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Zur Lage der Blognation

09.05.2012, 13:14 Uhr  ·  Ihren Novitäten-Bonus haben Blogs aufgebraucht. Den großen Durchbruch dieser Publikationsform haben soziale Netzwerke wie Facebook & Co. gebremst. Bleibt Blogs auf Dauer nur die Nischenexistenz beschieden?

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Ihren Novitäten-Bonus haben Blogs aufgebraucht. Den großen Durchbruch dieser Publikationsform haben soziale Netzwerke wie Facebook & Co. gebremst. Bleibt Blogs auf Dauer nur die Nischenexistenz beschieden?

Immer wieder muss sich die Bloggerei von Seiten der etablierten Medien den Vorwurf gefallen lassen, sie kreise zu sehr um sich selbst. Sie schmore, um es im Jargon der Niklas-Luhmann-Jünger zu sagen, im Saft des Selbstreferenziellen förmlich vor sich hin. Nun haben wir uns hier bei „Deus ex Machina” zwar stets bemüht, der Nabelschau nicht übermäßig viel Raum zu geben. Aber heute möchte ich – auch als kleine Nachlese der Bloggerkonferenz re:publica vorige Woche in Berlin – doch einmal der Frage nachgehen, wie es denn so steht um das andere Publizieren.

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Ich muss vorausschicken, dass ich den re:publica-Vortrag von Sascha Pallenberg zum Thema „Rockstars und Mimosen – wie die deutsche Blogosphäre veramerikanisiert wird” nicht gehört habe. Dem Tenor nach hat der in Hongkong lebende Technikblogger ein vielfach gehörtes Netzthemen-Narrativ bedient, nach dem Motto: Während in den USA die Bäume bereits in den Himmel wüchsen, zeige sich Deutschland in Sachen Blogs immer noch als Wüstenlandschaft. Dort seien Blogger längst zu Millionen Dollar schweren Rockstars geworden, hierzulande gönnten die einzelkämpferischen Netz-Mimosen einander nicht die Butter auf dem Brot. Zudem lähme der anhaltenende Grabenkampf zwischen etablierten Medien und der Bloggerszene eine fruchtbare Weiterentwicklung. Derweil setzten große US-Blognetzwerke wie Huffington Post, Techcrunch, Boy Genius Report und ein halbes Dutzend weiterer prominenter Adressen zum Sprung über den großen Teich an, um den deutschsprachigen Markt aufzumischen.

Man ist versucht zu fragen: Ja, und? Müssen wir aufgrund dieser Absichtserklärungen die Luftalarm-Sirene so laut jaulen lassen und uns in permanenter Zerknirschung üben, dass unsere Unprofessionalität in Sachen Bloggerei den US-Blogmultis Tür und Tor öffnet? Das wohl nicht, aber den Rat Pallenbergs an die Blogger, einander weniger als Wettbewerber und mehr als potenzielle Kooperationspartner zu betrachten, kann auch unsereins getrost unterschreiben: „Wir sollten uns wohl öfter gegenseitig erwähnen und Blogrolls wieder auferstehen lassen und so andere daran teilhaben lassen, was sie gerne lesen”, mahnt Bloggerin dasnuf (bürgerlich: Patricia Cammarata).

Die Gründe, warum es unter ein paar Hunderttausend Blogs in Deutschlands allenfalls eine Handvoll geschafft hat, von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, sind vielschichtig. Zum einen ist die Bloglandschaft sehr heterogen, viele Onlinejournale werden hauptsächlich aus Spaß an der Freud befüllt und weniger aus professionellen Ansprüchen und merkantilen Ambitionen heraus. Eine dahingehende Professionalisierung der Blogszene, die der Digitalvorturner Sascha Lobo vor ziemlich genau fünf Jahren bei der Gründung seines Blogwerbenetzwerks Adical (später umbenannt in Adnation und aufgekauft von der Burda-Tochter mokono) prophezeit hatte, lässt immer noch auf sich warten. Und das ist vielleicht nicht das Schlechteste: Das Denken in Reichweite als Relevanzmaß mit gleichzeitigem Blick auf die Vermarktbarkeit als Werbefläche hat in den traditionellen Medien ja auch nicht nur segensreiche Wirkungen gezeitigt. Somit ist es nicht so recht einsichtig, wieso dieser Schuh einer Publikationsform passen sollte, die sich in weiten Teilen eher als Alternative zum etablierten Medienbetrieb versteht. Antje Schrupp gibt zu etwaigen Zusammenhängen zwischen Reichweite und Relevanz folgendes zu bedenken: „Ich bezweifle stark, dass jemand, der die Relevanz des eigenen Handelns daran misst, wie viele Leute ‚draufklicken‘, sich der Versuchung erwehren kann, das eigene Tun entsprechend zu modellieren. Das traurige Extrem sind dann diese aus Keywords zusammengerotzten Texte, die für Werbekram Klickzahlen generieren sollen.”

