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Über Gott und die WWWelt

Das Ende des Internets

| 44 Lesermeinungen

Es ist lange überfällig, den Unterschied zwischen dem Leben im Netz und dem Leben im hier und jetzt aufzugeben. Das Netz ist an dieser Stelle zuende, es hat sich als Ort aufgelöst, es ist überall dabei, auf Schritt und Tritt. Doch was bedeutet das?

Es ist lange überfällig, den Unterschied zwischen dem Leben im Netz und dem Leben im hier und jetzt aufzugeben. Das Netz ist an dieser Stelle zuende, es hat sich als Ort aufgelöst, es ist überall dabei, auf Schritt und Tritt. Doch was bedeutet das?

Ein Schmunzeln huscht mir über das Gesicht. Sascha Lobo erklärt das Internet in seiner jüngsten Kolumne zur Heimat und beschließt den Text mit einem Bekenntnis, das noch viel wärmer klingt als der kuschelige Kaminplatz, als den er das Netz beschreibt: „Sascha Lobo ist dem sozialen Netz gegenüber positiv voreingenommen, weil er seine zukünftige Frau auf Twitter kennengelernt hat.“ Ich wünsche den beiden eine glückliche, langlebige Echtzeitehe.

Ich erinnere mich wie ich mit einem Freund, dem ich über mein erstes Blog begegnete, bei rohem Fisch und Reis zusammensaß und wir versuchten herauszubekommen, wo wir uns das erste Mal abseits des Netzes getroffen hatten. Mir fällt es bis heute nicht ein. Zehn Finger reichen nicht aus um all die Menschen aufzuzählen, die ich das erste Mal im Netz sah, las und verfolgte, um auf festem Boden festzustellen, dass sie in 20 Zentimeter Entfernung mindestens genauso klug, eloquent und charmant sind wie in 140 Zeichen oder einem ausgewachsenen Blogpost. Aus virtuellen Begegnungen, die vermeintlich unverbindlich, oberflächlich und schnelllebig sind, haben sich Freundschaften entwickelt, die obwohl sie jünger sind als der gerade einmal fünf Jahre alte Microbloggingdienst Twitter, eine vertraute Tiefe haben, die nur aus dem gemeinsamen Sandkastenspiel im Kindergarten entsprungen sein kann.

Bild zu: Das Ende des Internets

Wenn ich mit meinem Freund kommuniziere, nutze ich abwechselnd und musterlos E-Mails, Videoanrufe, Facebook-Nachrichten, SMS oder ein Handzeichen zum anderen Ende des Raums. Zitiere ich in einem Gespräch Bekannte, bin ich mehr und mehr dazu übergegangen, nicht mehr den virtuellen Ort zu benennen, an dem das Gespräch geschrieben stand oder gesprochen wurde. Denn immer öfter bedeutet die Wahl des Kommunikationskanals vor allem eines: nichts. Auch Journalisten erkennen mittlerweile an, dass ein Statement eines Politikers oder einer Politikerin in einem sozialen Netzwerk ein O-Ton sein kann und nutzen diesen, ohne die Wahl des Kanals zu betonen. Ein Satz wird nicht weniger polemisch, nicht weniger wahr oder weniger wichtig, wenn er seinen Weg ans Licht über ein kleines Textfeld oder ein rauschendes Mikrophon findet.

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Mit dem Auftauchen der Partei, deren Geburt konservative Köpfe im Internet ausmachen, entdecken nun Skeptiker das Netz, die es zuvor für eine Parallelwelt hielten; und mehr noch: sie beginnen es zu schätzen und sich dort nicht mehr fremd zu fühlen. Der CDU-Abgeordnete Peter Altmaier beschrieb diese Erfahrung in der vergangenen Woche in dieser Zeitung. Allein in der digitalen Welt könne man dieser neuen Partei habhaft werden, sie verstehen und gegen sie agieren – diese Haltung scheint den kalte Sprung ins Netz zu erklären, der hier gewagt wurde.

Doch was bedeutet es, dass zahlreiche Phänomene und Verhaltensweisen vermeintlich nur noch im Internet ergründet werden können? Was bedeutet es, dass es für zahlreiche Menschen keinen Unterschied mehr macht, wo sie Gespräche führen, Freundschaften pflegen, ihre Zeitung lesen, ihrem Kind eine gute Nacht wünschen, den Wintermantel kaufen, Straftaten begehen oder sich hoffnungslos verlieben?

