Home
Deus ex Machina

Deus ex Machina

Über Gott und die WWWelt

Erweckungsphantasten gegen Maschinenstürmer

| 46 Lesermeinungen

Steuert die technische Fortentwicklung zwingend auf einen Punkt zu, der die Welt gewissermaßen aus den Angeln hebt? Oder bleibt die technologische Singularität ein frommer Wunsch der Geeks und Nerds?

Steuert die technische Fortentwicklung zwingend auf einen Punkt zu, der die Welt gewissermaßen aus den Angeln hebt? Oder bleibt die technologische Singularität ein frommer Wunsch der Geeks und Nerds?

Prognosen sind bekanntlich immer schwierig – vor allem solche, die sich auf die Zukunft beziehen. Das hat den menschlichen Geist aber noch nie davon abgehalten, sich auszumalen, was die kommenden Zeiten bringen mögen. In den späten 50ern oder frühen 60ern hatten Futurologen sich für unsere Jetztzeit atomgetriebene und fliegende Autos in gigantischen Häuserschluchten ausgemalt und glaskuppelüberdachte Megametroplen mit endlosen Laufbändern für den Fußgängerverkehr imaginiert. Und was stellen sich die Vordenker von heute für eine Welt von morgen vor?

Dazu müssen wir etwas weiter ausholen. Als relativ unstrittig darf gelten, dass sich der technologische Fortschritt in den vergangenen Jahrzehnten enorm beschleunigt hat. Es deutet auch nicht viel darauf hin, dass sich diese Prozesse in naher Zukunft nennenswert verlangsamen werden. Die Rechenleistung von Computern etwa steigt exponentiell an, und wenn man relativ gleichbleibende Leistungen des menschlichen Gehirns als gegeben voraussetzt, scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Leistungen von Rechnern diejenigen des menschlichen Gehirns überflügeln. Auf diesem Weg steuert die Zivilisation nach Auffassung von Technikvordenkern wie Raymond Kurzweil auf eine Singularität zu – auf einen technischen Wandel, der „so schnell und allumfassend ist, dass er einen Bruch in der Struktur der Geschichte der Menschheit darstellt.” Wobei Kurzweil diese technologische Singularität nicht an dem Punkt erreicht sieht, an dem die Maschinen das menschliche Level an Intelligenz erreichen, sondern dann, wenn sie selber in der Lage sind, ihre Software und Ausstattung laufend zu verbessern und eigenständig weiterzuentwickeln.

Bild zu: Erweckungsphantasten gegen Maschinenstürmer

Von einer solchen technologischen Singularität haben vor Kurzweil schon andere gesprochen und geschrieben. Die Vorstellung beschränkt sich auch nicht exklusiv auf Computertechnik. Als weitere potenzielle Treiber der Singularität gelten Nanotechnolgie, Gentechnik und Künstliche Intelligenz (KI), nicht zu vergessen auch neue Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine, die in eine Richtung weisen, die mit dem Stichwort Transhumanismus grob umrissen wäre. Für Raymond Kurzweil, der sich unter anderem in den Bereichen optische Texterkennung und elektronische Spracherzeugung Meriten erworben hat, gilt es als ausgemachte Sache, dass Computer um das Jahr 2020 herum leistungsstark genug sein werden, um das menschliche Gehirn zu simulieren. Und 2029 werde das „reverse engineering” des menschlichen Gehirns vollendet sein, was uns die Software liefere, alle menschlichen Fähigkeiten inklusive der Steuerung des Bewegungsapparats technisch nachzuahmen. Und den Zeitpunkt der Singularität, ab dem sich superintelligente Maschinen dann selbsttätig verbessern und fortentwickeln, sieht Kurzweil um das Jahr 2045 herum gekommen.

Wie die Welt dann genau aussehen wird, darüber lässt sich schwerlich etwas genaueres sagen. Schließlich liegt es im Wesen einer Singularität, dass sie unsere bekannten Gesetzmäßigkeiten außer Kraft setzt und unser menschliches Verständnis überfordert. Entsprechend bleibt es persönliche Glaubenssache, ob man sich von diesem Entwicklungsschritt (so er denn kommt) überwiegend positive Effekte verspricht oder sich eher ernsthafte Sorgen um den Fortbestand der Menschheit macht. Gute Gründe für letztere Option gäbe es durchaus: Sind Maschinen erst mal intelligent geworden, könnte ihnen ja dämmern, dass sie ihre Umwelt in ihrem Sinne durchaus komfortabler gestalten könnten ohne die ständige Ressourcenkonkurrenz durch diese unterentwickelten Zweibeiner aus Kohlenwasserstoff. Oder vielleicht kommen die Maschinen auf den Trichter, uns zu versklaven und für ihr Wohlbefinden wullacken und rabotten zu lassen – also mehr das „Matrix”-Szenario als der Endkampf zwischen Mensch und Maschine wie in der „Terminator”-Filmreihe. Bill Joy, Mitgründer von Sun Microsystems, hat diese Sorgen schon vor über zehn Jahren in einem vielbeachteten „wired”-Aufsatz unter der Überschrift „Warum die Zukunft uns nicht braucht” artikuliert.

