den Namen meines Klassenlehrers kennst Du.&#8221; Was nicht stimmt, wirklich! Irgendetwas ist da aus dem Ruder gelaufen.</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Her mit der Million!</title>
		<link>http://blogs.faz.net/balance-akt/2012/11/21/her-mit-der-million-101/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Nov 2012 09:35:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>b.weiguny</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>Nina will unser Haus verkaufen. Seit Wochen liegt sie uns mit dem Ansinnen schon in den Ohren. Weiß der Himmel, warum. Es ist ihr nicht zu entlocken. Nur der Verkaufspreis ist fix: Eine Million Euro will sie dafür haben. Wir &#8230; <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt/2012/11/21/her-mit-der-million-101/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Nina will unser Haus verkaufen. Seit Wochen liegt sie uns mit dem Ansinnen schon in den Ohren. Weiß der Himmel, warum. Es ist ihr nicht zu entlocken. Nur der Verkaufspreis ist fix: Eine Million Euro will sie dafür haben.</p>
<p>Wir haben aufgegeben, ihr zu erklären, dass wir das Haus gerne behalten möchten. &bdquo;Da habt ihr eben Pech&#8221;, kommt dann retour. Und wenn wir anmerken, der von ihr angesetzte Preis sei zu hoch (&bdquo;Das gibt der Markt nicht her.&#8221;), wird sie bockig: &bdquo;Alle wollen ein Haus hier, wir haben eins. Also krieg ich das Geld auch.&#8221; Schließlich ist sie in der vierten Klasse, beherrscht den Zahlenraum von Null bis eine Million &#8211; rauf und runter.</p>
<p>Seither finden wir merkwürdige Multiplikationen und Additionen auf ihrem Schreibtisch &#8211; unterm Strich endet die Neunjährige immer als Millionärin. Entweder, indem sie 4000 sehr schöne Bilder malt und verkauft, 40 Vorträge vor den Bochumer Stadtwerken hält, das erste fliegende Auto erfindet, 700 Jahre lang Haare schneidet oder unser Haus verkauft. Letzteres hat sie rot eingekringelt als bevorzugte Variante, um zu Geld zu kommen. Obwohl, sie scheut auch vor harter Arbeit nicht zurück. 500.000 Bücher würde sie lesen, seit sie&nbsp;im Kinderfernsehen&nbsp;erfahren hat, dass Schüler an manchen Schulen in Amerika zwei&nbsp;Dollar pro Buch erhalten, das sie lesen, als staatlich bezuschusste Motivationshilfe. </p>
<p>Auch von uns erhofft sie sich einiges: Schließlich zahlen manche Eltern ihren Kindern Geld, wenn sie Klavierüben &#8211; 50 Cent pro halbe Stunde. Andere erhalten diesen Betrag für jeden Tag, an dem sie auf Süßigkeiten verzichten, auf Fernsehen, iPad-Spiele oder Schimpfwörter. Ganz schön krank irgendwie. Und ich frage mich, was die kleinen Millionäre mit dem ganzen Geld machen. Nina will sich Schokolade kaufen, einen Pool und Torwart-Handschuhe. &#8220;Von Adidas, wie Manuel Neuer.&#8221; </p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Tierisches Fehlverhalten</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Nov 2012 06:24:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>b.weiguny</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>Die Tierwelt spielt verrückt. Ich habe gelesen, dass die Kraniche neuerdings in unwirtlichen Gegenden wie dem brandenburgischen Havelland überwintern, statt in den schönen warmen Süden zu fliegen. Die Deppen, möchte man meinen. Früher sind sie noch nach Afrika übergesetzt, da &#8230; <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt/2012/11/13/tierisches-fehlverhalten-100/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Tierwelt spielt verrückt. Ich habe gelesen, dass die Kraniche neuerdings in unwirtlichen Gegenden wie dem brandenburgischen Havelland überwintern, statt in den schönen warmen Süden zu fliegen. </p>
