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Diskutiert werden das Leben der Studierenden, aktuelle Fragen der Hochschulpolitik sowie die Zweiheit von Forschung und Lehre.

Dollase vs. Mensa (15)

| 38 Lesermeinungen

In der Mensa der Uni Gießen wird gleich mehrfach gegen eine Grundregel der guten Küche verstoßen. Wo kommen wir eigentlich hin, wenn jeder natürliche Geschmack durch Schärfe überdeckt wird?

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Video: Dollase testet die Mensa der Universität Gießen

Alle Mensatests finden Sie hier.

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Was hat der Plan von Bundesernährungsminister Christian Schmidt, gegen die Bezeichnung von vegetarisch/veganen „Pseudo-Fleischgerichten“ vorzugehen, liebe Leser, mit dem überwürzten Essen der Mensa Gießen zu tun? Mehr, als man meinen könnte, und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Zuerst einmal verwundert natürlich die Widersinnigkeit in solchen vegetarisch/veganen Produkten (siehe dazu auch meine F.A.Z.-Geschmackssache vom 13.11.2015 mit dem Titel „Veggie-Burger? Dass wir nicht lachen!“). Man will kein Fleisch, aber den Geschmack von Fleisch und offenbart so eine geradezu bizarre Abhängigkeit von bestimmten Geschmacksbildern, ohne die man offensichtlich nicht auskommen kann und will. Essen ist eben die letzte legale Sucht, und wie weit dieses suchtartige, komplett unemanzipierte Verhältnis zur Ernährung bei jedem einzelnen schon fortgeschritten ist, kann man gar nicht überschätzen.

Zweitens signalisiert uns die Tatsache, dass man offensichtlich mit irgendwelchen Grundstoffen und einer Menge von Aromen etwas herstellen kann, das wie Fleisch schmeckt, ohne Fleisch zu sein, dass man in diesen Bereichen irgendwie alles mögliche machen kann. Müssen dann überhaupt noch natürliche Grundstoffe Verwendung finden, die einen typischen Eigengeschmack haben? Und was sagt uns das über die Produkte, die nach wie vor als Fleisch verkauft werden? Wie viel (teures) Fleisch wird in ihnen verwendet, wenn es doch offensichtlich auf das Ausgangsmaterial gar nicht ankommt?

Wie weit sind wir da eigentlich schon auf dem Kurs zu künstlicher Ernährung der anderen Art?

dollase_giessen_bild_essen© F.A.Z, Johannes KrenzerFrischkäse-Köfte mit Koriander-Minz-Dip und Spinatmandel-Reis heißt dieses Gericht der Uni-Mensa in Gießen. Es schmeckt nicht so harmlos, wie es klingt.

Irgendein Ausgangsmaterial mit viel Würze in ein populäres Gericht zu verwandeln, ist für die Beteiligten auf der Produktionsseite sehr praktisch. Man kann unbegrenzt mit minderwertigen Resten arbeiten, und die Grundstoffe brauchen auch gar nicht wirklich zusammenzupassen, weil man das mit der Würze ohnehin alles hinbekommt. In der guten Küche hingegen sorgen sorgfältige Garungen (z.B. wegen des berühmten Maillard-Effektes beim Anbraten), Zusammenstellungen und die Reduktion von Flüssigkeiten für eine Verstärkung der Aromen. Das dauert. In der industriellen und industriell gedachten Küche werden die Produkte nicht zu einem optimalen Aroma geführt, sondern zu Kaumaterial degradiert, dem man dann mit viel Würze und Schärfe den eigentlichen Geschmack gibt. Wer – wie in Gießen – mit einer hohen Schärfe arbeitet, sorgt dafür, dass er auf der Produktseite machen kann, was er will. Es wird sowieso niemand merken, weil man die Produkte nicht mehr wirklich schmecken kann.

