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Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Der Fluch der Datenschätze bei ihrer Hebung

| 45 Lesermeinungen

Mit dem Datenplündern und dem Nutzerausforschen zu Werbemilliarden und Börsengewinnen: So simpel ist die Gleichung, mit der momentan die Datenkrake Facebook verkauft werden soll. Dabei ist das Geschäft mit den Daten und dem Targeting der Nutzer beileibe nicht so einfach, wie man sich das in abgeschriebenen PR-Texten erträumen mag. Und die bessere Konkurrenz ist auch schon da.

Es gibt über mich jede Menge frei zugänglicher Daten im Internet. Wer sich die Mühe macht und das alles mit Suchmaschinen ausliest, bekommt ein recht gutes Bild von meinen Interessen, Neigungen, Wünschen und Zielen. Und er kann auch feststellen, wie ich mich in den letzten 9 Jahren verändert habe. Nur mal ein Beispiel: Es fällt durchaus auf, dass es zu einem gewissen Zeitpunkt, 2009 etwa, in meinem Haushalt viele Zukäufe von Silberkannen gab. Dann zogen die Silberpreise an, und die entsprechenden Beiträge in meinem Blog über das Ausplündern von krisengeschüttelten Briten verschwanden. Was nicht verschwand, was mich noch Monate danach verfolgte, war die Werbung für englisches Silber. Ebay wusste von meinen Sünden, Google wusste über Gmail von meiner Verschwendung, und monatelang bekam ich Bildchen, Texte und Mails zu einem Thema, das, hätte ich es fortgeführt, meine Eltern dazu gebracht hätte, mich zu enterben. Was man auch in meinem Blog hätte nachlesen können.

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Google, Amazon und Ebay sind vermutlich die besten Firmen dieser Welt, wenn es um die Erforschung von Kundenwünschen geht. Sie forschen an künstlicher Intelligenz und am menschlichen Verhalten, sie wollen Daten und versuchen, mit Verknüpfung alles über mich herauszufinden. Naja. Letzthin bekam ich eine Mail von meinem Zahnarzt zur Routineuntersuchung, und Google stellte sein Programm auf günstigen Zahnersatz in Ungarn um. Wenn man irgendetwas nicht hören will, dann ist es die Vorstellung, was da in Folge des Termins alles passieren könnte. Ich kaufte gebrauchte Felgen für meine Barchetta bei Ebay. Man sollte annehmen, dass man nicht gleich wieder Felgen braucht, aber stoisch erklärt mir Ebay, was für weitere tolle Felgen für mich und meine Barchetta – die auch nur vier Räder brauchen kann –  passen würden.

Und dann stellen sich manche hin und nennen das „Targeting“, das „Streuverluste reduziert“. Tatsächlich ist es so, dass diese Art der Werbung individuell den Nutzer tangieren kann, mithin also besser ist als klassische Bannerwerbung, oder wenigstens lustig, wenn unter Beiträgen zu Wulff Rabatte und Sonderkonditionen angeboten werden. So weit, dass sich ein Programm ernsthaft Gedanken über mich machen würde, sind wir noch nicht: Es müsste, um bei den Silberkannen zu bleiben, eine Variable für den Silberpreis bekommen, und sie mit meinem Auktionsverhalten und Preislimits abstimmen. Dann würde es verstehen, dass ich in den letzten Monaten schon xx Kannen gekauft habe, mein Kaufinteresse ab einem gewissen Schwellenwert gegen Null geht, und dieser Schwellenwert gegen die Preisentwicklung aufgrund voller Schränke gefallen ist: Dann könnte das Programm sagen: Gut, wenn sich die Preise in später wieder dem Schwellenwert annähern und er vielleicht die ein oder andere Kanne verschenkt hat, melde ich mich wieder.

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Knapp daneben ist auch vorbei, heisst es so schön, und wie sich das äussert, sieht man beim Targeting einer anderen Obsession von mir: Alte italienische Stahlrennräder der 70er und 80er Jahre. Der klassische Jugendtraum. Rennräder müssen passen, ich brauche eine bestimmte Grösse, die bei Ebay auch als Parameter angegeben ist. Ebay könnte also problemlos wissen, dass mich italienische Rennräder aus Stahl interessieren, die eine Rahmenhöhe zwischen 55 und 58 haben. Und weil das auch oft in der Kopfzeile der Beschreibung der Käufe steht, sollte Google das über meine Mail ebenfalls wissen. Ebay zeigt mir folgerichtig zumeist neue Plastikrennräder in allen möglichen Grössen, und Google Werbung für Geschäfte, die nur Dinge führen, mit denen ich nichts anfangen kann, weil sie zu teuer sind – auch das sollte Google eigentlich aus meinen Kaufsbestätigungen herauslesen können. Sie tun es aber nicht. Sie sind näher an mir dran. Und trotzdem daneben.

Experten oder Leute, die sich dafür halten, nennen dieses  Versagen am Kunden „die Hebung des Datenschatzes“ (HdD). Die Hebung des Datenschatzes hat in der Internetwirtschaft in etwa die gleiche Funktion wie die Wiederkehr des Messias im Christentum oder das Ende aller Energiesorgen durch Kernfusion in 30 Jahren. Momentan ist die HdD wieder ein heiß debattiertes Thema, schliesslich steht der Börsengang von Facebook bevor, und manche glauben, die Firma wisse so viel wie keine andere über ihre Milliarde Nutzer. Und würde man das alles nur sauber herausarbeiten und gewichten und nach Kategorien ordnen, könnte die Werbung perfekt an den Nutzer gebracht werden. Man muss das nur irgendwie sauber machen, und dann kommt das grosse Geld, das jene irrwitzigen Kurse doch noch rechtfertigt, die diese „Experten“ seit Monaten vorhersagen. Die Werbekunden solcher Firmen müssen sich jetzt schon damit abfinden, dass kontextsensitive Werbung näher, aber nicht voll dran am Kunden ist. Bislang ist diese Nähe zumeist nur der Versuch, aus vergangenen Ereignissen Interessen abzuleiten, die möglicherweise nach dem Ereignis so gar nicht mehr gegeben sind. All die Rad-, Zahn-, Felgen- und Silberkannenanbieter jedenfalls verschwenden ihr Geld an mich.

