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Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Iphone, App und Aufklärung

| 93 Lesermeinungen

Kritik unerwünscht: Was bei der Produktion von elektronischen Geräten an Ausbeutung und Umwelstverschmutzung passiert, hat in der sauberen, weissen Welt von Apple keinen Platz. Weder im Marketing der Firma, noch in ihrem Appstore, wie jüngst italienische Spieledesigner feststellen mussten.

Früher war das mit den kritischen Inhalten und ihrer Verbreitung nicht so einfach: In alten Büchern etwa findet sich oft die Erwähnung, dass sie mit Erlaubnis und Privileg der Obrigkeit gedruckt wurden. Anders gesagt: Es gab eine Behörde, die darüber wachte, dass nichts Unerfreuliches in den Büchern stand. Keine Verderbnis der Moral, keine Ketzerei, keine Beleidigung der eigenen guten Sache. Wer sich nicht daran hielt, wanderte nicht zwangsläufig auf den Scheiterhaufen, aber die normalen Vertriebswege waren gesperrt. Dann musste man eben schmuggeln und unter dem Ladentisch verkaufen. Der unten abgebildete Torquato Tasso etwa ist zwar laut Eigenaussage erlaubt, stand aber andernorts auf dem Index der verbotenen Schriften.

Bild zu: Iphone, App und Aufklärung

Beim elektonischen Gerät daneben ist das natürlich lächerlich. Wir leben nicht mehr im 18., sondern im 21. Jahrhundert, die Aufklärung hat sich in einigen Teilen Mitteleuropas durchgesetzt, und generell ist es so, dass man auch etwas Negatives schreiben darf. Das nennt man Informations- und Meinungsfreiheit, und hätte ich ein neues Handy und nicht diese alte Gurke, die vor 7 Jahren das heisseste aller Geräte und 449 Euro teuer war, dann könnte ich solche kritischen Informationen auch abrufen. Selbst dann, wenn sie sich kritisch mit dem Treiben meines Netzdienstleisters oder dem Hersteller des Gerätes auseinandersetzen würde.

Anders wäre es allerdings, würde ich dem allgemeinen Druck zur ständigen Erneuerung des Telefonbesitzes nachgeben und mir, wie inzwischen gut die Hälfte meines Umfeldes – und mitunter ist das nicht die bessere Hälfte, sondern auch die Angeber und Komplexminderwertigen – überteuerte Gerätschaften mit einem i vor den Namen des Objekts kaufen. Mit diesem iGerät nämlich würde ich das Netz, wie es ist, teilweise verlassen, und in einen Bereich wechseln, in dem nicht mehr die Verfügbarkeit im Netz die Information bestimmt, sondern das, was diese iFirma namens Apple in ihrem eigenen System zulässt. Das kann man sich wie ein kleines Duodezfürstentum im Italien des 18. Jahrhunderts vorstellen: Nicht die Menschenrechte gelten und die Gesetze, sondern die Regeln der Firma. Und da gibt es kein Gericht und keine Verfassung, die daran etwas ändern könnte. Apple könnte zum Beispiel eine Torquato-Tasso-App jederzeit aus dem Webshop für seine Geräte entfernen, weil Gerusaleme Liberata gegen die Regelung für Apps 15.2 verstösst: Apps that depict violence or abuse of children will be rejected.

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Zum Glück muss man sagen, dass diese Regelung Apple nicht davon abhält, eine App des Spiels Mafia Wars – neben anderen vermutlich ähnlich komplett gewaltfreien Freizeitvergnügen – in seinem Store zu vertreiben. Weniger Glück hatten dagegen die italienischen Spieledesigner von Molleindustria mit ihrem Spiel „Phone Story“. Molleindustria versucht schon seit längerem, Spiele gegen den Baller-Mainstream auf die elektronischen Geräte zu bringen, und auf den ersten Blick ist Phone Story nichts weiter als eine typische Schöpfung. Auf vier Spielebenen werden den Nutzern die grösseren Probleme der Herstellung immer neuer Geräte gezeigt: Vom Coltanabbau der Warlords im Kongo über die Ausbeutung in chinesischen Firmen und den verantwortungslosen Konsum in den reichen Ländern bishin zur Problematik des Elektroschrotts in der dritten Welt. Verbunden wird das mit der Aufforderung, sich weiter damit auseinanderzusetzen,

Vielleicht ist das Spiel nicht auf allen Ebenen geschmackssicher. Aber die Ausbeutung von Kindern, die nachgespielt wird, ist Realität im Kongo. Die Netze, die Selbstmörder vom öffentlichkeitswirksamen Sprung von Firmengebäuden abhalten sollen, sind keine Erfindung von Molleindustria, sondern von einer Firma, die die iGeräte im Auftrag von Apple produziert. Die Sensationsnachrichten über die Vorbestellung des Iphone 4s und der Hype um die Produkte sind tatsächlich, vorsichtig gesagt, selbstverstärkend. Und das Elend des Mülls, der durch das Wegwerfen vollkommen intakter Geräte entsteht, ist auch hinlänglich bekannt und dargestellt. Phone Story verpackt alle Aspekte in ein kleines Spiel und bringt es dorthin, wo die potentiellen Verursacher sind, um sie auf ihr Treiben aufmerksam zu machen: Zu den Kunden.,

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Aber nicht mehr auf dem iPhone oder anderen Geräten, egal welcher Baureihe, wie Apple schnell Molleindustria aufgrund folgender gebrochener Regeln wissen liess:

15.2 Apps that depict violence or abuse of children will be rejected
16.1 Apps that present excessively objectionable or crude content will be rejected
21.1 Apps that include the ability to make donations to recognized charitable organizations must be free
21.2 The collection of donations must be done via a web site in Safari or an SMS

Womit natürlich nicht die Frage beantwortet ist, wie man denn sonst all das Unschöne darstellen soll, das mit der Herstellung solcher Geräte verbunden ist. Vielleicht sollen die Kinder im Kongo das Coltan verschenken, und die Chinesen vor Freude über die Bezahlung in den Tod springen? Vielleicht aber will man die Darstellung auch gar nicht? Vielleicht sollte man besser Spiele machen, die die Produktion als segensreich darstellt, weil die Kinder im Kongo ohne Coltan in eine langweilige Schule müssten, und Elektromüll immer noch besser ist als gar keine Computer? Apple hat die Regeln, die gelten nun mal beim kleinsten Verdacht, Widerstand ist zwecklos, und auch, wenn die Sache mit den Spenden vielleicht nicht zutreffen sollte: In der iWelt hat Phone Story keinen Platz mehr. Und im Gegensatz zum Kirchenstaat des 18. Jahrhunderts gibt es hier noch nicht mal einen Ladentisch, unter dem man die App doch durchreichen könnte. Keine Frage: Kardinalskollegien und Inquisitoren würden Apple kaufen. Da hat mit „Freedom from Porn“, so Steve Jobs, auch der Schund keine Chance.

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Wer nicht dem iKult seine Opfer darbingt, hat es natürlich leichter – bei Android funktioniert Phone Story – aber bei Apple muss man sich um lästige Fragen wie Herbeiführung von Kadavergehorsam und die richtigen Informationen keine Sorge machen. Warum auch, die Produkte werden trotzdem gekauft und genutzt. Apple kann sich diese Gottherrlichkeit im eigenen Herrschaftsbereich leisten, selbst wenn der Gegner nur eine winzige App ist, die nichts anderes als das darstellt, was eigentlich all die schicken und gebildeten Applenutzer eigentlich wissen sollten. Man darf das iGerät kaufen, das zu den dargestellten Problemen führt. Man darf sie aber nicht nachspielen. Denn das Gerät ist Gott, und es ist ein eifersüchtiger Gott.

Wie gesagt: Die Aufklärung hat sich in einigen Teilen Mitteleuropas durchgesetzt. In anderen hält man kleine, weisse Kisten für so schick, wie man im Mittelalter Stundengebetbücher für schick gehalten hat, und sich die erlaubte App herunter, wie man sich früher den Ablass beim iNquisitor holte. Das ging lange gut, und es war lang auch lukrativ, bis etwa 1527.

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93 Lesermeinungen

  1. Bin ja mal gespannt, was all...
    Bin ja mal gespannt, was all die vielen (?) Apple-Jünger unter den Lesern dazu meinen. keifen? leugnen? entschuldigen? auf andere schieben? abwiegeln? die Firma wechseln?