Man kann sich nur wundern, dass das so viele Leute ohne weiteres mit sich machen lassen. Aber – dafür gibt es Gründe. Der Wald reagiert so, wie man in ihn hineingerufen hat. Das auffällig viele Leute nur einen solchen „gefälschten“ Geschmack gut finden und unbedingt gedopte Aromen brauchen (also ein aromatisches Bild, das man mit Hilfe  von Aromastoffen „kräftig“ gemacht hat), ist bereits eine Folge industrieller Geschmackspolitik. Deren Gegner sind weitgehend unverfälschte oder puristisch angelegte Zubereitungen, bei dem die Produkte mit ihrem Eigengeschmack weitgehend „bei sich“ bleiben dürfen. Die Natur schmeckt, wenn man so will, oft eher nicht so kräftig und erschließt sich erst dem, der nicht die „volle Dröhnung“ braucht, sondern differenzieren kann.

Im jüngeren Slang und mit einem leicht forcierten Schwung könnte man eine überwürzte Küche mit all den oben beschriebenen Manipulationen und Manipulationsmöglichkeiten auch eine „Opfer-Küche“ nennen. Es ist Zeit, sich davon zu befreien, aber nicht mit veganer „Opfer“-Wurst und nicht mit einem Essen, das sich am liebsten und weil es billiger ist in den Kunstwelten der Chemieküche bewegt.

In diesem Sinne wünsche ich ein prächtiges Jahr 2017

Ihr Jürgen Dollase

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38 Lesermeinungen

  1. De gustibus non est disputandum
    Dollase vs. Mensa (15)

    Mein Kommentar als Geschäftsführer eines Studierendenwerks, das vier Mensen bewirtschaftet: De gustibus non est disputandum oder „was dem einen sin Uhl ist dem andern sin Nachtigall“. Dies zum Thema überwürzte Gerichte. Herrn Dollase hat es nicht geschmeckt, vielen Studierenden in Gießen hingegen mundet Frischkäse-Köfte mit Koriander-Minz-Dip und Spinatmandel-Reis durchaus. Und für die Studierenden kochen wir.
    Was mir aber wirklich sauer aufgestoßen ist: Der FAZ-Blog firmiert als „Dollase vs. Mensa“, nach einigen durchaus diskutierenswerten allgemein-lebensmittelindustriekritischen Gedanken versteigt sich Herr Dollase zu dem Satz: „…Man kann unbegrenzt mit minderwertigen Resten arbeiten, und die Grundstoffe brauchen auch gar nicht wirklich zusammenzupassen…“ Ich frage mich, ob Herr Dollase hier absichtlich wohlfeiles Mensa-Bashing betreibt. Der unbefangene Leser, der die Überschrift liest und einige Zeilen überfliegt stellt da schon einen gedanklichen Zusammenhang zwischen „Mensa“ und „minderwertigen Resten“ her. Deshalb kann ich diese Aussage so nicht stehen lassen. In unseren Mensen wird frisch gekocht, nach Möglichkeit werden regionale Produkte zubereitet, und das von Fachkräften (=Köchen), die ihr Handwerk gelernt haben und auch durchaus mal an der Front stehen (=Ausgabe), ein offenes Ohr für Wünsche und Kritik der Gäste haben. Und diese nehmen kein Blatt vor den Mund, was auch für die vielen Mitarbeiter der Hochschulen gilt, die – zu einem merklich höheren Preis – ihren Mittagstisch in unseren Mensen einnehmen. Und zur Aufklärung, was Reste angeht: Da im Laufe des Mittags laufend nachproduziert wird gibt es de facto keine Reste. Produkte, die am betreffenden Tag gar nicht erst in die Zubereitung gekommen sind, weil man vielleicht die Nachfrage nach einem Gericht überschätzt hat, werden soweit machbar am nächsten Tag verarbeitet – so macht es jede gute Hausfrau, das ist ökonomisch und ökologisch sinnvoll. Diese „Reste“ sind deshalb nicht minderwertig und dafür, dass die Bestandteile eines Menüs zusammenpassen sorgen unsere Fachkräfte.
    Also bitte fair bleiben – für berechtigte Kritik sind wir ebenso offen wie für Anregungen. Zwar sehen sich unsere Mensen nicht unbedingt als die kulinarischen Erzieher, trotzdem ist es uns durchaus bewusst, dass hier die Elite der Nation versorgt wird, „die auch im kulinarischen Bereich einen gewissen Stand der Kunst mitbekommen sollte“. Wir sind dabei, gerne kann sich Herr Dollase hiervon überzeugen.