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Soziale Netzwerke sollen bei der HdD natürlich etwas besser sein. Die Theorie besagt, dass der Kaufanreiz vorhersehbar wird, wenn Freunde und Bekannte etwas erwerben. Steht also in einer Timeline einer Person, sie würde ein altes, hübsches Rad kaufen, kämen auch andere auf die Idee, dass sie so etwas brauchen. Solche Empfehlungseffekte gibt es fraglos, als Blogger erlebt man es oft genug, dass Bekannte – und beileibe nicht nur quietschende Teenager auf dem Gagatrip – fragen, wie englische Silberpunzen aussehen, ob jenes Rad etwas taugt und wie wintertauglich die Barchetta ist (Ideal! Für den Winter in Sizilien.). Demzufolge wäre das ein Weg, die Kaufentscheidung schon zu erahnen, bevor sich der Kunde entschieden hat. Man läuft ihm nicht mehr hinterher, man hält ihm das richtige hin, wenn er erst ahnt, dass er es brauchen könnte. Der ganze Abermilliardenwert von Facebook leitet sich allein aus dem Umstand ab, dass es noch näher als die anderen kommt. Der Datenschatz, den Facebook dieser Theorie zufolge besitzt, ist nicht nur das Wissen um Kaufkraft, Vorlieben und Verhaltensmuster der Nutzer, sondern durch die Netzwerke auch deren zukünftiges Verhalten. Was man da Tolles für jedes Profil errechnen könnte! Immer das beste Angebot für den richtigen Moment.

Das war es auch schon bei StudiVZ.
Und bei Myspace.
Und bei Wer-kennt-wen.
Und bei den Lokalisten.
Und bei Orkut.
Und bei Friendster.
Und bei Shoppero.
Und bei Cycosmos. Bei den beiden letzte, heute weitgehend vergessenen Beispielen war es vielleicht sogar noch besser, weil sich diese Projekte ausschliesslich um Wunschvorstellungen der Nutzer drehten, und es keinen Zwang gab, aus der unendlichen Masse an Bitchslappings, Anfragen, LOL-Kommentare und anderen Infobrocken die werberelevanten Daten heraus zu pfriemeln. Die obigen Beispiele haben allesamt nicht so wirklich funktioniert, um es höflich zu sagen. Zwar wollten alle die Datenschätze heben, und manche hatten sogar die notwendige Nutzerschar und riesige Datenmengen. Aber die HdD und der Verkauf der Daten an die Werbekunden hat nicht verhindert, dass sich diese Projekte nicht durchsetzen konnten. Echte „Vordenker“ (das sind die Leute, die vorplappern, was Journalisten ein halbes Jahr später nachplappern) haben Facebook schon abgehakt. Das neueste Datenschatzreservat heisst Pinterest, wird weltweit gerade gnadenlos kopiert, hat mit mehrheitlich OMGsooosweeeet-quietschenden jungen Frauen die ideale Zielgruppe mit Kauflust. Es hat die gleichen Netzwerkeffekte wie Facebook und erlaubt es, auf einen Blick die Wünsche der sich gegenseitig Dinge zeigenden Nutzer abzulesen. Das ist der Datenschatz, den Facebook mit Codes und Berechnungen heben möchte, in fertig gehobener und sortierter Form.

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Während also Facebook so tun muss, als würde es die Menschen sozial zusammenbringen, um sie hinter ihrem Rücken zu missbrauchenn, mit Profilanalysen auszuforschen und Vermutungen über die Zukunft anzustellen, besorgen die Nutzer von Pinterest diese Drecksarbeit ohne Aufforderung selbst und zuverlässig. Übertragen auf meine Rennräder: Was Herr Zuckerberg besitzt, ist ein Grundstück, auf dem sich in Unmengen wertlosem Gestein auch die Materialien finden, aus denen man durch schweirige Prozesse Metalle gewinnt, die veredelt, in eine marktgerechte Form gebracht, verlötet, verschraubt und dann an den Einzelkunden vertrieben werden müssen. Pinterest hat das fertige Fahrrad. Facebook ist vielleicht in der Lage, ebenso nah an die Wünsche der Kunden heranzukommen, muss sie dafür aber in einer Art und Weise durchrechnen, analysieren und durchleuchten, dass es immer wieder Schwierigkeiten und schlechte Presse wegen des Datenmissbrauchs geben wird. Und ob dann die werbende Wirtschaft wirklich gerade in dem Moment buchen möchte, da Facebook glaubt, hier wäre ein Geschäft zu machen?

Bei der Schatzsuche kommt es am Ende immer darauf an, dass der Schatz zu einem vertretbaren Aufwand gefunden wird. Allein die Wortwahl sollte Investoren eigentlich kritisch werden lassen; Schatzsuche ist eigentlich kein besonders sicheres Geschäftsmodell, und selbst wenn er gefunden werden sollte, muss der Kundschaft noch bewiesen werden, dass es der Schatz ist, den sie wollen. Ob der Schatz von Facebook besser als der Schatz der gerade zu grosser Form auflaufenden Konkurrenz ist? Da hat Herr Zuckerberg noch viel Arbeit vor sich, beim Schatzheben. Soll man ihm dafür Geld geben? Oder soll ich lieber etwas über die Wertsteigerung meiner Silberkannen erzählen? 

