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Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Liebling, du hast die Kinder vergessen

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Medienpolitik muss in der digitalen Gesellschaft Strukturen für Kinder zu schaffen, die sie dabei unterstützen ihr Wissen zu mehren. Der neue Jugendmedienschutz-Staatsvertrag hingegen legt offen, dass Erwachsene den Log-in für die Welt der Kinder längst verloren haben. Der Staatsvertrag schützt lediglich das Befinden des guten Gewissens von erwachsenen Medienmachern.

Medienpolitik muss in der digitalen Gesellschaft Strukturen für Kinder zu schaffen, die sie dabei unterstützen ihr Wissen zu mehren. Der neue Jugendmedienschutz-Staatsvertrag hingegen legt offen, dass Erwachsene den Log-in für die Welt der Kinder längst verloren haben. 

Mit ernsten Gesichtsausdruck steht ein fünfjähriger Junge unschlüssig vor der Schaukel auf dem Spielplatz an der Steinstraße. Bei seinem Anblick vergesse ich, dass ich manchmal wütend bin darüber, dass ich mit einem fast 40-jährigen Kind zusammen in einer Wohnung am Hackeschen Markt wohne. Große Zweifel leuchten in den Augen des 5-Jährigen, der da im Schnee steht. Ihnen entspringt die Frage, ob das Turnen auf diesem Spielgerät sich für die Aufnahme in dem viersprachigen Exzellenzkindergarten förderlich erweisen wird. Dann mag ich auch das erwachsene Kind aus der gemeinsamen Wohnung wieder, dessen Spieltrieb so oft an meinen Nerven zehrt, der mich dann aber bekocht und mir den Ernst von den Lippen küsst. Kindliche Unbekümmertheit sieht man in der Hauptstadt häufiger blondgeschopft auf Barhockern wippen. Vergnüglich brabbelnd in einem Designer-Kinderwagen, sieht man sie weniger oft.

Der Kontakt zur Jugend im Herz und im heute rieselt in Berlin, in Deutschland, leise mit dem ersten Schneestaub zwischen den Fingern hindurch auf den Boden, wo ihn prall gepolsterte Moonboots geräuschlos mit Füßen treten. Kinder in Berlin sind keine Wonneproppen, die quietschend aus Holzklötzen etwas Größeres bauen, als Papas akkurates Architekturmodell. Sie sind kleine Erwachsene, in deren Leben der einzig kindgerechte Aspekt das Label „Kinder-“ vor dem Yoga ist. Dabei bemerken die Eltern nicht, dass ihr zweijähriger Sprössling das Smartphone schon besser beherrscht als seine Milchkaffee schlürfenden Erzeuger. Und so realisieren weder sie, noch die Repräsentanten, die sie auf einen abgesessenen Parlamentsstuhl wählten, was die nachwachsenden Generationen brauchen, um mit digitalen Klötzchen noch Größeres zu bauen, als die Holzburg auf dem antiallergischen Wohnzimmerteppich.

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Die Lustlosigkeit grassiert nicht nur in den Betten in deutschen Städten und verwehrt dem Elterngeld die demographische Erfolgsmeldung. Sie spreizt ihre Flügel auf in alle Richtungen: Gesundheitsminister Rösler will während des Bundespresseballs nicht vor der RBB-Kamera tanzen („Zu privat!“), Charlotte Roche offeriert dem blassen Bundespräsidenten Sex um die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken zu stoppen, der Autor Colm Tóibín gibt dem Tagesspiegel zu Protokoll: „Auf einem gemeinsamen Foto nehme ich nur Angela Merkel und Nicolas Sarkozy Sinnlichkeit ab, Berlusconi andererseits nicht.“
Die schmerzlichste Lustlosigkeit jedoch, die Deutschland so verschlafen und spröde wirken lässt, ist der Blick auf Kinder und Jugendliche: nichts scheint dem öffentlichen Diskurs, der Politik, den Eltern rätselhafter als die modern benannten Nachkommen. Das junge Leben von Anouk, Konrad und Salomon ist vom Lätzchen bis zur Studienwahl durchgeplant, und dennoch sind ihre Gedanken für ihre Erzieher noch geheimnisvoller als die Liebe. Und die? „Die Liebe schafft es, noch unergründlicher zu sein als das Internet.“