Es ist lange überfällig, den Unterschied zwischen dem Leben im Netz und dem Leben im hier und jetzt aufzugeben. Das Internet gibt es nicht. Das Netz ist an dieser Stelle zuende, es hat sich als Ort aufgelöst, es ist überall dabei, auf Schritt und Tritt. Es gibt kein echtes Leben, kein Real Life und kein virtuelles. Jeder Mensch hat nur ein einziges davon.

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Das bewusste Filetieren von Spuren im Netz und Gedanken auf der Parkbank als etwas grundlegend anderes kann in einem gesunden Hirn kaum stattfinden. Zwar mögen Menschen bei dezidierter Fragestellung Auskunft zu ihrer virtuellen Persönlichkeit oder sogar mehreren dieser Art geben, diese sind jedoch untrennbar verknüpft mit Körper und Geist der Person selbst. Die virtuellen Rollen unterscheiden sich nicht von den Rollen, in die Menschen in unterschiedlichen sozialen Kontexten schlüpfen, wie im Kontakt mit den Eltern oder dem Arbeitgeber.

Die Verschmelzung von Online und Offline zu einer Welt unterstreicht vor allem die Notwendigkeit, Verantwortung und Kommunikation neu und umfassend zu verstehen, vorallem aber Konflikte und Risiken nicht mehr als Netzphänomen zu betrachten, sondern als gesellschaftliche Herausforderungen. Eine Reduktion von Cybermobbing etwa auf einen virtuellen Missstand wird nicht dabei helfen, das Problem zu verstehen und anzugehen.

Eine Politik, die Menschen über Onlinekommunikation nur sporadisch ansprechen und beteiligen will, diskriminiert diese als Randgruppe, zu der sie den Kontakt verweigert. Sie wertet Lebensmodelle ab und verweigert sich einem gesamtgesellschaftlichen Dialog. Das Netz weiterhin als eigenständigen, mysteriösen Raum zu sehen und sich selbst zu überlassen, käme der Entscheidung gleich, in Nordrhein-Westfalen oder einem beliebigen anderen Bundesland die politische Arbeit einzustellen und Mitgestaltungsmöglichkeiten dort zu beschneiden.

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Erst die Haltung, die Onlineaspekte des Alltags als andersartig, weniger wert und verzichtbar einzustufen, schafft eine Welt, die Rätsel aufgibt. Und erst der selbstverständliche Umgang mit technologischer Innovation, neuem Kommunikations- und Informationsverhalten, die Aufgabe des ständigen Hinterfragens, was mit der zunehmenden Digitalisierung des Lebens anders und schlechter und besser wird, kann einen Konflikt beilegen, der keiner sein dürfte. Es sind nur ein paar Kabel, blinkende Bildschirme, glänzende Augen und normale Menschen. Ein Integrationsproblem für beide Seiten, das sich per Handschlag auf Knopfdruck und Klick lösen ließe, wäre das Leben nur einen Augenblick spannender als die eigene Eitelkeit.