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45 Lesermeinungen

  1. Sehr schön. Ich verneige...
    Sehr schön. Ich verneige mich, ups (?), mein Gesicht spiegelt sich in einer Silberkanne. Hoffentlich bekomme ich jetzt kein Stütz (en) korsett.

  2. Mein schönstes Beispiel für...
    Mein schönstes Beispiel für das ‚Knapp daneben ist auch vorbei‘ beim Targeting ist das „neue Leben in Uruguay“. Ich erörterte mit einem Online-Kumpel einen fiktiven Banküberfall per LiveJournal, und die Kommentar-Benachrichtigungen schlugen in meinem Gmail-Account auf. Daraufhin zeigte mir Google spontan mehrere Anzeigen, in denen Auwanderungsmodalitäten für Uruguay angepriesen wurden. Man hatte irgendwie wahrgenommen, daß es in den Emails (daß es nur Blog-Benachrichtigungen waren, kann Google natürlich nicht unterscheiden) irgendwie um Bankraub ging, und hoffte dann, daß der Bankraub in meinem Sinne (als Kunde von Google) positiv ausgehen würde und ich dann ein neues Leben in Uruguay brauchen würde, mit all dem Geld, und weitab irgendwelcher rachsüchtiger deutscher, englischer oder irischer Banken und Gesetze (der Kumpel ist ein Ire, der in England lebt). Ich habe mich sehr lange und sehr ausführlich daüber amüsiert.- Uruguay an sich ist ganz hübsch; ich habe ein Foto von einem Glashaus mit Pool im Stil der klassischen Moderne auf meinem Pinterest-Board, auf dem ich hauptsächlich Bücherregale sammle, weil ich das ultimative Bücherregal immer noch nicht gefunden habe und mit meinem 90er-Metall-Steckregal in wachsendem Maße unglücklich bin, weil es bei Belegung mit Taschenbüchern etwa 2/3 der Regalhöhe leer verschwendet. Das ist auch mein Problem mit den meisten Bücherregalen, die ich auf meinem Board habe, also pinne ich weiter. Wer aber meinen ‚Datenschatz‘ auf Pinterest hebt, bekommt den Eindruck, daß außer Büchern und Katern in meinem Leben gar nichts existiert. Das dürfte nicht wirklich hilfreich sein.-

  3. Hallo Don,
    seeehr schöner...

    Hallo Don,
    seeehr schöner Artikel.
    Als kleine Ergänzung: HdD funktioniert durchaus. Aber offenbar nur auf der Grundlage harter Kaufentscheidungen.
    Ich kaufe bei Amazon. Genau drei Dinge – Bücher, Musik und Computerspiele. Durch die Verknüpfung meiner Kaufentscheidungen mit denen von sehr vielen anderen gelingt es Amazon wirklich erstaunlich gut, mir weitere Produkte vorzuschlagen, die mich entweder tatsächlich interessieren oder interessieren könnten.
    Das Silberkannenbeispiel ist albern (von Werbungsanbieterseite). Schlage mich grade mit einem ähnlichen Problem rum: Winterjacke übers Internet gekauft. Und zack verfolgen mich auf taz, faz und zeit … Anzeigen für Winterjacken.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  4. @ThorHa

    um den werbebannern...
    @ThorHa
    um den werbebannern zu entgehen hilft ein werbeblocker (adblock plus z.B. bei Firefox)

  5. Schöner Artikel. Ich versuche...
    Schöner Artikel. Ich versuche amazon zu vermeiden, kaufe aber gelegentlich doch mal Dinge dort ein. Wie zum Beispiel eine Feinwaage. Meine Herren, da wird man aber dann SEHR konkret eingeordnet. Die nächste Zeit wurde ich ausführlichst über Angebote zu 1000er Packs Plastiktütchen und Literatur bezüglich Mariuanaanbau und Drogenentzug sowie Cem Özdemirs Autobiografie bombardiert…..

  6. Don,

    mit vielem da core, mit...
    Don,
    mit vielem da core, mit einigem nicht. Besonders Ihre beiden letzten Absätze betr. „Geschäftsmodell“ Google schon vergessen? Keine andere Firma hat in den ersten Jahren nach Gründung so viele Projekte gestartet wie Google: Google Health, Google PowerMeter, Google Wave, Search Wiki, Google Audio Ads, Google Video, Dodgeball, Jaiku, Google Notebook, Google Catalogs, Google Print Ads, Google Page Creator, Google Answers, … um nur einige zu nennen. Die meisten fallen uns gar nicht mehr ein, weil sie noch schneller wieder eingestampft wurden als sie gestartet wurden. Sie haben nur eins gemeinsam. Alle sind Wasser saufen gegangen.
    Aus Ihrer von der NE geprägten Sichtweise müsste Google aus Ihrer Sicht eigentlich längst pleite sein. Und? In 11 Jahren aus dem Nichts auf über 30 Milliarden Dollar Umsatz bei knapp 10 Milliarden Dollar Gewinn, kein Jahr seit Gründung ohne Wachstum, Hidden Champion bei Suchanfragen, mit über 100 Milliarden Dollar die zweitteuerste Marke der Welt (nach Apple), Pleite sieht anders aus.
    Auf der einen Seite ständiges Scheitern und zigmillionenteure Fehler am laufenden Band – auf der anderen Seite trotzdem unglaublicher Erfolg: Wie geht das? Ganz einfach. Google ist nicht trotz der Misserfolge und Fehler, sondern wegen der Misserfolge die Nummer Eins geworden!
    Ich las kürzlich sinngemäß: „Der Erfolg dieses Unternehmens basiert auf systematischem, intensivem Erforschen und Experimentieren. Dahinter steckt die Überzeugung, dass man nur wissen kann, ob etwas noch nie Dagewesenes funktioniert, wenn man es ausprobiert und den Mut hat zu Veränderungen. Und dann geht eben ein guter Teil der Experimente und eben noch als das neue Produkt geglaubte Neuerung daneben. Bei Google werden Fehleentscheidungen nicht verteufelt, sie werden auch nicht lediglich toleriert – sie werden gefördert. Die Mitarbeiter sollen ihre Ideen verwirklich, an der Realität testen, ihre Schlüsse ziehen, weiterdenken, Neues in die Welt bringen und dabei zwangsläufig immer wieder mal auf die Fresse fallen.“
    Gefühlsmäßig ergreift mich wohl das gleiche Unwohlsein, wenn wie von Ihnen beschrieben, meine Bewegungen und Gewohnheiten gescannt werden. So geht es heute noch sehr vielen. Aber ich bin sicher, auch Facebook wird aus den Fehlern lernen und sich nach dem IPO und Geld wie Heu in der Kasse, noch schneller weiter entwickeln und în den nächsten Jahren total verändern.
    Das mag banal klingen. Hat Ihre Großmutter nicht auch manchmal gesagt „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“?
    .