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      Lieber Herr Schülke,vielen Dank für die umfangreiche Rückmeldung. Eine ganze Reihe von Punkten habe ich allerdings schon in den verschiedenen Beiträgen beantwortet. Ich bitte also um Verständnis, wenn ich mich ein wenig kürzer fasse. – Die Vorwürfe im begleitenden Text richten sich – deutlich zu erkennen – nicht primär gegen die Mensa-Arbeit, sondern gegen industrielle Praktiken und Mechanismen. Daß Produktqualitäten und damit der Produktgeschmack kaum noch oder gar keine Rolle mehr spielen, wenn Überwürzung und Schärfe dominieren, ist wohl unbestreitbar. Und – eine seriöse Resteverwertung gehört zweifellos zu den großen Themen der Zukunft. Ich halte es in diesem Zusammenhang aber für im Moment eher unwahrscheinlich, daß ich bei einem Mensa-Gericht zum Beispiel auf die exquisit und klar schmeckenden Wurzeln von Lauch treffe (vielleicht als Tempura) oder das Karottengrün (ebenfalls ein seriöses Produkt) antreffe…

      Das man über Geschmack nicht streiten kann oder sollte ist allerdings ein Satz, der in die Vergangenheit gehört. Das Bestehen auf kulinarischem Verhalten (im weitesten Sinne) als eine reine, quasi folgenlose Privatsache hat uns den Zustand beschert, den wir heute haben – inklusive aller Probleme mit der Massentierhaltung, vieler ökologischer Probleme und nicht zuletzt auch gesellschaftlicher (Gesundheit). Wenn man dazu sieht, wo dieses Verhalten herkommt und wie es entsteht, sieht es mit dem angeblich so freien Willen der Kunden nicht mehr besonders rosig aus. Nein, ich sehe Kritik an Überwürzung nicht als „geschmäcklerisch“ an. Im übrigen wundert es mich, daß Sie als Profi so denken. Wozu gibt es dann eine kulinarische Ausbildung und darin Qualitätsstandards von guten und nicht so guten Dingen?

      Wie Sie wissen, haben wir konstruktiver Arbeit immer als Teil dieser Serie gesehen und werden diesen Aspekt peu a peu auch noch verstärken. Wenn Sie die kritisierten Details einmal als Profi betrachten, werden Sie feststellen, daß die meisten von ihnen kostenneutral zu verbessern wären. Im Falle der Gerichte von Gießen (…der Transport ändert übrigens nichts an diesem Faktum…) würde eine vorsichtige, kulinarischer gedachte Würze keinen Cent kosten…

  2. Momentaufnahme
    Es ist hier ja schon viel geschrieben worden.
    Eins wollte ich mal loswerden, bei Kontrollen vom Gesundheitsamt oder ähnliches, wenn die was in der Produktion finden, heißt es vom Personal her auch immer, „normalerweise“ ist das nicht so. Aber in diesen Augenblick hat der Kontrolleur was gefunden !!!!!
    So ist es mit den Testessen von Hr. Dollase auch, es sind Momentaufnahmen und diese gilt zu bewerten. Ich finde dies macht er sehr fair. Wenn was nicht passt wird das gesagt, mit seinen Worten. Hart aber herzlich
    Er hat aber noch niemals in dieser Reihe etwas erwähnt, dass was wegen der Qualität von der Lieferung nicht in Ordnung wäre!!!

  3. Bezug und Methodik
    Liebe FAZ,
    wenn man sich das Video nicht anschaut, weil man bspw. in einem überfüllten Hörsaal sitzt, kann man aus dem Text kaum einen Bezug zum Essen der Gießener Mensa erkennen. Es handelt sich vom geschriebenen Wort viel mehr um eine allgemeine Kritik.
    Das Essen und die Kochweise jetzt anhand dieser geringen Stichprobe so ins schlechte Licht zu rücken, halte ich einfach für nicht fair. Es wurde eine Portion von insgesamt zwei Gerichten getestet. Dass vielleicht genau diese Charge einmal verwürzt war oder es sich einfach um ein verunglücktes Gericht gehandelt haben könnte, wird überhaupt nicht in Betracht gezogen. Stattdessen wird direkt Methode unterstellt, dass generell Geschmack mit Schärfe übertüncht würde.

