Literaturblog

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Unterwegs in den heiligen Hallen der Buchmesse 2017

Buchmesseleaks! Die Eröffnungsrede

An diesem Dienstagabend wird die Frankfurter Buchmesse im Kongresszentrum „Congress Centrum“ eröffnet. Natürlich haben Sie wieder keine Einladung bekommen und verpassen die unglaublich inspirierenden Reden unserer Lokalgrößen wie auch der Ehrengäste. Das ist natürlich nicht schön! Da fühlt man sich außen vor! Damit Sie sich also hinreichend auf die Buchmesse-Eröffnung einstimmen können, haben wir für Sie einen kleinen Coup gelandet: Wir können Ihnen die Eröffnungsrede von Juergen Boos, dem Direktor der Frankfurter Buchmesse, schon vor dem offiziellen Vortrag präsentieren. Obwohl wir eine nur etwas unvollständige Vorab-Version bekommen konnten, wird eines schnell klar: Sie reiht sich nahtlos in die Tradition der Boosschen Buchmesse-Eröffnungsreden der letzten zehn Jahre ein und ist damit schon jetzt ein Klassiker.

[Begrüßungsbaustein 2a formell] Sehr geehrter Herr Präsident, lieber Herr Außenminister Steinmeier, sehr geehrte [Rednerliste einfügen] [Gästeliste einfügen], Exzellenzen, sehr geehrte Verlegerinnen und Verleger, sehr geehrte Buchhändlerinnen und Buchhändler, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Damen, meine Herren! [Muss das echt immer jedes Jahr?] (ja.) [Es ist so lang!] (Ich muss aber meinen superspontanen Witz machen können, dass die Rede dagegen kurz wird.)

„Dies ist, was wir teilen“, lautet das Motto unseres diesjährigen Ehrengastes Niederlande Flandern und Niederlande. Ein Nachbar Zwei Nachbarn, (das müssen Sie doch wissen!) die uns so nah scheinen, die man gut zu kennen meint. Viele Jahrhunderte verbringen wir nun schon dies- und jenseits der Grenze. Doch bedeutet Nähe etwa, dass man sich nichts mehr zu sagen hätte? Dass man sich dies- und jenseits auf den beiden Seiten des Gartenzaunes in seinem Schrebergärtchen eingerichtet hätte?  Natürlich nicht! Es gibt ja immer ist ja immer hat immer [Mir fällt zu den Niederlanden einfach nix ein. Zu wenig existenzielle Konflikte.] (Was wissen wir eigentlich über den Redner, diesen Grünberg?) [Nicht viel. Schreibt halt Bücher.] (Und diese Lyrikerin?) [Schreibt Gedichte. Besser was mit Grenzen und Gemeinsamkeiten und so.]

Nein, denn Nähe bedeutet immer auch, den Nachbarn von Zeit zu Zeit einzuladen, den anderen teilhaben zu lassen, an dem, was einen bewegt, an dem, was einen vorwärtstreibt. Nicht nur an der Politik, auch an der Kultur, denn das ist es, was den Menschen, was uns Nachbarn dies- und jenseits hüben und drüben des Zaunes ausmacht. Und darauf spielt das Motto an: Die gemeinsame Geschichte, die gemeinsame Sprache, das gemeinsame Meer, der gemeinsame Horizont, ganz konkret: die Nordsee. (Meer … Meer … kann man da irgendwie anknüpfen? Was mit Handel, Wandel, Meer aus Büchern, Buchstaben, was Tiefsinniges?) [Landschaftsmetaphorik! Geht immer!] (Ich war mal in Holland, die Landschaft war fürchterlich langweilig dort.) Wenn die Landschaft flach ist, wenn nichts den Horizont verstellt, weitet sich der Blick über Wiesen und Meer. Mit diesem weiten Blick wollen wir von der Frankfurter Buchmesse stets hinaushinwegschauen über die regionalen Beschränkungen und Beschränktheiten hinaus (Da müssen noch ein paar Redundanzen hinein. Ich finde es noch nicht klar genug) über die Grenzen und über alles, was uns einschränkt hinaus, und teilhaben an dem, was andere Kulturen, was andere Menschen bewegt. (Können wir da nicht irgendwie die Anzahl der Aussteller unterbringen?) [Nein.]