<p>Die Deppen, möchte man meinen. Früher sind sie noch nach Afrika übergesetzt, da galt das noch was. Dann blieben sie in Spanien, jetzt in Nordfrankreich oder gleich an der Spree. Die Erderwärmung ist schuld an der tierischen Fehlleistung, heißt es. Vielleicht lernen die Tiere aber auch einfach dazu und setzen ihre Kräfte effektiv ein. Immerhin ersparen sie sich die Strapazen des Langstreckenflugs.</p>
<p>Oder aber der Süden wird den Tieren zu riskant. Die sehen doch von oben, dass die Wanderbewegung unten entgegengesetzt verläuft:&nbsp;Von Afrika nach Andalusien. Und von dort, dem ehemals gepriesenen Garten Europas, jetzt leider einer Region mit herabgestufter Bonität, strömen die Menschen über die Alpen nach Deutschland. Sogar jetzt im&nbsp;tristen Herbst. Da könnte es doch sein, dass sich Arabellion und Eurokrise auf die Reiserouten der Tiere auswirken. Man weiß ja, dass Vier- und Zweibeiner sich den Herrchen angleichen. Die gucken irgendwann wie ein Mensch, imitieren Gang, Stimme und Gehabe. </p>
<p>Totilas ist das beste Beispiel. Der Wunderhengst aus dem Taunus hat sich einen eigenen Pressesprecher zugelegt, einen, der auch ohne Weisung handelt, wenn es drauf an kommt. Er beschäftigt zudem einen Leibarzt, eine Physiotherapeutin, eine Chiropraktikerin und einen Tross an Beratern und Agenten sowie Matthias, den Chef-Trainer. Wie&nbsp;er es bei den echten Stars sieht,&nbsp;bei Heidi Klum oder Beckenbauer. Ich finde das in Ordnung. Jedes Tier sollte wie Totilas eine Schmuckkollektion haben, eine Samenbank und eine Facebook-Seite, um uns über das Pfeiffersche Drüsenfieber von Reiter Matthias auf dem Laufenden zu halten. Das alles fehlt mir bei den Kranichen.&nbsp; </p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Laubblasen mit Steinbrück</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Oct 2012 15:49:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>b.weiguny</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>Ganz ehrlich: Wir spielen mit den Kindern weniger, als Pädagogen empfehlen. Ich bewundere alle, die von der Arbeit heimkommen, energiegeladen und gut gelaunt, und ihre Kleinen zu einer lustigen Runde Monopoly oder Activity überreden. Ich denke nur: &#8220;Oh nein, das &#8230; <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt/2012/10/29/laubblasen-mit-steinbrueck-99/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ganz ehrlich: Wir spielen mit den Kindern weniger, als Pädagogen empfehlen. Ich bewundere alle, die von der Arbeit heimkommen, energiegeladen und gut gelaunt, und ihre Kleinen zu einer lustigen Runde Monopoly oder Activity überreden. Ich denke nur: &#8220;Oh nein, das dauert Stunden&#8230;&#8221; Also schlage ich Quartett vor. Mittlerweile sind wir echte Freaks; ob Autos, Technik, Päpste, Seuchen, Tyrannen oder Ungeziefer (nur die Top-Model-Edition kommt mir nicht ins Haus). Und ich triumphiere jedes Mal, wenn mein Erftländer, ein Kaltblut-Schimmel und Loser auf ganzer Front (alt, klein, viel zu schwer und null Abzeichen) Ninas siebenfach ausgezeichneten Fuchs &#8220;Peking&#8221; aussticht. Beim &#8220;Röhrbeinumfang&#8221; nämlich ist mein Klepper mit 32,3 Zentimetern unschlagbar.</p>
<p>So hat halt jeder seine Stärken und Schwächen. Selbst die Rolling Stones kann man leicht aushebeln: Sie sind zwar unschlagbar produktiv (64 Alben) und erfolgreich (180 Millionen verkaufte Exemplare), kommen aber nur auf mickrige sieben Auszeichnungen &#8211; Oasis auf 61, die Spice Girls auf 142. Da fragt man sich: Was ist da schiefgelaufen? Und überhaupt: Warum schlägt Tatort-Kommissar Borowski die Kollegin Lindholm in Beliebtheit, obwohl sie die höheren Einschaltquoten hat? Wieso ist der Mercedes Brabus GLK V12, der Sprinter unter den SUV mit 750 PS, 4,2 Sekunden Beschleunigung, Riesenhubraum und irrem Preis (397&lt;TH&gt;000 Euro), so arg hässlich? </p>
