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Wir fahren durch die Hauptstadt

Grunewald

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Als ich neulich über den Kronprinzessinnenweg geradelt bin, fiel mir auf, dass hier ja auch der Bahnhof Grunewald liegt. Da hab ich einfach mal angehalten, um nachzusehen, was es dort so gibt. Man kann allerdings auch mit der S7 hierher fahren.

Grunewald_Front

Nach den Strapazen des Radelns war ich dermaßen erfreut über den Biergarten, der auf der Rückseite (von wo ich kam) gleich am Eingang liegt, dass ich die Unterführung , die unter den Gleisen entlang zum Haupteingang mit Bahnhofsgebäude führt, leicht angetütert betreten habe.

Grunewald_Rück_02

In der Unterführung dann ein Seltsames Schild mit der Aufschrift „Gleis 17“, was ich irgendwie albern fand, weil ich mir sehr sicher war (und eigentlich auch immer noch bin), dass es am Bahnhof Grunewald gar nicht so viele Gleise für die olle S-Bahn gibt. Ich habe also eine Geschichte gewittert, die es mir gestattet, zu tun, was ich am liebsten tu: Mich über irgendwas lustig machen.

Grunewald_Gleis17_Tunnel

Stellt sich raus: Gleis 17 ist so ziemlich das Gegenteil von „was zum Lachen“. Es ist nämlich der Name einer Stätte „zum Gedenken an die mehr als 50.000 Juden Berlins, die zwischen Oktober 1941 und Februar 1945 vorwiegend vom Güterbahnhof Grunewald aus durch den nationalsozialistischen Staat in seine Vernichtungslager deportiert und ermordet wurden“, so eine Tafel.  Langsam wachsen die Schienen zu. Auf dass von diesen Gleisen nie wieder ein Zug abfahren möge. „Zur Mahnung an uns, jeder Mißachtung des Lebens und der Würde des Menschen mutig und ohne Zögern entgegenzutreten“.

 

Ich habe nicht das Gefühl, dass diese Mahnung bei allen Bundesbürgern wirklich angekommen ist. Dieser Tage schon gar nicht.

 

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5 Lesermeinungen

  1. Königsweg
    Königsweg? da dachte ich zuerst an den langen langen Weg durch den Grunewald, vom S-Bhf Zehlendorf immer runter, durch den Grunewald, der hier „Berliner Forst Düppel“ heißt; wenn ich richtig erinnere, war dieser Königsweg auch südliche Grenze zur DDR. Immer weiter geht’s, Richtung Kohlhasenbrück, unterwegs über die Autobahn mit Blick auf Dreilinden, dann schon fast am S-Bhf. Griebnitzssee. Ein schöner, ruhiger Weg, fast nur durch den Wald.
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    Doch dann war’s „nur“ der langweilige Radrennweg neben der lauten Avus, der erst Eichkampstr. heißt, und unten dann Kronprinzessinnenweg.

  2. Feine Gegend
    Ich habe mal in den 90ern in der schönen Villa direkt
    am S-Bahn Grunewald gearbeitet.
    Mittags sah ich manchmal im Supermarkt den Herrn Landowsky,
    jenen Bankenskandalmeister, der mit dem Kärcher den Sozialpalast
    an der Potsdamerstraße säubern lassen wollte.
    Jetzt hat er selber Dreck am Stecken. Da hilft kein Kärcher.
    Jeder weiß, dass der Prozess so lange verschleppt wurde,
    bis er very tricky davon kam.
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    Das Gleis 17 erlebte ich eigentlich immer als gut besucht.
    Besonders am 9.November – da wird an die Pogromnacht erinnert.
    An diesem Tag den Mauerfall so stark zu bejubeln finde ich unangemessen.

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