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Von außergewöhnlichen Formeln – sinnvoll oder absurd

| 42 Lesermeinungen

Das Streben der Menschen nach Berechenbarkeit kennt keine Grenzen - und so gibt es Formeln für die absurdesten Ideen: Absatzhöhe von Schuhen oder außerirdische Zivilisationen, zum Beispiel.

Das Streben der Menschen nach Berechenbarkeit kennt keine Grenzen – und so gibt es Formeln für die absurdesten Ideen: Absatzhöhe von Schuhen oder außerirdische Zivilisationen, zum Beispiel.

Seit Jahrhunderten entdecken wir immer neue Gesetzmäßigkeiten in Physik, Chemie und Biologie, halten Entdeckungen in Lehrsätzen fest – und in Formeln. In seinem Bestreben, die Welt zu verstehen und sich sozusagen Untertan zu machen, bedient sich der Mensch gerne mathematischer Formeln – auch außerhalb der Mathematik. Immer wieder stoßen die Wissenschaften an ihre Grenzen: die Physik in der Quantenmechanik und bei der Frage nach dem Welle-Teilchen-Charakter von Licht, in der Biologie bei der Entschlüsselung von Genen und bei der Ursachenforschung von Krankheiten und anderen Phänomenen.

Trotz dieser Beschränkungen sind die Naturwissenschaften immer noch der Maßstab für andere Wissenschaften und zumindest die Sozialwissenschaften streben – teilweise – seit Jahrzehnten nach Formalisierung und Formelisierung: je mathematischer und methodisch-naturwissenschaftlicher die Forschung daherkommt, desto besser. Diese Krankheit scheint geradezu ansteckend zu sein, denn mittlerweile werden selbst solche Fragen formalisiert, die dessen nun wirklich eigentlich nicht bedürfen.

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Die Autorin zum Beispiel hat im Alltag keinerlei Verwendung für hohe Schuhe, aber trotzdem eine große Leidenschaft für deren Erwerb. Das hat bisher zwar immer ohne Formeln funktioniert, aber falls sich das jemals ändert: es gäbe eine. Physiker einer britischen Universität haben sich damit ganz ernsthaft vor einigen Jahren befasst und eine Formel ersonnen, die die Wahrscheinlichkeit von Sturz, Verletzung und Umknicken mit hohen Absätzen minimiert – unter Berücksichtigung der individuellen Eigenschaften und Präferenzen der Trägerin. Die Berechnung erfolgt schrittweise, wobei de Höhe des Absatzes h von einem individuellen Parameter Q und der Schuhgröße S abhängt: h=Q(12+3s/8).

Q wiederum berücksichtigt diverse Variablen, namentlich die Wahrscheinlichkeit, damit Eindruck zu schinden (p), langjährige Erfahrung als Trägerin hoher Schuhe (y), Kaufpreis in Pfund (L), wie lange die Schuhe als modisch galten (t) und der geplante Alkoholkonsum der Trägerin (A):

Q=p * (y+9) * L / (t+1) (A+1) ( y+10) ( L+ 20).

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Versuchsweise wende ich das auf meinen letzten Neuerwerb an, ein paar sehr elegante Pumps mit einem niedlichen klitzekleinen Plateau, im Ausverkauf erworben. Ich verspreche mir äußerst interessante Bekanntschaften in der Frankfurter City beim Mittagessen, daher p=1, trage wirklich hohe Schuhe allerdings erst seit wenigen Jahren (y=6), die Schuhe waren ziemlich teuer und sind gerade noch so modisch, also t=7 Monate. Alkohol bei der Arbeit – die Frage stellt sich nicht, wo kämen wir denn da hin. Die Schuhe haben 200 Euro gekostet, also umgerechnet 140 Pfund.

Dann lautet die Formel im fraglichen Fall: Q=1 * (6+9) * 140 / (7+1) (0+1) (6+10) (140+20) =

15*140 / 25 *160 = 0,525

Das ist allerdings nur der individuelle Parameter, zu integrieren in die eigentliche Höhengleichung. Bei einer Schuhgröße von 5,5 (in Englisch) dürfte ich daher h = 0,525 * (12+3*5,5/8)=7,4 cm tragen. Das hört sich doch einigermaßen sinnvoll an – zumindest für einen Büroschuh, auf dem man nicht die Nacht durchtanzen will. Andererseits hätte ich das auch mit Bauchgefühl und ohne Computer, Formel oder Taschenrechner gewußt.

