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Googles Datenbrille im grossen Praxistest

| 54 Lesermeinungen

Komplett erfunden, aber wahr: Wer Googles Gier nach Informationen kennt, kann jetzt schon im Geiste die neue Datenbrille des Monopolisten auf Italiens Strassen und Plätzen ausprobieren,

Google geht es gerade nicht so gut. Sicher, die Firma verdient enorm viel Geld mit Werbung. und beherrscht die Suche im Netz weiterhin in der Art eines freundlichen Quasimonopols. Auch das Betriebssystem Android erfreut sich durchaus einer gewissen Beliebtheit. Anderes wie das Netzwerk Google Plus läuft nur so mittelgut, für Streetview bekam man Ärger mit dem Datenschutz, und dass die deutschen Zeitungsverlage mit dem Leistungsschutzrecht an Googles Einnahmen beteiligt werden wollen, ist auch ein Problem, mindestens so brandgefährlich wie eine lästige Fliege im Sommer, wenn man Eis essen will. Google hatte ein paar gute Ideen und jede Menge Flops, es kann vielleicht einer Zockerklitsche wie Groupon Probleme bereiten, aber eine Antwort auf Facebook hat es nicht. Für einen Giganten ist die Bilanz eher durchwachsen.

Bild zu: Googles Datenbrille im grossen Praxistest

Und so schiebt Google jetzt das nächste Zukunftprojekt an den Start, das einige dieser Probleme mit einem neuen Ansatz angehen soll: Eine Datenbrille, die so lästige Gadgets wie das Iphone der Konkurrenz überflüssig machen soll, und im realen Leben alle Internetinformationen und Kommunikationsbedürfnisse zusammenfasst.

Hier ist das Video von Google.

Und hier gleich mal die Parodie, die zeigt, worum es am Ende gteht: Daten sammeln und passende Werbung an der richtigen Stelle, am richtigen Ort und zur richtigen Zeit einspielen.

Man kann hier sogar schon mal die Google-Kommunikation für dieses Gerät niederschreiben: Das alles sei kein Spam und keine Belästigung, sondern eine Bereicherung des Daseins, mit der zum richtigen Zeitpunkt die richtige Information kommt. Also keine Werbung im eigentlichen Sinne, sondern Lebensbereicherung durch die Minimierung von Streuverlusten. Google ist freundlich. Google will einen nicht mit Werbung zuschreien. Google will nützlich informieren, und zwar so nützlich, dass man dafür die Werbeinformationen gern in Kauf nimmt. Und auf das böse Iphone und Ipad und Facebook der anderen, verflucht sei ihr Name und ihr Geschäftsmodell, gerne verzichtet. Und auf dieses ehemals 6500 Euro teure, drei Jahre alte und praktisch ungefahrene Colnago CX-1 mit Campagnolo Record Ausstattung im Hofe eines Händlers am Gardasee, das er für einen Bruchteil der Summe verkauft. An mich. Ohne Datenbrille.

Bild zu: Googles Datenbrille im grossen Praxistest

Denn so eine Datenbrille kann einem nur nahebringen, was auch im Netz vorhanden ist. Natürlich hat dieser Händler eine Website im Netz, natürlich erfährt man, was er generell so anbietet, aber sein Hof mit den leicht Gebrauchten der Reichen des Gardasees steht natürlich nicht im Internet. Für so etwas hat er auch keine Zeit. Dazu muss man anhalten, hineingehen und sich umschauen. Und um ehrlich zu sein: Er ist ein famoser Händler. Aber nach seiner Website würde ich dort nie anhalten. Weil die Informationen zu schlecht sind, als dass sie mir die Realität schmackhaft machen könnten.

Was die spannende Frage aufwirft, ob die Informationen im Internet gut genug für die Realität sind. Oder genauer, ob die Informationen im Netz dem Anspruch der Nutzer genügen. Bei sozialen Netzwerken und in der Kommunikation mag das natürlich der Fall sein; in anderen Bereichen kann man das getrost bezweifeln: Das Netz ist nun mal nur so gut wie derjenige, der die Informationen zu finden weiss. Und das kann mitunter eine ziemlich nervige Arbeit sein, wie all jene wissen, die im Internet Schnäppchen suchen. Oder auch nur eine Antwort auf die Frage, welches Restaurant in einem Ort wie Valeggio sul Mincio empfehlenswert ist. Alle haben Webseiten und Speisekarten, aber das beantwortet keine Frage.

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Die Angelegenheit könnte für Google leichter werden, wenn es die Informationen nicht mehr im Netz zusammensuchen müsste, sondern Einblick in mein Treiben hätte. Würde ich so eine Brille tragen, und würde Google sehen, wie ich ein Rad anstarre und begierig zugreife, weil es in Deutschland x000 Euro mehr kostet, würde ich meinen Jubel gleich vermailen und mit Brille zahlen, wäre das natürlich fein: Dann wüsste Google, was hier zu finden ist. Würde ich die Datenbrille im Restaurant meiner Wahl tragen, und würde sie feststellen, dass ich in etwa 163,5935% dessen esse, was für meinen Körperfettindex gut ist, könnte Google das mit dem Foodpr0n in meinem Blog abgleichen und mich als Gourmand vor dem Herrn katalogisieren: Dann könnte man anderen Vegetariern im Rückschluss das erzählen, was ich demnächst in meiner gedruckten Kolumne schreiben werde. Aber nicht hier. Weil in meinem Lieblingsrestaurant gestern nämlich so ein paar Schwaben ohne Manieren waren, bei denen ich befürchten muss, dass sie auch ihre Restaurants nach Datenbrille und ihre Kleidung nach Sonderangeboten und Gutscheinen heraussuchen.

Was Google also braucht und haben will, sind Informationen, die sehr viel zielgenauer als das sind, was sie im Moment haben – und das, seien wir ehrlich, manifestiert sich in der Googleanzeige, die auf dieser Seite die angeblich besten Hotels in der Region Valeggio und extrem teure Colnagos einblenden würde, und scheussliche Brillen für Technikbegeisterte. Google braucht mehr und bessere Daten als Streetview und Geschäftsbewertungen, Google braucht idealerweise Informationen für eine immer aktuelle Dauerbespassung, damit man den Daten-Layer auch dauerhaft auf der Nase herumträgt und nicht nur empfängt, sondern auch liefert, und dann erfährt, dass Leute, die ein Colnago CX-1 gekauft haben, auch danach in Valeggio im Fresskoma lagen und fluchten, weil die Googleübersetzung für den Wikipediaartikel über den Dom von Ferrara immer noch unerträglich schlecht ist. Darauf dann einen tiefgekühlten Strudel Interno beim nächsten Lidl und ein Wörterbuch für Klingonisch beim Geschäft einblenden, das leider zwischen 12 und 4 Uhr geschlossen hat. Oder was sonst Wisdom of the Nerdcrowd, Suche, Cloud und Datenbank so ausspucken.

