Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Ich seh dich in der Ferne

| 59 Lesermeinungen

Das Fernsehprogramm lässt uns keine Wahl: man kann den Fernseher ausschalten, oder auswandern. Das Internet kürzt diese Reiseroute ab. Wir dürfen uns dort an eine neue Qualität gewöhnen.

Thue ichs nicht gern / wer ists / der es befihlet mir?
Thue ich es gern / warumb / daß ich mich dann beklage ?

 

Blättert man in einem mit grobem, waldgrünen Stoff bezogenen Fotoalbum, in dem meine Eltern mein kindliches Treiben durch die Linse einer Spiegelreflexkamera festhielten, findet man dort auf Seite sieben ein fotographisches Dokument, das noch heute für mein Verhältnis zum Fernsehen steht: mit einem hölzernen Kochlöffel stehe ich vor dem flimmernden Fernsehgerät und versuchte ihm mit meinem Drumstick ein wohlklingenderes Geknister zu entlocken. Was bei einem Xylophon funktioniert, muss doch der schwarze Kasten auch können! 25 Jahre später funktioniert dieser Trick noch immer nicht. Eine überfütterte Palette verschiedenster Fernsehsender schmückt das Buffet, auf anorektischen Bildschirmen kann der Blick tief in hochauflösende Aufnahmen vom Meeresgrund tauchen, sorgfältig barbierte Moderatoren ergründen Politskandale, während sie sich auf einem aalglatten Ceranfeld den dritten Stern erkochen. Dennoch schmeckt das Fernsehen heute vergilbter als die Anmutung des betagten Fotos meines Löffelkonzertes.

Das Fernsehprogramm lässt uns keine Wahl: man kann den Fernseher ausschalten, oder auswandern.

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Ein großer Fernseher ist kein Statussymbol mehr, auch als Kaminfeuer hat er ausgedient. Für Medienkonsumenten, deren zentrales Informationsmedium das Internet ist, zappelt die Bewegtbildunterhaltung zwar weiterhin auf einem Bildschirm, doch von deutschen Sendern gestaltetes Programm spielt dabei immer seltener eine Rolle. Wer am Abend abschalten möchtet, schaltet den Fernseher ab – und das Netz ein. Junge Fernsehzuschauer zappen nicht vom Sofa aus durch die Programme, sie liegen mit dem Laptop auf ihrem Bett. Diese German Gemütlichkeit ist netzgemacht.

Doch Zuschauer, die sich vom Fernsehen abwenden, da das Programm ihre Interessen und Vorlieben nur noch in Form strikter Magerkost abspeist, wenden sich nicht von den typischen Präsentationsarten des Fernsehens ab. Serien und Dokumentarfilme, sogar Nachrichtensendungen und politische Talkshows werden neben den Kurzformaten auf Youtube im Netz gesucht, geladen und konsumiert. Ein beträchtlicher Anteil dieser Formate stammt jedoch nicht aus den immer dünner und dümmer werdenden Mediatheken heimischer Sender. Die Beliebtheit teurer amerikanischer und britischer Produktionen im Bereich der Kinofilme hat sich auf die Nachfrage nach Fernsehserien des englischsprachigen Marktes übertragen. Die Ungeduld, mit der das Publikum ab Bekanntwerden der Dreharbeiten auf ein Filmwerk wartet, gilt für Episodenstücke ebenfalls. Doch wo der Filmvertrieb des Kino in Deutschland mit den amerikanischen Blockbustern zum einen deutsche Zuschauer erreicht und Geld einspielt, ignorieren Programmdirektoren der heimischen Fernsehsender, dass ihr Zielpublikum Teil einer internationalen Informationsgesellschaft ist, die Sprachbarrieren und Grenzen der Legalität nicht aufhalten, wenn sie an Hype und Genuss hervorragender TV-Produktionen partizipieren wollen. Dieses Publikum will das gesamte Unterhaltungswerk sofort.

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Mad Men, ein mit Preis und Lob überhäuftes amerikanisches Glanzstück, das in diesem Herbst bereits in die vierte Staffel ging, kommt drei Jahre nach dem Start der Serie endlich ins deutsche Fernsehen. Doch der neue Heimathafen des filmischen Romans über eine Werbeagentur im New York der 60er Jahre ist der digitale Kanal ZDFneo. Der öffentlich-rechtliche Sender will über diesen Kanal Menschen erreichen, die nicht mehr fernsehen. Doch die so charakterisierten Berieselten sehen durchaus fern: der Blick schweift über den Ozean und er richtet sich nicht nach festen Sendezeiten. Die korrekte Beschreibung des jungen Digitalprogramms für diese Zielgruppe müsste lauten: gemacht für Menschen, die das Angebot deutscher Sender vollständig ausblenden. Für große Teile des von ZDFneo anvisierten Publikums existiert das Programm des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, aber vielfach auch das der Privatsender nur noch in der Erinnerung an das Schauen von Trickfilmen im Kindesalter. ZDFneo kommt zu spät, um diese teils jungen, teils etwas älternen Menschen wieder an die Programmgestaltung des Fernsehens zu binden. Fast wirkt die Platzierung kluger Serien in einem versteckten Kanal wie das Bekenntnis der Furcht, man könne Gutes nicht auf dem Hauptsender platzieren, da sich die Zuschauer an die Qualität gewöhnen würden. Mit ein wenig Glück sorgt nun die eigentliche Zielgruppe von ZDFneo dafür, dass auch die Zuschauer des Hauptprogramms sich vom Blödsinn entwöhnen und von der Entdeckungsreise im Jugendkanal nicht mehr zurückkehren. Junge Serienjunkies geben die Droge an Ältere weiter: „Endlich können meine Eltern die Serien sehen, über die ich ihnen schon so oft erzählt habe.“

Doch vielleicht sind diese Familien sogar schon zuvor auf das gemeinsame Schauen von Serien ausgewichen, die sie über das Internet in ihre Wohnzimmer holen. Nach einem langen Tag und einem gemeinsamen Abendessen kann man sich mühelos von der Prime Time entkoppeln, die auf die Minute genau ihr Publikum herbeizitiert. Kein anderes Medium als das Fernsehen verlässt sich so auf einen stets gleich getakteten Alltag seiner Konsumenten und richtet sich derart träge darauf aus, sich an neue Realitäten des Lebens anzuschmiegen. Die globale Orientierung und das mühelose Verfolgen von Medienangeboten in Fremdsprachen ist keine Vergnügungsnische der Zwanzigjährigen. Die Alterspanne reicht bis zu den Erwachsenen, die gerade Fernsehregeln für ihre Kleinkinder aufstellen oder ihren Zögling ins Studium entlassen haben. Bisweilen scheint es, dass insbesondere die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten auch diese Entwicklung ohne ein Wimpernzucken in Kauf nehmen. Ihre Unbeweglichkeit ruht sich auf dem Wissen um die demografische Entwicklung aus, die das Höchstalter ihrer Zielgruppe weiter nach oben treibt. Hundert werden die Herrschaften allemal. Mit ihnen altern Florian Silbereisen und Johannes B. Kerner. Man hofft auf lebenslanges Lernen und ahnt etwas anderes.