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Es würde mich ja interessieren, wieviel Arbeitszeit  in das Projekt investiert wurde, und ob die Physiker Spaß dabei hatten. Vermutlich schon. Andere Forschungsfragen wiederum hören sich zuerst ähnlich absurd an – haben aber doch einen völlig anderen Stellenwert und werden wirklich ernstgenommen. Zum Beispiel die Berechnung der Anzahl außerirdischer Zivilisationen. Tatsächlich gibt es eine ganze Forschungsdisziplin, die Astrobiologie (oder präziser: Exobiologie), die sich mit der Frage beschäftigt, wie, warum und wo sonst noch im Universum Leben möglich wäre. Mit dieser aufregenden Frage befassen sich so illustre Institutionen wie Harvard oder die University of California at Berkeley. Der dort lehrende Professor Frank Drake, auch Gründer der SETI-Initiative, kam offenbar eher zufällig auf die sogenannte Drake-Formel, als er sich für einen Kongreß Gedanken über die Determinanten für außerterrestrisches Leben machte – und dann realisierte, daß man die Faktoren nur multiplikativ verknüpfen muß . Als da wären:

Die mittlere Sternenentstehungsrate pro Jahr in unserer Galaxie, eine Zahl die sich relativ gut berechnen läßt und sich im ein- bist zweistelligen Bereich befindet. Der Stern braucht außerdem ein Planetensystem, und diese müssten außerdem über ein akzeptables Ökosystem verfügen, für beides liegen zumindest erste Anhaltspunkte vor. Der Anteil an Planeten mit intelligentem Leben ist eine große Unbekannte, ebenso die Wahrscheinlichkeit, daß intelligentes Leben mit uns würde kommunizieren wollen und sich entsprechend äußerte. Abschließend muß noch die Lebensdauer einer Zivilisation einberechnet werden – schließlich sind solche Vorkommnisse möglicherweise zeitlich begrenzt und wir haben unsere intelligenten Nachbarn im Universum vielleicht gerade verpasst. Da können wir uns immerhin auf die Zivilisationen der Erde beziehen, die ja auch in Schüben existierten und wieder verschwanden – andererseits muß das auf andere Planeten natürlich so nicht zutreffen und ist auch wieder nur eine Annahme. Insgesamt stecken in der Gleichung einerseits sehr große, aber auch sehr kleine Zahlen: In den 4 Milliarden Jahren der Erdgeschichte gab es ja – nach bisherigem Wissensstand – nur uns als Lebensform, die zu außerirdischer Kommunikation überhaupt fähig ist.

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Angesichts der vielen Parameter, über die man allenfalls mutmaßen kann, und der weiteren Parameter, die vielleicht relevant aber nicht enthalten sind, ergeben sich diverse Modellrechnungen, mit unterschiedlichen Annahmen. Eine der aktuelleren Schätzungen nutzt verschiedene Varianten, die mittels Monte-Carlo-Simulationen (quasi: viel Statistik mit dem Computer) durchgerechnet werden, um daraus am Ende einen Durchschnitt zu gewinnen. Je nach Restriktion der Annahme, wie häufig intelligentes Leben entsteht, variiert die Anzahl der außerirdischen Zivilisationen zwischen gut 300 und über 30.000. Das ist dann doch nur mäßig aufschlußreich, jedenfalls für den Laien, wobei bei 30.000 potentiell gefährlichen Zivilisationen es vielleicht gar nicht so dumm wäre, sich gegen das Risiko einer Entführung durch Aliens zu versichern.

Andererseits gilt es natürlich zu bedenken, daß wir bisher trotz aller Bemühungen keine einzige dieser Zivilisationen kennengelernt haben – ein Phänomen das nach seinem geistigen Vater Fermi-Paradox heißt. Entsprechend gibt es eine ganze Reihe Ansätze, unter anderem bezüglich in der Gleichung fehlender Parameter, die erklären könnten, warum die Wahrscheinlichkeit für andere Zivilisationen am Ende doch sehr viel kleiner ist als nach der ursprünglichen Drake-Formel.