    • Lieber „Gießener Student“, sicher kann man die Kritik auch falsch verstehen. Sie ist aber einfach, was sie ist, eine Analyse aufgrund einer Stichprobe. Mir ist nicht ganz klar, warum Ihnen als Student nicht daran liegt, dass Ihre Mensa aus dieser Bestandsaufnahme positive Schlüsse für ihre Gäste zieht.

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      Lieber Gießener Student, ich verstehe Ihre Einwände, es sind diejenigen, die ganz allgemein auf Gastronomiekritik oder ähnliche Kritiksysteme angewendet werden. Ja, es ist eine Stichprobe und wird immer eine Stichprobe bleiben. Es ist mir zum Beispiel vorgekommen, daß ich in einem Sternerestaurant war und sich nach dem Essen herausstellte, daß der Koch wegen Blinddarm im Krankenhaus lag. Sollte man dann die Kritik nicht schreiben? Sollte man sie – ähnlich gedacht – nicht schreiben, weil es sich ja auch um ein zufällig verunglücktes Gericht handelt? Soll der Kritiker warten, bis die Küche in Hochform ist? Die Zufälligkeit der Stichprobe ist aber gleichzeitig auch die reale Situation des Gastes, der an jedem Tag und unabhängig von allen möglichen Widrigkeiten in meinen Augen ein Recht darauf hat, gut bedient zu werden.
      Ich unterstelle nichts, sondern halte fest, was mir begegnet ist. Mit diesen beiden Proben scheint es mir aber unwahrscheinlich, daß es sich um Zufälligkeiten handelt. So, wie die beiden Gerichte aufgebaut waren, darf man getrost eine allgemeine Herangehensweise unterstellen.
      Ganz allgemein darf ich vielleicht noch sagen, daß man, um möglichst viele Unwägbarkeiten auszuschalten und die Qualität der Einschätzung zu erhöhen, für Kritik möglichst gute Leute einsetzt, die mit sehr viel Erfahrung und Fachwissen wissen, was sie tun. Ich persönlich habe da eine Legende, über die in den letzten zwanzig Jahren vielleicht so gut wie niemand verfügt (..ich sage so etwas nicht gerne). Insofern sollte der manchmal lockere Stil unserer Videos nicht darüber hinwegtäuschen, daß ich Ihnen auch eine große, detaillierte Kritik aller Details liefern könnte.

      Von der Stichprobe auf eine allgemeine Kritik der Überwürzung zu kommen halte ich für sehr sinnvoll, weil sie eben nicht ohne Zusammenhänge zu sehen ist.

    • Herangehensweise
      Sehr geehrter Herr Ebbinghaus,
      mir ist nicht klar wie Sie eine solche Intention aus meinem Kommentar erschließen. Natürlich befürworte ich eine stetige Weiterentwicklung der Küche und Gerichte. Ich kritisiere nicht, dass Kritik geübt wurde, sondern wie Kritik geübt wurde.
      Gerade wenn eine Universität, bzw. deren Mensa kritisiert wird, sollte klar sein, dass diese Kritik von vielen Studenten wahrgenommen wird. Von Semester zu Semester wird vermittelt, dass eine genaue Arbeitsweise der Grundstein jeder wissenschaftlichen Arbeit sein sollte.
      Um also den Beitrag aufzugreifen: So sollte man nicht arbeiten!

      Es wurden zwei Gerichte herausgepickt. Grandiose zwei. Sehr Robust ist diese Analyse somit nicht.

      Auch wenn es sich nur um eine subjektive Meinung des Kritikers handelt, halte ich es für vermessen, wenn der Uni Methode unterstellt wird, generell alle essen durch Schärfe etc. zu ruinieren.
      Ein Urteil, was sich auf zwei Gerichte bezieht, die an einem Tag im Jahr getestet wurden, kann aussagen, dass die Gerichte einfach nicht gut waren.
      Es kann vielleicht auch unterstellen, dass die Küche keine hohe Qualität hat. Sie kann aber schlecht von einem vorsätzlichen Vorgehen ausgehen.

    • Okay, aber wo wird denn Methode unterstellt?