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Für viele der beteiligten Moderatoren, Talkgäste, ja sogar Schauspieler mag es in der Rückschau ein Segen sein, dass ihre Auftritte in Sendungen der öffentlich-rechtlichen Programme im Internet nicht mehr abrufbar sein werden, da der 12. Rundfunkstaatsvertrag ihnen die Existenz im Netz nur für eine winzige Weile erlaubt. Die Elefantenrunde des Bundestagswahlabends im Jahr 2005 ist immerhin in einem Stück über die Geschichte der Elefantenrunden abrufbar. Dass dieser Beitrag noch online steht, deutet daraufhin, dass er als zeitgeschichtlicher Beitrag eingestuft wurde. Doch das Überlebenslabel der zeit- und kulturgeschichtlichen Bedeutung, dass Beiträgen eine unbegrenzte Lebensdauer in den Mediatheken verspricht, greift nur bei wenigen Sendungen. Ein Großteil des kulturellen Gedächtnis des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, darunter auch Reportagen die ausnahmslos Archivmaterial von Gesellschaft, Kultur und Umwelt schaffen, verschwindet im Kühlfach der Depublikation.

Die Politik sollte beunruhigt sein, insbesondere die publizierenden Gattinen. Wo die biederen, wo die harmlos unterhaltenden, wo die spannend edukativen Inhalte nach Ablaufdatum abtauchen, ist mehr Raum für die Ablenkung mit leicht auffindbaren pornographischen Videos, Musikclips entfesselter Popsternchen und den Traum vom tv-gemachten Superstar.

Die Herbstsaison hat den Protest in Mode gebracht; die Vernichtung von Fernsehbeiträgen durch ihre Erschaffer, die Abschaffung des Fernsehens durch die Ignoranz ihrer Vorsteher, die lieber Blödsinn senden als etwas zu wagen, ist keinem Demonstrant die Straße wert. Der zivile Ungehorsam auf Tauschbörsen und Streaming-Diensten sieht gleichgültig davon ab, das Abendprogramm eines letzten Blickes zu würdigen. Grabreden für das deutsche Fernsehprogramm werden dafür täglich auf Twitter verfasst. Einige wenige Sendungen, darunter der Tatort, Trashformate wie „Schwiegermutter gesucht“ und „Bauer sucht Frau“ sowie der unvermeidliche Thomas Gottschalk erfahren zur Sendezeit auf dem Mircobloggingdienst hunderte Kommentare, die offenbaren, dass eine Sendung nicht mehr geschaut, sondern nur noch zerpflückt wird. Den Sendungen wird durch die verspottende Sezierung im Netz die zeit- und kulturgeschichtliche Bedeutung geraubt: sie sind Gegenstand einer satirischen Debatte, der durch einen Blumenkübel jederzeit ersetzt werden könnte.

Die meisten prestigeträchtigen Serien der amerikanischen Sender werden wir im Fernsehen vermutlich niemals zu Gesicht bekommen. Wie ein weiteres Stück Satire klingt es dann, dass der vernarrte Beifall des Feuilletons, das die Serien als große, tragische Literatur beschreibt, nur von den Freunden des Downloads geteilt werden kann, deren Heimat doch Hirn und Kultur zerstört.

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59 Lesermeinungen

  1. Was im Fernsehen geschieht,...
    Was im Fernsehen geschieht, bekomme ich nur noch aus sekundären Quellen mit. Ich hatte es mir nicht bewusst vorgenommen, doch seit inzwischen gut drei Jahren sehe ich praktisch nicht mehr fern. Dabei hatte ich in den Jahren davor noch einmal eine deutliche Verbesserung dadurch erlebt, dass ich einen Festplattenrecorder angeschafft habe: Die erste Zeit war es die reine Freude, sich von den festen Anfangszeiten zu emanzipieren und noch eine größere, die ekelhaften Werbeblöcke mit einem gepflegten Fünfminutenhüpfer zu überspringen. Doch inzwischen frage ich mich, ob dies mich nicht zugleich vom Fernsehen an sich entwöhnt hat – wenn man erst mal zwei, drei Tatorte und ein paar total interessante Dokumentationen auf Halde liegen hat, so dass man sie jederzeit ansehen könnte, gibt es eigentlich keinen Grund mehr, das auch zu tun. Es ist gewissermaßen ein yout*be-Effekt in anderem Maßstab, denn auch mit dem Ansehen dieser Schnipsel (oder, wie Sie schreiben, auch längerer Sendungen) könnte man ja sein leben verbringen. Und merkt nach einer gewissen Zeit, dass es dafür viel zu schade ist.
    In diesem Zusammenhang ergeben womöglich auch die Zusammenfassungen von Fernsehsendungen einen Sinn, über die ich mich oft genug gewundert habe: Wenn ich sonntags beim Spiegel vorbeischaue, weiß ich auch im Jahre 2010 noch, wer bei „Wetten, Dass …?“ seinen neuen Film beworben hat, aus FAZ und SZ erfahre ich, was man bei Beckmann, Illner und Plasberg so geplaudert hat usw.

  2. Die Moderatoren des...
    Die Moderatoren des Politainments erhalten vermutlich ihr Honorar dafür, ihren Namen mit diesen kläglichen Runden zu spicken und die Gespräche/Monologe zu ertragen. Die Presse legimitiert diese seichte Unterhaltung dann auch noch, in dem sie diese Sendungen interpretiert und in bisweilen hübsche Texte verpackt. Nachrichtenwert besitzen die Talkrunden für eine journalistische Berichterstattung nicht. Ich kann mich an keine dpa-Meldung entsinnen, die ein Politiker-Statement brachte, das in diesen Runden fiel. Es sagt nun sicherlich etwas über den Zustand des Fernsehens aus, dass was darüber geschrieben wird entweder tragisch-komische Zusammenfassungen über Live-Sendungen sind, oder Berichte über die Skandale diverser Moderatoren und Schauspieler.

  3. Die Elefantenrunde von 2005...
    Die Elefantenrunde von 2005 hätte ich mir wirklich gern noch mal angesehen.
    Aber der Link funktioniert leider nicht (jedenfalls nicht bei mir).
    .
    Unser Fernseher ist ansonsten nur noch DVD/Video- und WM-Übertragungs-Abspielgerät …

  4. Tscha, Fernsehen war mal...
    Tscha, Fernsehen war mal Broadcast und sorgte für Synchronisation in einer eh schon durch Öffnungszeiten synchronisierten Welt. Vorbei, vorbei.

  5. So ein Fotoalbum wie das Rote...
    So ein Fotoalbum wie das Rote hatte meine Mutter auch. Seufz.

  6. Sogar die Zeitung sieht einer...
    Sogar die Zeitung sieht einer besseren Zukunft entgegen. Man kann sie mitnehmen, die Leser wollen Qualität und bestellen sie bei Nichtgefallen ab. Dieser aktive Akt entfällt beim Fernsehen. Ich halte die Quote für kein aussagefähiges Instrument. Das Fernsehen dudelt im Hintergrund und man sitzt davor, weil es keine Alternative gibt. Das ist kein Ausdruck eines Willens und kein Ruf nach mehr Inhalten dieser Art. Ich würde die staatlichen Zuwendungen bis auf die Nachrichten und investigativen Recherchen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens kürzen. Ich möchte nicht für Veronica Ferres aufkommen.

  7. @muscat Oh. Da muss ich...
    @muscat Oh. Da muss ich zielsicher einen Beitrag herausgesucht haben, der nach einem Jahr für eine „Depublizierung“ bestimmt war. Die Sendung über die Elefantenrunden der Bundesrepublik muss zur letzten Wahl im September 2009 gesendet worden sein. Wäre dieser Text vorgestern online gegangen, hätten Sie den Beitrag noch sehen können. Vielleicht wäre es mal eine Anfrage bei der ARD wert, warum die Elefantenrunden aus den Archiven verschwinden müssen. Dass man die Runde von 2005 noch erinnert spricht ja für sich.
    @colorcraze Ich habe schon in meiner Jugend wenig Fernsehen gesehen und erinnere mich an die Vielzahl meiner Freunde, deren Verfügbarkeit für Freizeit oder Telefon aufgrund gewisser Vorabendserien stark eingeschränkt war. Ich nehme fast an, das ist bei Teenagern heute noch so. Das Fernsehen scheint jedenfalls verpasst zu haben für diese suchtauslösenden Serien Nachfolger zu schaffen. Ein Segen. Ich sehe meine Freundinnen jetzt häufiger.