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Erschwerend kommt hinzu: Vieles, was man in den frühen Nullerjahren nur via Blog teilen konnte, lässt sich heute über Dienste wie Twitter oder neuerdings Pinterest schneller und einfacher loswerden. Netzwerke wie Facebook, Google plus & co. bieten vielfältigere Möglichkeiten der Selbstdarstellung und Kommunikation – und das bei viel niedrigeren technischen Hürden. Das alles begrenzt nicht nur die Zahl derer, die sich zum Bloggen berufen fühlen (und damit die Gesamtreichweite des Mediums), sondern auch den Verlinkungsgrad der Blogs untereinander. Jahrelang hat der Düsseldorfer Journalist und Zahlenexperte Jens Schröder anhand dieser Verlinkungszahlen die Deutschen Blogcharts erstellt. Im März dieses Jahres gab er bekannt, dass er diese Messung nicht mehr fortführt. Dabei hatte er im Vorjahr noch den Versuch unternommen, das Ranking auf eine neue Zahlengrundlage zu stellen, die neben der klassischen Verlinkung untereinander auch Twitter-Links und die Besucherzahlen berücksichtigt. Aber trotz dieses Kunstgriffs musste Schröder einsehen, dass die Luft irgendwie raus ist aus dem Thema: „Der Faktor Verlinkungen von Blogs untereinander spielt mangels Masse kaum noch eine relevante Rolle, der Faktor Traffic spült vornehmlich suchmaschinenoptimierten Content-Schrott nach oben.”

Dem Zahlenproblem ließe sich mit methodischen Feinjustierungen sicher abhelfen. Aber in dem Zusammenhang stellt sich mittlerweile eine viel grundsätzlichere Frage: Wie soll man anno 2012 die Kategorie „Blog” überhaupt noch definieren? Reicht die Nutzung einer bestimmten technischen Plattform als kleinster gemeinsamer Nenner aus? Jens Schröder hat da inwzischen erhebliche Zweifel: Die Grenzen zwischen Blogs, Magazinen und anderen Inhalte-Websites lösten sich immer mehr auf. Und: „Profi-Blogs mit 20-Mann-Redaktionen und einem Inhalte-Ausstoß von 30 oder mehr Texten pro Tag lassen sich doch eher mit ‚Spiegel Online‘ vergleichen als mit einem 1-Personen-Hobby-Blog, in dem vielleicht alle zwei Tage ein Text erscheint.”

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Womit wir auch wieder bei den Digital-Dickschiffen wie HuffPo und Techcrunch wären, die Kurs auf den deutschen Markt nehmen. Mit dem Attribut Blogs, so wie das hierzulande gemeinhin verstanden wird, sind diese Veranstaltungen nicht wirklich treffend beschrieben. Blogs mögen die Keimzelle gewesen sein, aber letztlich sind das Medienmarken, die in Konkurrenz zu Spiegel Online oder bild.de treten wollen und nicht zu basicthinking.de, carta.info oder last not least den Blogs der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. Die Frage ist zudem, ob das Fehlen großer Blognetzwerke auf dem deutschen Medienmarkt tatsächlich die Existenz eines Vakuums belegt, welches die Deutsche Medienlandschaft nicht mit Inhalten füllen konnte. So sieht es jedenfalls Sascha Pallenberg, der hier nach meinem Dafürhalten ein wenig den Inhalt (Artikel, Postings, Content i.w.S.) mit der Darreichungsform Blogsoftware durcheinanderbringt. Die Lücke, in die AOL und andere Blogbuster aus den US of A in Deutschland stoßen wollen, ist weniger eine inhaltliche als vielmehr eine produktionstechnische – nämlich der Versuch, hochprofitable publizistische Legebatterien zu etablieren, in denen hauptsächlich ambitionierte Billigstschreiber zum Nulltarif oder wenig mehr suchmaschinen- und draufklickoptimierte Textblöcke raushauen. Ob man diese Leichtlohngruppen dann als noch Blogger, Journalisten oder sagen wir mal Onlinepublikanten bezeichnet, ist eigentlich unerheblich. Mit der Attitüde, „lassen Sie mich durch, ich bin Blogger”, die man in den ersten Jahren des dritten Jahrtausends noch pflegen konnte in dem guten Gefühl, ganz vorne mit dabei zu sein, ist es dann jedenfalls vorbei.

 

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (33)
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0 AlelsNurEinEuro 09.05.2012, 15:52 Uhr

Früher war das so, daß...

Früher war das so, daß Traffic udn Serverplatz Geld kostete - da kam die Qualität von ganz allein. Die Einführung der T-ADSL Faltrates war der Beginn des Sterbens der Qualität im Netz.

0 DatenHandel 09.05.2012, 15:54 Uhr

Wir müssen die GEZ darabn...

Wir müssen die GEZ darabn hindern das Netz kaputtzmachen zsuammen mit Aplle und FAcebook eine ganz unheiliege Allianz und seit Androind erschienen ist gehört google dazu.

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 09.05.2012, 16:03 Uhr

Man fragt sich angesichts der...

Man fragt sich angesichts der ersten beiden Kommentare, ob nicht weniger die Anschlussart als vielmehr die Rumwischerei auf Tatschscreens das größere Qualitätsproblem mit sich bringt. Man hat übrigens auch zu Zeiten der Baukasten-Homepages schon viel Mist gesehen.

0 Mon_y Burns 09.05.2012, 16:38 Uhr

So sehe ich das...