Die Liebe und das Internet nicht verstehen zu wollen, gehört hierzulande zu den beliebtesten Standardausflüchten, wenn Gespräche beginnen an Tiefe zu gewinnen und ein mehr an Mut, Kreativität und Loslassen verlangen, als ein enger Hemdkragen erlaubt. Doch wer braucht schon die Liebe und das Netz, wenn er alleine und ungekämmt am Frühstückstisch in der Zeitung die Nachrichten von gestern lesen kann? Denn noch weit hinter Sex, Technologie und Online-Journalismus rangiert unsere Zukunft. Über Kinder würde es sich mehr zu debattieren lohnen, als über die Hochzeiten von britischen Thronerben, verpixelte Häuserfassaden und Bezahlschranken für Boulevardberichterstattung. Doch da wir diese jungen Dinger nicht verstehen möchten – die geheimnisvolle Jugend, die zwar Pornos konsumiet, doch dennoch nicht promisk durch die Prüfung fällt und zudem fest an die große Liebe glaubt – und außerdem diese böse Technik nicht begreifen wollen – die alles gleichzeitig kann, will und uns durchleuchtet – werfen wir die Kids und das digitale Leben mit den anderen Rätseln in einen Topf.

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Rätsel löst man in Deutschland immer noch gerne damit, ihnen mit Regeln und Verboten ein Kostüm überzuwerfen, dass sie erklärbar erscheinen lässt. Die besonders liebevolle Variante dieses Lösungsversuches stellt aktuell die Novelle des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages dar, der Kinder und Jugendliche nicht nur vor den Gefahren der klassischen Medien bewahren möchte, sondern nun auch vor den Fallstricken des Internets.

Im Netz verdient man in Deutschland kein Geld, für die Liebe taugt es selten, für die Jugend muss es gefährlich sein. Denn dort lauern besonders viele Inhalte, die „offensichtlich geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit unter Berücksichtigung der besonderen Wirkungsform des Verbreitungsmediums schwer zu gefährden“. Schon allein diese Formulierung aus dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag wäre für ein „gemeinschaftsfähiges“ Gespräch nicht geeignet. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen, an Orten, wo sie des Schutzes und der Unterstützung bedürfen, sei es vor Armut, Krankheit, körperlicher und seelischer Gewalt, Einschränkung ihrer Entwicklungs- und Ausbilundgschancen aufgrund ihrer sozialen Zugehörigkeit, ist wichtig und richtig. Gesetze für diese Art der Gefährdung eines kindgerechten Lebens, dass sie sie „eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten“ heranwachsen lässt, sind jedoch nicht vorhanden oder wenig ausgefeilt. Sie sind zudem unterdiskutiert, wie im Falle der Kinderegelsätze von Hartz IV.

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Wie die zerplatze Illusion über die Existenz einer Generation Porno, weiß man mittlerweile, dass Kinder schon früh über Filtersysteme verfügen, die sie wichtige von weniger relavanten Informationen unterscheiden lassen, die sie vor allem aber reale Sachverhalte von Fiktion trennen lassen und diese dementsprechend abspeichern und Schlüsse für ihr eigenes Verhalten daraus ziehen. „Obst verdirbt, Kinder nicht, Kinder schalten ab“, schreibt Malte Welding in einem Kommentar zur geplanten Novelle des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages, an dem besonders laut die Kritik von Medienpädagogen kratzt. Im Fokus des Jugendschutzes, auf den sich die Bundesländer verständigen, steht eine Symbolpolitik, die ein ein einseitiges Verständnis von die Macht über Medien und wenig Gespür für den Wandel der Informationswelt verrät. Erwachsene versuchen auf Senderseite zu regulieren, ohne anzuerkennen, dass mit Hinzunahme des Internets in den Staatsvertrag, das zudem eine Verstrickung mit den klassischen Medien aufweist, die deren Natur ebenfalls zu großen Teilen jetzt schon verändert hat, die klare Zuweisung von Urheber, Absender, Empfänger kaum noch möglich ist und der Informationsfluss sich ergießt in einem gemeinsamen Produkt, an dessen Gestaltung man über Wissen und Medienkompetenz mitwirken kann, dass aber niemals mehr kontrollierbar oder vollständig begreifbar sein wird.