  8. @Sophia Amalie Antoinette...
    @Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia Ich besitze einen ganzen Umzugskarton davon. In Anbetracht der USB-Sticks und weiterer Speichermedien, die ich immer verlege, ein Segen.

  9. @colorcraze Öffnungszeiten?...
    @colorcraze Öffnungszeiten? Wo gibt es denn so etwas noch? Wenn ich möchte, kann ich sogar um 3 Uhr nachts in mein Fitnessstudio aufs Laufband gehen.

  10. Liebe Ellia, im Bett eignet...
    Liebe Ellia, im Bett eignet sich die Zeitung eher zum Zudecken, nicht zum Berieseln. Ich habe noch nie einen eigenen Fernseher bessesen und stelle nun fest, da ich beruflich fast nur mit Text zu tun habe, dass „Bewegtbild“ durchaus seinen Reiz hat. Falls Sie Gebühren zahlen und sich um diese sorgen: das deutsche Fernsehen hat in diesem Jahr dann doch eine sehenswerte Serie hervorgezaubert: Im Angesicht des Verbrechens. Sie lief auf Arte und kommt Ende Oktober in die ARD. Ich habe sie nur gefunden, da mein Freund sie beim Zappen entdeckt hat. Im Netz kursierte sie da noch nicht. Arte zeigte sich dann aber beim Netzsehen ein wenig unfreundlich: aus Gründen des Jugendschutzes war die Serie in der Mediathek nur zwischen 23 und 5 Uhr verfügbar. Ich bin in dieser Zeit mit ein bißchen weniger Schlaf ausgekommen. Für diese Serie hätte ich sogar Kinokarten gekauft. Das Casting war glücklicherweise so klug, keine Ferres, keinen Ferch sondern gänzlich „frische“ Gesichter zu zeigen.

  11. "...vielleicht sind diese...
    „…vielleicht sind diese Familien sogar schon zuvor auf das gemeinsame Schauen von Serien ausgewichen, die sie über das Internet in ihre Wohnzimmer holen. “
    Nee, „House“ oder „Monk“ muss man „direkt“ sehen. Nicht als… nunja: Konserve. Man muss die ersehnte Pinkelpause der doofen TV-Reklame mitmachen, man darf nix versäumen. Zurückspulen und nochmal ansehen ist öde, da ist doch die ganze Spannung weg.
    Einmal hab ich das gemacht: eine neue Folge HOUSE bei kino.to angesehen (ein Tipp von meinem Sohn). In der Folgewoche kam dann im TV die „richtige“ Ausstrahlung genau dieser Folge; was hab‘ ich mich geärgert — ich kannte sie bereits.

  12. Im Angesichts des Verbrechen?...
    Im Angesichts des Verbrechen? Aber gerne, hier, zum anschauen:
    http://kino.to/Stream/Im_Angesicht_des_Verbrechens.html

  13. Lieber Jeeves, natürlich ist...
    Lieber Jeeves, natürlich ist das Fernsehen, ob nun allein oder gemeinsam, auch ein Ritual. Vielleicht liegt darin beispielsweise auch der Grund, warum der Tatort so beliebt ist: es ist ein Sonntagsabendsritual. In Berlin gibt es für den Tatort in vielen Kneipen ein Public Viewing. Gemeinsames Schauen hat auch seine Reize; anderen reicht das gemeinsame Kommentieren über twitter. Die gleichen Rituale kann man aber durchaus auch mit den abrufbaren Serien oder Downloads etablieren. Wenn eine Serie in den USA am Sonntagabend läuft, läuft sie in Deutschland eben am Abend des Tages ihrer Verfügbarkeit: am Montag. Nicht auszuschließen, dass große Fans am Montag später zur Arbeit gehen. Die Serien stehen ja meist schon am Montagmorgen bereit.

  14. Werte Violandra, zu jeder...
    Werte Violandra, zu jeder Fernseh- und Kinoproduktion gibt es ein Buch, das sich besser liest. Ich mag es Stellen nachschlagen zu können und mache oft Notizen. Einen Film anzuhalten hat etwas anderes als auf einer Seite einen Moment zu verweilen. Filme und Serien raffen Handlungen zusammen. Sie mit einem Roman zu vergleichen finde ich nicht stimmig. Ich glaube nicht, dass Serien diese Zeitlosigkeit erreichen können.

  15. @Ellia wenn Sie einmal Kinder...
    @Ellia wenn Sie einmal Kinder haben, werden Sie den Fernseher oder meinetwegen auch Kinderserien auf dem PC zu schätzen wissen. Unentwegt möchten Sie den Kindern nicht vorlesen. Ich bevorzuge für meine zumindest, dass sie lernen, eine Wahl zu haben. Sie entscheiden sich meistens eh für den Spielplatz oder dafür, den Hund zu ärgern.

  16. @Magritte ich bin beruhigt das...
    @Magritte ich bin beruhigt das zu hören. Ich habe zuletzt immer Schauergeschichten von Kleinkindern gehört, die schon dreisprachig lesen. Die langweilen sich doch dann später überall: im Netz, mit Büchern, beim Fernsehen. Sollten sie ihre Kinder dann doch einmal vor den Fernseher setzen empfehle ich Ihnen „Akte X“. Das weckt das naturwissenschaftliche Interesse.

  17. Hab keine Zeit für´s TV...
    Hab keine Zeit für´s TV „muss“ hier bloggen oder lesen. Wer will sich schon die Ödnis der GEZ-Bevollmächtigten ansehen? Kino als Alternative ist genauso schäbig. Vision: Man müßte die weibl. u. männl. Produzenten, Politiker, Intendanten, Talk-Show-Moderatoren, Nachrichtensprecher mal 24 Stunden an einem Sessel vor dem TV-Apparat festschnallen, verköstigt mit Kartoffelchips und lauwarmer Limo bei vollaufgedrehtem Ton.

  18. Werter Ritter Kuno, dieses...
    Werter Ritter Kuno, dieses Szenario liest sich ja fast wie ein Drehbuch. Ein möglicher Weg zur Heilung wäre es vielleicht.

  19. Violandra Temeritia von...
    Violandra Temeritia von Ávila@: Verehrteste, küss ganz artig die Hand. Hatte mir schon meine Schlachtenerprobte Rüstung als Ritter von der traurigen Gestalt vom Knappen anlegen lassen ob der Proteste die mir hier entgegenhageln würden.

    Das Skript wäre vielleicht für eine Persiflage im Theater gut. Dorten könnten die subventionsgepäppelten Mädels und Jungs endlich in „echt“ in zeitgenössischen Kostümen herumtappern und plappern. Von Shakespeare, über Schillern und Goethen bis zu Turgenjew geht eh im Abo-Theater fast nix ohne Strassenanzug, wenn´s beliebt auch progressiv nackelich mit GV-Einlage auffe Bühne.
    Schwenk den Helm mit devoter Verbeugung, stets Ihr Diener.

