Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Die Diktatur des Kommentariats

| 140 Lesermeinungen

Kommentare in Online-Medien sind nicht immer die reine Freude. Aber abzüglich einer variablen Idiotenquote bleiben die Lesermeinungen unter dem Strich doch ein Gewinn.

Wie der Prozess im Einzelnen vonstatten ging, dass das Gewusel der Buchstaben-Käferchen auf bedrucktem Papier irgendwann so etwas wie Sinn für mich ergab, weiß ich nicht mehr im Detail zu sagen. Die Initialzündung, es jetzt endlich wissen zu wollen, hatte wohl mein erster Schreibversuch gegeben, als ich mich abmühte, das Autokennzeichen vom VW 1600 Variant meiner Eltern nachzukrakeln. Und nicht lange danach – meine Einschulung lag wohl noch ein, zwei Jahre in der Ferne – begab es sich, dass ich meiner Mutter über die Schulter schaute, wie sie den „Mannheimer Morgen“ las. Oben links auf der Seite 2 war ein dicker schwarzer Kasten mit einem weiß gedruckten Wort darin, das meine Aufmerksamkeit erregte. Ich fing an, die Buchstaben zu einem Wort zusammenzusetzen und sagte laut: „Kom-men-ta-re.“ Zu sagen, dass meine Mutter baff war, wäre geringfügig untertrieben. Als sie sich wieder gefasst hatte, sprach sie zu mir: „Wenn Du dieses Wort lesen kannst, dann kannst Du auch alles andere lesen.“ Und was soll ich sagen, sie hatte recht.

Mir kam diese Episode vor kurzem wieder in den Sinn, als ich darüber nachdachte, was für mich das Besondere bei der Bloggerei ausmacht. Da ist natürlich die Freiheit, mehr oder weniger schreiben zu können, was man will, ohne Vorgaben einer Chefredaktion oder Ressortleitung. Aber das eigentliche Salz in der Suppe sind für mich die Kommentare. Ich selber bin übers Kommentieren zum Bloggen gekommen. Und ich mag den direkten Austausch mit den Lesern, so wie ich als Leser auch die Möglichkeit schätze, dem Autor eines interessanten Beitrags meine Gedanken dazu mitteilen zu können. Kurzum: Wenn es die Kommentarfunktion nicht gäbe, man müsste sie erfinden.

Bild zu: Die Diktatur des Kommentariats

Wobei ich da natürlich gut reden habe: Nicht überall geht es schließlich so gesittet zu wie in den Kommentarspalten meines privaten Blogstübchens oder hier in den Blogs der Zeitung, hinter der bekanntlich immer ein kluger Kopf steckt. Die Diskussionskultur in den Foren von heise.de etwa ist mit den Adjektiven „derbe“ und „rustikal“ ziemlich zartfühlend umschrieben. Unter Artikeln bei Welt Online findet sich manchmal so viel geballte Dumpfheit, dass man Nackenschmerzen vom vielen Kopfschütteln bekommt. Und über die Lesermeinungen bei Spiegel Online sagt ein befreundeter Blogger: „Wenn ich morgens ohne Kaffee meinen Blutdruck nach oben treiben will, lese ich erstmal eine Runde im Spon-Forum zu Wirtschafts- oder Sozialthemen.“ Mit den Berichten über die Atomkatastrophe in Japan sollte der Trick auch funktionieren, da fördern die Senfspenden der Leser nämlich ebenfalls ein interessantes Spektrum an Meinungen zutage. Wer die Deutschen immer noch für ein Volk von technikfeindlichen Hysterikern hält, braucht nur mal ein wenig im Spon-Forum rumzugucken, um seine Vorurteile aufs schönste widerlegt zu sehen:

Der Atomnotstand wird nicht deshalb ausgerufen, weil alle bestrahlt werden, sondern ist eine reine Vorsichtsmassnahme fuer solche Faelle um genau das zu vermeiden. Man kann eher draus lernen, dass nicht sofort alle tot umfallen, bloss weil ein Atomkraftwerk wie uebrigens alles andere auch in Mitleidenschaft gezogen werden. Unfaelle gibts immer wieder mal. Nur Oekos, Gruene glauben gleich immer an epische Katastrophen.

Ausserdem sollte man mal Realitaet vernuenftig ordnen. Ob jemand dadurch umkommt, weil durch Erdbeben Windanlagen umfallen (was erheblich wahrscheinlicher ist, weil es davon massenweise mehr gibt), oder Solarpanels auf dem Kopf landen (ebenfalls mit jeder einzelnen Zunahme wahrscheinlicher), ein Wasser-Energiegewinnung Ueberlaeufe Doerfer ueberfluten oder in einer brennenden Firma fuer Alternative Techniken nicht mehr rechtzeitig rauskommt, nimmt sich nichts. (…)

Vom Mainstream abweichende Auffassungen, wie sie hier zum Ausdruck kommen, sind vielleicht gewöhnungsbedürftig, ein ernstes Problem stellen sie nicht dar. Die eigentliche Gefahr für die Diskussionskultur im Netz sind die vergleichsweise wenigen, dafür aber umso nervigeren Störer und Provokateure (der Kenner nennt sie „Trolle“), denen es nur ums Aufmischen geht und nicht um Meinungsaustausch. Alan Posener schrieb dazu in der Welt am Sonntag: Das Internet erlaube nicht nur jedem Journalisten und Amateurjournalisten, seine Meinung sofort zu veröffentlichen – es erlaube auch jedem Nutzer, ihm dafür rhetorisch sofort in die Fresse zu hauen. „Ob es sich um die bislang schweigende Mehrheit handelt oder nur um ein paar Tausend Querulanten – oder ob die Querulanten dieser Welt die eigentlichen Sprecher der schweigenden Mehrheit sind: Wer kann das sagen? Sie sind da.“ Man müsse mit ihnen rechnen, so Posener.

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Bei stern.de sickerte vor einiger Zeit die Größenordnung durch, etwa zwei Prozent aller Kommentatoren seien dieser Trollfraktion zuzurechnen. Das klingt nicht nach viel, aber wenn diese wenigen Störer sehr proaktiv und intensiv nerven, leidet das ganze redaktionelle Angebot. Und so wussten sich die Verantwortlichen bei stern.de vor über einem Jahr nicht mehr anders zu helfen, als die Kommentare ganz abzuschalten.

Aber wo die Not ist, wächst das Rettende auch. Just für solche Problemfälle verspricht Facebook seit Anfang des Monats eine einfache und smarte Lösung: ein externes Kommentar-Managment für Websitebetreiber. Zu den ersten Kunden zählt das reichweitenstarke US-Technikblog Techcrunch – und hier in Deutschland setzt neuerdings stern.de auf die Senfspende via Facebook. Der alerte Web-2.0-Berater Thomas Knüwer sieht in dem Facebook-Funktionsbaustein für externe Websites die Lösung für das Kommentarproblem, mehr noch: die Rettung. Aber um welchen Preis? Anonyme, respektive pseudonyme Kommentare sind nicht völlig unmöglich gemacht, aber die Hürde liegt verdammt hoch. Nun, man kann auf dem Standpunkt stehen, dass den Websites mit Facebook-Kommentariat da nicht viel entgeht. Dem ärgsten Gepöbel dürfte jedenfalls ein Riegel vorgeschoben sein. Und was aus Sicht von gewinnorientieren Medienunternehmen nicht minder wichtig ist: Die implementierte Facebook-Senfspende redaktionell zu beaufsichtigen erfordert sehr viel weniger Arbeitszeit und Personal – das freut auch den Controller.

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Trotzdem – ein schales Gefühl bleibt zurück. Oder um meinen eigenen Kommentar im Blog von Thomas Knüwer zu zitieren: „Auf mich macht diese Maßnahme, das Kommentar-Handling gewissermaßen zu Facebook auszulagern, einen ziemlich defensiven Eindruck, (…) und eine wirklich starke Online-Marke müsste sich nicht ohne Not in Abhängigkeiten von Facebook begeben.“ Zumal das Social Network auch kein wirksames Bollwerk gegen Borniertheit und Blödheit bildet, wie man dieser bedrückenden Sammlung von Updates und Kommentaren entnehmen kann.

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Und da ist noch etwas: Mir persönlich würde wirklich enorm was fehlen ohne das bunte Völkchen, das sich hier unter allerlei Phantasienamen tummelt, ich nenne jetzt mal stellvertretend und ohne Anspruch auf Vollständigkeit Vroni, gelegentlich, ThorHa, anderl, specialmarke, devin08 und all die vielen anderen, mit denen es sich hier so gut und trefflich plaudern lässt. Die Vorstellung, faz.net könnte diese illustre Runde sprengen mit dem Zwang, dass sich die Leute übers Facebook-Konto anmelden müssen zum Kommentieren, wäre nachgerade grauenerregend. Ein Online-Angebot, das auf sich hält, sollte das Kommentar-Management nicht an Facebook oder ein anderes Social Network auslagern, sondern sich selber angemessen darum kümmern. Das heißt ja nicht, dass man – um es mit dem Bonmot der Bloggerin Sannie von elfengleich.de zu sagen – jedes dahergelaufene Kommentatoren-Arschloch dreilagig abwischen müsste. Aber ein gewisser Grundrespekt vor der Meinung des anderen sollte nach meinem Dafürhalten nicht davon abhängen, ob der Kommentar von Erwin Mustermann geschrieben wurde oder von gunxmürfl1458. Wie sagte man schon im Mittelalter: „Eines Mannes Rede und keines Mannes Rede, man soll sie billig hören beede.“

 

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140 Lesermeinungen

  1. Also ich kann mir nicht...
    Also ich kann mir nicht vorstellen, daß durch das bloße Anhängen an Gesichtsbuch (oder ist das mehr?) die Trolle und Danebenbenehmer draußen bleiben. Das ist doch wie Usenet mit Login davor – immer noch Usenet. Es braucht schon eigene Leute, um eine gewisse Tonalität zu halten. DENN: auch Zwischenbemerkungen von Artikelautoren – besonders in Blogs – wirken sich gerade diesbezüglich enorm aus. Die Substratwüsten werden solche bleiben, und die Gärtchen werden unter der Hand verständiger Gärtner blühen.

  2. no comment-müßte jeder/e...
    no comment-müßte jeder/e „ehrliche“ Blogger/in-Haut jetzt zu Ihrem fälligen Artikel
    schreiben. Da wir einer strahlenden Zukunft entgegen gehen, wird auch hier ein Isotopenstrahl Licht in das ominöse Dunkel der Pseudonyme bringen. Der Signore Settembrini hatte es zumindest aufklärerisch auf dem zaubrischen Berg vor bald hundert Jahren auf TM´sche Art versucht. Möge das nötige Lichtlein dem Bürger dieser res publica auch über manchen informellen MA einer kafakaesken ehemaligen teutschen Einrichtung aufgesteckt werden, ehe der Mantel der Geschichte zum „Schwamm drüber“ mutiert…..

  3. <p>@colorcraze: Ganz...
    @colorcraze: Ganz entscheidender Punkt. Ich erinnere mich aber auch, von dem früheren Online-Chef der Süddeutschen dazu was gelesen zu haben, von wegen, die Erfahrung habe gezeigt, dass das Mittun der Autoren in den Kommentar-Threads den Mob erst recht aufgestachelt habe und deswegen rate man den Kollegen bei ihm im Hause eher davon ab, sich auf Diskussionen einzulassen. Das fand ich doch einigermaßen erschütternd – auch vor dem Hintergrund, dass ich den Mann früher mal für einen von den Guten hielt. Aber als Online-CR war eine ziemliche Fehlbesetzung.
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    Also ich vermute schon, dass die höhere Hürde des klarnamentlichen Facebook-Logins manchen Troll davon abhält, seinen Unflat abzulaichen. Aber wenns dumm läuft um den Preis, dass auch viele gute Beiträge wie z.B. von Ihnen und anderen bewährten Kommentatoren dann eben nicht mehr geschrieben werden. Vielleicht würde ich es auch anders sehen, wenn ich bei Welt Online beschäftigt wäre oder hier bei der FAZ heiklere Themenfelder zu beackern hätte. Aber hier konnte ich bisher 99,9 Prozent der auflaufenden Kommentare ohne Bauchgrimmen freischalten.

  4. @Plindos: Da sagen Sie was....
    @Plindos: Da sagen Sie was. Erinnert mich daran, dass hier in einem (mittlerweile abgeschalteten) FAZ-Blog tatsächlich mal ein früherer IM kommentierenderweise zur Hochform auflief: „Ich meine, ein Anfang besseren Datenschutzes im Internet wäre z.B., daß grundsätzlich nur Beiträge mit dem echten Namen und Wohnort des Verfassers (mehr nicht, also keine Adresse oder Telephonnummer) veröffentlicht werden.“
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    Zu dem Zeitpunkt, als ich in meinem Blog den Diskussionsfaden aufnahm, wusste ich aber nicht, was der Betreffende für einen Background hatte, das wurde mir erst im Verlauf der Diskussion per Mail gesteckt. Trotzdem schien es mir unfair, seine Stasi-Vergangenheit gegen ihn zu verwenden, sein absolut verqueres Verständnis von Datenschutz schien mir auch so Munition grad genug.
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    Ich seh auch nach wie vor sein Problem nicht: Wenn mir in den Kommentarspalten – sei es bei heise.de oder Welt Online – zu übel rumgeholzt wird, klicke ich einfach da nicht mehr hin. Selbst Alan Posener, der sich in dem oben verlinkten Elaborat lang und breit über die Berserker und Verbalrandalierer in Blogs ausließ, rang sich gegen Ende noch zu der Erkenntnis durch: „So unangenehm die Kampfhund-Gesichter der Blog-Kommentatoren auch erscheinen mögen – am Ende müssen Journalisten und Publizisten in ihnen das eigene, zur Kenntlichkeit verzerrte Spiegelbild erkennen.“

  5. Die Steigerung von allem oben...
    Die Steigerung von allem oben beschriebenen ist NEON. Der Ort an dem Amateurjournalisten Artikel zu Themen verfassen dürfen, von denen sie keine Ahnung haben. Wenn man sie dann auf ihre Fehler hinweist, kommen sie einem mit Toleranz und Meinungsfreiheit, bzw. Antworten erst gar nicht.
    Gruß Kaktus

  6. @MarcoSdN: ach, gut daß Sie...
    @MarcoSdN: ach, gut daß Sie Plindos‘ Andeutungen so klar umschrieben haben, jetzt kann ich damit auch was anfangen (kenne den Fall nicht). Meine Schreiberfahrung (mittlerweile 13 Jahre Usenet, ca. 5 Jahre Zeitungskommentare und die Blogs hier) ist so, daß ich nicht alles unter meinem Klarnamen, und schon garnicht mit Wohnadresse! so schreiben würde, wie ich es schreibe. Sondern sehr viel weniger, sehr viel unpolitischer, sehr viel weniger meine persönlichen Erfahrungen reflektierend. Die Vorstellung, daß ein aufgebrachter Trollrambo aus der Nachbarschaft an der Tür klingelt, ist keine beflügelnde. Gleichwohl schreibe ich relativ viel unter meinem Klarnamen, und wer Google und Denic bedienen kann, findet meine Adressdaten natürlich in 20 Sekunden. Aber die, immerhin, muß er sich schon nehmen, sie werden nicht auf die Nase gebunden. – Die Wohnorte von Journalisten gibt man auch nicht an. Warum sollte man sie bei Kommentatoren angeben? Das ist fast nie interessant, wichtig ist der Text und wie er eine Erfahrung anfügt oder einen Gedanken weiterträgt (es gibt Fälle, wo das eine Rolle spielt, zum besseren Verständnis des Hintergrunds eines Kommentars, aber recht selten). – Dann die Sache mit dem Stammpublikum. Es gibt eine ganze Menge Vielkommentierer in diversen Zeitungen und Blogs. Da spielt es dann keine Rolle, welchen Namen sie verwenden, sofern es nur stets der gleiche ist – die werden eine Art durchgängige persona. Und wenn sich von denen einige vom Lesen her kennen, werden sie ihre Zwischenmenschlichkeiten auch a.a.O. sofort mitbringen.

  7. @MarcoSdN: wobei ich sagen...
    @MarcoSdN: wobei ich sagen muß, daß ich sowas wie vom SZ-Chef beschrieben im Tagesspiegel auch ein paar Mal gesehen habe – da wurde der arme Journalist förmlich in der Luft zerrissen, er hatte keine Chance. Es kann schon sein, daß man Zeitungsartikel und besonders Meinungsartikel da einfach als anderes Genre auffassen muß – die sozusagen verlautbart werden und dann fürs Kommentieren unter einem Moderatorengremium, das nicht sonderlich pingelig ist, freigegeben werden. Blogs sind da anders, da erwartet man schon eine direkte Antwort vom Autor.

  8. Flaneur nach Mitternacht, der...
    Flaneur nach Mitternacht, der ich gerade bin, stolpere ich über Ihr Blog, chiaro Settembrini, und fühle mich animiert, nein: dem Diktat des Kommentarzwangs ausgeliefert, hier ein Redehäufchen zu hinterlassen. Warum kommentiere ich manches Mal (und schäme mich anschließend gebührend dafür – kein Genuß ohne Reue)?
    A: Cartesianisches Prinzip Commentor, ergo sum, noch bin ich nicht tot, und das tue ich kund, zuallererst mir selbst (Aha – verkappter Narzissmus).
    B: Jetzt red‘ i-Standpunkt. Anders als in jeder realen Stammtisch- oder Plausch-Runde werde ich hier nicht ständig unterbrochen oder marginalisiert. Das Gefühl stellt sich ein: Oh, sie hören mir alle zu, andächtig (Jaja, die liebe Selbstdarstellung nebst Selbsttäuschung).
    C: Verlockungen des Maskenballs: Ätsch, ich bin so frei und vor allem ganz anders (und anders als Udo Lindenberg komme ich jetzt auch dazu), mal nicht auf Manierlichkeiten und Reputation meiner realen Persönlichkeit Rücksicht zu nehmen. Da ich weiß, daß es den meisten anderen auch so geht, ergibt sich eine muntere Charade, in der nicht die Wucht (oder Unwucht) der eigenen Befindlichkeit regiert, sondern der schöne Schein der Argumente, die ich spielerisch an mich ziehe (ohne sie realiter verantworten zu müssen).
    D: Halloween-Umzug (auch Charivari): Gleich und gleich gesellt sich gern, die Nähe zu bandenartigen Umtrieben, bei denen der mißliebige Nachbar erst geneckt, ggf. auch gemobbt wird, stellt sich unmerklich ein, dafür aber unweigerlich das erhebende Gefühl der kommunitären Stärke (Tja, erst 5 Finger sind eine Faust).
    E: Snoopy-Syndrom: Sollte sich aber (und das tut sie zumeist) die gewünschte Fraternitas nicht ausbilden, kann man immer noch wie der kleine Hund sich auf der Hütte fläzen und vor sich hinsinnieren: „I wish I could bite somebody, I need a release from my inner tensions“ (Rhetorische Katharsis – oder soll ich stattdessen etwa ein dumpfes Ballerspiel bedienen?!).
    D:

  9. Lieber Settembrini,
    auch ich...

    Lieber Settembrini,
    auch ich halte eine Auslagerung der Kommentarfunktion für bedenklich. Es wirkt so, als wollte man sich die Geister, die man selbst und mutwillig rief, letztlich doch lieber vom Leibe halten. Der selbstverantwortlich handelnde Mensch – und das sollte er sein, wenn er in frühen Jahren dank des Mannheimer Morgens oder anderen Lesestoffs das Buchstabieren gelernt hat, um heute als Geistesmensch vor einer Computertastatur zu hocken – kann doch stets unter Klarnamen operieren, finde ich. Blogger können sich gerne Kunstnamen umhängen, sie kreieren ja auch eine Kunstfigur, oder geben dies zumindest vor. Aber Kommentatoren? Dürfen das natürlich auch, aber wozu? Auch die Funktion bei FAZ.net „Kommentar zurückziehen“ halte ich für überflüssig, oder sind denn so viele – frei nach Wolf Biermann – schon so schnell nicht mehr ihrer Meinung? Gerade im raren Fall der Meinungsänderung finde ich die Dokumentation historischer Standpunkte interessant; aber vielleicht sehen das sogenannte control freaks anders …
    Ich wüsste überhaupt nicht, warum ich mich und meine Meinung anonymisieren sollte, das habe ich auch noch nie getan. Spürbaren Ärger hat es mir nicht eingetragen, sondern im Gegenteil sogar zwei nette persönliche Begegnungen. Der häufig sehr rüde Umgang im Internet scheint mir nur ein Spiegelbild dessen, was im analogen Alltag so alles als Benimm zu registrieren ist. Und dort gilt ja immerhin noch face value, ohne dass die Konfrontation von Angesicht zu Angesicht irgendwie veredelnd auf die Gemüter einzuwirken scheint.

