Literaturblog

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Schwere Messe, viele Bücher!

###Ursula Galle an der Garderobe

Mäntel, Koffer oder Säbel: Ursula Galle und Iryna Peukert verwahren auf der Messe alles, was die Leute nicht mit sich rumschleppen wollen. Sie wissen, was an den Gästen der Buchmesse so besonders ist.

Wie lange arbeiten Sie schon in der Messe Frankfurt an der Garderobe?

Galle: Ich habe vor 38 Jahren hier angefangen.

Peukert: Ich bin seit zehn Jahren dabei.

Wie unterscheiden sich die Gäste der Buchmesse von den Gästen der anderen Messen?

Galle: Sie sind einfach anders. Das sind Menschen, bei denen man sich gut vorstellen kann, dass sie sich in Bücher vertiefen können. Sie wirken belesener als die Gäste bei den anderen Messen. Das liegt gar nicht unbedingt an der Kleidung, sondern eher daran, wie sie sich unterhalten.

Peukert: Die Gäste der Buchmesse sind nicht besser oder schlechter als die anderen, aber sie haben dieses spezielle Funkeln in den Augen.

 

Was ist für Sie das Besondere an der Buchmesse im Vergleich zu anderen Messen?

Galle: Es ist eine sehr schwere Messe. Die Leute geben bei uns jede Menge Bücher ab. Sie kommen mit einem leeren Koffer an und am Ende der Messe ist er voll. Sie bitten uns, ihre Koffer nicht zu weit nach hinten zu stellen, damit sie ihre Bücher zwischendurch leichter verstauen können. Früher, als es noch nicht die Koffer mit den Rollen gab, war das sehr anstrengend.

###Ursula Galle und Iryna Peukert

Wie hat sich die Buchmesse in den letzten Jahren verändert?

Galle: Ich habe den Eindruck, dass am Wochenende immer mehr Jugendliche auf die Messe kommen. Viele tragen auch Kostüme. Meine Enkelin macht das auch.

 

Sie meinen die Cosplayer. Was halten Sie davon?

Galle: Ich finde es gut, weil die Jugendlichen dadurch mehr lesen.

Peukert: Viele schauen aber auch nur die Zeichentrickfilme. Ich wundere mich manchmal schon über die verkleideten Jugendlichen. Vor allem, wenn es draußen sehr kalt ist. Viele sind ja schon recht leicht bekleidet.

 

Sie haben schon viele Buchmessen erlebt. Was ist Ihnen in Erinnerung geblieben?

Galle: Einmal hat mir ein Mann seine Mutter vorgestellt. Er hat Bücher für Bibliotheken gesammelt und war hier sehr bekannt. Das fand ich damals so süß.

 

Was war das Ungewöhnlichste, was jemand während der Buchmesse bei Ihnen abgegeben hat?

Peukert: Die Kostümteile sind schon ungewöhnlich. Darunter sind zum Beispiel riesige Masken oder Sensen. Interessant ist, dass die Kostüme nie bei uns liegen bleiben. Sie werden anders als manche Koffer, Schirme und Mäntel am Abend jedes Mal wieder abgeholt.

 

Morgens und abends ist an den Garderoben am meisten los. Was machen Sie, wenn es ruhiger ist?

Galle: Während der Buchmesse ist eigentlich immer was los, weil die Leute ihre Bücher bei uns abgeben.

Peukert: Zeit zum Lesen haben wir auf der Buchmesse auf jeden Fall nicht.

 

Schauen Sie sich die Messe auch selbst an?

Peukert: Nur während der Mittagspause, aber da muss man sich entscheiden, ob man etwas essen oder sich die Messe anschauen will.

 

Was lesen Sie gerne?

Galle: Ich mag die Krimis von Nele Neuhaus.

 

Sprechen Sie mit den Gästen an der Garderobe über Bücher?

Peukert: Ein Mal hat mich eine Autorin gefragt, was ich gerne lese. Ich habe gesagt, dass ich in der Bahn Kurzgeschichten lese. Sie meinte, dass sie nun auch Kurzgeschichten schreiben würde, wenn die so gut ankommen.

 

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