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44 Lesermeinungen

  1. "Eine Politik, die Menschen...
    „Eine Politik, die Menschen über Onlinekommunikation nur sporadisch ansprechen und beteiligen will, diskriminiert diese als Randgruppe“
    Aha. Weil über das Internet neue Informations-/Unterhaltungs- und Kommunikationskanäle aufgetaucht sind, müssen heute Fünfzig- oder Sechzigjährige sich diesem Medium ausliefern und sich seine Techniken aneignen, sonst diskriminieren sie … Ich will die hinter dieser Forderung stehende Arroganz lieber nicht kommentieren. Um sie zu verdeutlichen – in den Hochzeiten der Discokultur war es also Diskriminierung der Discogänger, wenn Politiker niemals eine Disco von innen gesehen haben.
    Der Nebensatz über Cybermobbing ist ebenso bezeichnend. Selbstverständlich ist es ein rein virtuelles Phänomen, ebenso wie die kübelweise ausgegossenen Beleidigungen, Schmähungen und Unterstellungen, die erst die Pseudonymkultur des Netzes ermöglicht. Das fällt im realen Leben, im Angesicht des anderen und vor Zuschauern und Zuhörern, doch deutlich schwerer. Wer das nicht glaubt, der besuche eine beliebige Diskussionsveranstaltung mit physisch anwesenden Menschen. Und danach eine virtuelle.
    Ich kann ich mir im Netz – und nur im Netz – eine vollständig artifizielle Persönlichkeit zulegen. Im realen Leben passe ich meine vorhandene Persönlichkeit den verschiedenen Rollen an, die ich ausfülle (als Partner, Freund, Berufskollege), aber ich kann sie niemals aufgeben oder in etwas vollständig anderes verwandeln.
    „Und erst der selbstverständliche Umgang mit tehnologischer Innovation“
    Ich nehm die Forderung mal ernst. Und gebe sie zurück – erst der selbstverständliche Umgang mit westeuropäischen Höflichkeitsformen sowie das mühsame Lesenkönnen/-wollen nichtblinkender Texte, die eine längere als die 140 Zeichen-Aufmerksamkeit erfordern … Ich finde, hier hat die Netzgemeinde noch eine erhebliche Bringeschuld. Und fühle mich als Randgruppe diskriminiert, weil sie nicht erbracht wird.
    Last but not least weiss die Autorin (oder müsste es wissen), dass die Zeit in historisch extrem hoher Geschwindigkeit für sie arbeitet. Wenn es (bald) eine Randgruppe geben wird, dann die, die auf durch Personen erbrachten Service, physische Anwesenheit, Bargeld und zeitweise Unerreichbarkeit besteht. Ich habe eine Vermutung, als was die Autorin und die ähnlich wie sie denkenden diese schnell kleiner werdenden Gruppe bald behandeln wird. Ganz sicher nicht mit dem Respekt, den sie für sich selbst einfordert. Das würde nämlich etwas erfordern, von dem das Netz nichts weiss – mühsame Arbeit.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  2. Liebe Frau Bücker, Sie...
    Liebe Frau Bücker, Sie urteilen recht großzügig darüber, was ein gesundes Hirn ist und was nicht. Mir kommt dazu ein Zitat von Neal Stephenson (Erfinder des Avatars) in den Sinn: „Wenn ich auf meinem Totenbett liege, werde ich kaum sagen: Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit damit verbracht, auf meinem Arsch zu sitzen und auf Pixel zu starren.“

  3. Würde die IT equipped mit den...
    Würde die IT equipped mit den Leuten die das mit dem Internet in den letzten Jahren vorangetrieben haben Autos bauen …
    Jeden Monat wäre eine Rückrufaktion (patchday)!
    Man dürfte nur noch mit Formel1-Autos (neueste Generation ohne abwärtskompatibilität) am Verkehr teilnehmen.
    Es gäbe keine funitionierenden Oldtimer, alle zwo bis fünf jahre würde die jeweils vorhergehende Generation verschrottet.
    ***
    Kompatibilität Cross-Platform bedeutet:
    Die Möglichkeit auch mit Oldtimer-Autos auf der Autobahn fahren zu dürfen so lange sie bestimmten für jeden Hersteller offen zugänglichen Standards genügen (Erreichen einer Mindest-Richtgeschwindigkeit zum beispiel).

  4. Gut, dass das Märchen vom...
    Gut, dass das Märchen vom Hasen und den Igeln noch einigen bekannt ist.

  5. Ich gratuliere Frau Bücker zu...
    Ich gratuliere Frau Bücker zu ihrer Sichtweise von Leben und Welt im Hier und Jetzt. Thich Nath Hanh hat letzte Woche Google besucht und seine Ansprache ist als Videomitschnitt im Netz. Früher standen Mütter stundenlang im Flur an der Strippe, um mit ihren Freundinnen verbunden zu sein, bekritzelten nebenher Blätter, und zählten nur im Nachhinein anhand der Telefonrechnung die dort verbrachte Zeit. Kommunikation ist ein Grundbedürfnis.

  6. Werter Best, dass...
    Werter Best, dass Kommunikation ein Grundbedürfnis ist, hat noch nie jemand bestritten.
    Was Ihre Mütter betrifft, die früher im Flur stundenlang mit ihren Freundinnen telefonierten und das täglich, dass muss in einem Land gewesen sein, indem die Telefonkosten deutlich
    niedriger waren, als in Deutschland und ja, die das damals taten, die treffen sich jetzt
    bei Facebook. Das leuchtet mir ein.