  7. Hm, oben die...
    Hm, oben die Google-Ads:
    Zahnimplantate, Gold-, Silber-Zinnankauf, Fachgeschaeft fuer Silberbesteck (in Bochum!).
    Das finde ich lustig. Nein es nervt nicht, weil es viel zu komisch ist. Diese dumme Anbiederei zieht einem sanft am Anus vorbei.
    .
    Aber, hier klingelt dann mein Paranoia-Gloeckchen, die Sache kann gesellschaftspolitisch relevant werden. Was waere, wenn eine Staatsform a la „kommode Diktatur“ (Grass) in diesem Datenschatz wuehlte, die Sonderabteilung „geistige Verderbnis durch systemkritische Literatur“ sich des Kunden, des Kommentators und was-weiss-ich, annehmen wuerde?
    Nehmen wir den fiktiven Amazonkunden Filou: Er hat inzwischen die ganze verfuegbare Literatur russischer Anarchisten des 19ten Jhdt. bestellt. Er kauft nun Jeans mit Flecktarnmuster, hat via Gooogle-Mail viel Korrespondenz mit einer Brieffreundin in Ghaza-und naechstes Jahr findet ein sportliches Grossereignis in der Naehe seines Wohnortes statt…
    .
    Absichtlich habe ich hier einen kruden Mix dargeboten. Aber was glauben wir denn, welche Vollkoffer in staatsschuetzenden Institutionen sitzen? Schon hat man ein Problem. Ehemalige DDR-Buerger koennen sich so etwas vorstellen, ehemalige Militaerangehoerige in den BW-Regimentsstaeben (Innere Sicherheit) grinsen wissend.
    .
    Die Ausspeahung durch Werbetreibende ist harmlos. Sind aber die Algorythmen perfekt kombiniert, kann es eine grosse Bedrohung werden. Dagegen ist die Aufforderung zum Konsumieren ein Witz.
    .
    Never ever join any community!

  8. Pinterest, so so....
    Pinterest, so so. Wahrscheinlich noch langweiliger als Fratzenbuch, oder?

  9. <p>Zu</p>
    <p>.</p>
    <p>"Die...

    Zu
    .
    „Die Theorie besagt, dass der Kaufanreiz vorhersehbar wird, wenn Freunde und Bekannte etwas erwerben. Steht also in einer Timeline einer Person, sie würde ein altes, hübsches Rad kaufen, kämen auch andere auf die Idee, dass sie so etwas brauchen. „
    .
    Nun, ich weiß zwar nicht, wie sich speziell bei Facebook die Theorie zur Praxis verhält, habe nämlich gar kein Facebookkonto. Aber was ich in der Hamburger Realität über die letzten zwei Sommer selbst beobachten konnte, war kurioserweise genau dieser oben beschriebene Effekt, und in Bezug auf Rennräder: Sämtliche der „In-Crowd“-twenty- bis thirtysomethings, die ansonsten auf Hipsterbekleidung, In-Viertel und 80er-Frisuren mit Hornbrille schwören, haben nun plötzlich so ein Second-Hand-Rennrad. Wirklich alle. Vorher hatten das hier nur einzelne Sportler, Freaks oder Nostalgiker, man sah es ncht oft. Jetzt jedes zweite Rad: Ein Rennrad. Inzwischen fahren hier tatsächlich alle örtlichen Clubbetreiber-Plattenladenbesitzer-WasmitMedien-DJ-Werber und ihre weiblichen Pendants mit so einem Ding herum. Wie vor 10, 15 Jahren mit den Mountainbikes. Das Must-have-Accessoire der Saison. Erst jetzt mit der Kälte verschwanden sie kürzlich von den Straßen. Kommt der Frühling, sind sie aber wohl alle wieder da. Sie radeln noch nichteinmal besonders schnell darauf, eher so demonstrativ-konzentriert. Dafür sind aber die Fixie-Fahrräder plötzlich wie vom Erdboden verschwuden, ich vermute, es ist wohl das gleiche Klientel und das „alte“ Fixie verstaubt nun im Keller. Schade, denn ich hatte nach Lektüre der Blogs auch schon öfter mit so einem Renn-Ding geliebäugelt, auch wenn es im großstädtischen Alltag ja eher unpraktisch ist.
    .
    Aber back on topic: Zwar funktionieren Dinge wie die Kunden-kauften-auch-Empfehlungen bei Amazon ab und zu ganz leidlich, weil es tatsächlich so etwas wie Geschmacks-Cluster und Verwandtschaftsnetzwerke bei Produkten gibt. Aber um sowas werbemässig zu verwenden oder gar in Algorithmen zu gießen, bedürfte es wohl eines Genies, das das Licht der Welt noch nicht erblickt hat, oder der vereinten Anstrengungen von 10 kulturwissenschaftlichen Fakultäten, und dazu eben der Daten, die Amazon hat – und Facebook nicht, so sehr sie sich auch bemühen. Das, was aber geht und gemacht wird, ist dann eben so plump wie oben beschrieben, besonders der Effekt des Ich-kauf-mir-was-und-kriegs dann-nochmaldutzendfach-angeboten-bis-ich-einen-Hass-darauf-kriege. Mir kommt die Facebookeuphorie der Anleger daher auch sehr undurchdacht vor.

