Literaturblog

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Fünf Tage Trubel: Wir bloggen von der Buchmesse

Die Messe ist gelesen

Vorbei, bye-bye.© Julia BährVorbei, bye-bye.

Nach der Messe ist vor der Messe, aber bis dahin muss sich erst mal einiges setzen: all die Eindrücke und vor allem wir selbst, weil die Füße sich nach dieser Woche anfühlen, als habe jemand kleine Igel darunter geschnallt. Zeit für einen Rückblick, im Sitzen oder Liegen zu genießen:

Die Eröffnungsrede von Juergen Boos wurde vorab diesem Blog zugespielt, mit allen geheimen Notizen. Im Nachhinein erwies sich das als hilfreich, denn Boos war zu erkältet, um sie selbst zu halten, da wäre einiges an Subtext verloren gegangen. Und wo wir schon bei Scoops sind: Wir haben auch herausgefunden, wie es zur Entscheidung des Gutenberg-Museums kam, einen 3D-Drucker auf der Messe viele kleine Gutenbergs drucken zu lassen.

Dass eine Zukunft als Literat vielleicht doch nicht unerreichbar ist, merkten wir bei der Erstellung des Quiz „Ausgedacht oder Herbstprogramm“ – einige unserer ausgedachten Titel und Plots reichen wir jetzt mal bei Verlagen ein, Sie werden dann beim nächsten Literaturnobelpreis von uns hören! Wir gehen auch ans Telefon, wenn das Komitee anruft, versprochen. Außerdem bekamen wir zehn hilfreiche Tipps für den Weg zum Autorenruhm, die wir sofort umsetzten. Kompromisslos, willfährig, karrieregeil.

Aber woher soll man nach dieser Messe überhaupt noch die Energie zum Schreiben nehmen? Der Motivationstrainer Markus Jotzo beglückte uns mit vielen Ideen, vielleicht ist da auch für Sie was dabei. Und wenn alle Stricke reißen, können wir das Schreiben immer noch einem Computer überlassen – die machen ja jetzt auch schon Politik, da sollte so ein kleiner Bestseller ein Kinderspiel sein.

Die Motive liegen übrigens auch auf der Hand nach dieser Woche: irgendwas Wahn- und Rauschhaftes! Zum Beispiel darüber, wie man eine Brille aufgesetzt bekommt und im nächsten Augenblick einen Pianisten vor fliegenden Flaschen beschützen muss. Oder darüber, wie man einfach nur durch einen Gang gehen will und dann Ewigkeiten eingekeilt ist zwischen Hockney-Fans, die ihn alle weder sehen noch verstehen können, sondern ihn nur irgendwo auf der Bühne da vorne vermuten. Gegen diese kafkaesken Erlebnisse muten unsere Nächte auf den Messepartys, sorgfältig erfasst mit einem speziellen Formular, geradezu hyperrealistisch an. Weil Linsensuppe nun mal erdet, egal was für ein crazy upcoming Literaturnobelpreisträger man ist.

Also, Füße hoch, die nächste Messe kommt bestimmt. Wir sehen uns hoffentlich nächstes Jahr wieder. Selbe Zeit, selber Ort!

Es grüßt:

Ihr F.A.Z.-Buchmesseteam

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