So sehe ich das ... http://www.ecbint.dynip.name ... und so sehen die das http://www.ecb.int/ecb/premises/html/index.en.html Der Unterschied: siehe Uhrzeit auf den Bildern. So, und jetzt gehe ich mal austreten ... gruß mon_y burns

0 GO-53-BAR 09.05.2012, 17:22 Uhr

@msdn: Das ist ein kaputtes...

@msdn: Das ist ein kaputtes KVM Switch als China (Re-)Import. Zeitweise füllte es auch ganze Bildschirmseiten mit lustigen Eingabewiederholungen. Es gab mal vernünfige tastaturen bei dennen man bemerkt welche taste gedrückt worden war. Sowas wie die Keytronic-KT2000 die damals bugleich auch am den PS/2 PCs von IBM hing (siehe Bild). http://www.instructables.com/files/deriv/F2G/OYGO/GVUS2NV8/F2GOYGOGVUS2NV8.MEDIUM.jpg

mein blog ist zum beispiel...

mein blog ist zum beispiel sch****

http://wuerdemal.blogspot.de/...

http://wuerdemal.blogspot.de/ ein Beispiel warum keine Blogs lesen sollte

Sascha Pallenberg lebt und...

Sascha Pallenberg lebt und arbeitet meines Wissens nach in Taipei, nicht in Hongkong.

Die Bloggerei in ihrer...

Die Bloggerei in ihrer ursprünglichen Form- also Lobo-mässig unabhängig irgendwo in der weiten Netzwelt (und nicht etwa eingebunden in einen redaktionellen Kontext)- hat ihre besten Tage zweifellos hinter sich, das stimmt. Sie war eh' nicht viel mehr, als eine völlig überbewertete Technologie-Attitüde im Zuge der (an der Börse) gescheiterten Dotcom-Revolutionäre, die wiederum, wohlwissend, dass Erfolgsgeschichten für die Vermarktung neuer Technologien und Internetplattformen unverzichtbar sind, einige "Stars" aus ihrer Mitte heraus geboren-, und damit ganz gezielt an die geheimsten Sehnsüchte aller anderen (mach mit, DU kannst es auch schaffen!) appeliert hat, damit die Aktienkurse steigen. Wie hat es Sascha Lobo doch einst so schön formuliert? Die Währung des Internets ist Aufmerksamkeit- oder ganz viel heisse Luft.

0 stimmviech 09.05.2012, 19:00 Uhr

Der Artikel deutet es an: sind...

Der Artikel deutet es an: sind denn die vielgerühmten US-Blogs von publizistisch hohem Niveau oder nicht vielmehr Textramschschleudern und damit billige Onlinemedien? Blogs sind doch eigentlich eine publizistisch bekannte Form, nämlich die Kolumne, in neuer technischer Onlineverpackung. Und um eine Kolumne von halbwegs hohem Niveau zu schreiben, muß man IQ-technisch zu den Hochbegabungen gehören. Da es ungleich mehr englische Muttersprachler als deutsche gibt, gibt es vermutlich auch entsprechend mehr englischsprachige Kolumnisten/Blogger mit Niveau. Das deutsche Bloggerpotential dürfte schon ausgereizt sein, ein mehr brächte nur Niveauverlust.

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 09.05.2012, 19:09 Uhr

@GO-53-BAR: Hach, das waren...

@GO-53-BAR: Hach, das waren noch Tastaturen, fast wie in den guten alten Zeiten der Kugelkopf-SchreIBMaschinen. ;-) . @mcbexx: Ups, danke für den Hinweis. Die Ortsangabe Hongkong stammt von da http://www.golem.de/news/blogs-deutsche-blogger-muessen-professioneller-werden-1205-91545.html - und ich hatte das ehrlich gesagt nicht nachgecheckt. . @Mogli: Lobo war als Blogger nie ein großes Licht, und diese direkte Linie zu den Dotcomcrashkiddies gab es nach meiner Beobachtung nur in Einzelfällen. Anfangs war die Bloggerei wie das Wiki-Dings auch eher ein Gegenentwurf zu den abgestürzten Gigantomanie-Geschichten der sogenannten New Economy. In der blogger.de-Community, in der ich vor sieben Jahren aufschlug, tummelten sich außer Don Alphonso auch diverse andere Figuren aus dem Dunstkreis von dotcomtod.de - und da waren die ganzen New-Economy-Protagonisten samt ihrer Comeback-Versuche ja wohl ein ganz klares Feindbild. Wo waren denn in den Jahren bis 2005 Blogs auch nur im geringsten börsenkursrelevant?

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 09.05.2012, 19:59 Uhr

@stimmvieh: Es ist schwierig,...