  10. Es ist wirklich zum Kringeln:...
    Es ist wirklich zum Kringeln: über dem Blog erscheinen gerade Anzeigen folgender Anbieter:
    Kolloidales Silber Bis zum 29.02.2012 20% Rabatt auf Kolloidales Silber
    Fink Silber Online Shop Versilberte Kerzenleuchter & Wohnaccessoires
    aber auch:
    Strapse Verzaubernde Strapses zu traumhaften Preisen! decido.de/Strapses
    Na sowas.

  11. Unser Datenschatz heißt bis...
    Unser Datenschatz heißt bis auf weiteres immer noch? Na? FAZ… .

    Z.B. solches: „Um 1995 beginnt ein gesellschaftlicher Umbruch. Während man früher, bloß weil man Geld hatte, so schnell wie möglich versuchte, wie ein Aristokrat zu leben, als hätte man alles geerbt. Dieses Phänomen gibt es mittlerweile nicht mehr. Es gibt nur noch erfolgreiche Leute, es gibt keine neureichen Leute mehr. Einen Einbruch erlebt derzeit das Kunstgewerbe des 18. Jahrhunderts: deutsche Möbel, deutsches Silber, deutsches Porzellan. Wissen Sie, wer das kauft?“
    .
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunstmarkt/auktionen/tobias-meyer-im-gespraech-warum-es-keine-neureichen-mehr-gibt-11636848.html
    .
    „Einen Becher von Höroldt kann ich für 2000 Euro kaufen, das ist ein schönes Kunstwerk, ein wunderschöner deutscher Silberleuchter ist für 4000 Euro zu haben. Dieser Markt hat sich völlig verändert.
    .
    Weil die Leute sich damit nicht mehr identifizieren können?
    .
    Absolut!Sie kaufen sich keine Herkunft mehr. Die Kultur des 18. Jahrhunderts ist nicht mehr zeitgemäß.“

  12. Filou:
    Ist der Abschlusssatz...

    Filou:
    Ist der Abschlusssatz in Englisch, damit ihn die doofen Datenschnüffler der erwähnten Dienste nicht lesen kann?

  13. Nein, Jeeves, es ist ein...
    Nein, Jeeves, es ist ein Standardsatz den ich verwende wenn ich eingeladen werde, Kollegen bei LinkedIn, Fatschklatsch und wie-die-alle-heissen, mitzumachen.
    So wie ich waren auch die anderen relativ (!) erfolglos. Und nun kommen sie noch mal, um sich kurz vor Lebensende [1] zu spreizen.
    Da haben sie alle mit viel Muehe ihre Zeit vergebens darauf verschwendet, schoen, reich und beruehmt zu werden-nun hecheln sie vor dem Computer und warten auf den 20ten weltweiten „Gefaellt mir“-Button. Das ist komisch. Tragigkomisch.
    .
    Dabei, das betrifft ja nicht nur die Freunde, ihr ganzes banales Leben einer banalen Welt darzubieten, ist schon ein bissele wuerdelos.
    Nach Tucholsky (oder war’s Kaestner?) spielt sich sowieso alles nur unter 500 Leuten ab. Wer das nicht lernt, macht sich zu Fischfutter.
    .
    [1] Auch relativ.

  14. Sehr verehrter Don! Was immer...
    Sehr verehrter Don! Was immer die Reklame Schnüffler damit machen werden, ich habe Satz für Satz über Ihren neusten Beitrag gelacht. Ich frag mich nämlich auch immer:
    .
    Warum wollen die mir ständig eine neue private Krankenkasse anhängen?
    .
    Ich werde morgen 63, was soll all das Partner Anbietungsgetöse?
    .
    Ich lese offensichtlich die FAZ, warum soll ich auch noch das Manager Magazin abonnieren?

  15. @Filou:
    Mir gefällt Ihr...

    @Filou:
    Mir gefällt Ihr Ansatz – Only no community is a good community – ja sehr. Nur Ihr letzter Satz hat mich zum Seufzen gebracht. Ich fürchte nämlich, es ist noch schlimmer. Nicht einmal die 500 wissen heute mehr, wie´s gehen soll.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  16. Der Tiger, Sie haben morgen...
    Der Tiger, Sie haben morgen Geburtstag?
    Ich wünsche Ihnen einen tollen Tag…
    Ich stelle Sie mir so vor, dass das Foto von Miwa Yanagi Ihnen gefallen könnte.
    http://review.artintern.net/html.php?id=7397
    ein (mentales) Sieger- Tänzchen auf den Gräbern Ihrer Widersacher.
    Alles Gute!

  17. und auf dem fortgeschrittenen...
    und auf dem fortgeschrittenen weg in die kinderlose gesellschaft? (europa heute selbstverständlich)
    .
    und ihre auffassung vom „dienen“ in sechzig jahren nicht verändert zu haben, keiner sekunde einer mode unterworfen gewesen zu sein. ( E.R., so der chor der europäischen höchstaristokratie; alle vernahmen es.)
    .
    und westviertel in eine zukunft führen? (mit licht am ende der tunnel natürlich)

  18. Ein kleiner Nachtrag zu...
    Ein kleiner Nachtrag zu Amazon: vor mehr als zehn Jahren war ich mal in den USA. Bis dahin habe ich bei A. immer nur englische Bücher gekauft. In den USA lernte ich: die verkaufen auch CDs. Und sie hatten gleich bei meinem ersten Besuch 10 Empfehlungen bereit. Errechnet aus meinen Buchkäufen und -suchen.
    Ergebnis…. 7 CDs hatte ich schon, 2 wollte ich immer schon kaufen und nur eine kannte ich nicht.
    Das war vor 10 Jahren.
    Aber natürlich werde auch ich von lauter Anzeigen heimgesucht, die für mich dann doch nicht passen.

