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Das intellektuelle Eigentum in Zeiten des Internets*

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"Gelegenheit macht Diebe" - sagt der Volksmund (Zitat!). Aber ist es in der Wissenschaft tatsächlich die Gelegenheit Internet oder nicht doch ein grundlegender Wertewandel?

„Gelegenheit macht Diebe“ – sagt der Volksmund (Zitat!). Aber ist es in der Wissenschaft tatsächlich die Gelegenheit Internet oder nicht doch ein grundlegender Wertewandel?

Mein Vater hat für seine Promotion noch Rechenzeiten am Computer beantragt und dann fleissig Lochkarten eingelesen. Die alte mechanische Schreibmaschine, auf der meine Mutter Wort für Wort abtippte, kenne auch ich noch – darauf habe ich tippen gelernt. Und mit Kohlepapier experimentiert. Damals war allerdings die elektrische Schreibmaschine bereits Standard – und ich wunderte mich als Teenager, wie man so viele Seiten ohne Korrekturtaste zusammenstellen konnte. Ich habe allergrößten Respekt vor Personen, die Dissertationen in mühevoller und vor allem manueller Kleinarbeit erstellt haben, und befingere gelegentlich mit Ehrfurcht solche Antiquitäten, deren Schriftbild von einer Anstrengung zeugt, die uns heute völlig fremd geworden ist.

Von den Annehmlichkeiten der Korrekturtaste sind wir nämlich weiter entfernt, als die Korrekturtaste von der hammermechanischen Schreibmaschine – die wenigsten allerdings denken darüber besonders viel nach. Obwohl das Tippen am Computer mehr denn je zu unser aller Alltag gehört, kenne ich erstaunlich wenige Personen, die noch blind tippen können. Obwohl die Bandbreite der zur Verfügung stehenden Technik sich immens erweitert hat, benutzen die meisten Studenten immer noch Windows. Dafür werden immer mehr Dissertationen auch in sozialwissenschaftlichen Fächern mit Hilfe empirischer Methoden geschrieben und verarbeiten Informationsmengen, die früher Überforderung pur gewesen wären. Kurz: das wissenschaftliche Arbeiten hat sich grundlegend verändert – und vielleicht auch tiefgehender, als man meinen sollte. Die Lochkarten von früher sind heute Excel-Tabellen und statistischen Spezialprogrammen gewichen, noch immer gilt jedoch: in naturwissenschaftliche Fächern fällt der Diebstahl geistigen Eigentums schwer. Man kann schließlich schlecht mit einem Kasten Mäuse aus dem Labor schleichen, und auch astrophysische Experimente macht man, oder macht sie eben nicht.

Ähnliches gilt für datenbasierte, empirische Promotionen: ein gewisses Maß an Eigenleistung läßt sich fast nicht umgehen – stellt die Auswertung der Daten doch den Hauptteil der Arbeit dar und das Aufschreiben ist nur noch lästige Formalie. Dabei eröffnen empirische Promotionen allerdings ganz neue Manipulationsmöglichkeiten.

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Daten sind – mein ewiges Mantra – ein williger Diener des Menschen, und es gibt reichlich Mißbrauch – auch in der akademischen Welt. Angefangen mit Doktoratskandidaten, die in totaler Ahnungslosigkeit noch in ihrer Disputation nur sagen können: „der Koeffizient ist negativ, weil das Programm das so gerechnet hat“ bis hin zur gezielten Manipulation. Extremwerte aus einem Sample auszuschließen kann einiges verändern, nicht zu reden von gezielter Selektion bei der Datenauswahl (Zeiträume, Regionen) über die Wahl der Methode bis hin zur Interpretation, wo gerne mal Korrelation und Kausalität verwechselt werden, wenn es nur dem Titelerwerb dient. Allerdings ist zumindest die Eigenständigkeit der Leistung meistens unbestreitbar – sieht man davon ab, daß mit Sicherheit manche Arbeit mehr als einmal gemacht wird. Unabsichtlich, allerdings: der Maßstab aller Forschung in vielen Fächern ist die Veröffentlichung in der Fachzeitschrift und negative Ergebnisse (die Falsifikation im guten, popperschen Sinn) gelten oftmals als unpublizierbar. Solche Arbeiten verrotten unbesehen von der Öffentlichkeit auf Festplatten, so daß manches Negativergebnis vermutlich mehr als einmal produziert wird.

Das war früher natürlich nicht anders, und mehr noch: manches Rad wurde mehrfach erfunden. Noch heute erleben wir das, wenn Nobelpreise an mehrere Personen vergeben werden, die zeitgleich ähnliche Ergebnisse erzielten – und das trotz aller Segnungen des Informationszeitalters. Wie mühsam und unsicher es erst früher gewesen sein muß, Jahre der Arbeit in ein Projekt zu stecken – nicht wissend, ob nicht zeitgleich irgendwo jemand mit derselben Idee die Nase vorn hat. Forscher sind allerdings bis heute oftmals Geheimniskrämer, die mit ihren Ideen lieber nicht hausieren gehen – denn Ideen eignen sich hervorragend für den Diebstahl.

Ideen – und Formulierungen. Wer jemals wissenschaftlich gearbeitet hat, weiß, daß manche Formulierungen so auf den Punkt gebracht sind, so treffend und einzigartig eloquent, daß jede Veränderung daran eine Sünde wäre. Sowas zitiert man einfach in Anerkennung der Leistung eines anderen. Alles andere formuliert man brav um und setzt mehr oder minder gründlich Fußnoten an alles dran. Früher wäre man niemals drumrum gekommen, solche Stellen abzutippen – es gab ja nur Papier auf beiden Seiten.  Früher war das Abtippen oder Umformulieren einer Passage mühsame Arbeit – die Abwesenheit von Eigenleistung konnte einem beim besten Willen nicht entgehen.

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Heute hingegen copypasted es sich so einfach, daß man viel leichter darüber hinwegkommen kann, daß man sich gerade die klugen Gedanken eines anderen aneignet. Natürlich nicht über hunderte von Seiten, aber ein oder zwei Stellen auf hundert Seiten würde ich wohl jedem zubilligen. „Gelegenheit macht Diebe“, sagt ein volkstümliches Sprichwort und nach all den Diskussionen der vergangenen Jahre (die Causa KTG war ja nur der fulminante Höhepunkt einer Serie von Berichten über manipulierte Daten, gekaufte Titel und Plagiatfindemaschinen) frage ich mich: macht die Gelegenheit Internet gleich einem Selbstbedienungsladen Diebe, oder hat sich unsere Mentalität gegenüber geistigem Eigentum grundlegend verändert?

Im Laufe meiner Universitätskarriere habe ich genug Personen getroffen, die selbst in läppischen Seminararbeiten nach bestem Wissen und Gewissen zitiert haben. Stunden damit verbracht haben, ihre Vorlagen nach eben jener Textpassage zu durchstöbern, an die man sich präzise erinnern konnte – und die doch nicht auffindbar war. An die inneren Kämpfe: streichen oder doch stehen lassen, auch ohne Fußnote? Ein Mal? All Fünfe gerade sein lassen? Doch umschreiben?