@stimmvieh: Es ist schwierig, Adressen wie HuffPo oder Techcrunch nach hiesigen Maßstäben zu beurteilen. Diese Angebote haben seit ihren Gründertagen bis zu den Millionen Dollar schweren Übernahmen durch AOL diverse Entwicklungsstadien durchlaufen, und ich würde wirklich nicht sagen, dass die zu weiten Teilen von Bloggern für lau erstellten Inhalte Ramschniveau hätten. . Die Verwandschaftsbeziehungen von Blogs und Kolumnen sind auch etwas komplizierter. Die ersten Blogs waren oft kaum mehr als kommentierte Linksammlungen nach dem Motto, guckt mal, was ich auf meiner heutgen Surftour durchs Netz alles gefunden habe. Die eigentliche Innovation lag darin, dass man diese Beiträge ohne großen technischen Aufwand online stellen konnte und die neuesten Postings immer oben standen. Mit der Kommentarfunktion gab es überdies ein interaktives und soziales (oder besser gesagt: geselliges) Element, den den Webauftritten der etablierten Medien zu jener Zeit völlig fehlte. Das Kolumnieren, also das elaboriertere Ausformulieren von Gedanken und Erzählen von Geschichten hat sich erst nach und nach entwickelt, und vor Erreichen dieses Entwicklingsstadiums war das Ganze für die Oldschool-Medienmacher überhaupt kein Thema, und als man sah, huch, einige von denen können ja tatsächlich was, hat es immer noch eine ganze Weile gedauert, bis man mal auf die Idee kam, ein paar von diesen Newcomern zu verpflichten oder zu versuchen, etwas eigenes mit eigenen Mitteln und Mitarbeiter auf die Beine zu stellen. Über die vielen Flops auf diesem Sektor könnte der Kollege Don Alphonso noch viel mehr erzählen, der hat das genauer verfolgt als ich. . Im Übrigen denke ich, dass auch hierzulande noch einiges an schreiberischem Potenzial unterwegs ist, das bisher noch nicht nennenswert in Erscheinung getreten ist. Ich selber habe ja den Mainstreammedien-Background mit Geschichten in der Zeit, Wirtschaftswoche, Handelsblatt und diversen Fachmagazinen, und mich haben meine privat-pseudonymen Ausflüge in die Bloggerei ohne Klarnamen und ohne das Gewicht der hochauflagigen Titel im Gepäck eine gewisse Demut gelehrt. Da draußen sind so viele Menschen unterwegs, die Geschichten erzählen können, Kommentatoren, die Kluges (und auch Kontroverses) beisteuern, aber selber noch nicht die Kurve gekriegt haben, selber was zu publizieren, weil sie sich's nicht zutrauen oder ihnen andere Dinge eben wichtiger sind. Und wenn ich ehrlich sein soll, freue ich mich auch über die Teeniebloggerinnen, die drüben bei blogger.de nachkommen, Herzchen und Smileys posten und schreiben wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Ein paar Rohdiamanten, die mit dem entsprechenden Schliff versehen später mal noch hell funkeln werden, sind da sicher dabei. Und die anderen? Muss man ja nicht hinklicken. ;-)

Seh das ganz entspannt, dass...

Seh das ganz entspannt, dass in D aus dem Hype ein Hypechen geworden ist, der englische Sprachraum ist einfach größer. Dazu: Creative Writing und damit die Fähigkeit, mehr als 160 Zeichen Stummelsprache unfallfrei verfassen zu wollen und zu können, ist eher in den USA als in Göte-Country daheim. Zerbrech mir keinen Kopf mehr darüber, warum das so ist. Es lohnt sich nicht. Und schau ab und zu in das Bllog "USA erklärt" rein. http://usaerklaert.wordpress.com/

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 09.05.2012, 20:31 Uhr

@Vroni: Ich trauere dem...

@Vroni: Ich trauere dem Hypechen (mehr war es in meinen Augen nie) auch nicht hinterher. Da wurden während der Hochphase zum Teil Erwartungen geweckt, am Bloggerwesen solle die Onlinewelt genesen, das war natürlich totaler Quack. . Bei usaerklaert lese ich ab und an auch ganz gerne - bis der Verfasser wieder mit seinem Buffy-Fimmel langweilt, dann pausiere ich wieder ein Weilchen. Es gab übrigens auch mal ein Pendant dazu mit dem Versuch, den Amis Deutschland zu verklaren, nannte sich nothingforungood oder so, müsste ich mal gucken, wo das abgeblieben ist, das entbehrte zum Teil auch nicht einer gewissen Komik.

@Marco, Vroni: Ja, usaerklaert...

@Marco, Vroni: Ja, usaerklaert ist gut :-). Von irgendwelchen Hypes abgesehen, die kriege ich als Retro-Mensch eh nie mit, würde ich einige Blogs vermissen. Nämlich die, die die Arbeit der deutschen Journalisten machen - Presseerklärungen nicht abpinnern, sondern hinterfragen, Faktenchecks machen und Zahler erklären. Ansonsten ist die Blogwelt, wie zu erwarten - eine bunte Mischung von Leuten, die mehr oder weniger gut schreiben, mehr oder weniger Ahnung haben und mehr oder weniger eitel sind. Aus meiner Sicht von je her eher Leserbriefersatz als eigenständiges Medium (in der Masse der Fälle). Und wo Vroni Recht hat, hat sie Recht (Blogqualität) - ich muss leider ergänzen, dass das auch auf die Qualitätsmedien zutrifft. Die FAZ hält, als beste deutsche Tageszeitung, einem Vergleich mit der NewYorkTimes nicht stand. Ganz generell werden im englischsprachigen Raum politische Debatten im Netz an einigen Stellen in höherer Qualität geführt, als im deutschsprachigen, und mit deutlich mehr Respekt vor dem politisch Andersdenkenden. Gruss, Thorsten Haupts Gruss, Thorsten Haupts

0 SolidaritaetAuchMitAndersDenkenden 09.05.2012, 23:19 Uhr

[EDIT: Denken kann hier...

