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Diese Erzählform vereint das Beste beider Kunstwelten: Wort und Bild. Was man davon lesen und was man besser meiden soll, steht hier.

Geschichten aus 1001 Comic

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Ein Kompendium für jene, die wissen wollen, welche Comics man gelesen haben sollte: Paul Gravett hat eine gewaltige Bestenliste erstellt, die Andreas Knigge nun für den deutschen Leser bearbeitet hat - Lesestoff-Anregung für Jahre, wenn nicht Jahrzehnte

Hätte Scheherazade dieses Buch besessen, wäre es ihr leichter gefallen, den Kalifen mehr als tausend Nächte erzählerisch zu zerstreuen. Sie hätte ihm einfach jeden Abend einen der hier empfohlenen 1001 Comics in die Hand gedrückt. Allerdings fürchte ich, dass der Kopf der schönen Sklavin dann früh gerollt wäre – etwa in der Nacht, als der Kalif auf den grässlichen Band „Logicomix” gestoßen wäre, einen Inbegriff dümmlicher Sachcomicbemühungen, auch wenn es da um Bertrand Russell geht.

Aber klar, dass sich bei einer solch riesigen Auswahl die Geschmäcker von Autoren (neunundsechzig waren am Buch beteiligt) und Lesern bisweilen unterscheiden. Schön dagegen, dass überhaupt mal jemand einen Kann dieser Art wagt (wobei es dann doch nur hundert hätten sein können, um das sofortige Gefühl von Überwältigung zu vermeiden, das angesichts des ziegelsteindicken und -schweren Werks unvermeidlich ist).

Zu verdanken ist das Mammutprojekt dem britischen Comicexperten Paul Gravett. Seine Nationalität dürfte mit dafür verantwortlich sein, dass zwar Werken in englischer Sprache ein klares Übergewicht zukommt, aber dabei auch nicht nur die typischen amerikanischen Superheldengeschichten anfallen. Zwar ist kein anderer Autor mit mehr Titeln (dreizehn)  vertreten als der amerikanische Zeichner Jack Kirby, aber immerhin hat der englische Szenarist Alan Moore genauso viele Empfehlungen bekommen, und mit Hergé, Jacques Tardi oder Osamu Tezuka, um nur drei zu nennen, werden auch Vertreter anderer Sprachgruppen mit jeweils zahlreichen Empfehlungen gepriesen.

Der Titel des Buchs ist provokativ: „1001 Comics, die Sie lesen sollten, bevor das Leben vorbei ist”. Andreas C. Knigge hat die deutsche Bearbeitung des im Original 2011 erschienenen Werks besorgt und dabei keineswegs den Anteil deutschsprachiger Comicwerke eigens gestärkt. Vertreten sind unter anderen Wilhelm Busch, e.o. plauen, Manfred Schmidt, Rolf Kauka, Ralf König, Nicolas Mahler, Jens Harder, Ulli Lust, Line Hoven, Reinhard Kleist und – schudder, aber das ist eben Knigges Leidenschaft – gleich zweimal Hansrudi Wäscher, dafür aber dreimal Matthias Schultheiss.

Kann man 1001 Comics lesen? Natürlich, aber nicht so, wie Knigge es in seinem Vorwort anregt: einen pro Tag oder wenigstens pro Woche, so dass man die Liste in drei respektive zwanzig Jahren abgearbeitet hätte. Denn einzelne Empfehlungen gelten zum Beispiel Serien wie „Gasoline Alley”, die von 1918 an mehr als achtzig Jahre lang erschien. Daran liest man allein schon Monate. Schön wäre hier – wie auch bei den „Peanuts” oder den „Katzenjammer Kids” – Hinweise auf besonders gelungene Episoden oder zumindest Jahrgänge gewesen. Konkret: Bei „Gasoline Alley” muss man den Jahrgang 1921 lesen. Oder bei den „Peanuts” die Folgen mit Lucy als Psychiaterin. Schaeun Sie sich mal an, wie so etwas im Falle von Carl Barks aussieht; dazu müssen Sie oben rechts die Leseprobe aufrufen: http://www.edition-olms.com/index.php?id=258

Manga nehmen zu Recht einen großen Teil der L Scaheuniste ein, Italien kommt etwas kurz (nur vier Titel etwa von Hugo Pratt, aber selbst der göttliche Belgier André Franquin ist nur mit fünf vertreten), Südamerika ist unterrepräsentiert. Und der vorletzte Titel der chronologisch geordneten Liste hätte der letzte sein müssen, denn „Packeis” von Simon Schwartz, der in diesem Blog auch schon gelobt wurde, erschien erst 2012, also nach Craig Thompsons „Habibi” (der in diesem Blog schon verrissen wurde).

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1 Lesermeinung

  1. <p>Sehr geehrter Herr...
    Sehr geehrter Herr Platthaus,
    haben Sie schon mal die Lucca Comics besucht?
    Habe schon letztes Jahr hier im Comic Blog einen Bericht erwartet!

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