Andererseits habe ich in den letzten Jahren immer wieder gesehen, daß die jüngere Generation Wikipedia als zitierfähige Quelle betrachtet, daß Aufsätze und Referate zusammenkopiert werden (mit oder ohne Neuformatierung) und kaum ein Blogger mit Profil im Internet kann nicht etliche Fälle nennen, in denen seine Texte – zum Teil von namhaften Medien – ohne Quellenangabe übernommen oder ausgeschlachtet wurden.

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Vielleicht ist es also tatsächlich nicht die Gelegenheit, sondern der mangelnde Respekt vor gedanklicher Arbeit. Geradezu grotesk mutet es an, daß ausgerechnet unsere Gesellschaft, die ihren Wohlstand mehr als jede Generation vor uns aus geistiger – statt aus manueller – Arbeit bezieht, den laxen Umgang damit zum Prinzip erhebt. Es will mir nicht in den Kopf, wie wir den dreisten Diebstahl industrieller Ideen durch die Chinesen verdammen, die Bildungsrepublik für alle gesellschaftlichen Schichten ausrufen können; aber dann geistiges Eigentum in jener Disziplin, die quasi das Mutterschiff geistigen Eigentums ist, mit Füßen treten.

Fängt man erst mal an, zu unterscheiden: „nur“ Zeitungsartikel“, „nur von Journalisten“ oder „nur aus einer Seminararbeit“ ist die Rutschpartie auf der schiefen Bahn vorprogrammiert – denn wer entscheidet, welches geistige Eigentum schützenswert ist, und welches nicht, weil minderwertig? Nur weil die Früchte gedanklicher Arbeit leichter zu verteilen sind, weil sie theoretisch fast jedem, fast umgehend zur Verfügung stehen, heißt das noch lange nicht, daß sie keinen Respekt mehr verdienen.

*Frei nach G. G. Marquez. Nur der guten Ordnung halber.

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61 Lesermeinungen

  1. Immer korrekt zitieren tu' ich...
    Immer korrekt zitieren tu‘ ich mein Lieblingsbuch:
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    Unpaginierter Roman ohne Autor und Titel.
    Selbstverlag o.O.o.J.

  2. die Katze ist ja nun mal aus...
    die Katze ist ja nun mal aus dem Sack, da hilft kein (noch so schönes) Jammern;
    man müsste dem geistigen Eigentum ein Siegel aufdrücken können;

  3. Der soziale Aspekt und die...
    Der soziale Aspekt und die Funktion des geistigen Eigentums mit seiner eminenten Ausstrahlungskraft wird immer wieder glatt unterschätzt bzw. nich richtig gewürdigt. Gerade in den Schwellenländern aber auch in abgelegenen Provinzen können Raubkopien, Plagiate u. ä. helfen, neue Stukturen zu errichten um so in einer globalisierten Scheinwelt den Anschluß an internationale Standards zumindest halbwegs zu finden.

  4. wörter, die ich in verwendung...
    wörter, die ich in verwendung nehme, sind nahezu nie meine; sie flogen mir zu und freuten sich, von mir beachtet zu werden.

  5. Viele der Links bei "einer...
    Viele der Links bei „einer Serie von Berichten über manipulierte Daten, gekaufte Titel und Plagiatfindemaschinen)“ funktionieren nicht (meist, weil veraltet).

  6. Am schlimmsten sind Leute, die...
    Am schlimmsten sind Leute, die geistiges Eigentum geerbt haben. Diese Schriftstellerwitwen, die gut aufpassen müssen, damit ihnen nicht so ein Verleger, Literaturwissenschaftler oder Theaterregisseur Gift ins Glas kippt.

  7. [... jetzt keine Namen nennen,...
    [… jetzt keine Namen nennen, auch wenn es juckt…]
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    Schrecklich auch der Gewissenskonflikt: Darf man Werke nachträglich verbessern? Fehler berichtigen? Die Pointe so umformulieren, dass jemand lacht? Und das auch noch ohne mit fünf Fussnoten darauf hinzuweisen?

  8. HansMeier555, recht so. Wenn...
    HansMeier555, recht so. Wenn es nur alle so hielten…
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    tiberiat, ja, das müsste man können. Oder ein Preisschild dranhängen, damit der Wert ersichtlich wird. Das hilft meiner Erfahrung nach auch.
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    Plindos, richtig, Imitation (obwohl Diebstahl) kann bei Entwicklung helfen – und deswegen sollte man in Kollektiven immer überlegen, wieviel man teilt. Aber den Klau im Ausland zu verurteilen und im Inland zu sanktionieren – das ist zutiefst scheinheilig. Wer das tut, hat für mich alle Glaubwürdigkeit verloren.

  9. Klaus, vielen Dank.
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    bello...

    Klaus, vielen Dank.
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    bello ballo, selber schreiben und selber denken ist ohnehin der größte Spaß. Und die größte Befriedigung. Schade nur, daß manche Menschen es nie lernen.
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    HansMeier555, keine Ahnung. Ich ändere meine Beiträge ungern – auch Fehler gehören irgendwie dazu.

  10. Wir alle machen Fehler zum...
    Wir alle machen Fehler zum Zugeben.

  11. Stalin und Prokofjew kamen...
    Stalin und Prokofjew kamen übrigens zeitgleich nach oben. Was sagt uns das? Oder nichts?

  12. "Ich fehle gern"...
    „Ich fehle gern“

  13. Prof. Dr. Schwintowski,...
    Prof. Dr. Schwintowski, Lehrstuhlinhaber an der Uni Berlin, hat für ein vom ihm verfasste Lehrbuch ganze Passagen kurzerhand abgeschrieben.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Peter_Schwintowski
    Über Prof.Dr. Hans Werner Gottinger, den ehemaliger Direktor des Fraunhofer-Instituts für blablabla schrieb der Spiegel:
    „Ein Fachaufsatz mit geklauten Passagen wurde ihm zum Verhängnis: Nach 14 Jahren ist der Ökonom Hans-Werner Gottinger öffentlich als Plagiator enttarnt. Ermittler werfen ihm Unglaubliches vor: Er soll jahrelang kopiert, sogar Institute erfunden haben – und machte trotzdem Karriere.“
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,498943,00.html
    Die FAZ über Prof. Dr. Axel Wirth:
    „Denn Professor Wirth hat mit seinem Namen in einem Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) für Abschnitte gezeichnet, die sich inzwischen als Plagiat erwiesen haben. Ausgerechnet aus dem Klassiker dieser Gattung, dem „Palandt“, war teils wörtlich abgeschrieben worden“
    http://www.faz.net/s/Rub5A6DAB001EA2420BAC082C25414D2760/Doc~E1FC69AFBF2FA4D49AC1CAD506D6CE658~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  14. Geistiges Eigentum in strengem...
    Geistiges Eigentum in strengem Sinne gibt es eigentlich nicht wirklich. Wenn ich einen Gedanken oder ein Gedankengebäude publiziert habe, kann das alle Welt benutzen – eine Nutzungsgebühr gibt es nicht. Die Formulierung des Gedankens in einer bestimmten Weise ist geschützt – wortwörtlich abschreiben darf man nicht. Wenn man sich an einer bestimmten Formulierung abarbeiten will, darf man sie zitieren – wie und in welchem Umfang – dazu gibt es juristische Übereinkünfte. – Guttenberg ist letztlich an seiner Faulheit gescheitert, Einsichten, Erörterungen und Erwägungen anderer Leute in eigene Worte zu fassen und dann darauf hinzuweisen, daß sich ein anderer Kundiger damit eingehend befasst hat. – Guttenberg ist weniger Diebstahl als Täuschung und Betrug vorzuwerfen.
    Schwieriger ist es bekanntermaßen in der Musik. Vier bis fünf identische Tonintervalle und ähnlicher Rhythmus – schon hat man geklaut. Das Komponieren populärer Musik ist ein erhebliches Risiko – das Plagiat kommt leicht unbeabsichtigt zustande, ohne Kenntnis des Originals. Eine geeignete Software auf diesem Sektor und eine umfassende Melodiendatei wären sicherlich geeignet, um die in Dur- und Molltonleitern verborgenen Restmelodien aufzuspüren, die noch nicht durch fremde Rechte belastet und daher verwendbar sind.
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    Wer sein geistiges Eigentum vor Diebstahl schützen will, muß es wahrscheinlich für sich behalten. Ich denke jedoch, das macht auch nicht glücklich…
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    Copyright-Verletzungen in größerem Umfang gab es vor dem Internet-Zeitalter übrigens während der 68er-Studetenbewegung. Da wurden Raubdrucke der theoretischen Vordenker in großem Stil gefertigt und auf dem Campus verkauft. Gründe dafür waren entweder die hohen Preise der Originale oder die Tatsache, daß sie im aktuellen Buchhandel nicht mehr lieferbar waren. Hier wurden gewissermaßen die Verleger enteignet…