[EDIT: Denken kann hier jeder wie er will, aber Linkschleuderei ist nicht so gern gesehen, wenn sie nicht zum Thema beiträgt. msdn]
@vroni ich mag wie sie bllog schreiben: Never mind the "bLLog"s here's the sex pistols
bonne nuit

0 tylerdurdenvolland 09.05.2012, 23:30 Uhr

Der Mangel an Qualitäts Blogs...

Der Mangel an Qualitäts Blogs liess sich schon immer leicht erklären. Die meisten User suchen im Internet, ganz wie in der real existierenden Welt auch, nicht etwas Neues das man lernen könnte oder eine Erweiterung oder gar Korrektur des bereits Gewussten, nein, man sucht Bestätigung der eigenen Glaubensinhalte. Man nennt dies am Deutlichstem „geistige Inzucht“, es ist das Gegenteil des Popper’schen Suchen nach der Falsifizierung. Es ist das Verhalten des Spiessers am Stammtisch, und so wie auch an diesen nur Gleichgesinnte sitzen, so werden andere Meinungen in nahezu auschliesslich ALLEN Blogs, zensiert. Traurig ist, weil man als Konsequenz dieser Zensur den Zustand dieses Landes und seiner Medienlandschaft deutlich sieht. Ehemalige Qualitätsmedien, wie Zeit, die Süddeutsche und am extremsten der Spiegel sind ihren Bogs, bzw. Foren völlig zu Manipulation und Meinungsmache verkommen. Alles was nicht der gewünschten Meinung der Besitzer entspricht, wird schlicht und einfach nicht gebracht. Auch die FAZ macht hier keine Ausnahme. Die Verlage kennen die Macht zu Manipulation und Meinungsmache der Bürger (Wähler!) und benutzen sie konsequent. Natürlich darf man nicht verwschweigen, dass auch die Webseiten die sich den Kampf gegen diese Meinungmache zur Aufgabe machen, wie zB die Nachdenkseiten, selber natürlich genauso, wegen des eigenen Bewusstsein des politisch korrekten Gut-Menschen, zensieren…..

0 Dreamtimer 10.05.2012, 05:29 Uhr

Vielleicht ist das ein...

Vielleicht ist das ein verzerrter Eindruck, aber die deutsche Blogosphäre erweckt auf mich den Eindruck von Subsidiarität. Das heißt, Themen, die lokaler Natur sind, also persönliche, mediale, kulturelle, politisch-gesellschaftliche kann man durchaus antreffen, während alles andere im internationalen/globalen, englischen Sprachraum zirkuliert und die Leute dort auch vernetzt werden wollen. . Persönlich interessieren mich weder Huffington Post noch Techcrunch als "typisch amerikanische" Erfolgsstories. Gerade Huffington Post folgt doch bekannten Mustern. Wozu noch ein SPON? Nicht redundant finde ich Terrence Tao, Geoff Manaugh, Peter Woit oder Venkatesh Rao. Diese Autoren auf Regionalismen reduzieren zu wollen, wäre eine Beleidigung. . Den Deutschen kann man immer damit drohen, dass sie den Anschluss verpassen und dann geben sie sich ehrlich Mühe aufzuholen. Irgendwie pussierlich, aber dabei sein will man auch nicht, oder?

0 überLand 10.05.2012, 06:23 Uhr

Blogger sind Einzelkämpfer....

Blogger sind Einzelkämpfer. Und Einzelkämpfer kommen in der Regel nicht weit. Blogger müssten sich viel mehr mit anderen Bloggern zusammenschließen, um zu mehr Präsenz zu kommen. Leider lässt das die Eitelkeit in vielen Fällen nicht zu, also lieber stolz vor die Hunde gehen als Kooperationen suchen. Ich bleib' lieber bei den Kooperationen.

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 10.05.2012, 06:59 Uhr

@tylerdurdenvolland:...

@tylerdurdenvolland: Vielleicht denke ich da ja zu mediensystemimmanent, aber mit dem Begriff Zensur verbinde ich anderes als bestimmte Leserbriefe nicht zu bringen oder Forenbeiträge nicht freizuschalten. Es ist doch vielmehr so, dass dank des Internets sich auch Inhaber von etwas, sagen wir mal weiter außen stehenden Meinungen artikulieren können - aber eine Verpflichtung, diese Leute sich hier oder auf meinem Privatblog austoben zu lassen, resultiert daraus m.E. nicht. Ist ja überdies nicht so, dass vermeintliche Meinungsmonopolbrecher wie etwa die Konsorten von PI & Co. wesentlich duldsamer wären, wenn es darum geht, abweichenden Standpunkten Raum zu geben. Es mag uncool sein, heutzutage noch darauf hinzuweisen, dass es oft genug auch der Ton ist, der die Musik macht. Wenn es mir wichtig ist, irgendwo einen Meinungsbeitrag zu landen, der dem dortigen Mainstream zuwiderläuft, dann kann ich mir ja überlegen, ob es zielführend ist, mit der Tür ins Haus zu fallen, so wie das viele Foristen machen, und zu proklamieren, Ihr habt ja alle keine Ahnung. Ich darf an dieser Stelle den Kommentator stimmvieh lobend hervorheben - nicht für seine Auffassungen, die durchaus oft genug nicht meine oder die des jeweiligen Blogbetreibers sind, sondern dafür, wie er seiner abweichenden Meinung Gehör verschafft. . @Dreamtimer: Den englischen Sprachraum sehe ich vor allem bei Technikthemen ziemlich weit vorne, da bleibt hiesigen Techbloggern oft genug wenig anderes übrig, als Themen aufzugreifen, die anderswo (sprich: überm Teich) schon gelaufen sind. Ansonsten habe ich für etwaige Deutschland-Pläne von HuffPo & Co. kaum mehr als ein Achselzucken übrig. Das sind (bis zum Beweis des Gegenteils) nice-to-haves, vergleichbar mit einer deutschsprachigen Version von msnbc im Kabelfernsehen.