  2. Was für ein totaler Quark....
    Was für ein totaler Quark. Was hindert denn die App Entwickler daran, das als Browser App anzubieten? Genau, nix. Die iGeräte bieten damit nicht etwa eine Teilmenge des Internets, sondern (wenn man mal von Flash, dem Pickel am Gesäß des Webs absieht) etwas über das Internet hinaus. Den Appstore halt. Aber den muss man nicht benutzen. Eine gewisse Wirtschaftspublikation hat das auch entdeckt. Apple passte deren App nicht wegen gewisser Zahlungsmodalitäten. Was macht der Publikation? Von Scheiterhaufen reden? Zensur heraufbeschwören? Oder doch einfach eine zackige HTML5 Seite bauen und damit mehr Nutzer als jemals zuvor bekommen? Mehr sogar noch als mit der jetzt nicht mehr erlaubten App?

  3. Es geht nicht darum, dass man...
    Es geht nicht darum, dass man einen Weg herum findet, sondern darum, dass ein Weg verbaut wird. Sowie um das warum und wie.

  4. iFeud...
    iFeud

  5. Die Analogie hinkt trotzdem...
    Die Analogie hinkt trotzdem gewaltig. Der Fürst verbietet nicht bestimmte Bücher, der Fürst betreibt einen Buchladen und dort entscheidet er, welche Bücher er verkauft. Das ist legitim.

  6. Ja, ich gestehe, ich habe...
    Ja, ich gestehe, ich habe gesündigt. Ich wechselte mein Betriebssystem und somit meinen PC, auf dem nun jener angebissene Apfel leuchtet. Schlimm? Ich empfinde keine Reue. Das Ding funktioniert – computern OHNE Ärger. Ein Glaubensbekenntnis? Eher Agnostizismus. Solange die Konkurrenz nichts besseres hat, bleibe ich beim Apfel.

  7. Die Inquisition war auch...
    Die Inquisition war auch legitim.

  8. Don, bei iNquisitor musste ich...
    Don, bei iNquisitor musste ich wirklich lachen, wunderbar.
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    Der größte Unterschied zum 18. Jahrhundert dürfte sein, dass die Leute sich heute freiwillig dem iMperium Untertan machen. Und wenn sie stattdessen einen großen Bogen darum machen würden (was sie mangels materieller Existenz eines iStaates problemlos könnten) würde Apple vermutlich auch sofort damit aufhören.
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    Und Ironie des Ganzen ist auch, dass während in Apples Welt die Entscheidungen mit Willkür getroffen werden die Firma an anderer Front Recht und Gesetz nutzt, um sich in teils durchaus fragwürdiger Art unliebsamer Konkurrenz zu entledigen (der Streit mit Samsung).
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    Wobei man fairerweise auch sagen muss: Apple ist da nicht allein – ein extremes Beispiel sicherlich, aber in durchaus ‚guter‘ Gesellschaft…

  9. Können Sie mir eben noch mal...
    Können Sie mir eben noch mal den Namen der Schweizer Manufaktur nennen, die ihr Netbook in mühevoller Handarbeit hergestellt hat? Wie war der noch gleich?…

  10. So ist das halt mit...
    So ist das halt mit proprietären Systemen, sei es früher Big Blue, heute Winzig Weich oder der Apfel. Ein Rundum-Sorglos-Paket, das aber Freiheit kostet und keine Rechtfertigungen beinhaltet. An anderer Stelle sind die Open Source Produkte ja schon weit: Ubuntu, OpenOffice, diverse Browser und Mail Clients …
    Nur beim Mobiltelefon müsste man derzeit noch deutliche Kompromisse machen,
    http://unified-communications.tmcnet.com/news/2006/03/10/1447852.htm
    wobei das Retro-Design einen eigenen Chic hat:
    http://www.opencellphone.org/index.php?title=Main_Page

  11. Torsten, das war nach weit...
    Torsten, das war nach weit über einem Dutzend Jahren der zweite Rechner, den ich nicht gebraucht gekauft habe, und mein Thinkpad von 2003 läuft hier auch noch. Insofern geht das an der Sache vorbei: Es geht nicht darum, in ein Zelt zu ziehen, sondernzu überlegen, ob man jeden Krempel mitmachen will, oder sich auf das Notwendige beschränkt.

  12. Ist wie die katholische...
    Ist wie die katholische Kirche.
    Aber warum sich über die Kirche aufregen, wenn ich kein Mitglied bin?
    Eben.
    Ich brauch sonntags keinen trockenen Oblaten im Mund und auch keine Spiele App.
    Also ist es mir wurscht.

  13. Ich versteh (als alter Apple...
    Ich versteh (als alter Apple User) den Hype um Apps sowieso nicht. Da hat man ein plattformunabhängiges Internet, HTML5 und CSS3 und dann limitiert man sich in einer App.
    Wird total überbewertet. Die gewünschte Information bringt Phone Story sicher auch auf einem anderen Kommunikationsweg an die Allgemeinheit.

  14. @Don Ferrando - "Aber warum...
    @Don Ferrando – „Aber warum sich über die Kirche aufregen, wenn ich kein Mitglied bin?“
    Aber angesichts des Hype über grenzenlos-freies Internet sollten wir nicht vergessen, das diese grenzenlose Freiheit nicht nur von Zensursula oder bayrischen Innenministern eingeschränkt werden kann, sondern mehr noch den Unternehmen, die dazu die Infrastruktur oder Produkte bereitstellen. Damals bei WikiLeaks Amazon und PayPal, im Beitrag des Don Apple mit dem Gesinnungs-TÜV für Apps.

  15. Unser Sohn, Unterprimaner hat...
    Unser Sohn, Unterprimaner hat heute einmal mehr 14 Punkte in Geschi nach Hause gebracht. Sein Studienziel liegt dahingehend auch längst fest. Einmal mehr werden wir ihm Dons Geschriebenes lobend, sehr lobend empfehlen (was auf wohlwollendes, sehr wohlwollendes Untgegenkommen stoßen wird).
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    Und er hat natürlich Recht, wir fühlen genau so: Es gibt nicht Blölderes als political correctness in Verbindung mit kleinrgerlichen Unternehmens-Mehrheitswünschen – denn auch bei Apple wollen sicher de meisten Mitarbeiter eher ihre Sicherheit und ihren „selbstgewählten Lebnserfolg“: Einen Erfolg wie die beiden Weimarer aber haben sie wohl eher nicht auf dem biohraphischen Radar. Und muss ja auch nicht.
    .
    Und es ist schon komisch: Wir wollten – und ganz im Zusammenhang mit seiner zu lobenden „Viererbande“ über Goehte ganz global nochmals auf die Essayistik Thomas Manns hiewiesen haben, geschätzt kaum 1800 Seiten in zwei Bänden, we bekannt, nicht zuletzt endend mit dem „Versuch über Schiller“. http://www.thomasmann.de/thomasmann/werk/die_werke_im_ueberblick/essays
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    Wobei wir, in aller Bescheidenheit – und wie immer auch nur ganz im Rande – erwähnt haben wollten, dass wir bei uns dachten, dass gewisse Herren durchaus, wenn sie sich z. B. statt 4x 2 Tage einmal 6-8 Wochen Zeit nähmen, gewollt tiefer auch einzusteigen (für eine dezidiert noch persönlichere Aneignung nebst folgend mild-naürlichem Ausdruck derselben), zu ähnlichem unserer Meinung nach ganz sicher auch in der Lage wären.
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    Ohne die Essayistik Thomas Manns keine Größe. (Auch obwohl die nicht Ziel ist.)
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    Der Schopenhauer Essay z.B. (Jan. bis Juni 1938, in Etappen) könnte auch ein Beispiel sein.

  16. Im Mittelalter hatten die...
    Im Mittelalter hatten die russischen Bauern noch das Recht, ihren Herrn zu wechseln, wenn er zu streng war. Irgendwann dann halt nicht mehr.

  17. Leider verunglückt, da Laptop...
    Leider verunglückt, da Laptop abgestürzt und der Text dabei aus Versehen so unvollständig und unmöglich rausgegangen. Und noch weitere 40 Minuten Entwurf auch mit weg, Ärger!