  15. Wenn Adam und Eva für ihre...
    Wenn Adam und Eva für ihre Entdeckungen Lizenzgebühren verlangen könnten…

  16. HansMeier555, daß sie...
    HansMeier555, daß sie gleichzeitig gelebt haben? Sonst noch was?
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    anderl, einfach nur gruselig. So viele Leichen in so vielen Kellern.
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    specialmarke, möglicherweise könnte man sagen, daß bei einem so volatilen und schwer fassbaren Gut wie dem Gedanken (oder der Formulierung) der Diebstahl bereits beginnt, wenn man nicht auf den fremden Ursprung hinweist? Anders gesagt: Diebstahl ist, sich etwas anzueignen, das einem nicht gehört. Und das tut der Plagiator, in gewissem Sinne.

  17. Komisch, daß seit Schnucki...
    Komisch, daß seit Schnucki kein weiterer Politiker aufgeflogen ist. Wo die Abgeordneten-Referenten jetzt doch wohl die Drähte heißgoogeln. (Oder kann man damit den wissenschaftlichen Dienst des BT beauftragen?!)

  18. Ich habe erst kürzlich die...
    Ich habe erst kürzlich die sehr überraschende Erfahrung gemacht, daß jemand aus meiner alten (unveröffentlichten) Staatsexamensarbeit aus 198? (über eine noch nicht einmal von Karl May erwähnte Oase in Nordafrika), die er/sie in einer Institutsbibliothek gefunden hatte, umfänglich zitieren wollte, und mich so viele Jahre später ausfindig machte und anfragte, ob ich damit „einverstanden“ (sic!) sei. – So geht es also – zwar unnötigerweise – auch, selbst im Internetzeitalter. – Ich war fast gerührt; finde aber, vor dem Hintergrund der anscheinend längst noch nicht ausgestandenen Affäre KTzG, daß korrektes Zitieren, nämlich „nach bestem Wissen und Gewissen“, eine Frage des Anstands ist und bleiben muß. Und insoweit schockiert mich das Fehlverhalten dieses unsäglichen KTzG, dessen „Stand“ doch ständig gewisse besondere Standards (sind „Adel“ und „edel“ nicht etymologisch miteinander verwandt?) für sich in Anspruch nimmt („Herzblatt-Geschichten“), um so mehr. Und das Auf-die-Straße-gehen für diesen Blender scheint mir nichts anderes als der Versuch der Generation „Copy and Paste“, eigenes Raubkopieren (nicht unbedingt nur wissenschaftliches!), zu verharmlosen. Auch in insoweit könnte KTvG – allerdings (auch) unwillentlich – zum Dammbrechen beigetragen haben. Bedauerlich? Nein: widerlich.
    KTzG hatte viele Jahre das Glück, daß „seine“ Arbeit offenbar überhaupt gar nicht rezipiert wurde. – Anders war das leider mit den Machwerken eines gewissen Gerhard Konzelmann; über Jahre neben Peter Scholl-Latour von der breiten Öffentlichkeit – dank der öffentlich-rechtlichen Medien als der „Nahostexperte“ betrachtet. Bis Gernot Rotter dem 1992 entgegentrat. Lesenswert: Gernot Rotter: Allahs Plagiator – Die publizistischen Raubzüge des >>Nahostexperten<< Gerhard Konzelmann. - Rhetorische Frage: "Hat's die "breite Öffentlichkeit" interessiert?

  19. Das alte Systhem scheitert an...
    Das alte Systhem scheitert an der neuen Technologie.
    Die Musikindustrie musste dies als Erste schmerzlich erfahren, Filmindustrie, Verlagswesen werden folgen oder tun dies schon. Die Möglichkeiten des Internets machen weder vor den Geheimnissen der Politik halt, noch vor der gewaltsamen Unterdrückung durch despotische Regime. Und es wird wird nicht haltgemacht vor dem sogenannten Geistigen Eigentum. Warum auch?
    Die neue Generation wird verwundert sein über den Wirbel,der um diese Geschichte gemacht wurde. Verwundert bin auch ich
    -obwohl ich aus der alten Zeit stamme- über die Empörungswelle
    diesen Ausmaßes und darüber,dass es von universitärer Seite niemandem aufgefallen war. Aber das ist nicht so wichtig.
    Wichtig ist: Es ist eine neue Zeit angebrochen, so vieles ist möglich,
    umarmen wir sie mit all ihren Möglichkeiten und verabschieden wir uns vom
    alten Systhem.
    Wer weiss wohin uns das Neue führen wird? Zurück zur mündlichen Überlieferung? Zum Boten der die Geheimnisse in seinem Gedächtnis trägt?
    Oder gar hin zu einem gemeinsamen Wissens- und Schaffenspool, der den Einzelnen samt seiner Fußnoten nicht mehr so wichtig nimmt?
    Ich bin gespannt.