  19. Stimmt alles Don, sehr gut...
    Stimmt alles Don, sehr gut beschrieben. Habe gerade auf ebay ein dvi-Kabel erstanden – bekomme nun alle möglichen PC-Kabel vorgeschlagen und als e-Mail dazu noch PC-Zubehör. Und bei meinem Facebook-Test-Account wollen sie mir ständig irgendwelche Freunde aufdrängen oder meine e-Mail-Adressen bekommen. Ziemlich aufdringlich und nicht kundenfreundlich, das Ganze.

  20. @gabriele – Vielen Dank! Der...
    @gabriele – Vielen Dank! Der Link scheint sehr populär zu sein. Ich mußte lange warten bis ich die Dame auf den Gräbern bewundern konnte. Ich freue mich schon sehr auf meinen Geburtstag, denn an dem Tag mache ich nur, was mir Spaß macht. Das beste Geschenk kam vom Himmel – Eis. Ich werde auf den Grachten Schlittschuh laufen gehen.

  21. Jawohl, hebt die Datensätze...
    Jawohl, hebt die Datensätze und zwar äußerst präzise,und auch Medial übergreifend.
    Dann kennt mein Fernseher kein Dschungelcamp und kein perfektes Dinner mehr, keine Werbung mehr die ich nicht leiden kann und meine Tür Überwachung öffnet dem Postboten selbständig, bevor der das Paket ohne zu klingeln wieder mitnimmt.
    Aber ich sehe da schwarz, das schaffen die doch nicht :-(

  22. das beschriebene entspricht...
    das beschriebene entspricht eigenen erfahrungen, obgleich ich von werbemails weitestgehend verschont werde. weil ich wohl auch zu wenig kaufe.
    bei radioprogrammgestaltern gibts manchmal ähnliche effekte. da ist einst in der ostsee eine fähre untergegangen mit in folge hunderten von toten, und unmittelbar nach dieser nachricht wurde beim bayerischen rundfunk – welcher sender es war, ist mir entfallen – „das kann einen seemann nicht erschüttern“ aufgelegt. knapp daneben war so voll daneben, daß meine mama damals dem BR einen zornigen brief geschrieben hat. und es ging noch nicht mal um werbung.
    ähnliches passiert sehr häufig bei der wohl automatisch nach stichworten ohne redaktionelle kontrolle zugeordneten Bannerwerbung im netz zu nachrichten, die dann abstoßend statt werbend wirkt.
    das mit den silberkannen riecht ja schon nach insidergeschäft: da kauft jemand eine menge von den dingern, schreibt in einem der meistgelesenen blogs der republik über die notwendigkeit solche zu haben, die leute kaufen wie bekloppt, die preise ziehen an, und der jemand freut sich über die wertsteigerung. allerdings ist nicht bekannt geworden, ob er die selbst erzeugte nachfrage auch bedient hat.
    über derzeit vergleichseweise immr noch spottbilliges 18 jh. nicht nur silber freuen sich auch andere: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunstmarkt/auktionen/tobias-meyer-im-gespraech-warum-es-keine-neureichen-mehr-gibt-11636848.html . da staunt der hinterwäldler, der gerade mit selbst erzeugtem brennholz um sein überleben und gegen leitungsschäden heizt.

  23. Hallo Don ,
    Sie haben wohl ...

    Hallo Don ,
    Sie haben wohl recht . und ich wundere mich hin und wieder , warum
    ich Urlaub in der Türkey machen soll oder neue Zähne brauche .
    Aber ohne diese Hilfestellungen erkenne ich fast blind , daß Sie
    lhren Sunbeam nicht mehr so mögen , mir würde er gefallen ,
    Zustand egal , Fahrgestellnummer zählt . Schrott läßt sich in einen
    Schatz verwandeln , besonders wenn man einen Ford V-8 reinsetzt .
    lm Nebensatz können Sie ja einmal etwas erwähnen .
    mfG.T.

  24. <p>Guter Artikel, mit schönen...
    Guter Artikel, mit schönen Ausführungen, regt auf jeden Fall zum Denken an… Pinterest – eine interessante Idee :)

  25. Der wichtigste Unterschied...
    Der wichtigste Unterschied zwischen Google und Facebook ist ja, dass die Nutzer von Google oft gezielt nach „Produktinformationen“ suchen. Und wenn dann die ersten drei Links „gesponsort“ sind, dann stoert das nicht weiter (man sieht es ja) und oft sind sie sogar hilfreich. Bei FB seh ich dieses Potential nicht. natuerlich ist die Grundidee bei all den social media Dingern ja die, alle Information zusammenzutragen. Das klappt aber nur, solange man auch eingeloggt ist (sofern man auf seine Cookies aufpasst). Man wird sehen, ob sich Google’s vernetzte Suche durchsetzt (google + gmail + g+). Hier in den USA zumindest scheint wirklich jeder seinen Mailaccount bei gmail zu haben, was ich Datenschutztechnisch fuer aeusserst fragwuerdig halte. Aber eins ist klar – wenn der Ansatz hier funktioniert, dann tut er das ueber kurz oder lang auch in Europa. Ich seh das aber bislang als nicht weiter tragisch an: Internetanbieter diversifizieren (anderer Mail-Account, nicht bei google eingeloggt bleiben, bzw. fuer picase etc. fake-accounts verwenden), cookies loeschen, Werbeblocker verwenden. Bislang reicht das.
    @Der Tiger: Glueckwunsch zum Geburtstag.

