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Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Nicht ganz da

| 25 Lesermeinungen

Schlummern tuth es nie, das Netz und so declarirt das Gesetz, dasz der Mensch soll sein gehetzt. Doch der Mensch hat nur zwei Händ‘, zwei Ohren und zwei Äugelein. So sieht er nur ein tausendstel von all den Online-Sauerein. Und siehe da! Er steht auf und proclamieret: Ich bin süchtig. Dabei ist er nur frusthrieret.

Schlummern tuth es nie, das Netz und so declarirt das Gesetz, dasz der Mensch soll sein gehetzt. Doch der Mensch hat nur zwei Händ‘, zwei Ohren und zwei Äugelein.
So sieht er nur ein tausendstel von all den Online-Sauerein.
Und siehe da! Er steht auf und proclamieret: Ich bin süchtig. Dabei ist er nur frusthrieret.

Ich spreche bei exzessivem Gebrauch von Internet, Handy und selbst beim ständigen Daddeln von Online-Rollenspielen nicht gern von Sucht. Der Begriff Sucht ist in diesem Zusammenhang RTL-Sprache. Er ist nicht nur medizinisch veraltet, er rückt auch etwas, das eher ein Fehlverhalten ist, in die Nähe einer Drogenabhängigkeit und macht somit am Ende harmlose technische Errungenschaften zu mit Vorsicht zu genießenden Suchtmitteln, deren Gebrauch strengstens kontrolliert werden muss. Natürlich gibt es auf der Seite Onlinesucht.de eine ganze Menge Berichte von Menschen, denen ihr Umgang mit dem Netz außer Kontrolle geraten ist, und selbstverständlich heißen diese Berichte Bekenntnisse. Aber wenn man denn unbedingt einen Vergleich ziehen muss zu den klassischen Drogenkrankheiten, dann erinnern die Berichte doch am ehesten an die von zwanghaften Spielern. Bloß, dass die ominöse Onlinesucht nicht mit dem finanziellen Ruin verbunden ist, blasse Haut ist eher die Folge.
Verharmlosung!, rufen da die Ersten, denn nichts ist in einer hysterischen Zeit schlimmer, als den Ball flach zu halten. Aber Entschuldigung: die Folgen auch noch der massivsten WoW-Sucht sind überwunden in dem Moment, in dem man den Stecker zieht. Versuchen Sie das mal mit Heroin. Den Begriff Sucht für jede erdenkliche Tätigkeit zu verwenden, die man öfter ausübt als Duschen, ist einfach eine bequeme Möglichkeit, sich selbst aus der Verantwortung zu entlassen. „Bin halt süchtig“, sagt der Fremdgeher, „Ich kann nicht anders“, sagt der gerade nochmal kurz die Mails Checkende, „Die Sucht ist stärker als ich“, ruft es aus dem Computerraum.
Unfug. Medizinisch ist das Onlinesein ganz harmlos.
Aber ich hasse Menschen, die surfen, während sie mit mir reden.
Was ich natürlich meine: Ich hasse Menschen, die surfen, während sie mit mir zu reden vorgeben.
Nein, ich bitte um Verzeihung: Ich hasse Menschen, die surfen, während ihre bleiche leere Hülle vor mir sitzt und den Anschein erweckt, hier handele es sich um ein Gespräch.