0 Rainersacht 10.05.2012, 07:32 Uhr

Mein Beobachtung im...

Mein Beobachtung im unmittelbaren Blogger-Freundeskreis der mittleren Nuller-Jahre (als es z.B. hier in Düsseldorf noch einen Stammtisch gab, zu dem auch schon mal 50 Leute kamen...): Zuerst (ab etwa 2009) hat Twitter viele Blogger dazu verleitet, weniger lange (und gute) Artikel im eigenen Blog zu posten. Dann haben viele zunächst zwischen Blog und Facebook (so ab 2010) corss-gepostet, um inzwischen entweder nur noch auf Facebook zu posten oder nur noch im Blog (mit automatischem Crosspost auf FB). Und sei Neuestem verlieren wir Blogger gerade viele weibliche Kolleginnen, die sich auf dieses bescheuerte Pinterdings stürzen. Ich für meinen Teil betreibe mein Weblog - das ich selbst "Online-Magazin" nenne - weiter, immer weiter und noch immer weiter ... so lange ich noch was zu sagen und zu erzählen habe.

0 stimmviech 10.05.2012, 07:36 Uhr

In Deutschland nervt, daß...

In Deutschland nervt, daß Blogbetreiber noch über die gesetzlichen Meinungseinschränkungen hinaus "zensieren". Die einzig positive Ausnahme - die Zensoren schlagen meist beim Bekenntnis zur Wahl einer bestimmten rechten Partei zu- war bislang das Blog einer Piratin, wo sowohl sie selbst als auch die sonstige Leserschaft nicht mal gezuckt haben. Bei PI z.B. hatte ich Schreibverbot nach 1 Tag, weil meine Aussage , die Ziele von PI ließen sich doch am einfachsten durch Wahl dieser Partei umsetzen , extrem irritiert haben. Ich wurde also gesperrt, weil ich zu rechts bin. Ich selbst mußte aber auf meinem damaligen Blog auch zensieren. Denn wenn man selbst schon sehr rechts ist, schlagen dann Leute auf , die noch rechter sind als man selbst. Diese Leute fanden ob meiner Posts, ich solle dich nun auch einer der ihren werden durch Leugnung gewisser historischer Tatsachen. Fazit: das höhere Niveau angelsächsischer Blogger- ich lerne hier, daß sie ein höheres haben, lese da kaum was selbst- hängt vielleicht auch mit der freieren Diskussionskultur dort zusammen. In Deutschland dagegen ist man auch immer Blog(ck)wart.

Das (siehe...

Das (siehe oben) http://www.instructables.com/files/deriv/F2G/OYGO/GVUS2NV8/F2GOYGOGVUS2NV8.MEDIUM.jpg ...könnte meine Tastatur sein; ich benutze die tatsächlich immer noch weil ich mich an sie gewöhnt habe (Im Regal stehen originalverpackt zwei sehr viel neuere, sie haben mir nicht gefallen; das "Fingergefühl"!)

0 ZimmerimRevie 10.05.2012, 12:52 Uhr

Ist es zu alledem nicht auch...

Ist es zu alledem nicht auch so, dass der geneigte Leserkreis immer ungeduldiger wird? Ein qualitativ vernünftiger Blog ist gerne etwas länger und die Zahl derjenigen, die längere Zeit beim Lesen verbringen, wird immer geringer... Wir gewöhnen uns immer mehr an Kurznachrichten, smsen und twittern uns durchs Leben - mehr Information ist wichtig und dazu muß es schnelle Information sein. Ist doch schade... Und welcher Blogger schreibt gerne für einen nicht existierenden Leserkreis?

ZimmerimRevier, ach die...