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Am Anfang wird das so sein. Wenn nur genug mitmachen, wird das vielleicht auch besser. Google muss das versuchen, denn so bekommt es Oberwasser gegenüber Facebook. Facebook ist im Moment näher dran an den Daten der Nutzern und ihrem Treiben, solange die Nutzer sich dazu äussern. Google bräuchte das gar nicht mehr. Zuschauen reicht. Ich sitze im Cafe an der Piazza Mantegna, schaue mir eine Dame länger und andere kürzer an, und nach ein paar Tagen weiss dieser kleine Spion, wie mein Typ, mein Beuteschema aussieht, und sollte jemand vorbeikommen, die hinein passt, kann mir die Brille Bescheid geben. Manche finden so etwas toll.  Man ahnt, welche grandiosen Möglichkeiten Google und Technikfreunde da sehen. Wenn man böse wäre, könnte man sagen: Die Firma sucht jene Frau heraus, die eine neue Handtasche braucht und mit hoher Wahrscheinlichkeit nach dem Kennenlernen an jenem Geschäft vorbeikommen wird, für das Google zufälligerweise gerade Sonderangebotswerbung hat. Für die Art Handtasche, auf die die Frau starrt, auf die ich starre.

Ich finde es schrecklich, aber auch so kenne ich hier in Italien einige wirklich famose Frauen, die ich sehr schätze, und die schon Handtaschen besitzen. Beruhigend ist, dass ich solche Visionen seit gut 10 Jahren kenne; damals wurden solche Ideen für Mobiltelefone entwickelt, und erlitten unter dem Namen „Location based Services“ einen üblen Schiffbruch. Schon damals hiess es, man müsste die Datenmenge vergrössern, weshalb ein Münchner Verlag Heerscharen von Studenten anstellte, um seine Reiseführerdaten für das Handy und den W@P-Standard aufzubereiten. Auch das war klar zu wenig, und auch Nokia hatte ein paar Jahre später solche Ideen, die nicht minder vom Nutzer ignoriert wurden: Zu umständlich, zu schlecht, zu wenig nutzbare Informationen. Aber die Verfügbarkeit von Informationen wird besser, die Technik wird besser, die Leistung der Geräte wird besser, und das einzige, was gleich schlecht bleibt, die die Haltung der Nutzer zum Datenschutz, um den sich Google so wenig wie möglich kümmern wird.

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Google wird vor dem gleichen Problem stehen, wie bei Google Plus: Erst wenn genügend Leute mitmachen, wird dieser Datenspion – denn nichts anderes als der umfassende Informationsangriff ist so eine Brille – das liefern, was ihn sinnvoll einsetzbar macht. Im Sinne von Googles Verkaufsabsichten natürlich. Wenn nicht genug mitmachen, oder Datenschützer klagen und sich durchsetzen, wird es schwieriger, die nötige Marktdurchdringung zu erreichen. Man wird Menschen erklären müssen, warum es cool, richtig und prima ist, das zu tragen, dann geht es.

Bis so ein Depp Unglücklicher vor lauter Brillenklicken mitsamt seinem Datenlayer dahin stolpert, wo ich gerade mit schwerer Tortellifüllung auf dem CX-1 angerast komme. Die Natur hatte noch immer genug Informationen, um bei der Arterhaltung die weniger tauglichen Exemplare auszusortieren.

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54 Lesermeinungen

  1. Disclosure: Eine googlenahe...
    Disclosure: Eine googlenahe Organisation wollte mich mal nicht unüppig dotiert einladen, was ich aber abgelehnt habe. In Bayern würde man sagen: Jetzt homs den Dreg im Schachderl.

  2. Sehr anschaulich und gut...
    Sehr anschaulich und gut beschrieben, geschätzter Don. Und damit der Händler am Gardasee seine Produkte auch optimal einstellt, bietet Google natürlich an, dies als Service für ihn zu übernehmen. All die kleinen Sachen im Hof und anderswo fallen dann allerdings durch das Google-Raster. Letzte Konsequenz: jeder Gegenstand bekommt zur Erfassung eine Kennziffer.

  3. Lieber Don, chapeau! Sie sind...
    Lieber Don, chapeau! Sie sind auf Kurs. Wie immer.

  4. Ich wüsste nicht, dass in...
    Ich wüsste nicht, dass in Zukunft jeder gezwungen wird, diese Brille zu kaufen.
    Und dass sich Produkte erst dann durchsetzen, wenn die potenziellen Kunden einen echten Nutzen sehen, haben die Telekommunikationsunternehmen schmerzlich mit den anfänglichen Schwierigkeiten des Mobilfunk-Standards UMTS erfahren.
    Oder um es zusammenzufassen: Ich habe selten einen so subjektiv-negativen Artikel gelesen. Auch die aktuellen Probleme von Groupon mit der SEC dermaßen hochzuspielen, dass das Unternehmen als „Zockerklitsche“ bezeichnet wird, ist – mit Verlaub – das Allerletzte. Ernsthafte Probleme mit der Börsenaufsicht SEC hatten z.B. Daimler, Siemens, General Electric (GE), die Deutsche Bank, der Computerkonzern Dell und noch viele andere bekannte Unternehmen. Sind das auch „Zockerklitschen“?
    Die ganze Panikmache, die den deutschen Zeitungsschreibern bei den Reizwörtern Google, Facebook & Co einfällt, ist ja nicht mehr auszuhalten.
    Es wurde noch kein Mensch gezwungen Google Mail, Facebook, die Google Suche und andere Produkte zu nutzen. Und die, die es nutzen, sehen oftmals einen ganz praktischen Nutzen. Vergleichen Sie doch einmal GMail mit GMX oder Web.de. Ein riesiger Unterschied. Dann wird man bei GMX noch mit „Newslettern“, zweifelhaften Testabos und Werbung am Ende der E-Mail belästigt. Und kann man mit Gewissheit sagen, dass GMX und Web.de nicht auch die Inhalte von E-Mails analysieren?
    Zugegeben: Ich habe Ihren Text ab Mitte nur noch grob überflogen. Es hätte sonst ein Schmerzensgeld gebraucht. Und einen Tipp gebe ich Ihnen noch: Bilden Sie sich bloß nichts darauf ein, dass eine „googlenahe Organisation“ Sie zu Wasweißich eingeladen hat. An Ihrer Argumentation kann es nicht gelegen haben. Dass in Deutschland fast jeder Depp zu Dingen, von denen er keine Ahnung hat, seine Meinung kundtut, ist schon schlimm genug. Dass solche Leute nun auch von der FAZ bezahlt werden, macht es aber noch viel schlimmer.

  5. Wenn man die FAZ manchmal...
    Wenn man die FAZ manchmal sieht, scheint es so, als seien die werten Kollegen bei applenahen Organisationen nicht gar so ablehnend.

