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Tot und lebendig: Schrödingers Katze

15.09.2011, 08:47 Uhr  ·  Zum Wohle aller Hauskatzen entzieht sich die Quantenmechanik bis heute in vieler Hinsicht der vollständigen Vermessung wie auch dem Verständnis - nicht nur der Autorin, sondern auch vieler Physiker.

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Zum Wohle aller Hauskatzen entzieht sich die Quantenmechanik bis heute in vieler Hinsicht der vollständigen Vermessung wie auch dem Verständnis – nicht nur der Autorin, sondern auch vieler Physiker.

Irgendwo habe ich vor kurzem gelesen, daß sich alle Menschen in zwei Dimensionen einordnen lassen: klug und dumm, und faul und fleißig. Über die dummen, fleißigen wurde gesagt, sie seien die schlimmsten, die immer nur Unheil anrichteten. Unheil habe ich bisher hoffentlich nur wenig angerichtet, aber zweifellos hätten mich meine sämtlichen Lehrer naturwissenschaftlicher oder mathematischer Fächer in genau diese Kategorie eingeordnet. Ich habe wenig begriffen, bin aber mit sturem Auswendiglernen so leidlich durch sämtliche Klausuren durchgekommen. Retrospektiv frage ich mich, wie ich das geschafft habe, denn mein Verständnis vieler physikalischer Grundbegriffe ist bis heute mehr als lückenhaft. Damit bin ich auch denkbar ungeeignet, über gerade solche Themen zu schreiben, aber der Leserwunsch ist auch in dieser Angelegenheit mein Wille. Denken Sie sich aber bitte einfach hinter jedem zweiten Satz ein einschränkendes “so wie ich es verstehe”. Und halten Sie im Hinterkopf, daß klügere Köpfe als ich über die Quantenmechanik gesagt haben: wer behauptet, sie zu verstehen, hat sie nicht verstanden.

Vor einigen Jahren pflegte ich eine sehr spannende Mail-Korrespondenz mit einem jungen Neurophysiker. Der junge Mann nahm regelmäßig beiläufig auf allerlei Dinge Bezug, die ich erst bei Wikipedia nachschlagen mußte, wollte ich mich nicht durch dumme Fragen kompromittieren. In einer dieser Mails machte ich auch Bekanntschaft mit Schrödingers Katze. Ich habe es damals wohl nicht sehr gründlich nachgelesen, denn all die Jahre beschränkte sich mein sehr rudimentäres Verständnis dieser bekannten Anekdote darauf, daß eine beobachtete Katze sich allein durch die Beobachtung schon anders verhält als sonst – man kann sie also niemals in ihrem unbeobachteten Zustand beobachten, denn dann weiß sie sich beobachtet und ändert ihr Verhalten. Das übertragen auf irgendwelche physikalischen Teilchen, denn Schrödinger war Physiker.

Bild zu: Tot und lebendig: Schrödingers Katze

Obwohl ich mit dieser katastrophalen Verdrehung bisher nicht unangenehm aufgefallen bin, mußte ich nun beschämt feststellen: es ist alles ganz anders. Was Schrödinger nämlich eigentlich meinte, ist unendlich viel differenzierter und komplizierter. Die Katze des Schrödingerschen Gedankenexperiments sitzt tatsächlich in einem Kasten, in den man nicht hineinschauen kann, aber sie ist nicht allein. Mit ihr im Kasten sind auch ein kleiner Geigerzähler, ein Giftfläschchen und ein instabiler Atomkern, der irgendwann in nächster Zeit zerfallen wird.

Setzt man nun eine Zeitspanne als Beobachtungszeitraum fest, so könnte der Atomkern in dieser Zeit zerfallen, oder auch nicht. Wenn er zerfällt, setzt er durch einen Mechanismus das Gift frei und die Katze stirbt. Zerfällt er nicht, überlebt die Katze. Nach den Annahmen der Quantemechanik befindet sich der Atomkern während dieser Stunde im Zustand der Überlagerung, er ist damit gleichzeitig zerfallen und nicht zerfallen. Überträgt man diesen quantenmechanischen Zustand auf die Katze, wäre diese in Analogie zum Atom sowohl tot als auch lebendig. Zur gleichen Zeit. Wenn man den Kasten jedoch öffnet, endet der Zustand der Überlagerung, einer von zwei Zuständen tritt ein, manifestiert durch eine tote oder eine lebendige Katze. Hört sich spinnert an? Hat aber mit den Grundannahmen der Quantenmechanik zu tun.

In der klassischen Physik war man weitgehend der Auffassung, Licht bestünde aus Teilchen. Zwar gab es Gegenstimmen, wie zum Beispiel Huygens im frühen 17. Jahrhundert, der die Wellenoptik begründete, aber er konnte sich – mangels experimenteller Beweise – nicht behaupten. Erst m 19. Jahrhundert konnten verschiedene Forscher zeigen, daß das Licht sowohl Wellen- als auch Teilcheneigenschaften hat.

Bild zu: Tot und lebendig: Schrödingers Katze

Mit zunehmender Erforschung quantenmechanischer Phänomene stellte sich heraus, daß man für die dort beobachteten sehr kleinen Teilchen – wie zum Beispiel Licht – nicht mehr (wie in der klassischen Physik) mit absoluter Sicherheit Ort und Geschwindigkeit bestimmen kann, weil der Messvorgang die Teilchen beeinflusst. Dasselbe Experiment (hier Beschreibung für Dummies wie mich) zeigte auch, daß Teilchen sich jenseits der normalen physikalischen Prinzipien gegenseitig beeinflussen, und sich gleichzeitig an verschiedenen Stellen aufzuhalten schienen, beschrieben durch eine sogenannte Wellenfunktion. Darunter kann man sich etwas ähnliches wie eine besonders komplizierte Wahrscheinlichkeitsfunktion für verschiedene Teilchen-Aufenthaltsorte vorstellen, nur daß es sich bei diesem Phänomen der “Überlagerung” eben nicht um klassische Wahrscheinlichkeiten handelt sondern um eine vollständige Beschreibung. Die Teilchen sind nicht mit gewissen Wahrscheinlichkeiten an verschiedenen Orten, sondern tatsächlich gleichzeitig an verschiedenen Orten. Bedauerlicherweise kann man das nicht messen, weil ja die Messung den Aufenthaltsort beeinflußt, die Wellenfunktion “kollabiert” bei Messung, d.h. die Teilchen entschieden sich sozusagen sprunghaft für einen Aufenthaltsort.

Die Theorie der Quantenmechanik erklärt sozusagen ein Phänomen, das sich anders nicht erklären ließ, wobei die zentralen Eigenschaften nur schwer beweisbar, weil nicht meßbar sind. Eben diese Eigenschaften führten auch dazu, daß Heisenberg das Wort von der “Unschärfe” prägte, weil den Teilchen in ihrem sonderbaren Quantenzustand ihrer Natur nach nicht mit Meßmethoden beizukommen war, auch nicht mit Computern – sie sind einfach unscharf. Punkt.

Die arg verblüfften Physiker trafen sich 1927 in Kopenhagen, um diesem Problem zu Leibe zu rücken. Einige vertraten die Meinung, es gebe einen X-Faktor, die sogenannte “verborgene Variable”, die das sonderbare Verhalten erklären könnte. Nachdem diese aber bis heute nicht gefunden werden konnte, geht man inzwischen davon aus, daß die oben skizzierten Phänomene einfach Eigenschaften einer physikalischen Mikro-Ebene sind, eben der Quantenmechanik.

Bild zu: Tot und lebendig: Schrödingers Katze

Zurück zur Katze. Da Teilchen sich wie Wellen gewissermaßen an mehreren Orten gleichzeitig aufhalten können, und dieser Aufenthaltsort obendrein auch noch mit Meßvorgängen interagiert, ist Schrödingers Gedankenexperiment nur die logische Konsequenz der Annahmen über die Quantenmechanik, übertragen auf größere Objekte. Die Teilchen in ihrem Überlagerungszustand mit verschiedenen Aufenthaltsorten führen dazu, daß die experimentelle Katze sich in ihrem uneinsehbaren Karton während der Beobachtungszeit in verschiedenen Zuständen befinden müßte, weil sich die Unschärfe des Atomzerfallteilchens auf seine Umgebung überträgt. Öffnet man hingegen den Kasten, kollabiert die Wellenfunktion, die Überlagerung endet, die Teilchen entscheiden sich für einen Aufenthaltsort und die Katze ist beobachtbar entweder tot oder lebendig.

Das ist natürlich ziemlich weit hergeholt und eben das wollte Schrödinger mit seinem Gedankenexperiment zeigen. Warum aber beobachten wir keine gleichzeitig toten und lebendigen Wesen? Gemäß der “Kopenhagener Deutung”, weil mit der Messung bzw. bewußten Beobachtung die Teilchen sich für einen Zustand und Ort entscheiden. Gemäß der Dekohärenztheorie hingegen liegt es daran, daß Überlagerungen nur bei sehr kleinen Objekten auf atomarer Ebene auftreten, sich jedoch mit zunehmender Größe/Masse des Objekts die Überlagerung von Wellen immer schwieriger gestaltet und irgendwann einfach nicht mehr stattfindet – zum Beispiel bei Katzen. Und umso fetter die Katze, umso weniger Überlagerung. Die Wellenfunktion kollabiert nicht erst mit der Beobachtung, sondern schon durch die Interaktion mit größeren Systemen (also zum Beispiel der Katze).

Die ganze Theorie ist reichlich abstrakt – und wann wäre dieses Wort angemessener als bei einer solchen Theorie, die sich quasi per Definition des meßbaren Beweises entzieht – und zum Besten aller Katzen dieser Welt kann ich nur hoffen, daß es niemals jemand mit einer Katze umgesetzt hat.

 

 

Veröffentlicht unter: Black Box, Forschung, Physik

 

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Werte Sophia, ich liebe cat...

Werte Sophia, ich liebe cat content - und Heisenberg war auch ein Großer! Danke für den unterhaltsamen Beitrag, nachdem bei den Blog-Kollegen ja, bedingt durch Urlaubsabwesenheit und sonstige Hinderungsgründe, eher wenig los ist.

@Sophia: meinten Sie dieses...

@Sophia: meinten Sie dieses Zitat? - „Ich unterscheide vier Arten. Es gibt kluge, fleißige, dumme und faule Offiziere. Meist treffen zwei Eigenschaften zusammen. Die einen sind klug und fleißig, die müssen in den Generalstab. Die nächsten sind dumm und faul; sie machen in jeder Armee 90% aus und sind für Routineaufgaben geeignet. Wer klug ist und gleichzeitig faul, qualifiziert sich für die höchsten Führungsaufgaben, denn er bringt die geistige Klarheit und die Nervenstärke für schwere Entscheidungen mit. Hüten muss man sich vor dem, der gleichzeitig dumm und fleißig ist; dem darf man keine Verantwortung übertragen, denn er wird immer nur Unheil anrichten.“( Kurt von Hammerstein-Equord (zitiert aus Hans Magnus Entensberger: Hammerstei oder der Eigensinn))

0 Jochen Gruneberg 15.09.2011, 10:16 Uhr

In Heisenbergs ursprünglicher...