ZimmerimRevier, ach die Ungeduld. (Typografischer Tipp an ausdauernde Blogschreiber: Blogs mit langen Texten könnten sich angewöhnen, lesefreundlicher zu werden: endlich Absätze machen, mit Bildern auflockern, und vor allem fette Zwischenüberschriften zu machen. Dann werdne auch ganz lange Dinger gelesen. Longcopy-Textwüsten ohne das, die ich oft sehe, sind auch für geduldige Leser am Screen wirklich eine Zumutung.) . Die wahre Bestimmung für Niedrig-Intelligenzler ist eh das iPad. . Da braucht man nur noch tatschen und wischen. Überlege mir ein iPad für meine Katze. Da kann diese Futterzicke das Futter anklicken, das sie heute will. Ob sie bloggen wird, glaub ich nicht. Sie will der Welt nichts sagen außer miau und mrrp. Doch ich vermute, sie hat einen Account bei Pinterest und lädt ihre gekillten Mausopfer hoch. . iPad für Tiere: http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/orang-utans-nutzen-ipad-a-832452.html

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 10.05.2012, 19:33 Uhr

@überland: Man kann nicht...

@überland: Man kann nicht sagen, dass das Networking in bestimmten Bloggerkreisen (die einigermaßen deckungsgleich waren mit der ersten Mandantenrunde des Blogwerbevermarkters Adical) nicht probiert worden wäre. Aber das Versprechen, wirklich etwas für die Gattung zu tun, wurde da nie eingelöst. Auch nicht von der Arbeitsgemeinschaft Social Media, die angetreten war mit dem Anspruch, den empirischen Nachweis zu führen, dass Blogs ein ganz besonders tolles Publikum binden, das auf anderen Kanälen nur schwer zu erreichen wäre. . @Rainersacht: Pinterest dürfte mich nicht allzuviel Lesestoff gekostet haben bisher, aber Twitter hat vor drei, vier Jahren schon ziemlich reingehauen, so dass viele Blogs, die ich bis dato regelmäßig gelesenund kommentiert hatte, auf einmal brachlagen oder gleich ganz dichtgemacht wurden. Auf Facebook habe ich es zum Teil mit Kollegen zu tun, die vor Jahren über meine Bloggerei sagten, ja, ganz nett und auch schön geschrieben, aber irgendwie zu zeitaufwendig - und das sind die gleichen, die jetzt auf Facebook jeden Hirnfurz posten, der ihnen grad durch den Sinn kommt und die an Schwachsinnsspielchen wie Farmville oder Mafia Wars wirklich gar nichts auslassen. Wo ich mich dann frage, wo die die Zeit dafür hernehmen. . @Vroni: Ah, jetzt wird mir klarer, warum mir das Ipad immer noch vorkommt wie eine Lösung, zu der mir einfach das Problem fehlt. Dafür ist unser Hundi ein paar Jahre zu früh gestorben, die alte Dame hätte sich sicher eine César-App installiert und eine Markenbotschaft eröffnet. . @Zimmerimrevier: Es gibt da ja durchaus Gegenbewegungen, googeln Sie mal das Stichwort Slow Media. Ich weiß nicht, ob damit der allgemeine Beschleunigungstrend aufzuhalten ist, aber zumindest setzen die Urheber dieses Manifestes (die ja nun wirklich keine netzfremden Nostalgiker sind) ein Zeichen: http://www.slow-media.net/manifest

Slow Media ..., der Witz ist,...

Slow Media ..., der Witz ist, dass die Kommentare auf deren Manifest-Eintrag am laufenden Band folgendermaßen aussehen: "This post was mentioned by twitter." Was ist da slow. Soll man da jetzt lachen oder greinen. . . "Wo ich mich dann frage, wo die die Zeit dafür hernehmen." (Jeder Hirnfurz, d. S.) . Die Antwort ist doch ganz klar: Fürs selber Denken und sich darauf konzentrieren hat man keine Zeit, denken ist anstrengend und tut weh - für unkonzentriertes Herumgehampel auf allen Kanälen und für Kurzsätze rausfurzen hat man alle Zeit dieser Welt. Macht man nebenher. Auf so Wischtastaturen. Sie sind ZEWAs (wisch und weg).

0 tylerdurdenvolland 11.05.2012, 02:51 Uhr

@Marco Settembrini di...

@Marco Settembrini di Novetre Ob der Ton die Musik machen kann und soll, ist eine Frage der Qualität eines Blogs/Forums. So werden sie, wie ich ja auch, an die Blogs der FAZ sicher einen anderen Masstab anlegen, als beim Spiegel. Dort zB ist das Problem eben gerade nicht das des Tons. Der Spiegel versteht sich nämlich seit längerer Zeit zu Recht als mächtiges Instrument zur Manipulation der öffentlichen Meinung. Der den Spiegel besitzende Konzern benutzt sein Produkt dazu seine eigenen rein pekuniären Interessen bei den nun mal permanent anstehenden Wahlen durchzusetzen. Eine mittlerweile zu 100% konsequente Zensur der Beiträge hat auschliesslich diesen Zweck und ist damit erfolgreich. Dies ist natürlich völlig legitim, und wenn der, wie Georg Schramm ihn so zutreffend getauft hat: „Urnenpöbel“, dies nicht begreift, so gibt es keinen Grund ihn dann nicht auch zur Kasse zu bitten, wenn wie zB jetzt nach der griechischen, die spanische Rechnung heranflattert…. Nur weil ein solches Verhalten möglich ist, wird es nicht akzeptabel. Wer in einem Land wie DE leben bleibt, und gar noch Euro besitzt, ist selber Schuld….

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 11.05.2012, 06:41 Uhr

@tylerdurdenvolland: Ich...