  10. Mein versuchsweise mit den...
    Mein versuchsweise mit den persönlichen Daten von Josef Stalin und Adolf Hitler eingerichteter fake-facebook-account würde die Diskussionskultur beflügeln? Potzblitz.
    Ich habe das Ding ja nie genutzt und es fortan zu tun um hier kommentieren zu können, erschiene mir albern. Ich würde auf Kommentare dann wohl verzichten.
    Man sollte auf einer Plattform wie dieser schon selbst eine souveräne Spielleitung betreiben, dann klappt es auch mit dem Leser und Kommentator.

  11. @kaktus: Und dabei wird Neon...
    @kaktus: Und dabei wird Neon aufgrund seiner erfolgreichen Community-Arbeit doch so gelobt. Aber was Sie beschreiben, erinnert mich an die soziale Dynamik in Kurzgeschichtenportalen, wo auch nicht jeder Verfasser damit gut klarkommt, wenn sein Opus nicht den erhofften Anklang findet.
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    @colorcraze: Ja, Sie haben recht, man kann Zeitungsartikel und Blogbeiträge und deren jeweilige Leser-Resonanz nicht so recht vergleichen. Gerade bei sehr kontroversen Themen (ich sag z.B. mal im weitesten Sinne Multikulti) mag es in der Tat keine gute Idee sein, sich als Autor dann auch in den Kommentarspalten Backpfeifen abzuholen.
    .
    Zu der Klarnamensfrage (auch @derMersch): Es ist natürlich schon so, dass die Anonymität und eine niedrige technische Hemmschwelle nicht unbedingt die edelsten Charakterzüge des Menschengeschlechts hervortreten lässt. Und gerade bei einem großen Zeitungs- oder Zeitschriftenangebot muss man damit rechnen, dass halt auch immer paar Hooligans dabei sind. Aber alles in allem muss ich sagen, dass Spiegel Online das Kommentaraufkommen neuerdings ziemlich gut managt, in letzter Zeit klicke ich da öfters mal zu den Leserstimmen weiter. Und im Kontrast dazu finde ich die Vorgehensweise bei stern.de irgendwie halbgar und saftlos. Womit ich nicht sagen will, dass es zum Scheitern verdammt sein muss. Aber bei techcrunch ist das Kommentaraufkommen seit der Implementierung des Facebook-Kommentar-Tools ziemlich dramatisch zurückgegangen, und da stellt sich dann schon die Frage, ob das im Sinne der Erfinder ist.

  12. @kampfstrampler: Das haben Sie...
    @kampfstrampler: Das haben Sie sehr schön und umfassend aufgedröselt, da wäre im Falle eines Bloggers oder Twitteurs allenfalls noch zu ergänzen: die Hoffnung, dass andere Diskussionsteilnehmer und/oder der Beitragschreiber auf den verlinkten Nutzernamen klicken (oder eine Retour-Twittung ausstellen oder wie auch immer man das nennt).
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    @anderl: Oh ja, Schicklgruber oder Dschugaschwili, immer gern genommene Klarnamen. Will auch nicht wissen, wieviele Facebook-Kommentatoren den Account ihres Haustiers zur Senfspende missbrauchen. ;-)

  13. Man kann es auch andersrum...
    Man kann es auch andersrum betrachten:
    Nach einem langen Jahrhundert der Diktatur des Politariats – mittels physikalischem Druck auf strömende Medien; neudeutsch Print Media – und dank Beginn des Internet-Zeitalters bleibt den viel zu lange verwöhnten Zeitungsverlegern gar keine andere Wahl, als ihre Erzeugnisse vom „Abnehmer“ zensieren zu lassen. Ganz genau so, wie es die Erzeuger jeder anderen Ware seit Menschengedenken tun müssen.
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    Die einzige Alternative, das „dreilagige Abwischen“ mit dem eigenen Remittenden-Papier, wird auf Dauer selbst die verwöhntesten Verlegerwitwen aus Hamburg und Gütersloh wirtschaftlich überfordern…
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    Nota bene: Führt man diesen Gedanken weiter, dann wird die „Diktatur“ des Kommentariats bald auch die Rohstofflieferanten der Verlagshäuser erfassen: Das Politik- und Lobby-Gewerbe. Soll heissen:
    Wird der Abnehmer (Bürger+Steuerzahler+Wähler=Souverän) erst einmal die veröffentlichte Meinung zensieren, dann wird er im nächsten Schritt auch die parlamentarische Demokratie (vulgo Politikgewerbe) zensieren. Konkret mittels Volksabstimmungen nach Schweizer Muster.
    Das wird zukünftig im Handumdrehen per Mausklick via Internet geschehen und geht schneller als parteipolitische Pfründedebatten und Arbeits(beschaffungs)kreise im Bundestag…
    .
    Kein Wunder also, dass unsere selbsternannte Elite von panischer Angst vorm Internet befallen ist und fieberhaft daran werkelt, dieses Teufelszeug zu kontrollieren, also in gewohnter Manier zu zensieren. Wer das ernsthaft wagen sollte, der riskiert Schlips und Kragen. ;-))

  14. @Tillmann: Der Gedankengang...
    @Tillmann: Der Gedankengang verdient eine ausführlichere Antwort, ich melde mich dazu später zu Wort, versprochen.

  15. "ohne das bunte Völkchen, das...
    „ohne das bunte Völkchen, das sich hier unter allerlei Phantasienamen tummelt“

    Hmmm, ich fand da auch mein Kürzel. Das sich – wie schon häufig gepostet – zu Thorsten Haupts auflöst. Ich möchte gar nicht unter Synonym posten, da die Verwendung des Klarnamens mich seit 15 Jahren dazu zwingt, nur zu veröffentlichen, wofür ich mich notfalls auch in 20 Jahren nicht zu schämen brauche.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  16. @Tillmann: nun, die...
    @Tillmann: nun, die (keineswegs selbsternannte) Politik IST doch schon völlig zugeschüttet mit Wellen aus jeglicher Richtung – ständige Meinungsumfragen, alle 2 Tage ein anderes Thema, das sich gern in persönlichen Anschiß verbohrt, Meinungswellen und Paralleldiskussionen in Internet, Zeitungen, Fernsehen – es wird ständig Verhalten gegenüber allem und jedem verlangt, so daß für die eigentliche parlamentarische Arbeit, Organisation von Mehrheiten und Beschlüssen (national, international), Zuendedenken von Handlungsoptionen immer weniger Zeit bleibt. (Stellen sie sich analog mal vor, wie es ist, ein Unternehmen erfolgreich führen zu wollen, in dem Anteilseigner, die Geld reingesteckt haben, jede einzelne Lieferantenwahl, Personaleinstellung oder gar Produktentwicklungsidee bekakeln wollen, und zwar jeder einzeln mit dem Chef persönlich in einem 5-Stunden-Gespräch, in dem er vor allem seiner persönlichen Enttäuschung über das geringe Florieren des Gesamtgeschäfts und seine geringe persönliche Dividende zu Ausdruck bringt. – Dann wissen Sie auch, warum ich nicht in der Politik bin oder sonstwelchen Politikdienstleistungen: es ist ein Höllenjob.)
    Ansonsten, Online-Zeitungen sind einfach ein ganz anderes Genre als Print-Zeitungen. So wie sich Print-Layouter als Webdesigner grauenhaft schwertun, so Verleger mit dem Internet.
    Kommentare im Internet werden von einem sehr anderen und sehr viel größeren Personenkreis geschrieben als Leserbriefe an die Lokalzeitung. Im Internet haben sie das Phänomen, daß die Masse schnell von einem Hype zum nächsten umzieht, und sie brauchen immer eine kritische Masse für ihr Angebot, sonst wird es uninteressant. Erfahrung mit völlig ungefiltertem Schreiben habe ich durch Usenet genug, es stellte sich dabei immer wieder heraus, daß das Qualitätsniveau leicht völlig zusammenbrechen kann, wenn nicht die Besonnenen viel schreiben, sondern die Halbirren und Pöbler (davon gibt es eine Menge). Das führt dann straight ahead zu Ochlokratie reinsten Wassers. Sich über irgendein Thema verständigend ist das dann nicht mehr, nur noch sich in der Befindlichkeit suhlend.
    Das ist die Schwierigkeit, mit der das Genre Online-Zeirungen konfrontiert ist.

  17. Lieber Marco Settembr...
    Lieber Marco Settembr …
    .
    „stellvertretend und ohne Anspruch auf Vollständigkeit Vroni, gelegentlich, ThorHa, anderl, specialmarke, devin082…“
    .
    Meinereiner schreibt unvorsichtigerweise mit Klarnamen.
    Aber wohl wissend, dass man mich zu Zeiten des Oktobr-Festes auch für die Fischervroni halten könnte. Wenn man wollte. Bin ich aber nicht.

  18. Ich finde das procedere bei...
    Ich finde das procedere bei den offenen FAZ-Blogs mit am angenehmsten und barrierefreiesten. Die Kommentarforen von Spiegel Online, oder auch Telepolis, kann man sich dagegen meist sparen, besonders, wenn man auf den Blutdruck achten muss. Allgemein glaube ich schon, dass durch die reine Möglichkeit, zu kommentieren, allgemein etwas ins rutschen kam. Es gibt die dummen Kommentare, es gibt die Allgemeinplätze, es gibt Uninformiertheit und Bretter vorm kopf – und es gibt die klugen, bedächtigen Kommentare, die einen meinungsstarken, aber falsch liegenden leitartikel in 3, 4 Sätzen auf den Boden der Tatsachen zurückbringen und da die heisse Luft rauslassen. Unter dem letzten FAZ-Artikel von Merkel zu Libyen etwa las ich einen solchen.

  19. @Vroni: Na, na, jetzt...
    @Vroni: Na, na, jetzt kokettieren Sie aber sehr. Also _ich_ kenne Ihren Nachnamen und Ihre Adresse nicht, noch wüßte ich, wie ich die ohne tiefbohrenden Rechercheaufwand herausfinden könnte. Da ist mein Nick ja noch weitaus klarer, weil recht eindeutig in 20 sec mit Bordmitteln aufzulösen.

  20. Tillmann@: Herrlich und...
    Tillmann@: Herrlich und zutreffend. Überlege mir noch, ob ich nicht zukünftig doch mit Klarnamen, nome de guerre (sic!) in Paranthese gesetzt, kommentieren soll.
    Vroni@: Die vorsichtige Madame im background findet und mault sowieso schon seit längerem, daß ich mich viel zu weit zum Fe….. hin…….e! Denk ma an die Familje, bis du´n Politika oda so?

  21. Phantasienamen, Masken, die...
    Phantasienamen, Masken, die Persönlichkeit im Ganzen.
    Persona (griech. oder lat.?) bedeutet Maske.
    Nun, ich halte es für schwer, wenn man nur zwei Masken hat. Die eine mit Klarnamen und beispielsweise eine andere aus seinem Blognamen.
    Gleichwohl sehe ich, dass das Bloglesen auch mehr Sinn macht, wenn man denn auch seinen Senf dazu gibt. Dem Wettbewerb sei Dank, dass es so viel Senf in den Regalen der Supermärkte gibt. Also das Bild mit dem Senftütchen auf dem schwarzen Schreibbrett, finde ich ganz toll getroffen.
    Während und bevor ich hier schreibe überlege ich welchen Namen ich neben einer IP-Adresse hier und heute verwenden könnte.
    Kommunikation, zwischen Sender und Empfänger, und so auch Kommentare – mittels Lautsprecher an die, die es hören wollen, benötigen ja die Wiedererkennung u.s.w.
    Und da ich hier unter dem Stern und somit am Rande des Schattens einer No-income-Blogkommunikation für mich und auch für euch, sehr verehrte Leserinnen und Leser schreibe.
    Schließe ich heute mit
    -der Senfspender-

  22. @colorcraze: Nur kurz, weil...
    @colorcraze: Nur kurz, weil ich zwischendurch auch noch arbeite (!) und das Kommentieren nur eine spielerische Verschnaufpause ist:
    .
    — Politik = „Höllenjob“? Das ist zunächst eine freiwillige Veranstaltung, bei der sich noch niemand zu Tode gearbeitet hat. In Gegensatz zur realen Wirtschaft.
    — Print und Online sind dasselbe. Was beim Print die Auflage ist, sind bei Online die Klicks. Beides sind die Voraussetzung für Werbeeinnahmen.
    — „Hype“. Das mag für Konsumenten fetter Grossbuchstaben gelten, nicht für die grosse Mehrheit aufgeklärter Bürger unter 80 Millionen Deutschen.
    — „Qualitätsniveau“. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, die Ergüsse „ungefilterten Schreibens“ in grossen Verlagshäusern kennenzulernen. Wenn Sie wüssten, wieviele Analphabeten dort fürs Schreiben bezahlt werden…
    .
    Und nun zurück zum genüsslichen Programm; zu meiner „Arbeit“ ;-))

  23. Drei Dinge:
    1. Es wäre eine...

    Drei Dinge:
    1. Es wäre eine Katastrophe, könnte man durch Googeln rausfinden, was jemand so zeitlebens ins Netz geballert hat. Unter dieser Prämisse würde wohl kaum ein vernünftiger Mensch mehr kommentieren. Gruselig.
    2. An die Medien/Autoren: Wer hochwertige Kommentare will, der schreibe hochwertig, verdammt noch mal!!
    3. Einen sehr wichtigen Aspekt finde ich die Wirkung, die Kommentare auf den Leser eines Artikels haben, zumal bei nur wenigen Kommentaren. Irgendwie setzt man das psychologisch sofort mit „der Mehrheitsmeinung“ gleich. Umso wichtiger, dieses Feld nicht den Netz-Exhibitionisten und professionellen Selbstvermarktern zu überlassen, die mit Klarnahmen posten.

  24. Kommentare werden allgemein...
    Kommentare werden allgemein überbewertet. Zumindest wenn man etwas lernen will. Man muss zu viel Schlamm durchwühlen um eine Perle zu finden. Dann besser die kleinen privaten Blogs kommentieren, wo sich mit der Zeit eine Beziehung aufbaut (dieser Kommentar hier gehört auch dazu), oder am besten gleich von Angesicht zu Angesicht.

  25. @Tillmann:
    ...
    "Das wird...

    @Tillmann:

    „Das wird zukünftig im Handumdrehen per Mausklick via Internet geschehen und geht schneller als parteipolitische Pfründedebatten und Arbeits(beschaffungs)kreise im Bundestag…“

    Sie könnten recht behalten. Wenn das passiert, wird allerdings die Politikerauswahl eine Schlechtestenauslese, weil die Befähigten völlig zu Recht bechliessen, dass sie woanders zu weit geringeren Kosten Geld (und vor allem Ansehen) verdienen können. Ob eine Gesellschaft das lange durchhält, wird man dann sehen. Das wird wieder ein gesellschaftliches Grossexperiment. Erneut auf der Grundlage eines unzutreffenden Menschenbildes, das man braucht, um dieses Experiment zu rechtfertigen: Dass die Mehrheit der Menschen rational, die Folgen jeder Entscheidung zu sehen bereit ist und zu jedem Thema kompetent mitreden kann. Hätte es – sagen wir – 1852 Volksabstimmungen gegeben, wären wir übrigenns noch immer in Pferdekutschen unterwegs …
    Wer sich über die kumulative Wirkung von reinen Volksentscheiden informieren will (noch ganz ohne die Hysterie-Beschleunigungsmaschine Internet):
    http://www.suite101.de/content/kalifornien-chronologie-einer-staatspleite-a58307
    Man beachte in der Darstellung Mai 2009 … Die Klugheit der Masse???

  26. Colorcraze,
    naja, bin schon...

    Colorcraze,
    naja, bin schon gut gefunden worden von Surfspechten.
    Plindos,
    das „denk an die famillje“ kenn‘ ich. Von Seiten Muttern, seit ich als 20jährige einen saftigen Leserbrief in einer Print-Käsezeitung abließ gegen einen Fascho-
    Spinner, der das Blatt laufend und unbehelligt bedröppelte mit seinen Einlassungen.
    .
    Als mir mein eigener von mir verehrter Mathe-Gymprof Mut zusprach und meine insgesamt dann 2 Leserbriefleins lobte, hatte Muttern keine Chance mehr mit ihrem Famillje-Gezeter und „Namen der Familie in den Dreck ziehen“. Denn wo ist da der Dreck…, doch eher auf der Seite des Nazi-Spinners und der dazu konkludent Schweigenden.
    Ich wurde damit ein sehr früher Anti-Blogger, bevor es das Blogging gab…

  27. @der_papa: "Man muss zu viel...
    @der_papa: „Man muss zu viel Schlamm durchwühlen um eine Perle zu finden.“
    .
    C’est la vie. Kennen Sie einen Bereich im Leben, wo man das nicht muss?
    Und wieviele Artikel, Blogs, Bücher, E-Mails, Geschäftspapiere und Bilanzen muss man lesen, um eine Perle zu finden…?