  7. Was die Leute noch vor 100...
    Was die Leute noch vor 100 Jahren ein Gedöns gemacht haben um die Elektrizität!
    .
    Heute sind Strom- und Wasserleitung in jedem Haus eine Normalität. Klar hat das unser Leben verändert, d.h. bequemer gemacht. So einschneidend und radikal war die Neuerung dann auch wieder nicht, dass man sich an das genaue Datum erinnern könnte. Wir wissen vielleicht, wann Groß- und Urgroßeltern geheiratet haben, aber in welchem Jahr ihr Haus elektrifiziert wurde, das ist gar nicht wichtig.
    .
    Aber, ab und zu mal ein abendlicher Strom- und Internetausfall käme der Demographie nicht ungelegen.

  8. The media is not the message,...
    The media is not the message, stupid.

  9. @ThorHa
    .
    Die "Netzgemeinde"...

    @ThorHa
    .
    Die „Netzgemeinde“ gibt es nicht, genausowenig wie ein „Kraftfahrerkorps“.
    .
    Was das „Cybermobbing“ betrifft, so scheinen Sie etwas zu verwechseln. „Cybermobbing“ ist zunächst gewöhnliches Mobbing (z.B. in einer Schulklasse), nur dass sich das Rudel jetzt halt auch des Internets bedient, wo man früher nur einen fiesen Spruch an die Klotür gekritzelt hätte.
    .
    Die „kübelweise ausgegossenen Beleidungen“ die Sie meinen, gehören mehr in den Bereich der politischen Blogs und Foren-Diskussionen.
    Und zur politischen Diskussion gehören Beleidigungen in Deutschland einfach dazu wie das Gejohle zum Fußballstadion.
    So ein deutscher kultivierter Bildungsbürger brauchte vor 40 Jahren weiß Gott nicht den Schutz des anonymen Internets, um einem langhaarigen Studenten ins Gesicht zu sagen, dass er eigentlich nach Auschwitz gehört.

  10. Oh, wo sind denn die ganzen...
    Oh, wo sind denn die ganzen klugen Köpfe, die diese Zeitung angeblich lesen?
    Das Netz mit seinen Möglichkeiten zu nutzen und teilzuhaben ist heute eine Kulturtechnik wie Lesen und Schreiben. Ein 50/60-jähriger hat auch irgendwann gelernt, sich im Auto anzuschnallen, den Videorecorder zu programieren und ein Mobiltelefon zu benutzen. Wer glaubt, das war´s, jetzt muß man sich nicht mehr weiterentwickeln, für den findet ein großer Teil des eigenen Lebens eben nicht statt. Modernes Analphabetentum sozusagen.

  11. @Sannie
    .
    Das Programmieren...

    @Sannie
    .
    Das Programmieren eines Videorecorders ist vielleicht Technik, aber keine Kulturtechnik.
    .
    Kulturtechnik heißt es, wenn Sie z.B. ein Versmaß bestimmen können und wissen, auf welches Vorbild der Dichter damit anspielen wollte.

  12. Nichts kann Alles sein -- aber...
    Nichts kann Alles sein — aber Alles kann auch Nichts sein !!!!!!!

  13. @HansMeier555:
    Netzgemeinde -...

    @HansMeier555:
    Netzgemeinde – weiss ich. Weiss sie es auch?
    Cybermobbing – nicht einverstanden. Ich war in der Schule als bis zum 15. Lebensjahr kleinster Junge, dabei vorlaut, frech und mit guten Noten, bevorzugtes Mobbingopfer. Nur spielte sich das zwischen wenigen, persönlich und ohne Fremdwirkung ab. Als es vorbei war, erlosch auch die Erinnerung daran. Cybermobbing ist netzöffentlich, grenzenlos, häufig pseudonym und lange nachwirkend, weil das Netz kein Vergessen kennt.
    Ihr Vergleich des Internets mit der Elektrizität könnte meiner sein. Wichtig, das Alltagsleben beeinflussend, aber eben genau keine Revolution darstellend. Denn die durch das Netz verstärkten Techniken (bewegte Bilder, Texte, Telefonate) waren alle schon da, die Revolution bereits passiert. Und der kulturprägende gesellschaftliche Einfluss des Bildungsbürgertums schon weit vorher vergangen, so um 1933. Seitdem gelten in der Öffentlichkeit die „Werte“ der Unterschicht, dessen Wolfsrudelverhalten prima zur modernen Öffentlichkeitr passt.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  14. @ThorHa
    .
    Dann war die...