In Heisenbergs ursprünglicher Formulierung der Quantenmechanik, die natürlich völlig äquivalent zur Schrödringerschen Wellenmechanik ist, wurden die physikalischen Größen wie Impuls, Energie etc. durch i.d.R. unendlichdimensionale Matrizen ersetzt, die man heute Operatoren nennt. Im Prinzip werden also kommutierende Größen (Zahlen und Funktionen) durch nicht-kommutierende ersetzt (A*B ist für zwei Matrizen A und B i.a. ungleich B*A), die auf einem wohldefinierten Zustandsraum agieren. Die Wahrscheinlichkeitsinterpretation ist eine Folge davon. Ist man konsequent und geht davon aus, dass nur die Gesamtwellenfunktion des Universums niemals kollabiert und alles (also auch makroskopische Objekte) von den Gesetzen der Quantenmechanik beherrscht werden, führt das dazu, dass ein Messprozess zwar zu den paradoxen Resultaten führt, aber nur für den Beobachter, alle anderen möglichen Ergebnisse sind auch realisiert, aber für den Beobachter nicht zugänglich. Jeder Messprozess teilt die Welt in eine, die wir beobachten und eine die sich unserem Zugriff entzieht. Diese von Everett in den 50er Jahren veröffentlichte, konsistente Interpretation der Quantenmechanik war den Vätern derselben wohl bewusst, aber mit Recht auch ungeheuer, weil man die inflationären Parallelwelten, die durch die Zeitenttwicklung generiert werden, per constructionem nicht beobachten kann. Allerdings löst Everetts Interpretation auch viele Probleme. Die Theorie bleibt, nimmt man die unbeobachtbaren Parallelwelten hizu deterministisch, Zeitparadoxa - die Allgemeinen Relativitätstheorie lässt geschlossenen Zeitartige Kurven prinzipiell zu - etc., können nicht auftreten u.s.f. Man entschloss sich, die Quantenmechanik nur für kleine Objekte ernstzunehmen und postulierte, dass ein Meßgerät mit genügender Genauigkeit der klassischen und nicht der Quantenmechanik genügen muss. Schrödingers Gedankenexperiment verdeutlicht nur, was die Kopenhagener Interpretation der Quantenmechanik für makroskopische Objekte bedeutet. Die Konsequenzen der Viele-Welten-Theorie ala Everet u.a. ist allerdings noch ungeheuerlicher. Andererseits ist die Quantenmechanik unabhängig von der Deutung des Messprozesses unzweifelhaft (innerhalb der durch Experimente gesetzten Grenzen) wahr. Die seltsame Nicht-Kommutativität physikalischer Größen, die diese Konsequenzen hat, bedingt u.a. die Stabilität der Materie aus der auch wir bestehen.

0 RonSchaffer 15.09.2011, 10:33 Uhr

Das interessante and der...

Das interessante and der Überlegung Schrödingers ist die merkbare Grenze, an der sich ein denkender Geist sanft stößt, wenn er über sich selbst und seine Erkenntnisfähigkeit nachdenkt. Leider wurde Schrödingers Experiment oft esoterisch verzerrt, was seine Grundfaszination aber nicht schmälern soll. Scheinbar hängt die Erzeugung des Geist-Objekt-Dualismus vom Maßstab ab und der Fähigkeit über sich selsbt nachzudenken, denn der Geist der Katze denkt scheinbar nicht darüber nach, auch wenn er vom Prinzip dazu in der Lage ist (sich selbst zu erkennen) Erstaunlich dabei ist aber auch, dass das Phänomen aus sich selbst heraus nicht überzeugend erklärbar ist, wofür dann gerne versteckte Variablen oder göttliche Erklärungen genommen werden. Ob man nun mit Kurt Gödel oder Gott argumentiert ist wahrscheinlich letzlich egal, weil es scheinbar zum Prinzip eines reflektierenden Geistes gehört sich aus sich selbst heraus nicht erklären zu können und Schrödingers Experiment Die auf schöne Weise verdeutlicht.

Sophia, sehr schön, dass Sie...

Sophia, sehr schön, dass Sie dieses Thema aufgreifen, aber Sie beenden es irgendwie genau dort, wo es interessant wird (Die Probleme der Kopenhagener Deutung, EPR paradox etc.). Eine sehr schöne und allgemein verständliche Einführung zum Thema gab es kürzlich auf: http://theonlinephotographer.typepad.com/the_online_photographer/2011/08/cteins-200th.html

Was lent man daraus? Immer...

Was lent man daraus? Immer schön aufpassen aufeinander, sonst zerfällt man, oder der Andere. Ich erinnere mich immer gerne an die diskurs- und theoriegierigen Neunziger Jahre, an das Ballyhoo, das postmoderne Theoretiker um die Adaption solcher Theoreme (Heisenbergsche Unschärferelation, Rhizome, Gödel-Escher-bach, Schrödingers Katze, Enthropie, usf.) in die Geisteswissenschaften veranstalteten. Da es noch kein Wikipedia gab, hätte man die Quellen lesen müssen. Das war mühsam, weshalb sich so ziemlich alles a la longue als peinlicher Schmarrn erwiesen hat, wenn man denn am Ball blieb. Es gab dann ein schönes Buch von zwei amerikanischen Physikern, die das ganze auf die Spitze trieben und eine postmoderne Theorie auf Grundlage einer erfundenen physikalischen Beobachung zum Gaudium des Publikums und Blamage der begierig darauf einsteigenden Humanities entwarfen. Die Namen sind leider entfallen. Leider hat das ganze auch zu einer bedenklichen Beliebigkeit geführt, indem die damaligen Peinlichkeiten der Karriere nicht geschadet haben. Das hat zwar so manch anderes Foschungsdesign auch nicht, dem wurde aber Ernsthaftigkeit unterstellt und meist mit Ernsthaftigkeit betrieben. Seit dieser willkürlichen Hingabe an unverstandene naturwissenschaftliche Beschreibungslehren hat man sich doch mit deutlich abgesenktem Niveau zufriedengegeben. Geht ja auch so. Was mich bei Schrödinger immer irritiert: Ist die Katze denn kein Beobachter? Jedenfalls ergeben meine Beobachtungen, daß die Katze die Rolle des Betrachters in einen betrachteten Beobachter wandelt, meist mit aktiver Unterbindung der beobachtenden Teilnahme im Sinne von: geh jetz schleich di, runter von dera Dasdadur etza.

0 sophia.infinitesimalia 15.09.2011, 11:14 Uhr

Liebe muscat, die Bilder sind...

Liebe muscat, die Bilder sind gewissermassen der Beitrag des Kollegen. Katzencontent, und so. . ego, genau das. Das Buch hatte ich vor Jahren schon mal in der Hand, irgendwann lese ich das auch noch. Danke! . Jochen Gruneberg, ich wußte, daß hier Leser auftauchen würden, die das sehr viel besser durchschauen als ich. Vielen Dank für Erläuterung!

0 sophia.infinitesimalia 15.09.2011, 11:19 Uhr

RonSchaffer, das Experiment...

RonSchaffer, das Experiment und die nachfolgenden Debatten haben so viele Verzweigungen. Interessant war auch die Frage, ob die Katze nicht merkt, was passiert und damit als Beobachter die Entscheidung herbeiführt... aber das hätte vom Hölzchen aufs Stöckchen geführt, ebenso wie die philosophischen Grundlagendebatten. Dafür gibt es ja hier die Kommentarfunktion, wo man weiterdenken kann, über den Text hinaus. . Chris, dafür war einfach kein Platz mehr. Mir tut es schon leid, daß ich das Doppelspaltexperiment nur verlinkt, nicht erklärt habe... vielleicht sollte ich bei unserem Chef erbitten, zukünftig doppelt so viel schreiben zu dürfen. Sie dürfen aber hier gerne über die "interessanten" Dinge diskutieren, das ist ja das schöne an Blogs. . slothro, Katze als Beobachter, siehe oben. Habe ich mich auch gefragt. Oder ein Hund (ich bin eher ein Hundemensch). Und Gödel habe ich bereits vorgemerkt, das kommt irgendwann auch mal.

Sophia, die Kunst liegt halt...

Sophia, die Kunst liegt halt im Weglassen. Manchmal habe ich den Eindruck, es ist eine typisch deutsche Marotte, die Dinge immer bei Adam und Eva beginnen zu wollen. Das eigentlich interessante an der Quantenmechanik sind - finde ich - weder Doppelspalt noch Schrödingers Katze, sondern die Infragestellung elementarer wissenschaftlicher Prinzipien (lokaler Realismus), welche auch weit außerhalb der Physik von Bedeutung sind. . Aber der 'Chef' hat ja sicher nichts gegen Fortsetzungsgeschichten...

Ah! Ich liebe...

Ah! Ich liebe wissenschaftlichen Katzenkontent. Das sind 2 meiner Haupt-Hobbies in einem. Und dann noch lecker Essen dazu, das wärs. . Für Schrödinger-Dummies: „Wenn man eine Katze auseinandernehmen will, um zu sehen, wie sie funktioniert, hat man als erstes eine nicht funktionierende Katze in den Händen.“ . Ganz einfach. Nicht dass ich es jemals umgesetzt hätte, denn es ist sofort, ohne Tierversuch, zu begreifen. . In der Wissenschaft der Labore und weiße-Mäuse-Baracken schon länger bekannt: Allein der Eingriff des Messens verändert bereits das zu messende Objekt. . Zur Quantenmechanik noch etwas, was man sich als Dummie (bin ja auch nur ein Dummie) ganz einfach merken kann: Quantenmechanik ist, wenn man in Solnhofen ein Quant kitzelt und es dann in Seattle lacht. . So kann man das Mysterium noch besser begreifen als mit der Katze. Die eh ein recht mystisches Tier ist. Mit Sinnesorganen, die noch nicht einmal recht erforscht sind (kann sie mit den Barthaaren hören?).

0 Grand Guignol 15.09.2011, 12:21 Uhr

Schön klingt immer wieder,...

Schön klingt immer wieder, sobald Politiker, Journalisten etc. (Die Dame S.A.A.I. ausgenommen) immer zu unpassenden Gelegenheiten von einem Quantensprung daherreden (....da müßte jedes Huhn ja gackern, sobald es ein Ei gelegt hat....). .. Schrödingers Katze hat sich wieder auf´s Mausen verlegt, es war ihr zu langweilig geworden immer nur vor die Alternative, vor irgendwelchen Spalten, gar in Hilberträumen, gestellt zu werden nach dem Motto "friß oder stirb". Ausserdem hat sie auch sonstige, arteigene Bedürfnisse verspürt, das jedoch weiter zu erörtern, dürfte den obig gesetzten Rahmen jedoch über die Maßen sprengen. Für unscharfe, relative Vermutungen ist so eine Katze eben auf die Dauer nicht zu haben. http://www.thur.de/philo/project/qt.htm

Ah, deswegen kamen mir die...

Ah, deswegen kamen mir die Tierchen so bekannt vor. Die obere ist glaube ich Minka.

Jochen, der Reiz der...

Jochen, der Reiz der Viele-Welten-Theorien liegt ja in der Einfachheit (siehe Occams razor) - das Problem ist aber, dass sie sich prinzipbedingt wohl nicht beweisen lassen, womit wir eigentlich schon wieder bei Kurt Gödel sind...