  26. Zur klassischen Überwachung...
    Zur klassischen Überwachung braucht man keine Front-End Systeme wie Facebook oder Amazon. Stichwort „Deep Packet Inspection“.
    Diese sozialen Netzwerke sind eine Art Panoptikum, wo wir uns gegenseitig überwachen. Selten kann man diese eigenartige Dialektik des Überwachens und Überwachtwerden so eindrucksvoll beobachten wie dort. Hinzu getreten ist jedoch, dass man die Menschen glauben macht, sie könnten in sozialen Netzwerken so etwas wie Privatsphäre haben. Dabei entpuppt diese Privatsphäre als ein Imperativ zur Selbstverwaltung. Wem zeige ich was, warum, mit welchem Mittel, zu welchem Zweck…Die eigene Individualität wird zu einer Ressource, die gemanagt werden muss und nach individuellen Angeboten verlangt-sogenanntes targeting.
    Es ist doch erschreckend, dass in manchen Beiträgen mitschwingt man wünsche sie passgenauere Werbung.

  27. veil of ignorance, man muss es...
    veil of ignorance, man muss es so sehen: es gibt nur eine begrenzte Menge Geld, egal wie genau die Werbung ist. und das, was der typische facebooknutzer wirklich übrig hat (und verteilt werden kann) ist sehr wernig. Deshalb finde ich auch Überlegungen mit dem globalen Werbemarkt, wie ich sie jüngst las, einfach nur lächerlich.
    .
    T.I.M., und trotzdem ist Froogle als Produktsuchmaschine glorios gescheitert.

  28. Matthias, danke, gern...
    Matthias, danke, gern geschehen.
    .
    Trias, es liegt nicht am Sunbeam, sondern an meiner anders gewordenen Lebenskonzeption.

  29. holofernes, die Preise zogen...
    holofernes, die Preise zogen an, weil der Silberpreis explodiert ist. Silberkannen gehen momentan zumeist für den Materialpreis oder knapp darüber weg, und was sonst noch an Steigerung da ist, besorgt die nachlassende Neigung bei den Engländern, sich von ihren Schätzen zu trennen. Und ich verkaufe eh nicht.
    .
    Franz, dann wird man den Datensatz fragen, wie man die Nutzer erst recht zu solchen Hirntodbeschäftigungen bringt. Wer ein Buch liest, kauft nicht nebenbei.

  30. salonsurfer, Wwerber sind ein...
    salonsurfer, Wwerber sind ein Geschlecht, bei dem sich nur die lautesten Brüllaffen fortpflanzen. Daher kommt das. Das ist genetisch.
    .
    Booooster, Amazon ist fraglos gut, wenn es um solche Geschichten geht, aber die Frage ist dann immer noch, ob daraus mehr Käufe folgen – schliesslich benötigen die zuimindest nach der Finanzkrise zum Teil die Ressource Vermögen.

  31. @Don:
    Um den Umsatz von Amazon...

    @Don:
    Um den Umsatz von Amazon brauchen wir uns – Stand heute – wahrlich keine Sorgen machen:
    http://investing.businessweek.com/research/stocks/earnings/earnings.asp?ticker=AMZN:US
    Gruss,
    Thorsten haupts

  32. "Die Hebung des Datenschatzes...
    „Die Hebung des Datenschatzes hat in der Internetwirtschaft in etwa die gleiche Funktion wie die Wiederkehr des Messias im Christentum oder das Ende aller Energiesorgen durch Kernfusion in 30 Jahren.“
    ROTFL !!!

  33. " ... wie wintertauglich die...
    “ … wie wintertauglich die Barchetta ist (Ideal! Für den Winter in Sizilien.).“
    Also, dem kann ich ganz&gar nicht beipflichten: Seit 2005 fahre ich durchgehend eine Barchetta: Bei den späteren Modellen (ab ca. 1996) sind aufgrund größerer Radkästen sogar Schneeketten zugelassen. Selbst ohne Hardtop halte ich das Fahrzeug für uneingeschränkt wintergeeignet, für zart besaitete Fahrer freilich nur sofern man im Herbst das Verdeck geschlossen hatte bevor die Temperaturen dauerhaft unter 10°C fielen.

  34. Sehr verehrter Don! Sie sind...
    Sehr verehrter Don! Sie sind doch nicht etwa erfroren? Ich hab ja heute nicht Geburtstag und damit keinen Anlass, mir etwas zu wünschen. Aber ein neuer Beitrag zum bayrisch-innerdeutschen-europäischen Weltgeschehen würde mir schon gefallen.

  35. Jaja, ich schreib ja...
    Jaja, ich schreib ja schon.
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    Hier noch etwas Spannendes zu Pinterest: Die sind wohl schon dabei, ihre Nutzer jenseits der Werbung über die Käufe zu monetarisieren, wie man das heute nennt:
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    http://llsocial.com/2012/02/pinterest-modifying-user-submitted-pins/

  36. P. Seudonym, mir ist letzte...
    P. Seudonym, mir ist letzte Woiche der Türzug eingfroren und beim Versuch einer Betätigung dann auch gleich gerissen. Unschön, wenn man drinnen sitzt und zugleich Fenster und Verdeck festgefroren sind, und die andere Seite des Wagens an der Hauswand steht.

  37. ThorHa, Amazon hat immerhin...
    ThorHa, Amazon hat immerhin schon recht lang und trotz einer existenzbedrohenden Krise überlebt, aber trotzdem sieht man: Sie versuchen es mit einer Offline-Buchkette. Irgendwie läuft das Internet doch nicht so alternativlos.

