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Wir fahren durch die Hauptstadt

Lecker essen am Oranienburger Tor

| 5 Lesermeinungen

Die Kollegin hatte zwar schonmal vom Oranienburger Tor berichtet, aber ich war halt gerade zufällig dort und habe was Feines gefunden, was sehr gut dazu geeignet ist, die heimliche Foodbloggisierung von BerlinABC voranzutreiben.

risotto_innen

Auf der Friedrichstraße, gleich an der U-Bahn Oraniemnburger Tor gibt es nämlich ein kleines Restaurant mit äußerst überschaubarem Angebot. Nicht ganz so albern beschränkt, wie der Laden, der damals in der Charlottenstraße, während der New Economy, ausschließlich Entrecote angeboten hatte, aber relativ dicht dran. Es gibt nämlich Reis. Sonst nix. Genaugenommen gibt es Risotto, was nicht nur der naheliegende Name der Gaststätte, sondern auch eine prima Essens-Basis ist, die sich mit allerhand Zutaten dergestalt aufhübschen lässt, dass man jeden Tag etwas anderes zu essen bekommt – obwohl es jeden Tag Reis gibt. Verrückt!

risotto_rotebete

Dabei ist Aufhübscherei eigentlich gar nicht unbedingt nötig. Wenn man nämlich ordentliche Zutaten benutzt, also beispielsweise keinen Billigkäse, schmeckt ein Risotto auch ohne die Zugabe von roter Bete und Meerettich. Allerdings wird es dann ein wenig einseitig. Ich habe das schonmal probiert und war am dritten Tag leicht genervt, 0bwohl ich die Mumpe schon in Pfanne gehauen und angeknuspert hatte.

risotto_karte

Das Risotto hat eine wechselnde Wochenkarte, damit es nicht zu langweilig wird (am Ende ist es halt doch immer Reis), und hält sich schon seit einigen Jahren an dieser Stelle. Das erscheint mir recht ungewöhnlich, denn jedesmal, wenn ich zufälligerweise dort vorbeikomme, habe ich das Gefühl, dass sich alle Läden einmal ausgetauscht haben. Gelegentlich bin ich sogar absichtlich in der Gegend, denn es gibt dort auch eine nette Kneipe und ich kann, ohne Umsteigen zu müssen, zwischen Zuhause und der Kneipe pendeln. Aber um die geht ja gar nicht, sondern um Rundkornreis, der unter ständigem Rühren und kellenweise zugeführter Brühe langsam eine cremige Konsistenz bekommt. Die Konsistenz ist auch der Hauptgrund, warum ich Risotto lieber selbst mache, denn auswärts ist es mir immer noch ein wenig zu körnig. Als geschmackverändernde Zutat empfehle ich übrigens Brat- oder Blutwurst.

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5 Lesermeinungen

  1. Titel eingeben
    Sehr geehrter Herr Klein,
    hallo Holgi,

    danke für einen Essen-Tip in der City abseits des ganzen Touristennepps.

    Eine Frage sei erlaubt zum Risotto mit Blutwurst: Mit eingerührter ‚Berliner‘ Blutwurst oder mit gebratenen Flönz-Scheiben?

    Danke und Gruß

  2. Food Blog
    Den Food Teil dieses Blogs schätze ich sehr, wenn auch etwas bratwurstlastig 🙂

    Beim Risotto wechsele ich zwischen Arborio und Vialone nano.
    Und frischer Trüffel großzügig drüber gerieben schlägt auch weniger auf die Hüften als Salsiccia.
    A propos Hüften. Dem Risotto Reis wurde mir Riso Amaro auch ein großes filmisches Denkmal gesetzt!

    • Oho! Gleich mal sehen, ob ich den irgendwo finde. Danke für den Tipp!

      Was ich mit Trüffeln mache, ist einen guten Teil davon über Nacht in den trockenen Reis zu legen. Der Reis laugt den Trüffel aus und nimmt dabei dessen Geschmack an. Da reicht ein haselnussgroßes Stück locker für 500 Gramm Reis. Aber Vorsicht: Der rohe Reis verliert den Geschmack auch recht schnell wieder (nach ein paar Tagen).

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