0 Grand Guignol 15.09.2011, 13:07 Uhr

Chris@: Vielleicht können Sie...

Chris@: Vielleicht können Sie helfen? Was ich schon immer mal wissen wollte, die Lektüre von Kurt Gödel und das Anhören des Ricerario von J.S.B. halfen nicht weiter: Wieviel Engel (deren Existenz vorausgesetzt) haben eigentlich auf einer quantenmässig gehärteten Nadelspitze Platz?

Ich habe Schrödingers Katze...

Ich habe Schrödingers Katze noch nie so schön nicht verstanden wie bei Ihnen; vielen Dank!

0 astroklaus 15.09.2011, 13:12 Uhr

@slothro Die beiden Physiker...

@slothro Die beiden Physiker hießen Alan Sokal und Jean Bricmont und die "Sokal-Affäre" (http://de.wikipedia.org/wiki/Sokal-Aff%C3%A4re) hat auch noch ihren Beitrag zur USA-Phobie der französischen Intellektuellen geleistet, da die angegriffenen "Postmodernisten" überwiegend Franzosen sind. Wie bereits erwähnt, hatte die Debatte den positiven Effekt, daß man nun vorsichtiger ist mit Übernahmen aus anderen Fachbereichen - aber leider auch den negativen, daß sich nur noch sehr Wenige an interdisziplinäre Themen herantrauen. Meist sind es eher Naturwissenschaftler, die auch Aussagen zu philosophischen oder theologischen Themen machen als umgekehrt. In diesem Bereich gibt es bereits auf dem Gebiet der klassischen Physik Etliches zum Nachdenken. Ich lese gerade (mal wieder) in "Wider den Methodenzwang" von Paul Feyerabend. Ob man nun seine Wissenschaftstheorie teilt oder nicht - er gibt eine sehr ausführliche und fundierte Darstellung der theoretischen, methodischen und praktischen Probleme, die Kopernikus, Galilei und Kepler bei der "Durchsetzung" ihres Weltbildes hatten. Dabei geht es gar nicht um das oft bemühte Verhältnis zwischen Kirche oder Wissenschaft, sondern um ganz praktische Probleme: wenn jemand zum ersten Mal in seinem Leben durch ein Fernrohr schaut, und dieses Fernrohr hat alle nur denkbaren Defekte (Nebenbilder, Farbsäume, Verzerrungen, winziges Gesichtsfeld, unstabile Halterung) - wird der dem Herrn Galilei glauben, ein Lichtpunkt neben dem Jupiter sei ein Jupitermond? Das Problem gibt es auch heute noch in der Optik, je nach Wellenlänge mehr oder weniger stark - aber man weiß mittlerweile, wie man damit umgeht. Oder was ist davon zu halten, daß Galilei detaillierte Zeichnungen der Mondoberfläche veröffentlicht, die ganz offensichtlich andere Dinge zeigen als das, was man mit bloßem Auge sieht; z.B. *einen* riesigen Krater in der Mitte, fast dreimal so groß wie alle tatsächlich vorhandenen, so daß er eigentlich schon sehr lange hätte auffallen müssen? Es gibt auch Stellen, wo argumentiert wird, daß ein Sachverhalt theoretisch so völlig klar sei, daß es völlig verschwendete Zeit sei, ein Experiment auch nur zu planen (dies sowohl bei korrekten als auch bei reichlich absurden Behauptungen). Um auf die Katzen zurückzukommen: Die aktuelle Forschung (Zeilinger) kann mittlerweile verschränkte quantenmechanische Zustände erzeugen, mit denen man instantan auf La Palma eine Schrödinger-Katze töten würde, wenn man auf Teneriffa in die Schachtel schaut, wobei "instantan" eine Zeitspanne meint, die kürzer ist als die Zeit, die das Licht zwischen den Inseln braucht. (Statt Katzen nimmt man aber in der Physik technische Detektoren - sonst wäre es ja Biophysik, gelle?)

Mit Hunden geht das nicht: Die...

Mit Hunden geht das nicht: Die bellen den Geigerzähler an, besabbern das Giftfläschchen, wodurch "der Mechanismus" seine Funktion verliert und schließen mit dem wegen seiner Instabilität hilfsbedürftigen Atomkern Freundschaft. Alles gut. Kein Zerfall. Keine zeitverschobenen Parallelgesellschaftwelten nötig. Die Katze läßt dem Chaos freien Lauf und kommt mir daher auch nicht auf die Zeitung.

0 sophia.infinitesimalia 15.09.2011, 14:26 Uhr

Chris, philosophische Fragen...

Chris, philosophische Fragen sind natürlich auch gut. Katzen aber besser. Und wenn Hunde im Angebot gewesen wären, hätte ich die genommen. . Vroni, Essen hätte auch nicht mehr reingepasst. Aber den Spruch mit der Katze finde ich gut, das ist ja etwa auf dem Abstraktionsniveau meines ursprünglichen Verständnisses. . Grand Guignol, das Wort Quantensprung habe ich noch nie benutzt. Es kommt mir auch eigentlich gar nicht wirklich passend vor, soweit ich das Thema überhaupt (nicht) verstanden habe.

0 sophia.infinitesimalia 15.09.2011, 14:30 Uhr

tiberiat, Sie sind die Dritte,...

tiberiat, Sie sind die Dritte, die diese Aussage macht - aber keiner hat es bisher so nett formuliert wie Sie! . astroklaus, aber bitte, über die Verschränkung zwischen Inseln muß ich nicht auch noch schreiben, oder? Davon abgesehen, bin ich sehr für technische Detektoren. Die armen Katzen. Und Mäuse. . slothro, das beruhigt - wobei Schrödinger schon anmerkte, der Mechanismus müsse natürlich gegen den Zugriff der Katze gesichert werden.

0 astroklaus 15.09.2011, 14:49 Uhr

Nein, verschränkte Inseln...

Nein, verschränkte Inseln muß man nun wirklich nicht verstehen - aber es funktioniert! (Solnhofen - Seattle ist im Moment technisch noch etwas "zu anspruchsvoll", funktioniert aber dann genauso...)

@astroklaus: Danke und wie...

@astroklaus: Danke und wie sagte Bateson (angeblich zu seiner Tochter) so schön: Liebe, mein Kleines, ist ein Beschreibungsmodell. Wissenschaftsgeschichte ist unabhängig von den Wandlungen des Beschreibungsmodells, nicht unerheblich von Wahrnehmungsmöglichkeiten bedingt, die wir uns - eigenartigerweise - nicht vorstellen mögen. Man sehe sich nur beispielsweise die Perspektive des Meisters von Flemalle an. Den Raumanordnungen - ähnlich Galileos Kratergrößen - muß eine substantiell andersartige Wahrnehmung, als der geometrischen Perspektive zugrundeliegen. Die aktuelle Foschung, wieder mal typisch, zieht das Forschungsprojekt auf zwei (!) spanische (!) Inseln, schmeißt den Karton weg und baut zwei Räume mit Hyperlichtgeschwindigkeitsklappen (zum Beobachten) auf und dann ist die Katze nur tot statt tot und lebendig. Ne, ne, ne.

0 specialmarke 15.09.2011, 15:23 Uhr

Das ist doch alles Unsinn: es...

Das ist doch alles Unsinn: es gibt keine Katzen...

Vroni (15. September 2011,...

Vroni (15. September 2011, 13:50), sie kann. Ich weiss das. Meine Katze ist total (!!!!!!!) taub. Sie merkt alles. Immer noch. Und klug ist sie auch. Und alt. Sehr alt. Jahrgang 1988.

0 sophia.infinitesimalia 15.09.2011, 15:26 Uhr

astroklaus, soweit hatte ich...

astroklaus, soweit hatte ich es tatsächlich verstanden. Ich lerne auch nie aus bei diesem Job hier. . specialmarke, aber Hunde schon, oder?

0 specialmarke 15.09.2011, 15:35 Uhr

Klar, aber das ist dann nicht...

Klar, aber das ist dann nicht Schrödingers Hund..

0 specialmarke 15.09.2011, 18:07 Uhr

Schrödinger war, obwohl...

Schrödinger war, obwohl vielleicht ein genialer Physiker, einfach ein lausiger Pädagoge. Seine Katzengeschichte provoziert eigentlich kaum Einsichten, aber reichlich Widerspruch. Wer sich solch eine Versuchsanordnung einfallen läßt, gehört wegen Tierquälerei angezeigt und eingesperrt. Filou würde zurecht einwenden, daß dieses Experiment mit seiner Katze unmöglich klappen kann, weil sie ihre neun Leben noch nicht verbraucht hat. Und überhaupt: Physiker, die Tiere bemühen! In den 40er Jahren, bei der Entwicklung der ersten Flugabwehr-Raketen, faselten deutsche Physiker immer von der "Hunde-Kurve" und meinten damit eine Verfolgungskurve, die eine Rakete vollführt, wenn sie sich fortwährend am jeweiligen Standort des Flugzeugs orientiert. - Kein Hund ist so blöd - alle von mir beobachteten Hunde antizipieren den voraussichtlichen Treffpunkt mit der flüchtenden Katze und rennen schnurgerade dorthin. - Inzwischen machen das die Flugabwehrraketen auch, dank der einschlägigen Arbeiten des Mathematikers Norbert Wiener...

0 Jörg Walter 15.09.2011, 19:55 Uhr

Begriffe wie...

Begriffe wie Unschärfenrelation sind Ausdruck eines Erkenntnissubjekts, das sich weigert, seine eigene Unzulänglichkeit anzuerkennen und lieber versucht, die Wirklichkeit in eine Formel zu zwängen. Weil es der Zustand der Katze FÜR UNS nicht beobachtbar ist, soll er AN SICH nicht eindeutig sein. Ich empfehle die Lektüre der Werke von Karl-Heinz Haag ('Metaphysik als Forderung rationaler Weltauffassung' und 'Der Fortschritt in der Philosophie'). Er hat sich intensiv und explizit mit Heisenberg und Co. auseinander gesetzt.

Neuste Erkenntnisse in der QPH...

Neuste Erkenntnisse in der QPH besagen sogar, dass sich diese Effekte nicht nur im mikro- sondern auch im makrokosmischen Bereich abspielen. Einige Q-Physiker gehen sogar so weit, zu behaupten, alles sei von der QPH bestimmt, vielleicht müsse man sogar eine völlig neue Physik "erfinden". Das ist eben das Wunderbare an den Naturwissenschaften.

Nur eine kleine Anmerkung: man...

Nur eine kleine Anmerkung: man hatte sich zu Beginn des 20. Jhds darauf geeinigt, dass Licht eine Welle ist, es gab bis zu Einstein keinen Nachweis auf die Teilchennatur ...

Von agnostischem...