Immerhin ist das Thema aber interessant genug, um es bis in Dissertationen und nach Hollywood (Film „Contact”) zu schaffen – im Gegensatz zu der Formel für Schuhe, die meines Wissens nach nicht einmal in „Sex and the City” vorkommt. Die Damen dort bekommen das nämlich auch ohne Formeln hin.

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42 Lesermeinungen

  1. h = 7,4 cm? Sind Sie sicher?...
    h = 7,4 cm? Sind Sie sicher? Wenn die Einheiten, wie die Schuhgröße, britisch sind, werden aus 7,4 cm leicht 7,4 Zoll. Das sind dann ca. 18,7 cm.

  2. pardel, prinzipiell richitg,...
    pardel, prinzipiell richitg, aber im verlinkten Beitrag werden auch cm genannt. Oder habe ich mich verrechnet?

  3. Und was will uns die Autorin...
    Und was will uns die Autorin mitteilen ? Auster der Tatsache das Frauen Schuhkrank sind ( was man durchaus für eine Art geistige Deformation halten kann ), die Drake Formel größtenteils auf Mutmaßen beruht und beides nicht miteinander zu tun hat ?
    Wie langweilig. deshalb besseres :
    http://xkcd.com/384/
    http://bloganddiscussion.com/frauenhaus/280/die-wertlosigkeit-der-frau-in-kultur-und-zivilisation-oder-manner-sind-besser-als-frauen-in-jedem-bereich/

  4. keineAhnung, Sie könnten den...
    keineAhnung, Sie könnten den Beitrag als Aufforderung verstehen, über unseren unbedingten Willen, alles berechnen zu wollen, zu diskutieren. Oder darüber nachzudenken, wie sinnvoll es ist, Formeln zu konstruieren, deren Parameter wir eigentlich nur raten können. Oder es als spaßigen Nonsens betrachten, den man nicht wissen muß, der aber auf der nächsten Party im Smalltalk noch nützlich sein könnte. Oder, wie von Ihnen selbst vorgeschlagen, etwas anderes lesen. Ich bedauere jedenfalls, Sie gelangweilt zu haben, aber ich kann ja auch nicht immer über Quantenphysik und Wirtschaftstheorie schreiben.

  5. Mein Kommentar: * Wie passt...
    Mein Kommentar: * Wie passt das zusammen “elegante Pumps” mit “Plateau”?
    Ich finde Plateau kann nicht elegant sein! Plateau wirkt globig und macht den Fuß unschön. Besonders bei Damen, die gutes Essen mit Salat ohne Öl und Vittel Wasser verwechseln.
    Was das mit Formeln zu tun hat? -Das sind die Formeln, die im männlichen Gehirn in Bruchteile durch den Kopf gehen. Dazu braucht er nicht studiert zu haben, das macht die Biochemie gepaart mit den (physikalischen) elektrischen Signalen in den Synapsen (10^14 an der Zahl).

  6. Schulmathematik ohne Sinn....
    Schulmathematik ohne Sinn.
    1.) Drake Gleichung, mit soviel Annahmen kann man für beliebige Aussage eine “Theorie” Formulieren. Man könnte genauso gut eine Formel herleiten, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein gegen die Wand geschlagener Ball durchkommt. Ein Tipp, die Wahrscheinlichkeit ist nicht Null!
    2.) Die restlichen Formeln für Schuhgröße und derartige wichtige Lebensweisheiten, lassen sich simpel aus einer Menge statistischer Ergebnisse interpolieren. Man nehme MATLAB oder ein ähnliches Programm, welches die Numerik beherrscht und speist es mit statistischem Zahlenmaterial vieler Schuhträger, wählt die Methode der Interpolation und schon hat man solch eine Formel. In diesem Fall eine polynomiale Interpolation …

  7. Die Rechnung oben ist...
    Die Rechnung oben ist Falsch!
    Die schlaue Dame in diesem Beitrag rechnet 25*160 anstatt 8*16*160?
    Ihre eigene Formel scheint sie selbst wohl nicht anwenden zu können.

  8. @Sophia:
    Ich finde den...