Bild zu: Nicht ganz da

Mit einem ehemaligen Chef hatte ich innerhalb mehrerer Jahre eine einzige sinnvolle Unterhaltung. Sie ging etwa fünf, vielleicht sogar beinahe zehn Minuten lang, wir saßen in einem Café und er hatte aus unerfindlichen Gründen seinen Laptop nicht dabei.
Üblicherweise schaute er nur von seinem Laptop auf, um Befehle zu bellen oder in zwei Sätzen ein Stop-Motion-Video mit Legofiguren zusammenzufassen, das man gesehen haben müsste und durch die Zusammenfassung deutlich an Reiz verlor. Nachdem wir da also einige Minuten saßen und ich einer Gehaltserhöhung so nah war wie noch nie, fiel ihm auf, dass etwas nicht stimmte. Er hatte einen Film erwähnt, den er gesehen hatte, und er hatte ihn jetzt nicht augenblicklich vor der Nase flackern, sondern nur in der Erinnerung. Das fühlte sich ganz offensichtlich scheußlich an für ihn. Gerade noch rechtzeitig fiel seinen hektischen Fingern ein, dass er ja ein mittelmäßig onlinefähiges Handy dabei hatte, also suchte er jetzt einen Trailer zu besagtem Film, aber da dieser Trailer bei Google wider Erwarten nicht auf der Startseite auftauchte, fing das Suchen an und also war das Gespräch beendet, auch wenn es von da an noch eine endlose halbe Stunde dauerte.
Ich hätte währenddessen einen Seiltanzkurs beginnen, aus einer Schildkröte einen Hut basteln oder einfach bloß Genervtheitssuizid begehen können, nichts wäre dazu angetan gewesen, seine Aufmerksamkeit zu erregen, denn endlich konnte er noch eben den Status seines Avatars bei Second Life abfragen, Mails abrufen, kurz antworten und, wo er gerade dabei war, rasch bei einer Tickethotline anrufen und vielleicht gerade noch schnell, nur fünf Minuten, einen Urlaub buchen. Dabei war ich es doch, der sich weit weg wünschte.
Ich war von gerade zu sarrazinischer Wut erfasst. Alle Deutschen teilen schließlich ein bestimmtes Gen, das Aufregen (Da ich unter Wortspielsucht leide, hat die Aufsichtsbehörde für Sprachverunreinigung, Abteilung Limericks, Kalauer und Mario Barth, mir nach einem kurzen Briefwechsel diesen Satz abgenickt).
Nachdem ich ein Buch über Handys verfasst habe und vom israelischen Botschafter dafür beschimpft worden bin (ich hatte einige sehr PR-taugliche Sabbatscherze eingebaut), machte ich mich an eine kühle Analyse der Situation und bereitete eine WG-interne PowerPoint-Präsentation vor. Dabei stieß ich auf den amerikanischen Psychologen Barry Schwartz. Schwartz hat den Begriff Paradox of Choice entwickelt. Denn Wahlfreiheit macht nicht glücklich.
Je mehr Nachrichten uns zur Verfügung stehen, je mehr Tabs wir geöffnet haben, desto weniger können wir uns entschließen, noch irgendetwas zu lesen. Es könnte immer hinter dem nächsten Tab die noch interessantere, die noch genauer auf meine Bedürfnisse passende Information warten, mein Handy kann mir etwas verraten, was mein seltsam analoger Gesprächspartner nicht weiß. Am Ende steht der Überdruss: alles ist wichtig = nichts ist wichtig.

Bild zu: Nicht ganz da

Schwartz möchte deswegen nicht den Stalinismus einführen und um sicher zu gehen, dass ihm das niemand unterstellt, sagt er zu Beginn seiner Vorträge, dass Freiheit etwas Großartiges sei.
Und natürlich gibt es kein Zurück zu dem Zustand, drei Fernsehkanäle und einen Festnetzanschluss zu haben. Dennoch sind die Konsequenzen des Wahlparadox interessant: Unzufriedenheit und Apathie.
Aber warum denn unzufrieden? Wenn ich über Google News mein tägliches Nachrichtenpaket beziehe, kann ich den Newsfeed ganz nach meinen Bedürfnissen zusammenstellen. Langweilt mich Wirtschaft, dann werde ich eben über Wirtschaft nicht mehr informiert und wenn ich das möchte, bekomme ich stattdessen Prominews und Sportergebnisse aus der ganzen Welt. Wenn Beschränktheit nicht zufrieden macht, was denn dann?
Und Apathie?
Als 2009 im Iran die Anhänger der Opposition auf die Straße gingen und an der Zensur vorbei twitterten, da wurden all jene Lügen gestraft, die glaubten, der Westen sei längst entpolitisiert und betrachte Ereignisse in fernen Ländern ungefähr mit dem Enthusiasmus, mit dem olympische Gehwettbewerbe von Zuschauern verfolgt werden, die keine Karten für das Schwimmturnier bekommen haben. Weit gefehlt: Das Internet überschlug sich vor Solidarität, auf Twitter färbten sich die Profilfotos der Nutzer grün, als Zeichen der Verbundenheit mit den geschundenen Iranern, die Handyfotos wurden eifrig verbreitet, fast glaubte man, die Jugend der Welt würde sich nun bewaffnen und das Mullahregime wegfegen – da starb Michael Jackson. Die Plattenindustrie hatte endlich einen Weg gefunden, ihren Tod aufzuhalten – die Künstler müssen bloß sterben. Mehr medialer Enthusiasmus war nie. Unfair, liebe Perser? – Habt Ihr vielleicht unsere Jugend versüßt mit lustigen Zombiefilmchen, Frisureneskapaden und Pädophileprozessen? Und wer seid Ihr überhaupt? Kein Pieps war mehr zu hören über den Iran.
Ich habe mich für den Iran auch nur so lange interessiert, bis ich angetrunken nach Hause kam und auf Spiegel Online stand, dass Jackson tot war. Dann habe ich geschaut, was meine Freund so dazu geschrieben hatten und guckte ein paar Videos, die sie verlinkten. Wir waren alle zusammen noch einmal acht Jahre alt und staunten über diesen großen Entertainer. Wir sind ungeheuer nostalgische Kinder. Und so ist auch unsere Aufmerksamkeitsspanne die eines Achtjährigen auf Coca Cola-Trip.