  20. Schlachterprobt, aber mitunter...
    Schlachterprobt, aber mitunter nicht vollständig gemütlich im Sessel des Theaters. Dennoch, Rente mit 67 wäre das Stichwort. Wer davor keine Lust mehr hat, geht bis zum Entlassungsalter auf die Bühne. Theater bildet schließlich. Nachdem die Schulklasse die Museumsinsel bereist hat, geht es an Angelas Haus vorbei gleich ins Gorki Theater, wo die Opfer all dieser Männer-Mörderinnen auf den Brettern der Bühne in ihren zweiten Frühling rezitieren. Wer würde da nicht den großen Flachbildschirm gegen ein Jahresabo Theater tauschen?

  21. Violandra Temeritia von...
    Violandra Temeritia von Ávila@: Nous sommes entre nous. Sie haben sich verplappert mit den Männermörderinnen (meinten Sie etwa den Singular?).
    Ob man diesen printemps im Abo bekommt? Eher zweifelhaft. Rente mit 67? In la douce France undenkbar, da geht man schon für 62 auf die Strasse und will immédiaté Herrn Sarkozy samt seiner Dame Bruni in eben diese schicken.

    Höre grad im Dampfradio WDR 3 einen Feature über Schopenhauer und seine damalige Musikwelt (man holt ihn wg. Erinnerungsjahr herauf, sonst bleibt er eher im Nirwana des deutschen geistigen Horizontes), davor einen über Mathe gehört (passt scho), dazu benötige ich eigentlich kein TV. Die Bilder in meiner Birne (pardon, ma tête) sind dafür umso einprägsamer, kann bedenkenlos auf Schwarz-Weiss oder Vintagebraun umstellen. Keinen Moment boring.

  22. <p>Es gab und gibt das...
    Es gab und gibt das übrigens natürlich schon lange, wenn auch für viele anscheinend unsichtbar, weil lediglich außerhalb des deutschen Kulturkreises.
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    Hier in D und im Blog wird jetzt anscheinend bloß nachgeholt, nachholend neu erfunden oder sonstwie. (Was keiner kritisiert, auch nicht zu kritisieren hat, sondern alle begrüßen.)
    .
    Und zwar nachgeholt in einer Art von „Luxus einer privatistischen Weltanschauung“. (Mal sehen, wie lange das noch so geht, weil es noch so möglich ist.)
    .
    Den Schleim, „der an der Bildschirmunterkante aus meinem Fernseher quillt und über meinen Wohnzimmerfußboden hin…“ den gibt es so beschrieben schon relativ lange, ungefähr seit ca. 1973 (FZ, „Over-Nite Sensation“).
    .
    http://www.youtube.com/watch
    .
    Und natürlich spielen Song und Text mit dem Begriff „Hermetik“ („your mind is totally controlled and has been stuffed into my mould“ etc.), ohne dass der Song oder seine Interpreten es in irgendeiner Weise wären. (Und zeiht auch nur Freie an.)
    .
    http://www.lyricsfreak.com/…/im+the+slime_20057165.html
    .
    Und tut uns leid, dass es schon wieder einmal woanders bereits erwähnter Zappa ist.
    .
    „I have existed for years
    But very little had changed
    I am the tool of the government
    And industry too
    For I am destined to rule
    And regulate you.
    .
    I may be vile and pernicious
    But you can’t look away
    I make you think Im delicious
    With the stuff that I say
    I am the best you can get
    Have you guessed me yet?
    I am the slime oozin out
    From your tv set.
    .
    You will obey me while I lead you
    And eat the garbage that I feed you
    Until the day that we don’t need you
    Don’t got for help…no one will heed you
    Your mind is totally controlled
    It has been stuffed into my mold
    And you will do as you are told“
    .
    Und „mould“ ist natürlich die „Form“, also die Spritzgussform oder – maximale Umformung maximaler Gewalt – die Gesenkschmiedeform von 5000 Tonnen und mehr. Z. B. http://www.google.de/imgres
    .
    Die damals 34-jährige Tina Turner hat übrigens gesungen, „wenn Qualität zu Qualität kommt“ sozusagen. de.wikipedia.org/…/Over-Nite_Sensation – unter „Personal“.
    .
    Und ganz so schlimm ist es natürlich noch nicht, aber … „der Weg setzt sich bis auf Weiteres fort“, wie es scheint. Jedenfalls ist Umkehr der Verhältnisse bzgl. der TV-Programminhalte auch unserer Meinung nach bislang eher noch nicht zu konstatieren.
    .
    Und man mache (in 3:34) einen besseres Pop-Kunstwerk zu diesem Thema. (Ok, heute kann das jeder.)

  23. Erst heute fällt es uns auf:...
    Erst heute fällt es uns auf: Wer hat 1973 besser dekonstruiert als Zappa? Mit Songs wie „The Slime“, mit“ Over-Nite Sensation“? Wohl kaum einer, ja fast kaum einer.
    .
    Schließlich definieren sich unsere Vorstellung von „Postmoderne“ ja vielfach ziemlich genau ab `73 erst, mit dem Bericht des „Club of Rome“ über „die Grenzen des Wachstums“.
    .
    Musik „fast schon wie ein Vitra Design-Museum“ – oder genau anders herum:
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=-TItmXT8DkM&feature=related
    .
    http://de.wikipedia.org/wiki/Dekonstruktivismus_(Architektur)
    .
    Und es gibt auch weiter zu tun in der Welt:
    .
    „Elisabeth Veronika Mann Borgese (* 24. April 1918 in München; † 8. Februar 2002 in St. Moritz / Schweiz) war eine deutsch-tschechisch-kanadische Seerechtlerin und Ökologin sowie Schriftstellerin. Sie war 1970 das einzige weibliche Gründungsmitglied des Club of Rome … “
    .
    http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Mann_Borgese
    .
    „Elisabeth Mann, von der Familie Medi genannt, war das fünfte Kind und die jüngste Tochter Katia und Thomas Manns. Sie wuchs in München in großbürgerlichen Verhältnissen auf und besuchte dort das Luisengymnasium. 1933 folgte sie ihren Eltern über Frankreich ins Schweizer Exil und machte 1935 am Freien Gymnasium in Zürich ihr Abitur. … Elisabeth Mann war das Lieblingskind ihres Vaters. In seinen Werken wurde sie im Gesang vom Kindchen und als „Lorchen“ in der Novelle Unordnung und frühes Leid verewigt. Als Einzige der sechs Geschwister konnte sie von einer glücklichen Kindheit und einem Leben berichten, das nicht durch das Verhältnis zu ihrem berühmten Vater belastet wurde. Sie starb an den Folgen einer Lungenentzündung während eines Skiurlaubs im Engadin/Schweiz und wurde in Kilchberg im Familiengrab beigesetzt.“ (… nachdem sie sich von 1970 bis 2000 ungefähr fast 30 Jahre lang „für die Rettung der Welt, der Meere und der Menschheit an sich aufgerieben hatte“.) Oder so. Und Grüße.

  24. perfekt!57@:...und an...
    perfekt!57@:…und an dekonstruktivistischer Architektur soll etwan die Welt genesen?:
    „Ein dekonstruktiver Architekt ist deshalb nicht jemand, der Gebäude demontiert, sondern jemand, der den Gebäuden inhärente Probleme lokalisiert. Der dekonstruktive Architekt behandelt die reinen Formen der architektonischen Tradition wie ein Psychiater seine Patienten – er stellt die Symptome einer verdrängten Unreinheit fest. Diese Unreinheit wird durch eine Kombination von sanfter Schmeichelei und gewalttätiger Folter an die Oberfläche geholt: Die Form wird verhört.“– Mark Wigley in: Johnson 1988 – S. 11 (aus Ihrem angeführten Link).