    @ThorHa
    .
    Dann war die Naziherrschaft vermutlich eine Diktatur der Proleten über die Bildungsbürger, und das Wolfsrudelverhalten der damaligen Nazi-Unterschicht bestimmt so ähnlich auch die heutige Öffentlichkeit, (nur halt „mit umgekehrtem Vorzeichen“).
    .
    Verstehe ich Sie so richtig? Und dürfte ich daraus folgern, dass z.B. die Piratenpartei und Guttenplag so was sind wie „die SA und der Stahlhelm von heute“?

  15. @TorHa
    "Und der...

    @TorHa
    „Und der kulturprägende gesellschaftliche Einfluss des Bildungsbürgertums schon weit vorher vergangen, so um 1933. Seitdem gelten in der Öffentlichkeit die „Werte“ der Unterschicht.“
    .
    Danke für diese Feststellung!

  16. Das größte Problem der...
    Das größte Problem der Kommunikationsbranche ist wohl, dass auch die Profis beiderlei
    Geschlechts und jeden Alters nichts vor Betriebsblindheit schützt.
    Mit den Kampfparolen der Vergangenheit ist einfach kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

  17. " weil das Netz kein Vergessen...
    “ weil das Netz kein Vergessen kennt.“ ThorHa, mich fasziniert der Gedanke, dass das
    Netz selbst, das Vergessen ist.

  18. <p>@E.R. Binvonhier: "Gut,...
    @E.R. Binvonhier: „Gut, dass das Märchen vom Hasen und den Igeln noch einigen bekannt ist.“
    Sie meinen die Telekom Akte: Bietet mal auf unsere alte Infrastruktur, die neue Infrastruktur blockieren wir „Equipmentmäßig auf Ausräüsterseite dank mutmaßlich illegaler Marktabsparchen mit den Lieferanten“ udn lassen sie uns von euchfianzieren. (Man kannm TALs – die letzte meile zum Kinden) mieten, nicht leasen oder kaufen. Und die Gleder gehen nicht an den Bund oder dei BNetzA/RegTP – nein, vielmehr an die Telekom.
    http://www.handelsblatt.com/…/4694178.html
    Dazu kommt noch: Wer priofitiert vom WAR-DIALING (so Wählverbindungen getriggert werden) und Botnetzen die nichts anderes machen als Traffic zu erzeugen den Telekom-Kunden bezahlen dürfen?

  19. @E.R. Binvonhier: Nicht jeder...
    @E.R. Binvonhier: Nicht jeder hat Familie im Ausland. Da wo es richtig schweineteuer wird. (Aber klar hätten alle lieber mit familie im Ausland lieber Flatrates bei denen der Natzausbau ins und im Ausland auf diejenigen umgelegt wird die generell nur Orstgespräche innerdeutsch führen).
    SYKPE (erster/einziger „cross platform“ Messenger – also einer der auf Linux ebenso läuft wie auf Aplle oder Windoes) wurde von Microsft gekauft um per MARKTBEHERRSCHENDER Stellung in den Smartphone/Softwarebased-VoIP-markt einsteigen zu können. Und ein solches Quasi-Monopol diktiert eben die Preise.
    Den Telcos sind Messenger schon lange ein dorn im Auge, unterbinden sie doch die teuren Roaming Gebühren mit denen Geld verdient wird.
    Schneeballsystem TG_/GA_ inzwischen COmpany of „Mr Arcor“.

  20. Hmm, ThoHa demonstriert auf...
    Hmm, ThoHa demonstriert auf schönste Weise, welche Anschlussmöglichkeiten das Bildungsbürgertum 1933 finden konnte: eine Prise Biologismus („Wolfsrudel“) und einen Schuss Untermenschenverachtung. Herrschaft der Minderwertigen, ick hör dir trapsen

  21. Wenn der "kulturprägende...
    Wenn der „kulturprägende gesellschaftliche Einfluß des BB-tums“ mal keine Chimäre ist.
    .
    Als ob wir nicht wüssten, welche Schicht die Kultur geprägt hat.