  6. <p>@ Daniel</p>
    <p>"Dass in...

    @ Daniel
    „Dass in Deutschland fast jeder Depp zu Dingen, von denen er keine Ahnung hat, seine Meinung kundtut, ist schon schlimm genug. Dass solche Leute nun auch von der FAZ bezahlt werden, macht es aber noch viel schlimmer.“ Was zahlt die FAZ Ihnen denn?

  7. Die Fotos beweisen widerlegen...
    Die Fotos beweisen widerlegen eindeutig die These des werten Hausherrn, dass die hübschesten Mädels keine Turnschuhe tragen …

  8. Danke für Ihre Gedanke zu...
    Danke für Ihre Gedanke zu Google und dessen hinterfotzige Denke hinsichtlich „argumented reality“ Ideen. Mir hängen schon die ständigen Update für die Android App Layer zum Hals raus, welche offenbar als Zwangsbeglückung auf dem Smartphone meiner Frau unlösbar vorinstalliert wurde. Und da ich gerade von Glück spreche: Herzlichen Glückwunsch zu ihrem Hinterhoffund am Gardasee, um den ich Sie ehrlich beneide.

  9. @Daniel: danke für diesen...
    @Daniel: danke für diesen Kommentar! Eine objektiven Beitrag eines renommierten Journals hätte ich mir anders vorgestellt. Ein Apfel-Produkt hat es augenscheinlich eher weniger schwer, hier auf Wohlwollen zu stoßen.
    MfG

  10. Don, bitte mehr Photos von...
    Don, bitte mehr Photos von attraktiven, jungen Italienerinnen!

  11. Auch von meiner Seite...
    Auch von meiner Seite Glückwunsch zum Kauf der ‚due ruote‘ (due ?). Ich habe selbst leider nur Altware, daher würde mich das verbaute Tretlagersystem interessieren, technisch hat sich da ja einiges getan. Der freundliche Datenhändler aus Kalifornien hat übrigens sein eigenes Groupon, was die Sache nicht unbedingt besser macht. Leider ist es wohl nur noch eine Zeitfrage, bis man seine ‚due ruote‘ in besagtem italienischen Hinterhof aus Versehen mit seiner Krankenkassenkarte bezahlt, und das Telefon dazu blöde Kommentare abgibt, weil es den Hinterhof noch nicht kennt. … O tempora !

  12. Da schreibt wieder so ein...
    Da schreibt wieder so ein dummer Apple Fanboy einen hassartikel über Google. Ich wüßte nicht daß es Google schlecht geht. Im Gegenteil, mit 50℅ Marktanteil bei Android in den USA bekommen viele Angst! Aber sowas hat der Verfasser anscheinend nicht mitbekommen. Fakt ist Google hat in den letzten Jahren vieles besser gemacht als die Konkurrenz.
    Aber daß viele große Verlage mit Google auf dem Kriegsfuß stehen, weil sie ihren Kragen nicht voll bekommen können, ist ja bekannt. Damit sie solche pseudo Journalisten überbezahlen!
    Ich für meinen Teil habe selten so einen Mist gelesen. Und Angst vor Google habe ich ehrlich gesagt nicht, sondern eher vor solchen Verlagen oder unserem Staat der alles wissen will!

  13. <p>Nur um das klarzustellen:...
    Nur um das klarzustellen: Ich habe kein einziges Apple Produkt und mit der Marke auch nichts am Hut. Noch so ein aus der Reihe schlagender Kommentar ohne Manieren, und ich lösche, und zwar kommentarlos.

  14. Ich bin erstaunt, dass...
    Ich bin erstaunt, dass tatsächlich hier Lagerbildung bezüglich Unternehmen vorgeworfen wird und dann von den Kommentatoren vorgenommen wird. Warum sind Sie, lieber john.k oder Daniel denn als Person von einer Firma eingenommen?
    Oder warum sollte der Autor des Artikels es sein?
    Mir ist der Gedankengang nicht nachvollziehbar, ich bin verdutzt. Hat sich jemals jemand mit Arielwaschpulver identifiziert, oder zumindest deren Vertriebskonzept sich so zu Herzen genommen? Mir ist das bis dato nicht untergekommen.

  15. Da es offenbar Nachts keine...
    Da es offenbar Nachts keine Kontrolle und deswegen keine Einpflegung der Kommentare gibt, hatte ich die Zeit, selber über die von mir gestellte Frage nachzudenken.
    Die Antwort glaube ich liegt darin begründet, dass die fraglichen Unternehmen -anders als beispielsweise Aquarienhersteller- nicht nur durch Werbung versuchen auf die Menschen Einfluss zu nehmen, sondern zusätzlich „Informationen“ präsentieren. Vielleicht liegt die Streitbarkeit der Unternehmen, die sich hier offenbart, also darin begründet, wie die Informationen eben gehandhabt werden. Es wäre Google also vergleichbar mit Buchverlagen. Und in diesem Kontext erklärt sich dann auch die Kritik, die nämlich an der Zensur und dem störenden Kontext geschieht, keineswegs bloß an dem Unternehmen selber. Es handelt sich hier also nichtmehr um eine Unternehmenskritik, sondern um eine Informations-politik-kritik. Dann ist jedoch der Streit, der sich an der Aufhängung von Labels festmacht nur insofern verständlich, als er die Philosophie der Unternehmen als Medienträgerproduzenten dahinter meint. Und so ist die Kritik, die Parteienbildung vorwirft einerseits durchaus berechtigt, aber nur insofern sie einen wesentlichen Aspekt der Diskussion widerspiegelt, nämlich, dass Parteienbildung hier stattfindet und stattfinden muss. Sie ist dann unberechtigt, wenn sie die Parteienbildung an sich kritisiert. Denn da Informationen, als Kommunikation ein gesellschaftlicher Bestandteil sind, ist jeder Standpunkt gegenüber den besagten Unternehmen automatisch ein politischer. Die Kritik des Autors dieses Artikels am Unternehmen als Unternehmen ist vor diesem Hintergrund eher süffisant, keineswegs aber thematisch relevant zu verstehen. Ich glaube Sie missverstehen „Don Alphonso“ völlig, wenn Sie annehmen, dass es sich bei dem von Ihm erstellten Artikel um eine Kritik am Unternehmen qua Unternehmen handelt. Und ich glaube, dass Sie damit auch die Diskussion der Journalisten an sich missverstehen. Vergessen wir nicht: Am Ende werden auch die journalistischen Medien selber von besagten Informationsdistributeuren an Sie vermittelt. Und natürlich wäre es jedem lieber, auf eine Weise vermittelt zu werden, die das Medium so präsentiert, wie es ursprünglich gedacht war. Gerade Sie, als Verfechter des (spezifischen) Unternehmens Google, und damit seiner Rechte als autonomer Verwalter des eigenen Machtbereichs müssten dafür Verständnis haben.