  28. @Tillmann: Ach, ich weiß...
    @Tillmann: Ach, ich weiß nicht. Die großen Verheißungen von E-Government und digitaler Demokratie stehen doch schon seit über einem Jahrzehnt im Raum. Und wir berauschen uns daran, dass in Tunesien und Ägypten auch Twitter und Facebook bei der Organisation der Proteste eine Rolle spielten. Aber wie ich neulich hier schon schrieb: Wichtig is aufm Platz. Das Mubarak-Regime kam nicht online unter Druck, sondern durch die entschlossenen Menschenmassen auf dem Tahrir-Platz. Aber wir glauben, ein besseres System ließe sich per herbeitwittern oder kommentieren. Ich neige inzwischen zu der Auffassung, dass diese ganze digitale Dampfablasserei mehr systemstabilisierend wirkt als sonstwas.

  29. @Tillmann: auch ein...
    @Tillmann: auch ein Unternehmen zu gründen, zu arbeiten oder das Haus zu putzen ist eine freiwillige Veranstaltung. Mich stört einfach diese Verächtlichkeit, die Sie da insinuieren. Wenn nämlich die Freiwilligkeit wegfällt, weil es nur noch brutal ums Überleben geht, geht es zu wie in Somalia oder bei der Mafia.

  30. @Vroni: meine...
    @Vroni: meine Präsozialisation ist ähnlich, ich schrieb in der Schülerzeitung und war dabei ebenfalls starkem Familiendruck ausgesetzt. Allerdings hatte ich nicht mit einem einzelnen Lehrerlob zu tun, sondern mit gemischt empörten und zustimmend grinsenden Lehrerfraktionen.

  31. Colorcraze,
    ach ja das...

    Colorcraze,
    ach ja das Lehrerkollegium …
    Mein Lehrerlob war ja öffentlich (in der Zeitung, das ist öffentlich, jeder hat Zugang ndn kann die echten Namen lesen) und post-Abiturem.
    Das wog für mich mehr.
    .
    Meta:
    Öffentlich, ob dafür oder dagegen, ob im echten leben oder im Internet, wiegt auch einfach mehr. Wobei das öffentliche Leben a bissi mehr als das Internet …
    Das müssen die Internetjünger und -Evangelisten jetzt einfach mal verkraften.
    .
    Und das Öffentliche mit Klarnamen gesagt (hat er, damals gabs einfach noch nicht den Brauch der Pseudonyme, wenn man Leserbriefe schrieb – man lief Gefahr, zu 95% nicht abgedruckt zu werden) wiegt auch einfach mehr.
    Das muss man sich klar machen, bei allem tollen gutgemeinten Nichtklarnamen-Engagement im Netz.

  32. @Kampfstrampler: Sie...
    @Kampfstrampler: Sie beschreiben sehr schön die diversen Motivationen des Senfgebers.
    .
    Wie der Blogger oder Forist mit dem Senf verfährt, ist eine andere Sache. Das von DA gelegentlich beschriebene Vorgehen, offensichtlich persönlich verletzende etc. Beiträge nicht freizugeben, wirkt sicherlich im Kontext seiner Plauderstunde segensreich.
    .
    Dieses Modell erscheint mir allerdings kaum auf die allgemeine politische Debatte oder gar Willensbildung (@Tillmann) übertragbar. Hier wäre nichtstaatliche Zensur, was dort das Recht des Hausherren ist.
    .
    Welchen Nutzen FB hier bringen sollte, bleibt für mich allerdings völlig im Dunkeln.

  33. Die Frage ist ja gerade wieder...
    Die Frage ist ja gerade wieder aktuell, da in Berlin anonymes Schülermobbing im Internet zu einem Vorfall mit schwerer Körperverletzung geführt hat. In den USA hat es schon dadurch verursachte Selbstmorde gegeben und Experten sind sich einig, daß es solch ein Mobbing kaum gäbe, wenn die Beiträge mit dem wirklichen Namen gezeichnet werden müßten. Dummes Geschwätz im Internet ist da wohl das geringste Problem.
    Auch anderer Mißbrauch des Internets, wie anonymes Hochloben des eigenen Unternehmens/Produkts (Eigenwerbung, die als solche erkennbar ist, scheint mir dagegen zulässig) oder Mießmachkampagnen gegen Wettbewerber (auch dafür gibt es ja prominente Beispiele), Pornografie und Mißbrauch des Internet durch Terroristen, wäre so zwar nicht ganz zu verhindern, aber doch sehr erschwert.
    Mir scheinen auch Beiträge, die mit dem wirklichen Namen des Verfassers gezeichnet sind, irgendwie glaubwürdiger. Nur bei Bewertungen etwa von Sexspielzeug – aber braucht man das wirklich? – und bei Beiträgen von Regimekritikern, die mit diktatorischer Verfolgung rechnen müssen, scheint mir Anonymität akzeptabel.
    Freilich, man müßte Regelungen einführen, daß jeder sich erst bei amtlichen Stellen identifizieren muß, bevor er/sie Zugang zum Internet erlangt. Das heißt ja nicht, daß man auch Wohnadresse und Telephonnumer im Internet bekanntgeben muß.
    Wenn wir gegen Vermummung durch Burka sind, sollten wir auch gegen Vermummung im Internet sein!

  34. Klarname? Nö.
    .
    Höflich...

    Klarname? Nö.
    .
    Höflich kann man auch ohne sein.

  35. @Paulchen P.:...
    @Paulchen P.: ja!
    @LotharPawliczak: nein.

  36. Für Freiheit und...
    Für Freiheit und Demokratie
    .
    Hallo, sorry, dass ich mich so spät melde. Aber meine Tochter ist krank, und ich habe wenig Zeit. In aller Kürze (völlig ungewohnt): Ich finde es toll, dass das mal gesagt wird. Auch ich denke, dass die Hauptgefahr von denen ausgeht, die sie so beschwören. Die Gefahr für „Freiheit und Democracy“. Auch wenn ein Bert Brecht das auf diese Weise „anachronistisch“ http://de.wikipedia.org/wiki/Anachronistischer_Zug) glossierte, dürfte er einer der gewesen sein, der die Freiheit und die Demokratie am allermeisten zu schätzen wusste. Auch und gerade unter sozialistischen Verhältnissen. Er war nur zu intelligent, um in all die Fallen zu tappen, die ihm da gestellt wurden.
    .
    In seinem Sinne fortzufahren, soll mir daher nicht nur eine Ehre (zu welcher sich all zu viele bekannt haben), sondern vor allem eine Selbstverständlichkeit sein. Im Übrigen denke ich, dass man über „die Deutschen“ sagen kann, was man will, nur nicht, dass sie keine Diskussionskultur hätten. Vielleicht ist das gar die einzige Kultur, die diesbezüglich noch eine Erwähnung verdient. All die, die das nicht können, diskutieren, sind per se für die Freiheit nicht geschaffen. Und angesichts der Anspielung auf die „Diktatur des Kommentariats“ (des „Proletariats“), denke ich/hoffe ich, dass beide dieser „Diktaturen“ ja eigentlich keine sind. Und in diesem Sinne hoffe ich auch, dass ich Ihnen, liebe Mitkommentatorinnen und Mitkommentatoren, das genau noch beweisen darf.
    Bis Bald
    Mit freundlichen Grüßen

  37. Ich unterstelle jedem...
    Ich unterstelle jedem Anonymitäts-Befürworter bei öffentlichen Debatten (in Deutschland/Westeuropa/Nordamerika), dass es ihm darum geht, mit Pöbeleien und Beleidigungen ggf. konsequenzenlos durchzukommen. Im Regelfall gefährdet niemand sich selbst durch eine Meinungsäusserung. Die seltenen (!) Ausnahmefälle, in denen das der Fall sein könnte (am häufigsten wohl Plaudern aus echten Firmen-/Behördeninterna), könnte man anders lösen, als mit Regelpseudonymisierung. Die Verweigerung eines Klarnamens in diesem Blog wie auch in tausend ähnlich gelagerten Fällen dient jedenfalls keinem erkennbaren Schutzzweck. Und da die Nutzung von Klarnamen schon nach meinen internet-urzeitlichen Useneterfahrungen die Gefahr von Pöbelei, emotional aufgeladener Beleidigung und Gruppenmobbing deutlich herabsetzt, reicht mir das, um sie für eine Grundvoraussetzung zivilisierter Kommunikation im Netz zu halten. Die einzige Alternative ist aktive, ständige Moderation.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  38. @Lothar Pawliczak: Ah, Sie...
    @Lothar Pawliczak: Ah, Sie kommen wie gerufen. Ich verstehe Ihren Standpunkt, vermag ihn aber nach wie vor nicht zu teilen. Nicht, weil ich nun alle Auswüchse der Anonymität (die es zweifellos gibt) für bewahrenswert hielte. Für die Strafverfolgungsbehörden wäre unsere Anonymität oder Pseudonymität hier aber kein ernstes Hindernis, uns irgendwelche Beleidigungen oder andere Tatbestände nachzuweisen. Um das zu verhindern, müsste man schon ganz immensen technischen Aufwand treiben. Ich weiß, der Vergleich hinkt ganz enorm, aber nur weil es paar Leute gibt, die andere mit dem Auto totfahren, zwingt man nicht gleich alle in Bus und Bahn. Mir erschiene eine namentliche Anmeldepflicht für sämtliche Online-Beiträge einfach schon von der Verhältnismäßigkeit der Mittel her betrachtet völlig jwd, da kommt dann bestimmt auch einer auf die Idee, dass wir Name und Wohnort immer gut lesbar auf der Jacke stehen haben müssten, weil dann bestimmt weniger Leute bei Rot über die Ampel gehen. Man kann für eine immer weitergehende Gängelung der Bürger immer gute Gründe finden. Aber die Frage ist, ob ich in einer solchen Gesellschaft leben möchte, die alles bis ins Kleinste reglementiert.

  39. @ThorHa: Ich habe meine...
    @ThorHa: Ich habe meine Zweifel, ob die meisten Befürworter der Option Anonymität so naiv sind zu glauben, damit wäre man im Fall des Falles nicht belangbar. Glaubt das da draußen wirklich noch jemand? Ich für mein Teil mag diese Option aus anderen Gründen, und in aller Regel schreibe ich als mark793 auch nur Dinge ins Internet, zu denen ich im Zweifelsfall auch klarnamentlich stehen kann. Zumal mindestens die Hälfte meiner 100 Blogleser pro Tag eh weiß, wie ich heiße und wo in etwa ich wohne.
    .
    @devin08: Ihrer Tochter gute Besserung! Die Kürze steht Ihren Beiträgen übrigens recht gut, wie Sie sehen, muss man gar nicht jedesmal aufs Neue wieder die Geistesgeschichte des Klassenkampfs neu aufrollen. ;-)

  40. @colorcraze, 10 Uhr 59: Dass...
    @colorcraze, 10 Uhr 59: Dass das Kommentariat – oder zumindest der radikale Teil – für Online-Zeitungen durchaus eine Belastung, ein Problem sind, steht außer Frage. So gesehen war das Experiment beim Stern, erst mal alles ungefiltert durchzulassen und dann zu gucken, „dead from the start“. Im Zweifelsfall sind über Facebook eingebundene Kommentare natürlich immer noch besser als gar keine oder als wilde Anarchie mit hemmungslosem Rumgepöbel, aber wir stehen diesbezüglich (auch was das Herausbilden einer Diskussionskultur im Netz angeht) immer noch ziemlich weit am Anfang. Und ich habe den Eindruck, dass Spiegel Online da nicht alles grundverkehrt macht, aber es erfordert halt auch einen gewissen Aufwand.

  41. Werter Thorsten Haupts,...
    Werter Thorsten Haupts,
    wären Sie nicht nur ein politisch interessierter und diskret engagierter Zeitgenosse, sondern parallel dazu auch ein „freier“ und „unabhängiger“ Unternehmer in der realen Wirtschaft, für den Seiltänze mit Konzernen, Finanzgewerbe und Behörden in mehreren Ländern zum täglichen Brot gehören, dann würden Sie den Segen der Anonymität sehr zu schätzen wissen …
    .
    Nicht umsonst sind auch die Wahlen geheim und nicht umsonst gab es immer schon vertrauliche Zirkel, die heutzutage leider ebensowenig „geheim“ sind wie das Bank-, Brief- und Postgeheimnis.
    Wenn’s nötig ist, lege ich meinen Namen auf den Tisch. Aber nicht, um mir unnötig Feinde, Neider und überflüssige Zuschauer zu machen.

  42. @Schimmelreiter: Was einem...
    @Schimmelreiter: Was einem Unternehmer die Anonymität nutzen soll, verstehe ich auf Anhieb zwar nicht so recht, aber Ihren Satz „Wenns nötig ist, lege ich meinen Namen auf den Tisch“ kann ich unterschreiben. Hier schlug bei einem meiner ersten Beiträge der in Onlinekreisen nicht ganz unbekannte Jens Best auf mit der Aufforderung an meine Adresse, der anonyme FAZ-Wicht möge sein Gesicht zeigen, worauf ich ihm einen Link zu einem aktuellen Lichtbild von mir postete und den Vorschlag machte, wenn mein Name so von Interesse sei für ihn, könne er ihn gern (eine plausible Begründung vorausgesetzt) per Mail erfragen. Da kam nie was, und das lag nicht daran, dass meine Mailadresse ihm nicht zugänglich gewesen wäre.
    .
    Ich sehe nicht ein, Hinz und Kunz meine ladungsfähige Adresse suchmaschinengerecht auf dem Silbertablett zu präsentieren, aber wer wissen will, wer hinter meiner pseudonymen Kunstfigur steckt, bräuchte keinen geheimdienstlichen Aufwand treiben, um das herauszufinden.

  43. Die Anonymität eines...
    Die Anonymität eines Pseudonyms hat den Vorteil, daß der Kommentator auch mal aus dem Nähkästchen plaudern kann, ohne sich Gedanken machen zu müssen, wie etwaige Vorgesetzte, Kollegen, Freunde, Geschäftspartner, Parteimitglieder dies bewerten. Ich selbst heiße nun leider nicht Schulze oder Müller, sondern bin mit Klarnamen bundesweit nur einmal vorhanden…
    Die abweichenden Meinungen von Mitkommentatoren erträgt man wahrscheinlich am besten, wenn man erlebt, daß man selbst gleichfalls duldsam zur Kenntnis genommen wird. Ohne gelegentliche „erzieherische“ Eingriffe durch einen Moderator funktioniert das leider nicht immer…

  44. Ich konstatiere, daß...
    Ich konstatiere, daß Verteidiger der Anonymität im Internet keine wirklich überzeugenden Argumente vortragen. Wieso muß man sich zu einer „pseudonymen Kunstfigur“ machen? Wenn sowieso die meisten Blogger-Partner (angeblich) wissen, wer sich hinter einem Kennwort verbirgt oder wenn es keine Schwierigkeiten bereitet, das herauszufinden, wieso nennt man dann nicht gleich seinen Namen? „Ein deutscher Alleingang ist nicht möglich, das geht ja nur weltweit“ oder „..immer weitergehende Gängelung der Bürger“ sind insbesondere bei Politikern immer wieder gebrauchte Totschlagargumente gegen Dinge, die sie nicht wollen, wo sie aber verbergen wollen, warum sie dies nicht wollen. Solche Gemeinplätze begründen nichts.
    „Die Verweigerung eines Klarnamens in diesem Blog wie auch in tausend ähnlich gelagerten Fällen dient jedenfalls keinem erkennbaren Schutzzweck.“ So ist es!
    Ich bin übrigens „“freier“ und „unabhängiger“ Unternehmer in der realen Wirtschaft, für den Seiltänze mit Konzernen, Finanzgewerbe und Behörden in mehreren Ländern zum täglichen Brot gehören“ und weiß es sehr zu schätzen, im Internet mit meinem Namen aufzutreten.

  45. Es gab in der DDR einen IM...
    Es gab in der DDR einen IM Wolf, der einer der Mitkommentatoren in diesem Blog sein könnte. Seine „Opfer“ hätten sich gewiß über die Möglichkeit der Anonymität gefreut…

  46. Ach, es geht wieder mal um das...
    Ach, es geht wieder mal um das berühmte Kind mit dem Bade … Sollte der Pseudonymus selber das Kind abgeben und sich sein Badewasser auf sozialerträgliche Temperatur erhitzt haben, ist es doch ein läßliches Vergehen, wenn er herumplantscht und dabei Umstehende ein bißchen naß spritzt. Fängt er allerdings an, mit dem Bottich nach anderen zu werfen oder mit zu heißem Wasser andere zu verbrühen, dann, ja dann … ist das natürlich eine ahndenswerte Straftat, bei der seine Anonymität sofort auffliegen sollte. Mir ist völlig schleierhaft, werter Herr Pawliczak, wieso die bösartigen Berliner Schulmobber ohne gültige IP-Adresse überhaupt ins Blog gelassen wurden. Straftaten – und dazu gehören Mobbing und Internet-Stalking fraglos – unterliegen der Strafverfolgung. Dummes, meinetwegen auch trolliges Internet-Geschwätz hat die Schwelle zum Vergehen/Verbrechen aber in der Regel noch nicht überschritten. Sollten Sie sich durch diese meine mahnenden Worte behellligt fühlen – es steht Ihnen frei, durch 2-3 kleine Suchaktionen meine Identität herauszubekommen. Viel Spaß bei der Schnitzeljagd! Und bitte, machen Sie keinen unzüchtigen Gebrauch von Ihren Erkenntnissen …

  47. Herr Pawliczak, ich hatte...
    Herr Pawliczak, ich hatte Ihnen einige meiner persönlichen Beweggründe, es so zu halten, bereits an anderer Stelle dargelegt. Das konnten Sie nicht nachvollziehen, damit muss ich leben, jedenfalls sehe ich keinen Grund, das alles nochmal en detail runterzubeten. Mich überzeugen andererseits die paar echten Ausreißer und Pöbler, die es zweifellos gibt, nun mal auch nicht, dass deswegen JEDER erst eine beglaubigte behördliche namensgebundene Genehmigung brauchen soll, um im Internet ein bisschen Senf zu spenden. Soweit käme es noch.
    .
    Wohlverstanden: Die Anonymität im Netz ist für mich auch keine heilige Kuh, aber ich finde nicht, dass die gesamtgesellschaftlichen Nachteile, die mit der übermäßigen Einengung dieses Freiraums einher gingen, ein gutes Argument für die allgemeine Namenspflicht liefern. Ich persönlich hätte wohl keinen unmittelbaren Nachteil davon, aber ich mag die gesamtgesellschaftlichen Implikationen nicht, die man sich mit einem so unnötigen bürokratischen Hickhack unzweifelhaft einhandelte. Das mögen Sie als Totschlagargument der als Gemeinplatz abtun. Aber dass wir da nicht weiter zusammenkommen, mag auch unseren unterschiedlichen Sozialisationen geschuldet sein (was genau ich damit meine, gerne auf Nachfrage).
    .
    Wobei ich eben diese von Ihnen angesprochene Mobbing-Geschichte noch mal genauer nachverfolgt habe. Wenn diese von der Plattform angeblich zugesicherte Anonymität tatsächlich dazu missbraucht wird, die Aufklärung von Straftatbeständen unverhältnismäßig zu erschweren, dann sehe ich da in der Tat Handlungsbedarf – und zwar dahingegend, die bereits bestehenden Gesetze und Verordnungen erst mal zur Anwendung zu bringen, Handhabe hätte es gegen diese Lästerplattform auch schon jetzt genug.

