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Wir fahren durch die Hauptstadt

Vorsicht: Handyklau

| 17 Lesermeinungen

Meine Arbeitskollegin L. kam neulich völlig aufgelöst im Büro an: Man hatte ihr das Handy geklaut, auf dem Weg zur Arbeit! Wie geschätzt 70 Prozent aller Insassen einer morgendlichen berliner S-Bahn, hatte sie nur dagesessen, das Smartphone in der Hand und gechattet, gedaddelt, ein E-Paper gelesen oder Tinder durchgeswiped.

  
L. passierte dann etwas, was ich selbst nur ein paar Wochen vorher live miterlebte, bei mir sah es so aus: Zwei mittelalte Mitfahrer, die eine Weile im Gang herumgestanden hatten, die mir noch bevor irgendwas geschah etwas komisch vorgekommen waren, liefen bei der nächsten Haltestelle zügig zu einer Tür, vorbei an einer Frau, und begannen plötzlich wie irre zu rennen. Die Frau schrie und rannte hinterher – die beiden hatten im Vorbeigehen ihr Smartphone geklaut! 

So geschah es L.: neben ihr saß einer, der ihr auch irgendwie komisch vorkam, aber sie konnte nicht sagen, wieso. An der nächsten Haltestelle stand er kurz vor dem Halt der Bahn auf, stellte sich in den Gang und als die Türen aufgingen schnappte er ihr Smartphone und rannte wie ein Irrer! Sie schrie und rannte hinterher, hatte aber keine Chance, ihn zu erwischen.

Sie ging zur Polizei und erfuhr, dass diese Masche derzeit zumindest in Berlin ziemlich häufig vorkäme. Die Chancen, den Täter zu schnappen erwartungsgemäß gering seien und sie besser aufpassen solle.

Und wissen Sie was: Seitdem lese ich wieder mehr Bücher! Na gut – dieser Text hier wurde auf dem Smartphone auf der Fahrt zur Arbeit geschrieben. ABER: an jeder Haltestelle legen sich meine Finger besonders fest und sicher um mein liebes Gerät – wenn ich nicht sogar beide Hände benutze! 

Also: passen Sie gut auf! 

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17 Lesermeinungen

  1. ...komisch vorgekommen...
    Schade, daß Sie zwecks Erhöhung der Sensibilität anderer FahrgästInnen nicht beschreiben können, was Ihnen bzw. Ihrer Kollegin da an den schrägen Vögeln so komisch vorgekommen ist. Es werden doch nicht Sepplhosen, Haferlschuhe, Trachtenjanker und Pinselhütchen gewesen sein?! Wenn doch: Äx, bäx, bäh, pfui Deibel – Bayern!

    • bei mir: die haben sich komisch verhalten, wirkten irgendwie nervös… es waren keine Äußerlichkeiten, einfach Körpersprache – oder ist das auch körperlich.

  2. .
    @Franciscos Schwester: des hoast Gamsbart, Und neda ‚Pinselhütchen‘
    Saupreiss, greislicha.

    @Kadda: Buch lesen ist absolut eine gute Idee.

  3. Wir reden hier über Diebstahl
    (1) Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    (2) Der Versuch ist strafbar.

    „Handyklau“ verharmlost wieder so.

    Bei gewerbsmäßigem Diebstahl —> schwerer Diebstahl

  4. Andere Variante
    In Köln sehr beliebt – nachts in der Ubahn Schlafenden die Hose, in der das Handy steckt mit der Rasierklinge aufzuschneiden.
    Die Tätergruppen darf man mittlerweile auch in Köln seit Silvester etwas genauer spezifizieren. Denke mal, dass Don Franciscos mit seinem Posting in die Richtung zielte 🙂

    • aha. soso

    • nun: mir ist es erstmal wurscht, welcher Herkunft die Täter sind. aber wenn Sie das alle so wichtig finden: in meinem Fall spräche ich am ehesten von „westeuropäisch aussehenden Jungs“, ja – Jungs! Anfang Zwanzig, älter nicht. und ziemlich schnell.