    Mit Behauptungen dieser Art hatte die Zunft der Architekten schon öfters vordergründig philantopisch für deren wahnhafte Experimente geworben>Charta von Athen: Trennung von Arbeiten, Wohnen und Erholung.
    Es macht(e) sich in den Medien seit 80 Jahren dies Alles wunderbar aufgeschäumt ganz putzig. Dekonstruktivismus allerdings sehr viel später>Derrida.
    Die gebauten Beispiele haben etwas von verbogenen Piranesi-Veduten an sich, in den Carceri konnte man sich gut folternde Oberförster vorstellen.

  25. "Ein dekonstruktiver Architekt...
    „Ein dekonstruktiver Architekt ist deshalb nicht jemand, der Gebäude demontiert, sondern jemand, der den Gebäuden inhärente Probleme lokalisiert. Der dekonstruktive Architekt behandelt die reinen Formen der architektonischen Tradition wie ein Psychiater seine Patienten – er stellt die Symptome einer verdrängten Unreinheit fest. Diese Unreinheit wird durch eine Kombination von sanfter Schmeichelei und gewalttätiger Folter an die Oberfläche geholt: Die Form wird verhört.“– Mark Wigley in: Johnson 1988 – S. 11 (aus Ihrem angeführten Link).“
    .
    Das ist natürlich Quatsch. Hanebüchener Unsinn. „Verdrängte Unreinheit“ – da denkt man ganz sicher eher an Probleme des so Schreibenden mit „analen Fixierungen“.
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    Nein, ganz sicher nicht: Dekostruiertes ist einfach viel schöner. Ästhetischer. Anspruchsvoller eben. (Und muss/te teilweise wirklich erst gelernt werden.)
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    Danke also unbedingt für den Hinweis. Und die bzgl. genanntem Teil ganz sicher überaus notwendige Korrektur. (Wir hatten tatsächlich überwiegend die Photos der ausgeführten Gebäude vor unserem inneren Auge; eben so, wie sie mit entsprechenden Klanglandschaften korrespondieren.)
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    Und ganz sicher soll „am Dekonstruktivismus nicht die Welt genesen“ – er ist halt nun mal da. Und dies immerhin die nicht zu leugnende Tatsache.
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    (Und eben auch nicht, dass es eben auch nicht an Versuchen gefehlt hat, dies umzukehren. Eben wie bekannt eine Zweite Moderne ins Leben zu rufen, „zu erzeugen quasi“. (Ulrich Beck u.a.) Dies aber alles gescheitert. „Totgeburten“ geblieben. http://de.wikipedia.org/wiki/Zweite_Moderne
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    Dabei ist Ulrich Beck aber ein u. u. teils auch interessanter Denker:
    .
    „Durch Beobachtungsgabe und Kombinatorik nehmen seine Schriften oft die Form des Großessays an. In ihnen gelingt es Beck wiederholt, für gesellschaftliche Sachverhalte und Entwicklungen eingängige Kurzformeln zu entwickeln. So prägte er zahlreiche Begriffe, die nahezu alle Schlagwortcharakter haben. Darunter fallen: Risikogesellschaft, Fahrstuhleffekt und soziologischer Kosmopolitismus, Individualisierung, Deinstutionalisierung, Enttraditionalisierung, Pluralisierung sowie im Bezug auf die Globalisierung die Begriffe Zweite Moderne, Globalismus, Globalität, Brasilianisierung sowie Transnationalstaat.
    .
    Beck plädiert volkswirtschaftspolitisch dafür, neue Prioritäten zu setzen. Vollbeschäftigung sei angesichts der Automatisierung nicht mehr erreichbar, nationale Lösungen seien unrealistisch, „neoliberale Medizin“ wirke nicht. Stattdessen müsste der Staat ein Grundeinkommen garantieren und dadurch mehr zivilgesellschaftliche Arbeit ermöglichen.
    ..
    Eine solche Lösung sei nur realisierbar, wenn auf europäischer Ebene bzw. – im besten Fall – auf diversen transnationalen Ebenen einheitliche wirtschaftliche und soziale Standards gelten würden. Nur so sei es möglich, die transnational agierenden Unternehmen zu kontrollieren. Zur Eindämmung der Macht transnationaler Konzerne (TNKs) plädiert er daher für die Errichtung Transnationaler Staaten als Gegenpol.
    .
    Die Welt sei eine Weltrisikogesellschaft geworden. Ein Aspekt, der dieses verdeutlicht, ist das kosmopolite Bewusstsein der gemeinsamen Bedrohung durch den Terrorismus.
    .
    Ferner ist er der Ansicht, dass ohne den Auf- und Ausbau internationalen Rechts und rechtsprechender Instanzen die Beilegung transnationaler Konflikte mit friedlichen Mitteln ausgeschlossen sei, was er als „Rechtspazifismus“ tituliert.“
    .
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Beck )
    .

  26. @Ritter Kuno

    Es ist...
    @Ritter Kuno
    Es ist faszinierend zu sehen, was das Radio mit den Gebühren anstellt, im Gegensatz zum Fernsehen. Und der Hörfunk sendet die Features sogar zu den Zeiten, die mal ohne Schlafprobleme wahrnehmen kann. Die wenigen Reportagen, die das öffentlich-rechtliche Fernsehen noch sendet, kommen niemals dann, wenn man auch etwas zum Mitschunkeln on Air schicken könnte. Zudem ist es mit diesen Dokumentarfilmen ja ähnlich wie die Auflagen-Strategie des Spiegels: Hitler geht immer am besten. Daher auch am häufigsten.

  27. @perfekt!57 Sie müssen mir...
    @perfekt!57 Sie müssen mir zugestehen, dass 1973 mehr als eine Dekade vor meiner Geburt lag. Website für Website, Gespräch für Gespräch grabe ich mich nun in meine Vorzeit. Auch in dieser Hinsicht schätze ich die Sterilität des Netzes sehr: als Stauballergiker kann ich unmöglich den Fuß in eine Bibliothek setzen. Umso angenehmer die Lektüre der Kommentare.

  28. perfekt!57@: Sehr verehrte...
    perfekt!57@: Sehr verehrte Redakteurin, bester Perfektionist. erlauben Sie mir, dass noch einmal der Thematik angenohmen wird. Sie, V.T.v..A. wollen sich nun
    in die Vorzeiten der Moderne begeben, früher hätte man gesagt: Ein löblicher Vorsatz. Quatsch, es ist ein Wagnis, das Besteigen einer Achterbahn, Finale ungewiss. Meine diebezüglichen Reiseerfahrungen: Je tiefer ich grub, umso mehr erfuhr ich über mich selbst. Beileibe nicht immer sehr Erfreuliches. Also lassen wir´s lieber heiter angehen. Der beste Dekonstruktivist aller Zeiten ist m. E. Karl Valentin. Herrlich der Seitenhieb, auf dem leider keine Parade-Riposte folgen wird, auf die blöden Dokus und den unvermeidlichen Stammes-Unheiligen vom Spiegel.
    Lieber Herr P., mir scheint das, was Sie meinen und woran Sie, ich behaupte auch glauben, zu abstrakt ist. Die Menschen sind, so meine Erfahrung auf der einen Seite viel zu abgebrüht, und , sobald es um die „Butter beie Fische“ geht, zu realistisch, als dass sie Ihren Vorstellungen folgen werden. Da müsste schon ein anderer Wendehammer von Ihnen kommen. Behaupte frechweg: Bester, gut verpackter deutscher Idealismus. Freue mich schon auf Ihr Kopfwaschmittel.