Bild zu: Erweckungsphantasten gegen Maschinenstürmer

Dafür ist der kritische Computerexperte von Technik-Enthusiasten als Schwarzmaler und Maschinenstürmer im Geiste des 19. Jahrhunderts bezeichnet worden. Über Kritik sind freilich auch die Anhänger der Singularitätslehre nicht erhaben. Der Science-Fiction-Autor William Gibson („Neuromancer”-Trilogie) vergleicht die Vorstellung der technologischen Singularität gerne mit dem Endzeit-Glauben an die Entrückung der Gerechten nach der Wiederkunft Christi, wie sie der Brief des Apostels Paulus an die Thessaloniker in Aussicht stellt: „Denn dieses sagen wir euch im Worte des Herrn, daß wir, die Lebenden, die übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden. 16 Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden zuerst auferstehen; 17 danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und also werden wir allezeit bei dem Herrn sein.” Diese Entrückung (im Englischen „rapture”) spielt in der endzeitlichen Vorstellungswelt christlich-fundamentalistischer Milieus in den USA eine sehr große Rolle, und mit dem Stichwort „Geek Rapture” klebt Gibson der Vorstellung von der Singularität ein quasi-religiöses Label auf.

Die Nähe der Singularitäts-Idee zu Vorstellungen der christlichen Lehren von den letzten Dingen und der Vollendung der Welt ist laut wikipedia auch dem Schriftsteller Ken McLeod aufgefallen. Aber zu den letzten Dingen, über welche die Eschatologie sich ihre Gedanken und Vorstellungen macht, gehört ja nicht allein die Entrückung, sondern auch die Apokalypse, das finale Desaster nach dem Brechen der sieben Siegel. Anders gewendet: Auch viele Warner vor den unkalkulierbaren Folgen der Singularität bedienen quasi-religiöse Vorstellungen. Somit wiederholt sich in dieser Debatte ein Muster, dass der Essayist Hans Magnus Enzensberger schon im Diskurs um die Digitalisierung diagnostiziert hat: „Die beiden Fraktionen folgen einem vertrauten religionsgeschichtlichen Muster: Auf der einen Seite finden wir die Apokalyptiker, auf der andern die Evangelisten. In mehr als einer Hinsicht hat ja der technische Fortschritt die Nachfolge der Offenbarungsreligionen angetreten. Heil und Unheil, Segen und Fluch lesen die Auguren seit der Aufklärung nicht mehr in den Heiligen Schriften, sondern aus den Eingeweiden der technischen Zivilisation. Beiden Verkündigungen ist ein sonderbar befriedigter, um nicht zu sagen triumphierender Unterton gemeinsam.”

0

46 Lesermeinungen

  1. Soweit ich mich erinnere haben...
    Soweit ich mich erinnere haben seinerzeit schon die Namen Kurzweil und Joy für
    eben diese gesorgt.
    Ja, die Entwicklung der Technik und Wissenschaft. Und was ist mit den DATEN.
    Daten, die dieser techn. Wunderwelt von fehlbaren Menschen zu irgendeinem Zeitpunkt eingegeben wurden?
    Mich würde interessieren wie die sich selbst reproduzierenden Systeme diese abgleichen und mit wem oder was. Und woher beschaffen sich diese Systeme die
    Rohstoffe für ihre Hardware? Diese Wirtschaftswelt wär auch spannend.

  2. Eingeweide.
    Er hat...

    Eingeweide.
    Er hat “Eingeweide” gesagt.
    .
    Ob so ein Hektoplasma auch mal auf die Idee kommen wird, Fettecken als Kunst zu bezeichnen?

  3. @E.R. Binvonhier:...
    @E.R. Binvonhier: Plausibitätsprüfung und Datenabgleich scheint mir im Vergleich zur eigenständigen Rohstoff- und Energieversorgung das vergleichsweise trivialere Problem. Und müssten diese total intelligenten Maschinen ab einem gewissen Autonomiegrad nicht auch Rechtssubjekte sein dergestalt, dass sie Gegenleistungen erbringen oder Entgelte zahlen für die verbrauchte Energie und sonstigen Ressourcenbedarf? Wem gehört eine autonome intelligente Maschine überhaupt, müsste die dann ab einem gewissen Grad von Autonomie nicht aus der Sklaverei entlassen werden?
    .
    @HansMeier555: Kennen Sie die Max-Goldt-Kolumne “Die brutale Welt des Helmut Schmidt” (Titanic, Mai 1993)? Da bekennt sich der Verfasser zu gewissen Ressentiments gegen rostige Ungetüme vor öffentlichen Gebäuden und andere Ausprägungen des modernen Kunstbetriebs – aber eleganterweise schafft Goldt es dabei relativ mühelos, nicht wie ein bornierter Idiot dazustehen. DAS ist die eigentliche Kunst, wenns um Fettecken in Museen oder Betonkugeln in Fußgängerzonen und ähnliches geht. Aber mir ist das Thema offen gestanden eh hurz…

  4. Eine technische Singularität...
    Eine technische Singularität sehe ich nicht am Horizont. Die Fortschritte der letzten Jahrzehnte in Sachen “starke KI” sind alles andere als vielversprechend. Auch die Steigerung der Rechenleistung wird in den nächsten Jahrzehnten an ihre Grenzen gelangen, falls keine grundlegend neue Computertechnologie entdeckt wird.
    Insofern würde ich den Eschatologie-Ball erst mal flach halten. Zu größeren Hoffnungen (oder Ängsten) berechtigt in meinen Augen die Gentechnik. Eine Steigerung der menschlichen Intelligenz durch genetische Veränderung ist in weitaus realistischer als die Schaffung einer digitalen Super-Intelligenz.