Vor unerfreulichen Inhalten, seien sie in Zeitungen, im Fernsehen, auf Websites, seien sie pornografischer, beleidigender, schrecklich dummer oder brutaler Natur, kann der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag in der Form, in der er in den nächsten Wochen ratifiziert werden soll, weder Kinder noch Erwachsene schützen. Der Spiegel-Online-Redakteur Christian Stöcker nennt den Vetrag „weltfremd“, da unter anderem die darin vorgesehenen Alterskennzeichnungen und Sendezeiten von Websites an der Realität des technisch Machbaren vorbeigehen; vor allem aber ist er weltfremd, da er an der Lebens- und Netzrealität von Kindern und Jugendlichen vorbeigeht.
Wenn Sie sich über das geballte Computerwissen ihrer 11-jährigen Tochter wundern, die weder einen älteren Hacker-Bruder hat noch die Internet-AG in der Schule besucht, bekommen Sie eine Ahnung dafür, dass die Erwachsenenwelt kaum noch weiß, über was und über welche Wege Jugendliche tatsächlich Wissen austauschen. Es ist eine nicht unwichtige semantische Differenzierung, dass Kinder nicht im Internet missbraucht werden, sondern ihr Missbrauch im Internet dokumentiert werden kann. Genau so ist es wichtig, dass die Chancen und Risiken des Gebrauchs und der Wirkung von Medien auf Jugendliche sich aus den Erkenntnissen ihrer Welt schöpft, und das Anliegen Erwachsener sein muss, diese Welt reichhaltiger zu gestalten, statt ängstlich zu beschneiden.

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Im Zeitalter des Internets, dass Kindern und Erwachsenen neue, einfache Wege aufzeigt sich Wissen anzueignen und manchmal auch Dummheiten zu begehen, braucht es keine Medienpolitik die begrenzt und in Aufseher und Betreute unterscheidet. Wir brauchen eine umfassende Förderung der Medienkompetenz in allen Altersklassen, die zum einen für alle uneingeschränkten Zugang zu möglichst vielen Medien und insbesondere dem Internet herstellt, und zum anderen Kinder und Erwachsene darin schult, Medien für Kommunikation und Bildung besser zu nutzen und darauf bedacht ist, dass digitale Medien mehr Wissen für alle schaffen, anstatt Wissensklüfte und kulturelle Spaltung zu vertiefen. Zur Vermeidung einer weiter greifenden kulturellen Kluft gehört auch, dass Medienförderung sich darum bemüht, dass ältere Generationen nicht den Anschluss an die nachfolgenden verlieren. Es muss vermieden werden, dass durch fehlende Kommunikation und falsche strukturgebende Entscheidungen das kreative und intellektuelle Potential auf allen Ebenen beschnitten wird.

Wenn Kinder und Bildung die Zukunft des Landes sind, sollten Grips und Geld nicht in digitale Stoppschilder und Filtersysteme fließen, sondern Kindern über Infrastruktur, Zuspruch und offene Ohren ermöglichen, untereinander ihr Wissen, ihre Ideen, ihre Schutzmechanismen weiterzugeben. Was daraus entstehen kann, wagt niemand zu ahnen. Und die Kinder werden so klug sein, auch diejenigen ins Spiel zu holen, die vormals nichts anderes kannten als Sorgen.

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10 Lesermeinungen

  1. Weitere Informationen zur...
    Weitere Informationen zur Novelle des JMStV finden sich unter folgenden Links:
    t3n: 17 Fragen zum neuen JMStV
    http://t3n.de/news/neuer-jmstv-286977/
    Vera Bunse: Auf allen Kanälen: JMStV
    http://carta.info/36183/auf-allen-kanaelen-jmstv/
    Anne Roth: 5 vor 12 – Internet-Sperren 2.0 vor der Ratifizierung
    http://annalist.noblogs.org/post/2010/11/29/5-vor-12-internet-sperren-2-0-vor-der-ratifizierung/
    JMStV Factsheet
    http://www.henning-tillmann.de/2010/10/behauptungen-fakten-zum-entwurf-des-jugendmedienschutz-staatsvertrags-jmstv/
    Brief vom AK Zensur an die Ministerpräsidenten der Länder mit Anlagen
    http://ak-zensur.de/download/JMStV-Brief–komplett.pdf
    Die JMStV-Novelle: Eine technische Betrachtung
    http://achim-mueller.org/images/jmstv_piraten.pdf