  48. @Marco Settembrini di Novetre:...
    @Marco Settembrini di Novetre: „Was einem Unternehmer die Anonymität nutzen soll, verstehe ich auf Anhieb zwar nicht so recht, …“
    .
    Für einen Unternehmer als juristische Person (z.B. Bauunternehmen Peter Müller) ist die Anonymität freilch Humbug. Ein Unternehmen ist öffentlich. Für den selben Peter Müller als Privatperson ist die Anonymität dagegen eine Notwendigkeit, damit seine private (!) Meinung nicht Nachteile für sein Unternehmen generiert.
    Das Risiko ist zu hoch. Ich glaube die Begründung mitgeliefert zu haben …

  49. ...
    @Schimmelreiter/Specialmarke/Marco:

    Ich sehe Ihre Argumente – und alle haben (wie meistens) eine gewisse Berechtigung. Ich teile nicht alle – auch meine Klarname hat in Deutschland alleine vom Nachnamen eine 200er Grenze, die Kombination gibt´s nur zweimal.

    Ich bin nur nicht überzeugt, dass die Einwände schwerer wiegen, als der klar erkennbare Vorteil. Ich kann nur für mich sprechen – aber ich wäre bspw. nicht bereit, mit Pseudonymen an einem gemeinsamen (politischen) Projekt zu arbeiten, wirklich heikle politische Themen zu diskutieren oder eine solche Gruppe ansatzweise als Gemeinschaft zu begreifen.

    Mir geht es auch (und gerade) nicht um mich selbst. Ich schere mich nur gerade soweit drum, was andere von mir denken, dass meine Existenz nicht gefährdet wird. Pöbeleien lassen mich kalt (ggf. nutze ich sie zum Aggressionsabbau), Verleumdungen kann ich ignorieren, besonders aufdringliche Pöbelfritzen landen in ewiger Ignoranz (und geben erfahrungsgemäss nach spätestens drei Tagen auf). Aber ich kenne genügend Zeitgenossen, die in nicht aktiv moderierten Foren niemals mitmachen würden, weil ihre Empfindlichkeitsschwelle deutlich niedriger liegt. Die Konsequenz der Pseudonymität ist ziemlich offensichtlich – Meinungsaustausch findet zwischen den deutlich robusteren Naturen statt. Nur machen die nach meiner Lebenserfahrung unter Menschen mit annähernd akademischem Diskussionsniveau vielleicht 20% aus. Wenn man das nicht-moderierte Internet auf diesen Personenkreis beschränken will …
    Gruss,
    Thorsten haupts

  50. Ich wollt schon wieder mit...
    Ich wollt schon wieder mit meinen Namen hier zeichnen.
    Also, der geneigte Blogleser ließt und genießt.
    Und ja, ich glaub auch in einer F.A.Z. Ausgabe gelesen zu haben:
    Wer Demokratie im Netz sucht, wird keinen Sex finden – und/oder umgekehrt.
    Für den Unternehmer gilt wohl: Wenn er sich auf seine Standesformeln besinnt, wird er Freiheit und was für ihn jeweils nötig ist, finden. Er wittert ja auch den Gewinn, wie ein Schwarzkittel die Edelpilze im Waldboden des Piemonts.

  51. @Schimmelreiter: Ja, klar, da...
    @Schimmelreiter: Ja, klar, da saß ich vorhin wohl auf dem Schlauch.
    .
    Das geht so ein wenig in die Richtung meiner Abwägungen seinerzeit. Mein Name (als Kombination von Vor- und Nachname) existiert nach menschlichem Ermessen nur einmal auf der Welt, ich führe ihn als Journalist mit einem bestimmten Fachgebiet. Nicht, das mir meine privaten Blogbeiträge oder Kommentare in dieser Eigenschaft peinlich sein müssten, aber ich zog es (auch aus anderen Gründen, die ich hier nur mit dem Stichwort „Stalking“ umreißen möchte) vor, mich auf diesem neuen Terrain erst mal inkognito zu erproben. Dass ich mich in der virtuellen Blog-Nachbarschaft gut eingelebt habe, hielt und hält auch nicht ab davon, von da ausgehend persönliche Kontakte zu knüpfen, und ich sehe beim besten Willen nicht, was es daran rumzuproblematisieren gibt. Wie gesagt, ich laufe auch auf der Straße ohne Namensschild herum, aber mein Handy verrät einer Obrigkeit, die es wissen will, doch alle naslang, in welcher Funkzelle ich mich wann aufhalte.
    .
    @ThorHa: Vielleicht würde ich das auch so sehen, hätte ich bei blogger.de, wo mein Privatblog gehostet ist, nicht so erfreuliche Erfahrungen und Bekanntschaften gemacht.

  52. @ThorHa: Es ist Ihnen ja...
    @ThorHa: Es ist Ihnen ja freigestellt, sich als Thorsten Haupts zu äußern,aber lassen Sie anderen doch die Freiheit, es gegebenenfalls nicht zu wollen. Die Vergangenheit der letzten 50 Jahre hat mich gelehrt, daß man für seine Meinung leicht ausgegrenzt werden kann, mit Berufsverbot belegt wird oder mit straf- und zivilrechtlichen Verfolgungsversuchen rechnen muß, wenn man sich beim falschen Thema zu sehr aus dem Fenster lehnt. Ein Atomkraftgegner war früher ganz klar ein Feind dieser Gesellschaft, wer gegen den Einsatz von genmanipulierten Nutzpflanzen ist, muß sehr vorsichtig sein, daß er den Vorhof bestimmter Firmen nicht betritt. Allein die kurzzeitige Zugehörigkeit zu einem Lesezirkel, der sich mit Karl Marx beschäftigt hat, konnte zeitweilig sicherstellen, daß der gelernte Lehrer keine Stelle mehr als Lehrer bekam…

  53. @specialmarke, 19 Uhr 15: Ich...
    @specialmarke, 19 Uhr 15: Ich muss gestehen, das ich bezüglich dieser IM-Wolf-Geschichte doch eine gewisse Beißhemmung spüre. Herr Pawliczak ist uns mit Klarnamen gegenübergetreten, auch auf das Risiko hin, dass ihm diese Geschichte um die Ohren fliegt. Ich selber bin ihm aber nicht mit so offenem Visier gegenübergetreten, dass er meinen Namen googeln könnte, von daher hätte ich ein blödes Gefühl, diese fehlende Waffengleichheit jetzt zu seinen Ungunsten auszuschlachten und ihn damit ins Unrecht zu stellen. Nun könnte man sagen, selber schuld, wenn er so konsequent für die Klarnamenspolitik eintritt, muss er mit diesem Restrisiko halt leben, dass ihn seine Vergangenheit einholt. Wobei ich nicht verkenne: Wenn diese Verbindung existiert (und meine oberflächliche Sichtung des Sachverhalts mit Hilfe von Tante Gu spricht für diese Annahme), wäre das eine ziemliche Steilvorlage.
    .
    Aber was damit anfangen? Ich versuche, mich da von einer anderen Seite anzunähern. Ich habe als Student einerseits gegen die Volkzählung und den drohenden Überwachungsstaat protestiert, fand aber anderseits nichts dabei, bei der Forschungsgruppe Wahlen Leute anzurufen und nach ihrer Wahlabsicht und Parteipräferenz zu fragen und die Antworten zunächst in Fragebogen und später in einem Computerprogramm festzuhalten. Die Grundlage dieses Forschungszweigs ist die verlässliche Zusicherung von Anonymität (und auch die Wahrung des Wahlgeheimnisses). Niemand hätte ernsthafte Sanktionen zu befürchten gehabt, der sich uns gegenüber offen und namentlich zu einer demokratischen Partei bekannt hätte. Trotzdem wollten die Leute das nicht für jeden nachvollziehbar gespeichert wissen, welche Partei sie wählen würden, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre. Und das hatte man dann auch verdammt nochmal zu respektieren und nicht zu fragen, also worin genau besteht denn nur Ihr vermeintliches Schutzinteresse? Oder gar: Was stellen Sie sich so an, wir sind doch alle nackig?
    .
    Der Staat auf der anderen Seite des eisernen Vorhang hatte da ein anderes Verständnis, da konnten gar nicht genug Befindlichkeitsprotokolle über die Bevölkerung erstellt werden, da mussten sogar getragene Unterhosen gesammelt und gelagert werden, um möglichst von jedem eine Duftspur zu haben, auf die man wenns drauf ankommt Spürhunde ansetzen kann. Da waren Datensparsamkeit und Datenvermeidung, wie es hierzulande von Datenschützern immer wieder gefordert wird, überhaupt kein Thema. Und das meinte ich weiter oben mit unterschiedlicher Sozialisation (ohne das hier moralisch werten zu wollen).

  54. @ThorHa: „aber ich wäre...
    @ThorHa: „aber ich wäre bspw. nicht bereit, mit Pseudonymen an einem gemeinsamen (politischen) Projekt zu arbeiten“ ganz egal ob geschäftlich, politisch oder schöngeistig, wenn es ein Projekt werden soll – also irgendwann „auf dem Platz“ stattfinden muß – dann muß man sich selbstverständlich gegenseitig vorstellen (noch besser: treffen) und seine Details und Ernsthaftigkeiten vorbringen. Anders läuft das nicht. Nie. Sonst Totgeburt von Anfang an.
    @MarcoSdN: mir geht es recht ähnlich wie Ihnen mit den beiden Polen „Anonymität“ und „Pseudonym/nom de lettre“. Jetzt mal abgesehen von den Pöblern und Quatschköpfen, die sich an nicht für sie vorgesehenen Orten austoben – ein aus dem Usenet bekanntes Problem, das verständlicherweise dem neu entstehenden Genre „Online-Zeitungen“ schwer zu schaffen macht.
    Der nom de lettre schafft eine Grauzone, wie Einkaufen in irgendeinem Laden in der Stadt mit Bargeld. Dabei bringt man auch nicht seine ganze Identität mit, sondern redet allenfalls mit dem Verkäufer über das, was man will und braucht. Ich denke nicht, daß man mit einem nom de lettre unbedingt eine Kunstfigur erschafft (kann man natürlich auch, wenn man will), eher sehe ich es vergleichbar mit Kneipen- oder Cafégesprächen in der Stadt, wo man Leute zwar vielleicht vom Gesicht her kennt und gerne mit ihnen mal ein tiefschürfendes Gespräch führt, aber deswegen trotzdem kein Interesse daran hat, zu wissen, wo sie wohnen, denn was anders als mit ihnen an diesem Ort sprechen will man ja nicht, und dazu reicht die Bekanntschaft per Gesicht. Das sind ja schließlich keine persönlichen, auf gegenseitige Verpflichtung beruhenden Freundschaften, sondern höchstens Bekannt-, zu Beginn noch Unbekanntschaften, die aber trotzdem (und oft gerade deswegen, weil auch mal aus dem Nähkästchen geplaudert wird) ihren Wert haben.

  55. Und überhaupt, das...
    Und überhaupt, das Großexperiment mit Klarnamen ist ja durch Facebook durchaus real vorhanden. Nur halte ich das für eine dumpfe Vergröberung von Öffentlichkeit, eine Art Dorfinzest. Was habe ich es als Jugendliche gehaßt, vor allem als Sippenmitglied wahrgenommen zu werden. Daß meine Äußerung als richtig, falsch, passend oder unpassend wahrgenommen werde, das ist mein Begehr, wenn ich einen nom de lettre verwende. Und nicht zuvörderst beschnüffelt wird als „kommt von Dingsda“.

  56. Und noch was.
    Es wird ja...

    Und noch was.
    Es wird ja manchmal gesagt, hier im Internet bzw. in Blogs würden „Bekenntnisse“ abgegeben.
    Ich bin früher viel getrampt (insgesamt sicher über 10.000 km in Europa). Kaum je nannte man sich beim Namen. Aber die Lebensgeschichten, die ich da zu hören bekam, die hätte man gegenüber Nachbarn, Chefs und Familienmitgliedern so gewiß nicht erzählt.
    Ich würde das nicht als Bekenntnis ansehen. In manchem ist es eine Reflexionform, und eine Art, sein Leben in eine Reihe zu bekommen. Die einem gegenüber persönlich Bekannten verwehrt ist.

  57. @colorcraze: Facebook ist...
    @colorcraze: Facebook ist nicht nur eine dumpfe Vergröberung von Öffentlichkeit, ich betrachte diese Plattform auch zunehmend als Internet-Streichelzoo für allerlei Getier, dem es da draußen in der freien Web-Wildbahn irgendwie zu wild zugeht. Oder nennen wirs meinetwegen betreutes Wohnen, wo der Komfort immer auch eine Komponente von Bevormundung hat. Mein Verhältnis dazu ist zwiespältig, um das mindeste zu sagen.
    .
    Blogs als Reflexionsform – ja, da habe ich etliche Beispiele vor Augen, die sehr gut in diee Kategorie passen. Würde ich für meine gebloggte Banalitätensammlung so zwar nicht in Anspruch nehmen, da gilt eher das Motto des früheren Disney-Chefs Michael Eisner: „Wir retten hier nicht die Welt, wir machen Familienunterhaltung.“

  58. Die causa ist in doppelter...
    Die causa ist in doppelter Hinsicht lehrreich, bietet doch das Pseudonym ja auch einem ehemaligen IM die Möglichkeit, seine Auffassungen zu vertreten, ohne Belastung durch die zugegebenermaßen nun schon eine Weile zurückliegende Vergangenheit. Dagegen habe ich nichts einzuwenden. Es lag mir eigentlich mehr daran, dies unter Beweis zu stellen…

  59. @MarcoSdN: Streichelzoo, hihi....
    @MarcoSdN: Streichelzoo, hihi. Naja, so bissel AOLig wirds wahrscheinlich schon sein – ich weiß es ja nicht. Jedesmal, wenn mir wer von dort eine Nachricht schickt und ich draufklicke, glotzt mich der Login an. Und jedesmal denke ich: nein, IHR bekommt meine Mailadresse NICHT, ihr Kontaktesauger.

  60. Specialmarke
    ".... wer gegen...

    Specialmarke
    „…. wer gegen den Einsatz von genmanipulierten Nutzpflanzen ist, muß sehr vorsichtig sein, daß er den Vorhof bestimmter Firmen nicht betritt. “
    .
    Klar. Der wird doch von sich aus eh z. B. den Vorhof und die heiligen Hallen von Monsanto nicht für seine Karriere ins Auge fassen. Also a bissi mehr innere Konsequenz erwarte ich schon von Leuten, die sich gegen Gen-Pflanzen artikulieren. Vieleicht bin ich da aber zu hart.
    .
    Mir würde es auch gefallen, wenn Unternehmer sich häufiger mit ihrem Klarnamen im Netz äußerten. Wer kann ihnen schon wehtun, woher droht Gefahr? Alles richtet sich doch nach den Unternehmern aus, auch die Politik (leider). Einzig Politiker mitsamt angehängter Ministerialbürokratie vielleicht, die gewissen Unternehmern bei Unbotmäßigkeit ein paar nette Subventionen streichen würden. Aber da gibt es doch gewiss einige Möglichkeiten, diese wieder gefügig …
    .
    Egal, ich respektiere den Wunsch nach eigener Anonymität im Netz. Wer sich damit wohler fühlt, gern geschehen.
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    Es wäre trotzdem schön, wenn mehr Leute das sagen könnten, was sie denken (ich meine nicht: herumpöbeln), ohne gleich ihre Existenz zu verlieren.
    Anscheinend haben wir zwar auf dem Papier eine Demokratie, aber nicht in echt. Einziger Unterschied zum Mittelalter: Früher wurde man für unbotmäßige Meinungen gehenkt, jetzt kriegt man „nur“ keinen Job mehr. Die Konsequenz kann für Menschen, die sich stark mit Arbeit identifizieren, die gleiche sein: Siechtum und ein (gesellschaftliches) Todesurteil.

  61. "Anscheinend haben wir zwar...
    „Anscheinend haben wir zwar auf dem Papier eine Demokratie, aber nicht in echt. Einziger Unterschied zum Mittelalter: Früher wurde man für unbotmäßige Meinungen gehenkt, jetzt kriegt man „nur“ keinen Job mehr.“

    Ich will das nicht pauschal „falsch“ nennen. Aber mir fehlt für die jobmässige Abstrafung einer dezidierten Meinungsäusserung wirklich jeder Beleg. Ich halte es für denkbar, dass jemand, der bspw. den Sozialismus in Deutschland einfähren möchte, Schwierigkeiten hat, einen Managementjob in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen zu bekommen. Wie gesagt, denkbar. Kleine (private) Umfrage unter Führungskräften in meiner (grossen) Firma: Wer macht sich überhaupt die Mühe, im Netz nach Spuren eines Kandidaten zu suchen? Die Antwort war schallendes Gelächter und die erstaunte Gegenfrage, warum man sich derart (überflüssige) Mühe machen solllte. Das ist sicher nicht repräsentativ, aber es relativiert die veröffentlichten Ängste nicht unerheblich.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  62. @ThorHa: Ich sehe das Problem...
    @ThorHa: Ich sehe das Problem ehrlich gesagt auch nicht so recht (ebensowenig wie das vielzitierte Beispiel von Party-Fotos, über die Personaler stolpern könnten).
    .
    Und wie schon weiter oben angemerkt: Anonymität hat für mich nicht den Status einer heiligen Kuh, so ein Lästerportal mit IP-Verschleierung könnte man wegen mir lieber heute als morgen vom Netz nehmen, wenn der Missbrauch so eklatant ist. Es steht im Rahmen der technischen Möglichkeiten auch Blogbetreibern frei, nur noch Klarnamen-Kommentare zuzulassen und andere Benutzernamen nur mit damit verknüpfter URL (die Bookmark mit dem Beispiel habe ich grad auf dem anderen Rechner, kann ich bei Interesse nachliefern).
    .
    Wie geagt, ich finde die Diskussionskultur in den heise-Foren auch unterirdisch, aber wenn die Leute dort ihren Spaß haben, wüßte ich nicht, warum es zum Schutz der Allgemeinheit notwendig sein sollte, dass da die Behörden generalpräventiv einschreiten. Ich finde zum Beispiel auch das Fan-Geblöke in Fußballstadien grauenhaft und unzivilisiert, Hooligan-Randale im Umfeld von Fußballspielen völlig indiskutabel, aber deswegen verbietet man ja nicht gleich den ganzen Bundesliga-Fußball.