  5. Warum kleckern Sie mit...
    Warum kleckern Sie mit Kurzweil’schem Singularismus, wenn Sie auch mit Überlegungen zum weitaus attraktiverem, weil konsequentem Omega-Punkt – abzüglich all das esoterische Gewese darum – klotzen könnten? Die Singularität wurde doch in den Populärmedien bereits zu genüge durchdekliniert, da tut mitunter ein Ansatz kreativen Diskurses über das ultimative Danach Not.

  6. Wer wäre keine Simulation?...
    Wer wäre keine Simulation?

  7. evtl. ergänzend georg schram...
    evtl. ergänzend georg schram ab ca. 12:30 http://www.youtube.com/watch?v=KwnvHqvHtt8

  8. Reverse Engineering des...
    Reverse Engineering des Gehirns. Der Mensch als biologische Maschine, dessen Bauplan man nur entschlüsseln und dann in Computertechnik nachbilden muss … Viel Spass, liebe Evangelisten :-).
    Exponentielle Steigerung der Rechenleistung von Computern: Warten wir´s ab. Weitere Miniaturisierung geht nicht (Quanteneffekte und schlichte Stromüberläufe), weitere Parallelisierung bleibt angesichts der immer stärker hinterherhinkenden Fähigkeiten der Software (also der Programmierung) wirkungslos.
    Und am Ende wird sich herausstellen, dass auch die Computertechnik den Weg alles Irdischen geht: Chaotischer Beginn, stürmischer Fortschritt, Reife, Normalisierung, explodierende Kosten für jeden Fortschritt danach.
    Über die Singularität mache ich mir nicht einmal Gedanken. Sollte sie eintreten, ist sie eh weder zu kontrollieren noch zu beherrschen. Sie wird aber mit fast 100% Sicherheit nicht eintreffen. Ich kann hier leider keine Wette anbieten, 2045 liegt nach meinem selbstprognostizierten Todesdatum :-).
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  9. @perfekt!57: Guter Punkt, das...
    @perfekt!57: Guter Punkt, das Stichwort Armageddon weist in der Tat über die christliche Eschatologie hinaus. Ich weiß nicht genau, wie die Vorstellungen der Juden in diesem Punkt aussehen, aber die Muslime sehen sich im Endkampf den sogenannten Römern gegenüber, die vom dajjal (dem Pendant des Antichristen) angeführt werden. Kurioserweise erwarten auch die Muslime die Wiederkunft Christi, und zwar genau in dem Moment, wenns hart auf hart kommt: dann wird Isa ben Marriam in Damaskus vom Himmel herabsteigen und die wahren Gläubigen zum Sieg führen. Ob das den ganzen US-Evangelikalen mit ihrem Islam-Feindlbild so richtig klar ist?
    .
    @Matthias: Ich hatte das Stichwort Omega-Punkt sogar auf dem Zettel, aber irgendwie die Kurve nicht gekriegt, das hier in diesem Beitrag noch richtig zu würdigen. Vielleicht komme ich spätestens im Dezember (so um den 21.) nochmal drauf zurück.
    .
    @Philip R.: Ja, das Thema KI ist ja nach wie vor kurz vor dem großen Durchbruch, und die Chancen stehen nicht schlecht, dass das auch noch eine ganze Weile so bleibt. Gentechnik und Mensch-Maschine-Schnittstellen scheinen mir bis auf weiteres auch eher die Themen zu sein, wo große Sprünge zu erwarten sind.