  22. BÄHRING 13:50, Die Telekom...
    BÄHRING 13:50, Die Telekom Akte? Taugt als Beispiel, durchaus!

  23. @AczentSanitär: Nö, hätten...
    @AczentSanitär: Nö, hätten die das mit den Geräten zur aufzeichnung gelernt dann hätte „Orson Wells – Mars Attacks“ nie so eine Panik auslösen könnnen.
    Und weil die das mit dem Videorecorder bis heute nicht begreifen gibt es Dinge wie T-Entertain oder Timeshift was ja dasselbe ist.
    Das ist aber nicht er Gurnd für einen Nachrichtendienst TV-Karten zu kaufen. Da geht es das garbben um Antennen-, Kabel- oder Satellittengefütterte Tele-/Videotext Nachrichten aller ausländischen Dienste, die per PC-Videokarte automatisiert eingelesen, automatisiert vorübersetzt und dann nachdem sie redaktionell aufberetetet wurden als Newsfeed ins Netz weitergeleitet werden können.
    http://social.msdn.microsoft.com/Forums/de-DE/w7itproappcompatde/thread/a7be3942-a7f3-45e5-916e-abc01fa8b810/
    http://www.ianstedman.co.uk/Amiga/amiga_hacks/teletext/videotext_grab/videotext_grab.html
    Den Korrepondentenbericht macht dann irgendjemand der da gerade Urlaub macht (deutschsprachiges Personal Touristikbranche im Nebenjob)?

  24. Die Geschichte von der...
    Die Geschichte von der Orson-Wells-Panik ist ein typisches Beispiel für die Unausrottbarkeit längst wiederlegter Mythen.

  25. BÄHRING 14:44, sind da die...
    BÄHRING 14:44, sind da die privaten Sicherheitsdienste, obwohl börsennotiert nicht
    sehr im Nachteil. Kann man schon von Marktverzerrung sprechen?

  26. @E.R.Bin aus der BRD.:...
    @E.R.Bin aus der BRD.:
    Frage: Sind PRIVATE Sicherheitsdienste im Besitz eines GEWALTMONOPOLs?
    Das ist ja gerade der Grund warum die zudem wohl auch noch unkündbaren Angestellten des Streusal<

  27. BÄHRING, Gewaltmonopol?...
    BÄHRING, Gewaltmonopol? Brauchen die denn eins; die sind doch bewaffnet.

  28. ich fürchte, dass du recht...
    ich fürchte, dass du recht hast, tessa. und ich fürchte, dass es bedeutet, dass unsere bürgerlich-vorgegebene existenz den ehemals prickelnden „cyberspace“ endgültig unterworfen hat. mit schlimmen folgen, was das spielen mit anderen identitäten etc. betrifft … das internet darf nicht sterben. wer würde sich sonst um die ganzen katzen kümmern?

  29. @Hans Meier555:
    "Dann war die...

    @Hans Meier555:
    „Dann war die Naziherrschaft vermutlich eine Diktatur der Proleten über die Bildungsbürger“
    Das ist eine durchaus zulässige Sicht. Solange man nicht vergisst, dass es einige Protagonisten des „Bürgertums“ waren, die ideologische Munition und Weltsicht lieferten.
    Den Vergleich mit Piratenpartei oder Guttenplag habe ich nicht verstanden – wo sollen da die Parallelen sein?
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  30. @ moosbrugger:
    Einmal...

    @ moosbrugger:
    Einmal Godwin´s Law? http://de.wikipedia.org/wiki/Godwin%E2%80%99s_law
    Und ganz nebenbei rechne ich mich nicht zum Bildungsbürgertum. Das existiert schlicht nicht mehr.

  31. @Sebastian: das spielen mit...
    @Sebastian: das spielen mit anderen identitäten?
    War nicht gerade das eine Erfindung der Karnevalisten?