Von agnostischem Begriff . @Slothro: Sie sagen es. Schau ich mir nur meine Katzen an, dann sehe ich, wie sie mich beobachten. Meine Katzen bemerken sofort, wenn ich im Garten mal kurz einnicke. Sie also nicht mehr beobachte. Sofort sind sie über den Zaun (sie sind keine Straßenkatzen, sie dürfen sich nur unter Aufsicht draußen aufhalten; und wenn ich sie beaufsichtige, d.h. wenn sie das wahrnehmen, halten sie sich auch daran). . Ich formuliere es mal so: Die Welt teilt sich so oder so eh in die wahrgenommene und in die nicht wahrgenommene. Die nicht wahrgenommene, oder besser: die nicht wahrnehmbare, ist genau genommen nicht unsere Welt. Wahrnehmen tut sie allerdings jedes organische Wesen. Mit seinen Möglichkeiten. Also auf verschiedene Weise. So nimmt sie der Delfin per Ultraschall wahr. Die Fledermaus auch. (Grundsätzlich nimmt sie jede Kreatur so wahr, wie es ihr der individuelle Stoffwechsel ermöglicht, und so besehen ist die Welt in Abermilliarden Welten aufgeteilt). . Dennoch ist nur der Mensch das einzige Subjekt hierbei. Das heißt, dass das, war für den Menschen als die Welt „erscheint“, das einzige ist, was Bedeutung hat. Und das somit wäre wohl auch einzig bedeutend für diese Welt. Würde sie jemand fragen. Bzw. könnte sie darauf antworten. (Einzig was zählt, ist Bedeutung erlangen, und wie das zählt, das lernen wir täglich neu, selbst in den bedeutungslosesend Momenten.) . Wir lernen wie der Delfin zu sehen, machen uns also diese „Abermilliarden Welten“ untertan, Stück für Stück. Durch dieses Subjekt hindurch geht alles. Es ist das Nadelöhr, durch das sich der ganze Kosmos zu drängen hat. Und es ist somit vermutlich die einzige Singularität, die es wirklich gibt. Und dass es dieses Subjekt gibt, das hat was damit zu tun, dass dieses Subjekt sich in dem Moment konstituiert, wo es sich diese Welt erscheinen lässt. Also mitnichten „Nichts" sein kann, denn auch unwiderlegbarer Beleg dafür, dass die Welt „ist". Denn das Subjekt ist. So geben sich Welt (Objekt) wie Subjekt gegenseitig Bedeutung. Belegen sich gegenseitig in ihrem „Sein". Und so wird die Welt/das Objekt gewissermaßen „beseelt“, wie das Subjekt durchgeistigt. Sich nämlich bewusst seiend. Und sich derart bewusst, dass es sich eines Tages womöglich doch noch selber transzendiert. . Ohne Bedeutung bleibt Alles nur Geschehen. Wir lernen aus den Skeletten und Zähnen der Kreaturen vor unserer Zeit selbst diese Zeit uns zueigen zu machen. Wir machen damit nicht nur aus vergangenem Geschehen eine (aktuelle, quasi gegenwärtige) Erscheinung, wir gestalten das Vergangene (Geschehen) damit um – „retroaktiv“ (http://blog.herold-binsack.eu/?p=1802, den Begriff habe ich von Zizek). Denn nur so wird es neue Gegenwart, Teil unserer Gegenwart. Teil unserer Geschichte, obwohl nie wirklich in unserer wirklichen Geschichte. . So wie wir diese Welt sehen, war sie also nie. Wird sie nie sein. Denn nicht nur, dass sie ohne uns eine andere wäre, sie ist gleich nichts ohne uns, ohne eben von uns gesehen zu sein. Aber wen interessiert das? Es wird nie jemanden geben, der das kritisch reklamieren könnte. Selbst wenn wir den Dinosaurier mit Bewusstsein zum Leben erwecken würden, oder den Delfin sprechend machten, wären beide zum Einspruch nicht geeignet. Wären sie doch unsere Kreaturen. Teil unseres Kosmos. Teil unserer Gegenwart. Nicht identisch mit der vergangenen Kreatur. . Was uns aber nicht zugänglich ist, nie zugänglich sein wird, ist die Welt des „Wesens“. Denn das wäre die Welt des Hegelschen „reinen Geistes“, oder die Welt des Kantischen „Noumenon“ (http://blog.herold-binsack.eu/?p=1761). Von dieser Welt können wir uns nicht mal ansatzweise einen Begriff machen. Für Kant war es das unerkennbare „Ding an sich“. Deswegen bleibt sie für viele die Welt des Glaubens (auch Kant war noch ein sehr gläubiger Mensch). Die Welt körperloser Seelen. Ein beseelter Himmel gar. Nicht geistige Welt, sondern eine von Geistern beherrschte. . Und vielleicht klopfen wir mit der Quantenmechanik genau an diese Welt an. Versuchen die Geister in unsere Welt zu bringen. Quasimaterialistisch, quasipositivistisch und solchermaßen naiv, versuchen wir sie zu messen. Denn wenn es uns gelänge sie zu messen, wären sie keine Geister mehr (offenbar ist man immer noch nicht von Nietzsches kecker Behauptung überzeugt, nämlich dass Gott tot sei). Doch diese Welt, von der wir uns ja recht eigentlich keinen Begriff machen können, will uns nicht erscheinen, will sich nicht messen lassen. Und wenn uns etwas nicht erscheint, dann können wir es nur glauben oder sein lassen zu glauben. Glauben oder sein lassen zu glauben, was wir glauben zu sehen. Das ist alles, was uns bleibt. Ein agnostischer Begriff. Wahrlich nicht weit über Nietzsche hinweg. . Natürlich stellt sich jetzt die Frage nach der Richtigkeit unserer ganzen begrifflichen Welt. Nach unseren Instrumenten des Sehens, des Messens, des Wahrnehmens. Nur wie können wir das wiederum überprüfen, denn auch davon müssen wir uns einen Begriff machen. Es eröffnet sich hier ein Horizont für unsere Erkenntniskritik, den wir vermutlich so leicht nicht überschreiten.

Korrektur: "selbst in den...

Korrektur: "selbst in den bedeutungslosesten Momenten", muss es natürlich heißen.

0 sophia.infinitesimalia 15.09.2011, 20:35 Uhr

Specialmarke, besonders...

Specialmarke, besonders tierlieb ist das Experiment nicht, und persönlich finde ich ja meine ursprüngliche Version auch netter. . Jörg Walter, ich kenne meine eigenen Unzulänglichkeiten ganz hervorragend. Daß die menschliche Weltsicht sehr subjektiv ist, liegt wohl in der Natur der Sache. . PeKa, da mag ich die klassische, deterministische Physik dann doch lieber. Das verstehe ich auch leichter.

0 sophia.infinitesimalia 15.09.2011, 20:38 Uhr

Julia, vielen Dank... gerade...

Julia, vielen Dank... gerade bei solchen Themen freue ich mich über jeden Leser, der Dinge besser weiß als ich! . Devin08, gelegentlich war ich in Berührung mit diesen Debatten (über Wahrnehmung und Wirklichkeit), aber ganz ehrlich: dafür bin ich zu pragmatisch. Wobei ich größten Respekt habe vor Geistern, die sich mit solchen abstrakten Fragen beschäftigen.

@Jörg Walter: Im Bereich der...

@Jörg Walter: Im Bereich der Physik hat man schon lange bemerkt, dass so etwas wie ein Zustand oder ein Ding "AN SICH" (à la Kant) sich schlicht nicht mit physikalischem Inhalt füllen lässt. Gerade die Quantenmechanik hat zu dieser Erkenntnis geführt. Philosophen mögen darüber spekulieren. In der Physik ist so etwas aber meistens eine sprachlicher Lapsus.

@Grand Guignol 15. September...

@Grand Guignol 15. September 2011, 15:07: alle; @Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia ich möchte nicht unter falscher Flagge segeln, aber tiberiat ist ein "ER"; danke trotzdem für das Kompliment!

0 Frank Schroeder 16.09.2011, 04:10 Uhr

Was, um Gottes Willen, ist...

Was, um Gottes Willen, ist eine "Mail-Korrespondenz"? Mail grossgeschrieben, und dann mit Bindestrich? Ist damit der Austausch von Mail, also Briefen, gemeint? UIm folgenden Satz wird dann ueber "eine dieser Mails" gesprochen? Also handelt es sich nicht um nicht Briefe? 15 Jahre im Aussland und man (ich) versteht die (Deutsche) Welt nicht mehr...

Einiges an Irritationen lässt...

Einiges an Irritationen lässt sich vermeiden, wenn man sich klar macht, dass zur Beschreibung des System einzelne Wellenfunktionen verwendet werden (je nach mathematischem "Werkzeug"), die zu einem Überlagerungszustand zusammengefasst werden, um das Gesamtsystem zu beschreiben. Es ist aber wichtig, dass es sich hier von einer Überlagerung von Funktionen handelt, nicht von einer Überlagerung einer lebendigen und einer toten Katze - Modell und beschriebenes System sollte man nicht verwechseln.

Für alle die die...

Für alle die die Quantenmechanik aus Sicht eines Hundes verstehen wollen: Chad Orzel, Schrödingers Hund, Spektrum-Verlag

Es lebe "Big Bang Theory"!...

Es lebe "Big Bang Theory"! Interessant zu sehen wo, Redakteure ihren Input herbekommen..., der sich so seriös ausweiten kann. ;)

wo ist eigentlich der Mond...

wo ist eigentlich der Mond wenn keiner hinschaut?

0 sophia.infinitesimalia 16.09.2011, 06:19 Uhr

tiberiat, bitte um...

tiberiat, bitte um Entschuldigung, vermerkt für die Zukunft! . Frank Schroeder, Sie hätten eine bessere Bezeichnung für den regelmäßigen Austausch von Mails? Da wäre ich dankbar, wenn Sie das für zukünftige Verwendung mit mir teilen würden. . Gast, danke.

0 sophia.infinitesimalia 16.09.2011, 06:21 Uhr

mahu, das hört sich spassig...

mahu, das hört sich spassig an, danke für den Tip! . Plume, ich bin keine Redakteurin und das hier ist ein Blog - das Plaudern mit den Lesern ist mir wichtiger als der Beitrag selbst... .

0 Hansjörg Pfister 16.09.2011, 06:37 Uhr

Vielleicht ist dieses Rätsel...

Vielleicht ist dieses Rätsel schon gelöst, zumindest was die philosophische Dimension des Ganzen betrifft. Wenn nämlich die "Zeit" ständig in sehr kleinen Einheiten neu entsteht und zwar als Ergebnis des Kollapses einander widersprechender Bedingungsverhältnisse, dann lassen sich diese Dinge sehr einfach erklären. Hier wird das sehr kurzweilig entwickelt: http://www.sine-metaphysica.de/zeit.pdf

0 Falkenherz 16.09.2011, 06:58 Uhr

Es wird wohl eine Weile dauern...

Es wird wohl eine Weile dauern bis quantenmechanisches Verständnis aufkommt, und ich denke, es wird die menschliche Gesellschaft stark verändern oder eine stark veränderte menschliche Gesellschaft benötigen. Wie halt für jede wissenschaftliche Errungenschaft. Juristen und Ehefrauen sind da schon weit voraus; man merkt es dann, wenn man ein klares Ja oder Nein als Antwort erwartet. . Als Science-Fiction-Leser kann ich den Schmarrn mit den endlosen Parallelwelten nicht mehr lesen, so endlos ist der schon zelebriert worden. . Den Begriff instantan werde ich mir zu merken versuchen. Kommutativität wegen akuter Aussichtslosigkeit hingegen nicht. . Das mit der Beobachtung, die das Beobachtete verändert, werde ich wahrscheinlich auch nie verstehen. Wenn ich etwas angucke, verändert sich gar nix, weil mein Auge völlig passiv ist und sich nur dessen bedient, was ohnehin da ist. Aber das Auge täuscht ja bekanntermaßen oft.