  4. Schon ein wenig unfair
    Sehr geehrter Herr Dollase,

    Ich stimme Ihnen absolut bezüglich ihrer Kritik zu diesen industriellen, mit Aromastoffen vollgepackten Ersatzprodukte, welche sich Lebensmittel schimpfen, zu. Als Foodbloggerin lege ich selber sehr viel wert auf hochqualitative und „Echte“ Lebensmittel. Diese Kritik jedoch auf dem Rücken der Mensa Gießen auszutragen, halte ich für voreilig und spricht, ehrlich gesagt, nicht für eine objektive Bewertung. Ich bin Studentin an der JLU Gießen, und sicher: Mensaessen ist kein 3-Sterne-Gourmetessen. ABER: Es ist immer frisch. Die Mensa verfügt über eine hauseigene Metzgerei und Bäckerei, das Gemüse ist immer geschmackvoll und nicht verkocht, und es gibt mindestens 3 Beilagen zum Hauptgericht aus denen man wählen kann. Verbesserungsvorschläge können in schriftlicher Form eines Buches und Bewertungsbögen eingereicht werden, und werden merklich umgesetzt. Vielleicht wäre es also gut, den Fisch in diesem Fall in seinem Element zu belassen, statt ihn dazu aufzufordern, auf einen Baum zu klettern. Nicht zuletzt ist das Angebot einer Mensa auch immer ein Ergebnis der Nachfrage. Es gibt also sicherlich auch ungesunde oder, je nach Geschmack, überwürzte Klassiker welche aber reichlich Abnehmer unter den Besuchern finden. Sobald es Chicken Mc-Nuggets mit Pommes gibt, bildet sich ein riesen Schlange, während das Steak vom Weiderind mit Pfannengemüse mäßig besucht ist: weil es vielen schlicht zu teuer ist. Die Schuld ist also meiner Meinung nach nicht in der Mensa zu suchen, welche hier wirklich nach besten Kräften versucht den Bedürfnissen und dem Geschmack ihrer Studenten gerecht zu werden, sondern in den Essern, welche so etwas nicht „mit sich machen lassen“, sondern welche zu wenig Kenntnis vom Kochen haben, zu bequem sind, oder einfach andere Interessen als die Nahrungszubereitung haben. Die Portion auf dem Bild ist zudem ziemlich unrealistisch (außer es stellt verschmähte Reste dar ;)), man wird von den Portionen gut satt.

    Grundsätzlich ein guter Text, leider beim Vergleich in den Fettnapf getreten. Schade.

    Beste Grüße

    • Titel eingeben
      Liebe Studentin aus Gießen, ich darf vielleicht zuerst auf das verweisen, was ich Ihrem Kollegen weiter oben geschrieben habe. Was die „Schuldfrage“ einerseits und die Qualitäten andererseits angeht: wir suchen keine Schuldigen, sondern haben Interesse an Verbesserungen. Und da muß man einfach sehen, daß es innerhalb der Mensa-Küchen erhebliche Unterschiede gibt. Wenn gezeigt wird, daß es mit guten, preiswerten Gerichten funktionieren kann, stehen diejenigen, die das nicht schaffen, nicht gut da und müssen nicht unbedingt aufgewertet werden – zum Beispiel weil man die Arbeit für relativ gut hält. Mein Eindruck zum jetzigen Zeitpunkt ist, daß die denkbaren Qualitäten bei weitem nicht ausgeschöpft sind – vielleicht, weil man nie oder zu selten darüber diskutiert.
      Bei der Portionsgröße (ein Hinweis auch für ähnliche Anmerkungen in anderen Briefen) bitte ich den Film genau anzusehen. Ich nehme etwas zum Probieren aus der Packung, nicht den ganzen Inhalt…

  5. Titel eingeben
    Der Teil über die vegane Kost bzw. über Fleischersatzprodukte mag ja durchaus fundiert sein, dennoch finde ich nicht, dass sich an diesem allgemeinen Statement etwas auf unsere Mensa übertragen lässt. Die Mensen in Gießen bieten eine Vielfalt für so viele Ernährungsformen an, da sollte man echt dankbar für sein. Klar, das Essen soll für Studierende (und Lehrkörper) erschwinglich sein, aber qualitativ lässt sich nichts beanstanden. Natürlich kann es bei einem Essen,dass für viele Hungrige zubereitet wird, durchaus vorkommen, dass nicht jedermanns Geschmack getroffen wird. Aber trotzdem, so eine bitterböse Kritik haben unsere Mensen nicht verdient!

