Literaturblog

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Fünf Tage Trubel: Wir bloggen von der Buchmesse

Schöner als die Feuerpolizei erlaubt

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Rowohlt! Ein Fest! Alle wollen hin, ungefähr die Hälfte darf, einige werden ausgeladen. Und wieder kein Skandal – außer der Tatsache, dass einige ausgeladen werden mussten.

© Andrea DienerDarf natürlich rein: Literaturkritiker Ijoma Mangold an der härtesten Tür der Welt

Zwei Drittel der Gäste vor der Tür (freiwillig), ein Drittel drin (auch freiwillig), Getränke und prima Häppchen: Das ist das Rowohlt-Messefest. Das kennt man, das will man, da muss man hin. 600 Leute dürfen, 1100 haben sich angemeldet, am Ende mussten aus feuerpolizeilichen Gründen welche ausgeladen werden.

„Was sind denn das bitte für Leute“, fragt Titanic- und Buchpreis-Longlist-Autor Michael Ziegelwagner im Redaktionskollegenkreis herum, „wenn wir reindürfen und die nicht?“ Gute Frage! Geklärt wird sie an diesem feuerpolizeilich bedenklichen Abend allerdings nicht mehr, weder vom vorbildlicherweise mit einem whiskygefüllten Flachmann ausgestatteten Redaktionskollegenkreis noch von sonstwem anders.

Überhaupt sollte sich diese ominöse Feuerpolizei (wer ist das überhaupt, und sind die mit der Feuerwehr identisch?) mal nicht so anstellen, die ist nämlich an der ganzen Misere schuld. Wenn der Brandschutz nicht nach Jahren friedlicher Feierei auf die Idee gekommen wäre, dass sich das Fischer-Verlagshaus nicht für Parties eignet (auch aus anderen Gründen, aber lassen wir das), und das Fest kurz vor der Messe nicht noch untersagt hätte, was den Partykalender des halben Literaturbetriebs durcheinanderbrachte, und das ist kein Spaß, einen feierwütigen Literaturbetrieb gegen sich aufzubringen – dann, ja dann wäre es bei Rowohlt nicht so voll gewesen.

„Was wollen die alle bei uns? Es ist doch nur eine Party! Seit Jahren kein Skandal!“ wundert sich Sachbuch-Lektorin Susanne Frank. „Nicht, wie damals, als …“ (an dieser Stelle erzählt sie eine mir unbekannte Schote eines bekannten Schriftstellers, die mit sexueller Ausschweifung in aller Öffentlichkeit zu tun hat – ach, die guten alten Zeiten, heute schweift man ja eher im Stillen.) Aber vielleicht ist die Zeit der Skandale auch einfach grundsätzlich vorbei. Und es reicht den meisten schon, einen ungestört angenehmen Abend mit tratschbereiten Kollegen und moderater Promisichtung (Hirschhausen, Lobo, und war das echt die Heidenreich?) zu verleben. So bescheiden sind die alle schon! Da kann doch auch die Feuerpolizei nichts dagegen haben.

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1 Lesermeinung

  1. Schade eigentlich,
    dass da keine Messen mehr gelesen werden und die normale Promilangeweile Einzug gehalten hat.
    Na ja, vielleicht hat mein Kindle einen Skandal bereit.

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