Deus ex Machina

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"Ich weiss ungefähr, wie man das Internet anklickt"

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Berlin hat die Fashion Week, München hat den CSU-Netzkongress. Auf der Suche nach Modernität und Jugend wagte nun auch die bayerische Volkspartei einen Vorstoß zur Netzpolitik. Horst Seehofer gab Auskunft über "sein Internet".

Berlin hat die Fashion Week, München hat den CSU-Netzkongress. Auf der Suche nach Modernität und Jugend wagte nun auch die bayerische Volkspartei einen Vorstoß zur Netzpolitik. Horst Seehofer gab Auskunft über „sein Internet“.

„Jetzt sind wir alle gespannt auf dein Internet“, so begrüßt Dorothee Bär den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, der auf dem ersten Netzkongress der CSU eine Rede halten soll. Unter dem Titel „Mein Internet“ wird er aus der Sicht des Parteivorsitzes den Vorstoß des CSU-Netzrates zur Internetpolitik im Freistaat ergänzen. Die junge Bundestagsabgeordnete Bär hat in die Hanns-Seidel-Stiftung in München eingeladen, um ihrer Partei das frisch erarbeitete Positionspapier zur Netzpolitik vorzustellen. „In Freiheit und Fairness.“ prangt auf dem strahlend blauen Büchlein, das die Gäste der Nachmittagsveranstaltung am Eingang erhalten. Doro Bär – unter dieser Kurzform twittert sie auch – treibt das Thema energisch voran. Sie leitet den Netzrat der CSU, in den sie größtenteils unabhängige Experten berufen hat. Der Netzkongress ziert seit seiner Ankündigung als oberster Punkt das Menü der Website der Partei, etwa 300 Interessierte haben am Montagnachmittag die Einladung wahrgenommen. Ein Sicherheitsbeauftragter am Eingang beurteilt die Veranstaltung als so gut gefüllt, dass er die eintreffenden Gäste bittet, ihre Taschen gleich mit den Wintermänteln an der Garderobe abzugeben. Für Handtaschen, für Brezel und für Seehofers Personenschützer ist dann aber doch noch ausreichend Platz.

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Und Raum ist auch für Seehofer selbst, auch wenn er zum Thema des Nachmittags keine Erkenntnis einzubringen hat. Netzpolitik ist in der deutschen Parteienlandschaft noch immer ein Nischenthema, das innerhalb der Parteien keinesfalls als hartes Politikfeld anerkannt wird. Das Leistungsschutzrecht, Netzneutralität und twitternde Politiker passen nicht auf Wahlplakate. Die Netzpolitik sei ein Thema „hoher Komplexität und hoher politischer Priorität angesichts der erheblichen gesellschaftlichen Veränderungen und rasanten technologischen Entwicklung zu Beginn des 21. Jahrhunderts“, schreiben Dorothee Bär und Professor Dirk Heckmann, Mitglied im CSU-Netzrat, im Epilog ihres Positionspapieres. In der Welt der internetfernen Politiker ist die Gestaltung der digitalisierten Gesellschaft jedoch weit hinten auf der Skala der politischen Prioritäten angesiedelt. Hier engagieren sich mehrheitlich junge Politikerinnen und Politiker mit Unterstützung zahlreicher ehrenamtlicher User, die den Implikationen des Netzes für das Zusammenleben von Menschen eine andere Wichtigkeit einräumen: „Ihr werdet euch noch wünschen, wir wären politikverdrossen!“ – vom Tweet zum Schlachtruf bleibt dieser Satz weiterhin Selbstverständnis vieler junger Menschen, die sich zu Unrecht als politisch desinteressiert betrachtet sehen und deren politische Anliegen kaum Beachtung finden. Das Internet hat tatsächlich eine Generation, der man gerne vorhält, sie suche in hedonistischen Lebenspraxen vor allem das individuelle Glück ohne Rücksicht auf die Gemeinschaft, neu politisiert. Die politischen Nischenthemen, die junge Menschen im Netz diskutieren, werden an Bedeutung gewinnen; es werden mit der Zeit aber auch mehr und größere Themen werden.