  38. zu meiner steilen These von...
    zu meiner steilen These von 06. Februar 2012, 17:46 las ich gerade folgendes Interview (komplett hier: http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2012-02/jacob-appelbaum-interview?commentstart=9#comments).
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    Wenigstens bin ich nicht der einzige Irre.
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    Appelbaum: Ich denke, die Antwort ist: Benutzt am besten gar keine Mobiltelefone. Oder wir müssen die Mobilfunktechnik so grundlegend neu entwickeln, dass sie keine Spionagetechnik mehr ist. Aber ich gebe Ihnen noch ein anderes Beispiel: Benennen Sie einfach mal Facebook um in Stasibook. Wie gut fühlen Sie sich jetzt, wenn Sie dort Auskunft über die Aktivitäten Ihrer Freunde geben? Es ist furchteinflößend, wenn man sich vorstellt, dass wir uns alle gegenseitig überwachen. Wir haben den Stasistaat privatisiert und demokratisiert. Wir sollten grundsätzlich nicht in einer Prestigekonsum-Gesellschaft leben, in der es immer darum geht, irgendwelche Belohnungen dafür zu kriegen, Menschen auf Fotos zu markieren.

  39. lieber Don Alphonso, oje, erst...
    lieber Don Alphonso, oje, erst die decke und nun das – mein herzlichstes beileid! bei uns friert auch alles ein – klappläden, rolläden, verliesaussentüren (eis aussen), und ein briefkasten, der ab und an in der sonne steht, mit eingeeisten briefen und zeitschriften. wenn ich herausfinde, wer da den schnee reingetan hat!

  40. cher Filou, danke für den...
    cher Filou, danke für den verlinkten artikel! nutzen sie tor?

  41. das thema war auch nicht...
    das thema war auch nicht wirklich interssant. darum auch scheint hier schon schluss zu sein.
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    und warum eigentllch hatte er die kanne so aufgestellt, dass kein buchtitel zu entziffern war? promographie? blasphemie? evangelisches liedgut für niederbayern? niederrheinische philosophen? antike wettervorhersagen? kochkunst für pygmäen? geheime nachrichten aus bananien? oder geräuschlos kauen mit t. rex?
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    oder und altes syrisches sprichwort? (viele hasen sind der hunde tod) (komm lass uns hasen machen, einer liebe also ganz ins ohr geflüstert.)
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    und wir freuen uns weiterhin mit, dass don a. mit seinen gedanken so überaus gut vernetzt erscheint.

  42. Shakespeares Dramen auf...
    Shakespeares Dramen auf Englisch und ein ganz grausliges Buch namens „Die fahrten des Kondottiere“.

  43. Das Problem bei der Hebung des...
    Das Problem bei der Hebung des Datenschatzes: Es fallen einem ganz tolle Beispiele ein, wie weit das gehen kann (Google kann doch gefälligst wissen, dass ich alte Stahlräder suche und nicht irgendwelche neumodischen Karbonflitzer). Wenn man den Status Quo der gezielten Werbung mit dieser Wunschvorstellung vergleicht, ist das natürlich sehr ernüchternd und manchmal sogar komisch.
    Was man dabei aber schnell vergisst: Die Werbung früher (im Print oder TV) hatte so abstrus hohe Streuverluste, dass man sich aus heutiger Sicht fragt, wer dafür überhaupt mal Geld bezahlt hat (oder zumindest, wer dafür so viel Geld bezahlt hat).
    Kurz: Der Unterschied zwischen vorher und nachher ist so unglaublich groß, dass eine Senkung der Streuverluste von 99 auf 98% im Gegenzug eine Verdopplung der Klickrate ergibt, auch wenn noch fast immer alle Anzeigen irrelevanter Schrott sind.
    Die Frage, die sich daran anschließt, ist im Artikel gut beantwortet: Das Heben dieses Schatzes ist quasi unmöglich. Die Frage, die ich dagegen stellen würde: Ist das aber überhaupt nötig? Mit dem Targetting, wie Google es macht, kann man scheinbar deutlich besser sein als die anderen und ne Menge Geld verdienen. Und ein Targetting auf diesem Niveau traue ich Facebook durchaus zu …

  44. Don: Und dann stellen sich...
    Don: Und dann stellen sich manche hin und nennen das „Targeting“, das „Streuverluste reduziert“.
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    Das tut es vermutlich auch, nur keiner von uns verfügt über genügend statistische Daten, um das zu beurteilen. Ich weiss wenig darüber, wie man einen Werbebot programmiert, aber würde man mir die Aufgabe geben, dann hätte der Bot aus einer Menge von Zielen eine Auswahl zu treffen und das kann er vollkommen blind tun, wenn gar keine Daten vorliegen, nach einer Ähnlichkeitsmetrik ( mit der Wiederholung als Option ), einem sozialen Graphen, wie bei Facebook, wo Benutzer X kauft, was ein Freund/Verwandter gekauft hat, wobei das noch näher einzugrenzen wäre, denn das was wirklich interessant ist, ist den Meinungsführer zu identifizieren, den Kunden, an dem sich alle orientieren oder wie bei Amazon, wo mir Y empfohlen wird, wenn ich X kaufe und eine gewisse Mengen an Kunden, die X gekauft haben, auch Y gekauft haben. Das sind alles Werbelogiken, die mehr oder weniger funktionieren, die aber nicht jedes Unternehmen gleichermaßen anwenden kann.
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    Natürlich kann und soll man das auch kulturkritisch betrachten. Die Frage, die sich mir stellt ist nur die, ob es nicht besser ist, wenn man die Algorithmen verspotten kann, wenn man genervt ist, von ihrer Ungenauigkeit, vom Mangel an Intelligenz in der künstlichen Intelligenz, von der Wundergläubigkeit, mit denen Nicht-Techniker ihnen begegnen. Das alles ist besser, als würden sie funktionieren und es gäbe tatsächlich ein auf jede einzelne Person zugeschnittenes Verhaltensmodell, dass sehr weitreichende Prognosen und Kontrollmöglichkeiten bietet.

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