    @Sophia:
    Ich finde den Versuch, streng wissenschaftliche Erkenntnisse und Formeln auf die reale Umwelt anzuwenden, immer wieder faszinierend. Und häufig genug auch lehrreich. So verdanken z.B. die Autoren von freakonomics und superfreakonomics ihren Welterfolg genau diesem Versuch. Der Erkenntnisgewinn war (für mich) nicht unerheblich, auf ihre bestechend einfache und einleuchtende Erklärung für die drastisch abnehmende Jugndkriminalität in amerikanischen Städten wäre ich nie gekommen.
    Den von der Autorin selbst gemachten Einwand des mangelnden Erkenntnisgewinns für alltäglich millionenfach getroffene Entscheidungen würde ich zwar unterschreiben. Menschliches Verhalten ist immer im streng wissenschaftlichen Sinne vernünftig, wenn es auf eine lange Historie von Versuch und Irrtum gründen kann. Aber besser ein paar Trivialerkenntnisse und ein paar Skurrilitäten, als den Verzicht darauf, auch unseren Alltag beser zu verstehen. Wenn es zu albern zu werden scheint, gibt´s eben den ig Nobelpreis http://improbable.com/ig/
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  9. Entschuldigen Sie...
    Entschuldigen Sie bitte?
    Berechnet man die oben genannte Formel so wie sie da steht
    “Q=1 * (6+9) * 140 / (7+1)*(0+1)*(6+10)*(140+20)”,
    dann darf die Autorin maximal 1,4cm Absätze tragen.
    Die Verfasserin des Textes hat anstatt der Multiplikation eine Addition gewählt (schön gerechnet?).
    Absurdität hin oder her.

  10. FfM_Mayer, ich bin wirklich...
    FfM_Mayer, ich bin wirklich auch prinzipiell der Meinung, daß man mit Plateaus sehr vorsichtig sein sollte, aber dieser Schuh ist wirklich elegant. Ganz ehrlich!
    .
    Rihi, einen empirischen Test der Schuhabsatzformel fände ich hochinteressant! Ich kann leider kein Matlab, aber wenn Sie das machen wollen, garantiere ich Ihnen, daß ich hier drüber schreiben werde!
    .
    RababerBarbera, natürlich wollte ich nur schauen, ob meine Leser wirklich aufpassen. Alles Absicht.

  11. ThorHa, wie bereits im Beitrag...
    ThorHa, wie bereits im Beitrag gesagt: ich glaube, die Physiker hatten Spaß. Ich hatte Spaß beim Schreiben des Beitrags. Und zumindest ein Leser (Sie) hatte offenbar auch Spaß. Das ist doch schon mal was.
    .
    SRBVG, deswegen bin ich wahrscheinlich gestern so oft umgeknickt – 7cm waren einfach zu hoch für mich.

  12. Die Schuh-Formel ist ein...
    Die Schuh-Formel ist ein schoener britischer Einfall. Darueber musste ja mal nachgedacht werden.
    Ich selbst versuche gerade mit meiner rudimentaeren Mathematik zu errechnen wieviel Glas Wein ein Mensch (Abhaengig von Geschlecht, Alter, Bildung usw.) benoetigt um einen Kommentar in einem FAZ-Blog zu schreiben.
    .
    Noch grueble ich. Pro Gruebel ein Wein. Es kann laenger dauern.

  13. Immer noch besser, man...
    Immer noch besser, man verformelt Schuhabsätze auf diese Weise als daß man behauptet, durch den Einsatz von höherer Mathematik (“Gauß-Copula”) könne man zuverlässige Vorhersagen für die Risiken von Finanztransaktionen erzwingen.
    Ich “durfte” mal einen Artikel referieren, der Hierarchiestrukturen in Firmen mathematisch beschreiben wollte. Alle drei Sätze eine neue Definition und am Schluß eine schöne Formel, wo sich dann alle Buchstaben wieder versammelten – nur leider ohne Ableitung, wieso dort jetzt addiert und an der anderen Stelle multipliziert wurde.
    Dann viel lieber Absatzhöhe, das gibt weniger Kollateralschäden.
    (Ist eigentlich die typische Pflastersteingröße irgenwo mit berücksichtigt? In Bonn gab es anläßlich einer Umgestaltung des Münsterplatzes sehr heftige Diskussionen in diesem Bereich, mit dem Erfolg, daß eine Fachfirma für teures Geld alle Fugen versiegeln mußte. Weil unter der Versiegelung aber auch ein guter Teil des Pflasters verschwunden war, mußten sie für noch teureres Geld dort wieder heruntergeschliffen werden… Mit Ballerinas wär dat nit passiert!)