    p.s. Mein Hoffen auf Institutionen ist mir absolut abhanden gekommen, diese fangen sofort an, sobald installiert, erstmal einen Präsi zu wählen und sich ums eigene Binnenleben zu kümmern, 10 % der Energie wird allenfalls nach aussen verschwendet….. für Reisen zum nächsten Kongress.
    S. ergänzend der Roman von Ian McEwan, Bespr. i. d. FAZ Samstag:
    http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794AA21336F72054101/Doc~ED8B6B79873B1421AB1245AF29F65DC22~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

  29. Das Leben ist auch eine Reise....
    Das Leben ist auch eine Reise. Und ja: manchmal auch zu einem selbst. Und ein Vorgang, der sich u. u. widerholt. Ausgang gewiß: Wir werden alt. Und manche eben weise. Und andere eben nur alt.
    .
    Oder anders: U. a. im 18. jahrhundert war es noch Mode, sich gegenseitig Zeugnisse zu schreiben. Privatzeugnisse unter Freunden. Und die besten Freunde waren natürlich sehr oft die auch finanziell Unabhängigen. Und dann hieß es in so einem Zeugnis z.B. sehr häufig:
    .
    „Der Umgang mit Ihr/Ihm ist eine reine Freude denn schnell verläßt sein hochintelligenter, charmanter Verstand die Niederungen alles niederen, gemeinen Daseins und versteht es in Höhen reiner Geistigkeit die komplexesten Sachverhalte witzig, spielerisch, heuchlerisch und vielfältig zu drehen, um sie sodann von allen Seiten erneut vielfältig zu beleuchten, zu betrachten und bunt auszumalen, darzustellen und weiterzugeben. Deshalb ist das Zusammensein mit Ihr/Ihm uns stets eine Quelle reinster Freude, größter Unterhaltung und zahlloser Erbauung gewesen, usw., usf..
    Und nun komme man damit heute mal irgendwo hin. Wie wird es zeitgeistmässig da wohl eher heißen? „Gefährlich, weil zu hochtrabend, nicht genug geerdet, wenn das alle machen wollten, zum Glück sind wir anders, kennen unsere Grenzen und brauchen so was nicht“ (was immer „so was“ wäre) und was derartige Schmarren mehr sind. Ausreden halt für Dummheit und oder mangelnde Belesenheit, Abstraktion, Kenntnis, Herkunft, Bildung.
    .
    Oder noch anders:
    .
    Schon damals war es in besseren Kreisen üblich, Töchter und Söhne anzuhalten und anzuleiten alle 10 Jahre Biographie zu schreiben. Eben das eigene Leben auf zwei Seiten. (Natürlich auch, weil man mit 34 oder 44 schon auf einmal und ganz plötzlich „weg“ sein konnte.)
    .
    Und wenn man das „mit dem eigenen Leben auf zwei Seiten alle zehn Jahre“ konsequent durchhielt, bekam man etwas zurück. Nämlich die Erkenntnis, dass immer die zurückliegenden zehn Jahre (in ihrer Wichtigkeit) die erste Seite füllen, und die Jahrzehnte davor die andere. Total simpler Mechanismus.
    .
    Und als 50-Jährige/r ganz offensichtlich nur zweimal (nur 2x !)zurückgehen zu müssen, um die Ansichten einer 30-Jährigen/eines 30-Jährigen über die zurückliegenden 10 Jahre auf einer Seite zu sehen, lesen müssen, ganz offensichtlich ein extrem gutes Selbstkorrektiv: „Die kommenden 10 Jahre gehe ich (noch) überlegter und mit (noch mehr) Selbstdistanz an.“
    .
    Nachtrag: Mir waren immer 80-Jährige, die das offensichtlich immer so gehalten hatten „mit dem Leben alle 10 Jahre auf zwei Seiten“ immer der liebste Umgang: mit denen ließ sich immer so gut frotzeln, z.B. über vorbeilaufende 70-Jährige, „die vom Leben eben noch überhaupt keine Ahnung haben“ – genau das nämlich, weil die, sofern unbelesen und/oder ununterrichtet, noch nicht von sich wissen, wie die kommenden 10 Jahre (von 70 nach 80 halt) alles Gehabte zu 50% kondensieren werden. Und Punkt. Alles verständlich.
    Und wir wünschen jeder jungen Dame vor allem eines: Das auch sie die Lieblingstochter Ihres Vaters gewesen sein möge. Nichts, wirklich nichts anderes könnte besser gewesen sein.
    .
    Und Gesellschaft bildet sich vielfältig ab: http://www.youtube.com/watch?v=3dLAv0NklTg

  30. "Wir breiten uns...
    „Wir breiten uns aus.
    Abendessen einer deutschen Kleinfamilie
    vor ihrem Fahrzeug in malerischer Kulisse,
    die Ablichtung ist abligatorisch.
    .
    Kinder und Hunde ziehen abgefüttert aus,
    das Gelände zu erkunden.
    .
    Mutter macht den Abwasch,
    Vater kümmert sich ums Auto.
    Dann kehrt Ruhe ein.
    Die technischen Geräusche ebben ab.
    .
    Ein Hauch macht sich auf.
    Er spielt mit dem Handtuch an der Antenne,
    umsäuselt neugierig Ecken und Kanten,
    flötet in die Flaschenöffnung,
    ganz aus Versehen,
    und zieht sich verschämt zurück.“
    .
    http://cgi.ebay.de/ANNE-DONATH-WANDERT-BRAUCHT-NUR-TRAGEN-/120522580935?pt=Belletristik&hash=item1c0fb4a3c7
    .
    Anne Donath und Familie auf Familieurlaub in der Sahara. Und leicht erkennbar eine Frau auf dem Weg zu sich selbst. Da sind Dinge und eben auch Menschen überflüssig. Für den Moment zumindest. Alles fließt und eins webt ins andere. Manchmal muss ich, oft kann oder soll ich Entscheidungen fällen. Endgültig verändern, neue Räume betreten. Oft aber auch nur Episoden aushalten/erleben/durchmachen. Und was was ist, ist oft gar nicht so wichtig, wie ich im Moment zu glauben geneigt bin.
    .
    Oder wie heißt es in anderen Weltreligionen? „Ich bin ein Gefäß, welches von der Zeit mit Erfahrung angefüllt werden will“ (Und überflüssig zu sagen: U. a. das bewußte Erleben dieses „mit Erfahrung angefüllt Werdens“ viel wichtiger, als irgendwelche dummen Kurzfristziele wie „mehr Geld“ oder so. Und auch der Punkt „des Herkommens“ für den Vorgang dieses Angefüllt-Werdens (eben: mit Erfahrung) eher von sehr untergeordneter Bedeutung (wie leicht einsichtig ist: Wieviele Zehnerpotenzen (30? 200?) ich zurücklegen möchte 1000x wichtiger, als die Größe eines irgendwie irgendwann einmal gehabten Startwertes … .)
    .
    Ein berühmtes „Gefäß“ ist z. B. http://www.google.de/images?hl=de&rlz=1T4GZEZ_deDE308DE308&q=richard+gere+fotos&um=1&ie=UTF-8&source=univ&ei=c26fTIHgBYiVswbA9o3mDg&sa=X&oi=image_result_group&ct=title&resnum=1&ved=0CDAQsAQwAA ((Sich als „Gefäß“ genannter Art zu begreifen ist natürlich buddistisch)

  31. lieber perfekt!57,
    schön daß...

    lieber perfekt!57,
    schön daß Sie Elisabeth Borghese Mann erwähnen! Sie blieb immer ein glückliches Kind und hatte als alte Dame ein ganzes Rudel Hunde (mit einem extra Hunde au pair) mit dem sie spielte und experimentierte was Hunden alles beizubringen sei.
    Ihre Hunde lernten Klavier spielen (mit der Schnauze auf großen Tasten).