  2. "Im Zeitalter des Internets,...
    „Im Zeitalter des Internets, dass Kindern und Erwachsenen neue, einfache Wege aufzeigt sich Wissen anzueignen und manchmal auch Dummheiten zu begehen, braucht es keine Medienpolitik die begrenzt und in Aufseher und Betreute unterscheidet. Wir brauchen eine umfassende Förderung der Medienkompetenz in allen Altersklassen, die zum einen für alle uneingeschränkten Zugang zu möglichst vielen Medien und insbesondere dem Internet herstellt, und zum anderen Kinder und Erwachsene darin schult, Medien für Kommunikation und Bildung besser zu nutzen und darauf bedacht ist, dass digitale Medien mehr Wissen für alle schaffen, anstatt Wissensklüfte und kulturelle Spaltung zu vertiefen.“
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    Toller Satz – und so richtig. Und könnte man unendlich viel zu schreiben. Angefangen mit einer Gesellschaft, die jetzt schon ungefähr 15-20 Jahre lang den Satz „dund ie Lohn nebenkosten müssen gesenkt werden“ als eines ihren zentralen Gestaltungselemente pflegte – während andere, Mister jobs z. B. derweil Weltgestaltung und Weltgesellschaftsgestaltung betrieb – sein „Geheimprogramm“ „Senkung der Lohnnebenkosten“ (bei Apple), welches das alles erst möglich gemacht hat, haben wir alle bloß noch nicht richtig wahrgenommen.
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    Bei den genanten Mißständen handelt es sich also um Mißstände der Erwachsenenwelt. Noch kommen Kinder eben als junge Menschenkinder genau so zur Welt (wie beschrieben, stehen da, fragend, von Instinkt und richtiger Weise die richtigen Fragen stellend).
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    Der Trend also zur immer fragwürdiger werdenden Erwachsenenenwelt („Selbstentfremdung etc.“) läuft immerhin schon seit Jahrzehnten. Mittlerweile werden die Probleme eben auch für die breite Masse, also eben auch den Zeitungsjpuralismus sicht- und vor allem fühlbar. (Siehe oben: Es handelt sich um Anwesenheit und Ausdrück von Gefühlen)
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    Hier spricht einer darüber, der den Prozess als Wissenschaftler und Gestalter schon seit Anfang der 1980ger Jahre begleitet, und er spricht klug, interessant und richtig, wie wir meinen, genau wie dieser Blog.
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    „Techn. Datenschutz“ ist natürlich Politik, Gesellschaftspolitik genau genommen und zeigt ziemlich gut auf, warum Kinder am Ende auch weiter die Opfer dummer, fehlgeleiteter Eltern und ignoranter Spießbürgergesellschaften sein werden.
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    https://www.datenschutzzentrum.de/interviews/pfitzmann/ (Ein bißchen Zeit nehmen, es hat intensiv mit Ihrem Thema zu tun)

  3. Ich bin mit Ihnen völlig...
    Ich bin mit Ihnen völlig d’accord. Dumm nur für unsere wertvollen Volksvertreter, dass das die Zielgruppe nicht interessiert. Wörtliche Zitate meines 13 und 15 jährigen Nachwuchses: „Na und? Mir doch egal, was unsere Politiker da entscheiden. Ich komm eh an jede Website ran, die ich sehen will.“ „Interessiert doch keinen. Nehme ich halt einen ausländischen Proxy. Wie bei Youtube und den Spinnern von der GEMA.“
    Wenn unsere Kinder sich wie Fische im Wasser in einer technischen Umgebung mit Privoxy/Tor/Adblock/Noscript bewegen und unsere „Entscheider“ eine Kommission brauchen, um sich erklären zu lassen, was das ist, kommt halt sowas dabei raus.
    Mein Job als Vater ist es, Kontext zu vermitteln, und nicht Informationen zu blocken. Immer noch besser einen Porno anzusehen, als persönliche Informationen plus Photos in SchülerVZ zu stellen.

  4. "dass Erwachsene den Log-in...
    „dass Erwachsene den Log-in für die Welt der Kinder längst verloren haben.“
    Und dass Journalisten längst die normale Sprache verloren haben?

