Blogseminar

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Diskutiert werden das Leben der Studierenden, aktuelle Fragen der Hochschulpolitik sowie die Zweiheit von Forschung und Lehre.

Fehlt dem Nachwuchs der Mut?

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Seit drei Jahren vergibt die VW-Stiftung „Freigeist-Fellowships“ an Nachwuchswissenschaftler, die gegen den Strom schwimmen. Doch viele Anträge sind aus Sicht der Gutachter nicht originell genug. Woran liegt das?

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KAZAN, RUSSIA. AUGUST 5, 2015. Michal Navratil of the Czech Republic dressed as superman competes in the men's 27m high diving final at the 16th FINA World Championships. Sergei Savostyanov/TASS |© dpaFinalist bei der Klippenspring-WM

Innovation, Vision, Gründergeist – solche Schlagwörter gehören zu den Zauberformeln der kapitalistischen Postmoderne. Doch der Zauber scheint nicht zu wirken. Die Innovation in Form einer flächendeckenden Digitalisierung – ein weiteres Zauberwort der ökonomisierten Gesellschaft – schreitet nicht schnell genug voran, Visionen hat keiner mehr, der Gründergeist stirbt aus: Die Bilanz fällt regelmäßig negativ aus.

Nun könnten neue Zahlen aus der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung darauf hindeuten, dass sich diese Entwicklung in Form eines erheblichen Schwunds an Kreativität auch in der Forschung bemerkbar macht. Seit 2013/14 vergibt die Volkswagenstiftung „Freigeist-Fellowships“ für Postdoktoranden. Der Name ist Programm: Unter einem Freigeist-Fellow stellt sich die Stiftung eine „junge Forscherpersönlichkeit“ vor, „die eine ganz eigene Idee verfolgt und dabei neue Wege geht, Freiräume nutzt und Widerstände überwindet“. Der Begriff spiegele die fachliche Offenheit des Programms wider, erklärt die Förderreferentin Johanna Brumberg. Es gehe darum, über das Bekannte hinauszudenken.

Loslösung vom bisherigen Betreuungsverhältnis

Die Stiftung ist um große Worte nicht verlegen: „Potential für Durchbrüche“ möchten die Gutachter in den Forschungsprojekten sehen, sie sollen visionär, interdisziplinär und risikoreich sein, der Bewerber müsse in der Lage sein, sich neue Horizonte zu erschließen, „gegen den Strom zu schwimmen“ und außergewöhnliche Perspektiven zu entwickeln. Und was genau heißt das? Wer gängige Forschungsmeinungen in Frage stellt, mit Methoden arbeitet, die noch nicht erprobt wurden, Material ausfindig macht, das nicht ohne weiteres verfügbar ist, und alternative Strategien für den Fall eines „grandiosen Scheiterns“ entwickelt, ist nach Darstellung von Brumberg bei den Freigeistern richtig. Wie das dann jeweils ganz konkret und thematisch in ein Forschungsprojekt umzusetzen ist, bleibt freilich offen.

Unter einem Regenschirm sitzend verfolgen Zuschauer am Samstag (29.08.2009) den Sprung eines Klippenspringers von Bord des Museumsschiffs "Rickmer Rickmers" im Hafen in Hamburg in die Elbe. Einige der weltbesten Klippenspringer, darunter der neunfache Weltmeister Orlando Duque aus Kolumbien, sind am Samstag vom Mast der Rickmer Rickmers in das Hamburger Hafenwasser gesprungen. Vom über 25 Meter hohen Mast des schwimmenden Wahrzeichens der Hansestadt fielen die Sportler vor zahlreichen Zuschauern etwa drei Sekunden, und tauchten mit rund 100 Stundenkilometern in das Wasser ein. Hamburg war die sechste Station der Wettkampfreihe, die am 8. Mai 2009 im franz÷sischen La Rochelle begann. Der Gesamtsieger wird am 20. September 2009 in Athen gekürt. Foto: Bodo Marks dpa/lno +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit© Bodo Marks dpa/lno Zuschauer wissen es zu schätzen: Klippenspring-Turnier in Hamburg

Die Zeit für die Fertigstellung des eingereichten Forschungsprojekts ist großzügig bemessen: Insgesamt können maximal acht Jahre beantragt werden; die erste Förderphase endet nach fünf Jahren. Neben den für solche Fellowships üblichen Konditionen wird erwartet, dass der Bewerber schon das akademische Umfeld gewechselt hat, in dem er sich während seiner Promotion befand. Auf diesem Weg will die Stiftung Nachwuchswissenschaftler dabei unterstützen, sich aus ihrem bisherigen Betreuungsverhältnis zu lösen und „ein eigenständiges Forschungsprofil“ zu entwickeln.