  18. Der DLF z.B. verbindet die...
    Der DLF z.B. verbindet die Möglichkeiten aber Klasse, wie wir finden.
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    Hier der Text: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dasfeature/1549275/
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    Und hier der O-Ton: http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&stream=1&/ (zum 18.10., 19:15 gehen)

  19. Erinnert sich noch jemand an...
    Erinnert sich noch jemand an Herrn Döpfner bei Charlie Rose im Apirl 2010 übers iBook („a cool device“)?
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    http://www.charlierose.com/view/interview/10952
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    (Nein, auch wir sind nicht grundsätzlich gegen das iBook – aber wollen wir zur Entspannung lesen – oder stattdessen?)

  20. Ich nehme an, mit dem Auto...
    Ich nehme an, mit dem Auto über die Alpen nach Italia schippern, um Schuhe und Zeugs zu kaufen fällt unter notwendig?

  21. Ich dachte immer, Applenutzer...
    Ich dachte immer, Applenutzer wären die Beneideten und nicht die kleinen neider.
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    perfekt!57, naja, Herr Döpfner hat gesagt, er will sich davn abhängig machen – man kann Apple nicht vorwerfen, dass sie da die Chancen sehen und den Tresor zur Füllung aufsperrren.

  22. HansMeier555, das waren...
    HansMeier555, das waren Leibeigene, aber nicht Hirneigene.
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    perfekt!57, dass der einzige Essay der Anteilseigner letztlich nur zwei Tonlagen kennt, ist nun mal so, seit schon immer. Gerade bei Apple. Denen muss man nicht mit Geist kommen.

  23. sm00f, gut, Apps stehen halt...
    sm00f, gut, Apps stehen halt im Rampenlicht der Medien, weil sie mit dem heiss begehrten Bezahlzugang daherkommen. Entsprechend wichtig erscheinen sie auch. Ich kenne einen Fall einer Computerherunkondigen, die das iPad nicht wollte, weil sie dachte, da könnte man nur mit Apps etwas machen. Ich persönlich glaube auch eher, dass der Appstore eher sowas wie eine Werbefläche ist, wo sonst könnte man sich präsentieren.
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    Don Ferrando, mir kann das schon aus beruflichen Gründen nicht wurscht sein. Nicht, dass mich morgen irgendein ISP oder Suchmaschinenbetreiber genauso wegschiebt.

  24. iSoul...
    iSoul

  25. Seeleigene...
    Seeleigene

  26. zu den Produktionsbedingungen...
    zu den Produktionsbedingungen bei Foxconn meinte S. Jobs nur, man kann die Komplexität der Situation nicht einschätzen – ich fasse es nicht, und auch kein i4 an

  27. Och, "kleine Neider", wußte...
    Och, „kleine Neider“, wußte gar nicht, dass Sie so leicht aus der Reserve zu locken sind. Jedenfalls wissen wir, worum es hier tatsächlich geht: Billiges Applebashing.
    Zu dem Zelt: Sicherlich ist das eine Frage der persönlichen Prioritäten, die für Sie eben andere sind als für mich (ich habe übrigens kein iOS-Gerät, sondern nur einen vier Jahre alten Laptop der Marke). Darüber hinaus wird man nach meinem letzten Informationsstand nicht gezwungen, sich solch ein Telefon zu kaufen. Daher ist jeder Vergleich mit gesellschaftlichen Umständen vergangener Zeiten nicht nur falsch, sondern auch banal.

  28. Die Preisfindung hierfür...
    Die Preisfindung hierfür überlassen wir besser Herrn Schirrmacher. Wenn wir schon so affig sind von wir sprechen zu wollen.
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    Habseligkeit, aus dieser Komplexität erwächst der Unternehmensgewinn und der Börsenkurs – am Ende ist da also jemand, der das durchaus einschätzen kann.

  29. Welche Seele?
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    JR, danke für...

    Welche Seele?
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    JR, danke für die Links. Sorglos-Pakete sind es übrigens trotzdem nicht. Ganz im Gegenteil. Aber das hat man inzwischen ja überall. Selbst bei solchen banalen Dingen wie Schaltseilen beim Fahhrrad. Und Pedelecs müssen rebootet werden, Und all so Zeug. Nichts passt mehr zusammen. Anders gesagt: Man verzichtet vielleicht auf einigen Komfort, aber das nur zwischen den katastrophen und den Kocten.

  30. Chris, ich denke, ein extremes...
    Chris, ich denke, ein extremes Beispiel ist Apple vor allem deshalb, weil es sich aufführt wie der letzte Bankster und trotzdem nicht den entsprechend miesen Ruf bekommt. Wenn ein normaler Klapprechner nicht mehr funktioniert, brüllt man rum. Applejaner öffnen nicht mal den Mund, es könnte ja so scheinen, als sei das alles doch nicht so gut. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere an den Umstieg vom angeblich wunderbaren Motorola-Prozessor zu Intel – was haben sich da die Jüger verbiegen müssen.Inel war immer schlecht, aber jetzt war es plötzlich gut.
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    Appelfienchen, im Prinzip ist mir die Technik egal, es geht um die Attitüde, mit der dieser Konzern versucht, Missliebiges auszuknipsen. Und solchen Leuten würde ich zumindest kein Geld in den Rachen schmeissen. Media Saturn hat einen Freund von mir verklagt, wegen eines Blogeintrags: ich würde da nicht mehr einkaufen.

  31. Lieber Don Alphonso,
    wären...

    Lieber Don Alphonso,
    wären die schön konstruierten Analogien zu feudalen Prinzipien richtig, könnte ich mit meinem MacBook Pro Ihren Text über den AppStore nicht lesen. Doch das Netz gehört nicht Apple und Apple macht keine Anstrengungen das Netz zu entern – wäre ja auch irrsinnig. Dass man seinen eigenen Beritt von Unbotmässigem freihält, macht doch jede Firma. Auch ich bekämpfe alles, was nicht für mich ist – leider nicht mit dem Erfolg von Apple.
    Dass an den meisten Produkten, die wir benutzen, Blut, Schweiss und Tränen kleben, ist doch ein Gemeinplatz. In der guten alten Zeit, als Verbotenes offensichtlich unter dem Tresen gehandelt wurde, ernteten Sklaven das Zuckerrohr und verloren Ihre Arme in der Zuckermühle. Die Extraktion von Zucker aus der Zuckerrübe half à la longue die Sklavenarbeit überflüssig zu machen und sie dislozierte Umsatz und Gewinn in heimische Gefilde. So, wie die Kontinentalsperre einst den heimischen Zucker zum Blühen brachte, müsste nun die Einsicht die Produktion von Smartphones in unsere humanen mitteleuropäischen Betriebe befördern.
    Nur eine Kleinigkeit: Neulich musste ich mein iPhone 4 wegen Reparatur gegen mein „altes“ iPhone 3 tauschen (ist ja zum Glück kein Müll sondern rostendes Kapital). Ich war entsetzt, über das, was ich vor einem guten Jahr noch als Fortschritt empfand. Ihr abgebildetes Handy – das ja bestimmt aus besten und umweltverträglichen Materialien besteht – ist von einer anderen Welt. Bitte entsorgen Sie es schnell und korrekt – selbst der viele Plastik und die Weichmacher darin können irgendwie weiter verarbeitet werden. Kaufen Sie sich ein iPhone – spätestens die tolle Karte mit Hinweis auf Ihren jeweiligen Standpunkt wird einiges in Ihrem Leben verändern helfen.

  32. Ja, und? Detailverliebt wie...
    Ja, und? Detailverliebt wie dieser Herr war, hätte er einen eventuellen! Verlust durch Herstellungsrevolution auch hinnehmen können, oder?

  33. Don, behelligen Sie die...
    Don, behelligen Sie die Livestyle-Techies nicht mit moralischen Fußnoten. Da hört dann der Spaß auf, beim Apple-Gottesdienst. Die mögen das gar nicht gern hören. Und überhaupt: ist denn Samsung besser?
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    Leider bemerken die App-Konsumenten bei all den netten Gimmicks nicht, dass sich die Grenzen um ihre Ökosysteme leise und unmerklich schließen. Das ehemals offene Web wird so zum eingehegten App-Fantasialand mit Clubkarte. Wollen wir das wirklich? Schreibe die Zeilen gerade auf meinem ThinkPad von 2006. Das läuft bis heute ohne Macken. Und wurde noch nicht als Elektronik-Schrott nach Asien entsorgt.