  16. Bis 3 Uhr ist hier durchgehend...
    Bis 3 Uhr ist hier durchgehend geöffnet!

  17. Der Datenspion Google. Da...
    Der Datenspion Google. Da musste ich schon schmunzeln. Der Autor hat sich nun in vielen Zeilen seinen offensichtlichen Frust über Google von der Seele geschrieben. Ich habe nichts dagegen – wenn’s denn hilft.
    Grundsätzlich sollte man doch anmerken, dass es da noch die eine oder andere Datenkrake im Internet gibt. Ich verstehe auch nicht wie man sich über die verschiedenen Dienste im Netz immer aufregen muss. Niemand wird gezwungen diese in Anspruch zu nehmen. Wer da mitmacht und nicht erkennt das er als Nutzer das Produkt ist – nun dem ist in meinen Augen eh nicht mehr zu helfen.
    Am Ende finde ich die Hinweise auf Google+ eher wenig hilfreich. Das Netzwerk ist gerade mal ein halbes Jahr für alle am Start. Wie sah denn Facebook nach 6 Monaten aus? Kann sich da noch jemand dran erinnern? Und außerdem, warum muss der eine immer mehr Nutzerzahlen haben wie der andere? Es kommt doch immer auf die konzeptionelle Ausrichtung an. Während man bei Facebook ganze Tagesabläufe der User verfolgen kann, liest man darüber bei Google+ zum Glück nichts.
    Richtig ist das Google viele Produkte hat. Nicht jedes Produkt ist für jeden User sinnvoll. Warum auch? Jeder nutzt das Netz für andere Dinge. Als einzig richtig dicken Flop würde ich Buzz bezeichnen. Aber selbst davon sind wieder Teile im erweiterten Hangout vorhanden. Also ganz für umsonst war Buzz dann auch nicht.
    Am Ende schließt sich wieder der Kreis. Lieber Autor. Legen Sie sich einfach nicht so eine Brille zu, wenn sie denn überhaupt so kommt, und genießen Sie einfach eine Tasse Kaffee im Straßencafe Ihrer Wahl bei mediterranen Wetter und beobachten die Schönheiten die an Ihnen vorbeiwandeln. Das Leben ist zu kurz um beim Anblick einer schönen Frau eine Verbindung zu Google herzustellen…

  18. Dann habe ich noch 9 Minuten...
    Dann habe ich noch 9 Minuten Zeit. Hervorragend geeignet für eine kleine Replik.
    Lieber Steffen
    Sie vergessen mindestens eine bedeutende Tatsache über „das Internet“. „Das Internet“ wird aus seinen Diensten gebildet. Es ist nicht oder nur sehr sehr schwer möglich, sich einen Überblick über „das Internet“ zu verschaffen, wenn man es nicht via Dienste bewerkstelligt.
    Zudem, wenn Sie argumentieren, dass man ja nicht müsste, also nicht am „Internet“ teilnehmen (weil Dienste = Internet) müsst, dann vergessen Sie, dass man nicht nur über das urteilt, von dem man direkt betroffen wird. So funktioniert eine Demokratie.

  19. @ Kunstname

    Leider verhaben...
    @ Kunstname
    Leider verhaben sie vergessen das wichtigste Wort an ihren Kommentar, gerade zur Demokratie, anzuhängen. Denn sie haben natürlich recht : „So funktioniert eine Demokratie.“
    Korrekt würde der Satz lauten:
    „So funktioniert eine Demokratie. Leider!“
    Das Resultat kann man ja beobachten, am Gardasee weniger, also der Don ganz recht, wenn er lieber dort ist.

  20. @Daniel Obwohl ich nur ungern...
    @Daniel Obwohl ich nur ungern die Worte eines FDP Politikers in den Mund nehme (und mir selbigen wahrscheinlich anschliessend auswaschen muss): Mit Ihrer Argumentation „Wenn’s so schlimm wäre würde es ja keiner nutzen“ liefern Sie ein schönes, praxisnahes Beispiel dafür, was man „Tyrannei der Massen“ nennen könnte. Der Mensch als solcher ist ja nicht unbedingt für seine Fähigkeit bekannt, zwischen sofortiger Befriedigung seiner Bedürfnisse/ Lustgewinn und langfrisitiger Risiko- und Kostenabschätzung vernünftig abwägen zu können. Vernünftige Ernährung, Alkohol- und Tabakkonsum, Verbraucherkredite, Seitensprung, Atomenergie oder Altersvorsorge mögen einleuchtende Beispiele sein.
    .
    Im Fall von Google ist zumindest an dieser Stelle die Aufklärungsarbeit der Datenschützer wichtig, ob dazu noch gesetzliche Massnahmen kommen müssen, will ich gar nicht beurteilen. Das Marktprinzip, das Sie hier so vehement verfechten, geht immernoch vom vollständig informierten, rationalen Menschen als Grundlage aus. Google’s Marketingmaschine zeigt uns die schöne Welt von morgen, aber verschweigt den Preis. Der Don zeigt ihn auf und beweist wieder einmal die Ökonomenmaxime „there ain’t no such thing as a free lunch“. Sie erklären Ihn dafür zum Deppen…
    Lassen wir die „Massen“ doch einfach die Argumente beider Seiten hören und hoffen, dass sie dabei ein wenig informierter, rationaler und weniger „tyrannisch“ werden.

  21. Da bin ich doch tatsaechlich...
    Da bin ich doch tatsaechlich ueber einen „Google News Alert“ auf dieses Blog geraten. Wieviele der Besucher sind wohl ueber Google ueberhaupt auf den „Artikel“ gestossen?
    Denke Steffen hat das ganz gut zusammengefasst. Wenn der Benutzer Google Dienste nicht mag, soll er sie bitte nicht benutzen. Ich mache das selbe mit MSFT Produkten.
    Das Google-Bashing zeichnet den „Online-Journalisten“ nun wirklich nicht aus.

  22. Lieber Don,
    Google verfolgt...

    Lieber Don,
    Google verfolgt doch nur das gleiche Prinzip, nachdem auch der Regen funktioniert. Wenn es lange genug regnet wird jede Stelle nass. Was meinst du weshalb viele Jäger auch da Schrot verwenden wo eine wohlgezielte Kugel den gleichen, aber sicheren Effekt erzielen würde.
    Übirgens deine Einschätzung zu Google+ teile ich nicht. Ich benutze es ganz anders als Facebook. Es ist eher ein Twitter mit mehr Worten. So ist es auch mit Smartphones, weniger smarten Phones und Fahrrädern. Während dein Landsmann Ramsauer die Kampfradler mit Filmen bekämpfen will, fahren andere sie einfach um. Mi der Brille wird es genauso gehen. Die Benutzer entscheiden was sie nutzen wollen und vor allem wie sie es nutzen
    Ich habe ein Smartphone mit Fotoapparat und einen Digitalkamera, eine Webkamera und bei allen zusammen im letzten Jahr vielleicht 30 Bilder verbrochen. Mein Siebenjähriger macht mit gleicher Ausrüstung tausende von Bildern, schreibt aber weniger Text.
    Das löppt sich schon alless torechte.

