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Berlin ABC

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Wir fahren durch die Hauptstadt

Zug fällt aus – schon wieder

| 8 Lesermeinungen

Am dritten Tag in Folge sehe ich nun beim S-Bahn-Fahren diese Anzeige:

  
Am Dienstag sah ich diese Anzeige zwei Mal, obwohl ich nicht so sehr viel S-Bahn gefahren bin. Gestern sah ich sie und heute morgen schon wieder. An drei Tagen habe ich jetzt fünf Fahrten zu erledigen gehabt und wenn wir diese Fahrten als eine Art Stichprobe ansehen, was sie zwar nicht beabsichtigt sind, aber man könnte es so auslegen, dann ist an vier von diesen fünf Fahrten ein Zug ausgefallen. Ein bemerkenswerter Schnitt.

Wir haben derzeit in Berlin tagsüber gerne über 30 Grad. Zwar sind viele Berliner im Urlaub, was zumindest die Situation auf den Straßen etwas zu entspannen scheint, wie mir berichtet wird. Aber wir haben momentan auch viele Touristen von anderswo in der Stadt. Die Bahnen sind nicht wirklich leerer. Wenn mal eben so ein Zug ausfällt, dann stehen im nächsten Zug die Menschen bei über 30 Grad mit der Nase in anderer Menschen Achseln und die Wagen verwandeln sich in Saunen. 

Warum ist das eigentlich so? Na immer noch, weil die S-Bahn – vom tagesspiegel liebevoll als „Schrott-Bahn“ bezeichnet – vom Senat nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die sie bräuchte. Da wurde verschlafen, rechtzeitig auszuschreiben, da gibt es keine Reserve – kaputte Züge fallen eben einfach aus. Und dann kommen unvorhergesehene Mängel dazu, etwa bei den Drehgestellen, die man sofort sanieren muss. Weil man aber keine Reserven hat… ja – fallen dann eben Züge aus. Im Moment ziemlich häufig. 

  
Immerhin: als gerade schon wieder ein Zug ausfiel, gab es dazu eine kurze Durchsage am Bahnhof. „Wir bitten um Entschuldigung“, endete diese. Und wer schon vorher wissen will, was alles ausfällt, der kann dem offiziellen Twitter-Account der S-Bahn Berlin folgen. Die scheinen immerhin ihre Informationen offenzulegen. Das Profil ist allerdings mit den vielen Ausfallwarnungen auch eine weitere Bestätigung, dass die Lage derzeit etwas – äh – angespannt ist.

Wann genau die Situation in der Hauptstadt besser sein wird, bleibt abzuwarten. Ein Stichprobenschnitt von 4/5 ist jedenfalls ziemlich peinlich für den Senat und eine Zumutung für jene, die auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind. Eine Entschädigung gibt es natürlich nicht.

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8 Lesermeinungen

  1. Wenn das die Zumuntungen...
    deines Lebens sind, wäre es mal Zeit, einen Beitrag der Dankbarkeit für dein schönes Leben zu schreiben.

    Dann stehst du eben mal 10 Minuten länger in der Sonne am Bahnsteig.

  2. Schön wäre es jedoch, aus Berlin mal zu hören, daß
    überhaupt „irgendetwas“ funktioniert.

    • Genau...leider
      Nun ist es aber so, dass genau dieser Wunsch leider in Berlin nicht in Erfüllung gehen wird, weil:
      1. Es zu viele in Berlin gibt, wie sie Mitforist „icke“ (sic?) repräsentiert, nämlich: Meckern, wenn andere über Missstände reden.
      2. Daraus folgt: Zu viele Berliner lehnen es ab, Misstände, die jeder normale Mensch hier sofort sieht (hier irgendwas mit Dreck, mangelhaft erzogenen Menschen oder öffentliche Dienstleistungen einsetzen) auch nur zu benennen, geschweige denn mal was zu tun. Stattdessen sollen wir, wie uns der werte Herr icke empfiehlt, mit dem Zweite-Welt-Status zufrieden sein.

      In Berlin gibt es zu wenig Ehrgeiz. Wäre das anders, gäbe es NUR Positives zu berichten.

  3. Titel eingeben
    Es ist wahrscheinlich, dass die Personen, die für sowas zuständig sind, im Dienstwagen hinten sitzend von einer Sitzung zur anderen gefahren werden …
    .
    Woher sollten die also wissen…

  4. Titel eingeben
    Der icke ist bestimmt nur aufgrund der Hitze so garstig.
    Ich kann mir übrigens in der Reihe „Hauptstadtfehlleistungen“ auch einen super Beitrag zur aktuellen Situation der Bürgerämter oder überhaupt der allgemeinen Verwaltung vorstellen.

    • da war grad wieder irgendwo ne Schlagzeile zum Thema „Termine bekommen“. wenn man bereit ist, Geld zu zahlen, lässt sich wohl was machen

  5. Jetzt aber!
    Ich denke, da kann man noch länger auf die nächste Bahn warten. Vielleicht weil die Strecke bis Ende August wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Bei meinem letzten Berlin-Besuch Anfang Juli wurden nette junge Damen durch die Waggons der S41 geschickt, die entsprechende Info-Blättchen an die Fahrgäste verteilten. Fand ich vorbildlich.

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