  20. Das fehlende Zitieren in hohem...
    Das fehlende Zitieren in hohem Ausmaße ist schlicht und ergreifend wie das Motorradfahren ohne Helm und mit einer Flasche Wein intus. Hätte er zitiert, wäre wahrscheinlich auch ein Dr. Titel rausgekommen. So aber muss er sich nicht über das Ergebnis wundern, wenn er mit seinem Krad aus der Kurve geflogen ist. Um es einfach zu sagen, bei soviel Dämlichkeit ist das Ergebnis gerecht.
    Auf der anderen Seite ist es interessant, wer gerade über das geistige Eigentum spricht. Ist es nicht die selbe Generation, die sich zig CDs schwarz brannte, Musik und Film aus dem Internet raubkopierte und damit schon in den 80er Jahre aufgewachsen ist, Computerspiele zu kopieren? Ich nenne es einfach mal „Scheinheiligkeit“ und wünsche, dass die Freunde und Kollegen nicht mit gleichem Verhalten behandelt werden.
    Eine italienischen oder französischen Staatschef hätte solche eine Affäre nicht mal einen Kratzer beschert. Doch sind wir anders. Sind wir anders? Denn bei Fischer und seinen Verfehlungen aus der Vergangenheit war uns alles egal.
    Mich beschleicht der Eindruck, dass es eine Scheindebatte war, dass es anderes grundlegenderes gab, dass einige, insb. Medien dazu geführt hat, diesen Fall so hartnäckig zu verfolgen. Und ja, am Ende ist es so, dass er nichts Besseres verdient hat. Wer diese Selbstgefäligkeit an den Tag legt und mit solch einer Dämlichkeit in der Vergangenheit agiert hat, der ist in irgendeiner Weise nicht zurechnungsfähig und er hat es nicht anders verdient. Die Motive derjenigen, die Blogs ins Leben gerufen haben und der Medien, die am lautesten gerufen haben, sind allerdings fraglich. Heiligt der Zweck die Mittel?

  21. Gab es da nicht mal ein Lied "...
    Gab es da nicht mal ein Lied “ Das ist alles nur geklaut?“ das alle populär einmal mitgesungen haben und es klasse fanden? So schnell ändern sich die Zeiten.

  22. Vor langer, langer Zeit war...
    Vor langer, langer Zeit war ich ein Nerd (soweit man als Tiger ein Nerd sein kann). Unter uns Nerds wussten wir, dass das Clusterprogramm des Uni-Rechenzentrum, durch das die progressiven Profs ihre Daten laufen ließen, einen bösen Fehler hatte. Die Ergebnisse waren entsprechend erstaunlich. Die Profs werteten sie mit den erstaunlichsten Erklärungen in langen Papers aus… und die Nerds grinsten nur.

  23. Nun zeigt die Geschichte, dass...
    Nun zeigt die Geschichte, dass der Umgang mit „geistigem Eigentum“ nicht von jeher so respektvoll war, wie hier angedeutet wird. Und mit handgreiflich „materiellem“ schon gar nicht. Jedenfalls zeugt diese Überlegung von reichlich Naivetät. Als ob das bloße Zitieren, gekennzeichnet oder nicht, schon den Geist aus der Flasche entließe. Das an seine Grenzen stoßende „Urheberrecht“ ist nur ein Moment des tatsächlich vorgehenden „Wertewandels“. In solch Naivetät selbst steckt noch ein anderes. Die sogenannte Veräußerlichung des Wissens (Lyotard). Wissenserwerb und Bildung des Geistes fallen nicht mehr notwendig zusammen. Und diese Tatsache, die schon für Hegel nicht irrelevant war, ist weitaus schwerwiegender als alle preisliche Kennzeichnung. Die Mehrheit der Menschen ist nicht in der Lage, sprachliche Ausdrücke auf ihren Inhalt hin zu überprüfen. Im Fall Guttenberg nicht allein deutet sich schon die nächste Zukunft des politischen Systems an. Dass diese Veränderungen herrschende Politik wieder nur in pragmatischer Hinsicht interessiert, davon zeugt wohl auf drastischste Weise ein „Bildungspaket“, welches unter Bildungsreform nur die gebäudetechnische Sanierung versteht. Entgegen der allgemeinen „Überraschung“ ist Merkels Schisma nur die konsequente Fortführung ihrer grundsätzlichen Haltung gegenüber der Bedeutung von Bildung. Und diese Haltung ist auch unter Naturwissenschaftlern keineswegs vereinzelt.

  24. sungura, schön zu hören,...
    sungura, schön zu hören, daß es auch anders geht.
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    ann, ich bin sehr dafür, daß korrekte Systeme nicht einfach über Bord geschmissen werden – und das Verbot, sich fremdes Eigentum einfach anzueignen halte ich für sehr korrekt. Und bewahrenswert.
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    Raubkopierer, sicher wurde in den letzten Wochen mancher Stein geworfen von Personen in Glashäusern – aber eben auch von vielen, die einfach Anstand hochhalten.

  25. Fanta 4 - Kunst gut finden,...
    Fanta 4 – Kunst gut finden, Kunst nachsingen zu Hause, Kunst raubkopieren und Raub generell gutheißen – alles sehr unterschiedliche Dinge.
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    Der Tiger, da frage ich mich schon: ist Ihnen mal der Gedanken gekommen, daß den Profs zu sagen?
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    MattHouston, ich betrachte sauberes Zitieren als kulturelle Errungenschaft – schade, wenn es damit wieder bergab geht. Davon abgesehen tue ich mich gerade auch schwer, ihre sprachlichen Ausdrücke auf deren Inhalt hin zu überprüfen… .

  26. Wie gesagt, so ganz ein Nerd...
    Wie gesagt, so ganz ein Nerd war ich nicht, sondern noch Frau genug, um mit einem Prof reichlich eng befreundet zu sein. Woraus zu schließen ist, es gab Profs die auch wussten und auch grinsten…. und auch nichts sagten.

  27. Soviel also zum Thema Anstand...
    Soviel also zum Thema Anstand in der Wissenschaftswelt.

  28. -- Gelegenheit macht Diebe....
    — Gelegenheit macht Diebe. Nicht das Unrechtsbewusstsein ist gestiegen, sondern die vermutete Gelegenheit, mit dem Klauen fremder Ideen und Formulierungen durchzukommen.
    — Wenn Doktorarbeiten (als höchste Form wissenschaftlicher Arbeit) inflationär werden, darf man sich über Wiederholungen und Abschreiben nicht wundern. Den Unterschied merkt man erst, wenn man sich z.B. mit der deutschsprachigen Literatur zur Tarifautonomie beschäftigt: Da steht eine Pyramide auf der Spitze auf genau einer Doktorarbeit, der von K. Biedenkopf aus dem jahre 1963.
    — Geistiges Eigentum wurde historisch (nur) vom Grossbürgertum geschätzt. Das sich damit nach oben (Adel) wie nach unten (Kleinbürger) abgrenzen konnte. Aber die kurze Zeit der Machtübernahme vom Adel war mindestens seit den siebzigern des letzten Jahrhunderts wieder vorbei, Werte und Kultur werden seitdem von Kleinbürgern bestimmt. Und die schätzten geistiges Eigentum nicht um seiner selbst willen, sondern wegen der investierten Arbeit und dem daraus gezogenen Ertrag.
    Ich bezweifle ergo, dass es das Internet ist, welches zu einem Wertewandel beiträgt. Es macht nur schärfer sichtbar, wer wir sind.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  29. Und diese Leute arbeiten dann...
    Und diese Leute arbeiten dann später in der Industrie bei Opel, SAP, Siemens oder gar der EAS.