0 sophia.infinitesimalia 16.09.2011, 07:51 Uhr

Hansjörg Pfister, bleiben...

Hansjörg Pfister, bleiben immer noch genug Rätsel in der Quantenphysik übrig, arbeitslos werden die Physiker und Philosophen da so schnell nicht. . Falkenherz, ich verstehe das mit der Verhaltensänderung so, daß das Auge zwar passiv ist, das beobachtete Objekt aber nicht. Bei Haustieren zum Beispiel ist das ja noch logisch - bei Teilchen weniger intuitiv, aber wenn die Wissenschaft das sagt. Wobei es ja im Grund genommen einfach so ist: das Ergebnis ist beobachtbar, die Erklärung ist hypothetisch.

Ein entzückender Beitrag,...

Ein entzückender Beitrag, ganz ohne Frage! Und er ist eine wunderbare Analogie zur Informationstheorie: Menschen können Informationen und Nachrichten nicht auseinanderhalten, was dieses allegegenwärtige Rauschen erzeugt. * Würde ja gerne den Artikel auseinandernehmen, habe aber gerade mein Samsung Galaxy 'gerootet' und muss mich jetzt mit dem Linux-Kernel und Googles Android-System auseinandersetzen.

0 Falkenherz 16.09.2011, 08:23 Uhr

Entschuldigung, ich wollte nur...

Entschuldigung, ich wollte nur etwas provozieren. Die eher philosophischen Gedanken um die Wahnehmung des Selbst, der in einigen Kommentierungen aufgeworfen wurde, würde ich auch beiseite lassen, weil es verschiedene Dinge vermischt. . Tatsächlich verstehe ich den Problemkreis so, dass wir bei diesen Kleinstteilchen nicht nur das Auge, sondern auch ein entsprechendes Licht benötigen. Und dieses Licht, Radar, also ein beliebiger Strahl, aus dessen Reflektion wir die passive Beobachtung dann ableiten, trifft auf das Objekt und löst eine Reaktion aus, die das Teilchen schubst oder verändert und damit nicht mehr im vorigen "unberührten" Zustand beobachten kann. Es geht dabei also eher um eine isolierte Betrachtung von etwas, was technisch in dieser Isoliertheit (noch?) nicht möglich ist. . Wenn man nur aus dieser Selbstverständlichkeit ableitet, dass die Katze tot und lebendig ist, dann passt das noch nicht, weil nur der erste Schritt im Katzendenkmodell. Die echte Schrödingers Katze wird nicht erst durch das Auftreffen des Beobachterstrahls tot oder lebendig, sie soll ja beides schon vorher sein und nicht erst durch den Beobachtungsstrahl werden. Es soll also nicht so sein, dass sie durch den Beobachtungsstrahl erst eine der beiden Eigenschaften tot oder lebendig erhält, sie soll vielmehr einen von den beiden Zuständen verlieren, beide hatte sie aber bis dahin. . Ich frage mich, falls ich das richtig verstanden haben sollte, ob Schrödinger da nicht einfach eine logische Rückwärtsbetrachtung durchgeführt hat, die keinem wirklich weiter hilft weil fiktiv. Andererseits, wenn das falsch wäre, die Katze bis zur Beobachtung weder tot noch lebendig war und erst der Beobachtungsstrahl ihr zufallsbasiert einen dieser zwei Zustände zuweist, was war sie dann davor? Darf man diesen vormaligen Zustand als "tot und lebendig" beschreiben, auch wenn er weder mit tot noch mit lebendig zu tun haben könnte? . Ich frage hier nur als Laie mit zuviel Zeit.

0 E.R. Binvonhier 16.09.2011, 09:13 Uhr

Falkenherz 10:23@ Wunderbar,...

Falkenherz 10:23@ Wunderbar, man kann die Wand förmlich riechen.

Ich würde in dem Experiment...

Ich würde in dem Experiment gar nicht versuchen, die Katze zu beobachten. Stattdessen müsste man die Katze in einem lichtdichten, nicht zu beobachtbaren kasten animieren, permanent Laute von sich zu geben (Mausefalle am Katzenschwanz?). Solange Sie miaut, ist sie am Leben, ansonsten tot.

Muss man für das Experiment...

Muss man für das Experiment eigentlich eine Katze nehmen oder funktioniert das auch mit Hunden, Fröschen oder Gänsen? Ich hoffe, jemand hat einschlägige Erfahrungen machen können. Ausserdem frage ich mich verzweifelt, ob es zwingende Voraussetzung ist, dass das ganze Experiment in einem Kasten ablaufen muss. Würde die Durchführung des Experiments auch in einer lichtdichte Hohlkugel oder gar einem Sarg zu gleichen Resultaten führen?

@Sophia Amalie Antoinette...

@Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia Forist Pumpe meinte, dass Schrödinger' s Katze in einer Folge der Seire -The Big Bang Theory- kurz erklärt wurde. Dort habe ich auch zum ersten Mal davon gehört.

Eine Frage mal an die...

Eine Frage mal an die Physikfachleute unter den Lesern. Ist die Quantenmechanik überhaupt eine rein physikalische Theorie?

0 Oliver-August Lützenich 16.09.2011, 11:13 Uhr

Eine Neuigkeit vielleicht? Um...

Eine Neuigkeit vielleicht? Um Schrödingers Katze und Heisenbergs Unschärfe aus der Unbestimmtheit zu befreien, lohnt es sich etwas aus- und auch etwas einzuholen. Einzigartigkeit: Jedes dauerhafte Etwas im SEIN ist eine stabilisierte Welle; so lange stabil, wie sie dauerhaft ist. Über die Dauer entscheiden das Medium (Aussen) und das Potential (Innen), mit der Haut (ZwischenSchicht). Ein Mensch ist ebenfalls eine kurzfristig in der RaumZeit stabilisierte Wellenfunktion (Etwas), um einen von Allen anderen Wellenfunktionen verschiedenen Funktionswert schwankend. Denn Jede Wellenfunktion ist von Jeder anderen Wellenfunktion in der RaumZeit verschieden: Jede Wellenfunktion in der RaumZeit ist Einzig! Die Frequenz von zwei Wellenfunktionen mögen dieSelbe sein, aber entweder ist der Ort, die Position in der RaumZeit verschieden oder der Punkt innerhalb des Veränderungsstromes ist es. Somit ist klar: Jedes Etwas (z.B. ein Mensch) ist von jedem anderen Etwas verschieden! Jedes Selbst ist Einmalig, ist Einzig. Banal, aber ... Was die Meisten, bei dieser Tatsache sofort vergessen ist, das Wir in dieser Verschiedenheit ALLE GLEICH sind: Einzigartigkeit ist eine Gemeinsamkeit in der RaumZeit. GLEICHheit ist ein Merkmal der Verschiedenheit. DasGleiche = DasSelbe + Drummherum; und in diesem Drummherum sind ALLE anderen Selbst und eine Menge unbeteiligten Potentials: Das Dunkle, das Unsichtbare, das Ungreifbare und das Unscheinbare. Davon ist jede Menge mehr vorhanden, als es Etwas (z.B. Materie) gibt. Diese Verhältnismässigkeit ist auch in Allen Etwas im SEIN gegeben, denn wieviele Etwas glänzen und sind für Alle anderen Etwas präsent, und wie viele Etwas sind unscheinbar, unbegreifbar, versteckt, ohne Scheinwerferlicht, im Dunklen? Wer kennt mich und wer kennt Angela Merkel oder Albert Einstein? Daran wird klar, das die Struktur, die das DaSein aufbaut, auch in diesem Aufbau erkennbar ist. Jedes Selbst wirkt in und auf die Struktur, die Es beinhaltet und die mit dem Selbst darin entsteht. Das einzelne Mensch wirkt im SelbstSein u n d auf die Gesellschaft ein, in der Es lebt. Ein Grundprinzip, von der winzigsten Substanz aus der das SEIN aufgebaut ist, bis zur riesigsten Struktur (vielleicht dieses Universum?), die im SEIN vorhanden ist. Frau Merkel bewirkt mehr als ich, aber ich wirke auch auf Frau Merkel. Unmerklich vielleicht, aber vorhanden! Was hat das mit den Quantenfluktuationen zu tun, mit der Überlagerungen von Zuständen, mit der Unentschiedenheit eines Etwas im SEIN? Tod oder Lebendig, An oder Aus, Links oder Rechts, 10€ oder eine Banane? Was wird da überlagert, was ist da unentschieden? Eine Auswahl an Richtungen, eine Anzahl an Möglichkeiten, oder auch jede Menge an anderen Etwas. Da steht Eines (Mensch?) in der RaumZeit und sucht eine Richtung, möchte aus vielen Möglichkeiten Da zu Sein, eine wählen und aus vielen Dingen etwas ergreifen/begreifen. Nur wohin, welche und was? "Treffen Sie ein Auswahl, fällen Sie eine Entscheidung", fordert das DaSein. Mit dem Fuss oder mit der Hand, strahlend oder angestrahlt , 10€ oder eine Banane? Wann fällt die Entscheidung? Und was entscheidet mit? Bedenken Sie die Umstände, in denen eine Entscheidung zu treffen ist. Im Dschungel, ausgehungert, wählen Sie die Banane und lassen die 10€ liegen. Bedenken Sie auch die Vergangenheit: Fordernd und Fördernd oder Fordernd und Verweigernd, was bewirkt Zufriedenheit und was Verzweiflung? Entscheidungen entstehen in und im Etwas, mit Drummherum. Banal, aber doch beständig unbemerkt. Und nun kamen Heisenberg und Schrödinger und packten diese Banalität in Formeln. Etwas entscheidet erst, wenn es vor die Wahl gestellt ist, solange Es das nicht ist, ist Es unentschieden. Jedes Mensch kennt die Unschärfe, wenn Es vor einem Regal mit 3 neuen zartschmelzenden, wunderbar duftenden Schokoladen steht und nur Geld für eine Tafel hat. Da packt Eines die Qual der Entscheidung, die rote Tafel mit dem Erdbeeraroma, die blaue mit dem Lavendelduft oder die braune mit der Trüffelnote? Manche entscheiden schnell, manche riechen minutenlang an jede Tafel hin, bevor Sie vielleicht doch lieber zu einer altbekannten Sorte greifen. So geht es auch den Quanten: Will Es lieber durch den linken oder den rechten Spalt? Lieber dort anhalten oder doch weiterfahren? Das Quant in der Entscheidungsfalle. Entscheiden will gelernt und erlaubt sein, sonst will Etwas (Mensch?) nur seine Ruhe. Mensch steht nun vor einer wichtigen Entscheidung und druckst Etwas herum, aber das geht hier zu weit, das wars...

@Oliver-August Lützenich 16....

@Oliver-August Lützenich 16. September 2011, 13:13 ich hab zwar Schrödinger Katze nicht, aber im Vergleich zu Ihrem Beitrag doch verstanden. Eine Verstehensüberlagerung sozusagen. . Und die Verstehenswelle ist eben kollabiert.