Aber macht das das Netz mit uns? Machen uns Handys hektisch oder benutzen wir nicht gerade Handys, weil wir große Hektiker sind?
Wie würde das Netz wohl ausgesehen haben, wenn die alten Griechen es erfunden hätten oder Leonardo Da Vinci?
Alle unter Vierzigjährigen sind aufgewachsen mit der Idee, alles jetzt und sofort bekommen zu können. Unser Anspruch heißt: Ich will das JETZT. Netz und Handy sind da nur zufällige Mittel zum Zweck. Beides könnte man ganz entspannt nutzen. Man müsste bloß. Oh, das Handy klingelt. Es könnte etwas Unwichtiges sein, ich muss ran.

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25 Lesermeinungen

  1. Tattoo, Piercing, "Handy":...
    Tattoo, Piercing, “Handy”: Billiges Spielzeug für Leute, die sich wichtig und außergewöhnlich fühlen möchten, denn ein Auto reicht ja wohl nicht mehr. Dass sie nur eine neue -riesige- Unterschicht sind, merken sie nicht.

  2. @Jeeves
    Wenigstens reden sie...

    @Jeeves
    Wenigstens reden sie nicht mit ihrer Tätowierung, insofern kann sich gerne jeder Farbe unter die Haut spritzen lassen.

  3. Vielen Dank für den Artikel,...
    Vielen Dank für den Artikel, Herr Saage. Eine interessante Überlegung, ob man Netz und Handy auch völlig entspannt nutzen könnte. Schlaf-Apps sind bestimmt das nächste neue Ding.

  4. Ariel, bitte, fliegen Sie...
    Ariel, bitte, fliegen Sie jetzt davon – ich brauche Sie nicht mehr! Verstanden hab ich ohnehin! Adieu und sagen Sie meiner Heimatzeitung, Sie ist besser geworden und soll auf diesem Level bleiben. Das Riesenrad hält gerade unten an aber ich denke, es kommt in Fahrt. Servus!

  5. @Anna
    Die packe ich dann ins...

    @Anna
    Die packe ich dann ins Babyphone und schon wird geschlummert.
    @Erzengel
    Wie meinen?

  6. Ich habe den Eingang-Thread...
    Ich habe den Eingang-Thread überhaupt nicht gelesen und weiß trotzdem, ich bin wieder im falschen blog.
    Diplomatie war noch nie meine Stärke aber Sopherl weiß, worum es geht. Das alleine zählt. Und was meine Heimatzeitung betrifft, es ist hoffentlich nicht nur das Sommerloch, das ihm endlich ein Gesicht im Regionalteil gibt!
    Adieu bis irgendwann mal!

  7. Du meinst mit Deinem...
    Du meinst mit Deinem ehemaligen Chef ist doch hoffentlich nicht den Leiter dieses einen Blogverlags mit dem Berliner Fluss im Namen, oder?

  8. @Rouven
    Nein, ich meine den...

    @Rouven
    Nein, ich meine den Kommandeur der estnischen Nationalgarde.

  9. Gefällt mir!!! Danke....
    Gefällt mir!!! Danke.

  10. Meine Theorie wird bestätigt:...
    Meine Theorie wird bestätigt: Qualität des Blogs verhält sich umgekehrt proportional zu der der Kommentare. Bisher steht hier nämlich noch nichts wirklich Schlaues (s. Erzengel und besonders ausgeprägt bei Artikeln auf heise.de/tp). Oben schon.
    Warum ist das so?

  11. Ist das tatsächlich Ihre...
    Ist das tatsächlich Ihre Theorie? Ich dachte bisher, das sei eine Frage der Größe. Also: je größer, desto mehr Trolle.