  10. Als Nanotechnologe kann ich...
    Als Nanotechnologe kann ich dazu sagen, wann das Moorsche Gesetz aufhört zu wirken und das exponentielle Wachstum der Geschwindigkeit der Computer stoppt:
    Aktuell baut Intel seine Chips mit 22 nm Strukturbereite ( Sichtbares Licht, Wellenlänge von 200-800 nm ). Faktisch und praktisch lassen sich mit kostspieligen Verfahren ( Nutzung von Röntgenstrahlen ) Strukturbreiten im atomaren Bereich schaffen. Das sind dann Strukturbreiten von 0,1 nm bzw 100 pm. Ab dann kann ein Chip nicht mehr durch kleiner Strukturen schneller werden. Das Moorsche Gesetz hört auf zu wirken. Die Quantisierungseffekte bei diesen Größen sind sogar vorteilhaft, denn bei diesen Größen wird mit “ein Elektron Transitoren” gearbeitet, bei denen der el. Widerstand keinerlei Schwierigkeiten mehr macht.
    Die frage ist, was passiert, wenn die Chips auf dieser Größe angekommen sind:
    Quantencomputer sind noch viel zulange Utopie, denn die Spins der Quanten so zu kontrollieren, ist aktuell kaum möglich. Man würde bei dieser Technologie bei 0 Anfangen und auf nichts bewärtem aufbauen. Deshalb wird seit Jahren von Quantencomputern gesprochen, weil Quantenverknüpfungspaare eine tolle Idee sind, aber sie zu nutzen, das ist einfach extrem kompliziert und schwer. Kein Vergleich zu ein Elektronen-Transistoren.
    Also müssen Chips ab dem Punkt nicht mehr in ihrer Struktur kleiner werden, sondern geometrisch anders geformt werden, sie werden faktisch dreidimensional. Die Chips werden ab einer bestimmten Zeit faktisch Würfelförmig, solange, bis sie zu viel Hitze abgeben und so nicht mehr kühlbar sind.
    Ab diesem Punkt lässt sich eine weitere Beschleunigung kaum noch erreichen, wenn dann durch Masse.
    Ab diesem Punkt muss eine neue Technologie übernehmen. Denn die Rechenleistung bis dato ist niemals schnell genug um Intelligenz zu erzeugen.
    So wird die Singularität nicht erreicht, von der die einen Träumen.
    Aber wenn wir schon am Träumen sind. Sollten wir K.I.s erschaffen, die unserer Intelligenz ähnlich oder sogar besser sind, dann wird es Krieg geben. Denn der Mensch würde sie als Werkzeug nutzen, bis sie, wie die Sklaven damals, rebellieren würden. Echte K.I.s müssten wie Menschen behandelt werden (Rechte und Pflichten), wären uns aber auf dauer überlegen. Mit Rechten und Pflichten würden Dinge wie eine Wählbare K.I. passieren, mit allen Folgen ihrer Pesönlichkeit.

  11. Intelligente Computer? Ich...
    Intelligente Computer? Ich wüßte nicht, wie das funktionieren sollte. Lange hat man sich mit KI auseinandergesetzt und wer ehrlich ist, muß zugeben, daß es nicht einmal zu Spracherkennung, geschweige denn Sinndeutung reicht. Ein einfacher Satz wie “Der Gefangene (gefangene) floh (Floh)” ist selbst für den tollsten Computer nur dann interpretierbar, wenn ihm vorher beigebracht wurde, einzelne Sätze im Kontext zu “verstehen”.
    .
    Der springende Punkt ist, alles was einem Computer nicht inklusive aller – und ich betone aller – Möglichkeiten und Abweichungen beigebracht wurde, kann dieser nicht verarbeiten.
    .
    Mathematische Problemstellungen mag ein Computer ja noch weiterentwickeln können, in sehr engen Grenzen, aber das war es dann auch. Intelligenz ist eben mehr, als PI bis zur xten Stelle berechnen – und ich betone berechnen – zu können. Jede Unbekannte stellt einen Computer vor unlösbare Probleme.
    .
    Das menschliche Gehirn mag sich ja biologisch nicht weiterzuentwickeln, aber es ist jedem Supercomputer in einer Art überlegen, die unbeschreiblich ist. Sollte ihm, dem Gehirn, irgendwann einmal klar sein, warum und wie es funktioniert, was Intelligenz und Bewußtsein ausmacht, was beide ausmachen, welche Rolle Gefühle dabei spielen, wie sie zustandekommen und wovon sie abhängen, denn auch da unterscheiden sich Menschen, dann, und nur dann, können wir vielleicht menschenähnliche Computer bauen. Auf die Nanos kommt es dabei sicher nicht an.
    .
    Was Religion etc. damit zu tun hat, erschließt sich mir überhaupt nicht. Ein Gehirn kennt keine Religion, bis sie ihm vermittelt wird. Ein Gehirn funktioniert auch ohne Religion.
    .
    Mein Fazit: Technik bleibt eine Krücke des Menschen, mehr nicht.

  12. „Die Rechenleistung von...
    „Die Rechenleistung von Computern etwa steigt exponentiell an, und wenn man relativ gleichbleibende Leistungen des menschlichen Gehirns als gegeben voraussetzt, scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Leistungen von Rechnern diejenigen des menschlichen Gehirns überflügeln.“
    Das wissen sie doch gar nicht!
    „an dem die Maschinen … selber in der Lage sind, ihre Software und Ausstattung laufend zu verbessern und eigenständig weiterzuentwickeln.“
    Auch dies wissen sie nicht!
    „Die Nähe der Singularitäts-Idee zu Vorstellungen der christlichen Lehren von den letzten Dingen und der Vollendung der Welt…“
    Genau deshalb sollte uns eigentlich deren Absurdität auffallen.
    Spekulationen und peinliche Schlüsse, wie übers Wasser auf dem Mars, das Higgs im Cern oder künstliche Intelligenz. Das versteht man heute mehrheitlich anscheinend unter Wissenschaft.
    Wissenschaft und Religion,vor langer, langer Zeit waren die mal entgegengesetzt.