  32. Erstaunlich, ganz erstaunlich,...
    Erstaunlich, ganz erstaunlich, mit so viel fast schon echauffierten Kommentaren hier hätte ich nicht gerechnet. Dem Internet (als auch der Elektrizität, dem Telefon, dem Fernsehen) seinen revolutionären Charakter abzusprechen halte ich für absurd. Email, Google, Wikipedia, Online-Banking, Zeitungen, Videoportale, Handelsportale, Foren, Spiele und Porn for free. Damit einher geht eine gewaltige Steigerung der persönlichen Effizienz. Wer hier noch von Parallelwelten spricht, verschließt die Augen vor der Realität. Was bleibt ist ein Gejammer nach der glorifizierten „guten alten Zeit“. Ce n´est pas une banana!
    .
    Mobbing wird entlarvt durch seine im Internet stattfindende Amplifikation, es kann nicht mehr ignoriert werden.
    .
    Die demokratische Gesellschaft wandelt sich; Rätedemokratie, Basisdemokratie, Repräsentantendemokratie, Kollektivdemokratie. Jedermann hat die Chance, sich Gehör zu Verschaffen. Jeder hat die Chance, durch die Qualität seiner Äußerungen sich zur bildungsfernen Unterschicht zu degradieren oder aber darüber hinaus zu wachsen. Aufklärung und in diesem Sinne (Bildungs-)Bürgertum hat die Chance, in neuer Form zu entstehen.
    .
    Zu einer Aussage des Beitrags bin ich nicht einverstanden: Es ist nicht egal, ob man seine Quelle benennt oder nicht. Einem O-Ton von Twitter gebe ich einen anderen Stellenwert als einem persönlichen Statement vor einer Kamera oder einer Pressekonferenz. Es geht dabei darum, wer was zu welcher Gelegenheit – und ganz wichtig – in welchem Kontext gesagt hat. Letzteres wird leider in den Medien oft vorsätzlich unterschlagen. Gerade das Internet hilft hierbei: „Source or didn´t happen“.

  33. Falkenherz@Die Steigerung der...
    Falkenherz@Die Steigerung der persönlichen Effizienz trifft jeden und alle; von Allen
    wird eine höhere Selbstausbeutung eingefordert zum Zwecke der Produktivitätssteigerung. Welche gesellschaftlichen Folgen das hat, steht in den Sternen.
    Der ‚Westen‘ ist nicht allein auf der Welt, und wie oft hier Wunsch und Wirklichkeit
    auseinander liegen, zeigt gerade die ‚Arabellion‘.
    Daran konnte auch die ‚Schlagzahlerhöhung‘ der Medien nichts ändern.

  34. "Dem Internet (als auch der...
    „Dem Internet (als auch der Elektrizität, dem Telefon, dem Fernsehen) seinen revolutionären Charakter abzusprechen halte ich für absurd.“
    Revolutionär wofür? Partielle Revolutionen gab es viele, umfassend revolutionäre (gültig für die gesamte menschliche Lebenswelt) aber sehr sehr wenige. Buchdruck, Dampfmaschine und Elektrizität gehören sicher dazu. Telefon und Fernsehen schon nicht mehr.

    „Damit einher geht eine gewaltige Steigerung der persönlichen Effizienz.“
    Pruuust. Das hat man sich vom Computereinsatz auch versprochen, mit auf den ersten Blick deutlich grösserer Berechtigung. Nach einschlägigen wissenschaftlichen Untersuchungen liegt der Gewinn bei vielleicht 2% pro Jahr (höhere Produktivität pro eingesetzte Resource). Und das nach mehr als 20 Jahren Stagnation TROTZ Computereinsatz.
    http://www.cra.org/govaffairs/productivity.php

    Und ob sich die demokratische Gesellschaft wandelt, wird man sehen. Demokratie funktioniert auf Dauer und überall nur, wenn alle die Spielregeln anerkennen. Sprich, wer in der Minderheit ist, erkennt eine Mehrheitsentscheidung als gültig gefallen und für ihn verbindlich an. Diese Anerkennung von Spielregeln erodiert, schon seit vielen Jahren. Minderheiten versuchen, über Erpressung, Verzögerung und Verteuerung ihre Sicht der Dinge ohne Rücksicht auf Verluste durchzusetzen. Ohne verbindliche Spielregeln aber ist Demokratie gar nicht möglich, daran ändern auch neue Möglichkeiten nichts, den Glauben an den Erdrotationshamster zu publizieren.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  35. @sannie: "...irgendwann...
    @sannie: „…irgendwann gelernt, sich im Auto anzuschnallen, den Videorecorder zu programieren und ein Mobiltelefon zu benutzen. Wer glaubt, das war´s, jetzt muß man sich nicht mehr weiterentwickeln, für den findet ein großer Teil des eigenen Lebens eben nicht statt. Modernes Analphabetentum sozusagen.“
    .
    Man muss also jede neue technische Mode mitmachen? Nein, man muss es nicht, schon gar nicht wenn man’s nicht benötigt (wie ich: kein „Handy“, mir geht’s gut. Kein Auto, ich seh‘ mehr von der Welt. Videorecorder? konnte ich noch 1978 prima programmieren, aber die letzte erhältliche Generation, nee, das tat ich mir dann nicht mehr an. Auch TV hab ich nicht mehr. … Und Sie nennen mich Analphabet?).
    .
    Die Mode von heute — ist morgen der Blödsinn von gestern (oder so ähnlich).

