Home
Grand Central

Grand Central

New York, die erstaunlichste Stadt des Universums.

29. Dez. 2014
von Patrick Bahners
2 Lesermeinungen

5
5817
     

Wie wirkt die Met im Kino? Bühne frei für einen Gastkritiker

Besucher der Metropolitan Opera mussten an den Festtagen in dieser Saison einen liebgewordenen Anblick entbehren. Der Weihnachtsbaum fehlte. Früher war mehr Lametta, früher war mehr Geld in der Kasse. Die Ratings-Agentur Moody’s hat die Met, die Supergroßmacht der modernen Opernwelt, kurz vor Weihnachten wie einen über seine Verhältnisse lebenden Staat herabgestuft – pünktlich zu der für Silvester angesetzten Neuinszenierung von Franz Lehárs Operette „Die lustige Witwe“, in der die kreativen Haushaltssanierungsmethoden des Balkanfürstentums Pontevedro den Anlass für die Liebesintrige bieten.

Ein geschäftlicher Erfolg sind die Live-Übertragungen von Met-Aufführungen in mehr als 2000 Kinos auf der ganzen Welt, auch wenn sich wie bei den Digitalabonnements der ähnlich großmächtigen, ähnlich trudelnden „New York Times“ die Frage der Kannibalisierung stellt. Schafft „The Met: Live in HD“ nicht jedenfalls für Musikliebhaber im erweiterten Großraum von New York Anreize, sich die hohen Eintrittspreise für das Opernhaus zu sparen? Auch im ästhetischen Sinne sind Kosten und Nutzen des Projekts abzuwägen, das nun in der neunten Spielzeit betrieben wird. Die Live-Übertragung in einen Theatersaal mit Kinoleinwand nimmt eine merkwürdige Zwischenstellung ein zwischen der an Ort und Stelle miterlebten Aufführung und der abgespielten Konserve. Transmission der Musik, zweidimensionale Projektion, Kinomöblierung und -verköstigung schaffen eine Distanz, die durch eine von der Videotechnik ermöglichte Nähe kompensiert wird. Fördern Großaufnahmen die Konzentration, machen Kameraschwenks das Bühnengeschehen durchsichtiger?

Für die räsonnierende Probe aufs medienästhetische Exempel drängen sich „Die Meistersinger von Nürnberg“ von Richard Wagner auf, die die Met in dieser Spielzeit als Wiederaufnahme einer auch auf DVD dokumentierten Produktion des Jahres 1997 auf die Bühne gebracht hat. Regie führte, wie in der „Arabella“, die die Met in der vergangenen Spielzeit zum Strauss-Jubiläum wiederaufnahm, Otto Schenk. Die „Meistersinger“ sind ein Werk, das den Zuschauer überwältigen, aber schon wegen der schieren Dauer von sechs Stunden (mit Pausen) auch physisch überfordern kann. Den scheinbar oder nur im engen Wortsinn altfränkischen Stoff hat Wagner mit herrlichem Witz behandelt, der verschwindet, wenn man den Text nicht versteht. Weiterlesen →

29. Dez. 2014
von Patrick Bahners
2 Lesermeinungen

5
5817

     

13. Dez. 2014
von Patrick Bahners
1 Lesermeinung

2
1216
     

Ich freue mich, wenn ich ausrasten darf: Michael Volle ist Hans Sachs

Was passiert, wenn ein Beckmesser auf einen Beckmesser trifft? So geschieht es jetzt immer, wenn ein Opernhaus „Die Meistersinger von Nürnberg“ von Richard Wagner auf den Spielplan setzt und den deutschen Bariton Michael Volle für die Partie des Hans Sachs verpflichtet. Volle triumphierte 2007 bei den Bayreuther Festspielen als Beckmesser in Katharina Wagners Inszenierung, die den Fluch der Kritikerkarikatur vom Merker nahm und den Widersacher des romantischen Dichterstars Walther von Stolzing als protomodernes Künstlerindividuum deutete. Die Karriere des 1960 in Freudenstadt geborenen Sängers, der erst recht spät von den großen Häusern entdeckt wurde, erhielt einen mächtigen Schub.