  30. "Wissenschaft das ist und...
    „Wissenschaft das ist und bleibt, was der eine ab vom andern schreibt“ habe ich noch aus eigenen, vergangenen Studienzeiten im Ohr.
    Ohne das zu Guttenbergs Tricksereien mir dadurch sympathischer wären, wirft Deniz Yücel in der taz mal eine weite Betrachtungsweise in den Raum:
    „Die Bildungsbürger sind denn auch diejenigen, die sich am meisten über Guttenberg aufregen – und am wenigsten verstehen, warum nicht ein jeder ihre Empörung teilt. Ihre Sorge gilt nicht ‚der Wissenschaft‘, sondern sich selbst; sie sind wütend, weil sich einer, noch dazu so einer, das, wofür sie selbst geschwitzt und geackert und geblutet haben, einfach so ergaunert hat. Die Aufregung um Guttenberg ist partikularer Standesdünkel des Bildungsbürgertums. Sie ist – im besten wie im schlechtesten Sinn des Wortes – bürgerlich. Nicht unbegründet, aber eben auch ein wenig langweilig.“
    http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/herakles-jesus-guttenberg/

  31. @ann: "Oder gar hin zu einem...
    @ann: „Oder gar hin zu einem gemeinsamen Wissens- und Schaffenspool, der den Einzelnen samt seiner Fußnoten nicht mehr so wichtig nimmt?“
    Das war Tenor der Ausführungen eines hiesigen Lehrstuhlinhabers vor ein paar Tagen im Radio. Leider habe ich während der Autofahrt den Namen vergessen. Wissen müsse heute neu definiert werden, entstehe längst in Wechselwirkung miteinander vernetzter scientific communities und nicht mehr im Kopf des einsam und isoliert in seiner Schreibstube/Labor Forschenden. Es sei ein Anachronismus, solcherart gewonnenen Erkenntnissen den Namen eines Einzelnen voranzustellen.

  32. ThorHa, ist mir egal, wessen...
    ThorHa, ist mir egal, wessen Errungenschaft das geistige Eigentum ist: Fortschritt sollte man bewahren. Und es war ein Fortschritt, sich nicht mit fremder Klugheit zu schmücken. Davon abgesehen kenne ich einige Personen aus Kleinbürglicherlichen Verhältnissen mit strengen Wertvorstellungen – da unterschätzen Sie die Nicht-Akademiker.
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    HansMeier555, tja, wenn die Ingenieure sich irgendwann daran orientieren, sieht es schlecht aus mit unserem Fortschritt. Aber sie können ja das Rad noch einmal erfinden, vielleicht merkt es keiner.
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    anderl, „sie sind wütend, weil sich einer, noch dazu so einer, das, wofür sie selbst geschwitzt und geackert und geblutet haben, einfach so ergaunert hat.“ Natürlich ist immer die Aufregung bei jenen am größten, die selbst betroffen sind. Warum auch nicht. Streng genommen geht es mir hier nicht um die Affaire KTG, aber was jeden erstaunen sollte ist, wie jemand, der so dreist gelogen hat, im Amt bleiben durfte. Das gilt allerdings nicht nur für den Raubritter, sondern auch für massenhaft andere Politiker, was mich ebenfalls erstaunt.

  33. Muss die Wissenschaft aber...
    Muss die Wissenschaft aber doch in Schutz nehmen: Es ist nicht so, dass alle alles nur von einander abschreiben.
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    Aber ich kann auch erklären, wie dieser Eindruck entsteht: Die Wissenschaft ist heute hochspezilisiert, und die Forscher müssen sich auf ein eng definiertes Problem konzentrieren.
    Da bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, als auf fremden Forschungsleistungen aufzubauen und diese zum größten Teil ungeprüft zu übernhemen.
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    Dabei kann es nicht ausbleiben, dass viele Irrtümer über viele Gelehrten-Generationen hinweg immer wieder wiederholt werden, bis sich irgendwann ein Skeptiker findet, der doch einmal nachprüft und merkt, dass die bisherige Lehrmeinung falsch war!
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    Blickt er dann zurück auf die Bücherschränke an Literatur, wo die (nun widerlegte) Ansicht wiederhot wurde, dann scheint es so, „als schrieben alle nur voneinander ab“ — was aber falsch ist, denn die Vorgänger kümmerten sich, wie gesagt, um andere Probleme an anderen Stellen.
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    Wie weiter?
    Der Forscher schreibt nun stolz einen Artikel für eine Fachzeitschrift. Im besten Fall erregt er damit soviel Aufsehen, dass die Koryphäen von da an die Dinge richtig darzustellen bemüht sind.
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    Im Normalfall aber wird der Artikel nur von wenigen GEtreuen zur Kenntnis genommen, und die Masse der Gelehrten reproduziert den alten Fehler einfach weiter. Nach 30 Jahren macht einer wieder dieselbe Entdeckung, hält sich für klug, bis er irgendwann zufällig auf den Artikel seines Vorgängers stößt, der schon 40 Jahre zuvor…
    .
    Diesem Prinzip verdanken nicht nur die Wissenschaften, sondern auch die eine oder andere Weltreligion ihre Existenz.
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    Es könnte aber sein, dass auch hier Wikipedia & Co. manches beschleunigen werden.

  34. ann: "Die Musikindustrie...
    ann: „Die Musikindustrie musste dies als Erste schmerzlich erfahren, Filmindustrie, Verlagswesen werden folgen oder tun dies schon. “
    Als Beteiligter (Musik) machte es mich besonders böse, dass die „seriösen“ Zeitungen, den Niedergang der Musikindustrie (wg. millionenfachem Raubkopierens) hämisch kommentierten und guthießen. Wahrscheinlich glaubten sie, alle Musiker seien sowieso verwöhnte Stinkreiche.
    .
    Als es ihnen dann selbst an den Kragen ging, konnte ich mir deshalb ein schadenfrohes Grinsen nicht verkneifen.
    .

  35. Einen Fehler anderer nicht zu...
    Einen Fehler anderer nicht zu aufzugreifen, halte ich nicht automatisch für mangelnden Anstand. Die sich progressiv fühlenden Professoren – damals galt es als progressiv, Statistikprogramme zu benutzen – haben blindlings dem Rechenzentrum vertraut, statt die Ergebnisse zu hinterfragen. Es wäre die Aufgabe der Herausgeber der wissenschaftlichen Veröffentlichungen gewesen, sich die Interpretationen genauer anzugucken.