  63. Ängste, lieber ThorHa,
    haben...

    Ängste, lieber ThorHa,
    haben die Angewohnheit, keiner Belege zu bedürfen. Sie sind trotzdem da, wie blöd.
    .
    Auch das große Bedürfnis nach Anonymität im Netz wird häufig mit vernünftig scheinenden Argumenten belegt. Länger betrachtet erweist sich diese ebenfalls oft als Angstargumente („ohne Belege“).
    .
    Eine Ausnahme und ehernes Argument pro Anonymität ist vor der Wahlurne. Eine demokratische Wahl MUSS geheim sein. Der Grund ist hoffentlich allen Offenheits-Apologeten klar. Man darf auch nicht gezwungen werden, in der Öffentlichkeit seine politische Gesinnung darzulegen. Der Grund ist auch hoffentlich klar. (Außer wenn man in der Friedrich-Ebert-Stiftung arbeiten will empfiehlt sich schon das passende Parteibuch und bei Karrierewünschen in Parteien sowieso.)
    .
    Ich bin mit recht wenig Angstbereitschaft ausgestattet, würde jedoch niemals, weder im Netz noch im echten Leben irgendwelchen Leuten meine politische Gesinnung erzählen. Wozu? Damit sie mir irgendwo Schwierigkeiten machen können, wo ich nicht mehr weiß, wo sie herkommen? Bitte nicht.
    Solche Geschichte hatten wir schon mal und sie endete ungut. Also Politik: ja, da ist Anonymität für eine Demokratie wichtig. Sogar institutionell (GG) verankert.
    .
    Aber wozu brauche ich Anonymität, um zu erzählen, dass ich heute früh
    – erst getwittert
    – dann Kaffee getrunken
    – und dann getwittert habe, dass ich Kaffee getrunken habe.
    Also die brauche ich nicht, nicht dafür.
    .
    Aber wenn Facebook von mir Klarnamen will, dann kriegt es eben die meiner Katzen (sie haben Vor- und Zunamen, so bin ich halt als Katzenexzentriker). Ich mag auch einfach nicht das tun, was mir einer wie Zockerberg erzählt, dass ich tun soll. Dann werde ich plötzlich superhellhörig und Schluss is mit Offenheit meinerseits. Facebook traue ich weniger über den Weg als einer meiner schwatzhaftesten Tanten. Und da vertraue ich meinem guten Instinkt gegenüber Massen-Aggregaten.

  64. Die Kommentarfunktion der...
    Die Kommentarfunktion der Online-Medien ist ein lustiger Zeitvertreib und mitunter gaukeln sie auch sowas wie Meinungsfreiheit vor. Tatsächlich unterliegen die Komentare einer gnadenlosen Auslese und wiederspiegeln nicht das tatsächliche Meinungsbild der Leserschaft, sondern das, was das jeweilige Medium gern vermitteln möchte.

  65. "Aber mir fehlt für die...
    „Aber mir fehlt für die jobmässige Abstrafung einer dezidierten Meinungsäusserung wirklich jeder Beleg.“
    Könnte ich Ihnen liefern, wenn ich wollte. Solange man sich im Mainstream bewegt, ist alles in Ordnung. Bewegt man sich an den Rändern, ist das anders. Da muss man nicht mal gegen Recht und Gesetz verstossen – und die Justiz (Arbeitsgericht) macht ohne Probleme mit.
    Denken Sie nicht, dass allen anderen immer völlig egal ist, was jemand anderes im Netz äußert. Rufmord, Kampagnen und Sie bekommen nie mehr einen Fuß auf den Boden. Google sei Dank!

  66. Ähm ja, XING.
    Ganz vergessen....

    Ähm ja, XING.
    Ganz vergessen.
    Datenkrake und Petzenkönigreich XING mit den tollen Klarnamen…
    Regt mich auch immer mehr auf.
    .
    Bin zwar drin. Mea gulp… War immer stolz auf mein schönes, sorgfältig angelegtes Profil. Welches dann seit Jahren keine Sau liest – wie erklärt es sich sonst außer mit Analphabetismus, dass Esoteriker, NLP-Fritzen und Finanzspinner bei mir aufschlagen und von mir „Design“ aka paintin‘ lipstick on a pig wollen, schleichts euch!
    .
    Bringt nix bei XING zu sein, hat noch nie was gebracht. Außer der Erfahrung, dass Analphabetismus weiter verbreitet ist als von der Bundesregierung angenommen, seltsame Kontaktanfragen der Dritten MLM-Art und wachsendes Spamaufkommen in meinem Outkook. Die Kommentare in den XING-Foren werden immer unterirdischer, narzisstischer, zickiger, moderiert wird nicht. Die sogenannten „Moderatoren“ hoffen auf Geschäfte mittels pausenlos rausgehämmerten sinnbefreiten „Newslettern“, können aber das Wort „Moderation“ nicht einmal schreiben. Zwischen den Beiträgen oder – neue Mode – als Hauptthread (!) kommen immer mehr dreiste Arme-Leute-Werbeeinblendungen von Berater-Gimpeln, die sich keine echte, professionellere, dezentere Werbung leisten können.
    .
    Und solchen Aggregaten soll ich weiterhin meinen Klarnamen geben? Nicht dafür.

  67. Hallo!

    Die Debatten um...
    Hallo!
    Die Debatten um Anonymität im Internet sind meiner Meinung nach immer sehr stark davon geprägt, dass wir Menschen noch nicht so recht wissen, wie wir das neue Medium bewerten sollen.
    Wenn ich an einer Diskussionsveranstaltung im Rathaus teilnehme, benötige ich dafür auch kein Namensschild – viele würde es befremden, wenn man das forderte. Genausowenig macht man einen Wirt für das verantwortlich, was an seinen Tischen gesagt wird. Mein Lieblingsbeispiel ist immer die (zu Recht!) im Grundgesetz besonders geschützte Post: Ich darf anonym Briefe verschicken. Das wird insbesondere auch von Erpressern oder Morddrohern genutzt, auch Bomben gibt es manchmal mit dem Paketlieferdienst. Niemand – nicht einmal der strikteste Law-and-Order-Politiker – fordert deswegen die Abschaffung der Briefkästen oder eine Ausweispflicht beim Versand von Briefen. Im Internet ist dann plötzlich alles anders: Hier öffne die Anonymität Kriminellen und Terroristen Tür und Tor, heißt es dann; Klarnamenzwang verhindere Pöbeleien, Forenbesitzer sollen laut manchem Vorschlag jeden Beitrag vor der Veröffentlichung prüfen, statt sie nur später zu löschen (man stelle sich das vor: Der Wirt genehmigt jeden ihrer Sätze, bevor sie ihn sagen, anstatt nach ihrer Pöbelei einfach auf die Straße zu setzen); anonyme E-Mail-Adressen will mancher verbieten.
    Wer Klarnamenzwang fordert, will doch eigentlich das Instrument der sozialen Kontrolle ins Internet übertragen – das nämlich jemand, dessen Meinung vom Mainstream abweicht (sei der Zeitgeist gerade links oder rechts, pro oder gegen Atomkraft, …), lieber schweigt. Völlig verquere Meinungsäußerer trifft man auch im echten Leben – dort schreckt es die meisten auch nicht ab, dass man weiß, wer sie sind.
    Wenn durch die Anonymität und Einfachheit des Internets nun mal auch Menschen ihre Meinung äußern, die vielleicht nicht im gehobenen Diskurs zu Hause sind, ist es doch eigentlich zu begrüßen. Man sollte sich dann eher fragen, wie man gegen das Unwissen angeht; ein Bekannter meinte neulich auch wieder zu mir, dass „wegen Japan ja jetzt das Ozonloch sicherlich größer würde wegen der Strahlung“.
    Mit Demokratie hat das Ganze allerdings meiner Meinung nach wenig zu tun. Im Internet gewinnt meist der oder die, die oder der am lautesten schreit; aber das wäre bei bundesweiten Volksentscheiden vermutlich auch so (die laut Studien meist von der Seite gewonnen werden, die mehr Geld in die Wahlwerbung gesteckt hat).

  68. Nun gibt es neben dem...
    Nun gibt es neben dem Bürger-Kommentariat ja auch das „Kommentariat der bezahlten Berufsschreiber“. Ein bequemes Feigenblatt, hinter dem die Redaktionen so gerne ihre Lobby-Kundschaft verbergen und als vorgeblich „persönliche“ Meinung ihrer Zunftmitglieder kaschieren.
    Ein unappetitliches Beispiel finden Sie heute Morgen auf SPON:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,752683,00.html
    .
    Ein ordinärer Angriff auf die Franzosen als letztes deutsches Volkssturm-Argument, mit dem die geistesgestörte preussische Regierung verteidigt werden soll…?
    .
    Es wäre ein Kinderspiel, die billige Polemik von der ersten bis zur letzten Zeile in die Gegenrichtung umzuschreiben. Aber dafür ist mir die Zeit zu schade; zumal der schlafmützige Deutsche Michel inzwischen alphabetisiert ist und für klassischen französischen Klartext keine Übersetzung mehr benötigt …
    http://www.youtube.com/watch?v=SIxOl1EraXA
    Am allerwenigsten aus dem Spiegel-„Bild“ der letzten deutschen Schnarchnasen.
    .
    Bin nur neugierig, wann die Verlegerwitwe aus Gütersloh dem Spiegel auch die fetten Grossbuchstaben der Hamburger Freundin Friede verordnen wird. Den dummdreisten Lehrstoff aus der Göbbels-Schule hat der Spiegel ja schon brav übernommen.
    Soll heissen: Ein Bürger-Kommentar ist zumindest eine ehrliche Meinung, die man teilen kann oder auch nicht. Ein Berufsschreiber-Kommentar ist dagegen ein Feigenblatt unter dem Markenzeichen eines kommerziellen Mediums – oder altdeutsch „Propaganda“.

  69. Habe jetzt doch nicht jeden...
    Habe jetzt doch nicht jeden Kommentar gelesen. Eingangs nur soviel: Auch der vollständige Name kann (wie in meinem Fall) so gut wie ein nicht Psedonym sein ;-)
    Mich beschäftigt eine andere Frage: Wir wollen als KCID (= Koordinierungsrat für den christlich-islamischen Dialog, vgl. http://www.kcid.de) einen Blog aufmachen (mit diesem Satz habe ich mein Pseudonym aufgegeben). Und es gibt selbst auf Blogs so honoriger Betreiber wie http://www.evangelisch.de einen Haufen von ich möchte sie höflich als „Schmierfinken“ benennen, die einem das Lesen leidig machen. Ich habe keine Lust in einem blog erst mal die Schmierfinken anlesen zu müssen, um mich dann zu den relevanten durchzukämpfen.
    Die Meinungsfreiheit heißt ja Meinungsfreiheit, weil ich meine eigene Meinung haben kann, aber warum muss ich sie an so viele weitergeben? M.E. geht es nicht ohne eine klare an Kriterien orientierte redaktionelle Durchsicht jedes(!!!) postings. Aber wie kann ich die Redaktion entlasten? Wie kann ich mit Zweifelsfällen umgehen?
    – „Zeitungen veröffentlichen nur ausgewählte Leserbriefe, warum nicht auch blogs.“ Na, dann kommt keine Diskussion zustande. Einzelne Beiträge müßte man aber wirklich einfach löschen.
    – „Jeder Beitrag wird erst redaktionell geprüft.“ Soll ich 24 Stunden vor dem blog sitzen, und auf das nächste posting zu warten, um es dann zu filtern oder durchzuschleusen? Und wenn ich das nicht mache verhindere ich quasi Chat-Situationen.
    – „Ich lösche oder redigiere Beiträge im Nachhinein.“ Dann wird meine Redaktion völlig gläsern und ich mache mich extrem angreifbar.
    – „Mir sind die Inhalte egal.“ Dann betreibe ich tendentiell eine Mülltonne, aber keinen anspruchsvollen blog, der an der Sache Interessierte anlockt. Das ist beim Thema christlich-islamischer Dialog nicht die Lösung.
    – „Jeder Beitrag geht sofort online, wird aber redaktionell im Nachhinein markiert, d.h. hier öffentlich bewertet: ‚Führt die Diskussion weiter‘; ‚Ist irrelevant‘; ‚verstößt gegen den guten Geschmack‘; ‚wurde von der Redaktion gelöscht‘ “ Macht auch Arbeit, aber nur 1x am Tag. Die Bewertungsmöglichkeit bei den FAZ-Kommentaren zu Artikeln halte ich für Quatsch, da de facto keine Abstufungen mehr vorkommen und die Vorgabe eines Unterscheidungskriteriums schlecht < -> gut auch nicht viel bringt.
    – „Jeder blogger erscheint mit einem Phantasie- oder-sonstwie-Namen, aber er hat gegenüber der Redaktion seine Identität mit vollem (wie auch immer überprüfbaren) Namen, Adresse, Mail oder was preiszugeben.“ Ja, auf diesem Trip bin ich schon!
    Ich habe nur noch Angst vor der vielen Arbeit, redaktionell alles durchsehen zu müssen, selbst wenn man es sich in einer Redaktionsgruppe aufteilt.
    Gruss JMy

  70. Eine Online-Gesellschaft, die...
    Eine Online-Gesellschaft, die nicht mit einer kleinen Querkopp-Gesellschaft
    und deren Ergüsse leben kann vor German Angst, die Kommentar-Pisser könnten ihr eigenes elitäres Blogger-Kommentar-Eichenlaub zum Verwelken und Abfallen bringen, die ist hier erstaunlich schnell zur Hand, bedrohlich diktatorisch mit der Zensur-Keule herum zu schwingen.
    Mit dem germanen-barbarischen Schlachtruf, stopft den Querulanten das
    Maul bzw. verpasst den Dummpfbacken einen Maulkorb.
    Querulanten, das war schon das Totschlagswort der Kristallnacht-Aktivisten
    in den schwarzen Block(blogger)wart-Hemden, die mit Zensur- und
    Maulkorb-Ersatz-Keulen sämtliche ihnen unangenehm erscheinenden Zeitgenossen den Querkopf zur allein zulässigen elitären Meinungs-Anpassung zurecht zu trimmen.

  71. @Vroni 10 Uhr 44: "Aber wozu...
    @Vroni 10 Uhr 44: „Aber wozu brauche ich Anonymität, um zu erzählen, dass ich heute früh
    – erst getwittert
    – dann Kaffee getrunken
    – und dann getwittert habe, dass ich Kaffee getrunken habe.
    Also die brauche ich nicht, nicht dafür. “
    .
    Tja, dass ich die Gründe dafür nicht nachvollziehen kann, heißt doch nicht, dass sie deswegen schlecht sein müssen. Letztlich ist das doch genauso irrational, wie sich auf Facebook mit dem Namen seiner Miez anzumelden. Die Möglichkeit, im Internet Dinge ohne Klarnamen loszuwerden, ist da, sie wird genutzt, und ja, sie wird z.T. auch missbraucht, aber soweit ich das hier und heute überschaue, ist das auch kein Problem von derart gigantischem Ausmaß, dass man da politisch und behördlich generalpräventiv einschreiten müsste, wie es Herr Pawliczak befürwortet. Den Instinkt gegenüber Massen-Aggregaten, den hat man, oder man hat ihn eben nicht. Manche haben ihn vielleicht beim kollektiven K*ckw*rst-Pressen in der Kita aberzogen bekommen oder erst später im VEB H & G, keine Ahnung. (Ach ja, Xing, da wär mal wieder ein Thema für sich, aber ich bin nicht drin und kann da auch nicht so recht mitreden).
    .
    @jtbo: Eben.
    .
    @Fomalhaut: Dazu hab ich ein schönes Beispiel gesehen:
    http://www.rainersche-post.de/duesseldorf/rp-onkelbach-erfindet-volkes-stimme.php

  72. @Fomalhaut: Den besten Beweis...
    @Fomalhaut: Den besten Beweis für Ihre These liefert die Praxis bei WELT.
    Dort kann jeder „absenden“, was er will. Bestätigen Sie die WELT-Meinung, wird Ihr Kommentar dankbar veröffentlicht. Führen Sie aber die WELT-Meinung ad absurdum, werden Sie Ihren Beitrag nie wiedersehen.
    .
    Nicht ganz so plump, aber dafür perfide, wird bei der ZEIT zensiert; und im Grunde bei allen deutschen Zeitungsforen.
    Ich habe dieses Versteckspiel eine kurze Zeit mitgemacht, dann aber schnell die Lust an der ZEITverschwendung verloren.

  73. Anbei also auch mal meine...
    Anbei also auch mal meine Senfspende. Gerade ist ein Lunch ausgefallen und bei einem Kaffee ging so ein richtig schönes Schmunzeln über die Lippen bei der Lektüre.
    Pseudonymisierte Kommentare auf FAZ.NET sind für mich die „Bilderberg-Konferenzen des kleinen Mannes“: Sich einfach ein paar Minuten zurücklehnen und zu aktuellen Vorgängen ein paar Worte sagen, mal Tacheles zu reden ohne gleich befürchten zu müssen, das bei der Verwendung von Klarnamen einem gleich die Konkurrenz oder die Presse einen fachgerecht seziert und man bei einer der Obrigkeit mißliebigen Meinung gleich irgendwelche Folgen zu befürchten hätte. Deswegen gleich trollmäßig herumzuholzen ist doch unzivilisiert und barbarisch.
    Was SPON angeht, davon habe ich mich schon seit Jahren verabschiedet und zwar genau aus den von Settembrini ausgeführten Gründen: Weil der Blutdruck (nicht nur bei Wirtschafts- und Sozialthemen) sofort steigt, liest man mehr als die sysop-Nachricht. Ansonsten zuweilen ein subtiles Amüsemang, wundert man sich doch ein wenig, ob Darwin beim Lesen heute noch so seine Thesen zur Evolution formuliert hätte.
    Interessant wäre auf jeden Fall für Sozialforscher, die Korrelation zwischen Intelligenzquotient, Bildung, politischer Zugehörigkeit und dem Blog- sowie Kommentarverhalten zu untersuchen. Da würden einem sicherlich die Schuppen von den Augen fallen. Erste Ansätze sieht man ja schon bei Settembrini, das da was im Argen liegt…

  74. @Tillmann: Obwohl: Weiß mans,...
    @Tillmann: Obwohl: Weiß mans, ob da tatsächlich Volkes Stimme spricht oder eine astrogeturfte Sockenpuppe? Dieser Tage irgendwo gelesen, das die US Air Force eine Software zum Aufsetzen von Fake-Accounts erwoben habe, und in meinem Privatblog hatte ich mal eine Invasion von unprofessionell vorgehenden PR-geteuerten Kommentatoren. Wir müssen nicht nur den Medien gegenüber misstrauisch ein, sondern ebensosehr der vermeintlichen Stimme des Volkes (siehe das Beispiel mit den Kommentaren in der Rheinischen Post).