0 Hartmut Neumann 16.09.2011, 13:00 Uhr

Zum Schluß dieser überaus...

Zum Schluß dieser überaus klugen Diskusion - eine Geschiche: Medovnik oder eine Reise in die Unendlichkeit Wahrscheinlich hat sein Vater ihm die Begabung mitgegeben. Leider auch die Figur. „Wenn du dich mehr zurückhalten könntest, wärst Du schon längst Rektor“, pflegt seine Frau manchmal zu sagen. „So giltst du als unbeherrscht!“ Sein Vater war Versicherungsmathematiker, damals als die Bits und Bytes noch nicht die Welt beherrschten und er wie kein anderer eine Matrizenrechnung entwickelte, die die Aktionäre reich machte. Seinen Sohn nannte man „Puffel“, der Name eines Fettgebäcks in seiner Heimatstadt. Aber sie brauchten ihn, er, der schon im Vorschulalter lineare Bestimmungsgleichungen lösen konnte wie etwa: Das 5-Fache meiner gedachten Zahl ist … Sie brauchten ihn für ihre Hausaufgaben, Klassenarbeiten und später für die Promotion. Die schaffte er spielend und noch mehr auf seinem Spezialgebiet der theoretischen Kernphysik. Harvard wollte ihn haben, da war er noch nicht vierzig. Er lehnte dankend ab, sein, Englisch fand er miserabel. Auch mochte er nicht die amerikanische Art zu forschen. Die Geheimnisse der Materie kann man nicht durch immer mehr Technik lüften: „Eine Einbahnstraße ins Nichts, kurz Scheuklappenphysik!“ Auf langen Senatssitzungen, umgeben von eloquenten Anglistinnen und rabulistischen Germanisten, langweilt er sich zunehmend. Früher stellte er sich vor, mit einigen der scharfzüngigen Kolleginnen zu schlafen, wohl wissend, dass er ihren Vorstellungen körperlicher Art keinesfalls entsprach. Manchmal verlässt er vorzeitig die Sitzungen, und schleicht sich “Zum Mohren“ in froher Erwartung, was der Konditormeister an diesem Tag gezaubert hat. Er kennt und bewundert ihn, wenn die Schwingtür aufgeht und er frisch gemachte Butter- und Herrencremetorten, braune Nugatkreationen, Baumkuchen gefüllte mit Maracuja, wortlos abstellt. Welch eine Meisterschaft steckt dahinter, welche Geschmacksatome und ihre Verbindungen sind da wohl zusammengekommen? Gut gelaunt geht er dann noch einmal ins Institut. Seine Doktoranden arbeiteten noch, junge Männer, die heimlich vom Nobelpreis träumen. Hellgelbhäutige schmale Asiatinnen begrüßen ihn, lächeln geheimnisvoll und möchten über Algorithmen sprechen. Mit welchen Kerlen gehen diese Feen ins Bett? Wie sieht ihre Liebe aus, wenn ihr Computer drei Stunden vorher Werte ausspuckten, die ins Unendliche gehen oder Teilchendurchmesser von 10 hoch minus 66 ermittelten, angeblich eindimensionale Energiefäden im neundimensionalen Raum. Kurz vor Weihnachten nimmt er doch noch einmal eine Einladung zu einem Kernphysiksymposium im tschechischen Marienbad an. Er hoffte dort jenen russischen Wissenschaftler zu treffen, älter als er, der schlicht behauptet, dass es keine Materie gäbe, nur elektromagnetische Wellen, Energiefelder, skurrile Quantenwelt eben. Phänomene, die für uns Erdenbürger für alle Zeit verschlossen blieben, so wie die Existenz oder auch Nichtexistenz Gottes. Angekommen, stellte man ihm Leona vor. Fast eine Woche ist sie für ihn da. Konzentriert, manchmal mit einem Lächeln, wenn es hakt, übersetzt sie. Theoretische Physik, insbesondere Teilchen- und Astrophysik ist Mathematik. Gleichungen, die gelöst werden wollen, mit Parametern, die alles andere als genau sind und zu Lösungen führen, die zweifelhaft sind. Sie bleibt verbindlich, auch wenn sich der andere missverstanden fühlt. Am letzten Tag trifft er sie unerwartet in einem Cafe in der Stadt. Sie gibt ihm zu verstehen, dass sie sich freuen würde, mit ihm gemeinsam Kuchen zu essen. Ja, sie hätte eine Schwäche für Torten, gesteht sie und gibt ihm einen Tipp für eine Spezialität, die es nur hier gäbe. Medovnik, Honigkuchen! Eine kosmische Verführung, wie sie meint. Plötzlich fragt sie während er isst: „Wie sehen die Atome im Innern aus, die diesen herrlichen Geschmack hervorrufen? „Wir wissen es nicht“, antwortet er. „Warum riechen wir den Duft und spüren die Schwere in unserem Magen?“ „Verantwortlich ist angeblich das Higgs -Teilchen. Aber wir haben es noch nicht gefunden, und unser russischer Kollege glaubt, dass wir es nie finden werden, weil wir uns nicht von unserer Einbildung befreien können.“ „Warum gibt es Kuchen und uns?“ „ Zufall“, entgegnet er, „der Urknall, so glaubt man, ist eher einem Zufall zu verdanken. Noch fehlen uns ein paar Parameter.“„Und ab wann gibt es die Atome?“ „Nach dem Urknall, von dem wir nichts wissen. Zuviel Unendlichkeit, hier versagt die Mathe-matik!“ „Woher kam die Energie des Urknalls?“ „Wir wissen es nicht.“ Was war denn vor dem Urknall möchte sie jetzt wissen und bestellt zwei Wodka. Er schaut sie an und findet Spott in ihren Augen. „Bestimmt keine Mathematik“, entgegnet er. „Aber was wissen wir denn?“ „Dass sich zwei Massen anziehen“, sagt er lächelnd und nimmt ihre Hand. Spät ist es geworden, sie sind die einzigen Gäste. „Was ist eigentlich Zeit?“ möchte sie noch wissen. „Die Physiker tun sich schwer mit ihr, noch von keinem wirklich begriffen.“ „Ich schenke sie DIR“, und greift nach ihrem Mantel. In dieser Nacht schlafen sie miteinander. In dieser letzten Nacht lieben sie sich so, wie sie die Torten lieben, leidenschaftlich, erfreut darüber, wie gut sie schmecken und mit dem Dank an den Schöpfer der Zärtlichkeit.

0 sophia.infinitesimalia 16.09.2011, 15:03 Uhr

yast2000, oh bitte, scheuen...

yast2000, oh bitte, scheuen Sie sich nicht, den Beitrag auseinanderzunehmen. Ich lerne immer gerne dazu. . Falkenherz, gemäß Schrödinger löst nicht die Beobachtung die Überlagerung aus, sondern umgekehrt, führt dazu, daß einer der möglichen Zustände definitiv eintritt. Wobei ich bei der Beobachtungssache auch mit dem Verständnis kämpfe. . Eiger, die armen Tiere! Gottlob ist es nur ein Gedankenexperiment, sonst hätte ich den Beitrag nicht mit meiner Tierliebe vereinbaren können. Man stelle sich nur vor, es gäbe Nachahmer!

0 sophia.infinitesimalia 16.09.2011, 15:06 Uhr

snoek, es ist wohl doch auch...

snoek, es ist wohl doch auch ein eher abseitiges Thema. . kraffzyk, sonst würden sich wohl kaum soviele Physiker damit beschäftigen, oder? . Oliver-August Lützenich, bin ich dann auch eine Welle? Tut mir leid, da komme ich nicht mehr mit...

Sophia Amalie Antoinette...

Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia1a: "yast2000, oh bitte, scheuen Sie sich nicht, den Beitrag auseinanderzunehmen. Ich lerne immer gerne dazu." ---> Aber nur kurz, keine Zeit:... :-) * 1. "Irgendwo habe ich vor kurzem gelesen, daß sich alle Menschen in zwei Dimensionen einordnen lassen: klug und dumm, und faul und fleißig." --> steht in Carlo M. Cipolla: Allegro ma non troppo * 2."Und halten Sie im Hinterkopf, daß klügere Köpfe als ich über die Quantenmechanik gesagt haben: wer behauptet, sie zu verstehen, hat sie nicht verstanden." --> Das ist das Gesäusel der Experten: Naturwissenschaft mag (und muss) sich naturgemäß verändern, eine Theorie verändert sich dagegen unter Beobachtung nicht, sonst muss man sie verwerfen. s.a. Gödel, Axiomatik etc. * 3. "Mit ihr (der Katze) im Kasten sind auch ein kleiner Geigerzähler, ein Giftfläschchen und ein instabiler Atomkern, der irgendwann in nächster Zeit zerfallen wird." --> Vom intellektuellen Standpunkt aus tun wir das alle: Wir sitzen in einem Kasten mit einem Giftfläschchen... (s.a Existenzialismus) * 4. "Darunter kann man sich etwas ähnliches wie eine besonders komplizierte Wahrscheinlichkeitsfunktion für verschiedene Teilchen-Aufenthaltsorte vorstellen, nur daß es sich bei diesem Phänomen der "Überlagerung" eben nicht um klassische Wahrscheinlichkeiten handelt sondern um eine vollständige Beschreibung." --> Eben. Nur mit der Nennung aller Einflussfaktoren wird Wissenschaft haltbar. (s.a. intellektueller Referenzrahmen) * 5. "Eben diese Eigenschaften führten auch dazu, daß Heisenberg das Wort von der "Unschärfe" prägte, weil den Teilchen in ihrem sonderbaren Quantenzustand ihrer Natur nach nicht mit Messmethoden beizukommen war, auch nicht mit Computern - sie sind einfach unscharf. Punkt." --> Es ist ein Problem der Physiker, nicht aber der Physik! Es sei denn, die Physik selbst hat ihren intellektuellen Referenzrahmen damit überschritten. Es kann einen X-Faktor geben, aber der ist belanglos, weil eben auch unscharf innerhalb des angenommen Sysems. * 6. "Warum aber beobachten wir keine gleichzeitig toten und lebendigen Wesen?" --> Das tun wir doch ständig: Gehen Sie auf die Straße oder schalten Sie mal ihren Fernseher an! * 7. "Die ganze Theorie ist reichlich abstrakt." --> Schrödingers Katze ist neben Gödels Axiomatik oder dem Begriff der Unendlichkeit so ziemlich das Einzige, was nicht abstrakt ist, sondern sehr konkret. Es muss nur anders systematisiert und gedacht werden! Ein Physiker (und andere auch) sollten einfach sagen, dass ihre Grundannahmen falsch sind. (s.a Weltklimaexperten, Atombeherrscher und andere Scharlatane, die sich auf Grundannahmen berufen, die kluge Menschen gar nicht haben) * Dem Atomkern ist es völlig egal, ob er zerfällt; er geht ja nur in einen neuen Zustand über. Das Gift in der Flasche weiß gar nicht, dass es giftig ist und es ist ihm als chemische Substanz auch völlig schnuppe. Tja, und die Katze würde sich kranklachen, wenn sie wüsste, dass sich der Mensch mit ihr solidarisiert. Das klingt vielleicht zynisch, ist aber der Physik völlig egal. Ihre Weltformel ist eine andere: Versprochen!