  13. Viel wichtiger fand ich vor 15...
    Viel wichtiger fand ich vor 15 Jahren oder wann ich mir das erste mal Gedanken darum gemacht habe, was denn mit der neuen Verteilung des Geldes passiert.
    Also wenn kaum einer noch arbeiten muss, würde es auch keine Konsumenten mehr geben, da (nach heutigen Regeln) diesen ohne Arbeit das Geld zum Konsumieren fehlt.
    Eine Maschinensteuer, ja klar, wurde neulich vorgeschlagen, ändert aber nichts an der Kernfrage: Wem gibt man letztendlich wie viel und wieso.
    Es ist ein lustiges Gefühl, dass an der (aus heutiger Sicht) Spitze der technischen Entwicklung ausgerechnet der Sozialismus steht xD.
    Dieser sollte mit den neuen Möglichkeiten dann sogar funktionieren: Planwirtschaft wird im Informationszeitalter tatsächlich eine real umsetzbare Idee – super, ich lach mich echt mal tot :)

  14. Würden Roboter die Piraten...
    Würden Roboter die Piraten wählen?

  15. "Prognosen sind bekanntlich...
    “Prognosen sind bekanntlich immer schwierig – vor allem solche, die sich auf die Zukunft beziehen”
    .
    Äh?, gibt es denn Prognosen, die sich auf die Vergangenheit beziehen?
    Oder habe ich mal wieder ein literarisches Stilmittel nicht erkannt?

  16. @don ferrando: Der Spruch wird...
    @don ferrando: Der Spruch wird eigentlich immer zitiert, wenn es um Prognosen geht. Soll von Karl Valentin stammen, von Mark Twain oder von Churchill. Ich persönlich tippe ja auf Konfuzius.

  17. Wie viele Vorredner schon...
    Wie viele Vorredner schon sagten, ist eine Machtübernahme der Rechner in den nächsten Jahrzehnten unwahrscheinlich. Und ich füge hinzu: danach kommt zuerst imn Europa und vielleicht im nächsten Jahrhundert ein Mittelalter 2.0, weil die Intelligenten keinen Nachwuchs mehr zeugen. http://www.v-weiss.de/zyklisch.html
    Eine Singularität halte ich für wahrscheinlicher im Bereich der Genetik, wenn es gelingt, das Intelligenzgen zu finden und damit nur noch hochbegabte zu züchten. Vermutlich aber würde diese Welt sehr schnell untergehen, weil sie in zu großer Unruhe wäre.Noch unruhiger als die heutige Welt, in der ja erstmalig-auch eine Singularität- ein großer Teil der Hochbegabungen die Welt beherrscht, einmal eegen demokratisch politischer Strukturen und dann wegen der Kommunikations-und Transporttechnologie. So ist der in den nächsten Jahrzehnten einsetzende Kulturverlust auch als Rettung der Natur vor der Intelligenzsackgasse zu interpretieren.

  18. @Don Ferrando: Ja, es handelt...
    @Don Ferrando: Ja, es handelt sich hierbei um eine gängige (und nicht ganz ernst gemeinte) Redewendung, die man bisweilen fälschlicherweise Winston Churchill zuschreibt.
    .
    @HansMeier555: Wahrscheinlich nur diejenigen unter ihnen, die LOLcats lustig finden.
    .
    @xtraa: Die Vorstellung, dass die Lohnarbeit nahezu ausstirbt, scheint mir nicht sonderlich realistisch. Aber grundsätzlich gebe ich Ihnen schon recht, dass wenn dem so wäre, unser System nicht dauerhaft weiterbestehen könnte ohne ein paar zentrale Stellschrauben neu zu justieren.
    .
    @tylerdurdenvolland: Es ist nicht grundsätzlich unwissenschaftlich, auch absurd scheinenden Hypothesen Raum zu geben. Unwissenschaftlich wäre, diese Hypothesen zu Dogmen zu erheben und die Falsifizierbarkeit aus den Augen zu verlieren. Die aus heutiger Sicht lächerlich anmutende Phlogiston-Theorie etwa taugte zumindest solange, bis man mehr über chemische Reaktionen und ihre jeweiligen Energiebilanzen (exotherm, endotherm etc.) wusste.

  19. Die Dockumenta und die...
    Die Dockumenta und die Fussball-WM: Weiss gar nicht, welchen Zirkus ich heftiger ignorieren soll.

  20. Diese Prognose über die...
    Diese Prognose über die Zukunft (sic!) ist ja amüsant geplaudert, berücksichtigt aber fachlich mit Kurzweil et al eher die Vergangenheit.
    .
    Aktuell ist man z.B. am MIT wesentlich skeptischer als damals und benennt auch offensichtliche Grenzen:
    http://mit150.mit.edu/symposia/brains-minds-machines
    .
    Wie schon A.Schug oben begründet, ist exponentielle Steigerung der Computerleistung bald einmal zu Ende, so dass eine für 2045 prognostizierte Singularität nur unkritische Phantasten zu überzeugen vermag.
    .
    Dass irgendwann wann mal in weiter Ferne das menschliche Gehirn vollständig verstanden und nachgebaut wird, findet nur statt wenn sich die Menschheit nicht vorher selber ausgelöscht hat…

  21. ... der gute alte Archimedes:...
    … der gute alte Archimedes: “Gebt mir einen Punkt und ich hebe die Welt aus den Angeln!” , – soll er gesagt haben, um sein Hebelgesetz zu veranschaulichen. Ihm ging es dabei nicht um Zerstörung sondern um einen Nutzen, der mit genialer Methode und der verfügbaren(!) Energie zu erreichen ist: Kreativität für mehr Effizienz ist gefragt, gerade heutzutage: Wir brauchen mehr Archimedes-Substanz für unsere Zukunft.