Weiterlesen →

13. Dez. 2014
von Patrick Bahners
1 Lesermeinung

2
1216

     

16. Nov. 2014
von Patrick Bahners
12 Lesermeinungen

0
15538
     

Diese Bilder fuhren in mich ein: Neo Rauch im Gespräch über El Greco

Bei David Zwirner zeigt Neo Rauch Gemälde aus diesem Jahr. Zum ersten Mal hat der Leipziger Maler einen englischen Ausstellungstitel gewählt: „At the Well“ („Am Brunnen“). Er löscht seinen Durst im Museum. Weiterlesen →

16. Nov. 2014
von Patrick Bahners
12 Lesermeinungen

0
15538

     

01. Apr. 2014
von Patrick Bahners
2 Lesermeinungen

0
4379
     

Wie es ist, wenn die Met anruft: Ein Interview mit der Sopranistin Juliane Banse

Am 3. April gibt die deutsche Sopranistin Juliane Banse in der „Arabella“ von Richard Strauss ihr Debüt an der Met. Im Interview spricht sie über ihre Traumrollen und über geheime Wünsche der Frauen. Weiterlesen →

01. Apr. 2014
von Patrick Bahners
2 Lesermeinungen

0
4379

     

09. Feb. 2014
von Henrike Bücker

0
485
     

Unsozialer Wohnungsbau: Das Museum der Einwanderung im East Village

Die Deutschen redeten nicht mit ihnen, aber das konnte den Stolz der Iren nicht brechen. Baufällige Häuser, jahrzehntelang unbewohnt, zeigen, wie gefährlich die Neuankömmlinge vor 150 Jahren lebten. Weiterlesen →

09. Feb. 2014
von Henrike Bücker

0
485

     

30. Dez. 2013
von Patrick Bahners
2 Lesermeinungen

0
3799
     

Mit dieser Stund vorbei: Abschied von der ältesten Inszenierung im Repertoire der Met

So spendet Segen noch immer die Hand der Witwe von John D. Rockefeller, Jr.: Seit 1969 bürgte der "Rosenkavalier" an der Met für einen Realismus, der sich mit dem Vergehen der Zeit nicht abfinden will. Weiterlesen →

30. Dez. 2013
von Patrick Bahners
2 Lesermeinungen

0
3799

     

07. Nov. 2013
von Patrick Bahners
Kommentare deaktiviert

0
561
     

Hochzeitsmarsch für das Geburtstagskind: New York feiert Benjamin Britten

Vom britannischen Orpheus bekommt man im Jubeljahr der Musikdramatiker in New York mehr zu hören als von Verdi und Wagner zusammen. Die Metropolitan Opera lässt Brittens Sommernachtstraum zweideutig leuchten. Weiterlesen →

07. Nov. 2013
von Patrick Bahners
Kommentare deaktiviert

0
561

     

17. Okt. 2013
von Patrick Bahners
Kommentare deaktiviert

0
774
     

Väter der Klamotte: Mary Beard hat Spaß an den alten Römern

Es soll bloß niemand sagen, Latein sei etwas für verwöhnte Jungs: Die Althistorikerin aus Cambridge macht auch dort Eroberungen, wo Asterix keine Siege feierte. Weiterlesen →

17. Okt. 2013
von Patrick Bahners
Kommentare deaktiviert

0
774

     

29. Aug. 2013
von Patrick Bahners
3 Lesermeinungen

0
5681
     

Die Fotografie im Amerikanischen Bürgerkrieg

Für die Illustrierten mussten ihre Bilder noch abgezeichnet werden, für Aufnahmen des Kampfgeschehens dauerte die Belichtung noch zu lange. Die Fotografen im Tross der Bürgerkriegsheere retteten das Individuum und dokumentierten die Zerstörung. Weiterlesen →

29. Aug. 2013
von Patrick Bahners
3 Lesermeinungen

0
5681