    • Titel eingeben
      Liebe/lieber Gießengurl,nur eine kleine Anmerkung dazu: es geht bei meinen Anmerkungen nicht darum, ob mein Geschmack getroffen wird. Die Überwürzung und übertünchende Schärfe in Gerichten ist ein generelles Problem, das eine Küche vermeiden sollte und es weist deutlich – deshalb mein Ausflug ins Allgemeine – über die Mensaküche hinaus. Und – Erschwinglichkeit und Qualität ist – wie wir mittlerweile auch es den Mensa-Vergleichen wissen – nicht unbedingt ein Widerspruch.

  6. Ich kann mich nur wundern...
    Mich würde mal interessieren wo Herr Dolles das Essen verkostet hat. Sieht auf jeden Fall nicht nach Räumlichkeiten der Uni Gießen aus…

    Mich wundert es, dass für einen „Mensa Test“ nicht zusätzlich ein in allen Mensen gängiges Gericht gewählt wurde.

    Ich kenne die Mensa recht gut und bin daher etwas enttäuscht, dass diese hier so unverdient verrissen wird.

    Vor allem das bei Facebook zu sehende Bild des Artikels ist schlicht und ergreifend aus dem Zusammenhang gerissen. So sieht das Essen wenn es in der Mensa serviert wird nicht aus. Wenn man das Essen jedoch erst durch die Weltgeschichte fährt ist es kein Wunder, dass es ziemlich dürftig aussieht.

    • Hallo Björn S., zu Ihrer Anregung „gängiges Gericht“: wir machen ja keine Vergleichstests. Es geht darum, Verbesserungsvorschläge zu machen. Zu Ihren übrigen Punkten verweise ich auf die Antwort an „Gießener“, weiter unten.

  7. Wie viel Wahrheit sollte man verschweigen?
    Und Sie sind sich sicher, dass Sie in Gießen in der Mensa gegessen haben? Solche Teller gibt es nicht mal bei uns und so kleine Portionen habe ich dort auch noch nie gesehen.
    Wenn Sie schon eine Mensa runter machen müssen, dann sollten Sie dort wenigstens persönlich gewesen sein und sich nicht das Essen in einer Pappschachtel nach Marburg liefern lassen!

    • Hallo Gießener, wenn Sie das gesamte Video anschauen, sehen Sie, dass der Teller von Herrn Dollase angerichtet wird. Das Argument, ein Mensa-Test sei nur in der jeweiligen Mensa akzeptabel, wird gerne von dem jeweiligen Studentenwerk angeführt. Darauf hat Jürgen Dollase in den Leserkommentaren, bisher unwidersprochen, schon oft geantwortet. Man kann das Argument vielleicht sogar umdrehen. Für eine Videoaufnahme benötigt man eine Drehgenehmigung, diese wird bei Mensen vom Studentenwerk erteilt. Denken Sie, ein Test ist objektiver, wenn die Mensa im voraus weiß, dass sie getestet wird? Außerdem ist es bei versierten Gastrokritikern so, dass sie durchaus Abweichungen vom optimalen Wärmegrad berücksichtigen können. Außerdem, um es ganz konkret zu machen: Der Hauptkritikpunkt von Jürgen Dollase in diesem Test war ja die Schärfe, und die hat durch den Transport des Essens wohl kaum zugenommen.

  8. Was hat die Mensa Gießen jetzt damit zu tun?
    Wenn es eine generelle Kritik am Essverhalten der Deutschen sein soll ok,
    aber mir fehlt die Verbindung zur Mensa in Gießen.
    Dieses muss ja wohl in dieser Menge und zu diesem Preis Industrieprodukte verarbeiten.
    Zudem entscheidet ja auch der Kundenwunsch. Gibt es Fischstäbchen oder Schnitzel stehen die Studenten vom
    1. Stock bis ins Erdgeschoss an. Bei den Alternativgerichten steht fast niemand.
    Die Kritik von Veggie bzw. Nahrungsmittelindustrie 1 zu 1 auf die Mensa Gießen zu überragen finde ich doch sehr plump.
    P.S. Was möglich wäre, kann man beim Semesterbrunch zum Semesteranfang sehen. Halt nicht für 2fuffzich…

  9. Danke
    Danke für die Kritik! Als Studentin der Uni Gießen kann ich mich Ihrem Urteil nur anschließen: „So sollte man nicht arbeiten.“ Fortgeschrittene Mensabesucher essen daher dort nur Beilagen oder bedienen sich an der Salatbar.