@tylerdurdenvolland: Ich schaffe es nur selten, auch nur stichprobenweise in den Spiegel-Foren zu lesen. Wo sehen Sie denn dort die Zensurlinie?
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@Vroni: *an die Stirn patsch* - ja, natürlich! So klar hab ich das gar nicht gesehen, aber das scheint tatsächlich der Punkt zu sein. Den Spruch mit dem Zewa wisch & weg werd ich muss ich mir merken, ich hätte alternativ noch anzubieten, da tobt der Wischmob. ;-)
NACHTRAG: Ach ja, Affen lieben Apple:
http://www.news.de/gesellschaft/855306775/affen-lieben-apple-orang-utans-vom-ipad-hype-erfasst/1/

0 Oliver-August Lützenich 11.05.2012, 20:31 Uhr

Schon wieder habe ich das...

Schon wieder habe ich das Gefühl auf einen einfahrenden Zug aufgesprungen zu sein, statt auf einen abfahrenden, ist das Bloggen also schon wieder fast vorbei. Tja, egal, ich fühl mich in meiner kleinen Nische pudelwohl, wenn ich manchmal so herumklicke, merke ich, dass >auch< ich etwas besonderes mache, in all den alltäglichen Versendungen und dem massenweisen Geruckel und Gezuckel, und die paar Leser, die ich inzwischen, auch dank meiner Kommentare hier im FAZ-Blog gewonnen (Ja! "gewonnen") habe, bereiten mir grosse Freude, auch wenn ich sie an einer, manchmal auch an vier Händen abzählen kann. Sie scheinen zu mögen, was ich so versende, in die Weiten des Netzes, auch wenn Sie es manchmal gar nicht so verstehen, aber gut, Sie denken vielleicht: irgendwas muss doch da drinn zu finden sein, gibts doch nich bei sooviel Worten. @Vroni hat ganz recht, auch ich muss mehr entzerren in der BuchstabenWüste, tue ich inzwischen auch. Ach ja, auch wenn es ein anhaltender Zug ist, auf den ich da vor knapp einem Jahr aufgesprungen bin, so kann ich mir im Bahnhof dann ein schönes Plätzchen suchen und irgendwann fährt der Zug schon weiter, immer weiter, immer heiter und ich möcht gar nicht so genau wissen, wohin, obwohl ... nee, jetzt noch nicht, und ich schau aus dem Fenster und seh erst mal Bahnhof, aber da, da Vorne, sehen Sie es auch?, da ist doch ein Licht oder?, hell wie die Sonne, oder ist es nur der Vollmond, na egal, Licht ist Licht und ohne Licht sieht Mensch nicht, also wann fahren Wir weiter? Weterhin schönes Schreiben @Marco, hab wieder was gelernt, Danke.

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 11.05.2012, 20:58 Uhr

@Oliver-August Lützenich: Wie...

@Oliver-August Lützenich: Wie ich in dem Beitrag über das Post-Digitale schon schrieb, erleben wir die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, und weil Sie den fahrenden Zug erwähnen, kommt mir da auch ein Gedankenexperiment von Einstein in den Sinn, in dem ein fahrender Zug eine wichtige Rolle spielt: http://www.mahag.com/srt/zeit.php Wie dem auch sei, so richtig avantgarde war die Bloggerei schon nicht mehr, als ich anno 2004/5 meine ersten Gehversuche in diesem Metier unternahm. Die richtig coolen Säue waren schon seit 2000 oder 2001 dabei, als sich fast alle in jenem kleinen Kreis noch kannten, lasen und kommentierten. Aber dass es deswegen jetzt vorbei wäre, nur weil die Meute schon längst zum next big thing oder dem übernächsten heißen Sch**ß weitergezogen ist, würde ich so nicht unterschreiben. Ich sehe auch nicht, das irgendwelche Huffington Posts oder andere AOL-Blogableger aus Amiland Ihnen oder mir irgendwelche Butter vom Brot nehmen - oder um im Bild zu bleiben die Gleise blockieren, dafür sind wir zu sehr Nebenstrecke. Und das ist auch gut so.

0 tylerdurdenvolland 12.05.2012, 00:13 Uhr

Marco Settembrini di...

Marco Settembrini di Novetre 11. Mai 2012, 07:41 @tylerdurdenvolland: Ich schaffe es nur selten, auch nur stichprobenweise in den Spiegel-Foren zu lesen. Wo sehen Sie denn dort die Zensurlinie? Knapp 1,5 cm unterhalb der FDP...

0 tylerdurdenvolland 12.05.2012, 00:18 Uhr

@Marco Settembrini di...

@Marco Settembrini di Novetre PS: Da man den Spiegel natürlich seit vielen Jahren nicht mehr ernstnehmen kann, ist die Linie zB bei der FAZ selber (nicht den Blogs) ein viel interessanteres Thema. Ich erstelle gerade eine Sammlung von Kommentaren die von der FAZ tagtäglich zensiert werden. Sehr umfangreiches Dossier darüber welche Meinungen in der FAZ nicht akzeptabel sind...

dichtete und vertonte in seinen sittlich desorientierten Jugendjahren Spottverse, deren Vortrag er mit der Mandoline begleitete.