Wenn man von der prekären Arbeitsmarktsituation des akademischen Mittelbaus ausgeht und bedenkt, wie schwer es für viele junge Wissenschaftler ist, sich aus bisherigen Abhängigkeiten im wissenschaftlichen Umfeld zu lösen, müsste die Förderidee in ihren Ohren eigentlich sehr attraktiv klingen. Und tatsächlich erhält die Volkswagenstiftung eine steigende Anzahl von Bewerbungen um die „Freigeist-Fellowships“; waren es im ersten Förderjahr noch 113 Bewerbungen, sind 2015/16 schon 176 Bewerbungen eingegangen. Die Zahlen für dieses Jahr stehen noch aus, nach Angaben von Brumberg scheint das Interesse aber groß zu sein, denn die Nachfrage nach Beratungen durch die Programmbetreuer sei bislang sehr hoch gewesen. Die Stiftung empfiehlt jedem potentiellen Bewerber, sich im Vorfeld beraten zu lassen, um die Passgenauigkeit der Kandidaten zur Förderinitiative sicherzustellen.

„Wir unterstützen die, die sich trotzdem trauen“

Es gibt Kapazitäten für zehn bis fünfzehn Fellowships im Jahr, diese werden aber längst nicht immer ausgeschöpft – das zumindest legte unlängst ein Bericht aus der Deutschen Universitätszeitung nahe. Tatsächlich deuten die Zahlen darauf hin, dass die Stiftung unterhalb ihrer Möglichkeiten bleibt. Von den 113 Bewerbungen im ersten Jahrgang waren elf erfolgreich, im Jahrgang 2014/15 wurden unter 148 Bewerbern acht Kandidaten zu Freigeist-Fellows gekürt, 2015/16 wurden nach 176 eingegangenen Bewerbungen zwölf Fellowships vergeben. Es gibt also noch Luft nach oben, und zwar sowohl in den Sozial- und Geisteswissenschaften als auch in den Naturwissenschaften; nach Auskunft von Johanna Brumberg kommen aus beiden Fachrichtungen ungefähr gleich viele Bewerber. Woran also mangelte es den vielen Bewerbungen, die abgelehnt wurden?

„Es gab viele exzellente Anträge“, sagt Brumberg im Gespräch, „doch oft fehlt das gewisse Etwas, was es zu einem Freigeist-Projekt macht. Es ist nicht immer dieses kleine Plus gegeben.“ Die Volkswagenstiftung wolle unkonventionelle Projekte, für die Umwege gegangen werden müssen – und nicht das, was die Masse an Postdoktoranden mache. Die Fellows jenseits des Mainstreams auf unorthodoxen Umwegen zu unterstützen, sei das zentrale Anliegen der Freigeist-Initiative.

Der amtierende Weltmeister im Klippenspringen, Steve Black, absolviert am Dienstag (04.08.2009) von einer Plattform über der Spree in Berlin einen seiner vier Sprünge aus 24 Metern Höhe. Im Hintergrund ist unter anderem das Nikolaiviertel zusehen. Die Aktion soll auf den Deutschlandstopp der internationalen Red Bull Cliff Diving Series 2009 hinweisen, die am 29. August in Hamburg Halt machen soll. Dort sollen zwölf Klippenspringer aus 26 Meter Höhe vom Großmast des Schiffes Rickmer Rickmers ihr Können zeigen. Foto: Rainer Jensen dpa/lbn +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit© Rainer Jensen dpa/lbnKlippenspringen in Berlin