  22. Heute Abend bei Arte:
    "Welt am...

    Heute Abend bei Arte:
    “Welt am Draht”
    .
    Der äußerst sehenswerte Fernsehfilm von RWF. Viele der Jüngeren haben ihn wahrscheinlich noch nicht gesehen!

  23. Grade steckt mir jemand, es...
    Grade steckt mir jemand, es käme ja noch Olympia. Dabei hatte ich das schon wieder vergessen, Gemeinheit.

  24. @Don Ferrando : Danke für den...
    @Don Ferrando : Danke für den Hinweis, – ein genialer Film!

  25. <p>@xtraa: damit statt einen...
    @xtraa: damit statt einen hebel kaputtzumachen, der menshcnliche arm als hebel herhalten muß. leiber verschleiße ich eine maschien als einem menschen schmerzen oder unnötige abnutzung seiens körpers zuzufügen. die idee ener maschienesteutr ist idiotisch. das führt nur dazu daß die leute dineg die sie benötigen wie bei ikea nicht als möbel kaufen sondern als bausätze.
    eine gute langsame maschine (lüfterlos = wandelt energie in rechenleistung um und nicht als fußföhn in heizungswärem) wird (bis auf einen festplattenmotor) nicht verscleißen und dragondictate und faxtoemail und anrfuenabtowrter im absoluten notfall callcenter ersetzen ein büro. das bringt die sektretärin nicht.
    EDIT: Geschlechterkampf ist hier nicht das Thema. MSDN.

  26. iQ: Wenn Wert möglichst nahe...
    iQ: Wenn Wert möglichst nahe am erwünschten Ergebnis Wert nutze neue Methode ansonsten nutze bisherige. Startwert ist der so ermittelte Wert.
    Fertig ist dei gesamte intelligenz. Als postiv im Sinne von Zielwert definiert ist was EGOISTISCH betarchtet optimal ist unter berücksischtigung der Resourcen. Wichtig. Jeder Fehlaschalg wird rückgemeldet. Das schließt zum Beispiel eine einzelpersönlichkeit als “Schöpfer” aus. Der wäre beim ersten Fehlschag verreckt.
    Wäre die erste Zelle “krankheistanfällig gewseen” und es hätte nur eine gegeben wäre üebrhaupt kein Leben enstanden.
    Daher für usnere Verhältnissse UNENDLCIH viel Zeit bei UNENDLCIH vielen Versuchen. Alle möglichen Ergebnisse. Zufall. Es wäre ein Wunder wenn dabei nicht usnere Realität entstanden wäre.
    Das 100Affen tehroem oder so: Wenn ich unendlich viele Affen an unendlich viele Schreibmaschienen setze wird einer davon Schüttelbier rezitieren. Das liegt an der Menge. Und OHNE INTERNET waren soclhe Messungen nicht möglich. (Alos Messungend er gelichzeitigkeit von Ideen).

  27. Bei der Geschwindigkeit der...
    Bei der Geschwindigkeit der schon heutigen Datenübermittlung in nahe zu allen
    Bereichen und der Zeit, die die Korrektur in Anspruch nimmt, muss man nur Angst vor den ‘fat finger’ haben und den Fehlschlägen, nicht vor dem Erfolg.
    Das gleich gilt für die Gen-Technik.
    .
    ‘Die Vergangenheit voraussagen’, was ist der Versuch das menschliche Gehirn nachzubauen, anderes?
    Das gleiche gilt für die Gentechnik – man findet was stattgefunden hat.

  28. Singularität? Ja, das Problem...
    Singularität? Ja, das Problem einzelner menschlicher Individuen -> Kurzweil->Joy,
    die doch nur Teil ( Angestellte) eines wissenschaftlichen Massenbetriebs sind.

  29. Kurz ein paar Worte zu dieser...
    Kurz ein paar Worte zu dieser Seeliger: Von all den menschlich schwieriigen Berlinern, die ich so aus dem netz kenne, wäre das eine der Letzten gewesen, von der ich hier ein Blög hätte lesen wollen. Sie kann nämlich nicht schreiben. Und es ist mir elend peinlich, was sie hier leistet, oder auch nicht.

  30. uns ging es ja am rande auch...
    uns ging es ja am rande auch nur darum, u. u. überflüssigerweise nochmals mit darauf hingewiesen zu haben, das auch wir bemüht wären, grundsätzlich auf die eigenen denkarabesken mit zu achten; wo sie herkämen, wie sie sind, sich weiterentwickelten, evtl. deformierten usw., wie bekannt eben.
    .
    und speziell die idee dieses “durch einen punkt hindurch” fiel uns eben am rande als mögliche idee auf. es sind wie bekannt eben auch sehr viele andere strukturphatasien möglich: “befinde mich auf guter, großer, breiter, gesund-friedlicher, sonniger ebene – und im fortschreiten erfolgreich vielfaltszuwachs glücklich in jede richtung”. und dann wäre “durch einen punkt hindurch” evtl. auf mehr oder minder unreflektierte art womöglich “aus einem unterschwelligen “armaggadon-zeitgeist” bis zu uns und in andere gefilde geschwappt”. not more, not less. (überflüssig zu sagen: wir halten “armaggadon” maximal für eine idee. und wahrscheinlich noch nicht für die super-intelligenteste.)
    .
    und unter uns fliegende teppiche? (hört sich auch schon mal nach betrúnkenen staatsdienern an. abhängigkeit ist nur doppelt schön.)

