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Wenn der Mitbewohner aussieht wie Chewbacca

Innenansichten der Außenbühne beim Star Wars Poetry SlamInnenansichten der Außenbühne beim Star Wars Poetry Slam

Man kann Star Wars leider nicht nur ein bisschen mögen. Entweder man liebt es oder man hat es noch nie gesehen. Selbst bekennende Science-Fiction-Verächter, bei denen innerlich sofort alles hoch schrillt, wenn ein Raumschiff durchs Bild fliegt, legen ihre – oft durchaus berechtigte – Abwehrhaltung ab, sobald es um die wichtigste Space Opera des Universums geht.  Und genau diese große Liebe zum Film-Franchise ist das Problem. Denn diese große Liebe fühlt sich betrogen, wenn man aus Star Wars etwas macht, das man nicht ernst nehmen kann. Episode I, II und III haben dies leider nur bestätigt. Und deswegen gab es beim Star Wars Poetry Slam aus vielen Stellen im Publikum statt Applaus nur Zähneknirschen.  Schön war das nicht. Eher Majestätsbeleidigung. Oder Denkmalbeschmutzung.

Es sollte der erste Star Wars Poetry Slam in der Zeitrechnung nach Krieg der Sterne werden, und es bleibt hoffentlich auch der letzte. Er hätte für viele, viele Nerdgasms bei den Fanboys and -girls sorgen können, doch stattdessen gab es hier und dort nur naheliegende Reime und uninspirierte Referenzen auf Star-Wars-Zitate. Wenn der Mitbewohner aussieht wie Chewbacca, dann wird aus dem Hauptbahnhof nun auch schnell mal der Todesstern. Die vorgetragenen Texte machten keinen Spaß, sondern Bilder auf, die an mehr Stellen hinkten als der Sprechrhythmus, auf den es ja bei solch überintonierten Veranstaltungen ankommt.

Das Bemerkenswerteste war Dalibor Markovics Beat-Box-Version der von John Williams geschriebenen Star Wars-Titelmusik – und, dass das Ende der Veranstaltung eine Punktlandung war. Um 18 Uhr war es vorbei. Zum Glück. Tja, man kann Star Wars leider nicht nur ein bisschen mögen – sonst würde hier auch nicht solch eine Schmähkritik stehen.

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