Wenn die Gutachter aber in vielen Bewerbungen das richtige Maß an Kreativität und Originalität vermissen, so ließe sich einwenden, könnte das dann nicht mit dem unglaublichen Druck zu tun haben, unter dem viele Nachwuchswissenschaftler stehen? Die Stellen sind rar, die Arbeitsverträge befristet, die Erwartung, auf allen wissenschaftlichen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen und einen Text nach dem anderen zu publizieren, nimmt immer absurdere Züge an. Wer hier etwas Abseitiges wagt, das vom Fach nicht goutiert wird, riskiert womöglich seine berufliche Existenz. Ist es da nicht ein bisschen viel verlangt, von den Nachwuchswissenschaftlern auch noch unbegrenzte Risikofreude und visionäre Tatkraft einzufordern? Die äußeren Strukturen mögen eine Rolle spielen, entgegnet Johanna Brumberg, doch gebe es nicht nur eine Erklärung für die verhältnismäßig geringe Zahl an „Freigeistern“. Im Sinne der Stiftung komme es auf die Persönlichkeit an: „Wir unterstützen die, die sich trotzdem trauen.“

Das klingt gut, doch macht man es sich damit nicht zu einfach? Auch die Vertragszeit der Fellowships ist begrenzt und gibt keine Garantie auf eine spätere Festanstellung. Vor allem aber ist fraglich, ob Förderinitiativen wie die „Freigeist-Fellowships“ tatsächlich dazu beitragen, einen Kontrapunkt zum Mainstream der Forschung zu setzen. Inwieweit die Stiftung ihren hohen, fast schon vermessenen Anspruch einlösen kann, visionäre „Freigeister“ zu erkennen, zur individuellen Entfaltung zu bringen und sie bei ihrem bevorstehenden „Durchbruch“ zu begleiten, werden die kommenden Jahren zeigen.

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12 Lesermeinungen

  1. Und was kommt nach 5/ 8 Jahren ?
    Nehmen wir mal an, ein echter Freigeist nimmt dieses Geld an. Was ist dann am Ende der Zeit ? Da darf man sich dann wieder einen Job im Mainstream suchen. Na, vielen Dank auch, nicht in Deutschland. Da würde man bei VW selbst auch nicht eingestellt werden, mit dem Makel ein „Freigeist“ zu sein.

    Kein Wunder, dass die nicht genug Leute finden für solche Projekte.

    Schon merkwürdig: Gerade auch VW ist berühmt dafür Gleichförmigkeit im eigenen Betrieb zu fördern und zu fordern … vielleicht mal einfach die eigene Unternehmenskultur ändern ? Ach, nee, soviel Freigeist dann doch nicht ? Lieber mit Geld um sich werfen und über die Jugend lästern …. ist ja auch einfacher. Versteh´ ich schon.

  2. Talmi
    Es ist wie mit einem Schmuckstück. Der Freigeist wird wie eine prunkvolle Brosche angesteckt. Er dient dem Image des sich damit Schmückenden. Es gibt keinerlei Interesse jenseits der schmückenden Funktion. Er ist reines Talmi, das so tut, als wäre es Haute Joaillerie.

  3. ERC Programm
    Die meisten Freigeister entscheiden sich halt fuer das ERC Program der EU. Es garantiert finanzielle Unabhaengigkeit sowohl am Anfang, in der Mitte und auf dem Hoehepunkt einer Karriere (ERC Starter, Consolidator and Advanced grant) und foerdert auch unkonventionelle Ansaetze und dieses sehr erfolgreich. Das wissenschaftliche System ist manchmal schon viel weiter als manch Stiftung…