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Horst Seehofer unterstützt an diesem Tag als prominentes Politgewicht die Nische Netzwertiges mit seiner Präsenz und Rede. Er bleibt die komplette Veranstaltung auf seinem Platz in der ersten Reihe neben der kleinen Tribüne. Als die CSU den Netzkongresss vor wenigen Wochen ankündigte, machte der Programmpunkt des Ministerpräsidenten schnell als Running Gag die Runde in den sozialen Netzwerken. „Mein Internet“ hieß der Programmpunkt von Seehofer. Doch wie mag das ausschauen, das Internet eines traditionsbewussten Bajuvaren? Es schien zumindest grundverschieden von dem Internet, in dem Dorothee Bär sich bewegt oder der Zukunft des Netzes, die der Vize-Generalsekretärin vorschwebt. Dass die Parteispitzen stets einen Redeplatz auf den eigenen Veranstaltungen sicher haben, ist für die ernsthafte Etablierung vieler Themen ein Problem. Manche Parteivorsitzende lassen sich von ihren Referenten umfassend in die Thematik einweisen oder sie mahnen ihre Redenschreiber, sich besondere Mühe zu geben. Andere denken, ihre Anwesenheit alleine würde der Zusammenkunft ein wenig mehr Glamour verleihen; doch das stimmt höchstens für ein anderes Mitglied der Christsozialen.

Seehofer schlurfte also auf die Bühne und entkräftete die Erwartungen an seinen Beitrag sogleich: Er habe keine Rede vorbereitet, er würde jetzt mal ein paar Dinge sagen, denn: „Zum Internet gehört die Kürze: Klick, Klack.“ Die Experten seien schließlich die anderen: „Ich weiss ungefähr, wie man einen Computer einschaltet.“ Dass er selbst nicht die Fachkraft des Nachmittags war, war eine weise Einsicht; dennoch kann eine lustlos und monoton vorgetragene Rede den gut gemeinten Charakter einer Veranstaltung erheblich beschädigen. Das Daherplätschern seiner Worte erwies sich ebenso vertrackt wie es oftmals in elektronischen Briefen passiert: Ironie bleibt dem Gesprächspartner meist verschlossen. Ein bis zwei Mal jährlich gehe er ins Netz, so Seehofer in seiner Rede – dass diese Ausführung natürlich ein Witz sei und er täglich das Internet nutze, sich lediglich zwei Mal im Jahr selbst google, musste er zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Podium richtig stellen. Er lese Computerzeitschriften, in denen man erfahren könne, wie man Netzsperren umgehe, er kaufe gerne im Internet ein, er sei ein „Wikileaks-Geschädigter“ (abermals ein Scherz) – das erfuhr man von dem CSU-Politiker.

So wurde der Titel der Rede „Mein Internet“ dem Inhalt sogar gerecht, der Vortragende jedoch nicht seiner Funktion als Parteivorsitzender. Einen einzigen klugen Satz zur Netzpolitik, den Hauch einer Vision – Fehlanzeige. Vielmehr bekräftige er in seiner Einordnung des Expertengremiums des CSU-Netzrates, dass dieser eine milde beratende Rolle haben werde, wenig Einfluss, die Linie der Partei müsse von den Meinungen des Rates aber nicht betroffen sein. Wahre Anerkennung für die Arbeit von Dorothee Bär hätte anders aussehen müssen.

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„Trotz Internet muss für Menschlichkeit Zeit sein“, lautete einer der Schlusssätze von Seehofers Redebeitrag – eine entlarvende Etikettierung der Natur des Netzes, die verriet, dass er der „Interneterklärbärin“ nur mit halbem Ohr zugehört hatte; dass der Ministerpräsident das Internet noch immer als einen Parallelwelt betrachtet, ohne die der Bürger in Bayern gut zurecht kommt. Dorothee Bär erläuterte ihrer Partei Aspekte des Netzes so geduldig, anschaulich und humorvoll, dass der Nachmittag für einige der Anwesenden mit Sicherheit neues und nützliches Wissen transportierte. Sie sprach etwa über Privatsphäreneinstellungen auf Facebook, Vorteile, die für Bürgerinnen und Bürger in der Verwaltung durch E-Government entstehen, die Unwirksamkeit von Netzsperren, Herausforderungen für die Bildungspolitik, ja für das Zusammenleben mit Kindern in der eigenen Familie: „Meine 4-jährige Tochter kennt sich mit dem iPad noch nicht so gut aus wie ich, aber besser als ihr Vater.“

Dorothee Bär kennt das Netz aus völlig anderen Perspektiven als ihre Parteikollegin Ilse Aigner (und sie wäre, sollte das Ministeramt in dieser Legislaturperiode frei werden, eine kluge, für die Union vermutlich zu progressive Wahl) , sie nutzt Twitter als Dialoginstrument über Parteigrenzen hinweg, sie spricht präzise an, dass Kinderpornographie im Netz traurigerweise „dokumentiert“ werde, benennt es aber im Gegensatz zur Frau ihres Kollegen Guttenberg nicht als „Tatort Internet“.