  12. Am Wochenende segelten wir...
    Am Wochenende segelten wir eine Regatta, bei der man abends Hemd und Krawatte braucht. Ein junger Mitsegler brachte die Krawatte vorgebunden mit an Bord und fing sich natürlich den Spott ein, das habe wohl noch die Frau Mama für ihn erledigt. Weit gefehlt: Selbst war der Mann, nur eben zu Hause vor dem Bildschirm – ein Youtube-Video wies den Weg zum korrekten Knoten. Armer Kerl irgendwie… Ein Freund meines Sohnes kam vorbei, ein riesiger Umweg, um sich unser Navi zu leihen, denn sein I-Phone wurde geklaut und ohne apps findet er wohl nirgends mehr hin. Ich konnte ihm den (wirlich kinderleichten) Weg aus dem Kopf beschreiben und bot an, ihm auf einer Karte zu demonstrieren, dass man es auch ohne Sprachsteuerung aus dem off schaffen könnte. Nein, er nahm lieber das Navi mit und zugleich einen zweiten Umweg in Kauf, um es wieder zurück zu bringen. Armer Kerl, irgendwie… Sucht? Wohl eher eine Verarmung an Kompetenzen, oder? Was wird wohl die nächste Generation Segler tun, wenn der vollautomatische Kartenplotter mal ausfällt? Vermutlich die Seenot-Rettungsleitstelle anfunken oder, falls die auch nicht erreichbar sein sollte, die Ventile fluten…

  13. @R. Jonasson
    Ich habe...

    @R. Jonasson
    Ich habe zufällig am Sonntag eine Dokumentation über eine Gruppe von Europäern gesehen, die auf Art der Polynesier von einer Insel zur anderen über den Pazifik gesegelt sind. Es gab eine Unzahl von Orientierungsmöglichkeiten auf dem Wasser (!) und am Himmel, die heute vermutlich kaum ein Kapitän wahrnehmen kann.
    Bei Ankunft auf der Zielinsel wurde das Boot dann den heutigen Bewohnern übergeben. Ein Boot, mit dem ihre Vorfahren reisen konnten. Diese Bewohner hatten alle Kompetenzen eingebüßt, nicht jedoch (wie der Freund Ihres Sohnes) andere dazu gewonnen. Der Freund Ihres Sohnes kann ein Navi nutzen, er ist anscheinend höflich genug, es von Ihnen zu bekommen.
    Das ist keine Degeneration, das ist Fortschritt. Zielerreichung mit anderen Mitteln.

  14. @Nicander A. von Saage,
    ist es...

    @Nicander A. von Saage,
    ist es wirklich Fortschritt, wenn der besagte Sohn sich nur unter Zuhilfenahme technischer Hilfsmittel orientieren kann? Was, wenn die Technik versagt oder schlichtweg einmal nicht vorhanden ist? Das ist das Problem, wenn man sich stets auf technische Wundermittel verlässt und selbst keine Kompetenzen erwirbt. Ohne die Technik ist man nämlich dann gänzlich aufgeschmissen. Aus einem größeren Blickwinkel betrachtet wirkt es aber auch armselig, wenn man gewisse Grundfertigkeiten nicht mehr vorweisen kann. Was zeichnet den Einzelnen denn noch aus, wenn ohnehin jeder alles mithilfe des Computers kann?

  15. @Jonasson/vSaage: diese...
    @Jonasson/vSaage: diese weltweite Massenverblödung durch Navis ist grauenvoll. Meine Generation wurde kurzsichtig vom Lesen und Bildschirmhocken, orientierte sich in der U-Bahn am Stadtplan und in Stadt, Wald und Wiese an Wegen, Schildern und durch einen schweifenden Blick im Gelände. Immerhin das war noch bekannt. Mein Vater konnte im mittleren Alter noch 2 Stunden nach Blick auf die Straßenkarte nur durch richtige Orientierung den Weg durch Rijeka finden. Die Orientierungsfähigkeit der Menschen geht völlig verloren. Und jetzt bringen sie noch den Irrsinn 3-D-Bildschirm auf den Markt, der die Augen völlig kaputtmacht.

  16. @monsieur m.: Jeder darf...
    @monsieur m.: Jeder darf seinen technisch fabrizierten Müll dafür den anderen vor die Füße schmeißen.

  17. @colorcraze/monsieur m.
    In der...

    @colorcraze/monsieur m.
    In der Dokumentation “Babies” ist zu sehen, wie ein Himba-Baby aus einer Pfütze Wasser trinkt und sich im Dreck geradezu suhlt (wobei Dreck eigentlich nur ein anderer Ausdruck für Umgebung ist, nach unseren Maßstäben ist da alles dreckig). Das amerikanische Baby wird dagegen abgestaubt (mit einer Fusselrolle). Nun könnte man sagen, das amerikanische Baby habe die Kompetenz eingebüßt, mit Keimen umzugehen, aber an erster Stelle steht doch erst einmal: Wir haben fließendes Wasser in unseren Wohnungen und überhaupt erst einmal Keime sichtbar gemacht durch Mikroskope, weshalb wir insgesamt viel länger leben als die Himba, obwohl wir von einem Pfützenmahl sofort fürchterlichen Durchfall bekämen.
    Zum Navi: Ich habe kein Navi. In erster Linie, weil ich davon ausgehe, dass ich beim Versuch, es zu installieren, durchdrehen würde. Ich finde trotzdem überall hin. Ich frage nach dem Weg.