  32. Nicht gar so fern, aber bald...
    Nicht gar so fern, aber bald anzuschauen vor dem europäischen Tribunal der öffentlichen Opinion im Teleweitwinkeloverallscreen: Die Verursacherin von liberté, egalité, fraternité, voila la douce France. Ein wenig mehr Buntheit und elan vital à la tsigane ou gypsi hätte Ihr, der grande nation, doch bestimmt gut angestanden. Es fehlt halt in der EU so eine Art Erzmarschallamt, wie´s die von Pappenheim im MA als Protektoren im Alten Reich, ich wag´s auszusprechen, der Zigeuner waren. Späterhin hat unsere Nation sich bekanntlich allerdings mehr als bestialisch ihnen gegenüber verhalten….insofern wer im Glashaus….
    http://www.youtube.com/watch?v=Y5HU5tWZb2s&feature=related

  33. @ Violandra: Fernsehen war...
    @ Violandra: Fernsehen war schon immer ein Ritual. Bereits am 17. Februar 1958 erklärte der stets vorausschauende Papst Pius XII. die Heilige Clara von Assisi zur Schutzpatronin des Fernsehens. Gegen Ende ihres Lebens war sie zu krank, um noch persönlich an den Gottesdiensten in der fernen Klosterkirche teilzunehmen. Der Legende zufolge erschien jedoch ein Abbild des Gottesdienstes an der Wand ihrer Klosterzelle, das ihr dennoch die Teilnahme am Gottesdienst ermöglichte.

  34. Ich früstücke nun mit "Bored...
    Ich früstücke nun mit „Bored to Death“. Die zweite Staffel ist gestern bei HBO on Air gegangen. Ein schönes Kontrastprogramm gegenüber des Frühstücksfernsehens, und so gar nicht seinem Titel treu.

  35. Bravo!
    Alles, was mich im TV...

    Bravo!
    Alles, was mich im TV interessieren würde, wird nach 23 Uhr gesendet. danke.
    Unverschämt ist der Müll zur Hauptsendezeit + Zwangsabgaben hierfür, obwohl sehrwohl Werbung gesendet wird.
    Seit 2 Jahren sehe ich alles online; House, Dexter, true blood, good wife, the closer uvm. brandaktuell, wann ich möchte, mit selbstbestimmten Pausen.

  36. @dunnhaupt Eine Schutzpatronin...
    @dunnhaupt Eine Schutzpatronin des Fernsehens? Die damaligen Beweggründe des Papstes würden mich sehr interessieren. Doch vertritt der Papst Benedikt XVI recht differenzierte Ansichten zum Fernsehen, die in der öffentlichen Debatte meist eine eher flache Darstellung erfahren. Denn bei den Diskussionen um den neuen Jugendmedienschutzstaatsvertrag dominiert meist das Bestreben nach Restriktion und die Furcht vor einem Einfluss der Medien, der die Jugend verdirbt. Ich persönlich sehe Gewaltdarstellungen oder Pornographie in hochwertig produzierten Sendungen, die eigene Geschichten erzählen, weitwas weniger kritisch als den hirnlosen Schund, den Kinder und Jugendliche tagsüber geboten bekommen. Selbst die öffentlich-rechtlichen Sender schaffen es nicht, Kindern überhaupt so etwas wie Vielfalt aufzuzeigen, vor allem im Hinblick auf Geschlechterrollen und Vorbilder für berufliche Entwicklungen.

  37. @Byron Dann freuen Sie sich...
    @Byron Dann freuen Sie sich sicher wie ich, dass Dexter gestern in eine neue Runde gestartet ist. Ich hoffe, ein „jump the shark“ wird uns hier noch ein wenig erspart bleiben.
    Ich habe am Wochenende erst einen Mann getroffen, den ich aufgrund seines Alters vielleicht vorschnell in die Zielgruppe des öffentlich-rechtlichen Fernsehens sortiert hätte. Zwar nutzt er das Netz nicht um anderes zu sehen, er hat allerdings seine GEZ-Gebühren um den Anteil an genau einem Sender, auf den er großen Groll hegt, gekürzt und befindet sich gerade in einem Rechtsstreit über diese „eigenmächtige“ Berechnung seiner Rundfunkgebühren.

  38. nnier, ich möchte Ihnen zu...
    nnier, ich möchte Ihnen zu Ihrer Entwöhnung gratulieren.
    .
    Bereits als ich die ersten Heim-Betamax/Video2000/VHS-Videotheken bewundern musste, habe ich mir die Frage gestellt, wieso haben diese Menschen Zeit dafür das alles zu sehen? Die Antwort darauf erübrigte sich mit einer Frage nach der (oftmals gar nicht vorhandenen) Bibliothek dieser Leute.
    .
    Der Videorekorder war das Statussymbol Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Traurig, aber wahr.

  39. Werte Violandra.
    Sie...

    Werte Violandra.
    Sie formulieren diverse US-amerikanische Fernsehserien seien ‚prestigeträchtig‘. Meinen Sie das in dem Sinne, dass der Konsument einer solchen Telenovela einen höheren Status erlangt, bzw. sein Image verbessern könnte, indem er bekundet ein Zuschauer derselben zu sein?

  40. Da ich kein Freund...
    Da ich kein Freund fehlerhafter Zeichensetzung bin, möchte ich mich hiermit für selbige bei den LeserINNEn entschuldigen.
    Ihr V

  41. @V nein, die Zuschreibung soll...
    @V nein, die Zuschreibung soll die Serie gegenüber anderen Exemplaren ihrer Art abgrenzen. Serien die ich als „prestigeträchtig“ bezeichnen würde erwerben die Gunst des Zuschauers durch ihren Plot, also gute Drehbuchautoren, Ausstattung und Szenenbild, das sicherlich entsprechend teuer ist, hochkarätige Besetzung oder schlicht sehr gute Ideen und überraschende Umsetzung, die der Serie einen ganz eigenen Charakter verleihen. „Mad Men“ ist sicherlich die sehr teure Variante, es gibt aber durchaus Serien, die mit weitaus weniger Budget vor allem hervorragende Geschichten erzählen.

  42. Werte Violandra, wenn 73 eine...
    Werte Violandra, wenn 73 eine Dekade vor Ihrem Lebensanfang lag, dann können Sie „Fernsehen“ eigentlich garnicht mehr kennen, denn wie V anführt, war es Anfang der 80er schon beim Videorecorder angelangt, fing also an, sich zu verteilen, was in diesem Fall soviel heißt, wie wirkungslos werden. In meiner Kindheit – ich bin 20 Jahre älter – gab es noch das Phänomen „Straßenfeger“, als tatsächlich die Straßen leer waren (selbst Einbrüche waren weniger!), weil wirklich _alle_ um die gleiche Zeit gebannt vor dem Fernseher saßen. Was ich in meiner Kinderzeit gräßlich fand, waren 2 Klassenfreundinnen, die Werbesprüche nachsangen. Wie Sie daran ersehen können, war der Einfluß der Werbung auf Kinder trotz viel kürzerer Werbezeiten auch damals ganz massiv. Fernsehen ist heute ein Kanal unter vielen (und ein ziemlich rentnerhafter), was es jedenfalls keinesfalls mehr hat, ist die Leitmedienfunktion, die es bis vor 30 Jahren noch hatte.