  5. Der Moment der Situation
    Es ist die Körpersprache – man merkt so etwas instinktiv und unterbewusst, dass etwas nicht in Ordnung ist. Die Natur hat uns mit feinfühligen Sensoren – den Augen ausgestattet. Frauen, die evolutionär schon immer die Schwächeren waren haben diesen siebten Sinn besonders verinnerlicht. Und nur weil man (im Moment) vielleicht nicht die richtigen Worte zur Beschreibung einer untypischen Situation finden kann heißt das nicht, dass die Situation nicht existiert (Vprsicht vor linken Ideologen!). Man sieht wie sich ein Ganove umschaut, wie er sich angespannt am Türgriff festhält um in Sekundenschnelle losschlagen zu können.

    Und noch etwas: Wir sollten, nein, wie müssen das Äussere der Täter beim Namen nennen – Erinnerungem an ähnliche Fälle mit ähnlichen Ganoven werden durch den Cortex verknüpft und die Situation noch besser eigeschätzt.

    • Die Intuition
      nennt man inzwischen Vorurteil.
      Mich hat 1979 ein Händler in einem Kameraladen in Hong Kong über den Tisch gezogen weil ich mir meine Intuition abschwatzen ließ.
      Eine Kameratasche die ich in anderer Farbe haben wollte gab es in einem anderen Laden und ein Mitabeiter wurde losgeschickt sie dort zu holen. Während der Wartezeit wurde ich aufgefordert schon zu bezahlen und zögerte. Darauf der Händler : „You do´nt trust me“?
      Ich hätte meiner Intuition folgen sollen. Die braune Kameratasche die ich anstelle der schwarzen Tasche bekam hatte ein häßliches quitschgrünes Innenfutter, mein Geld war weg und der Polizist der draußen vor der Tür vorbeikam und den ich naiv fragte sagte nur „That´s business“.
      Eine brauchbare Erfahrung war es allemal.
      Folgen wir unserer Intuition und es geht uns garantiert besser.

      A.F.

  6. Kottbusser Tor
    Einer Freundin wurde das Smartphone am 31.12. mittags in den Gängen im U-Bahnhof Kottbusser Tor aus der Hand geschlagen. Die jugendlichen Täter kamen rennend von hinten an. Als das Smartphone auf den Boden fiel, wurde es vom ersten Täter weiter zum zweiten Täter „gekickt“. Der hob es auf und sie sind dann schnell weggerannt. Man muss nicht nur in der S- und U-Bahn, sondern auch IN DEN BAHNHÖFEN -vor allem in Kreuzberg- vorsichtig sein!

  7. Titel eingeben
    Mir wurde es in einer Rauch Pause vor einer Bar aus der Hand gerissen. Ich habe die Täter nur von hinten gesehen, dass interessierte die Polizei offenbar gar nicht. Sie gestalteten Ihre Fragen nach den Tätern so dass ich hätte wissen müssen woher die beiden kamen. Als ich wiederholend darauf hinwies dass ich sie nur von hinten gesehen habe, hat das keinen von beiden abgehalten mir Nationalitäten unter die Nase zu reiben. Ganz ehrlich ich hab von hinten 2 Jungs gesehen in der Nacht, die haben nicht geredet gar nix, wie soll man denn da eine Nationalität angeben können?!
    Ich war im Nachhinein mehr angenervt von der Polizei und ihrer unterschwellig rassistischer Fragerei, denn von dem Verlust des Telefons.

  8. Danke für die Tipps
    – und hier ist der meine: Ich versuche, mein Handy so zu halten, dass es weniger offene, im wörtlichen Sinne ANGRIFFSfläche bietet als das Handy der Frau auf dem Symbolbild: Handy in einer Hand, an jeder Kante mindestens ein Finger. Gewischt wird mit der freien Hand, idealerweise der Schlaghand. Wenn man nicht sehr große Hände hat, funktioniert das allerdings nur dann richtig, wenn auch das Handy nicht sehr groß ist.

  9. Chain wallet
    Wahrscheinlich wird bald so eine Handyhülle auf den Markt kommen mit Kette. So wie man das von den Rockern kennt, die ihre Geldbörse mit Öse, Kette und einem Karabinerhaken an der Gürtelschlaufe der Jeans befestigen. Chain-wallet, Chain-Smartphone. Oder das gibt es schon längst und ich bin von gestern.

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