  4. Anleitung zum Ungehorsam ?
    Vater ermuntert seinen Sohn, auch mal ungehorsam zu sein. Stimmt dieser zu, dann fuehrt er nur gehorsam die Vorgabe des Vaters aus. Lehnt er jedoch ab, dann entscheidet er sich mit diesem einen ungehorsamen Impuls gegen die Ungehorsamkeit.
    Wenn man die Zwangslaeufigkeit bedenkt, wonach noch Jeder, der tatsaechlich mit bahnbrechenden Neuheiten ankam, zuerst auf totales Unverstaendnis stossen musste, um sich anschliessend abzumuehen, den Dingen solange auf die Spruenge zu helfen, bis das Umfeld langsam, langsam zu begreifen begann, dann riecht daneben ein „Freigeist Fellowship“ schon mal sehr nach Mogelpackung. Eine neue Idee ist eben neu, dh. unangepasst – das ist zwar genau was die Stiftung wollte, womit sie aber zwangslaeufig nichts anfangen kann: Welches Stiftungsmitglied, das nicht selbst inspiriert ist, waere auch in der Lage, das Potential einer Idee zu erkennen? Wo wuerde sie die Grenze ziehen bei einer Idee, die vielleicht gut waere, aber nicht wuenschenswert? Wuerde die VW-Stiftung beispielsweise heute jemanden ablehnen, der die Idee vorstellte, das nicht ausreichende Funktionsergebnis eines Systems mittels Manipulation durch ein zweites System auf ein erwuenschtes Gesamtresultat hinzutrimmen? (Wenn ja, dann waer‘ das schlecht, denn die Anti-Baby-Pille funktioniert schon mal genau so.) Und dann steht da eine Frau, die einem erklaert, der Idee fehle eben das „gewisse Etwas“ – na, haha: Derlei Kommentare mussten sich wohl alle von Edison bis Zuckerberg anhoeren.
    Jedem kreativen Kopf wuensche ich die Kraft, um seine Idee bis zum Durchbruch hochzuhalten. Doch soll er sich angesichts dieser Stiftung keinerlei Illusionen hingeben: Denen kann es bloss um Selbstdarstellung gehen.

  5. Umstände?
    Ich bin nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe: die VW-Stiftung gibt das Geld, aber den Arbeitsplatz (im Sinne von Platz zum Arbeiten) muss sich der Freigeist trotzdem irgendwo suchen. Das könnte eins der Probleme sein. Es gibt zwar genügend Arbeitskreise, wo es den Profs einigermaßen egal ist, was man treibt, wenn man sein eigenes Geld mitbringt, aber ob diese Freiheit so weit geht, dass man mit seinen Ideen das Treiben des Chefs infrage stellen darf? Kurz gesagt, auch mit Stiftungsgeld für einen komfortablen Zeitraum ist man immer noch zu einem gewissen Maß den Zwängen und Eitelkeiten des Wissenschaftsbetriebes unterworfen. Da müssen teils Egos gestreichelt werden, teils will man sich nicht Beziehungen verderben, die man später beim Vorsingen vor einer Berufungskommission noch brauchen könnte.

  6. Wirtschaftlicher Stress essen Kreativität auf!
    Es ist nun nichts neues, dass Studierende kein Anrecht auf das Existenzminimum haben, weil sie ja „dem Grunde nach“ BAföG-förderfähig sind. Ob sie überhaupt etwas bekommen und ob das zum Leben reicht, interessiert keinen.
    Ergo steht ein Großteil der nicht wirtschaftlich begüterten Studierenden permanent unter finanziellem Stress. Seit Bologna ist es auch schwieriger geworden, neben dem Studium zu arbeiten. Ähnliches gilt für wissenschaftliche Mitarbeiter – die haben nur noch befristete Teilzeitverträge, müssen oft per ALG II aufstocken und sich alle halbe Jahre neu bewerben. Dieser permanente Stress lähmt Kreativität und und ungewöhnliche Ideen. Aber gut, unser Staat wollte das so.

  7. Es gibt auch das Gegenteil - zuviel Innovation - oder eben Spinnerei.
    Das sage ich aus eigener Erfahrung. Als junger Wissenschaftler dachte ich auch, daß ich mit originellen Ideen die Welt verändern könnte. Also reimte ich mir ein unkonventionelles Projekt zusammen, stellte einen Antrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft – und er wurde abgelehnt. Begründung : der Antragsteller hat keine Erfahrung auf dem Forschungsgebiet. Jetzt, 20 Jahre später muß ich sagen : Stimmte. Aus heutiger Sicht war das ganze wahrscheinlich nicht durchführbar. Also hat die DFG sich und den Steuerzahlern ein paar 100.000 Euro für unsinnige Forschung gespart. Natürlich ist es im Einzelfall immer schwer zu entscheiden, was und wer wirklich zu etwas ganz Neuem kommen kann. Wahrscheinlich – oder erfahrungsgemäß – sind es aber nicht die Organisationen, die vermeintliche breakthrough-Projekte fördern, sondern die Durchbrüche kommen meist völlig ungeplant innerhalb des normalen Systems zustande.