„Ich freue mich, dass die CSU das Wählerpotenzial von Internetnutzern erkannt hat“, bemerkt ein Mitglied der Chaos-Computer-Clubs in der Diskussion – und in diesem Punkt hat er sicherlich Recht, auch wenn man Frau Bär abnimmt, dass die Netzpolitik ihr Herzensthema ist, und nicht nur Jagd auf eine neue Zielgruppe. Auf dem Kongress sind auch Mitglieder der Piratenpartei anwesend, die sich an der Diskussion beteiligen. Ein älterer Herr flüstert ehrfürchtig: „Die haben bei der Bundestagswahl 800.000 Stimmen geholt. Aus dem Stand! 800.000 Stimmen.“

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Die CSU will nun eine Online-Mitgliedschaft anbieten, in der sich Mitglieder zu einem virtuellen Ortsverband zusammenschließen können. Auf diese Weise soll das politische Engagement unabhängig vom Wohnort ausgeführt werden können. Nicht nur junge Menschen, die umziehen, auch junge Eltern, die sich zu Hause um ihre Kinder kümmern müssen, sollen so weiterhin teilhaben können. Die 32-jährige Bär ist gerade selbst im 8. Monat schwanger und kurz vor dem Mutterschutz. Sie freue sich, wenn die Diskussion nach dem Kongress weitergehe: über Twitter, Facebook, oder „schicken Sie mir eine E-Mail, wenn sie es ganz altmodisch mögen.“

Erst die Frauenquote, nun ein überraschendes Positionspapier zur Netzpolitik, Sitzwürfel und Hollywoodschaukeln in der Hanns-Seidel-Stiftung. Bleibt das Positionspapier nicht nur eine symbolpolitische Geste, dürfte die CSU bald moderner sein als die FDP.

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28 Lesermeinungen

  1. Wer ein bißchen Zeit...
    Wer ein bißchen Zeit mitbringt, kann sich die gesamte Veranstaltung auch noch einmal als Video anschauen >> http://www.csu.de/partei/netzkongress/livestream/index.htm

  2. Es gab einen guten Grund...
    Es gab einen guten Grund dafür, dass die CSU über Jahrzehnte hinweg Bayerns unangefochtene Mehrheitspartei war. Was diejenigen dummerweise übersahen, die den gepflegten altväterlich-konservativen Sprachstil für die ganze Partei nahmen und sich daher nie erklären konnten, woher dieser verdammte Haufen von Reaktionären eigentlich seine Mehrheiten holte. Wenn sich die CSU auf diese seit Stoiber vernachlässigte Fähigkeit zurückbesinnt, wird es ihr Schaden nicht sein :-).

  3. "Mein Internet in meinem...
    „Mein Internet in meinem Flughafen“ – zum einen sind ehemalige Parteigrößen unterschätzt, ja mei, sie reden so schön, zum anderen erhoffe ich mir, dass flächendeckendes WLAN nicht allzu weit entfernt ist. Auch auf dem Flughafen, in der Bahn, gerne auch im bayerischen Wald.

  4. Man mag von der CSU halten was...
    Man mag von der CSU halten was man will, aber dass sie jetzt solche Politiker hervorbringt macht mich hoffnungsfroh.

  5. Das schwierige an der...
    Das schwierige an der Etablierung der Netzpolitik ist, dass sie kein wirkliches STreitpotenzial birgt. Erst, wenn wirklich debattiert werden kann, kann man den Bereich zur „harten Politik“ rechnen. Momentan scheint mir, versuchen die Parteien vor allem bei den Nutzern zu punkten, mit Ausnahme der Union vielleicht, die FDP, wie Sie schon sagen, schweigt, obwohl digitale Bürgerrechte ja eigentlich ihr Thema sein müsste. Ich las gestern irgendwo, dass ohne Leutheuser-Schnarrenberger die Liberalen schon bei 0,5 Prozent lägen, das kann wohl sein.