  14. Filou, ich als Profi...
    Filou, ich als Profi kommentiere natürlich nüchtern. Beim Schreiben hingegen ist Wein enorm hilfreich. Um zu gucken, ob meine Leser auch wirklich alles nachrechnen, und so.
    .
    astroklaus, meine Knöchel fallen doch wohl auch unter Kollateralschaden? Und die Pflastergröße ist in der Tat eine hochrelevante Variable, die vergessen wurde. Wie überhaupt das Terrain, die Jahreszeit…. . Völlig realitätsfern, diese Forschung.

  15. @Filou: An den...
    @Filou: An den Mathekenntnissen soll es nicht scheitern: Ŷi= b0 +b1*X1+ b2* X2+ …….bk*Xk + ei. Natürlich bräuchte man noch einen Datensatz, also fange ich mal an. Ich bin 12 Jahre alt, habe einen Hauptschulabschluss und acht Gläser Wein getrunken bevor ich das geschrieben habe. Next plz.
    .
    Solange Schwafeln als gesellschaftliche Kernkompetenz betrachtet wird, kann man dem nur die Mathematisierung entgegenstellen. Lieber Hauptkomponentenanalyse als Habermas.

  16. Werte Sophia, vom Standpunkt...
    Werte Sophia, vom Standpunkt der Formel aus leider ja – ansonsten eher ein recht zentrales Gebiet dieses Themas: einerseits, weil sie ästhetisch von einer passenden Absatzhöhe sehr kongenial profitieren, andererseits, weil sie leider auch die Hauptleidtragenden von Fallen wie Fugen oder Gitterrosten sind.
    Die Finanzer würden das sicher mit einem “Value at Risk”-Wert versehen – “mit 90%-iger Wahrscheinlichkeit passiert da gar nix, mit 99%-iger höchstens ein dicker Knöchel” …. und die 1% komplizierter Splitterbruch ignorieren wir ganz.
    (Wobei die normalerweise nicht nur die Pflastersteine vergessen haben, sondern überhaupt die meisten realen Gefährdungen, weil dadurch die Formel unschön würde…)

  17. Ach die heilige Einfalt:...
    Ach die heilige Einfalt: Sophia hatte beim Schreiben Spass und mindestens einer beim Lesen.
    Bleiben die vielen die sich ärgern in einem an sich guten Blog eine solche Schreiberin vorzufinden.

  18. Super, wir starten ein...
    Super, wir starten ein Kooperationsprojekt! Weinkonsum bei FAZ-Lesern und ihr Kommentarverhalten.
    .
    Veil of ignorance, ich bin da gespalten: saubere, quantitative Arbeit hat ihre Vorzüge. Gute qualitative jedoch auch.
    .
    astroklaus, eine Freundin von mir hat mal einen Schuh im Gitter stecken lassen. Ein Passant bückte sich und sagte: darf ich der modernen Cinderella behilflich sein? Das passiert aber leider nur in Wien, und mir überhaupt nicht.
    .
    tricky1, es bleibt Ihnen überlassen, nur jene Beiträge zu lesen, die Ihnen zusagen.

  19. @Sophia - Weinkonsum der...
    @Sophia – Weinkonsum der FAZ-Leser:
    Bei einigen Kommentaren habe ich die Hoffnung, die Schreiber waren beim Verfassen ziemlich zu … Das ist die höflichstmögliche Interpretation.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  20. @sophia:
    Diese Antwort ist zu...

    @sophia:
    Diese Antwort ist zu billig!!

  21. tricky1, Ihre Kritik war ja...
    tricky1, Ihre Kritik war ja auch nicht wahnsinnig konstruktiv, oder?

  22. Veil of ignorance, ich erspare...
    Veil of ignorance, ich erspare mir eine Antwort. In Holland haben wenige Haeuser Keller, kann daher zum Lachen nicht dothin gehen.
    .
    Sophia, pardon, das Leben ist erfuellt mit mehr oder weniger nuetzlichen Statistiken.
    Ich habe mir erlaubt, darueber ein wenig zu scherzen. Sie verzeihen mir, gell?