  23. Werbung, Werbung, Werbung....
    Werbung, Werbung, Werbung.
    Ein für allemal: Der unverlangte & verlogene Mist heißt REKLAME !
    (Liest denn keiner außer mir Max Goldt?)

  24. So faszinierend ich die...
    So faszinierend ich die Technik dieser Datenbrille finde – vielleicht wirklich gut für die Techniker bei der Wartung von Grossflugzeugen – so sehr hätte ich das Gefühl, mein Hirn bei Googl abzuliefern. Da ist es dann nicht mehr weit zur Weltherrschaft – aber Googl hat ja versprochen, nichts schlimmes zu tun…

  25. Nunja, die so ungeniert offen...
    Nunja, die so ungeniert offen zu Tage getragene Weltfremdheit und Freiheit von Vorkenntnissen mancher Kommentatoren hier, die bei google-Kritik zunächst und eigentlich nur Apple-Ideologie beim Autor vermuten, lässt doch im Grunde nur einen Schluss zu: das sind Astroturfer.
    Die Alternative wäre, dass sie nicht wissen, was sie tun, und ein Anwendungsfall für das Lepsius-Zitat über Guttenberg sind, oder, wer es deftiger mag, das von Dieter Nuhr.
    Ansonsten: Groupon HAT Probleme, hatte schon immer Probleme und ist in keiner weise mit Daimler, Siemens oder ähnlichen Unternehmen zu vergleichen. Bei letzteren gab es Täter, gab es geduldete illegale Praktiken, ging es hoch bis ins Management, sicher. Aber Groupon ist anders, ist durch und durch darauf ausgelegt, mit „agressiven Ansichten zur Buchführung“ wie man neulich lesen konnte, Börsenregeln zu unterlaufen. Das hat eine andere Qualität und geht mehr in Richtung Enron oder WorldCom.
    Und was Facebook et al. angeht: die Leute werden irgendwann müde. Klar wächst das Ding noch ein wenig, aber mir scheint, die Luft ist doch draußen. Den meisten Leuten im erweiterten Bekanntenkreis ist es auf Dauer zu blöd, dort zu posten und zu posten und zu posten. Es gibt einfach genug andere Probleme im realen Leben, und andere Dinge, an denen man seinen Spieltrieb ausleben kann.
    Die wenigen mitteilungsbedürftigen Ausnahmen sind doch die Menschentypen, die dann halt eine Modelleisenbahn bauen würden, oder aktiv im Taubenzüchterverein wären. Nur halt „auf Internet“, mit Hilfe von Mobiltelefonen und auch sonst mit modernem Anstrich.

  26. Ich kann die Bedenken über...
    Ich kann die Bedenken über all diesen neuen Diensten gut nachvollziehen. Letztendlich ist es aber ein technische und gesellschaftliche Entwicklung die nicht aufzuhalten ist. Die grosser Teil der Menschen sehen einen Nutzen und nehmen die Nachteile wissentlich oder auch unwissentlich in Kauf, obwohl ich mir letzteres bei der grossen Anzahl an Mahnern nicht mehr richtig vorstellen kann. Letztendlich kann man so etwas auch in einer freien Gesellschaftsform nicht verbieten sondern nur regulieren. Vielleicht wird man diese Dienste auch in Zukunft per Premiumabo kaufen können und dadurch von Werbung und Datensammlerei verschont werden. Wer es weitestgehend umsonst will und nicht darauf verzichten will, der bezahlt halt mit seiner Seele.

  27. Sollte ich jemals mit einer...
    Sollte ich jemals mit einer solchen Deppenbrille irgendwo auftauchen, dürft ihr mich erschießen.

  28. @Vroni: Wahrscheinlich wird es...
    @Vroni: Wahrscheinlich wird es für Bedenkenträger auch ein als Hornbrillen-Kassengestell der späten 60er getarntes Hipster-Modell geben. ;-)

  29. Fast richtiger Unfallbericht:...
    Fast richtiger Unfallbericht: Mit Google-Schwarzhornbrille gegen Laterne geknallt.

  30. Schöner Artikel, Don Alphonso...
    Schöner Artikel, Don Alphonso … meiner Ansicht nach müssen Unternehmen bzw. Menschen ein paar Mal ordentlich auf die Nase fallen und aus ihren Fehlern lernen, bis sie Ideen und Produkte entwickeln, die etwas taugen … Google ist in dieser Hinsicht Spitzenreiter … Mal schauen, was daraus wird.

  31. Don, wegen der Androhung der...
    Don, wegen der Androhung der Löschstrafe wird Google lebenslang keine solche Brille zugestehen!

  32. Caio Don, warum soooo!...
    Caio Don, warum soooo! negativ? Ich könnte mir vorstellen Samstags bequem auf der Terasse mit Brille Fußball zu gucken. Gegen alles andere kann man sich doch wehren. Wogegen wir uns auch wehren sollten: 10 Mrd. Dollar Gewinn im Quartal mit total überteuerten Produkten bei denen der eine oder andere „Zwangsarbeiter“ der Firma die die Teile zusammenbaut schon aus dem Fenster gesprungen ist! Mir kommt kein Apfel ins Haus!! Mit Google kann ich leben.

  33. Also - ich bin jetzt...
    Also – ich bin jetzt natürlich im falschen Blog – das Ende des Brillenträgers sieht dann in etwa so aus: Googl liefert nur noch zum Brillenträger passende Informationen. Der Brillenträger ist alt, hat ein schwindendes Konto, also braucht er auch keine Konsum- und Einkaufsinformationen mehr, irgendwann findet er nicht mal mehr den Weg zum nächsten Lebensmittelladen, weil Googls Brille ihm die Information dazu versagt. Was soll er dort, er kann ja ehe nichts mehr kaufen, er kann auch in kein Krankenhaus, weil er kein AOK-Kärtchen mehr hat. Googl weiß das alles und schont die gesellschaftlichen Ressourcen. Irgendwann verrät die Datenbrille den Exitus des Trägers. Googl informiert pflichtgemäß den ‚Letzten Abholservice‘ mitsamt den zugehörigen Geodaten, der dafür als Gegenleistung die Googl-Brille zur Aufarbeitung und Neuverwertung zurückgibt. Mal sehen, wer auf der Warteliste für ein verbilligtes Refurbish-Modell steht…

  34. Eigennamenflüsterer wäre die...
    Eigennamenflüsterer wäre die killer-App, die mich bewegen könnte, diese Brille zu tragen. Die Stützen der Gesellschaft haben so einen Knecht an der seite, der die Namen der Leuter, die mit Namen zu grüßen sind, leise zuflüstert. Und ich könnte das so gut brauchen.
    @DA die Gefahr sehe ich auc. Ich stelle nur leicht veränderte Bilder mit Namen ins Netz und die nicht frontal.
    Noch viele schöne Tage in Italia wünscht der sloth bear
    @nurmalsozwischendurch d´accord. und die fein beschuhte Asiatin bitte.