  6. Positionspapiere sind doch so...
    Positionspapiere sind doch so etwas wie Facebook-Likes für Kampagnen und das zeichnen von beliebigen E-Petitionen: eine nette Symbolik, die nichts bewirken. Ein Warten also, auf die Positionspapierevolution.

  7. Es gibt keinen...
    Es gibt keinen globalisierteren/libereleren Ort als das Internet. Insofern waren dort sämtliche Probleme, die heute die „große Politik“ beschäftigen bereits vorab sichtbar. Das dumme an einem anonymisierten Internet: Kenntnis einer arabischen Sprache vorausgesetzt könnte ich mich dort in Konflikte einmischen die mich nichts angehen weil ich nicht Staatsbürger des jeweiligen Landes bin.

  8. Ist doch immer wieder lustig,...
    Ist doch immer wieder lustig, wie manche (fast alle) politiker immer noch mit absoluter realitätsferne irgendwas vom Internet reden, aber zu hause den PC nicht an bekommen ohne ihre kinder zu fragen, und mit absoluten grundbegriffen wie : „OS“, „browser“ oder „ausführen“ nix, aber garnix anfangen können.
    Die einzige kompetenliegt momentan bei der Piratenpartei, aber dass scheint sich ja zu ändern.

  9. @Weparo Ganz so streng müssen...
    @Weparo Ganz so streng müssen sie mit den Politikern nicht sein. Die iPad-Quote im Bundestag soll recht hoch sein, Anschaltknöpfe an PCs können die meisten sicher auch bedienen. Aber das „ich bin drin“ ist ja nicht entscheidend.

  10. Wollen wir doch ehrlich sein:...
    Wollen wir doch ehrlich sein: Vieles im Netz ist abzulegen unter – so jedenfals benennt es richtigerweise Don Alphons – „Zumutungen der Moderne“. Reich im Geiste ist der, der es nicht braucht.
    .
    Internet und Wählerpotential: Was ist denn aus den USA geworden nach der Wahl Obamas. Ja, er wurde mithin durchs Internet zum Präsident. Wie aber steht die USA da? Auch nicht besser. Nur die Selbstdarstellung und Verklärung funktioniert besser mit.
    .
    Den Affineur auf einer Alm kümmert es wenig, der Käse gelingt auch ohne digitale Weisheiten. Und Wein und Hopfen läßt man einfach wachsen. Und Olivenöl.
    Was braucht man da provider.

  11. Jo mei, ein bärniertes...
    Jo mei, ein bärniertes Feigenblatt macht ja noch keinen Blumenstrauss und
    die Zustimmung für eine als alternativlos erkannte gesellschaftlich-technische
    Entwicklungsrichtung muß nicht notwendigerweise von tiefgehend-einsichts-
    voller Denkarbeit vorbereitet worden sein.
    Sieht eher nach „es ist halt wie es ist“ oder wie in Hessen „Bub, da mußte
    dorsch “ aus.
    Moderner ist ja auch nur relativ und steht am nächsten Tag oft genug für
    altbackenes Allgemeingut.
    Aber wenn es hilft Mühlsteine wie HypoAlpeAdria pr-technisch etwas unter-
    zugewichten wird es der zweiten Partei der neudeutschen Geschichte, die auch
    immer gerne recht hatte, schon willkommen sein.
    Werte Teresa, da haben Sie hoffentlich nicht die in Ihrem Nachnamen
    versteckte Ergebenheitsadresse ungewollt angesprochen.

  12. Liebe Frau Bücker,

    Wer ist...
    Liebe Frau Bücker,
    Wer ist denn Frau Bär, die Traumpartnerin aller CSU-affinen, sich „-itisch“ gebenden, die eventuelle Ministerin in pectore? Diese Sitzwürfel, sie haben den Charme schlecht angemachter Feta-Käsewürfel. Hat der zukünftige virtuelle Ortsverband auch einen regionaltypischen Namen? Twittershausen, Tweetmanning, Ober Twittersdorf? Gibt es da wenigstens, sollte Frau Bär den virtuellen Ortsverein gründen, eine Jean Paul Seite? Gaultier ist geschenkt, kann auch sein.
    Ach, ganz uneigentlich wollte ich nur fragen, wie es Ihnen so geht und ob andere Parteien beim O-Vereins, -Verbands, -Gruppengründen mit der CSU überhaupt mithalten können?
    BG
    Christoph Leusch