  34. Ganz treuherzige Applefans...
    Ganz treuherzige Applefans sorgen übrigens per Eigenrecycling zudem für ein neues Zuhause ihrer geliebten Katze in einem alten Mac. http://p.twimg.com/AcJfuZ3CMAASNsj.jpg#twimg
    Don, nehmen Sie das ;)

  35. »Das ehemals offene Web wird...
    »Das ehemals offene Web wird so zum eingehegten App-Fantasialand mit Clubkarte.«
    Das immer noch offene Web ist auf jedem Smartphone, ob nun iOS, Android oder Windows 7 Mobile ohne Hindernisse aufrufbar. Sowohl Apple, als auch Google und Microsoft und Mozilla arbeiten in den letzten Jahren stark daran, die Webplattform in den Standardisierungskomitees voranzutreiben, so dass Webseiten im Prinzip ähnliche Möglichkeiten haben, (nach Erlaubnis) wie Apps auf die Ressourcen des Betriebssystemes zuzugreifen. Die Programmierumgebung – JS – wird immer mächtiger, mit den neuen Möglichkeiten von HTML5 und noch weiteren Entwicklungen wie WebGL ist ein sehr sehr großer Teil des Repertoires gängiger App-Shops bald durch „Webseiten“ ersetzbar.
    Warum trotzdem der Boom der Apps?
    • Monetarisierung. Wie immer das Problem für die, die das Web nur kommerziell sehen.
    • Langsamere Entwicklung, weil hier nicht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kochen kann, sondern die Entwicklung und Abstimmung in Komitees entsteht.
    • Griffigerer Begriff. Apps kennt jeder von seinem Computer. Web Apps in zukünftiger Komplexität sind ein noch recht neues Gebiet.
    • Viele, die Webseiten erstellen, hinken einfach noch hinterher. Besonders größere Agenturen leiden darunter.
    • Apps haben einen Programmiersprachenunterbau, mit dem man viele Softwarebibliotheken weiter nutzen kann. C bei Apples Objective-C; Java bei Android, C# bei MS. Da gibt’s schon haufenweise an fertigen Code. Fürs Javascript-Land müsste das alles portiert werden, was den Programmieraufwand sehr hoch treibt.
    • Hab ich schon die Monetarisierung erwähnt? Sollte ich. Mehrmals.
    »Don, behelligen Sie die Livestyle-Techies nicht mit moralischen Fußnoten.«
    Darf man die Versammlung hier mit Fakten behelligen oder gefallen Sie sich mehr in der Rolle des in Details uninformierten und deswegen falschen Mahners?

  36. Ketzer werden verbrannt, und...
    Ketzer werden verbrannt, und Länderratings verboten.

  37. I N R I ? ... S I R I...
    I N R I ? … S I R I !

    ein weisses Handy:
    http://www.schlingensief.com/arbeiten/t044/parsifalkarten/Par015.jpg

  38. Da gibts noch weitere...
    Da gibts noch weitere Ähnlichkeiten.
    Der Jailbreak läßt auch die Apps ohne Apple-Imprimatur funktionieren.
    Bis zum nächsten Betriebssystem-Update. Dann folgt oft die Strafe der
    Exkommunikation für die illegitime ausser-apple-ige App.

  39. unterm Ladentisch geht auch...
    unterm Ladentisch geht auch und heisst hier jailbrake;
    warum also die Aufregung?
    Appelianer „versteht“ man übrigens ganz gut sobald man erkannt hat dass es sich um eine Religion handelt;
    danach gibts keine Verstehensproblme mehr, weil, man kann es nicht verstehen, nur glauben;

  40. @Torsten
    Das mit Apple wär ja...

    @Torsten
    Das mit Apple wär ja nicht so schlimm, wenn uns jemand garantieren könnte, dass im normalen Internet die Freiheit erhalten bleibt.
    .
    Aber auch da brauchen Sie ja irgendeinen Provider, und von denen gibt es nicht beliebig viele zur Auswahl. Und die denken längst darüber nach, wie sie im Dorf ihre Grundherrschaft auf- und ausbauen können, und würden wohl auch als Kartell agieren, wo sich alle gegenseitig beim Bauernlegen helfen.
    .
    Denn Apple hat ja bewiesen, wie gut es funktionieren kann, und dass leibeigene Bauern die gesündesten und zufriedensten sind.
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    Wenn der Staat sie nicht von oben her daran hindert, wird es so kommen.

  41. Da gibt es einen superbequemen...
    Da gibt es einen superbequemen Service fürs Online-Bezahlen, und plötzlich will er mitbestimmen, wem ich Geld überweisen darf und zu welchem Zweck.
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    Gerade weil der moderne Staat die einzige komplexe Struktur ist, die über so etwas wie halbwegs demokratische und rechtsstaatliche blabla Kontrollen verfügt, wollen ihn die Leistungsträger ja auch so gerne schrumpfen, umgehen, entmachten: Um aus ihrem Grundbesitz eine Grundherrschaft machen zu können, wo alle Streitigkeiten effektiv, untertanennah und unbürokratisch vom Patrimonialgericht entschieden werden.
    .
    Man nennt es Mediatisierung, hat aber nur indirekt „was mit Medien“ zu tun.

  42. Gerade gestern wollte ich...
    Gerade gestern wollte ich „wired“ als kostenlose App auf meinen iPad herunterladen und sollte dann 43 Seiten Vertragsbedingungen als App-Store-Nutzer akzeptieren. ich habe den Vorgang dann abgebrochen und werde kein App-Store-Nutzer werden. Leider gibt es zunehmend Medien, die den iPad-Nutzer nicht mehr auf ihre Homepage lassen, sondern sofort auf eine Werbeseite für ihre App umleiten (prominentes Beispiel: die Bild-Zeitung – ich bin untröstlich)…

  43. aber die Bildchen in den...
    aber die Bildchen in den Stundenbüchern waren viel, viel hübscher!
    .

  44. Es geht bei iPhone, iPad und...
    Es geht bei iPhone, iPad und ähnlichem Gezeugs doch nicht um die Technik oder um die Sinnhaftigkeit des Ganzen, sondern nur um plakatives „Design, oder Nichts sein“, wie bei vielen anderen Produkten die die Welt nicht braucht.

    Ich habe, also bin ich.

    Glaubt denn irgendwer, dass für den Großteil der Autofahrer ein Navi notwendig ist?
    Dass ein GPS im Handy einem normalen Nutzer lebensnotwendige Informationen liefert?
    Dass eine Highendküche für die Zubereitung von Fertignahrung unumgänglich ist?

    Nein, aber wenns der Nachbar hat…

    „Es gibt nur zwei Dinge, die unendlich sind: Das Universum und die menschliche Dummheit Wobei ich mir beim Universum nicht ganz sicher bin.“ [Albert Einstein]

  45. Privatisierung und...
    Privatisierung und Refeudalisierung laufen auf dasselbe hinaus.
    .
    http://www.nytimes.com/2011/10/20/opinion/zuccotti-park-and-the-private-plaza-problem.html?hp
    .
    Das heißt nicht ganz. Unterm ancien régime war alles viel hübscher.
    .
    http://www.logisdefrance54.fr/site/medias/_images_contenu/place-stanislas-large.jpg

  46. Mit Fans (von Apple, Britney...
    Mit Fans (von Apple, Britney Spears usw. usf.) kann man nicht argumentieren, so wie man mit Stupid nicht argumentieren kann. Mit Nutzern von Apple-Produkten kann man hingegen wunderbar diskutieren, weil diese in Apple-Produkten nur ein Werkzeug sehen und keine künstliche Stütze ihres unterentwickelten Selbstwertgefühls. Ich erlebe das seit Jahren im Beruf, wenn ich mit religiös verschwurbelten Apple-Admins zu tun habe und mit Admins, die halt auch mit Apple-Produkten arbeiten. Erstere sind ein unerträglicher Pain in the Ass, letztere ganz normale Menschen, mit denen man wunderbar auskommen kann, weil sie frei von solchen Fanatismen sind.