Nichts als Lücken, dennoch...

Nichts als Lücken, dennoch gebundene Energie . @Lützenich: Ihre Erklärung ist im Prinzip nicht so verkehrt, bis auf den Umstand, dass da nicht nur Wellen im Spiel sind, sondern eben auch Teilchen. – Wir sind Teilchen. Nur wo sich Teilchen bilden, bildet sich Materie. In der Tat: Ansonsten gäbe es nur Energie. Das Welle-Teilchen-Verhältnis betrachte ich daher auch nicht als Dualismus, sondern als dialektische Beziehung (http://blog.herold-binsack.eu/?p=1582). Durch die parallaktische Verschiebungen der Wellenformationen – und infolge deren Überlagerungen - entstehen Lücken und aus diesen wiederum „Etwas“. (So zumindest versuche ich es mit Zizek zu erklären.) Das „Etwas“ quält sich aus dem „Nichts“. Das Nichts ist nicht wirklich nichts, so wenig wie ein Vakuum absolut leer, doch ist die „Füllung“ eines solchen „Nichts“ mitnichten identisch mit dem ansonsten mit Materie gefüllten „Etwas“. (Man könnte sich die Lücke/das Nichts auch als eine Luftblase in einem ansonsten geschlossen Wasserraum vorstellen, wobei im Kosmos diese „Luftblasen“ vermutlich aber einen größeren Raum einnehmen als das „Wasser“. Hier bilden die „Wasser“ sozusagen die Luftblasen.) . Ob die Higgs-Teilchen existieren, wage ich zu bezweifeln. Ich glaube nicht, dass sie nötig sind. Sie wären der letzte pseudomaterialistische Versuch vor die Energie die Materie zu setzen (vor die Wellen die Teilchen). Substanz zu verorten, wo vermutlich nur „Lücken“ sind, Löcher, Energiepotentiale. Die Bewegung allein, die parallaktische Verschiebung, wird es wohl machen, was da einem Higgs angedichtet wird. . Wodurch die Bewegung zustande kommt, kann ich nur vermuten: durch die Teilung. Eins teilt sich in zwei. Das will mir das einzige universale Gesetz sein. Und wahrscheinlich ist die Triebkraft für diese Teilung die nur relative Beziehung zwischen allem. Teilchen, die durch Wellenüberlagerungen entstehen, sind im hohen Maße instabil. Sie zerfallen, sie teilen sich, sie bilden sich neu. Hier und jetzt und andernorts, zu anderer Zeit. So besehen hätten sie gar recht: es gibt nur Wellen. Nur wäre das ein unerträglicher Relativismus. Das was ist - hier und jetzt - vergeht in der Zeit, füllt den Raum. Und solange ist es Etwas. Und dieses Etwas zeigt sich als (relativ) stabil. Für ein Menschenleben können das 100 Jahre bedeuten, für eine Eintagsfliege ein Tag, für einen Kosmos hunderte von Milliarden Jahre. Die Veränderung ist dennoch beständig. Der Mensch altert, eben so der Kosmos. Dazwischen wird gelebt und gestorben und wieder gelebt und gestorben. Und die Summe aus all dessen wäre das Leben, wären die Teilchen, bilden die Substanz, wäre also mitnichten nur Energie. Gebundene Energie, damit kann ich leben. . Ein Energiebündel, sozusagen. Und ich denke, damit können auch Sie leben, Frau Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia. Denn das sind Sie doch auch.

0 Oliver-August Lützenich 16.09.2011, 18:45 Uhr

tiberiat: Was mich wundert...

tiberiat: Was mich wundert ist, das ein Text ohne komplizierte (Fach-)Begriffe scheints inzwischen schwerer zu verstehen ist, als mit? Oder ist es allgemein das Thema? Sophia: Ja, Sie sind auch eine Welle, auch Ihnen ist eine Frequenz eigen. Prinz Louis de Broglie stellte 1923 die Hypothese auf, das auch Materie Welleneigenschaften aufweist. Clinton Davisson und Lester Germer wiesen diese Materiewellen wenige Jahre später mit Elektronenstrahlen an einem Nickelgitter/-kristall nach. Masse zeigt Interferenzphänomene, also typische Welleneigenschaften. Versuche bis zur Grösse von Molekülen bestätigten die Welleneigenschaften von Materie, allerdings sind die Frequenzen von grösseren Masseobjekten wie Menschen derart gering (wegen des winzigen Planckschen Wirkungsquantums "h"), das sie nur bei sehr sehr sorgfältigen mikroskopischen Untersuchungen sichtbar werden. Die Natur zeigt da, das Alles Was ist, in Bewegung ist. Materie und damit auch Wir Lebewesen sind eine standhafte Bewegung, mit der kleinen Einschränkung: "vorübergehend" standhaft. Masse ist eine "vorübergehend" stabile Welle.

0 E.R. Binvonhier 16.09.2011, 21:44 Uhr

Der Begriff 'Instantan'...

Der Begriff 'Instantan' gefällt mir auch. . Wenn so manch ein Laie umgangssprachlich vom Quantensprung spricht, könnte damit nicht der 'Sprung' von der klassischen Physik zur Quantenphysik gemeint sein - der ist doch gewaltig.

0 E.R. Binvonhier 16.09.2011, 22:14 Uhr

... mit denen man instantan...

... mit denen man instantan auf La Palma eine Schrödinger-Katze töten würde, wenn man auf Teneriffa in die Schachtel schaut..." . Bitte, das hat jetzt aber nichts mit Voodoo zu tun oder gar mit Voodoo-Ökonomie? . Da würde man die aktuellen Probleme ja vollkommen falsch angehen.

0 Frank Schroeder 17.09.2011, 03:03 Uhr

Dear Sophia, Assuming "Mail"...

Dear Sophia, Assuming "Mail" is meant to refer to "email" or "Email", why don't we just call a spade a spade, and use "Email"? To "mail" something means to send a letter/postcard/package. "To send mail" may be used occasionally to refer to email, but only when context is unambiguous. Seriously, "Mail-Korrespondenz" ist wirklich ein schauerliches Wortungetuem. Koennen Sie sich vorstellen, ueber eine "Brief-Korrespondenz" oder eine "elektronische Nachrichts-Korrespondenz" zu berichten? Loriot faende hier Material! Also, wie waer's mit folgenden Substitutionen: "Mail-Korrespondenz" -->> "Korrespondenz" "Mail" -->> "Email" Cheers, Frank

0 sophia.infinitesimalia 17.09.2011, 09:02 Uhr

yast2000, vielen Dank, das war...

yast2000, vielen Dank, das war sehr übersichtlich und dabei doch erhellend! . Oliver-August Lützenich, ich, als Welle, meine, daß Fachbegriffe natürlich das Verständnis vereinfach, wenn man sie kennt. Ich möchte aber auch für die Leser schreiben, die nicht spontan Begriffe wie "Überlagerung" und "Welle-Teilchen-Dualismus" einordnen und fachgerecht interpretieren können. Das macht den Text dann einfach sperriger, weil vieles erklärt werden muß. Finde ich aber immer noch besser, als nur für die zwanzig Physikbeflissenen hier zu schreiben.

0 sophia.infinitesimalia 17.09.2011, 09:07 Uhr

E.R. Binvonhier, da müßte...

E.R. Binvonhier, da müßte man wohl die Politiker fragen, welchen Quantensprung genau sie meinen. Auf die Antwort wäre ich gespannt! . Werter Frank Schroeder, ich finde die Verkürzung von Email zu Mail nicht weiter schlimm, ich mache das dauernd und werde dabei prima verstanden. Sie dürfen sich aber gerne weiter in Loriots Fußstapfen betätigen und auf der Wortwohl rumhacken.

0 Falkenherz 17.09.2011, 10:01 Uhr

Ai, Hartmut Neumann, die...

Ai, Hartmut Neumann, die Geschichte hat mir gefallen.

0 Oliver-August Lützenich 17.09.2011, 10:26 Uhr

an Sophia: ich bin bei der...

an Sophia: ich bin bei der Vermeidung der Fachbegriffe ganz bei Ihnen, auch mir geht es darum, das Wissen zu verbreiten und im Einzelnen zu erweitern, deshalb hier noch ein "kleiner" Zusatz. Dieses oben erwähnte "vorübergehend", kann in ErdenJahren auch in die Billionen gehen, aber was ist das für die Ewigkeit des SEIN! Dem ist selbst das Vergehen eines schwarzen Lochs, wie ein leiser Furz. Ein Insiderwitz, sorry. . Wie erstaunlich und grossartig ist es da, das Wir so dermassen kurzfristigen, dem SEIN bisher noch nicht mal eine besondere Aufmerksamkeit wert seienden Wellen- und Teilchenbewegungen, Uns anschicken, die Dimensionen zu zählen, die Richtungen zu bewerten und die Grössen zu messen! Oder? Darf ich mal so nebenbei, Uns auf die Schulter klopfen, und Uns gratulieren! Mit Uns meine ich ALLE irdischen Lebensformen, die diese grossartige Leistung gemeinsam vollbringen, oder glaubt noch Irgendjemand, das "ausschliesslich" das Mensch daran beteiligt ist, das SEIN zu ermessen? Nein, das Mensch ist einschliesslich und mitbeteiligt an den Erfolgen des irdischen DaSeins. Wer das nicht "glaubt", den verweise ich auf die Erfolge des Fachgebietes der Bionik, die viel zu selten gewürdigt werden, dann wird der Glaube sehr schnell durch Wissen ersetzt, was Uns gut tut. Nur nebenbei. . Nachschub: Die Gesetze, die auf der Ebene der Grundsubstanz des DaSeins (bis Jetzt sind Wir bis zu den Quarks gekommen, vielleicht sind die Strings das letzte Wort, wer weiss?) wirken, tun das auf allen weiteren Ebenen, die daraus hervorgehen. Das habe ich im obigen Beitrag beschrieben, vielleicht zu abschweifend und in anderen Worten, als gewöhnlich? Jedoch, gerade das Gewöhnliche verhindert oft genug einen weiten und klaren Blick in die Wirklichkeit, weil die Gewöhnlichkeit meist nach Hinten, in die Vergangenheit, gerichtet ist und dadurch jede Menge RaumZeit, die auch zur Wirklichkeit zählen ausspart und dazu zählt auch die Sprache; auch die Sprache braucht ab und zu eine Neubewertung und Neugestaltung, aber das gehört nicht hierher. . Fakt ist: Jede der Ebenen, die aus der Grundstruktur des DaSeins ensteht, enthält auch die Funktionsweisen (Regeln/Gesetze, Prägung/Erfahrung und FreiRäume) dieser Grundstruktur und fügt dem noch etwas "Kleines" hinzu. "Emergenz" ist dazu der Begriff, oder einfacher: jede weitere/"höhere" Ebene ist mehr, als die Summe, der sie bildenden Bereiche und Substanzen. Jedes Niveau ist ein Zeugungsakt und gebiert eine Neuigkeit, ohne das von den Aufbauebenen dabei etwas verloren geht. Und so, wie ein Mensch erst eine Entscheidung trifft, wenn Es vor die Wahl gestellt wird oder von Aussen dazu gebracht/gezwungen wird, trifft auch die Substanz, aus der Lebewesen aufgebaut sind, eine Entscheidung erst, wenn eine Wahl gefordert/erzwungen wird. Z.B. wenn ein Detektor in den Weg gestellt wird, oder ein Energie-Transport-"Teilchen" (Licht) auf Masse trifft, oder ein Mensch die Wahl zwischen 10€ oder der Banane hat. Die Überlagerung von Möglichkeiten ist der Zustand der Unentschiedenheit, den Jedes Mensch sehr wohl genauso kennt und erlebt/erleidet, wie die Substanz aus der das Mensch aufgebaut ist. Das Mensch ist wesentlich weniger besonders, als es Uns oft scheint, aber so ist das mit dem Schein nun mal, er reicht nur selten "tiefer", als bis zur Haut. Nun, in dieser Haut stecken Wir aber nun mal Alle drinn, vielleicht ist es langsam an der RaumZeit, dem Schein auch den Weg durch die Haut nach Innen zu öffnen und das DrInnen auszuleuchten, oder spielen Wir noch ein wenig weiter Verstecken? Halt! Stopp, keine Politik hier... . Es ist ein Fehlschluss anzunehmen, das die Natur-Wissenschaften etwas aussergewöhnliches, etwas seltsames, gar unbegreifliches offenbaren. Dies ist die Aufgabe der Phantasie, oder das Gefühl der Un-Wissenheit. Die gute Wissenschaft kennt nur Tatsachen und beweist sie in Form von wiederholbaren Versuchsabläufen und packt die Ergebnisse in kurze, klare Formeln. Mathematik, Physik ... sind Naturbeschreibung in Kurzform und wie sagt der Volksmund: In der Kürze liegt die Würze. Wissenschaftlern fällt es aber immer seltener schwer, die Vorgänge der Natur so zu schildern, das auch weniger wissende Menschen die Lust fühlen in diese WEITE, die so kurz daherkommt (E = mc2) einzutreten. Schrödinger und Heisenberg taten sich noch schwer, diesen Zugang auf einfache Weise zu vermitteln und leider wird bis Heute oft noch mehr herumgedruckst und schwammig umschrieben, als einfach und klar darauf hinzuweisen, das Wir in den Ergebnissen der Wissenschaft immer mit-enthalten sind. Ja, Wir haben den Klimawandel mit-verursacht und ja, die Auswirkungen des Klimawandels betreffen auch Uns. Ja, auch Wir sind in einem Überlagerungszustand, ständig, weil Wir ständig mit " f a s t" unendlichen Möglichkeiten der Weiterentwicklung konfrontiert sind und damit auch ständig vor einer Wahl stehen, die Wir meist auch erst treffen, wenn die Wahl auf Uns trifft, wie z.B. die Wahl, vor der ich am Sonntag in Berlin stehe. Ich bin da wie Schrödingers Katze noch in einem Überlagerungszustand: Grüne, Piraten oder doch lieber den Showstar? Sophia: Danke! für die Bühne.