  5. Ich bin ... gefühlt ......
    Ich bin … gefühlt … einverstanden. Teilweise. Ich beobachte bereits seit langem, auch vor der Popularisierung des Internets, eine neuartige Form von Rücksichtslosigkeit gegenüber den emotionalen Bedurfnissen von Kindern. Frühere Generationen haben buchstäblich auf ihre Kinder eingedroschen. Jetzt entledigt man sich dem „Was-will-das-Kind-denn-bloß?!“-Problem mithilfe von Technikspielzeug. Was daraus für Erwachsene entstehen, weiß keiner. Es ist ein gigantisches Sozial-Experiment. Auf gut Glück. Meine Vermutung ist, dass die nächste Generation sich im Durchschnitt um eine Stufe mehr unfähig zeigen wird, Kindern den richtigen Pfad ins Leben zu bauen. Das provoziert dann staatliche Rettungsmaßnahmen. Da war schon von „Elternführerschein“ die Rede … Es könnte in den nächsten 30 Jahren noch viel mehr Verstaatlichung der Kindererziehung zum Schutze und Wohl der Kinder kommen … es ist aber eben dann die Frage, ob der Staat daran schuld ist oder die Eltern. Die Technik als solche ist es sicherlich nicht.
    Aber, Violandra, ganz dringender Tipp, wo es hier ja auch um Bildung geht: Schau dir doch bitte dringend die drei oder vier Binsenweisheiten an, wie man lesefreundlich schreibt. Dein Text ist wortreich und eloquent, aber ungeheuer schlecht geschrieben. Verdammt nah dran am Geschwafel, obgleich es inhaltlich kein Geschwafel ist. Schade.

  6. ich kann ihrem bericht nur...
    ich kann ihrem bericht nur zustimmen . die sicher-stark -initiative setzt sich seit jahren dafür ein ,die kinder zu schulen und nicht noch mhr stoppschilder oder filter aufzubauen.

  7. @Brett: "Frühere Generationen...
    @Brett: „Frühere Generationen haben buchstäblich auf ihre Kinder eingedroschen. Jetzt entledigt man sich dem „Was-will-das-Kind-denn-bloß?!“-Problem mithilfe von Technikspielzeug.“
    Also, ich bin jetzt bald 50 und _ich_ wurde als Kind mit Spielzeug überhäuft und ansonsten versorgt, aber ziemlich ignoriert, was Neues ist das wirklich nicht. Zwar hatte ich einige in meiner Klasse, die zuhause gelegentlich verdroschen wurden, aber meine Eltern gehörten zu der mutmaßlichen Mehrheit, die das nicht tat. Das mit dem allgemeinen Kinderverprügeln muß schon weit länger her sein, so Großeltern/Urgroßelterngeneration, ca. 1930-1950 und davor. Als negativ hervorzuhebendes Phänomen wurden in meiner Kindheit (60er)die „Schlüsselkinder“ angesehen – Eltern waren beide arbeiten, Kind hatte Wohnungsschlüssel.
    @ichinen: „Mein Job als Vater ist es, Kontext zu vermitteln, und nicht Informationen zu blocken.“ Genau. Darauf kommt es an.
    @Violandra: also nach sorgfältigen Durchlesen Ihrer Links komme ich zu dem Schluß, daß der Aufschrei der „Netzgemeinde“ in diesem Fall schlicht heiße Luft ist. Solange nicht von jeder Webseite verlangt wird, sie mit FSK zu kennzeichnen, sondern nur wenns halt explizit wird, beschränkt sich das auf Vorgartenpflege – ja, man könnte es lassen, aber man kann es auch machen.

  8. Guten Tag,

    aus...
    Guten Tag,
    aus journalistischer Sicht mag die neue Fassung des neuen Jugendmedienstaatsvertrags für nachrichtliche Medien, seien es Blogs oder Zeitungen, seinen Sinn haben. Diese Auffassung vertritt der Justitiar des Deutschen Journalistenverbands, näheres dazu im Mittelhessenblog.
    Als Vater von vier Kinder zwischen 16 und 8 Jahren beiderlei Geschlechts erlebe ich die Computer-/Neue-Medien-Realität tagtäglich. In der Grundeinstellung eher konservativ und mit traditionellen Bildungswerten aufgewachsen, noch dazu als Journalist immer wieder mit den „Negativauswirkungen“ der neuen Medien konfrontiert, mit den Nachrichten über PISA, mit der Lage auf dem Ausbildungsmarkt, ergibt sich daraus ein eigentümlicher Blick auf die Welt des eigenen Nachwuchs. Dass, was der Jugendmedienstaatsvertrag wirklich will, mag gut gemeint sein. Es wird aber an der täglichen Realität scheitern. Dieser Vertrag ist ein weiteres Mosaiksteinchen dessen, was sich als immer stärker werdenden gesellschaftlicher Umbruch bemerkbar macht. Seinen einzigen Zweck erfüllt er tatsächlich im Grunde nur als echtes oder vermeintliches Gütesiegel für journalistische Netzangebote. Beim Rest der Netzangebote: Mehr als fraglich.