  47. @HM555 und andere - Vater...
    @HM555 und andere – Vater Staat:
    Der staatliche Eingriff ist immer ein zweischneidiges Schwert, vgl. die aktuiell diskutierten, angeblich „rechtsstaatlichen“ Trojaner-Kontrollen. Voraussetzung ist allemal, dass der Staat überhaupt durchschaut, was er da tut.
    .
    Aber in Sachen Marktabschottung bietet die EU das Gegenmittel „Wettbewerbsverfahren“. Für eine anders gelagerte Problematik hat Apple das schon erfahren müssen:
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-stellt-Verfahren-gegen-Apple-ein-1096285.html

  48. Als regelmäßiger Apple...
    Als regelmäßiger Apple Käufer gefällt mir dieser Text sehr gut. Kritisiert er doch weniger Apple als Firma sondern vielmehr die Faulheit der Nutzer. Natürlich kann man dem Unternehmen hier moralisches Fehlverhalten vorwerfen, welchem Unternehmen sollte man dies allgemein nicht tun.
    Nein, dass Problem sind vielmehr die Nutzer die in der Gier nach Bequemlichkeit die App dem Web vorziehen. Es ist Zeit für eine Aufklärung 2.0 (auch wenn das 2.0 an sich ziemlicher Schwachsinn ist).

  49. Historisch vergleichend...
    Historisch vergleichend könnte man eine umgekehrte Entwicklung sehen: Aus erst militärischer dann wissensbasierter Aufklärung resultiert der Liberalismus, über den hierzu manifestierenden Kapitalismus gelangen wir zu Merkantilismus, woraus sich dann der Appsolutismus verfestigen dürfte.
    .
    Schließlich erreichen wir über die massive Nutzerwanderung, verursacht durch Fluchtbewegungen der WWW-Völker vor diversen zentralasiatischen Invasoren, die Epoche der konzernalen Feudalherrschaft, von der aus dann ein Internet nach antikem Gesellschaftsmodell kulturell wieder aufleben dürfte, wobei so Dinge wie Sklaverei nicht nur der Software, sondern auch der Hard- und „Bio“ware selbstverständlich sein dürften.

  50. ...
    @doepfner-interview
    .
    interessant eben einmal wie jugendlich unbekümmert und vollkommen jungenhaft-geradeaus er eben auch weiterhin daherkommt,wie es aussieht kein versuch älter oder weiser zu sein, als er altersgemäß wäre.
    .
    und eben, wenn man so will, auch wie zentral er um den begriff der (vom ihm erzielten) kapitalrendite kreist. und „content“ scheint fast ausschließlich das top-down einzuwendende füllmittel zu sein, um auch weiter alleine der größte sein zu können, sich den eben doch leider dummen, weniger wissenden/gebildeten leser (käufer!) vom halse zu halten. und wenn das funktioniert … .
    .
    und gibt sicherlich noch viele andere, die ein so dummes leben – und wäre es auch nur versuchsweise – sich nicht eintauschen wollten.
    .
    viel wichtiger aber, dass sich die faz und herr schirrmacher zur zeit in so herausragender weise um deutschland verdient machen.

  51. @Specialmarke: IANAL, aber ich...
    @Specialmarke: IANAL, aber ich würde mal vermuten, dass für Sie als deutscher Nutzer Apple an AGB-rechtlichen Grundsätzen wie „Transparenzgebot“ oder „Zumutbare Möglichkeit der Kenntnisnahme“ scheitert, die den deutschen Verbraucher vor so einem Quatsch schützen. Übrigens ist MS da ja nicht besser, die versuchen immer noch, uns hier mit Shrink Wrap Licenses zu beeindrucken.
    Aber zum Thema: was mich an allesn Diskussionen zum Thema Apple, iPhone und Mac immer wieder irritiert, ist diese an religiöse Eiferer erinnernde Diskussionskultur. Wer auf jegliche Kritik stereotyp immer nur im Sinne von „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ , „Wer nicht für uns ist, hat er nur noch nicht verstanden“ oder „Du kannst es dir nur nicht leisten“ reagiert, mit dem ist halt keine inhaltliche Auseinandersetzung zu führen. Man stelle sich das mal vor, die Teilnehmer einer Konferenz würden sich gegenseitig ihre HP, Dell oder Lenovo Notebooks anpreisen, und ihre Samsung, LG und S/E Mobiltelefone dazu – unvorstellbar.
    Dabei können die nichts anderes, sind nichts anderes.
    Man sollte sich halt fragen, ob hier nicht ein Hersteller seine Produkte emotional so extrem auflädt, dass die Ration völlig ausgeschaltet wird. Wir Deutsche sind da vielleicht auch sehr empfänglich für, weil wir uns mit drei, vier großen Automobilherstellern und der sonstigen Abhängigkeit von der Automobilbranche eine ganze Branche leisten, die nur davon lebt, über Emotionen ihre Produkte zu verkaufen. Oder anders ausgedrückt: will ich behandelt werden wie ein deppiger AutoBild- oder AutoMotorSport-Leser, oder wie ein mündiger Bürger?
    Mit der Rolle als mündiger Bürger sind freilich viele auch sonst überfordert.

  52. interessant einmal mehr, wie...
    interessant einmal mehr, wie jugendlich unbekümmert und vollkommen jungenhaft-geradeaus er eben auch weiterhin daherkommt; wie es aussieht kein versuch älter oder weiser sein zu wollen, als er altersgemäß wäre.
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    und eben auch wie zentral er um den begriff der vom ihm erzielten kapitalrendite zu kreisen scheint ….
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    bloß nicht zu nachlässig werden.
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    und peter maffay ist einmal mehr auch auf der höhe der zeit (*g*) http://www.tape.tv/vid/140741 („von der digital-wasserfarbrealen wandtapete in die spirituell-selbstische ewigkeit ist es eben auch nur ein schritt…“, die welt braucht eben auch kitsch) (… „if in doubt, write i hymn“, elton john)

  53. Green..., Sie stoßen ins Horn...
    Green…, Sie stoßen ins Horn von DA: nach den drei Pemiummarken der deutschen Automobilindustrie (hatten die auch so einen Poser wie den Jobs, um ihre Preise zu rechtfertigen) denken Sie wohl nur noch einen gewissen Massenhersteller, der in innerstädtischen Glasfabriken produziert und vergessen vollends die Sportwagenhersteller in Bochum und Köln, deren Produkte manch durchfaulte Barke beim Bergrennen stehen lassen.

  54. Mal sehen ... ich bin also ein...
    Mal sehen … ich bin also ein Apple-Fan, ein Apple-Jünger, ein religiöser Eiferer, emotional aufgeladen und als mündiger Bürger überfordert … und das alles nur, weil ich eine Computermarke einer anderen vorziehe. Hallo, geht’s noch? Könnte mir bitte mal jemand verraten, welche Komplexe da gerade hochblubbern?

  55. Von dem "Bezahlungskumpel" hat...
    Von dem „Bezahlungskumpel“ hat man gemessen an deutschen Vorgaben des Bankrechts schon abenteuerliche Dinge lesen dürfen.
    Im Falle eines Tabakwarenhändlers wurde das Konto gesperrt, da er obwohl in Deutschalnd geschäftsansässig, nicht den gesetzlichen Vorgaben des Heimatlandes dieses Anbieters von Zahlungsdienstleistungen Folge leiste.
    Alles nur wg kubanischer Zigarren die in Deutschland legal gehandelt werden dürfen. Ein klarer Fall für die deutsche Finanzdienstleistungsaufsicht.
    Regelungswut und der Versuch in fremde Rechtsordnungen einzugreifen, waren auch schon zu früheren Zeiten Indikator des überschrittenen Zenits der Macht, des beginnenden Niedergangs.

  56. Giannozzo, das kommt darauf an...
    Giannozzo, das kommt darauf an … sind Sie in der Lage auf Kritik an Apples Produkt- und Marketing-Strategie ohne instinktives und reflexhaftes Jaulen zu reagieren? Dann sind Sie ein ganz normaler Nutzer von Produkten einer Firma und nicht emotional abhängig vom Marketing dieser Firma. Im letztern Falle wären Sie ein Apple-Jünger, somit offiziell merkbefreit und entschuldigt. Im ersteren Falle: Ein herzliches Willkommen meinerseits :)

  57. Ein schöner Link zum Thema...
    Ein schöner Link zum Thema „Apple-Jünger“:
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    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/videos/carokorneliapplesekte101.html

  58. Reinhard, ich hoffe, ersteres....
    Reinhard, ich hoffe, ersteres. Allerdings scheint mir, dass die Emotionen in dieser Diskussion vor allem von „Apple-Kritikern“ eingebracht werden – den jaulenden Apple-Jünger (nettes Bild nebenbei) suche ich bislang vergebens.