  75. @JürgenMeier: ja klar, die...
    @JürgenMeier: ja klar, die redaktionelle Prüfung von Blog- oder Forenbeiträgen macht Arbeit! Und es ist eben die Kunst der Moderation, das Fingerspitzengefühl zu entwickeln, was ein kontroverser oder provozierender, aber weiterführender Beitrag ist, und was in die Tonne gehört. Und selbstverständlich muß die Freischaltung tendenziell 24/7 besetzt sein, denn sonst kommt keine Diskussion zustande. Denn manchmal wird die innert Minuten „heiß“, und wenn man dann nicht ganz schnell freischaltet, sind die guten Gedankenblitze verloren. Im Netz schreibt man schneller, partialer, und zu anderen Zeiten als per Post. Das ist eine eigene Qualität, die abbügeln zu wollen, führt zu nichts.

  76. @Marco Settembrini di Novetre:...
    @Marco Settembrini di Novetre: Ganz Ihrer Meinung, was die Sockenpuppen des PR-Gewerbes betrifft. Das war bei der E10-Biosprit-Debatte auf SPON zu beobachten. Während die SPON-Redaktion heuchlerisch die zornigen Bürger vertreten hat, tauchte im SPON-Forum ein hartnäckiger Pro-E10-Kommentator auf, der erst seit zwei Tagen registriert war und in diesen zwei Tagen über 80 (achtzig!) Gegenbeiträge plaziert hat.
    Ich habe die SPON-„Moderation“ auf den Sachverhalt hingewiesen. Mein Hinweis wurde erst gar nicht veröffentlicht, aber die Sockenpuppe durfte weiter wüten. Worauf ich das SPON-Abo ernüchtert gekündigt habe…

  77. @MarcoSdN: was mich mal mehr...
    @MarcoSdN: was mich mal mehr technisch interessieren würde, wenn nun so ein Sturm an Astroturf aufläuft, wie wehrt man den als Moderator am besten ab, ohne daß man erstickt wird davon und die relevanten Beiträge übersieht? Ist die Freischaltadministrationsoberfläche da ausreichend, oder bräuchte man Sortierfunktionen, für die man ad-hoc-Regeln einrichten kann – so eine Art Spamfilter?

  78. "Tatsächlich unterliegen die...
    „Tatsächlich unterliegen die Komentare einer gnadenlosen Auslese und wiederspiegeln nicht das tatsächliche Meinungsbild der Leserschaft,“

    Den Blödsinn habe ich genau solange geglaubt, bis ich zeitweise Kontakt zu einem aktiven Blogmoderator hatte. Der hat mir gezeigt, was er aussortiert. In fast allen Fällen konnte ich nur nicken, aussortiert wurde grob vereinfacht „Alles Verbrecher ausser Mutti“. Mag ja sein, dass das „Volkes Stimme“ ist – ich möchte dann allerdings bitte nicht mehr zu „Volk“ gezählt werden. Wer Unterstellungen und Verleumdungen bis hin zum unbewiesenen und unbelegten Unterschieben krimineller Handlungen für eine Meinungsäusserung hält, soll die bitte bei sich zu Hause auf dem Klo machen. Da gehört sie hin.

  79. @Querdenk 24. März 2011,...
    @Querdenk 24. März 2011, 10:45

    Godwins law – you win …

  80. @Vroni:
    "Ähm ja,...

    @Vroni:
    „Ähm ja, XING.“

    Was machen Sie auch bei Deutschlands grösstem als „Business“ getarnten Baggerportal :-))))))?

  81. @JürgenMeyer: Auf der...
    @JürgenMeyer: Auf der sicheren Seite ist man – gerade bei so einem Thema, das auch für manche Kontroverse gut ist – nur mit einer Freischaltung. Ob 24/7-Bereitschaft wirklich Not tut, kann ich von außen schwer beurteilen. Wir hier haben keine festen Zeiten und keinen Bereitchaftsdienst, da gilt das abgewandelte bekannte Motto: Nachts nach eins macht jeder seins. ;-) Erfahrungsgemäß lässt die Kommentarbereitschaft zur Geisterstunde schon stark nach, und wer danach noch postet, muss sich halt gedulden bi zum nächten Morgen, ich halte das für zumutbar, und soweit ich es ehen kann hat das der Diskussionskultur auch nicht geschadet.

  82. @Tillmann(SPON, E10):...
    @Tillmann(SPON, E10): interessante Beobachtung. Ich kenne solche Wellenmacher aus dem Usenet; sofern sie unter einem Account oder einer Adresse schreiben, filtert man sie leicht weg. Schlimmer sind die, die sich ständig neue Accounts/Adressen zulegen und ihren Müll immer anders absetzen (man erkennt sie trotzdem wieder an ihrem gleichbleibenden Duktus; aber dazu muß man sie leider *ächz* erst lesen).

  83. @Mythmaker:
    "Könnte ich Ihnen...

    @Mythmaker:
    „Könnte ich Ihnen liefern, wenn ich wollte.“

    Glaube ich nicht. Um die Bedingung noch einmal klar zu stellen: Eine Meinungsäusserung setzt unabdingbar voraus, nicht zu Straftaten aufzurufen und nicht jemanden anderen ohne Belege als „Kinderschänder“ zu bezeichnen – bei solchen „Meinungsäusserungen“ sind Sanktionen vollkommen okay. Wenn Sie jetzt so freundlich sein wollen?

  84. Was mich an den...
    Was mich an den Meinungsäußerungen zur Meinungsfreiheit immer so erschreckt, ist dieses billige Märtyrertum. Viele Menschen fühlen sich inzwischen (oder war das schon immer so?) in ihrer Meinungsfreiheit eingeschränkt, wenn man ihnen widerspricht.
    .
    „Morgen wird die Sonne nicht wieder aufgehen.“
    „Ich glaube schon, dass morgen die Sonne wieder aufgehen wird.“
    „Sie lassen meine Meinung nicht zu!“
    .
    Das ist jetzt überspitzt, habe ich in ähnlicher Form aber bereits erlebt.
    .
    Aber was wundert’s – in unserem Land kann man ja ein Buch herausbringen, das millionenfach verkauft wird, von zwei der Printleitmedien in seinen Thesen unterstützt werden und danach immer noch behaupten, es gäbe keine Meinungsfreiheit bzw. diese sei akut in Gefahr.
    .
    Das Recht auf Anonymität sollte man nicht – aber das behauptet ja hier auch niemand – mit dem Recht verwechseln, andere straf- oder widerspruchsfrei zu beleidigen oder zu verleumden. Diskussionen, ob ein Kommentar wie „Ist Herr XY vielleicht ein Kinderschänder?“ eine harmlose Frage oder eine absichtliche Verleumdung ist, wird es immer geben – meiner Meinung nach eindeutig das Zweite. Damit gehört es – auch im Zweifelsfall – gestrichen.
    .
    Mal abgesehen davon, dass jeder seinen eigenen Blog und sein eigenes Forum aufmachen kann. Ich dulde auch keine Gäste in meiner Wohnung, die den Selbstmord eines Polizisten mit den Worten „Ein Idiot weniger“ kommentieren. Unterdrücke ich dadurch etwa die Meinungsfreiheit?

  85. "Was machen Sie auch bei...
    „Was machen Sie auch bei Deutschlands grösstem als „Business“ getarnten Baggerportal :-))))))?“
    .
    ThorHa, des frag ich mich auch schon länger.
    Stimme der DDR: Ich will hier raus!!
    Aber find‘ keine Möglichkeit, mein Profil zu löschen.
    (Ich weiß, sie wollen auf dem Papier möglichst hohe Account-Zahlen haben)

  86. @JürgenMeyer
    ...
    Ich war nur...

    @JürgenMeyer

    Ich war nur für wenige Wochen selbst Moderator. Aber aus meiner langjährigen Beobachtung im Netz schlicht einige Empfehlungen:
    1) Kein Beitrag kommt ohne Freischaltung durch
    2) Regeln für Zulassung/Nichtzulassung klar und einfach erläutern (als Dauereintrag z.B. in einer FAQ)
    3) Wenn 1 nicht 24/ zu realisieren ist, dann b leiben beiträge halt solange liegen, bis jemand sie wieder freischalten kann. Dabei ist nur dauerhaft zu gewährleisten, dass Beiträge NICHT eine Woche lang liegenbleiben, sonst verlieren User die Lust
    4) Nach einiger Zeit kristallisieren sich „zuverlässige“, sprich pöbelfrei schreibende, User heraus. Deren beiträge kann man (je nach Forensoftware) auch automatisch passieren lassen
    5) Niemals, aus keinem Anlass, nirgendwo eine Entscheidung zum Nichtzulassen (oder Redigieren) eines Beitrages diskutieren. Es gibt keine unangreifbaren Entscheidungen, also ist es besser, sich auf die fruchtlose Endlosdiskussion gar nicht erst einzulassen
    6) Gegen die Registrierung von Foristen beim Forumsbetreiber spricht nichts, es ist aus meiner Sicht der wohl besterreichbare Kompromiss zwischen der von vielen gewünschten Anonymität und Klarnamenzwang

  87. @colorcraze: Hier habe ich...
    @colorcraze: Hier habe ich keine andere andere Möglichkeit, als mich durch die Kommentarliste zu lesen und jeweil auf „edit“, „publish“ oder „delete“ zu klicken. Auf meinem Privatblog hingegen erscheint per default erst mal alles, und im Zweifelsfall mu ich ex post einchreiten. Ich hab das damals auf meinem Privatblog laufen lassen, weil es mich (z.T. auch aus beruflichen Gründen) einfach interessierte, wie sowas in echt aussieht. Es hätte z.B. die Möglichkeit seitens des Bloghosters gegeben, kurzzeitig das Anmelden neuer Benutzer-IDs zu auszusetzen oder zumindest das Registrieren und Abonnieren auf meiner Subdomain zu verhindern. Ein Bekannter aus der Blognachbarchaft hat mir ein Stück Code angeboten, das etwas mehr Infos zu den Log-Ins liefern konnte, aber so genau hat mich das dann auch nicht interessiert. Dafür war es insgesamt einfach zu schlecht gemacht.
    .
    @jtbo: Das Zensur-Geheule oder Gebarme wegen der angeblich unterdrückten Meinungfreiheit entbehrt nun wirklich jeder Grundlage. Ist ja niemand gehindert, ein eigenes Blog aufzumachen und seinen Meinungsmüll dort zu verklappen.
    .
    Aber grundsätzlich müssen wir es in einer pluralistischen Gesellschaft abkönnen, mit abweichenden Meinungen und Auffassungen konfrontiert zu werden, ohne das als existenzielle Bedrohung zu empfinden. Was ja auch gern in den falschen Hals kommt, ist die gar nicht erfolgte identitäre Zuschreibung. Wenn einer z.B. unreflektiert das N-Wort benutzt und man entgegnet, dieser Sprachgebrauch reproduziere Rassismen, dann kommt als Antwort in neun von zehn Fällen, kann gar nicht sein, denn ich bin doch kein Rassist. Argh…

  88. @theblueyonder: "Interessant...
    @theblueyonder: „Interessant wäre auf jeden Fall für Sozialforscher, die Korrelation zwischen Intelligenzquotient, Bildung, politischer Zugehörigkeit und dem Blog- sowie Kommentarverhalten zu untersuchen. Da würden einem sicherlich die Schuppen von den Augen fallen. Erste Ansätze sieht man ja schon bei Settembrini, das da was im Argen liegt…“
    .
    Was genau liegt da ansatzweise im Argen? Übrigens: Der schlimmste und nervigste Troll in meiner privaten Blogger-Community ist recht intelligent, man darf vermuten Lehrer oder Dozent, mit durchaus profunden Kenntnissen sowohl in pädagogischen und bildungspolitischen Fragen sowie in Mechanismen der internationalen Finanzmärkte. Gut, das ist natürlich ein anekdotischer Einzelfall, der keine generalisierenden Aussagen nahelegt, aber ich denke auch, das man da oft ins Staunen käme, wenn man wüsste, mit wem man es da zu tun hat.

  89. ohne alles gelesen, geschweige...
    ohne alles gelesen, geschweige verdaut zu haben: mir erscheint sympathisch, das Ganze auch als spielerische Form zu betrachten: es hängen von solchen Disputen keine lebensrelevanten Entscheidungen ab, auch wenn die Simulationen hier der Anschein von „ernsthaft“ und „wichtig“ umweht.
    Warum also kein Maskenspiel? Die Knüffe und Püffe, die Dolche des Theaters sind Teil eines wunderbaren kulturellen Hypertexts – aber eben nicht „wirklich“ in Bezug auf die dargestellte Handlung. Es ist Probe und Training – auch für die guten Manieren.

  90. Was halten wir denn nun von...
    Was halten wir denn nun von den sog. Bewertungen bei faz.net z.Bsp? Ich denke, das ist Quatsch. Selbst wenn jeder User nur 1x bewerten darf, ist eine Abstufung, die mehr als „find ich gut“, „find ich schlecht“ darstellt unzweckmäßig. Jeder will, dass seine Bewertung in der Gesamtheit wirkt. Man gibt sich im blog nicht damit zufrieden, bei der Wahl „seine Stimme abzugeben“ und hinterher untergegangen, gewonnen oder verloren zu haben. Wer bloggt, will gehört, gelesen werden. Also gibt es bei Bewertungen nur das Extremvotum, sonst bewegt sich das Gesamtergebnis ja nicht.
    .
    Ein blogeintrag reicht ja auch nicht für die Aufmerksamkeit vieler. Das ist wie bei der Werbung. Nur wiederholte Meinungsäußerung, das Erreichen von „Wiedererkennbarkeit“ beim Meinungskonsumenten bringt was.
    .
    Deswegen sind mehrere kurze Blogs zielführender als wenige lange. – Konsequenterweise jetzt auch Schluss.

  91. @Marco Settembrini di...
    @Marco Settembrini di Novetre:

    Kann mich Ihrer Beobachtung nur anschliessen. Nicht schlimmer als ein hochintelligenter Erbsenzähler mit Expertenwissen auf einem Spezialgebiet oder/und jemand, der von heilig-missionarischem Eifer beseelt jeden von der weltrettenden Wirkung – sagen wir – makrobiotischer Ernährung überzeugen will. Und das nicht unter 5.000 Zeichen pro Beitrag. Mindestens ebenso nervtötend wir der sich in der Opferrolle suhlende „Alles Nazis ausser mir“ Weltvereinfacher oder der ausschliesslich wild um sich schlagende Aggressionstriebtäter :-).

  92. @Immo Sennewald: Maskenspiel,...
    @Immo Sennewald: Maskenspiel, Theaterdonner – schöne Analogie, ich möchte ergänzen: manchmal auch mehr Kaspertheater. Aber auch das hat schließlich seinen pädagogischen Nährwert, wenn das Krokodil seine wohlverdiente Klatsche kriegt.
    .
    @JürgenMeyer: Bewertungen – eine nette Spielerei, aber kein must have…
    .
    @ThorHa: Oh ja, diese Sorten kenn ich alle. Nicht zu vergessen die völlig Ironieresistenten.

  93. Das Rauschen in diesem Blog...
    Das Rauschen in diesem Blog hat sich ja etwas von der Thematik der „Diktatur des Kommentariats “ abgewandt. Also, was hat es nun mit der insinuierten virtuellen Macht des Kommentators auf sich? Ist er, der Kommunikant, womöglich eine Monade im Universum, oder besser gesagt, in der Cloud des Gerüchts?
    (S. Graphik von A. Paul Weber)http://www.weber-museum.de/werk/geskrt/
    ..
    Die vorbeigerauschte Diskussion um eine versiebte Dissertation eines ehem. Regierungsmitglieds speiste sich ja auch z. T. mehr um Vermutungen und Häme als
    um die eigentlichen Fakten. Natürlich ging es auch um die politische Dimension die
    der faux pas auslöste.
    Vermutlich haben in der Summe die Kommentare un deren erzeugter Meinungdruck im Netz dazu beigetragen, daß es zum besagten Rücktritt kam. Daß das Proletariat in diesem Titel beerbt wurde ist nur vordergründig witzig. Im Hintergrund tut sich eine Dimension auf, die in der Tat direkt auf das politische Geschehen einwirken wird. Somit wird auch das bisherige Selbstverständnis z.B. von Berufspolitikern und deren Handlungsverständnis korrelierend wirken mit der Kontrolle durch den (hoffentlich mündigen) Bürger.
    ..
    Geschickte Desinformationspolitik von interessierten Kreisen/Gruppierungen innerhalb der Gesellschaft oder des „Apparates“ werden zunehmend leichter entlarvt. Jede/r kluge Politiker/in wird sich zukünftig selbst an die Kandare nehmen müssen: Lächerlichkeit kann töten. Die Geduld der Japaner mit der Informations-politik seitens deren Regierung ist die nun zu bewundern oder ist die Nation der -maßen geschockt, das es den Menschen die Stimme verschlagen hat?. Ah ja, Herr Bundeswirtschaftsminister Brüderle und seine Einlassungen letzthin im BDI sollten doch noch kurz erwähnt werden. Ich wollte ja nix gesagt haben ;-)

  94. @Plindos: Ursprünglich wollte...
    @Plindos: Ursprünglich wollte ich Überschrift mit Fragezeichen versehen, erinnerte mich dann aber an das Diktum meines journalistischen Lehrmeisters, wonach Fragezeichen in Überschriften nichts verloren hätten. Tatächlich glaube ich nicht so recht an die Wirkmächtigkeit der massenweisen Senfspenden, ich habe eher den Verdacht, es könnte sich dabei auch um systemstabilisierende Ventilfunktionen handeln. Dem würde nicht unbedingt widersprechen, dass ein Kabinettsmitglied unter dem anhalten Druck dieser Nebenöffentlichkeit schließlich seinen Hut nehmen musste. Wie devin08 zu meinem Beitrag über die Gutti-Groupies anmerkte, kann es sich das System zu seinem Erhalt durchaus leisten, einen prominenten Protagonisten zu opfern, ohne dass das viel ändern würde im politischen Alltag und an den bestehenden Machtstrukturen.
    .
    Dem „Genossen der Bosse“ mag es zum Regieren noch genügt haben, Bild, Bams und Glotze hinter sich zu wissen, aber das neue Paradigma der direkten Einflussnahme der Massen hat sich noch nicht so recht herausgebildet, und wie gesagt, die Verheißungen von E-Government und digitaler Demokratie stehen schon seit der Dotcom-Blase uneingelöst im Raum.