  18. Chats, soziale Netzwerke und...
    Chats, soziale Netzwerke und Onlinerollenspiele sind auch Symptome des “Fortschritts”. Man sollte sich bei all dem Kram, mit dem sich Fortschrittsschreier einem heute aus ökonomischen Beweggründen andienen, aber fragen, ob das eigene Leben durch diese “Maschinen” wirklich besser geworden ist und dann aussieben, was in die Tonne gehört und was wirklich nutzbringend sein könnte. Wenn der Fortschritt nicht glücklich macht, fährt man wohl besser mit Altbewährtem.

  19. @vSaage: ja, durchfragen geht,...
    @vSaage: ja, durchfragen geht, aber auch nicht überall. Weil die meisten Leute nur die Wege kennen, die sie gekommen sind, und nur noch wenig von der näheren Umgebung. Fragen sie mal eine Verkäuferin am Backshop nach der Parallelstraße, sie wird es ihnen nicht sagen können.

  20. @monsieur m.
    Ich siebe und bin...

    @monsieur m.
    Ich siebe und bin da gang bei Ihnen.
    @colocraze
    Das ist mir auch aufgefallen. Das geht nur in Eigentümerläden.

  21. ganZ bei ihnen natürlich...
    ganZ bei ihnen natürlich

  22. Technische Errungenschaften...
    Technische Errungenschaften stehen viel zu häufig mit einer paradoxen Form der gefühlten Entmündigung in Zusammenhang. Schon immer mussten Menschen Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden können (heute wie wohl selten zuvor) und zwar basierend auf ihren eigenen Zielen, Wünschen und meinetwegen Werten. Schon immer haben sich Menschen bestimmten gesellschaftlichen Zwängen ausgesetzt gefühlt und sich dann entschieden, sich zu diesen konform oder anders zu verhalten.
    Sucht als Begründung und Entschuldigung ist, wie geschrieben, völlig daneben
    Das technische Gerät ist i.d.R. soviel Teil meines Lebens, wie ich es einsetze (mal ausgenommen von z.B. medizinischen Hilfsapparaten). Meine freie Entscheidung.
    Gerade im Überfluss der Apps, “Smart”phones und anderen vorgeblichen Lebenserleichterern bekommt eine mehrtägige Wanderung in Wäldern mit Kompass und schlechtem Mobilfunk-Empfang ein ganz neues Moment der Erdung.
    Und, noch einmal zu Entscheidungsfreiheit: Meine Gesprächspartner, die während des Gesprächs surfen oder, noch besser, chatten oder sich auf facebook mitteilen, haben sich ebenfalls frei dazu entschieden, dies genau in diesem Moment zu tun. Dann entscheide ich mich auch gerne für andere Gesprächspartner. (Knifflige Ausnahme: der Chef wie oben beschrieben…)

  23. Danke für diesen schönen...
    Danke für diesen schönen Beitrag.
    Ich denke, dass dieses Phänomen der allgemeinen Unaufmerksamkeit noch viel größer ist; Telefonieren mit zwei Handys gleichzeitig zB, dafür brauchts nicht mal Internet…
    Der größte Irrtum ist, dass das sogenannte Multitasking folgenlos immer weiter ausgedehnt werden kann, also statt zwei, drei Dingen gleichzeitig werden so zeh bis fünfzehn Tätigkeiten gleichzeitig ausgeführt – man verlernt es, eins nach dem anderen und dafür alles “gscheit” zu machen.
    Übrigens ist wohl ein Fehler auf der Übersichtsseite dieses Blogs aufgetreten; statt eines kurzen Anrisses dieses Beitrags ist der ganze Beitrag dort zu lesen, worunter die Übersichtlichkeit deutlich leidet.

  24. @Sophie M.: ja, Multitasking...
    @Sophie M.: ja, Multitasking ist eine Seuche. Man muß wieder dazu kommen, sich am Stück mit bestimmten Sachen zu befassen. Und bestimmte Rhythmen etablieren. Ob Anrufzeiten oder Treffen, jedenfalls nicht alles durcheinander.

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