    • Kritik kann ich nicht nachvollziehen
      Ich kann die Kritik an dem Essen der Gießener Mensa nicht nachvollziehen. Ich esse dort seit Jahren regelmäßig und das meiste schmeckt mir gut. Insbesondere die Chicken-Wings mit Bulgur-Rucola-Salat zählen zu meinen Lieblingsgerichten. Ich denke, das Essen sollte auch dort getestet werden wo es gekocht wird: in der Mensa in Gießen selbst und nicht an einem offensichtlich anderen Ort. Die Anzahl der Essen die täglich in der Mensa zubereitet werden und die Preise lassen sicherlich keine „gehobene Gastronomie“ zu, aber in vielen Restaurants isst man meiner Meinung nach für viel mehr Geld deutlich schlechter. Und ja: ich koche regelmäßig selbst, und das mit frischen, hochwertigen Zutaten!

    • Hallo Master-Studentin, es geht in der Reihe Dollase vs. Mensa nicht um einen Vergleich mit der gehobenen Gastronomie, sondern darum, Anregungen dafür zu geben, das Mensa-Essen mit einfachen, praktikablen Mitteln zu verbessern. Die Kriterien sind dabei jederzeit transparent. Müsste Ihre Verteidigung nicht bei einer Widerlegung dieser Kriterien ansetzen?

  10. Wenn Herr Dollase sich wirklich mit dem Thema...
    …auseinandergesetzt hätte, hätte er eventuell auch mal auf die Packung so einer bösen Veggie-Wurst aus der „Chemieküche“ geschaut, wäre ihm vielleicht aufgefallen, dass da nur natürliche Inhaltsstoffe drin sind.
    Ohje, aber dann würde der ganze Artikel ja keinen Sinn machen…
    Naja dann doch lieber so tun als wären Salz, Pfeffer und Sonnenblumenöl (ja wirklich, alles Inhaltsstoffe in Veggie-Produkten) der Todesstoß für die heutigen Hipster-Veganer-Geschmacksnerven.

    Gut, genug von dem Sarkasmus… Herr Dollase hat sich offenbar null mit dem Thema auseinandergesetzt und einfach gängige und nicht zutreffende Vorurteile genutzt, um hier einen merkwürdigen Aufmacher für seine Kritik am Gießener Mensaessen zu haben.

    Und zum Schluss noch ein Tipp: wenn man sich schon so tiefschürfende Gedanken um Chemie und angebliche Zusatzstoffe macht, sollte man sich vielleicht erstmal angucken, wie viel Chemie in Form von Medikamenten in das Durchschnittsmasttier von heute gesteckt wird.
    Richtige Kritik, nur an der komplett falschen Stelle.

    • Titel eingeben
      Lieber Hammerfaust, mit „Chemieküche“ sind durchaus nicht „unnatürliche“ Stoffe gemeint. Die Aromenindustrie „erfreut“ uns schließlich schon seit vielen Jahren mit der Angabe, alle ihre Zusatzstoffe und Aromen wären vollständig natürlichen Ursprungs. Bitte beachten Sie dazu auch das, was ich weiter unten dazu gesagt habe.
      Es geht auch nicht gegen die „Veggie-Bewegung“ – auch wenn ich sehr misstrauisch werden, wenn z.B. Kleinkinder in Restaurants dem Service verkünden, sie seien Veganer…Als Spezialist für die kreative Küche finde ich die Perspektiven einer vegetarischen oder veganen Küche im Gegenteil hochinteressant.
      Die Auseinandersetzung mit dem Thema „industrielle Nahrungsmittelerzeugung“/Fertiggerichte etc. führe ich schon seit vielen Jahren und in allen Details. Übrigens auch genährt durch solide praktische Erfahrungen durch eine intensive Zusammenarbeit mit einem der größten Produzenten dieser Art. Ich kenne jedes Detail und habe das hier auch schon erwähnt.

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