  59. Lieber Don, das heißt jetzt...
    Lieber Don, das heißt jetzt Appklärung, nicht Aufklärung.

  60. Wie bei jeder Religion sind...
    Wie bei jeder Religion sind die Wundergeschichten aus der technischen Anfangszeit recht gut und überzeugend. Sonst würde nicht jedem Anhänger des Appsolutismus (danke @Falkenherz) der Blick auf die Tatsache verstellt, wie interessant vor allem für die nüchterne Umwelt der Besitz von Statusersatz-Blingbling made in China tatsächlich ist.

  61. Don, zu Applejaner und...
    Don, zu Applejaner und verbiegen – die Fähigkeiten von Apple zum geschickten Marketing und in der Auswahl des lukrativsten Marktsegmentes (sprich: den finanzkräftigen, relativ unkritischen und noch dazu anhänglichen und loyalen Leuten) sind halt nicht ohne Grund legendär. Und bei 180-Grad-Wenden von Unternehmen bezüglich ihrer Produktstrategie kommt es vor allem auf den richtigen Zeitpunkt an. Der Kunde muss die Notwendigkeit zumindest unterbewusst schon spüren, wenngleich er die alte Strategie nach wie vor loyal verteidigt (der klassische ‚Fanboy‘) damit er der Richtungsänderung etwas Positives abgewinnen kann. Zu Apples Umstieg auf Intel muss man sagen, dass sie das auch technisch gesehen genau im richtigen Moment gemacht haben.
    .
    Ich bin bei der Technik ja eher im fotografischen Bereich verortet als bei Telefonen und dort hat fast jedes Unternehmen in den letzten Jahren mindestens eine solche Totalwende hinter sich was in vielen Fällen nicht geschadet hat. Kritisch wird es oft erst bei der Doppelwende (siehe Frau Merkel und dem Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg…)
    .
    Zu dem Thema übrigens auch interessant:
    http://arstechnica.com/science/news/2011/08/users-treat-criticism-of-favorite-brands-as-threat-to-self-image.ars

  62. the reincarnation of steve...
    the reincarnation of steve jobs:
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    http://designyoutrust.com/2011/10/15/steve-jobs-karmic-relief/bor_jobs111014/
    .
    funny, isn’t it?

  63. iGott und die 12 App's
    Welcher...

    iGott und die 12 App’s
    Welcher von denen enthält ein Schadprogramm?

  64. @tim
    Mein ironisch-polemischer...

    @tim
    Mein ironisch-polemischer Einwurf galt dem Apple-Kult. Jetzt weilt deren Verkündigungs-Messias nicht mehr unter uns und es wird Zeit, sich von dem ganzen Weihrauch-Gedöns zu verabschieden.
    Wenn ich in meinem Bekanntenkreis nur eine zweifelnde Anmerkung dazu mache, schlagen die Emotionen gleich hohe Wellen. Moment mal: PC, Smartphone, Notebook sind nur Tools für meine Bedürfnisse und Tätigkeiten. Und das sollte schon in der Schule vermittelt werden: was will ich mit dem Tool erreichen oder umsetzen!
    .
    Empfehle den Artikel von David Gelernter: iSpielzeug – Kinderköpfe brauchen Ruhe
    Zitat:
    Wenn Dante sein Fegefeuer heute neu schriebe, würden die Protagonisten mit iPhones herumlaufen, sie müssten mit Apps spielen und einander ständig anrufen, bis sie ihre Strafe verbüßt haben; sie werden nicht arbeiten, nicht ruhen, nichts schaffen, an das sie sich mit Freude oder Stolz erinnern.
    .
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/ispielzeug-kinderkoepfe-brauchen-ruhe-11498434.html
    .
    @don
    Sie haben da eine wichtige und notwendige Debatte angestoßen!

  65. Reden wir statt über Apple...
    Reden wir statt über Apple doch lieber über Plattformneutralität oder wie das heißt.
    .
    Dass sich kein Mensch mehr über Microsoft ärgern kann, sollte Bill Gates allerdings zu denken geben.

  66. „Wenn der Staat sie nicht...
    „Wenn der Staat sie nicht von oben her daran hindert, wird es so kommen.“ – *räusper*. vermutlich wird sich der staat ebenso kompetent zwischen anbieter und kunden werfen wie immer, mit derzeit gut zu verfolgenden, nicht gerade unspannenden folgen in der eu und den usa.
    .
    liebe/r Greenbowlerhat, ganz recht.
    .
    liebe Vroni, das haben sie aber schön klargestellt.

  67. Chris, ich kann mich noch sehr...
    Chris, ich kann mich noch sehr gut an den Abend erinnern, als die Intelbombe bei der Präsentation platzte. Damals gab es ein führendes Blog für dieses Thema, das immer Motorola gefeiert hat. Der Betreiber brauchte schon einen Tag, bis er sich wieder gefangen hatte, aber dann wechselte das zu „Naja probieren wir es aus“ und dann war er ganz still, was die Prozessoren anging. Es ist also nicht nur das Marketing, es sind auch die Menschen, die hirngewaschen sein wollen.

  68. "Stay Hungry. Stay Foolish."...
    „Stay Hungry. Stay Foolish.“

  69. Also, das mit dem Hirnwaschen...
    Also, das mit dem Hirnwaschen stell ich mir auch nicht so einfach vor, dann könnte es ja
    jeder.
    Diese iUnternehmen, die strengen sich doch richtig an. Die kleinen und großen Fürsten-
    tümer fallen einem doch nicht in den Schoß, dann hätte ja jeder eins.
    …und, dass ich hier vor einem Klapprechner sitze und etwas tippen kann, das zumindest
    der, der es freischaltet lesen muss, dafür kann ich nichts – ehrlich!

  70. Don, so einen...
    Don, so einen Meinungsumschwung live mitzubekommen hat immer was komisches. Und natürlich liegt das Ganze vor allem an den Menschen. Das Marketing nutzt nur die ohnehin vorhandenen Anlagen.
    .
    Allerdings war der PowerPC schon irgendwie eleganter als so ein schnöder Intel…

  71. App oder nicht App - das ist...
    App oder nicht App – das ist doch kaum noch die Frage.
    Gerade bei den mobilen Geräten unter 15″ geht die Tendenz doch generell eindeutig dahin, sich den reinen Konsumenten zu züchten. Er darf zur Not noch eine SMS oder e-Mail schreiben oder ein „cooles“ Foto für Facebook knipsen, ansonsten werden anderswo vorgefertigte Inhalte oder Spiele abgefragt.
    Seit Jahren suche ich schon nach einem mobilen Begleiter, der eine elektronische Weiterentwicklung eines Notizblock wäre: man kann Notizen machen und Skizzen hineinkritzeln (ohne erst überlegen zu müssen, ob das nun unter Textverarbeitung oder unter Zeichnung fällt). Der elektronische Zusatznutzen begänne mit einer Sprachaufzeichnung, dazu Recherche im Netz, Ablage und Verknüpfung mit ähnlichen Notizen etc.
    Im elektronischen Mittelalter hatte die Apfelfirma dafür den Newton (damals noch ohne i), der das recht wacker konnte, aber der Technik zu weit voraus war. Bezeichnenderweise ist jegliche Unterstützung oder Weiterentwicklung des Gerätes und des Konzepts vom gerade verstorbenen Guru „im Zuge der Umgestaltung“ ersatzlos gestrichen worden zugunsten des i-Zeitalters.
    Ersatz ist bis heute nur soweit verfügbar, wenn man bereit ist, einen Laptop mit Grafiktablett und mobilem Internet herumzuschleppen (nein, ein berührungsempfindlicher Bildschirm reicht mir nicht, ich schreibe ja auch sonst nicht mehr mit Fingerfarben).

  72. Erstaunlich, welch Corpsgeist...
    Erstaunlich, welch Corpsgeist die Apfel-Gemeinschaft zusammenhält. Das kenne ich an anderer Stelle nur von Tupperware.
    Während normal sterbliche Nutzer von Microsoft-Produkten jederzeit und freimütig über deren Fehler und Nachteile herziehen, auch Oracle-Anwender das despotisch und benutzerferne, wartungsfeindliche Verhalten dieses Konzerns geißeln, insbesondere seit die freundlich-harmlose SUN einverleibt worden ist, schließen die Apfelbäckchen ihre Wageburg.
    Ein derartiges Verhalten ist in der IT-Welt einmalig, wo doch jeder, der schon einmal eine Formel in die Tabellenkalkulation eingegeben hat, sich schon als Experte empfindet und mit Kritik, woran auch immer, nicht hinterm Berg hält.