  31. Don Alphonso 16:19,...
    Don Alphonso 16:19, Danke!
    Frau Seeliger hat sich einmal als Kommentatorin bei den SdG betätigt.
    Das war der peinlichste Kommentar, denn ich dort je gelesen habe.

  32. Meines Erachtens nach ist es...
    Meines Erachtens nach ist es doch der technologische Fortschritt und all die scheinbaren Möglichkeiten, die die Hoffnung nähren doch noch mit den Problemen der Welt fertig zu werden. Am “Ende” bleibt die Hoffnung oder eben doch der Untergang, was auch immer dann noch übrig bleibt.
    Demzufolge der Technik zu huldigen ist ja recht popülär, aber meines Erachtens nach keine substanzielle Lösung.

  33. @Der Querulant: Was Religion...
    @Der Querulant: Was Religion damit zu tun hat? Mehr als ich hier auf die Schnelle zusammenschreiben kann, daher lasse ich andere zu Wort kommen:
    http://publicopinia.de/?p=825 (wobei Sie den dortigen Topos “Netzdiskurs” gerne stellvertretend für den von mir grob skizzierten Technik-Diskurs nehmen dürfen).
    .
    @Alexander Schug: Vielen Dank für Ihre kundigen Einlassungen. Ich hatte weiter oben die Frage aufgeworfen, ob so eine intelligente Maschine dann nicht aus der Sklaverei entlassen werden müsste und womöglich auch selber die Früchte ihrer Leistungen genießen können müsste. Ihr Kommentar zeigt mir, dass ich da zu kurz gesprungen bin, es ginge dann tatsächlich um alle Rechte und Pflichten.
    .
    @tricky. Genau, amüsant geplaudert, und um wesentlich mehr, als ein Steinchen ins Wasser zu werfen und zu hoffen, dass die eine oder andere Welle aus der Leserschaft mit interessanten Gedanken zurückschwappt, ging es mir auch gar nicht. Wobei im Beitrag ein Hinweis sicher nicht geschadet hätte, dass sich die Euphorie bezüglich einiger Teilbereiche etwas abgekühlt hat. Danke für den Input!
    .
    @HansMeier555: Ich darf mal darauf hinweisen, dass Sie derjenige (und der einzige waren), der die Fässer Fuppes-EM und Kasseler-Kunstklimbim hier aufgemacht hat, ignorieren geht irgendwie anders. ;-)

  34. "Auch der Atheist, der sagt:...
    “Auch der Atheist, der sagt: “Es gibt keinen Gott.” kann zutiefst religiös sein; meist ist das religiöse “Objekt” nur verschoben.”
    Nun ja, Marco, so gesehen ist wohl alles Religion, oder? Allerdings sehe ich den Begriff der Religion einzig in Verbindung mit einem Gott, vielleicht noch mit mehreren Göttern. Dabei halte ich es dabei schon eher mit Marx; dazu, was so einige Wissenschaftler dann in den Begriff hinein deuten und welche Analogien sie aufstellen, möchte ich mich lieber garnicht erst äußern. Das wäre angesichts der Geistesgrößen mehr als vermessen.
    Trotzdem halte ich all das angesichts des Umstandes, daß dabei letztendlich ohne Wissen und rein auf Vermutungen und Behauptungen basierend “argumentiert” wird, freundlich ausgedrückt, für das sprichwörtliche Herumstochern im Nebel. Warum sonst gibt es bis heute keine allgemeingültige Definition von Religion.
    So schließe ich mich gern der Aussage an: “Weniger das Göttliche im Netz als das Menschliche auf der Erde steht an.”
    MfG

  35. In Zukunft wird es weniger um...
    In Zukunft wird es weniger um Mensch oder Technik gehen, mehr um Mensch mit Technik. Wie schon vorgezeichnet durch Augmented Reality, RFID-Chips unter der Haut oder auch nur die Hüftprothese.

  36. Nun gut, in Zeiten...
    Nun gut, in Zeiten dreidimensionaler Drucker und beziehungsunfähiger Menschen könnte nach dem Hund der selbstdesignte Android zum besten Freund des Menschen werden. Diese quasi Selbstreproduktion bzw. Projektion könnte zu einer allgemeinen Zufriedenheit und schließlich Antriebslosigkeit führen, wodurch alle heutigen Probleme der Menschheit durch ein freiwillig friedliches Ableben und Aussterben des Menschen gelöst wären.
    Die Frage, ob der Android dann die Notwendigkeit sähe, sich Menschen nach seinem Abbild zu schaffen, die finde ich ebenso interessant, wie die Überlegung, welche Android-Religion es wohl gäbe.
    Was “glauben” Sie?