  95. @Plindos: Damit blogs eine...
    @Plindos: Damit blogs eine Bedeutung bekommen, müssen wohl 3 Faktoren zusammenkommen: Relevanz, Aktualität und Qualität.
    .
    Wer vor 3 Monaten über Zitate in Dissentationen oder die Sicherheit von Kernkraftwerken geschrieben hätte, wäre vor mangelnder Aktualität nicht wahrgenommen worden. Wer jetzt in diesen beiden Diskussion nur banales schreibt oder sich in Wiederholungen ergeht, ebenso wenig.
    .
    Und doch haben ja manche Meinungsbildende oder solche, die sich dafür halten, durch plumpe und andauernde Wiederholung desselben Unsinns ebenso Erfolg – wenn man das an der Größe der Anhängerschaft misst.

  96. @Jürgen Meyer
    Hatte im...

    @Jürgen Meyer
    Hatte im faz.net-Forum schon mal einen Vorschlag gemacht, den ich nach wie vor für überlegenswert halte: eine Zweiteilung der Kommentar-Bewertungen. Nämlich 1. nach dem Kriterium „stimme überein – stimme nicht überein“ und 2. nach „lesenswert – nicht lesenswert“.
    Die qualifizierende und zivilisierende Wirkung auf die Debattenkultur könnte, zumindest mittelfristig, eine zweifache sein:
    Für den Bewerter ein Denkanstoß, überhaupt erst einmal einen Unterschied zu machen zwischen eigener Überzeugung und der möglichen Werthaltigkeit/Wichtigkeit von Positionen, seien sie auch noch so konträr. Dieser Gedanke wäre erkennbar für viele Neuland, die Gelesenes nur „gut“ finden, wenn es der eigenen Meinung entspricht.
    Die zweite Wirkung natürlich auf die Kommentatoren selbst: Ein Anreiz, nicht nur einfach die eigene Meinung abzusondern, sondern so zu formulieren, dass Andersmeinende sie zumindest lesenswert finden.

  97. Sofern, unterstellt,...
    Sofern, unterstellt, Böswilligkeit außen vor bleibt, ist dieses Instrument der direkten und schnellen sowie reflektierenden Meinungsveröffentlichung bald schon garnicht mehr wegzudenken. Ein direktes E-Government (modisch Governance) scheint mir Romantik zu sein. Digitale Demokratie bedeutet vermutlich ungeheuren Rechner- und Verschlüsselungsaufwand. Der, sich um Machterhalt, Bemühende, kann vermutlich durchaus Verluste mehr oder minder stark, bis zur Bruchgrenze hin, ins Kalkül stellen. Also auch die der ad-hoc-APO (hihi), es kommt auf die jeweilige Lage und deren Bewertung an. Das sind Binsenwahrheiten-weitere diesbezügliche Tests sind mit Gewißheit erwarten. Harun al Raschid müßte aber heutzutage mindestens ab und an mal beim Völkchen der Kommentatoren reinschauen. Die Sbirren schauen ja auch auftragsgemäß zu.

  98. Marco Settembrini di Novetre...
    Marco Settembrini di Novetre 24. März 2011, 12:57 Ironiebefreite

    Damit verweisen Sie auf ein ungelöstes Problem schriftlicher Diskussionskultur in Echtzeit : Die Unmöglichkeit nonverbaler Ergänzung schriftlichen Ausdrucks. Alles Gesprochene – und das schliesst sogar an sich beleidigendes mit ein – wird im Gespräch ergänzt durch Signale, die dem Gesprächspartner viel davon vermitteln, wie es eigentlich gemeint ist. Ich musste in Usenet-Zeiten lernen, mich insbesondere vom Stilmittel „Ironie“ nahezu zu verabschieden. Es ist zu fein, um sich rein schriftlich allgemeinverständlich vermitteln zu lassen.

  99. „Korrelation zwischen...
    „Korrelation zwischen Intelligenzquotient, Bildung, politischer Zugehörigkeit und dem Blog- sowie Kommentarverhalten“ – ich glaub, da gibts keine. Sind schlichtweg die falschen Parameter.

    „spielerische Form“ – naja, kommt auf Thema und Zusammenhang an. Wenns um Alltagssachen geht, sicher willkommen und angenehm. Aber wenns um Ernsthaftes geht, müssen Spielkinder draußenbleiben.

    „wiederholte Meinungsäußerung“ – wenn man sich mehrfach unter einem bestimmten Namen äußert, wird man natürlich auch eher als Person mit einer Meinung wahrgenommen als wie wenn man sich ständig einen neuen Namen zulegt oder an X miteinander nichts zu tun habenden Stellen jeweils nur 1, 2 Beiträge veröffentlicht. Aber Aufmerksamkeit _erzeugen_ zu wollen, erscheint mir etwas arg ehrgeizige Eitelkeit – entweder man erreicht sie, indem man gute Beiträge schreibt (die Entscheidung darüber, was ein guter Beitrag ist, liegt typischerweise bei den Lesern – das sind nicht unbedingt die darauf schriftlich reagierenden), oder „es war halt nichts“ und wird unter „Geräusch“ abgehakt.

    „Daß das Proletariat in diesem Titel beerbt wurde ist nur vordergründig witzig“ – ich sehe auch Parallelen, vor allem in den Massenwellen. Diese Art Massierung von Unmut oder auch Fantum konnte es vorher mangels Medium dafür so nicht geben. Massenhafter Unmut auf der Straße und massenhafter Unmut in Medien sind allerdings anders in ihrer Art; letzteres manchmal als Ventil oder auch mal Korrektiv aufzufassen, scheint mir nicht so abwegig. Wobei man das Verhältnis zwischen Politik (Politikern) und Medien in manchem vielleicht auch den unterschiedlichen Arten und Verhaltensweisen des Publikums bei Veranstaltungen vergleichen könnte: einerseits das Opernpublikum, das ganz still lauscht, andernseits das Clubpublikum, das redet, tanzt und krakeelt, egal was auf der Bühne ist. „Cloud des Gerüchts“ – ja, in mancher Hinsicht auch.

  100. juergenmeyer@: Somit...
    juergenmeyer@: Somit vermutlich in jeder Hinsicht eine Frage der Redundanz im Sinne der Informationstheorie.
    Thomas_Seifert@ Was ja hier, so meine ich, der Ihrige 2. Fall, Abt. „lesenswert“ ist, sonst würde der Blog nur langweilig dahindümpeln. Das wäre ja auch eine manifeste Art von Abstimmung. Somit, der Anstoß liegt daher eindeutig bei Signore Marco Settembrini di Novetre, daß die Chose auch zukünftig nicht langweilt. Eine schwierige, hehre Aufgabe.

  101. ThorHa@:Ironie ist aber ein...
    ThorHa@:Ironie ist aber ein herrliches Stilmittel, welches aber leider oft genug von meiner eigenen Ernsthaftigheit (Unvermögen) zuschanden geritten wird.

  102. Gelegentlich mag ich halt auch...
    Gelegentlich mag ich halt auch mal meine Meinung oder gar Expertise zu einem bestimmten Thema beitragen.
    Wäre allerdings gelegentlich gar nicht kompatibel mit den Vorstellungen einiger Auftraggeber in Großkonzernen.
    Das müssen die aber nicht wissen, wenn es nach mir geht. Bin ich personalisiert, lass ich es eben. Das könnte bei vielen Fachthemen passieren, in der Lage sind viele.
    Man würde vielleicht weniger Trolle haben, dass ein Fachkundiger zur Klärung beiträgt wird aber auch seltener vorkommen. Zumindest solange die Wahrheit in seiner Branche ein Tabu ist.
    Und in welcher Branche gibt es diese Tabus nicht.
    Würde man eigentlich bezahlte Meinungsmanipulation wie durch die Deutsche Bahn oder die Atomlobby in Foren dadurch erschweren können? Meiner Anscht nach ohnehin eine noch größere Bedrohung für die politischen Foren.

  103. Fast alle...
    Fast alle Internet-Kommentatoren haben eines gemeinsam: Sie meinen, irgendjemand in verantwortlicher Stellung in ihrem Sinne beeinflussen oder überzeugen zu können. Da wird wieder mal das „neue Zeitalter“ von Demokratie und Mitbestimmung ausgerufen. Lächerlich. Entscheider handeln nach ihrer Agenda; was vieltausenfach sonstwo dazu geschrieben wird, ist bestenfalls summarisch in bezug auf Wahlen interessant, sonst nicht. Länge von und Dampf in solchen Beiträgen korreliert meist negativ mit der Sachkenntnis des Verfassers. Es kommt eigentlich nie mehr dabei heraus als Stammtischniveau. Ich ziehe es daher vor, mich auf meine Terrasse zu setzen und die Sonne zu genießen. Für alles andere ist das Leben zu kurz.
    Aber eines stimmt auf alle Fälle: Selten habe ich so ein erbämliches Niveau erlebt wie auf Welt Online. Da ist sogar bild.de besser, das versucht sich wenigstens keinen bildungsbürgerlichen Anstrich zu geben.

  104. @Peter Klein: Ja, so hätte...
    @Peter Klein: Ja, so hätte man es gern: Jeder Twitt ein Tritt in die Keimdrüsen der Mächtigen, aber Pustekuchen. Hatten wir hier auch schon:
    http://faz-community.faz.net/blogs/deus/archive/2011/02/06/jeder-twitt-ein-tritt.aspx

  105. Interessant - "Wichtich is...
    Interessant – „Wichtich is aufm Platz“, prägnanter kann man es nicht ausdrücken. Erinnert mich vage an eine ähnliche Diskussion zur Zeit des Bosnienkrieges Anfang der 90er. Der Tenor war damals, was hilft die Elektronik, wenn die Kontrahenten mit Küchenmessern aufeinander losgehen? Insofern wechselt nur das Medium – der Fernsehgucker in Pantoffeln, der sich über Kanzler Kohl aufregt, das ist heute der Gesichtsbüchler, der erregt in die Tasten haut. Zugegeben, er ist ein globales Wesen, aber was hilft es wirklich, wenn die Schlägertrupps auf Mopeds anrücken?

  106. "Entscheider handeln nach...
    „Entscheider handeln nach ihrer Agenda; “
    .
    Wirklich? Ein recht kantiges Statement scheint mir das.
    Oder nach den Stimmungsbildern der BILD, verehrter Peter Klein.
    (/oder ihrer Lobby, oder… to be continued)
    .
    „Länge von und Dampf in solchen Beiträgen korreliert meist negativ mit der Sachkenntnis des Verfassers.“
    .
    Umgekehrt reziprok ist so manches im Leben.
    Darauf jetzt ein paar Erdbeerchen und einen Grauburgunder.
    (Komme mir jetzt keiner und sage: wie könnte ich, äääh, Flugware aus Spanien und nur Riesling sei …, werde das als Erdbeeren-Entscheider sanft ignorieren.)

  107. @Anonymer renegat: "...dass...
    @Anonymer renegat: „…dass ein Fachkundiger zur Klärung beiträgt wird aber auch seltener vorkommen… solange die Wahrheit in seiner Branche ein Tabu ist.“
    .
    Wohl wahr. Die Kenner haben Angst vor dem Bumerang. Deshalb lügen sie mit, indem sie den Mund halten und ungehindert lügen lassen.
    .
    „Würde man eigentlich bezahlte Meinungsmanipulation wie durch die Deutsche Bahn oder die Atomlobby in Foren dadurch erschweren können?“
    .
    Würde ich aus dem Nähkästchen (korrupte Seilschaften) einiger Auftraggeber plaudern, dann würden in den Vorstandsetagen einiger ehrenwerter Konzerne die Köpfe rollen.
    Vom selben Tag an würden meine Auftragsbücher aber leer sein und von meiner Civil-Courage könnte ich meine Mitarbeiter nicht ernähren. Und ein Platz auf dem Heldenfriedhof ist auch keine Lösung.
    Unterm Strich also eine Gewissensfrage. In der Strafverfolgung gibt es dafür legale „Verdeckte Ermittler“ (Undercover Agents). Beim Kommentieren und Beisteuern von Sachkenntnis geht es aber allein um freie Meinungsäusserung und die Tatsache, dass dieses Grundrecht dank unserer verlogenen Gesellschaft nur auf dem Papier steht. In der Praxis kann die Wahrheit tödlich sein.

  108. @Peter Klein: dem Einzelnen...
    @Peter Klein: dem Einzelnen hilfts natürlich nix, aber diverse Einzelne, die immer übrigbleiben, können mitunter über diese Form von öffentlicher Kommunikation Hilfe herbeizetern.

  109. @Rheinwein und @Anonymer...
    @Rheinwein und @Anonymer renegat,
    in letzter Konsequenz ist Zeitungslesen also eine Sache für Masochisten. Wenn der Leser doch genau weiss, welche Branchen, Konzerne und Parteifreunde den Blättern die Auftragsbücher (Werbeeinnahmen) füllen, dann kann er aus diesen Blättern keine freie und unabhängige Information mehr erwarten.

    Der geschilderte Bumerang trifft Medien ebenso hart wie andere Lieferanten.
    Deshalb ist z.B. das brisante Thema Autoseuche in der Presse tabu. Schlimmer noch: Diese Seuche wird tatkräftig gefördert; keine Ausgabe ohne Autoseite. Warum keine Ausgabe ohne Schulbuch-, Schuhwerk- oder Schweinkram-Seite? Damit ist kein Geld zu machen! Der Schweinkram muss sich rechnen!
    _
    Noch weitere Fragen zur Zensur des Kommentariats?

  110. Bißchen OT, aber ich finds...
    Bißchen OT, aber ich finds gut: http://www.tagesspiegel.de/berlin/schule/schueler-sabotieren-internet-mobbingseite/3986644.html
    den Schülern ist was eingefallen, wie sie sich gegen den Dreck wehren können.

  111. @colorcraze: Danke für den...
    @colorcraze: Danke für den Link, das macht Hoffnung, dass die gesellschaftlichen Selbstheilungkräfte nicht völlig erlahmt sind.

  112. Ja, da war jetzt ein Fall,...
    Ja, da war jetzt ein Fall, daß ein 17-jähriger, der den Mob von seiner Freundin fernhalten wollte, bewußtlos geprügelt wurde
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/zoellner-ruft-zum-krisentreffen-nach-attacke-auf-17-jaehrigen/3976494.html
    http://www.tagesspiegel.de/medien/schueler-denunzieren-schueler/3879302.html

  113. @colorcraze: Ich hörte (bzw....
    @colorcraze: Ich hörte (bzw. las) davon.
    .
    @Vroni: Grauburgunder – oft meine erste Wahl. Der muss längst nicht immer vom Kaiserstuhl sein, da lasse ich auch durchaus manchen Markgräfler gelten (allerdings bekenne ich unumwunden, dass ich von Wein herzlich wenig verstehe, dewegen bleibe ich gern bei einer Sorte, wenn ich davon was Gutes gefunden habe). Aber da wirds jetzt wirklich off-topisch…

  114. "Beim Kommentieren und...
    „Beim Kommentieren und Beisteuern von Sachkenntnis geht es aber allein um freie Meinungsäusserung und die Tatsache, dass dieses Grundrecht dank unserer verlogenen Gesellschaft nur auf dem Papier steht.“

    Das tut sie nicht. Eine Meinung äussern und vertrauliche Firmeninterna ausplaudern, die man im Rahmen seiner Jobausübung erfahren hat, sind nur zwei verschiedene Paar Schuhe. Im übrigen können Sie mir das folgende ruhig übelnehmen – aber ich bezweifle offen, dass Sie irgendetwas wissen, wegen dessen „Köpfe rollen“. Dieser Art der Selbstüberhöhung bin ich in Onlineforen inzwischen so häufig begegnet, dass ich mit dem Zählen nicht nachkomme. Die Informationen über „korrupte Seilschaften“ hätten demnach einen sehr geringen Marktwert – jeder kennt sie, aber keiner erstattet die mögliche anonyme Anzeige? Bullsh***
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  115. Ja, die Selbstüberschätzung...
    Ja, die Selbstüberschätzung feiert in den „neuen“ Medien fröhliche Urständ, wie halt überall. Insofern bleibt alles beim alten, nur die globale Dauerpräsenz nervt zuweilen ziemlich.

  116. <p>@ThorHa: Dass viele...
    @ThorHa: Dass viele Foristen es beim Gackern über angebliche Mißstände belassen und dann doch lieber keine Eier legen, muss ja nicht heißen, das da nichts dahinter wäre. Selbst wenn ich mal als gegeben annehme, dass sich einige nur wichtig machen und den Skandalwert ihrer Beobachtungen überschätzen, weiß ich andererseits doch auch, wie schwach die Bereitschaft ausgeprägt ist, bei echter Korruption und anderen unsauberen Praktiken tatsächlich Konsequenzen zu ziehen und den whistleblower zu machen. Und anonyme Anzeige, wie naiv müsste man sein, sich darauf zu verlassen, dass man dem Urheber nicht doch auf die Spur käme? Oder was, wenn ich die Firma auffliegen lasse und die deswegen wirtschaftliche Nachteile erleidet und ich dann auf der Straße sitze? Ich finde, Sie machen es sich da auch ein bisschen einfach.
    .
    @Peter Klein: Ein Blog-Bekannter aus dem Ruhrpott pflegte immer zu sagen: „Muss man nich hinklickn, is ja nur Internetz.“

  117. ThorHa, erhobenen Haupts sind...
    ThorHa, erhobenen Haupts sind Sie der Grösste.
    Erst die Pickelhaube auf dem Kopf macht den Preussen perfekt:
    http://simplicissimus.info/digiviewer/15/8
    http://simplicissimus.info/digiviewer/15/9
    http://simplicissimus.info/digiviewer/14/25
    http://simplicissimus.info/digiviewer/4/46
    http://simplicissimus.info/digiviewer/2/43
    http://simplicissimus.info/digiviewer/3/46
    http://simplicissimus.info/digiviewer/17/9
    Wenn das keine Laudatio ist!
    .
    Tillmann, besten Dank für Ihren Realismus.
    Ein Klassiker zum Interessenskonflikt zwischen Medium und Adressat:
    http://simplicissimus.info/digiviewer/13/9
    Die Lobbyarbeit hat sich seit 100 Jahren nicht verändert :-))
    PS: Zum Entziffern der Texte lassen sich diese Links vergrössern.

  118. So isset!!...
    So isset!!

  119. Was wirklich die „tödliche...
    Was wirklich die „tödliche Gefahr“ ist
    .
    Da das eigentliche Thema dieses Blogs, zumindest nehme ich an, dass es das ist, nämlich die „Wahrheit“, explizit immer nur am Rande erwähnt wird (z.B. auf die Art, wie in „Rheinweins @ Anonymer Renegat“: „Wahrheit kann tödlich sein“), möchte ich Ihnen diesen Beitrag von mir vorstellen – auch um das Augenmerk auf die eigentlich nicht minder „tödliche Gefahr“ zu lenken, den Fatalismus. „Wenn die Wahrheit keine anerkannte Kategorie mehr ist“, http://blog.herold-binsack.eu/?p=1542, ist bei den Leserkommentaren der FAZ zur Minute noch nicht freigeschaltet. Die FAZ tut sich in letzter Zeit etwas schwer mit meinen Kommentaren, ganz besonders, wenn ich ihr, wie hier, auf die eigenen Hühneraugen trete.