  13. Lieber Herr Leusch,
    .
    Frau...

    Lieber Herr Leusch,
    .
    Frau Bär ist, wie fast alle Netzpolitiker_innen in den Parteien, sehr allein auf weiter Flur. Auch wenn ich keinesfalls auf der politischen Linie der CSU bin, kann ich Frau Bär nur alles Gute wünschen, vermutlich ist sie aber mit ihren Anliegen schlicht in der falschen Partei. Die CSU ändert so schnell niemand. Es scheint fast als hätte dort jemand entschieden: „Hier, hast du ein Spielzeug.“ Der Kongress – ein kleines Abschiedsgeschenk vor dem Mutterschutz – doch wer führt Bärs Arbeit währenddessen weiter?
    .
    Das Positionspapier der CSU ist ein kurzes symbolpolitisches Aufbäumen, großes Wirken wird es aus meiner Sicht nicht haben. Die meisten anderen Parteien sind nicht viel besser dran, auch wenn dort unentwegt gearbeitet wird. Die Politik braucht wohl noch ein bißchen, um das Netz politisch zu fassen.
    Man wundert sich jedoch, wo in der Debatte eigentlich die FDP bleibt.
    Viele Grüße
    Teresa

  14. Wer ungefähr weiß, wie man...
    Wer ungefähr weiß, wie man einen Computer „einschaltet“ und sich in den „Tatort Internet“ klickt, wer für das Recht auf (freiwillig offen gelegte) Privatsphäre innerhalb dieses brandgefährlichen Tatorts eintritt, kurzum, wer keine Ahnung hat, der…
    Ja, der verlangt bereits seit 2005 die Meldung aller Steuerdaten online, bekannt unter dem Namen der diebischen ELSTER, im Rahmen des Gesamtkunstwerkes KONSENS (Koordinierte neue Softwareentwicklung der Steuerverwaltung). Wenn’s um Geld geht ist jeder Weg recht, gern auch übers böse fremde Netz. Der Staat, seine Behörden und seine Politiker lieben die Bürger, vor allem wenn sie gläsern sind. Überhaupt nicht verwunderlich, dass Politiker selbst oft noch die Buschtrommel (oder das Alphorn) zur Kommunikation nutzen. Denn Rentner- und Altherren_damenpolitik braucht kein Internet. Junge Menschen (nicht jung gebliebene) sind hoffnungslos in der Unterzahl, häufig und zu Recht uninteressiert an Politik, so wie Politik uninteressiert an ihnen ist. Aber sie werden sich furchtbar rächen. Im 50-Betten-Saal krepieren, ‚tschuldigung, menschenwürdig gepflegt werden, das ist die Zukunft der Klientel an die sich Politik aktuell wendet. Schnell noch das bißchen Jetzt genießen bis der Alptraum beginnt. Die Zukunft hat begonnen, in Bayern und anderswo. Web 2.0 hin oder her.
    P.S.: Die unausstehlichen Dosenbierhasser, Leergutadministratoren, Verkehrsbeunruhiger und Windmühlentechniker der Grünen via youtube noch unausstehlicher bashen, DAS können die feinen IT-Systemanalytiker der CSU schon. Aber über Mobbing-Netzwerke für pubertierende sogenannte Kids aufregen…WTF?

  15. war das so eine art dorfdisko?...
    war das so eine art dorfdisko? http://www.youtube.com/watch?v=LNJfgZQVNkk&feature=youtu.be

  16. Aber Herr Leusch, wenn Sie die...
    Aber Herr Leusch, wenn Sie die Autorin hier schon öfter gelesen haben, dann wissen Sie doch um die Ironie, die in den Texten mitschwingt. So habe ich zumindest den letzten Absatz eingeordnet.

