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Biopolitikblog hat Zukunft. Zukunft braucht Veränderung.

30.10.2012, 23:44 Uhr

Von

 

Mit Zahlen hat das Biopolitikblog vor fast vier Jahren begonnen, mit Zahlen soll es jetzt seine Zeit auf faz.net beenden: Damals, am 1. Dezember 2008 ging es um die Frage, ob die Zahl der Kinder, die mit Trisomie 21, auch Down-Syndrom genannt, geboren werden steigt oder nicht. Damals war vom PränaTest, der das Blog dann im August 2011 beschäftigt hat, nicht die Rede. Der erste kurze Blog-Eintrag hatte seitdem 2609 Leserinnen und Leser. Die höchste Klickzahl (30237) hat ein Beitrag über „Siamesische Zwillinge“ im Januar 2009 erreicht, am erbittertsten debattiert wurde in dem erfreulicherweise recht diskussionsfreudigen Blog über ein Blog von mir zu Beate Lakottas Beitrag über „Das Kind als Zeitbombe“ im „Spiegel“: 75 Einträge verzeichnete das Blog zu diesem Text. Lakottas Artikel befasste sich mit einer Familie mit einem behinderten Kind, das sie so nicht haben wollte. Eher desinteressiert waren die Leserinnen und Leser (bzw. dann eben die Nicht-Leser) an Texten über politische Konstellationen und die Aktivitäten des Bundestages. Außergewöhnliche Geschichten, wie die Blogs über die Erfahrungen von Intersexuellen oder von Menschen, die ihren gesunden Körper als fremd erleben und deswegen Gliedmaßen amputiert haben wollen, stießen dagegen meistens auf großes Interesse. Am regelmäßigsten haben viele, die das Blog besuchten, die Texte zu Sterbehilfe und Sterbebegleitung gelesen, gerade auch die bisweilen recht juristisch geratenen Einträge. Irritiert hat mich immer, dass Beiträge zu „Pflege“ weder viele Menschen erreicht haben, noch viel Diskussionen hervorriefen.

Das Bloggen auf faz.net hat Spaß gemacht, ich denke auch, dass die biopolitischen Diskussionen weiterhin kritische Begleitung verdienen. Deswegen werde ich das Blog weiterführen (wie auch immer: das hängt natürlich auch vom Interesse ab) – und freue mich natürlich, wenn viele Leserinnen und Leser dieses Blogs auch auf biopolitikblog.de vorbeischauen. Bis das Blog dort läuft wird es noch ein paar Tage dauern, aber Mitte November sollte es soweit sein.

Bis dahin: Tschüß!

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Veröffentlicht unter: Biopolitik, Sterbehilfe, Pflege, bloggenn, biopolitikblog

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Oliver Tolmein, 1961 in Köln geboren, wollte Berufsoffizier werden, hat es dann zum Regieassistenten gebracht, konnte seinen Lebensunterhalt als Journalist verdienen und wollte schließlich doch noch Jura studieren. Seit 1980 sympathisiert er mit der Behindertenbewegung. In der Debatte um Gentechnik, Sterbehilfe und Menschenversuche ist er seit über zwanzig Jahren engagiert und hat zu bioethischen Themen mehrere Bücher verfasst und Filme gedreht. Jetzt arbeitet er überwiegend als Rechtsanwalt in der von ihm in Hamburg mitbegründeten Kanzlei Menschen und Rechte und ist auf Medizin- und Behindertenrecht spezialisiert. Er ist Vater von Zwillings-Jungs und einer kleinen Tochter. Für das Feuilleton der FAZ schreibt er seit 2001.