  8. Kann es nimmer hören...
    Immer dieses Gejammere, was die Jungen alles falsch und schlechter machen als früher. Jeder der eine Uni und ihre Verwaltung von innen kennt, weiß wie viel Kreativität und Innovation da erwünscht ist.

  9. Pingback: Im F.A.Z.-Blog Blogseminar wurde ein neuer Artikel veröffentlicht: ‚Fehlt dem Nachwuchs der Mut?‘ | BLOG “Young Researcher at HU”

  10. Titel eingeben
    Vielen Dank für diesen äußerst erhellenden Beitrag! Die Punkte, die Sie aufwerfen, sind alle richtig. Was Sie vergessen zu erwähnen, aber auch noch eine Rolle spielen dürfte, ist, wie konventionell das Förderprogramm paradoxerweise dann doch wieder ist: Es gibt inzwischen so gut wie keine Fördergelder mehr für Projekte, die ausnahmsweise nicht interdisziplinär sind und deren Antragsteller nicht im Ausland waren oder entsprechende Kooperationen anstreben, warum das also nochmal fördern? Steht dahinter wirklich nur ‚minderwertige‘ Forschung, die die Gesellschaft nicht voranbringt?

    Und dann die bürokratischen Anforderungen an den Antrag: Die Liste der Unterlagen umfasst 16 (!) Punkte, darunter neben dem üblichen Zeit- und Kostenplan ein Motivationsschreiben, eine allgemein verständliche Kurzdarstellung des Projekts, die Bekundung institutioneller Unterstützung, das Gutachten eines Mentors usw. Hat man das, wenn man wirklich neue Wege gehen will?

    Und selbst wenn: Der wahre Freigeist wird zu stolz sein, sich derartigen Vorgaben zu unterwerfen. Er wird eher sein Privatvermögen opfern, als endlos Anträge zu schreiben, die ihn nur in Abhängigkeiten führen. Das ist nun einmal nur die konventionelleren Forscher akzeptabel, die ihrer Karriere wegen den Drittmitteln hinterlaufen, nicht für die wirklichen Querdenker.

    • Absolut richtig !
      Ich hänge hier gerne den Text ein, den ich meinem Chef als Antwort auf seine Bemerkung schickte, ich als Freigeist könnte mich da doch bewerben:

      „Soll ich nun als Freigeist schreiben, dass die Bedingungen ein contradictio in terminis darstellen?
      Nachwuchswissenschaftler mit Promotion und weniger als 5 Jahre seit der Promotion, und ‚klare zeitliche Perspektive‘ – das klingt doch eher nach Insidern als nach Freigeistern.“

      Damit war das Thema erledigt. Da wird konventionelle akademische Karriere verlangt; und zwar im Mainstream, im ‚Durchlauferhitzer‘ (5 Jahre), und dann wird zur gleichen Zeit und da drin – oder da draus – der Freigeist erwartet.

      Lächerlich. Wenn man sich dann über die fehlenden Freigeister wirklich wundern sollte.

    • Stimmt
      Als (abgelehnter) Antragsteller der letzten Periode kann ich das nur Bestätigen. Das Antragsverfahren ist sehr aufwendig, ein zweistufiges Verfahren wäre da sicher hilfreich (Der fiktive Zeitungsartikel reicht ja evtl. auch in der zweiten Runde).

      Was die Dame der Volkswagenstiftung übrigens auch nicht erwähnt: Trotz des Aufwandes gibt es für keinen Antragstelle irgendein Feedback zum Antrag sondern nur ein standartisiertes Ablehnungsschreiben.
      Das dies nun pauschalisiert in einer Zeitung passiert, finde ich nach ca. 6 Wochen, die das Schreiben des Antrages verbraucht hat doch recht respektlos. Feedbackkultur, an deutschen Unis ja auch eher ein Fremdwort, fördert die Stiftung so jedenfalls nicht.

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