  36. "Alle Bücher sprechen immer...
    „Alle Bücher sprechen immer von anderen Büchern, und jede Geschichte erzählt eine längst schon erzählte Geschichte. Das wußte Homer, das wußte Ariost, zu schweigen von Rabelais und Cervantes… Ergo konnte meine Geschichte nur mit der wiedergefundenen Handschrift beginnen, und auch das wäre dann (natürlich) nur ein Zitat. So schrieb ich zunächst das Vorwort, indem ich meine Erzählung, verpackt in drei andere Erzählungen, in den vierten Grad der Verpuppung setzte: Ich sage, daß Vallet sagte, daß Mabillon sagte, daß Adson sagte…“ .
    Eco, U.: Nachschrift zu Der Name der Rose, Kapitel „Die Maske“

  37. zitat sophia: "bello ballo,...
    zitat sophia: „bello ballo, selber schreiben und selber denken ist ohnehin der größte Spaß. Und die größte Befriedigung. Schade nur, daß manche Menschen es nie lernen.“
    wer (selbst) schreibt, hat sich auf begrifflichkeiten zu stützen, deren aussagen er/sie anderen abguckte, plagiierte (nur wem es spaß macht, neologismen zu formen, mag dieser tatsache eine nase drehen). kommunikation funktioniert nun einmal nur dann, wenn man von anderen erfundene, akzeptierte und per definitionem zuordenbare begrifflichkeiten in den mund nimmt. und auch die benützung vorgefertigter grammatk-regelwerkereien sind keine eigenerfindungen, sondern nachahmungen.
    wer (selbst) denkt, benützt gedankliche „infrastrukturen“, welche nicht selbst geschaffen wurden, sondern produkte des milieus (nicht-iche) resp. der sozialisation darstellen.
    schade, dass das denken nur wenigen menschen freude zu bereiten scheint.

  38. @anderl
    pflichte dir...

    @anderl
    pflichte dir bei.
    siehe auch: http://www.youtube.com/watch?v=zDZFcDGpL4U&feature=player_embedded#at=11

  39. HansMeier555, ich kenne genug,...
    HansMeier555, ich kenne genug, die nicht abschreiben. Auf anderer Personen Leistungen aufzubauen, ist normal und in den meisten Fällen von Diebstahl gut zu unterscheiden.
    .
    DerTiger, falsche Ergebnisse veröffentlichen zu lassen, ist nicht sehr anständig. Das sind Fehler, die im Peer Review nicht bemerkt werden können, weil man ja bis zum Datenursprung zurückgehen müsste. Ich will gar nicht wissen, wie oft so vorkommt – aber dabei zuzusehen, finde ich fragwürdig.

  40. bello ballo, ist das nicht...
    bello ballo, ist das nicht Haarspalterei? Diese Art von Denken in existierenden Strukturen tun wir alle, dauernd, im Alltag. Es ist eine Sache, einen Bus zu benutzen – und eine andere zu behaupten, der Bus gehöre mir.

  41. @sophia
    nun sind viele...

    @sophia
    nun sind viele menschen eigentümer eines (klein)busses, den sie selbst benützen oder andere menschen damit transportieren. die aussage „der bus, den ich und andere besteigen, gehört mir“ stellt somit keine abwegigkeit dar.
    meiner intention, das produkt einer schwarzweiß-zeichnung in sachen geistiger diebstähle zu relativieren, mag verstehen offenbar nicht entgegengebracht werden.
    macht nix.
    vielleicht wäre meinen postings mehr entgegenkommen beschieden gewesen, wenn ich den unterschied zwischen der unwürdigen tätigkeit, bewusst und eigene vorteile im auge habend zu plagiieren, und der tatsache, dass die tägliche übernahme fremdgefertigter begrifflichkeiten, wenn denselben vorteilskriterien nicht abzugewinnen sind, kein problem darstelle, herausgearbeitet hätte (aber auch dann hätten sich entstehende grauzonen nicht schablonisieren lassen).

  42. SAAI, ich meine, es ist eine...
    SAAI, ich meine, es ist eine Mischung aus beidem. Der Wertewandel liegt schon in der Schnellebigkeit vieler Errungenschaften begründet. Und schauen wir auf das intellektuelle Eigentum, so muß man fragen, wer das noch alles kontrollieren will – außer man wirkt an exponierter Stelle z. B. als Minister. Man sieht aber auch, das Volk goutiert es teilweise, das Abkupfern, obwohl es am meisten durch das Obrigkeitsdenken drangsaliert wird.
    Schaue ich mir die interessanten Recherchen im „Netzökonom“ von Holger Schmidt an, so frag ich mich, wie 45Mio. Nutzer mtl. bei Yelp – ein Abklatsch von Qype – aufrufen können, um dort in ihrer Ahnungslosigkeit Zahnärzte o. ä. Einrichtungen zu bewerten – inkl. Denunzierungen. 500 Mio.€ hat google schon fruchtlos geboten. Man will an die Börse mit einem für mich nutzlosen Dienst. Und diese nehmen ständig zu, da ständig kopiert wird. Offensichtlich springen die Menschen auf jeden Zug auf. Ja, hier wird Wertewandel am deutlichsten.

  43. Der Betrug des Herrn von und...
    Der Betrug des Herrn von und zu G. (VuzG) stößt wohl deshalb gerade in der sog. Bildungselite auf Empörung, da sich an diesem Fall die wirkliche Bedeutung „geistigen Eigentums“ exemplifizieren lässt. Die „Doktorarbeit“ ist nicht die „höchste wissenschaftliche Tätigkeit“, sondern schlicht ein Attraktor in der bunten Bewerbungsmappe für den Arbeitsmarkt. Die meisten Doktorarbeiten sind anderweitig nicht zu gebrauchen, Datenmüll. VuzG und Merkel haben darüber keinerlei Illusionen. Ihnen ging es eher wie dem Horst K. Sie hatten Illusionen über die Illusionen der Menschen. Hier schlug ihnen die eigene Lüge ins Gesicht: das Märchen von der hohen Qualität des „deutschen Wissenschaftsstandorts“, das so artig geschluckt worden war. Denn das gesellschaftliche Renommee der Wissenschaft ist eine wichtige Rationalisierung des wirklichen Status der Wissenschaft. Sie ist kein Elfenbeinturm der Erkenntnis, Aureole der Wahrheit, sondern abhängig Beschäftigte. Die Grundlage geistigen Eigentums ist wohl die geistige Arbeit. Doch die wird in 99,9% der Fälle unter fremden Namen geleistet. Mit der Entlohnung fällt der Anspruch auf das Produkt weg.
    Macht man die Bildungseliten auf ihren Status aufmerksam, so bekommt man es mit ihrem Standesdünkel zu tun. An anderer Stelle nannte man sowas auch narzisstische Kränkung.

  44. @nico:
    Huh? Es ist eine keine...

    @nico:
    Huh? Es ist eine keine Ahnung wie lange bekannte Tatsache, dass sich bei satten Menschen das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit in den Vordergrund schiebt. ICH will beachtet werden. Das Internet lebt in allen Bewertungsteilen („finde ich gut“) von der erzeugten Illusion, die eigene Meinung zähle auf einmal wirklich, das ist alles. Wertewandel?

  45. Der Tiger@:"Hinterfragen"-das...
    Der Tiger@:“Hinterfragen“-das Wort fasse ich immer-im übertragenen Sinne-mit spitzen Fingern an. Entweder ich frage oder ich antworte. Dazwischen passt kein Blatt irgendeiner Diss.
    @@:
    Mir persönlich ist es-in meiner eigenen Profession- ziemlich egal-nachdem mich sogar Herr Dr. Helmut Kohl, ehem. BK, einmal plagiiert hatte (keine Diss.). So etwas adelt doch (Prustebacken machend).