  35. ... bedeutet das jetzt, dass...
    … bedeutet das jetzt, dass der Autor den Händler am Gardasee übers Ohr gehauen hat? Dann könnte dieser so ne Brille (von wem auch immer hergestellt) gut gebrauchen.

  36. So ca. 60 % der Deutschen...
    So ca. 60 % der Deutschen sollen Brillenträger sein. Zumindest zeitweise. Können die sich dann die Google Brille auf das bereits vorhandene Kassengestell montieren? Wie soll das dann aussehen? Oder spendiert Google in Kooperation mit den Kassen millionenfach Laser-Op’s für alle Fielmänner? Noch nen Punkt: Was würde, sagen wir mal in einer hochfrequentierten Fußgängerzone mit 1A-Lage passieren, wenn tausende Verbraucher im Konsumrausch nur noch das bunte Werbe-Gewitter durch ihre Brillen betrachten und vor den nächsten Baum laufen, über Fiffi stolpern, oder direkt die Rolltreppe runter???

  37. danke fuer die steilvorlage....
    danke fuer die steilvorlage. oder wie immer „ballspielen mit don a.“ „ping pong“ sozusagen.
    .
    „gsci – german strategic change initiatives“ (*g*) – sagen wir mal so 11 von 30 – koennte sich ungefaehr beschaeftigen mit demselben thema, nur von der schweiz (wie bei d.a. neulich) ueber die usa auf die welt geschlossen, wahrscheinlich demnaechst zeitlich passend fuer solche, die heute anfang 40 waeren:
    .
    die alten, also solche, die heute 55 oder 60 oder 70 oder 80 waeren, wurden hoechstwahrscheinlich annehmen, dass der rettungsschirm von 800 milliarden euro – oder ueber 1 trilliarde dollar – fuer die naechste zeit fuer uns das vorlauefig groesste datenereigbnis gewesen waere. wir glauben das nicht.
    .
    wir glauben eher, dass das nur eine weiterer (finanz-)daten-wachstumszwischenschritt auf dem wege zur weiteren positiven emanzipation europas unter dem regiment einer naechsten generation ist.
    .
    denn diese koennte schon in 8-12 jahren, also in einer halben generation, den usa das angebot machen, „von der united states army global alle liegenschaften ausserhalb von homeland“ zu kaufen – gegen uebernahme von 20 oder 25% des us-staatsdefizits. also fuer sagen wir so ca. 4200 milliarden us-dollar. (ein faktor von 4,2 in 10 jahren waere auch soziologisch ungefaehr ok, nicht wahr?)
    .
    und der deutsche staatspraesident aus der generation d.a. wurde das angebot machen. an das amerikanische volk als souveraen. damit es zu entscheiden, abzuwaegen, nachzudenken haette: „wollen wir das eigentlich alles noch? was hat es uns gebracht? und was wuerde es uns in zukunft bringen? denn wo steht die welt heute?“
    .
    und klar ist auch: eine „due diligence“ wuerde in der folge womoeglich zu tage foerdern, „dass da altlasten sind.“ und der preis geringer sein muesste (eine aufgabe fuer die f.d.p. … „nachkarten nach unten“, komma sinnvoll.)
    .
    und klar ist, dass deutschland alleine bietet. und unter alleiniger, eben fuer die strategie alleinzeichnender fuehrung des neuen deutschen staatspraesidenten (kanzlerinnen und kanzler sowie minister berichten ggfls. an ihn) eine „koalition der willigen schmiedet“. aus fuersorge.
    .
    auf der taktischen ebene mit dem argument: die sowieso noetige konversion koennen wir deutschen halt am besten. haben ja damit auch viele erfahrungen mit, z.b. in rineland-palatinate“.
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    der abzug der us-truppen aus deutschland muss dann also nicht schon irgendwie vorher verhandelt werden: „das macht der staatspraesident dann in den paar jahren einem aufwasch sowieso gleich mit“.
    .
    wie gesagt: es geht wahrscheinlich genauso weiter mit der vergroesserung der zahlen, daten und verantwortlichkeiten.
    .
    nebenbei: auch kirchhoff hat zu ostern in der podiumsdisskussion auf „bayern alpha“ gesagt, dass man sich diese entwaffung inzwischen global so vorstellen koennte. liegt also in der luft. aber die generation don a. muss es machen. sobald sie sich – es ist ein freies land – durchgesetzt hat.
    .
    „gsci 12“ waeren dann also die vorauseilenden geheimverhandlungen mit rotchina, „ob sie ingsgeheim nicht 40% der 4200 milliarden mit covern wurden“. (und politisch-moralisch am als absolut sicher sicher zu gelten habenden positiven konversionserfolg partizipieren wollten. aber die usa muessen alles auf einen schlag hergeben: drunter taeten wirs nicht. zumindest argumentativ nicht.)
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    koennte der welt gut tun. und waere es als buehnenstueck. oder film. halt ein staatsprojekt. firmen oder westviertel koennen das nicht. deren interessen andere: aber staatsraeson!
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    es gaebe also die fuehrungsprojeke, die uns und die vernunft und den rationalen staat in die vorhand braechten. denn was sollte die generation d. a. fuerchten? in 8-12 jahren?
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    und falls deutschland nicht reif dafuer waere, stellte sich auch das heraus. und was waere falsch daran? (wir aber trauen don a. – und der zahlenvergroesserung.)
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    haben uebrigens – zufaellig in frankreich – vor ein paar tagen einen kurzfilm gedreht, „mit vielen aehnlich hausgewaechsen und auch vielen schoenen rissen“, demnaechst also wahrscheinlich online: „denn die zeit, sie zeitigt. und was zeitigt sie? veraenderung … “ – und kein vorwurf an niemand.

  38. "Denn so eine Datenbrille kann...
    „Denn so eine Datenbrille kann einem nur nahebringen, was auch im Netz vorhanden ist.“
    .
    man hatte also die intention unseres voranstehenden posts richtig verstanden, nicht wahr?

  39. @Langfinger
    -es gibt ein...

    @Langfinger
    -es gibt ein Modell dass man an die Brille dranklemmen kann
    -Werbung lässt sich ausschalten. Dass man permanent mit Werbung und ähnlichem zugekleistert wird ist mal wieder das typische (deutsche) wir-werden-alle-sterben-worst-case-Szenario

  40. Nachgetragenes Executive...
    Nachgetragenes Executive Summary: Es geht um die Frage, wie ausforschbar wir werden – einerseits die Brillenträger, andererseits aber auch die Welt, die von ihnen mit Überwachungskameras ausgespäht wird
    .
    Findet das keiner von den Befürwortern eigentlich bedenklich, dass Google mir einer Unzahl von Überwachungskameras in der Öffentlichkeit und privaten Räumen präsent sein will?