<p>Derzeit haben wir zwei Favoriten-Quartette: Politiker und Laubbläser. Wobei man mit Peer Steinbrück aufpassen muss: Der ist zwar top in Beliebtheit und Nebeneinkünften, schwächelt aber bei Wahlsiegen und Comebacks (da sticht ihn Brüderle aus). Am Laubbläser-Quartett sind nur zwei Kleinigkeiten zu bemängeln: Zum einen besitzt unser Nachbar den Turbo unter den Foltergeräten, den Solo 467, mit einer Blasstärke von 1400 m3/h, zum anderen fehlt mein Liebling: der Besen.</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Mundraub auf dem Schulhof</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Oct 2012 07:45:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>b.weiguny</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>Selten waren Kantinen-Gutscheine so wertlos wie heute. Ein Nachbar wollte uns&#160;kürzlich ganz plump ein dickes Bündel davon andrehen im Tausch gegen Himbeeren und Tomaten aus unserem Garten. &#8222;Ich komm ja gerade nicht so oft ins Büro, bin am Downshiften.&#8221; Aber &#8230; <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt/2012/10/08/mundraub-auf-dem-schulhof-98/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Selten waren Kantinen-Gutscheine so wertlos wie heute. Ein Nachbar wollte uns&nbsp;kürzlich ganz plump ein dickes Bündel davon andrehen im Tausch gegen Himbeeren und Tomaten aus unserem Garten. &bdquo;Ich komm ja gerade nicht so oft ins Büro, bin am Downshiften.&#8221; Aber das haben wir dankend abgelehnt. Wir sind ja nicht lebensmüde! </p>
<p>Seit 11000 Kantinen-Besucher an einem bösen Noro-Erreger im Erdbeer-Griesbrei&nbsp;erkrankt sind, wird das soziale Klima deutlich rauer. Nicht nur bei uns in der Straße. Unsere Kinder berichten von ersten Entgleisungen an den Schulen. Viele besorgte Eltern verbieten ihren Kindern nun, in der Schulmensa zu essen, allerdings denken nur die fürsorglichen unter ihnen auch daran, ausreichend Frischkost in den Ranzen der Zöglinge zu packen. Die Folge: Hungrige Schüler vergreifen sich zunehmend an den Brotdosen ihrer Klassenkameraden. Die Tricks reichen von fadenscheinigen Ausreden (&bdquo;Hab&lsquo; meine Dose vergessen&#8221;) bis hin zu Drohungen (&bdquo;Gib mir deine Vollkorn-Schnitte, sonst&#8230;&#8221;). Erpressung und dreister Mundraub sind die häufigsten Straftaten während der kleinen Pause. </p>
<p>Verbraucherschützer schlagen Alarm und fordern die Schüler auf, ihre Brotboxen abzuschließen und an den Ranzen zu ketten, rangieren diese doch in der Abzocke-Hitliste auf Platz vier &#8211; direkt hinter Geld, Handys und Rewe-Sammelkarten. Entsetzte Eltern (&bdquo;In fremde Taschen greifen, Brote rausnehmen und essen geht gar nicht!&#8221;) ziehen bereits Konsequenzen und schulen ihre Kinder auf Privatschulen um, in der Hoffnung dort vor den Schnorrern sicher zu sein. Andere fordern den Rückbau der Ganztagsschulen. Auch in unserem Freundeskreis heißt es plötzlich wieder: Glücklich die Kinder, die zu Hause essen dürfen! Bei Muttern, wie früher. Das war&#8217;s dann mit der Gleichberechtigung! Und alles wegen ein paar fauler Erdbeeren aus China.</p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/balance-akt/author/b-weiguny/">b.weiguny</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/balance-akt">Balance-Akt</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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