  73. @hansgeier333, 20. Oktober...
    @hansgeier333, 20. Oktober 2011, 12:15 : Sie wissen schon, dass das US-Marken sind? Ja, auch Opel. Die und Emotion, nunja, seit dem (alten) GT und dem Manta war da ja nicht viel, und bei letzerem will man auch daran nicht unbedingt erinnert werden.

  74. Stelle immer fest, wieviel...
    Stelle immer fest, wieviel Zeit allein die Internetaktivität frisst, die ich GERNE mag. Ich mag kein Mobilnetz jenseits des Telefons, mit Navigationssystemen habe ich nichts am Hut, Musik aus dem Radio ( schlimm genug) oder von CD, bloss keine Kundenkarten – fürchte, je mehr wir in eine Kundenschublade einsortiert wurden, desto eher geht uns der selbstständige Überblick und die Wahlmöglichkeit verloren.
    Wie sagte es ein Freund neulich: ich kaufe immer BMW, weil ich da die Elektronik jetzt einigermaßen verstehe.
    Kein Wunder, dass in Spielzeugläden nur noch rosa Kuscheltiere und Eisenbahnen und Modellautos für erwachsene Sammler vertickt werden – sonst reicht ne Playstation, auf der man dann in Second Life die ganzen schönen Soaps aus dem Vorabendprogramm nachspielen kann…
    Der digitale Ferrari in Wunschaustattung für nur 299 Euro, oder günstiger bei ebay, wenn man Punkte von einem kleinen Chinesen kauft, der sein Leben mit Daddeln verbringt, um an deutsche Digitaldeppen Bonuspunkte zu verscherbeln..
    .
    Kein Wunder, dass man jetzt Staatsanleihen-CDS als geniale Idee verkauft – warum nicht gleich einen Rettungsschirm von 300 Trillionen, wenn dann leider nur ein Brötchen schon 1,8 Milliarden kostet…
    Die traurige Wahrheit dieser Tage ist das die Helden und Fachleute unserer Elite auch keine Ahnung mehr haben.
    Am spannendsten ist, wie sich das Newspeak-Gesülze im Fernsehen vor sich hin windet…

  75. Tss! Als wenn ein...
    Tss! Als wenn ein Apple-Mobilphone die einigste Möglichkeit und Gerätschaft wäre um sich zu informieren. Wer Probleme in der Gegenwart hat, neigt zu Nostalgie. Und um das gehts hier zu 95%.

  76. iKommentator mit iPhone@: Es...
    iKommentator mit iPhone@: Es geht nicht darum welche Möglichkeiten Sie nutzen.
    Im Netz gibt es nur eine gültige Währung – D A T E N – Ihre Daten.
    Nur wenn Sie konkrete Handelsgeschäfte tätigen, zahlen Sie in Euro und Cent.

  77. Schon kurios, das die...
    Schon kurios, das die Android-Leute ooooochma beim Apfel waren. Früher bashte man halt M$, jetzt ist Apple dran; bei Foxconn lassen alle anderen Hersteller genauso fertigen, die Firma selbst hat laut Wiki 1.200.000 Beschäftigte. Komisch nur das damals als alles von Apple selbst hübsch extrem teuer und neuteutsch „naaaachhaltig“ in Japan produziert wurde, die Leute den Preis nicht bezahlen wollten und Apple daraufhin die weiße Flagge schwenken mußte. Hat man alles schon vergessen, ich weiß.

  78. Schlag nach bei Shakespeare,...
    Schlag nach bei Shakespeare, denn da steht was drin…. (ganz alter Schlager): „Viel Lärm um nichts…“
    90% aller iDinger sind gecrackt, umgehen also den App-Store. Das ist der gleiche Effekt wie in einem Einkaufszentrum: Wenn es die Ware in einem Laden nicht gibt, geht man eben zum nächsten.

  79. Funzen. Apple ist die Firma,...
    Funzen. Apple ist die Firma, die das Spiel rausschmeisst. Das ist der kleine Unterschied zu allen anderen, die kein Brösel netter oder freundlicher sind.

  80. @Reinhard: Endlich mal eine...
    @Reinhard: Endlich mal eine wohltuend nüchterne Unterscheidung zwischen Nutzung und religionsartiger Verehrung. Das ist wie bei Photoapparaten, aussagekräftige Bilder kann man mit fast allen machen, Müll aber leider auch, es kommt halt auf die Idee an.
    Mir gehen nicht die Macs und Apples (als Computer, ich beschränke mich mal darauf) auf die Nerven, die nutze ich genauso wie andere Intelrechner auch, sondern das eifernde Geplärre ihrer Anbeter, die tuntigen, ansonsten ahnungslosen Verkäufer, die vor dem Kauf einer G5-WLAN-Antenne unbedingt die Seriennummer des Gerätes haben wollen, der überteuerte Service und die viel zu häufigen Systemupdates, die einen Rattenschwanz von teuren Änderungen bei den Arbeitsprogrammen nach sich zogen.
    Die Firma Adobe, ähnlich fanatisch, bringt’s übrigens auf den Punkt und bezeichnet ihre Propagandisten offen als ‚Evangelisten‘.
    Ein Kult? Nein, eine Blase.

  81. Ich bin entäuscht von der...
    Ich bin entäuscht von der FAZ. So eine Grütze hätte ich nicht erwartet. Ich bin kein iJünger aber die Vergleiche hinken dermaßen das der Autor sich damit disqailifizert vernünftige Beiträge in einer solchen Zeitung zu bringen.

  82. Ich bin enttäuscht, wenn...
    Ich bin enttäuscht, wenn Kommentare mit einem säuerlichen „Ich bin enttäuscht von der FAZ“ anfangen, zumal, wenn sie dann auch noch argumentfrei bleiben. Es geht nicht um Vergleiche, sondern um das Blocken einer kritischen App.
    .
    KarolaKettenhemd, dieses Religiöse habe ich nie wirklich verstanden, auch nicht bei anderen Dingen, die allegmein anch 2, 3 Jahren nicht mehr zu gebrauchen sind, weil alle anderen auch das neue XY haben. Aber mei. Ich lobe die Wochenmärkte. Auch eine Art Obsession.

  83. Verehrter Don,
    Ihr Blogeintrag...

    Verehrter Don,
    Ihr Blogeintrag zur Zensur ist nett geschrieben :-). Ansonsten:
    1) Seit wann gibt es die Pflicht für Privatleute und Privatunternehmen, für sie ungünstige, gegebenenfalls beleidigende, Inhalte auch noch selbst zu verbreiten?
    2) Seit wann ist es Zensur, wenn ein Privatunternehmen bestimmte Informationen auf einem Vertriebskanal nicht zulässt, die man selbst über Geräte dieses Privatunternehmens auf dutzenden anderer Vertriebskanäle noch immer völlig frei beschaffen kann?
    Und 3) Was hat dieser Verstoss gegen den nirgendwo auf der Welt jemals praktizierten Ehrenkodex des Autors mit der Aufklärung an sich zu tun?

    Ich kann mich des Verdachtes nicht erwehren, das Sie als Autor genau darauf hereingefallen ist, was Sie im Blogeintrag kritisieren. Die Vorstellung, Apple sei Gott. Oder zumindest einem sehr hohen Menschheitsideal verpflichtet, irgendwie. Wenn es nicht nur darum ging, einem von Ihnen ungeliebten Unternehmen eines zu verpassen. Wäre weit glaubwürdiger, wenn Sie das Mobiltelefon eines in jeder Beziehung vorbildlich agierenden Konzerns benutzen würden, egal, wie alt. Was allerdings vermiutlich dazu führen würde, dass Sie darauf verzichten müssten …
    Gruss,
    Thorsten Haupts, vollkommen i-frei

  84. @Thorsten Haupts: Ohne einer...
    @Thorsten Haupts: Ohne einer Replik des Kollegen vorgreifen zu wollen: Von einer Pflicht, beziehungsweise deren Verletzung ist in dem Beitrag doch überhaupt nicht die Rede. Und einen expliziten Zensur-Vorwurf oder moralische Entrüstung habe ich da auch nicht rausgelesen.
    .
    Das Dilemma, ein Mindestmaß an mobiler Erreichbarkeit in Kauf zu nehmen, auch im Wissen, dass im Prinzip an jedem Handy Blut klebt, ist freilich kein Geringes. Ich laviere mich da mit einer abgelegten Firmengurke meiner Frau durch, das Gerät ist von 2003 oder 2004 und wäre turnusgemäß wahrscheinlich schon vor fünf Jahren im Shredder gelandet. Ich gehe mal davon aus, dass der geschätzte Kollege eine ähnliche Güterabwägung getroffen hat, und ich sehe nicht, warum das einen davon abhalten müsste, diesen Beitrag zu schreiben (oder in meinem Fall: gut zu finden).