Sophia Amalie Antoinette...

Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia: "yast2000, vielen Dank, das war sehr übersichtlich und dabei doch erhellend!" * Falls hier wirklich Leute unterwegs sind, die das interessiert: Schrödingers Katze kommt man bei, in dem man mit diesem Experiment und mit Franz Kafka's "Verwandlung" eine Schnittmenge bildet. Wenn die Katze tot ist, kann man auch noch den "Prozess" mit heranziehen. Diese Schnittmenge bildet ein vollwertiges Theaterstück, dass in Echtzeit jetzt gerade spielt. Es handelt von Lebewesen, die dringend herausfinden wollen, wer sie wohl nicht sind und beschreibt den Zustand unserer heutigen Welt. Aber ich will nicht langweilen... :-)

0 bertholdIV 17.09.2011, 15:30 Uhr

@sophia "Nach den Annahmen der...

@sophia "Nach den Annahmen der Quantemechanik befindet sich der Atomkern während dieser Stunde im Zustand der Überlagerung, er ist damit gleichzeitig zerfallen und nicht zerfallen. " man muss da aufpassen, nicht zu viel "einfache" ontologie hineinzubringen. eigentlich kann man nur sagen, dass die wellenfunktion eindeutig sein kann und trotzdem im z.b. orts, impulsraum dann halt nicht kommutativ ist, h/2 etc. wir hatten das glaube ich schon bei da mal diskutiert. auch beim rosen-po... experiment wird m.e. oft ein bisschen viel scholastische vormoderne causaltheorie reingemischt und das führt dann zu lustigen märchen, wie sie anton zeilinger verbreitet... leider kennen viel zu wenige gute physiker philosophische logik, wissenschaftstheorie etc...

0 sophia.infinitesimalia 18.09.2011, 20:32 Uhr

yast2000, das habe ich nie...

yast2000, das habe ich nie gelesen, ich war nach dem Prozess bedient. Sie langeweilen NIE! . bertholdIV, wenn ich das geschrieben hätte so wie Sie - wieviele Leser hätten es verstanden? Es ist unglaublich schwer, komplexe Zusammenhänge einfach und doch korrekt darzustellen.

0 bertholdIV 19.09.2011, 05:30 Uhr

@sophia nichts gegen ihren...

@sophia nichts gegen ihren text, mir hat er gut gefallen. aber vielleicht ist es einfach gar nicht machbar von der mathematischen fomulierung in "umgangssprache" überzugehen, wenn unsere sprache mit all diesen erfahrungen belastet ist. sehen sie sich diesen satz an: ", d.h. die Teilchen entschieden sich sozusagen sprunghaft für einen Aufenthaltsort". alleine das wort entscheiden hat so viel philosophisches, was mit"schwingt"

0 sophia.infinitesimalia 19.09.2011, 08:25 Uhr

Werter bertholdIV, die...

Werter bertholdIV, die Konsequenz wäre dann aber doch, daß entweder alle, die sich damit beschäftigen wollen, halbe Experten werden müssen (um sich das korrekte Verständnis des Fachvokabulars zu erarbeiten), oder aber alle Laien halten sich raus und wir verabschieden uns vom Anspruch, auch der Durchschnittsbürger sollte von Fachthemen zumindest ein rudimentäres Verständnis haben (egal ob das nun Physik oder Finanzwirtschaft ist).

Wenn Du traurig lebensmüde...

Wenn Du traurig lebensmüde stehst am First, weil das Schicksal schlägt mit seiner Tatze, und Du für einen Moment ganz ehrlich wirst: Das meinte Schrödinger mit seiner Katze!

0 sophia.infinitesimalia 19.09.2011, 08:50 Uhr

yast2000, ergreifend. Meine...

yast2000, ergreifend. Meine wunderbaren Leser überraschen mich immer wieder mit ihrem Einfallsreichtum!

Sophia Amalie Antoinette...

Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia: "yast2000, ergreifend. Meine wunderbaren Leser überraschen mich immer wieder mit ihrem Einfallsreichtum!" * Was wollte Schrödinger nun sagen? Wenn wir Katzen oder Menschen oder anderes Gekräuch und Gefleuch auf Atombasis herunterrechnen, könnten diese atomaren Lebewesen auch Bäume, Seen, Gift oder ein Metreorit sein. Bäume, Seen oder Meteoriten denken aber nicht darüber nach, wer sie sie sind, denn sie haben kein Bewusstsein: Ab da wird es also unscharf, die Welt auf naturwissenschaftliche Weise zu betrachten, wie wir es bisher getan haben. * Wenn Licht also sowohl Masse als auch Energie enthalten, dann ist unser Masse- und Ernergiebegriff falsch und muss neu gedacht werden und die Lösung liegt ja schon auf der Hand: Masse ist Ernergie (z.B. Atommeiler) und Energie ist auch Masse (z.B. Meteoriteneinschlag, der seinen Schaden durch seine Geschwindigkeit anrichtet, nicht durch seine Masse). Aber deswegen jetzt Schulbücher umschreiben? * P.S. Kleiner Hinweis für Nichtnaturwissenschaftler: Religion ist auch unscharf... :-)

0 bertholdIV 19.09.2011, 10:48 Uhr

@sophia nein, nein,...

@sophia nein, nein, wunderschön hier in ihrem salon, aber: http://www.amazon.de/Quantenheilung-Wirkt-sofort-jeder-lernen/dp/3867310394 gestern im ice nürnberg-wien habe ich gesehen, wie eine frau das las

Ohne Philosophie wird die...

Ohne Philosophie wird die Physik scheitern . Wer Brian Greene „Das elegante Universum“ (bzw. „Der Stoff, aus dem der Kosmos ist“) oder Lisa Randall „Verborgene Universen“ gelesen hat, ich sprach schon davon, dem wird nicht entgangen sein, dass der Versuch physikalische Vorgänge rein physikalisch, sprich: mathematisch zu erklären, ganz offensichtlich auch schon den Physiker überfordert. Jede Deutung – und deuten müssen wir - beinhaltet per se „Bilder“, sprich: philosophische, erkenntnistheoretische oder gar religioöse Elemente. Einstein redet von „Gott, der nicht würfele“, Lisa Randall bemüht Texte von den Beatles, wie diesen hier: „Got to be good looking `Cause he’s so hard zu see.“ (Er muss gut aussehen Weil er so schwer zu sehen ist), oder von anderen Rockmusikern, um physikalische Vorgänge zu begreifen und Brian Greene stellt den Kosmos in seinem „Stoff“ dar, wobei er ein metaphorisches Bild verwendet – auch auf dem Klappentext als quasi verwobene Seide so vorgestellt – welches sich eben nach Bekleidungsstoff, nämlich von feinster Webart, anfühlt. Also was nützt uns die Vorstellung des Universums rein in Formeln, wenn es uns nicht gelingt, das in Bildern umzusetzen, den Kosmos also sinnlich zu erfahren. . Ich bleibe dabei: Ohne die Philosophie wird die Physik scheitern. Wenn sie nicht schon gescheitert ist.

0 sophia.infinitesimalia 20.09.2011, 06:53 Uhr

bertholdIV, ich grusele mich...

bertholdIV, ich grusele mich gerade.

Jaja, die Katze :) Ist sie tot...

Jaja, die Katze :) Ist sie tot oder lebendig? Beides? Nichts davon? Wer kann das schon sagen... Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ist sie jedoch noch etwas ganz anderes: nämlich stink sauer!

Hallo an alle! Nur mal so zur...

Hallo an alle! Nur mal so zur Info: Das Experiment mit Schrödingers Katze ist auch schon Schwerpunkt einer folge der US-Sitcom "Big Bang Theory" gewesen. War im ansatz dor sehr verständlich erklärt. Wer also Interesse an ein bisschen Physik verpackt in guter Comedy hat, sollte mal einen Blick riskieren.

wurde schon frühzeitig von einem Magister der Mathematik bescheinigt, sie möge ob ihrer Unfähigkeit im Umgang mit Zahlen und Formeln nicht allzu betrübt sein, es gebe reichlich schöne Berufe ohne dieselbe, insbesondere ein Broterwerb als Kammerjungfer oder Hausfrau wurde ihr nahegelegt.