  23. Filou, ich scherze doch auch....
    Filou, ich scherze doch auch. Manchmal einen ganzen Beitrag lang.

  24. Typisch online survey: miese...
    Typisch online survey: miese Rücklaufquote. Vielleicht könnte Sophia als Incentive Keller verteilen? :)

  25. Veil of ignorance, glaube mich...
    Veil of ignorance, glaube mich zu erinnern, dass so manche US-Firma z.B. Enron
    pleite ging, die stolz darauf waren nur Spitzenmathematiker zu beschäftigten.
    Nachdem sie pleite waren, mussten sie kleinlaut zugeben, dass sie die math. Formeln
    mit denen sie arbeiteten wohl doch nicht so richtig verstanden hatten. Darf man das
    schwafeln nennen?

  26. @Sophia:
    Meine Kritik hatte es...

    @Sophia:
    Meine Kritik hatte es immerhin (ohne Gemeinplätze) auf den Punkt gebracht.
    Konstruktive Kritik bringe ich nur dort an, wo Hoffnung besteht!!

  27. tricky1, ich fürchte, wir...
    tricky1, ich fürchte, wir haben in mehr als nur einer Hinsicht unterschiedliche Maßstäbe. Und wie langweilig wäre die Welt, wenn alle immer das gleiche denken, fühlen und meinen würden.

  28. Binvonhier eine wissentlich...
    Binvonhier eine wissentlich Falschbehauptung ist kein Geschwafel, sondern Betrug. Die Schwächen und Grenzen von Modellen und Methoden sind weitestgehend bekannt (wenigstens in den Fachbereichen). Jedoch muss man sehen, dass in der Wirtschaft die Mathematik vor allen Dingen die Funktion hat, Entscheidungen zu legitimieren. Wenn es dann in die Hose geht, kann man es auf abstrakte Modelle schieben, anstatt die Personen und Verflechtungen ins Visier zu nehmen. Was heißt es eigentlich Wissenschaftler und Berater zu sein, Meinungsmultiplikator und Investor, Kontrolleur und Kontrollierter in einem? Das hat wenig damit zu tun, ob Handeln an empirischen Daten oder normativen Leitideen ausgerichtet wird. Vielmehr sind da Macht und Interessen im Spiel.

  29. Veil of ignorance, danke für...
    Veil of ignorance, danke für Ihre Erläuterung.

  30. @Veil of ignorance:

    Als von...
    @Veil of ignorance:
    Als von Interessengebieten “Geisteswissenschaftler” gerade Ingenieurprojekte Betreuender darf ich ergänzen: Das Problem wirtschaftswissenschaftlicher Modelle ist, dass in sie direkt oder indirekt menschliches Verhalten einfliesst. Und dann werden die Annahmen über ebensolches Verhalten, das Menschenbild, ausschlaggebend für die Güte der Modelle. Ist das grob falsch oder grob vereinfachend, wird die scheinbare Eindeutigkeit von Modellergebnissen zur Steilvorlage für grob falsche Entscheidungen. Das ist nicht neu – falsches Menschenbild ist, was jeden Sozialismus scheitern lassen muss – wurde aber bis in die späten neunziger in den Wirtschaftswissen-schaften viel zu wenig diskutiert.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  31. E.R. Binvonhier, das Problem...
    E.R. Binvonhier, das Problem ist, daß wenige Personen beides in Perfektion mitbringen: Verständnis für hochkomplexe Mathematik und die betriebs- oder volkswirtschaftliche Logik dahinter. Dadurch wird die Brücke zwischen der Realität und den Modellen brüchig und das führt zu Problemen.
    .
    ThorHa, ob mathematische Annahmen in der Realität haltbar sind, erfordert (siehe oben) zwei Fähigkeiten, die selten in einer Person zu finden sind. Die guten Forscher denken intensiv darüber nach. Die anderen produzieren Probleme.

  32. S.A.A.I., dass wenige Personen...
    S.A.A.I., dass wenige Personen beides in Perfektion mitbringen, glaub ich gerne.
    Gebe aber zu Bedenken, dass bei 7 Mill.Erdenbürgern und der bekannten Ausbreitung
    der Mathematik, es doch einige sein müssen – selten aber nicht rar.
    Nunja, mit der Perfektion ist das immer so eine Sache, würde ich nicht so drauf
    bestehen. Näherungswerte wären schon angenehm.