  43. Apropos Fotoalbum, und alle 10...
    Apropos Fotoalbum, und alle 10 Jahre Biographie schreiben. Man sollte wohl so alle 5, 6 Jahre dran denken, ein paar (vielleicht 5-10 pro Jahr) seiner Dateien auszudrucken und als spätere Selbstauskunft für die Nacfhgeborenen zurückzulegen. Weil, das Zeug kommt ja alles weg, nur Papier hält bis zur nächsten Generation.

  44. colorcraze, Ihre Idee ist sehr...
    colorcraze, Ihre Idee ist sehr gut, spätestens alle 5 Jahre sollte man sich eine Woche Auszeit nehmen, um über einige Dinge nachzudenken.
    Was man so mit seiner Zeit angefangen hat, was man vor sich herschiebt, was davon gar nicht erledigt sein muss, und – das Wichtigste – was man vielleicht immer schon gemacht haben wollte, z.B. ein Musikinstrument erlernen, oder an einem Segelkurs teilnehmen.
    Wie schon über 40? Na und? Einfach machen.
    Und auf die nächsten 5 Jahre freuen!

  45. da schau mal einer an: :...
    da schau mal einer an: : „Stellen Sie sich vor, Ihr Kind müsse für die Schule ein Referat halten. Und mittels eines Internet-Zugangs könnte es kostenlos auf das riesige BBC-Archiv zugreifen – schwupps, würde die simple Hausarbeit zu einer spannenden Multimediapräsentation. … „Wir wollen all die Teile unseres Archivs, für die wir die Rechte besitzen, der Öffentlichkeit zugänglich machen. Mit Hilfe eines simplen Lizenzierungssystems können die britischen User die Sendungen dann für private Zwecke nutzen.“ Schließlich gehöre das Sendearchiv streng genommen nicht der BBC, „sondern den Briten, die unser Programm mit ihren Gebühren bezahlen“.
    http://www.welt.de/print-welt/article258769/Der_Sammler_des_Weltwissens.html

  46. @colorcraze & @V ich drucke...
    @colorcraze & @V ich drucke ständig Texte aus. Ich schreibe auch per Hand. Und selbst wenn mir noch niemand ein Blog oder eine Website geschenkt oder gewidmet hat – über einen gebundenen Stapel Papier oder die Widmung in einem Buch würde ich mich mehr freuen. Vielleicht ist es eine Idee, für Eltern und Großeltern das gedruckte Blog einmal mit der Post auf den Weg zu schicken.

  47. @V: ach, über das Leben...
    @V: ach, über das Leben nachdenken ist nochmal anders, ich dachte eigentlich eher an bewußtes Aufräumen – und das heißt: ziemlich viel wegschmeißen, löschen – ab und an. Und dabei eben von z.B. Privatfotos ein paar auswählen und ausdrucken. Das Auswählen ist nämlich nicht so leicht, das muß man etwas üben. Es ist ja ganz schön, eine Festplatte voll Fotos oder noch alte Videokassetten zu haben, aber will man die behalten? Ein paar Bilder vielleicht schon, damit die Enkel mal was zu gucken haben. Und die sind eben auch weg, wenn man sie nicht irgendwann ausdruckt.
    @Violandra: die Idee ist keine schlechte. Ja, man könnte da ein Büchlein draus machen.

  48. Britannia, hierzulande macht...
    Britannia, hierzulande macht man es halt ein wenig anders – erst wird teuer produziert, dann kurzfristig online verfügbar gemacht, und schließlich wieder gelöscht.

  49. @V well then, die gute alte...
    @V well then, die gute alte German Efficiency setzen die Redakteure gewiss in der Löscharbeit um. Sollte sich dort jemand mit Humor finden, wird es das Ganze gewiss als Dokumenarfilm geben.

  50. @brittania/V: ich muß sagen,...
    @brittania/V: ich muß sagen, die Idee, daß die öffentlich-rechtlichen Sender ihre gebührenfinanzierten Sendungen archivmäßig im Internet bereitstellen, hat was. Ich würde gern nochmal John Peel anhören. Nur, „alles für alle gratis“ scheint mir auch übertrieben. Wenn mein Neffe in Timbuktu einen deutschen Tatort von 1965 anschauen wollte, sollte er ein bißchen was zahlen, finde ich. Ein Abo hätte da einen gewissen Charme – GEZ-Zahler bekommen ihre Abo-Zugangsdaten so, weil sie schon gezahlt haben, und Auswärtige können eins abschließen.

  51. @colorcraze Dieses Modell -...
    @colorcraze Dieses Modell – das ja viele Zeitungen so mit ihren Abonnenten handhaben – würde ich auch unterstützen. Auch auf dem internationalen Markt. Die Sender stellen den US-Einwohnern viele Dinge kostenlos zur Verfügung, greift man aus dem Ausland darauf zu, kann man die Videos nicht sehen. Ich vermute, man kann auch IPs simulieren oder ähnliche Tricks anwenden, tauschen oder streamen scheint zumindest mir dann einfacher.

  52. @brittania: Das Hauptproblem...
    @brittania: Das Hauptproblem ist doch immer, ein funktionierendes Geschäftsmodell zu finden! Mit Büchern und Zeitungen war es doch seinerzeit nicht anders. – Sie sagen, „die Sender“ – welche meinen Sie? US-amerikanische? Wie läuft das dort, könnten Sie das ein bißchen ausführen?

  53. Ach, ich möchte weinen. Mein...
    Ach, ich möchte weinen. Mein Heimweg führte gerade an einer Plakatwerbung von ZDFneo vorbei, die für MadMen warb. Dort zierte tatsächlich der Spruch das Papier: „Hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein Mann, der ihr auf den Arsch schaut.“ Ich vermag nicht auszusprechen, was ich Textern und den Verantwortlichen, die diese Werbung abnahmen, wünsche.

  54. werte violandra, das plakat...
    werte violandra, das plakat spricht sogar von glotzen. entlassen sollte man sie alle. http://yfrog.com/mjo17ij

  55. Hört, hört. Das ZDF plant in...
    Hört, hört. Das ZDF plant in Konkurrenz zu RTL und ProSiebenSat.1 eine kommerzielle Plattform für Video on Demand.
    http://www.turi2.de/2010/09/30/heute2-zdf-plant-kommerzielle-videoplattform-9491659/

  56. "Hinter jeder erfolgreichen...
    „Hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein Mann, der ihr auf den Arsch schaut.“
    Sehr verehrte Damen,
    seien Sie bitte nicht schockiert, aber glauben Sie mir bitte, da könnte was dran sein.
    Selbstverständlich könnte man es auch weniger gewöhnlich formulieren.
    Ihr V

  57. Über die Aussage könnte man...
    Über die Aussage könnte man streiten. Mir scheint, als versuche der Sender durch die plumpe Werbung abermals zu verhindern, dass eingekaufte Serien aus dem US-Markt erfolgreich würden. Vielleicht ist es aber auch schlicht Dummheit. Vielleicht gibt es ein Publikum, das auf diese Anzeige hin einschaltet. Ach.

  58. jeeves, 24. September 2010,...
    jeeves, 24. September 2010, 13:40
    danke und meine empfehlungen an den herrn sohn.

  59. Absolute Frechheit diese...
    Absolute Frechheit diese Plakatwerbung!!!
    Das wundert man sich noch über den Verfall der Gesellschaft…
    Und das noch mit unserem Steuergeld.
    Ich wünsche jedem dieser Entscheider einer solch öffentliche Plakatwerbung dies kleinen Kinder zu erklären wenn sie fragen „Warum steht da Arsch? Das soll man doch nicht sagen…“

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