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Fünf Tage Trubel: Wir bloggen von der Buchmesse

Die besten Volleyballspieler und ein Amazon-Autor

Die Verlagsleitung zeigt, was Raumaufteilung ist, eine Lektorin erklärt nach all den Jahren das Berlin-Gefühl, ein Autor hat anderswo zu tun, und ein Kritiker übt ganz für sich: Der Suhrkamp-Empfang.

Die vier leitenden Größen des Suhrkamp Verlags zeigten nach der Lesung von Clemens Setz, wie man Volleyball spielt: Ob am Lesetisch, im großen Raum davor, an der Weintheke oder unter der Treppe, die zu Unselds Reich führt. Immer war die Raumaufteilung zwischen der Verlegerin, ihren beiden Rittern Thomas Sparr und Jonathan Landgrebe sowie der Pressesprecherin Tanja Postpischil ideal: Keine Autorin, kein Zeitungsredakteur, kein Fernsehmoderator blieb allein und unbeachtet.

Die übrige Belegschaft des Hauses mischte dabei gerne mit, beweglich und fast so allgegenwärtig wie die großen vier – das Themenspektrum der Wortwechsel reichte vom Berlingefühl, das man in Frankfurt gern noch einmal erklärt – „Dort hat man immer das Gefühl, etwas zu verpassen, der Verlag ist in Berlin überall“, so die Lektorin Doris Plöschberger – bis zum Buchmesse-Gefühl, das Lektor Heinrich Geiselberger auf den Begriff bringt: „Gut. Doch, gut.“

Thomas Meinecke lobte derweil Facebook und den Frankfurter Hof in einem Atemzug als Akquisestationen für die besten Jobs und fragte Dietmar Dath: „Du bist nicht auf Facebook oder?“ Meinecke hat die Antwort „nö“ schon erwartet und erklärt: „Ich muss diesen ganzen Datenklau-Aufrufen von Juli Zeh und so keine Beachtung schenken, ich bin Amazon-Autor.“ Im Anschluss an den Kritikerempfang hat er noch einen wichtigen Termin: Die Lektorinnen von Amazon zum Whiskytrinken begleiten – natürlich im Frankfurter Hof. So brummt Suhrkamp – nur Andreas Fanizadeh von der „taz“ nimmt sich mitten im allseitigen Kommunikationsbrummen ein paar Minuten, um alleine am Esstisch zu üben, wie man freundlich lächelt, ohne jemand bestimmtes vor sich zu haben.

Swantje von Brück

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