  46. bello ballo, jeder zitiert im...
    bello ballo, jeder zitiert im Alltag dauernd andere – Begriffe, Witze, Anekdoten, Wissen. Ich sehe allerdings nicht die Vergleichbarkeit der beiden Kategorien.
    .
    nico, sowas begreife ich auch nie so recht. Aber warum kann man nicht schnellebig sein, Wissen teilen, aber ohne andere dabei zu betrügen? Ist das ein Widerspruch in sich?
    .
    Greenhorn, Ihr Wort von der narzistischen Kränkung geht in die Richtung des oben genannten taz-Artikels, jedenfalls hört es sich für mich so an. Ich muß aber dennoch widersprechen: nicht jede Forschung oder Promotion erweist sich im Nachhinein als bahnbrechend – aber das entwertet sie noch lange nicht. Es gibt genug Orchideenfächer, genug Grundlagenthemen ohne praktische Anwendbarkeit – das heißt aber noch lange nicht, daß die Promotion nicht trotzdem eine zu würdigende Leistung wäre.
    Die Inflation des Titels in bestimmten Fächern, wo er de facto im Alltag überflüssig ist (Jura, Management) ist ein anderes Thema – aber damit das Plagiat zu rechtfertigen halte ich für schwierig. Eine saubere Trennung wäre der Debatte sicher gut bekommen.

  47. Missverständnis: Mein...
    Missverständnis: Mein Kommentar rechtfertigte in keiner Weise das Plagiieren. Im Gegenteil.
    Die Erwähnung der Grundlagen- oder Orchideenfächer ist in diesem Zusammenhang allerdings interessant. Noch als Ausnahmen sollen sie die Regel bestätigen. Gerade diese Fächer aber sind chronisch unterfinanziert. Aktuelle Wissenschaftspolitik ist voll auf Markt gestellt und Wert hat nur, was sich (wie auch immer) vermarkten lässt. Deshalb gibt es gerade nicht(!) genügend Forschung im sog. Grundlagenbereich. Finanziert wird nur, was „Nutzen“ bringt. Es scheint, als wäre an Ihnen die vorgängige Transformation des Bildungs- und Forschungsbereichs bisher spurlos vorüber gezogen. Die Humboldtsche Uni ist Geschichte und wohin es geht, zeigen z. B. die Auseinandersetzungen um die US-Forschung/Bildung in den 90er Jahren.
    „Sauberes Trennen“ ist nur dann bekömmlich, wenn es der Darstellung wichtiger Zusammenhänge dienlich ist. Gesellschaftsanalyse, und um die schien es in Ihrem Artikel zu gehen, ist keine Chemie. Die Promotion als solche schwimmt nicht als Element unter anderen. Oder anders ausgedrückt: Ist Ihnen neben Äpfeln, Birnen und Bananen auch mal Obst begegnet?

  48. @SAAI, nun, sicher kann man...
    @SAAI, nun, sicher kann man das, doch wir sehen in vielen Bereichen – nehmen Sie bspw. den Finanzmarkt -, daß Schnellebigkeit und Erfindungsreichtum immer schon mit Betrug einhergingen. Das Rad kann eben nicht ständig neu erfunden werden, es muß auch gearbeitet und Mehrwert geschaffen werden. Die Börse aber bewertet die Aussicht und das Versprechen auf die Zukunft. Wer am schönsten predigt, erhält den Zuschlag. Anders ist es wohl kaum zu erklären, daß für „Unternehmen“ ohne Bilanz Millionenen gezahlt werden.
    Der Mensch lebt und stirbt mit dem, was er denkt. Und er denkt, was er sieht. (Zitat)

  49. @Plindos
    Wichtig ist, was......

    @Plindos
    Wichtig ist, was…

  50. Greenhorn, wenn es um...
    Greenhorn, wenn es um Finanzierung von – ausmarktwirtschaftlicher Sicht nutzloser – Forschung geht, sind wir völlig d’accord. Ich finde allerdings, der Argumentationsstrang „plagiieren ist in Ordnung, weil Promotionen eh inflationiert und nutzlos sind“, der in der Debatte manchmal anklang, ist nicht stichhaltig. Und diese zwei Themen: 1) Wozu soll Forschung dienen und wer darf das machen und 2) Darf man plagiieren – die hätte man besser getrennt gehalten. Mir drängt sich übrigens der Verdacht auf, daß wir dasselbe meinen, aber mit unseren Begrifflichkeiten aneinander vorbeireden.
    .
    nico, nicht jede Innovation am Finanzmarkt ist ein Betrug und die Börse ist als System hocheffizient – ineffizient wird es nur durch falsche menschliche Masstäbe. Es kommt einfach wirklich IMMER darauf an, was wir daraus machen.

  51. Der Tiger
    07. März 2011,...

    Der Tiger
    07. März 2011, 11:44
    @ Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia – leider hatte ich keine Zeit auf Ihren Einwand in Ihrem letzten Blog zu antworten. Sie halten es also für falsch, auf einen Fehler nicht aufmerksam zu machen. Darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass ich bei der europäischen Raumfahrtbehörde entlassen wurde, weil ich die deutsche Regierung davon informiert habe, dass diese Organisation nicht den Grundsätzen eines Rechtsstaats entspricht. Eine dort vergewaltigte Sekretärin kann zu keiner Polizei gehen – weil es dort keine Judikative gibt. Das hat natürlich auch zur Folge, dass dort Manager, die sich persönlich bereichern, keinen Staatsanwalt zu fürchten brauchen. Wenn Sie mehr wissen wollen, können Sie das in Don Aphonsos Blog nachlesen, insbesondere in:
    faz-community.faz.net/…/die-neuen-herren-und-die-alten-westviertel.aspx
    und
    faz-community.faz.net/…/davoser-kanten-fuer-bessere-kreise.aspx
    Wer ist nun verantwortlich, diesen Fehler nicht an die Öffentlichkeit zu bringen?

  52. Tiger, ich möchte Sie bitten,...
    Tiger, ich möchte Sie bitten, diese endlose ESA-Debatte nicht in dieses Blog hineinzutragen – das gehört hier nicht her. Weder thematisch noch sonstwie. Ich meine lediglich, daß man gegenüber der Wissenschaft insgesamt (daß man überhaupt, egal wo!) die Verantwortung hat, auf Fehler aufmerksam zu machen. Die Kollegen munter weiter falsche Ergebnisse publizieren zu lassen halte ich für wenig anständig und der Wissenschaft nicht zuträglich.

  53. Tiger, ich möchte diese...
    Tiger, ich möchte diese Debatte hier nicht. Wenn Sie sich zum Thema äußern möchten, freue ich mich – alles andere werde ich nicht freischalten.