  33. Wenn J.P. Morgan`s Gewinn von...
    Wenn J.P. Morgan`s Gewinn von fast 20 Milliarden im Vorjahr auf einen Verlust von 1,8 Milliarden sinkt oder ein Adoboli bei der UBS 2,3 Milliarden verspielt (ganz allein!), wird nach neuen VaR-Modelle mit besseren Risikomessmethoden gerufen. Warum nun Banken überhaupt synthetischen Exchange-traded funds konzipieren und wer davon als einziger profitieren kann, steht nicht zur Debatte. Wenn die Swap ETF`s, die schon beim Anleger sind, hochgehen, dann war es wieder die pöhse Mathematik.
    .
    Oder Eurokrise: Da hat doch tatsächlich so ein Chefdenker von der Deutschen Bank ein Paper veröffentlicht, in dem er für die Einführung des Geuro plädiert, einer griechischen Parallelwährung. Keine Kredite sollen mehr vergeben, nur noch die auslaufenden bedient werden. Also diejenigen, die die Deutsche Bank hält. Des Weiteren soll es eine Bad Bank geben. Das läuft dann so ab: DB bekommt eine Milliarde Euro zu 1% Zins von der EZB. Dafür kauft die DB EFSF-Anleihen mit einer Verzinsung von 5%. Die EFSF leiht dieses Geld dann griechische Banken und die können damit ihre Schulden bei der Deutschen Bank bedienen. Grandios!
    .
    Aber was schert mich die Ökonomie. Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen :))

  34. Veil of ignorance, ja der...
    Veil of ignorance, ja der Chefdenker der DB ist ein echtes Herzchen, er nimmt die
    Vorstellung, das alles berechenbar sein soll, recht ernst.

  35. ...da kann man die Verachtung,...
    …da kann man die Verachtung, die sie der ‘Realwirtschaft’ entgegenbringen
    schon verstehen, zumal wenn die Kundschaft noch den Denkmustern der Naturalwirt-schaft frönt.

  36. ...und der Glaube der Deutsche...
    …und der Glaube der Deutsche sei fleißig und der Grieche faul für Lachsalven sorgt.
    Das ist vollkommen irrelevant.

  37. Wenn einer allein 2.3...
    Wenn einer allein 2.3 Milliarden verspielen kann, ist es zulässig anzunehmen, dass
    man in diesem System auch nur 10 Leute braucht um einen Gewinn von 23 Milliarden
    zu erzielen?

  38. @Sophia:
    Ja genau, an den...

    @Sophia:
    Ja genau, an den Massstäben liegt es. Aber mit “wie langweilig wäre die Welt, wenn alle immer das gleiche denken, fühlen und meinen würden” können Sie Ihre Werke nicht rechtfertigen.

  39. E.R. Binvonhier, die richtig...
    E.R. Binvonhier, die richtig smarten Köpfe, wenn sie noch ein Gewissen haben, landen eher in der Forschung. Davon abgesehen sind ja zwei Studiengänge hintereinander nicht mehr marktkonform – da ist man aus dem formbaren Alter bereits heraus und wird für Firmen zunehmend uninteressant.
    .
    Veil of ignorance, Ökonomie ist spannend, solange man sich eine gewisse emotionale Distanz bewahren kann und nicht an die subjektive Betroffenheit über Steuergelder etc. denkt.

  40. @Sophia:
    Auch wenn´s mir...

    @Sophia:
    Auch wenn´s mir nicht zusteht – nach meiner Lebenserfahrung nutzt bei Trollen nur die Totalignoranz. Die allerdings wirkt immer.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  41. tricky1, das Schöne für mich...
    tricky1, das Schöne für mich ist: es gibt genug Leser, die meine Beiträge schätzen, daher muß ich mich gar nicht rechtfertigen. Die Zahlen sprechen nämlich für mich. Außerdem ist dies ist mein Salon, aus dem ich unliebsame Nervensägen auch jederzeit rausschmeißen könnte. Das Schöne für Sie ist: ich habe eine hohe Meinung vom kritischen Diskurs in Blogs, und mache von meinem Hausrecht höchst selten Gebrauch.

  42. @Sophia:
    Wenn Sie schon nicht...

    @Sophia:
    Wenn Sie schon nicht müssen, warum können Sie es denn nicht lassen? Und auch der Satz über die Zahlen bringt nichts neues, ich hatte die Fanzahlen bereits konzediert :o

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