  9. Guten Tag,

    die Technikfalle...
    Guten Tag,
    die Technikfalle macht auch vor Journalisten nicht halt und diese mitunter zu technisch bedingten Legasthenikern: Wenn im Zusammenspiel von Hand und Auge die richtigen Worte in die Tastatur fließen, der Zwischenspeicher das Tempo nicht mithält, so getippt gewähnte Buchstaben in der redaktionell veröffentlichten Endfassung nicht mehr auftauchen und der Text aus der Feder eines Immigranten zu stammen scheint. Deswegen der Ursprungskommentar zum Jugendmedienstaatsvertrag in der eigentlich gedachten fehlerlosen Fassung (in der Hoffnung, dass die Technik nun nicht Richtiges in Falsches verwandelt, ich stelle der Community-Redaktion anheim, die richtige Fassung dann anstelle der falschenn zu nehmen. So gehe ich zumindest mit eigenen Leserkommentaren um :-))
    aus journalistischer Sicht mag die neue Fassung des neuen Jugendmedienstaatsvertrags für nachrichtliche Medien, seien es Blogs oder Zeitungen, ihren Sinn haben. Diese Auffassung vertritt der Justitiar des Deutschen Journalistenverbands, Näheres dazu im Mittelhessenblog.
    Als Vater von vier Kindern zwischen 16 und 8 Jahren beiderlei Geschlechts erlebe ich die Computer-/Neue-Medien-Realität tagtäglich. In der Grundeinstellung eher konservativ und mit traditionellen Bildungswerten aufgewachsen, noch dazu als Journalist immer wieder mit den „Negativauswirkungen“ der neuen Medien konfrontiert, mit den Nachrichten über PISA, mit der Lage auf dem Ausbildungsmarkt, ergibt sich daraus ein eigentümlicher Blick auf die Welt des eigenen Nachwuchs. Das, was der Jugendmedienstaatsvertrag wirklich will, mag gut gemeint sein. Es wird aber an der täglichen Realität scheitern. Dieser Vertrag ist ein weiteres Mosaiksteinchen dessen, was sich als immer stärker werdender gesellschaftlicher Umbruch bemerkbar macht. Seinen einzigen Zweck erfüllt er tatsächlich im Grunde nur als echtes oder vermeintliches Gütesiegel für journalistische Netzangebote. Beim Rest der Netzangebote: Mehr als fraglich.

  10. Als Student, der die...
    Als Student, der die Entwicklung des Internet während seiner Jugend erlebt hat muss ich sagen, dass es wirklich völlig utopisch ist die Jugend mit dieser Errichtung von sperren behindern zu wollen. Denn wer wie ich mit den digitalen Medien aufwächst lernt schnell Zugangsbeschräkungen zu umgehen, diese Bechränkungen sorgen eher für einen Reiz desunbekannten. Ein schönes Beispiel hierzu aus meiner Kindheit, als meine Eltern damals den Fernseher mit einem Keycode sperrten habe ich eines Tages als die Elter nicht da waren die Zeit genutzt den Code per BruteForce (durchprobieren aller möglichen Kombinationen zu knacken) dabei habe ich dann den Universalcode für Werkstätten endeckt und somit waren jegliche weiteren technischen Beschränkungsmaßnahen nichts mehr wert.
    Ähnliches werden die Kinder und jugendlichen in Zukunft auch machen und dabei technisch weit versierter werden und genau dieser Erfindungsreichtum wird jede Beschränkung aushebeln.
    Deshalb gehören diese Jugendlichen eher professinell angeleitet als blockiert.
    Außerdem kann ich trotz meiner starken Technikaffinität sagen, dass ich eine fundierte Allgemeinbildung habe, viel Lese und auch kulturelle Veranstaltugen wie Theater und Musik schätze. Es ist also nicht eine Frage der Beschränkung des Internet sondern eine fundierte Erziehung im Umgang mit den Medien die hier gefordert ist.

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