  54. @ klaus ...

    nun ob die...
    @ klaus …
    nun ob die bösen Urheberrechtsverletzer wirklich zum Untergang des Abendlandes / der MI beigetagen haben ist nuja auch mehr als fraglich. Gewisse Obsthändler konnten recht erfolgreiche Geschäftsmodelle im Kerngeschäftsfeld (aka Musik) der MI etablieren. Die traditionell in diesem Segment etablierten mitspieler widmen sich derweil zunehmend der branchenfremden und wenig nachhaltigen Strategie der Massenabmahnungen.
    @ Thema …
    Der behauptung, das wikipedia „zunehmend“ als wissenschaftliche Quelle genutzt werde möchte ich vehement widersprechen. im weiteren Umfeld ist mir absolut niemand bekannt, der es wagen würde das große W in einer Fußnote zu verewigen. Solche Unarten werden einem spätestens in der Oberstufe ausgetrieben und mir ist auch während meiner Tätigkeit an diversen Unilehrstühlen keine solche Arbeit unter die Finger gekommen.
    Die goldenen Zeiten der Plagiatserstellung, als das Internet noch fest in der Hand der jungen und Eingeweihten war, sind „leider“ auch vorbei. Die Zahl der Prüfungsberechtigten, die nicht mit dem Rechner umgehen können ist verschwindend gering und nimmt biologisch bedingt stetig ab. CopyPaste-plagiate lassen sich so auch entsprechend schnell ausfindig machen, was meiner Erfahrung nach sowohl Prüfern als auch den Geprüften Bewusst ist.
    Es bleibt dann nur noch das weitreichende Umformulieren irgendwelcher vorlagen, womit auch der Anreiz entfällt die Stelle nicht kenntlich zu machen. Für intensive Literaturabeit gabs so far noch keine negative Bewertungen.
    Der geringe Kontakt mit der Plagiatsproblematik meinerseits kann auch natürlich auch der tatsache geschuldet sein, in den Orchideen aufgewachsen zu sein. Zum Teil mit weniger als 10 Studis pro Jahrgang. Da sind betreuung (und überwachung) natürlich deutlich enger als in anonymen Massenstudiengängen, wo selbst Seminare aufgrund ihrer Größe eher an Vorlesungen erinnern.

  55. @polskoprollstahl: 10 Studis...
    @polskoprollstahl: 10 Studis pro Jahrgang, uii! Das ist ja wirklich ein echtes Orchideenfach. Bei mir warens vielleicht 100, in der Zeit kurz vor Internet, aber schon mit Textprogramm. Ich hatte den Eindruck, daß sich die Prüfenden damit bereits schwertaten, die Lesefreude schien mir nicht arg ausgeprägt.
    @Sophia: ob es einen Wertewandel gibt, hm.. ich finde, es gibt vor allem Massen- und Konkurrenzeffekte durch die vergleichsweise hohe Zahl an Studenten in den meisten Fächern bei gleichzeitig wenig in Aussicht stehenden Stellen, die Überbietungsversuche enthemmen, und zusätzlich so einige Effekte, die das Internet so an sich hat, wie eine gewisse Flüchtigkeit (heute gelesen, morgen weg; ständig neue „Treffpunkte“), andere Textsorten u.a.m.

  56. polskoprollstahl, da dürfte...
    polskoprollstahl, da dürfte es schon Unterschiede in den Fächern geben – verschiedene Fächer ziehen ja auch unterschiedliche Personen an.
    .
    liebe colorcraze, ich vermute natürlich, dass beides zusammenwirkt… wobei die (manchmal auch übertriebenen) Ängste und Sorgen der Studenten noch lange keine Rechtfertigung sind, finde ich.

  57. @Sophia: also von mir kenne...
    @Sophia: also von mir kenne ich die Flüchtigkeitstippfehler am Bildschirm und das nur halbverstehende (bzw. nur auf einen Punkt hin prüfende) scannende Lesen. Ich nehme an, das sind Aufmerksamkeitsmodi, die sich auch bei vielen anderen Bildschirmlesern finden. Neulich las ich einen sehr dichten, philosophischen Text, entstanden ursprünglich als Manuskript. Zwar auch am Bildschirm, aber ich habe gemerkt, ich muß viel langsamer lesen. scrollte auch paarmal zurück, um die Passage nochmal zu lesen und dergl. so geht es mir bei den meisten Zeitungstexten z.B. nicht, oder auch mit G.s Doktorarbeit. Das sind so Texte, die man eher scannend und da und dort mal einen Satz aufnehmend überspringt, nicht nur sind diese Texte weniger „dicht“ oder „kompakt“ – vielleicht könnte man sie „blasig“ nennen -, man merkt es auch richtig, daß sie dem scrollen keinen Widerstand entgegensetzen. – Durch den publikationsdruck werden wohl viele derartigen wenig dichten texte produziert, und das führt wieder zu mehr Gewöhnung an diese, und dann lernt man vielleicht die anderen Textsorten garnicht kennen, die langsames, bedächtiges Lesen erfordern? Jedenfalls scheint es in vielem auch eine Frage der disziplinierenden Übung zu sein, wenn ich polskoprollstahl richtig verstehe.

  58. "Dabei eröffnen empirische...
    „Dabei eröffnen empirische Promotionen allerdings ganz neue Manipulationsmöglichkeiten.“
    Denken Sie nicht ‚mal daran: Selbst wenn Sie nicht das Misstrauen der Fachwelt hervorrufen, indem Sie in Zeitdruck die gleiche Kurve in unterschiedlichen Kontexten verwenden so werden Sie es kaum schaffen Ihre Ergebnisse künstlich so zu verrauschen, dass sie ggf. einer kritischen Überprüfung standhalten, denn nichts ist so schwierig zu erzeugen wie Weißes Rauschen.

  59. colorcraze, Vielfalt ist...
    colorcraze, Vielfalt ist schön und ich hoffe, sie bleibt uns erhalten. Ich kann das gut nachvollziehen: manche Texte schreien nach Papier und Stift, andere eben weniger.
    .
    hwollert, ich dachte eher an: gezielt Outlier löschen, oder Zeiträume so wählen, daß das gewünschte Ergebnis rauskommt. Oder einfach soviele Methoden durchprobieren, bis eine funktioniert. Solange man für sowas eine oberflächlich vernünftige Erklärung hat, kommt man damit erst mal durch, meine ich.

  60. [..] kommt man damit erst mal...
    [..] kommt man damit erst mal durch
    „gezielt Outlier löschen“
    Ist erlaubt; je nach Disziplin gibt es Richtlinien, ab wann ein Outlier ein solcher ist und wie hoch deren Anteil sein darf.
    „Zeiträume so wählen, daß das gewünschte Ergebnis rauskommt“
    Verhindert eine Reproduzierbarkeit; damit kommt man über die „Rapid Communications“ der Fachzeitschriften nicht hinaus.
    „einfach soviele Methoden durchprobieren, bis eine funktioniert“
    Ist eine anerkannte (ingenieur-)wissenschaftliche Methode; unter dem Namen „Design of Experiments“ (DOE) so verfeinert, dass das gewünschte Ergebnis möglichst früh auftaucht. Der Ingeneur darf danach abbrechen, wohingegen für den Wissenschaftler die Arbeit dann erst anfängt ;-)

  61. @Sophia: naja, manche...
    @Sophia: naja, manche Textsorten blühen halt nur zu einer bestimmten Zeit – wenn ich jetzt da mal einfach als emblematische Beispiele „Recherche des temps perdus“ oder auch mittelalterliche Handschriften nennen darf. Es käme darauf an, daß man eine „langsame“ und eine „schnelle“ Durcharbeitung kennenlernt, vielleicht, da der Umgang mit Computer und Netz mMn die „schnelle“ Variante fast zur einzigen werden läßt.

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