  41. @ Egghat

    Du schliesst von den...
    @ Egghat
    Du schliesst von den Heels auf die Gesichter? Hm.
    Und beim Fahrradfahren wären die Heels eher unpraktisch. ;-)

  42. @Don Alphonso (09:11)
    "......

    @Don Alphonso (09:11)
    „… bedenklich, dass Google mir einer Unzahl von Überwachungskameras in der Öffentlichkeit und privaten Räumen präsent sein will“
    .
    Jetzt, wo du es erwähnst, fällt es mir wie Schuppen von den Augen.
    (Stimme eines geistig minderbemittelten Ogers)

  43. Wir liefern also unsere...
    Wir liefern also unsere Profile, Fotos und Töne an Google frei Haus und schaffen damit die Grundlage für einträgliche Datendeals mit staatlichen Institutionen und privaten Unternehmungen. Tja, so deren Ansatz, ihr mit euren kleinstaatlichen Gesetzgebungen habt einfach die schlechteren Karten. Will the revolution be televised by Google?

  44. @Don

    Ich finde das sogar...
    @Don
    Ich finde das sogar extrem bedenklich. Technisch gesehen ist dem Überwachungsstaat keine Grenzen mehr gesetzt. Ich sehe aber keine realistische Möglichkeit diese Entwicklung grundsätzlich aufzuhalten. Sie kann nur durch umfassende Datenschutzregulierung hier und vor allem in den USA eingeschränkt werden. Wenn man den Amis nicht traut, dann bliebe nur ein europäisches Pendant zu Google und Co. aufzubauen welchen man evtl. mehr Vertrauen entgegenbringt. Technisch liesse sich das Ganze auch soweit Einschränken dass Persönlichkeitsrechte und Privatsphäre anderer nicht verarbeitet werden.

  45. Warum hat Google eigentlich so...
    Warum hat Google eigentlich so eine Datensammelwut? – ganz einfach: weil es die einzige Möglichkeit für das Unternehmen ist, Geld zu verdienen. Google kostet uns nichts, Google Earth kostet nichts, Street View nichts, Android kostet nichts. Sie MÜSSEN also diese Daten sammeln, andere Verdienstmöglichkeiten haben sie ja nicht.
    So eine Datenbrille ist aber keine virtuelle Software wie die vorherigen Produkte, sondern ein reeller Gegenstand, der auch einen festen Kaufpreis haben wird und sich deshalb theoretisch nicht mehr durch Werbung bzw Informationen finanzieren muss. Im Bereich der Hardware muss man mit Qualität und Bedienfreundlichkeit punkten und wenn es dem Kunden unangenehm ist, überall wo er hinschaut mit Werbung zugeballert zu werden, dann wird das auch nicht passieren, denn es muss alles vermieden werden was schlechte PR bedeutet. Heute hat Google zwar auch schlechte PR, aber sie haben auch keine andere Wahl. Sie MÜSSEN Daten sammeln, weil sie ja sonst nichts verkaufen.
    Das Potential was hinter diesen Brillen steckt ist jedenfalls gewaltig.

  46. @Don:
    So so, Paparazzi für...

    @Don:
    So so, Paparazzi für jedermann? Da hilft, so der Staat nicht einschreitet, nur noch das bewährte Hausrezept gegen Paparazzi: Verprügeln und Gerät demolieren. Nein, das ist nicht scherzhaft gemeint – jeder, der mit so einer Datenbrille in meiner Nähe herumläuft, vergreift sich qua Definition und vorsätzlich an meinem Menschenrecht auf Privatsphäre.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  47. Oh Vroni , bald könnt es auch...
    Oh Vroni , bald könnt es auch so heißen:
    „Mit Google-Schwarzhornbrille gegen OMA geknallt“
    Oma wird stinksauer und fuchtelt wuid umanander.
    Dies geschieht aber leider, leider vor einer der neuen
    Überwachungskameras für auffällige Verhaltensmuster.
    Das Ordnungsamt bringt die Dame
    in ein Heim für renitente Rentner ….
    wo sie zur Strafe Schwarzhornbrillen basteln muss.

  48. gabriele:
    :-)
    .
    Ich weiß nur...

    gabriele:
    :-)
    .
    Ich weiß nur eins – unabhängig davon, dass der User und am Straßenrand Gejuste damit unfreiwillig nackiger werden als die Polizei erlaubt, jaaa – dass man zwar gleichzeitig gehen und reden kann (z. B. beim Fortbewegen ins Smartphone blubbern).
    .
    Aber nicht dahin gucken und gleichzeitig dorthin gucken.
    .
    Den Test kann jeder für sich mal machen: auf ein DIN A 4 Blatt in ca. zwei fette Punkte mit ca. 12 cm Abstand malen. Dann auf das Blatt starren und versuchen, alle beiden Klopse gleichzeitig zu erfassen. Geht nicht, man sieht immer nur einen. Das ist der blinder Fleck, den wir alle im Auge haben. Und bitte sag mir keiner, man könne doch die Datenbrille jederzeit ausschalten. Es wird keiner der Afficionados tun. Zumindest dann nicht, wenn es notwendig ist und fokussierte Aufmerksamkeit gefordert wäre. Diese Einsicht müsste blitzschnell kommen und vorausschauend sein. Vorausschauendes Fahren können sie ja schon mit dem Auto nicht.
    .
    Ein harter Schlag für Augmented Reality- und Multitasky Junkies, die glauben, ihre kurzen Aufmerksamkeitsdefizit-ADHS-Aufmerksamkeitsspannen würden mit der Google-Brille schon o. k. gehen. Tatsächlich vermutete ich, als ich das Wort „Praxistest“ im Titel las, dass der Don sich schon mal die Datenscheuklappe aufgesetzt und von seinen blauen Flecken berichtet, für die er sich dann von den Damen hätscheln lässt. Nix da echter Praxistest, statt dessen so niederbairische Jagdszenen von so Stelzenträgerinnen …
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    Die Versicherungsbranche müsste jedenfalls ihre Unfall-Produkte neu berechnen. Ein Fest für Versicherungsmathematiker: „Ach, Sie snowboarden? Sie benutzen die Google-Brille?“ Risikoklasse, zack Aufschlag. Nicht ganz ohne Grund ist es nicht gestattet, mit dem Mobile am Steuer zu telefonieren, außer man hat ein Headset zum Freisprechen. Man braucht seine zwei verdammten Pfoten fürs Steuer.
    .
    Mir fällt nur ein Anwendungsfall ein: als erweiterte Fussfessel.