  85. Hallo Monsieur di...
    Hallo Monsieur di Novetre,
    einige Zitate:
    „Nicht die Menschenrechte gelten und die Gesetze“
    Nebenbei bemerkt gilt für Apple beides, die Firma unterliegt amerikanischen Gesetzen …
    „und die Chinesen vor Freude über die Bezahlung in den Tod springen?“
    „bei Apple muss man sich um lästige Fragen wie Herbeiführung von Kadavergehorsam und die richtigen Informationen keine Sorge machen“
    Wenn das nicht mindestens moralische Entrüstung darstellt, leide ich an Lese- und Verständnisschwäche.

    Zum eigentlichen Thema:
    Ein altes Mobile zu benutzen ist ökologisch ehrenwert, aber (ohne Moralist spielen zu wollen) die Grundsatzentscheidung, dieses in Kenntnis seiner Herstellungsbedingungen zu benutzen ist damit schon getroffen! Dessen unbenommen habe ich deshalb KEIN schlechtes Gewissen. Bisher ist die gesamte Entwicklung aller Länder dieser Erde ausnahmslos über eine Phase von Arbeitsbedingungen gegangen, deren extreme Ausprägungen Marx zum „Kapital“ getrieben haben sollen.
    Auch die deutsche, wir alle leben auf dem Berg von Schweiss und Tränen unserer Vorfahren. Trotzdem halte ich das für akzeptabel. Zum einen, weil die Lebensbedingungen ohne Entwicklung in jedem „least developed country“ dieser Erde besichtigt werden können, Tod mit durchschnittlich 45 eingeschlossen. Zum anderen, weil die Phasen für uns – inzwischen (!) – inakzeptabler Arbeitsbedingungen in der industriellen Entwicklung eines Landes bereits der nächsten Generation bis dahin unerreichbarer Chancen liefert, wenn alles auch nur halbwegs gut läuft. Ich habe bisher weder von einem alternativen Entwicklungspfad gelesen geschweige denn eines in der Praxis funktionieren gesehen. Also ist das offenbar der Preis für Entwicklung, die moralisch korrekte aber für mich menschenfeindliche Empfehlung wäre demnach, Entwicklung zu unterlassen?
    Solange wir alle (fast alle, die wenigen Eremiten ausgenommen) auch deshalb im Überfluss leben, weil anderswo Menschen vorübergehend noch im Elend arbeiten müssen, sind Artikel wie der vom Don Krokodilstränen. Und – ich bitte dafür nicht um Entschuldigung – wenn sich der italienischen Alpenschinken geniessende Salonsozialismus mit Moralismus verbindet, ist das Ergebnis gewöhnlich unansehnlich.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  86. Nun, natürlich kann Apple da...
    Nun, natürlich kann Apple da draufschlagen.
    .
    Aber was bringt es? Apple ist ein Gigant. Er könnte souverän mit der Sache umgehen. Er könnte sagen: Wir machen das aus diesem und jenem Grund und wir sehen das so und so weil. Aber was sie machen ist draufhauen.
    .
    Das kann man machen. Aber für eine Konzern, der Kommunikationsenabler ist, ist das eine ziemliches Armutszeugnis.

  87. Möchte meinem Kommentar vom...
    Möchte meinem Kommentar vom Vortag bezüglich des Bezahlens ergänzen.
    Mit einem kleinen bisschen Pech bezahle ich im Netz für eine Dienstleistung doppelt:
    sowohl mit meinen Daten, als auch in Euro und Cent.
    .
    Wie man auf die Idee kommen konnte, dass es sich bei Datensammlern/-verkäufern bzw.
    Geldsammlern/-händlern um eine „virtuelle“ Wirtschaft handelt, die sich von der „old economy“ grundlegend unterscheidet, wird mir immer mehr zum Rätsel.

  88. @ThorHa: Sie haben recht, mit...
    @ThorHa: Sie haben recht, mit ihrem letzten Satz „wenn sich der italienischen Alpenschinken geniessende Salonsozialismus mit Moralismus verbindet, ist das Ergebnis gewöhnlich unansehnlich“.
    .
    Wo der genießende Salonsozialist in seiner Eigenschaft als Provokationsfigur steht, ist klar. Aber daß der saure Moralismus zum größeren Teil von Ihrer Seite kommt, macht die Mischung nicht erträglicher.
    .
    Gestatten Sie mir den Hinweis, daß die Entwicklung der Kulturen gewissen Spielregeln folgt und eine Wellenlinie beschreibt. Per aspera ad astra und wieder zurück. Beginnen tut das immer mit Menschen, die im Elend arbeiten, peu à peu Karriere machen und leider – schaun Sie sich mal um – nach einer gewissen Hoch-Zeit (der berühmten ’spätrömischen Dekadenz‘) wieder ins Elend zurückfallen.
    .
    Bei manchen Volksgruppen geht die Wellenbewegung langsamer, und manchmal, auch bei Einzelpersonen wie dem Schöpfer des obigen Zitats, läuft es ab wie im Zeitraffer.
    .
    Kein Zynismus. Nur die Vermutung, daß sich das mit ein paar Krokodilstränen nicht ändern lässt, wenn man das über einen längeren Zeitraum betrachtet, ich dachte so an drei- bis fünftausend Jahre.
    .
    Reiner Zufall, daß wir gerade an einer Position sind, wo wir ungestört diverse Beleidigungen per Blog loswerden können. Das wird sich schon noch ändern.

  89. Schön, dass wenigstens...
    Schön, dass wenigstens Torsten Haupts in der besten aller Welten lebt.
    Zur Not kann er sich ja das eine oder andere schönreden. Was diese Fähigkeit betrifft, vermag er zu überzeugen.

  90. Ich bin übrigens Vegetarier....
    Ich bin übrigens Vegetarier.

  91. Bitte sehr um Entschuldigung,...
    Bitte sehr um Entschuldigung, ich habe eine Frage, die nicht hierher gehört:
    Hat jemand eine Vorstellung wie sich diese Staatsschuldenkrise der westlichen
    Industrieländer auf Forschung und Entwicklung von Großprojekten, die eine
    jahrzehntelange Vorplanung und Vorfinanzierung benötigen, auswirkt?

  92. @KK: Mademoiselle...
    @KK: Mademoiselle Kettenhemd,
    ich habe mich nie als Moralisten betrachtet. Den Rest des Beitrages habe ich nicht verstanden.

    @Orangenhaut:
    Beste aller möglichen Welten? Ganz sicher nciht, da bleibt noch viel zu tun. Beste aller historisch bisher erreichten Welten, vor allem für den einfachen Menschen? So sicher wie das Amen in der Kirche. Was das schönreden angeht – au contraire. Ich bestehe darauf, den preis zu benennen (alles hat einen Preis). Was in Deutschland nicht einfach ist, da wird noch immer die Illusion gepflegt, man könne das Beste aus allen Welten auf einmal haben. Über Nacht, ohne Anstrengung und nur mit gutem Willen.

    @Don Alphonso – Draufschlagen:
    Einverstanden. Auf einen Blogeintrag in der Richtung hätte ichnicht so scharf reagiert, weil das eine vertretbare Kritik bleibt, auch wenn man sie selbst nicht teilt.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  93. @Don Alphonso: Sie sind ja...
    @Don Alphonso: Sie sind ja auch kein Salonsozialist, wie auch – zuviel an der frischen Luft. Und daß Sie Vegetarier sind, hat sich herumgesprochen.
    .
    Aber ‚italienischer Alpenschinken‘ hört sich ziemlich steinern an und nicht nach Fleisch, wenn analog dazu ‚Bärenschinken‘ vom Bären stammen sollte …
    .
    Alpenschinken liegt sicher schwer im Magen. Fragen Sie mal den Wolf oder die sieben Geisslein!
    .
    @ThorHa: Nicht verstanden? Sie bedauern Hochspringer, die gerade Anlauf nehmen, als diskriminiert, weil die noch nicht über der 2,15-Meter-Marke schweben …

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