  36. Es ist nicht so, dass ich der...
    Es ist nicht so, dass ich der aktuellen Medienwelt nichts abgewinnen kann. Es ist sehr
    viel schwieriger geworden eine Mehrheit zu isolieren, in dem man ihr einredet ihre
    Meinungen, Annahmen und Urteile seien Einzelmeinungen oder die Ansichten von
    Minderheiten.
    Wenn man seine Wünsche trotzdem politisch durchsetzen kann, glaubt
    einem im Misserfolg niemand mehr, dass man das alles ja nicht voraussehen konnte und nur unglückliche Umstände den Erfolg vermasselten.

  37. Das Problem ist, das durch...
    Das Problem ist, das durch Facebook, Twitter und Chats. Immer dümmlicher wird, man braucht sich nur mal bzw. bei Weltonline anzusehen. Was für Dummköpfe sich im WWW herumtreiben und ihren Kommentar abgeben.
    Aber das Fernsehen ist kaum besser.

  38. propagandatext für mediamarkt...
    propagandatext für mediamarkt und saturn-hansa z.b.

  39. Thorsten Haupts, wie gesagt,...
    Thorsten Haupts, wie gesagt, ich halte das für absurd. Im Hinblick auf meinen Kommentar zu Quellen, einem Blick auf Ihre verlinkte Quelle hier auch eine zu meiner Sichtweise: http://www.mckinsey.com/mgi/publications/internet_matters/pdfs/MGI_internet_matters_exec_summary.pdf
    .
    E.R. Binvonhier, das Thema der Ausbeutung ist nun wirklich nicht neu. Ich würde hier, wie zum Thema Mobbing auch, das Internet nicht als ursächlich sondern als amplifizierend sehen.
    .
    Es macht natürlich wenig Sinn, bei derart fundamental abweichenden Ansichten den Blogbeitrag nachzuvollziehen. Für mich macht er durchaus Sinn, und es wäre zu wünschen, dass diese Unterscheidung online/offline, Reallife/Virtuallife, auf die Gesellschaft als ganzes bezogen wird, anstatt eine große Bevölkerungsgruppe mit dem Menetekel, nicht mit dem wirklichen Leben verbunden zu sein, zu versehen.

  40. Falkenherz: Nein, Ausbeutung...
    Falkenherz: Nein, Ausbeutung ist nichts Neues. Selbstausbeutung zum tragenden
    ökonomischen Prinzip in Theorie und Praxis zu erheben dagegen schon. Diese
    ökonomische Sichtweise ging Internet und New Economy voraus, das ist richtig. Da wurden bestenfalls offene Türen eingerannt.
    …und nicht mit dem wirklichen Leben verbunden zu sein, das sagen mir die
    Kommentare, ist wohl eher ein wechselseitiger Vorwurf, auch nicht neu, besonders in Zeiten um sich greifender Irritation ;-)

  41. ...kann mir auch vorstellen,...
    …kann mir auch vorstellen, dass selbst ein Kannibale in der Südsee nicht das Gefühl
    hat, am eigenen Leben vorbei zu gehen.

  42. E.R. Binvonhier, ich habe den...
    E.R. Binvonhier, ich habe den Eindruck, Sie verstehen die bewirkte persönliche Effizienzsteigerung ähnlich falsch wie Fastfood. Letzteres ist nicht dazu da, schneller zu essen, sondern mehr Zeit zum Essen zu haben. Genauso ist eine persönliche Effizienzsteigerung nicht dazu da, mehr Aufgaben zu erhalten, sondern um bei gleicher Leistung weniger Arbeit zu haben. Dass die Mehrheit der Menschen das trotzdem falsch praktiziert widerspricht dem Prinzip nicht. Im Übrigen werden Sie den Vorwurf im Beitrag an die Politik und andere Akteure, das Wesen des Internet nicht verstanden zu haben, sicherlich nicht entkräften wollen.

  43. Nö, diesen Vorwurf im Beitrag...
    Nö, diesen Vorwurf im Beitrag kann ich nicht entkräften.

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