  49. Kleiner Link-Einschub, gerade...
    Kleiner Link-Einschub, gerade den Artikel über „Das neueste Ding vor dem nächsten Ding“ gelesen. Ist Pinterest jetzt eine Social-Media-Plattform, die wir wirklich noch brauchen? Antworten und witzige Beobachtungen gibt es dort von Katja Kullmann. Mir reicht ja schon Dons FAZ-Blog hier, wer kann denn das alles betexten?
    .
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/soziales-netzwerk-pinterest-das-neueste-ding-vor-dem-naechsten-ding-11710973.html

  50. Was könnte passieren? Im...
    Was könnte passieren? Im schlimmsten Falle könnte unsere Konflikte irgendwann nicht mehr unten gegen oben, arm gegen reich, gerecht gegen ungerecht heißen, sondern apple gegen google oder microsoft gegen facebook.
    Irgendwann….
    Aber was wissen schon Menschen von Freiheit, der nie eingesperrt war. Was wissen sie von Gemeinschaft, die noch nie alleine waren. Von Leid, ohne zu Sorge um die Zukunft. Was?

  51. "Nachgetragenes Executive...
    „Nachgetragenes Executive Summary: Es geht um die Frage, wie ausforschbar wir werden – einerseits die Brillenträger, andererseits aber auch die Welt, die von ihnen mit Überwachungskameras ausgespäht wird
    .
    Findet das keiner von den Befürwortern eigentlich bedenklich, dass Google mir einer Unzahl von Überwachungskameras in der Öffentlichkeit und privaten Räumen präsent sein will?“

  52. Herrschaftszeiten...der erste...
    Herrschaftszeiten…der erste Kommentar unter dem Pseudonym „Mith“ ging zu früh los…sorry dafür. Und nun also nochmal:
    „Nachgetragenes Executive Summary: Es geht um die Frage, wie ausforschbar wir werden – einerseits die Brillenträger, andererseits aber auch die Welt, die von ihnen mit Überwachungskameras ausgespäht wird
    .
    Findet das keiner von den Befürwortern eigentlich bedenklich, dass Google mir einer Unzahl von Überwachungskameras in der Öffentlichkeit und privaten Räumen präsent sein will?“
    Ich finde das auch nicht unbedenklich. Sogar sehr bedenklich. Und wenn ich die Möglichkeit davon mal „kritisch abwäge“, komme ich beinah zu dem Schluss, dass Chyung-Bul Han mit seiner „Transparenzgesellschaft“ (eine kurze Besprechung hier: http://www.demokratie-goettingen.de/blog/glaubensbekenntnis-transparenz ) vielleicht doch schon Recht hatte.
    Realistisch, wie ich zu sein versuchte, habe ich die konzidierte Entwicklung und die festgestellten Zustände auf weiter in die Zukunft verschoben, verschieben wollen, als es die Formulierung des Autors suggeriert, weil ich noch darauf hoffe, die Dystopie abwenden zu können. Wir installieren uns derzeit freiwillig ein umfassendes und immer umfassenderes Überwachungs- und Kontrollsystem…und freuen uns sogar noch darüber, dass wir uns selbst und jeden anderen, der uns über den Weg läuft (analog wie digital), ausspähen, überwachen und durchleuchten, weil „Wir“ das für Freiheit und Selbstverwirklichung in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaften halten. Brave New World!
    Da braucht es dann weder die gläsernen Wände noch Big Brothers Kameras aus dem Ministerium der Wahrheit. „Wir“ machen das schon selbst. Das macht es ja so effektiv.

  53. doch, auch wir finden das...
    doch, auch wir finden das bedenklich. es bleibt nur nichts,wie es war.
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    auch wir schauen inzwischen schon mal, was wir frueher nie taten, deutsche (heimat-)filme aus den 1950gern, „aus interesse an soziologie also“.
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    eben um dort „verbliebene dokumente aus der ueberwachsungsfreien zone“ zu finden. wie war das eigentlich frueher moeglich, von muenchen oder hannover aus nach rimini fahren zu koennen & zurueck, praktisch ohne eine datenspur zu hinterlassen, falls man an der grenze durchgewunken wurde? und war das nicht viel unsicherer damals, als heute?
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    man hat den 10.4.21:12 verstanden? welche massen von diversen statements dazu moeglich waeren?
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    – das die generation @ ueberhaupt keine realen orte brauchen wird, ausser dem netz,
    -dass man daher real sterben lassen kann, was sowieso stirbt,
    – dass dies so vorgesehen,
    – dass „d schafft sich ab“ lediglich eine dumme endzeitphantasie alter maenner ist,
    – welche so dumm („fuehrungskraefte“ halt), dass sie das eigene ende mit
    – dem „trans“ , welches zeit immer ist, verwechseln,
    – denn so lange es junge maenner gibt, geht die geschichte weiter,
    – wenn auch staendig neu,
    – d amerika helfen moechte,
    – wennn auch evtl. einmal mehr
    – mit falschen methoden,
    – das „am deutschen wesen soll die welt genesen“ eine – wenn auch psychologiosch-problematische dauertatsache zu sein scheint,
    – die wir besser anzunehmen und in sinnvolle bahnen zu lenken haetten,
    – statt sie zu verdraengen/leugenen,
    – was der welt auch weiter mehr sorge machen wuerde,
    – wie anzunehmen bliebe.
    – d frueher nie zu kolonien kam,
    – was ein unterbewusstes so evtl. noch (dummerweise) nachzuholen beabsichtigen koennte,
    – anstatt die 25% an die usa direkt als (moeglicherweis stabilisierendes) freundschaftsgeschenk an eine grosse nation anzusehen ….
    – und ueberhaupt jede uebende zukunftsvision schon rein als oeffnende moeglichkeit wie auch immer besser waere, als noch mehr dummes „d schafft sich ab“
    -weil der verantwortungsuebergang sowieso schneller kommen wird, als wir woemoeglich alle glauben,
    – es projekte von ueberall auf der welt geben koennte, fuer die braeuchte auch google keine brille,
    – „the sky is the limit“ hat aber auch keiner gesagt,
    – „denn weltraumfahrt ist ja aus“.
    .
    .
    nebenbei: die folge der „bangla bastler“, in der sie in bangladesh mit diesen dutzenden von jungen maennern an dem fahrzeug von hand schaffen, fanden wir deshalb so bemerkenswert – eben weil an jungem leben, welches noch was zu wollenh hat – lebensfreude! – und so anstellig sein moechte, eben kein mangel ist. (nicht: zu sein scheint). http://www.dmax.de/motor/londongarage/show/index.shtml
    .
    hier, ggfls. rein soziologisch wg.der massen junger maenner anschauen, die vorkommen, und „welche die zukunft sind, weil sie noch was muessen“, eben falls man schauen mag (auch in drei teilen auf youtube): http://www.youtube.com/watch?v=dGpo7KRzTyI (again: auf die massen junger, begeisterungsfaehiger junger maenner ausmachen – und was „maen“ kann!)
    .
    und gruesse.

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