  17. Die Parteienlandschaft wird...
    Die Parteienlandschaft wird sich sicher noch weiter dem Internet öffnen/anpassen ( Web 2.0 ) bzw. müssen, in Zukunft werden meiner Meinung nach auch immer mehr Wahlen auch online gewonnen oder verloren.
    Obama und die USA sind da schon wieder einen Schritt weiter, mal sehen wie es weitergeht…

  18. Viel spannender als die Wahl...
    Viel spannender als die Wahl 2.0. finde ich auch die Werbung und die Diskussionen, die mittlerweile zu Politikern über Facebook und ähnliche soziale Netze entstehen..
    Somit sind evtl. Fehler in Zukunft noch weniger „verzeihbar“ bzw. werden schneller publik gemacht und auch öffentlich diskutiert. Ob und wie das Internet sich in Zukunft im Bereich Parteien/Wahlwerbung/Reflektion von Politik und politischem Handeln weiterentwickeln wird; bleibt natürlich abzuwarten.

  19. Man sieht es doch auch schon...
    Man sieht es doch auch schon in anderen Bereichen wie z.B. dem Sport, wo berühmt Trainer Kontakt mit Ihren Fans über Facebook und Co. verbinden mit einer positiven Marketing Kampagne.
    Meiner Meinung nach, werden bald Wahlen und Wahlkämpfe im Internet gewonnen! So wird sicherlich bald jeder Politker seine eigene Facebook Fanseite haben und sich auf die Suche nach neuen Likern/Freunden machen.

  20. Spätestens seit den...
    Spätestens seit den Plagiatsvorwürfen gegen Guttenberg ist bekannt, wie mächtig Facebook und Co.! Da gebe ich Karl Recht… es war unglaublich wie die Sympathisanten und Gegner innerhalb kürzester Zeit Gruppen formierten und einen regelrechten Wettstreit begannen. Auf einem Ipad kann man dann mal schnell die Web-Reputation checken!

  21. Das Internet hat bereits einen...
    Das Internet hat bereits einen Sieger hervorgebracht. Direktbanken! Informiert euch auf der o.g. Seite rund um Direktbanken und deren Produkte!
    LG
    Chris

  22. Facebook ist jetzt schon das...
    Facebook ist jetzt schon das größte Laster der Menschheit. Das streben nach unendlicher Vernetzung und Erreichbarkeit wird noch so einiges Unheil auslösen…

  23. Genauso wie Georg sehe ich das...
    Genauso wie Georg sehe ich das auch. Facebook wird irgendwann die Kommunikationsquelle Nummer 1. Dann sitzen die Leute vielleicht am Tisch und reden nicht mal mehr miteinander. Sie schreiben sich dann lieber über ihre Smartphones die Nachrichten um sich zu unterhalten. Wo führt das hin. Und vermutlich werden dann auch alle Finanzdienstleistungen wie ein Kredit- oder Kreditkartenvergleich nur noch über Facebook genutzt und nicht mehr via Google.

  24. Sehr interessante Diskussion....
    Sehr interessante Diskussion. Obwohl ich kein besonderer Freund der meisten Web 2.0 Communities bin ist die Macht derartiger Angebote überall spürbar. Insbesondere während der letzten Zeit habe ich jedoch in meinem Bekanntenkreis die Erfahrung gemacht, dass fast ausschliesslich Facebook ein Thema ist, über andere Communities und Portale wird immer weniger diskutiert.

  25. Interessant und beängstigend...
    Interessant und beängstigend zugleich finde ich diese soziale Entwicklung mit Web 2.0 und Facebook. Ich hoffe sehr das es bald mal wieder eine Gegenbewegung gibt, die Ihre Kids wieder auf den Spielplatz, Bolzplatz und in den Garten zum kreativen Spielen schicken, um dort mit Ihren Freunden real zu sprechen und nicht mit dummen Abkürzungen nur via Facebook kommunizieren….

  26. <p>Die nächste Gründerwelle...
    Die nächste Gründerwelle von Social Networks rollt auf uns zu bzw. hat uns bereits überrollt. Die Infos über unsere Bekannten per e-mail von diesen Netzwerken werden uns zumüllen bis in alle Ewigkeit.

  27. Spätestens seit den...
    Spätestens seit den Plagiatsvorwürfen von Guttenberg sollte bekannt sein, wie mächtig Facebook und Co.! ist.Da gebe ich Karl Recht… es war unglaublich wie die Sympathisanten und Gegner innerhalb kürzester Zeit Gruppen formierten und einen regelrechten Wettstreit begannen.

  28. Seit 2011 hat sich die...
    Seit 2011 hat sich die Netzpolitik ein wenig verschoben, aber die Politiker wollen nach wie vor das Internet mitgestalten, um Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren.

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