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ATAK steckt mit im Doppelpack

31.07.2013, 17:21 Uhr  ·  Zwei Wochen nur läuft in Stade eine Ausstellung, die Werke des Berliner Zeichners ATAK zusammen mit Arbeiten des Künstlerduos 44flavours zeigt. Also hin, denn das Ganze geht schon am 3 August los. Zumindest aber den Katalog kaufen.

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Das passt. ATAK stellt zusammen mit 44flavours aus, Es passt, weil alle drei Künstler (44flavours ist ein Duo, das aus Sebastian Bagge und Julio Rölle besteht) aus Berlin kommen; die beiden jeweils 1981 geborenen Pseudonymen aus Kreuzberg, also dem Westteil, ATAK, der eigentlich Georg Barber heißt und 1967 geboren wurde, aus dem Osten der Hauptstadt. Es passt aber auch, weil der Künstlername des Duos übersetzt „44 Geschmacksrichtungen“ lautet und ATAK in der Ausstellung die Illustrationen zu seinem neuen Bilderbuch zeigt, das unter anderem Gerüche sichtbar macht: „Der Garten“.

Dieses Buch gibt es noch gar nicht. Es erscheint am 21. August. Dann ist die Doppelausstellung im Kunsthaus Stade schon wieder vorbei, denn sie läuft nur etwas mehr als zwei Wochen, vom 3. bis zum 18. August (http://www.museen-stade.de/). Wer jemals Originale des früheren Comiczeichners ATAK gesehen hat, der weiß, wie zauberhaft sie sind, noch schöner als im Druck, der meist schon schön genug ist. So verhält es sich übrigens auch mit „Der Garten“, der im Antje Kunstmann Verlag erscheinen wird.

Wieso ich das schon weiß? Weil ich das Buch bereits besitze. Das sind so die Vorzüge eines Comic-Liebhabers, dem alles auch nur einigermaßen Verwandte auf den Tisch flattert. Wobei ATAK eine äußerst enge Verwandtschaft pflegt, auch heute noch, wo er doch längst weit weg von den Comics ist, aber immer noch munter daraus zitiert. Zum Beispiel liest eine Dame im Garten eines der Lieblingsalben des Berliner Zeichners: „Der geheimnisvolle Stern“, einen Band aus Hergés Reihe „Tim und Struppi“.

Und als Comic-Liebhaber erreichte mich auch die Mitteilung über die Ausstellung in Stade, aber das tat sie erst heute, am 31. Juli, also zwei Tage vor der abendlichen Eröffnung. Ich werde es nicht in den hohen Norden schaffen, aber was ich sagen kann, ist, dass das Kunsthaus sich wahrlich nicht lumpen lässt und einen prachtvollen Katalog produziert hat. Den habe ich nämlich auch bekommen, und es ist alles andere als ein gewöhnlicher Katalog.

Es ist ein Heft, geklammert, fadengebunden, gefaltet und gelegt zugleich, denn die Publikation besteht aus fünf Bestandteilen, die in unterschiedlichen Formaten zusammengefügt sind. Alle sind sie bildstark, am meisten das gefaltete Plakat, das ATAK und 44flavours gemeinsam gestaltet haben. Dieser große Siebdruck liegt gefaltet in der Mitte des Ganzen zwischen einem blindgeprägten geknickten Kartonbogen.  Der ist mit Faden in die anderen drei Teile eingebunden, die ihrerseits wieder miteinander verbunden sind, obwohl sie wiederum aus zwei Heften und einem Leporello unterschiedlicher Größe bestehen. Man sieht: Es ist ein Buchdesign-Kunstwerk, und zu gern wüsste man, wer es gestaltet hat. Was ich weiß: Man muss es haben. 24,90 Euro kostet es.

Das ist viel Geld? Stimmt. Aber der ATAK/44flavours-Katalog ist wieder nur ein Teil einer Edition, die „Sixpack“ heißt und insgesamt vier Kataloge, die von einer Banderole zusammengehalten werden, umfasst. Denn die aktuelle Schau ist nur der Mittelteil eines Triptychons von Doppelausstellungen (namens „Sixpack“), die jeweils nur zwei Wochen laufen und unmittelbar aufeinanderfolgen. Vor der jetzigen waren schon im Doppelpack Daniel Burckhardt und Stephan Mösch dran, am 24. August folgen Paula Müller und Thomas Fornfeist. Und zu allen diesen Künstlern gibt es Katalogpublikationen, alle sind höchst originell gestaltet (wenn auch keine andere so originell wie die von ATAK und 44flavours), und alle sind nur im Paket erhältlich. Deshalb 24,90 Euro (oder, wer mehr zahlen will, für eine limitierte Ausgabe, die zusätzliche Originalgraphiken, Aufkleber und Postkarten enthält, 99,90 Euro).

Und wem das alles zuviel ist, der kauft in drei Wochen einfach ATAKs „Garten“-Buch. Das kostet nur 16,95 Euro und bietet neben den herrlichen Bildern auch noch eine ganz ruhig erzählte Geschichte, ein Stimmungsbild lediglich mit Worten. Da riecht man den Garten, sogar in mehr als 44 Nuancen.

 

 
 

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Jahrgang 1966, Redakteur im Feuilleton der F.A.Z., zuständig für „Bilder und Zeiten“.