  120. @devin08: Also ich kann nicht...
    @devin08: Also ich kann nicht für die restliche FAZ sprechen. Wenn es in den Kommentaren zu meinen Beiträgen Schwierigkeiten mit dem Freischalten Ihrer Kommentare gibt, dann liegen die zuvörderst darin begründet, dass ich auch ein Familienleben habe und nicht 24/7 am offenen Browserfenster sitze. Gäbe es Probleme inhaltlicher Natur (oder mit der schieren Textmenge), würde ich Sie darüber nicht im Unklaren lassen.

  121. Nicht Sie, die...
    Nicht Sie, die Redaktion!
    @Marco Settembrini di Novetre: Sie haben da was missverstanden! Nicht Sie waren gemeint, sondern die FAZ-Redaktion in der Leserbriefabteilung. Es ist wie bei Katz und Maus. Manche Kommentare werden erst nach dem 3. Posting gesendet, wenn dann überhaupt noch. Nicht selten dann den ersten der 3 Versuche. Ganz offensichtlich in der Absicht, den zeitlich zurück liegenden, so zum Alibi, als gesendet dokumentiert zu haben. In der Hoffnung auch, dass die Leserschaft da nicht mehr zurück greift. Manchmal werden alle 3 Versuche dann auf einmal frei geschaltet. Manchmal dann nur noch Teile davon. Hin und wieder werde ich so geschickt gekürzt, dass ich das selber kaum bemerke, bzw. so, dass der Inhalt ein völlig anderer wird. Satzzeichen sind dann entsprechend angepasst. Richtige Kunstwerke! (Ich stelle mir gerade vor, wie Geheimdienste arbeiten, vermutlich nicht viel anders!) In einem anderen Blog ist ein Beitrag von mir nur gekürzt (nach einem Tag Nachdenkens) wiedergeben worden, und in einem weiteren wurde ich überhaupt nicht freigeschaltet. In beiden Fällen waren übrigens Frauen die Moderatoren. Dass ich das nicht besonders charmant – weiblich-charmant – finde, möchte ich bei dieser Gelegenheit mal sagen. (Ich hoffe, die Damen lesen mit!) In Ihrem Blog fühle ich mich absolut n i c h t zensiert! Auch das muss mal gesagt sein.

  122. Tja, da waltet vermutlich noch...
    Tja, da waltet vermutlich noch die alte Denke aus Print-only-Zeiten: Es ist als Gnadenerweis zu betrachten, dass sich die hochwohlgeborene Leserbriefredaktion des renommierten Titels überhaupt mit der geballten Irrelevanz aus der Feder der Unberufenen abmüht. Man behält sich dort ja auch seit Olims Zeiten vor, Zuschriften gekürzt zu veröffentlichen – oder eben gar nicht (Papier kostet schließlich auch Geld). Und so einem penetrant-nervigen Vielschreiber muss man einfach auch mal die Grenzen aufzeigen, nicht wahr?
    .
    Ich kann da nur spekulieren, aber ich würde nicht unbedingt drauf wetten, dass diese Spielchen primär und ausschließlich politisch-weltanschaulich motiviert sind. Dieser Clash mag verschärfend noch hinzu kommen, aber andere Mechanismen (wie im ersten Absatz skizziert) spielen da sicher auch mit hinein. Von daher kann ich Ihnen eigentlich nur den Rat geben, es nicht zu persönlich zu nehmen.

  123. @Devin08 und @Marco...
    @Devin08 und @Marco Settembrini di Novetre,
    zum Vergleich: In der Presse geht es noch heute zu wie im Mittelalter.
    .
    Siehe Bibelverbot. Martin Luther hat vor gerade mal 500 Jahren gewirkt. Der Vatikan hat diesen Luther wie einen Terroristen gejagt, hat Armeen und brutalste Kriege gegen ihn in Gang gesetzt. Und das alles, weil er die BIBEL übersetzt hat, die bis dahin vom Vatikan zensiert war und deren Besitz – also das Lesen der Bibel – jedem Nicht-Kleriker – also Nicht-Apparatischik – VERBOTEN war.
    .
    So einfach und doch brutal funktioniert Zensur seit jeher.
    Könige und Kaiser, auf Betreiben der Päpste, haben das „Bibelverbot“ erfunden, damit durch die „Heilige Schrift“ nicht „Laien und böswillige Geister zu Ketzerei oder ‚Irrtum‘ verführt“ würden. Klartext: Damit depperte Untertanen, altdeutsch für Bürger und Steuerzahler, erst gar nicht mit dem selbständigen Denken anfangen oder gar den Mund aufmachen. Derlei „Sünden“ wurden vorsichtshalber auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
    .
    Selbstverständlich bin ich Atheist. Gott sei Dank.

  124. Marco S.d.N.: "Papier kostet...
    Marco S.d.N.: „Papier kostet schließlich auch Geld“
    Im alten Zeitungsgeschäft galt die Faustregel, dass die verkaufte Auflage zumindest die Druckkosten (inklusive Papier) decken muss…
    So gesehen bezahlen die Leser das Papier aus der eigenen Tasche :-))
    .
    Das Geld wurde und wird auch künftig mit Anzeigenflächen verdient. Dieser Papieranteil von idealerweise über 50% war die „Lizenz zum Gelddrucken“ für etablierte Verlegerfamilien. Bis das Internet erfunden wurde. Seitdem sterben die Leser aus und mit den Lesern stirbt das Anzeigengeschäft.
    Keine Leser, keine Anzeigen. Wie im richtigen Leben.
    .
    Die Schizophrenie des Pressegewerbes liegt also ganz schlicht darin begründet, dass Leser ein „notweniges Übel“ sind.
    Ich bin in diesem Miljöh aufgewachsen. Deshalb habe ich mich geweigert, dieses zweifellos spannende Handwerk zu meinem Beruf zu machen. Und deshalb ziehe ich meinen Hut vor klassischen Buchverlegern, die ihre Inhalte nicht an die zahlende Zensur verkaufen.
    (Ausgenommen die Buchmacher, die vorzensierte Meterware mit Drückerkolonnen an der Haustür verhökern und inzwischen auch den Hamburger Zeitschriften- und Kölner TV-Markt auf das Niveau von Grossbuchstaben für Analphabeten gestutzt haben…)

  125. Der zuverlässigste Lektor ist...
    Der zuverlässigste Lektor ist der Zensor
    .
    Der Zensor war schon immer der zuverlässigste, da gnadenloseste, Lektor. Mehrere Generationen von Revolutionären, nicht nur marxistischer Provenienz, haben diesen Lektor genossen. Ich nehme das daher auch als sportliche Herausforderung an. Ich bilde mir ein, dass ich mich unter dieser Knute verbessert habe. Nicht nur in sprachlicher Hinsicht. Dafür danke ich besonders den FAZ-Zensoren.

  126. @Rheinwein: das mit dem...
    @Rheinwein: das mit dem Bibelverbot sehe ich anders. Das war die Gelegenheit, die Religion zu aktualisieren (=dem Stand der Dinge anzupassen) in einer ziemlich intellektuellen und mit viel Hirnschmalz betriebenen Art, ohne dabei immer von Bibelfundamentalisten ins dunkle Zeitalter zurückgezogen zu werden. Das ging gut bis zum Buchdruck, dann wurde es heftig anders. Auch Diplomatie ging lange gut, dann kam das Internet, und es wurde heftig anders…

  127. Seit dem letzten...
    Seit dem letzten Trollrambo-Angriff, der mir vor einigen Monaten im „Spiegel online“ widerfahren ist, ist es das erste Mal, dass ich es wieder wage, eine Bemerkung zu machen. Es ist an der Zeit, die Invasion der Trollrambos zu thematisieren und deshalb war ich sehr froh zu sehen, dass dies hier geschieht.
    Zu Beginn des interaktiven Austausches hatte ich gedacht, dass fruchtbare Diskussionen möglich werden könnten. Dann aber stellte ich fest, dass viele die Anonymität dazu ausnützten, blind andere anzupöbeln/niederzumachen/zu beleidigen usf. – völlig an den Inhalten vorbei! Ich hatte mich bewusst bei „spiegel online“ und „zeit online“ angemeldet, weil ich dachte, dass dort sprachlich/inhaltlich ein gewisses Niveau nicht unterschritten wird. Nun, die online-Realität sah anders aus. Es ist schade, weil es eine sehr spannende Angelegenheit sein kann, sich mit anderen fruchtbringend über dies u jenes auszutauschen. Ich fühle mich wie ein Spießer, wenn ich feststellen muss, dass ich guten Stil einfordere im Umgang miteinander, dabei dachte ich immer, ich sei progressiv.
    Wenn wir berücksichtigen, dass Trollrambos immer mehr die online-Meinungsforen bevölkern und dazu addieren, dass Unternehmen, Regierungen etc mit effektiver Software und mit Hilfe multipler User in automatisierter Form diese Foren unterwandern, dann sehe ich keine gute Entwicklung auf uns zukommen. Dann kann man sich nur noch auf die Suche nach den wenigen Foren machen, in denen ein annährend echter Austausch stattfindet.

  128. @Zazie: Invasion der...
    @Zazie: Invasion der Trollrambos? Nach meiner Wahrnehmung waren die schon vor uns da, und wir Wie-normale-Menschen-Diskutierenden sind in deren Terrain eingewandert. ;-) Nein ernsthaft, ein Online-Medium, das auf sich hält, müsste eigentlich ein Interesse daran haben, eine akzeptable Diskussionkultur aufzubauen. Es ist auch nicht so, dass Spon und Zeit online da völlig untätig sind, wenn Sie das mal vergleichen mit den Zuständen bei Welt Online, aber es müsste einfach noch viel konsequenter durchgegriffen werden gegen Gepöbel und Getrolle. Das ist natürlich nicht zum Nulltarif zu haben, da müssen Leute ran, die das ernst nehmen. Sonst wandern die interessanten Diskussionen irgendwann tatächlich komplett in Facebook-Freundeskreise aus oder in überschaubarere Blog-Zirkel.

  129. Naja, zumindest im Usenet...
    Naja, zumindest im Usenet kamen die Trolle später als die Diskutanten. Weil ja immer erst genügend Leute da sein mußten, bis eine (thematische) Gruppe eröffnet wurde. Dann kamen Trollzüge, die man zunächst mit Humor versuchte in eine eigene Gruppe abzudrängen. Später spielten sich einige Gruppen gut ein, weil sie viel Stammbesetzung hatten, die recht viel thematisch Passendes schrieb. Die waren dann auch trollresistent, selbst wenn diverse Neue dabeiwaren, einfach durch kollektiv unabgesprochenes Ignorieren von Trollversuchen, was diese dann so langweilte, daß sie wieder gingen. Kleinere Gruppen, in denen relativ selten, dafür aber qualitativ enorm hoch diskutiert wurde, wurden jedoch fast immer von Befindlichkeitslautgebern überflutet, die einen schier krankhaften Haß gegen jede etwas höher angesiedelte Diskussion entwickelten. Abgesehen davon, daß das Publikum zu Beginn des Usenet ein anderes war – eher akademisch-technisch, weil hauptsächlich die TUs Zugang hatten – als heute, wo wirklich die fast der Querschnitt der Gesamtbevölkerung vertreten ist, scheinen mir Usenet-gruppen aber auch einen gewissen Lebenszyklus aufzuweisen. Bestimmte Themen waren für einige Zeit für eine gewissen Menge Leute sehr interessant, und wenn damit nicht die kritische Masse erreicht wird, also ein kontinuierlicher Strom von „relativ viel“-Schreibern, die dann u.U. durch ebensolche abgelöst werden, setzt sich fast immer der Sumpf fest. Oder es herrscht einfach nur noch Leere.

    Blogs und Onlinezeitungskommentare sind da etwas anders, aber so etwas wie einen Lebenszyklus haben sie wohl auch.

  130. @colorcraze: "das mit dem...
    @colorcraze: „das mit dem Bibelverbot sehe ich anders. Das war die Gelegenheit, die Religion zu aktualisieren … in einer ziemlich intellektuellen … Art.“
    .
    Intellektuelle im Mittelalter…? Unter den Zöglingen der Lateinschulen, denen es bei Todesstrafe verboten war, die Bibel aus dem Propaganda-Ministerium zu schmuggeln…?
    Sie haben offenbar keine Hemmungen, sogar die Geschichtsschreibung umzudichten. Das dürfte Ihnen nicht mal beim small-talk im Friseursalon gelingen…

  131. @Rheinwein: die Scholastiker...
    @Rheinwein: die Scholastiker waren alle doof, weil sie der Kirche angehörten?

  132. @colorcraze, siehe Definition...
    @colorcraze, siehe Definition von Joseph A. Schumpeter:
    „Intellektuelle Menschen sind solche, die zu reden und zu schreiben verstehen und mit ihrer Kritik öffentlich Dinge zur Sprache bringen, die an sich außerhalb ihrer eigenen Sachkompetenzen und Verantwortungsbereiche liegen. Ihre Erfolgschance beruht auf der Legitimitationsfähigkeit durch in der jeweiligen Gesellschaft verbindlichen Grundwerte und liegt vor allem in ihrem Störpotenzial.“
    .
    Für Begriffsstutzige: Das Thema ist die Zensur von Intellektuellen, nicht die Intelligenz oder „Doofheit von Scholastikern“…
    Soll ich Ihnen das obengenannte Zitat auch noch in small-talk-deutsch für den Friseursalon übersetzen…?

  133. @Rheinwein: sehn se, und ich...
    @Rheinwein: sehn se, und ich verstehe unter Intellektuellen schlicht Leute, die des Denkens fähig sind. Denken, nicht bloß merken, meckern, Anschluß suchen, Eigensinn ausleben und gut leben. Je nach Training und Gelegenheit – Bildung, Lebenserfahrung, Möglichkeiten von Öffentlichkeit und Austausch mit anderen, die ein ähnliches Thema beackern – sind sie in der Lage, mehr oder weniger weit zu kommen; ein anderes ist die notwendige Zeit und Energie, die sie frei haben müssen. Nicht daß man dafür einen extra aufwendigen Lebensstil braucht, aber man muß eine gesicherte, selten angreifbare Überlebensbasis haben, deren Unterhaltung nicht zuviel Zeit verschlingt. Fließbandarbeit und Denken z.B. verträgt sich definitiv nicht (das wurde ausprobiert), selbständige Arbeit und Denken verträgt sich ganz gut (Sokrates, Spinoza), geerbt haben oder einen Sponsor haben und denken geht auch (Platon, Marx, Engels, Leibniz), Mitglied einer Institution sein ist der klassische Weg (Augustinus, Kant, Clausewitz). Durch die Medialisierung der Öffentlichkeit (Buchdruck, Zeitschriften, Zeitungen, durch Internet fast noch keine) ergaben sich z.T. neue Möglichkeiten, damit sein Einkommen zu bestreiten, die jedoch meist nicht weit hinreichen. – Zensur, je, gibts in vielfältigen Arten, die entspringt dem Bedürfnis der Gesellschaft nach möglichst reibungslosem und ungestörtem Überleben, wozu eine ganze Menge kultureller Voraussetzungen gehören. – Unter anderem. – Anders als für Sie ist für mich das Thema Ausbreitung des Individualismus durch, ich bin geistig Post-80ies, mich interessiert eher das heute Grundsätzliche, und welche Gruppen sich dazu verbinden lassen. Es kracht zu Zeit sowieso ständig was zusammen, und da interessiert mich mehr, wie es weitergeht (wozu gelegentlich neue Ideen notwendig sind, die man aber am Bekannten – der Historie – prüfen muß), als daß ich da Zeit mit aufregen verschwenden mag.

  134. @Rheinwein: und vermutlich...
    @Rheinwein: und vermutlich wäre den Deutschen einiges erspart geblieben, hätten sie beizeiten einen Shakespeare oder Dante als Bestseller gehabt und nicht die Bibelübersetzung…

  135. @colorcraze: Weiß nicht, ob...
    @colorcraze: Weiß nicht, ob man das so sagen kann. Hatten die Engländer nicht lange vor Shakespeare auch schon eine Bibelübersetzung von John Wycliff?

  136. @MarcoSdN: naja, ich bin halt...
    @MarcoSdN: naja, ich bin halt einfach skeptisch gegenüber der Sakralisierung von Schriften, das ist alles…

  137. Geht mir ähnlich. Wenn einem...
    Geht mir ähnlich. Wenn einem die eine heilige Schrift zu sehr den Blick zu verengen droht, sollte man übrigens nicht zögern, auch andere heilige Schriften zu studieren. Das kann den Blick durchaus weiten. Ich für mein Teil habe nicht nur Altes und Neues Testament nebst Apokryphen und Pseudepigraphischen Schriften gelesen, sondern auch Koran-Übersetzung, Buch Mormon, Teile der Veden und sonstiges. Wenn man verschiedenste Vorstellungen der Menschheit betreffs der Göttlichkeiten und ihrer respektiven Forderungen an uns hienieden zur Kenntnis genommen hat, erscheint die Vorstellung, nur eine davon wäre die richtige und schließe alle anderen aus, zunehmend absurd.

  138. @MarcoSdN: nicht nur die, auch...
    @MarcoSdN: nicht nur die, auch Hesiod und die Edda sind lesenswert. Und zumindest kursorisch, was so draus gemacht wurde – Kirchenväter, byzantinischer Bilderstreit, Max Webers protestantische Ethik etc pp.

  139. Davon abgesehen gibt es nicht...
    Davon abgesehen gibt es nicht nur schriftliches Wissen (bzw. schriftlich niedergelegtes), sondern, wie soll ich sagen, lebendiges – Erfahrungen (nicht nur eigene, sondern solche, die weitergegeben werden von Epigenetik bis Verhaltensarten von Leuten in einem Ort), manuelle Fertigkeiten (ein Instrument beherrschen, von Hand Spaghetti drehen können*) z.B.

    * im Fernsehen kam mal ein kurzer Film über einen chinesischen Nudelmacher, der allein mittels Armdrehbewegung aus einem Teigstrang spaghettidünne Nudeln machen konnte. Sehr erstaunlich.

  140. <p>Ich finde ja man sollte...
    Ich finde ja man sollte wegkommen von dieser ganzen Bloggerei… ich weiß, ich mache es selber, aber schöner ist es doch, mal was richtiges zu schreiben.
    Schreiben ist etwas gutes, aber noch besser, wenn man es richtig macht.

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