(Wir brauchen einen aktuellen Schlenker jetzt.) [Bezug auf Meer?] (Lieber aufs Motto. Am besten nochmal wiederholen, hat man ja vergessen bis jetzt) „Dies ist, was wir teilen“. Ein Motto, das uns auch Mahnung ist. Allzu sehr fokussieren wir uns heute auf das Trennende, auf das, was uns unterscheidet. Leichter lebt es sich, wenn wir uns auf das besinnen, was uns gemeinsam ist. Wenn wir nicht künstliche Grenzen ziehen und uns in unseren Nationalstaaten verschanzen, sondern das europäische Haus (Entschuldigung, aber das geht wirklich nicht mehr) die scheinbar ein wenig aus der Mode geratene europäische Idee (besser) mit Leben anfüllen und gemeinsam leben verwirklichen. Und auch über die Grenzen des Kontinentes heraus Anteil nehmen am Leben derer, die aus Not zu uns geflüchtet kommen und [hier kurzer Einschub über Toleranz]. (Aber nicht zu lang, wir müssen irgendwie zurück zur Kultur. Und zum Kulturpessimismus. Den hatten wir noch nicht.) [Was mit Amazon? Oder mit Apple? Oder die Schnelllebigkeit der Medien? Best of Kulturpessimismus der letzten Jahre?] (Denken Sie sich was aus, Sie haben freie Hand, wie immer.)

Es sind die Bücher, die uns die Welt öffnen, die uns die Fähigkeit geben, zu verstehen. Doch wie bringen wir die Menschen dazu, sich auf Bücher einzulassen? Dies ist eine Aufgabe, der sich die Bildungspolitik stellen muss, die Schulen, die Eltern. Wenn wir es versäumen, aus den Kindern, aus den jungen Menschen Leser zu machen, dann erreichen wir sie später nicht mehr. In jungen Jahren schon müssen wir ihre Köpfe öffnen für eine Realität jenseits ihres Lebens. (Jetzt was aus der Rede zum Jugendbuchpreis umformulieren und rein damit. Vielleicht Stützrädermetapher.)

[Platzhalter Stützräder Bildungspolitik Sachsenbashing unbedingt vermeiden]

(Hier eine Anekdote mit Kunstbezug wegen dem Hockney, oder? Und können wir endlich die Anzahl der Aussteller?) [lieber gelehrtes Zitat!] (Gerne auch Hockney) [Okay, hab das auf inspirationalquotes.com gefunden: The mind is the limit. As long as the mind can envision the fact that you can do something, you can do it, as long as you really believe 100 percent #limit  #envision] (Aber nicht auf Englisch!!! Und löschen Sie das Tierbild raus.)

„Der Verstand ist die Grenze“, sagte David Hockney einmal. „Sobald der Verstand sich vorstellen kann, dass man etwas vollbringt, kann man es auch, solange man es nur zu Hundert Prozent glaubt.“

Die Buchmesse ist ein Ort, der dem Verstand auf die Sprünge helfen kann. Ein Ort, an dem wir die Welt größer machen, damit darin Platz ist für die Gedanken aller. (Den Satz hatten wir schon 2015! Glauben Sie, ich merke das nicht??!!) [Sorry, hat gerade gepasst.] (JA NATÜRLICH, DAS PASST IMMER.) Ein Ort, der den Blick weit macht, ihn schweifen lässt und sensibilisiert für das, was wir teilen. Seien wir gute Nachbarn, pflanzen wir keine hohen Hecken! Bewachen wir nicht eifersüchtig die Grundstücksgrenze und lesen wir nicht jedes Blättchen des Nachbarn von unserem Rasen. Seien wir offen und etablieren wir eine Kultur, die Gemeinsamkeiten fördert. [Jetzt aber bitte die Anzahl der Aussteller.] Mehr als 7100 Aussteller (genaue Zahl einfügen) sind zu uns nach Frankfurt gekommen, um mit uns gemeinsam an dieser Vision zu arbeiten.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass wir auch unsere persönlichen Grenzen überwinden mögen, im Interesse der Zusammenarbeit und der Weitsicht. Auch, wenn wir hier in Frankfurt kein Meer bieten können –blicken Sie mit uns auf ein Meer der Bücher, der Gedanken und Visionen

[Abmoderationsbaustein] Nun wünsche ich uns allen eine schöne, eine inspirierende Messe. Vielen Dank!

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