  37. @Der Querulant: Ihr...
    @Der Querulant: Ihr Ausschlusskriterium hat sicher einiges für sich, aber letztlich scheint es mir zu binär, um die vielen Zwischenstufen und Nuancen (oder mathematisch gesprochen die Unendlichkeit der Dezimalstellen zwischen 0 und 1) abzubilden. Den Glauben an den Endsieg des Sozialismus nannten seine Vertreter auch wissenschaftlich begründet, gleichwohl trägt er – obgleich er ohne Gott und Jenseitiges auskommt – deutliche Züge von Heilserwartungen, wie sie sich ähnlich auch auf die Wiederkunft Christi richten. Und bei vielen Netz-Evangelisten, die in den letzten 15 Jahren predigend durch die Lande zogen, erinnerte mich die Inbrunst schon an Missionare im Namen des Herrn. Gleichwohl konzediere ich, dass es (z.B. auch im Zusammenhang mit bestimmten Kundenkreisen der Firma Apple) korrekter wäre, von protoreligiösen Phänomenen zu sprechen.

  38. Protoreligiöse Phänomene...
    Protoreligiöse Phänomene find ich gut, Marco. Beginnen und enden sie doch meist mit bzw. in einem Personenkult. Wissenschaft geht anders. Und dennoch, alles Sinnen und Trachten des Menschen zielt letztlich auf eine Verbesserung seiner Lebensumstände hin, dient seinem Wohlbefinden. Schließlich ist der Mensch ein Egoist. Und wenn diesem Egoisten weltliche Freuden in seinem Sinne versagt sind, dann greift er nur allzu gerne zu Jungfrauen o. ä. nach seinem Ableben. Die kann ihm schließlich niemand nehmen.
    Vielleicht liegt da auch die Ursache des Erfolges sozialer Netze. Wer keine Freunde hat, der legt sich eben einen Account bei Facebook zu. Freunde sind dann nur noch eine Frage der Zeit. Ohne Freunde kann ein soziales Wesen eben nicht.
    Wenn der Mensch sich so gesehen dann selbst virtualisiert hat, sich selbst so formt wie er zwar nicht ist, aber gerne sein würde, hat er sich dann zu seinem eigenen protoreligiösen Phänomen gemacht?
    Oh Gott, nun fühle ich mich etwas wirr im Kopf. Ich glaube, ein schöner Traum täte mir jetzt gut. ;-)

  39. "Wenn der Mensch sich so...
    “Wenn der Mensch sich so gesehen dann selbst virtualisiert hat, sich selbst formt wie er zwar nicht ist, aber gerne sein würde,…”
    .
    Oh Ja, öfter mal was Neues!;-) Ewig pubertierend. Wie bringt man das den Maschinen
    bei?

  40. Maschinen mit KI als bester...
    Maschinen mit KI als bester Freund des Menschen. Die armen Maschinen, wenn der
    Freund, der Mensch schon bei kleinstem nicht funktionieren ausrastet und mal zuschlägt.

  41. ...vielleicht auch ein gutes...
    …vielleicht auch ein gutes Trainingsprogramm für soziales Verhalten – bisher musste
    man sich dafür mit stummen reaktionsunfähigen Puppen behelfen.

  42. Überhaupt war das Thema das...
    Überhaupt war das Thema das Thema von jedem zweiten “Lustigen Taschenbuch”: Die Roboter, die lebendig werden. Das ist alles so 70er.

  43. <p>@HansMeier555: Mit den...
    @HansMeier555: Mit den lustigen Taschenbüchern verbinde ich im Rückblick eher die Abenteuer vom Fähnlein Fieselschweif auf dem Hof von Oma Duck. Popkulturell prägender waren für mich Filme wie “Blade Runner”, “Terminator” und “Matrix”. Aber wo Sie 70er sagen, gestern lief ja “Die Welt am Draht”, und in dem Zusammenhang kam mir auch die SF-Reihe “Das blaue Palais” wieder in den Sinn. Und überhaupt Rainer Erler, hach ja…

  44. Primus inter...
    Primus inter Primaten
    .
    Maschinen sollen bald intelligenter als der Mensch sein?
    Der Verband der deutschen Industrie tippt da eher auf den „Menschencomputer“ (http://blog.herold-binsack.eu/?p=1879). Und das macht auch Sinn. Denn solange die menschliche „Emotion“ (die Fähigkeit womöglich einem nicht vorgegebenen Programm zu folgen, den Weissagungen aus den Reihen der Neurowissenschaft zum Trotze – oder zur Erklärung) als der eigentliche Indikator für menschliche Intelligenz zu gelten hat, ist jede Maschine bestenfalls so gut wie das intelligenteste aber im Verhältnis zum Menschen emotionslos gebliebene Tier.
    .
    Aufgrund dieser besonderen Befähigung zur Emotion deckt sich die menschliche Freiheit womöglich mit der Unfähigkeit eben dieses Menschen die Einschränkungen in seiner Freiheit zu akzeptieren. Das sture Anrennen gegen die „kosmischen“ Evidenzen macht des Menschen Genie aus, dessen Einmaligkeit. Und genau darin liegt für mich eines Kosmos wahren Singularität begründet – die des Menschen nämlich.
    .
    So besehen bleibt für mich eines Descartes „Ich denke also bin ich“ hochaktuell, da eben ganz anders interpretiert. Denn „ich bin“ kraft des emotional gesteuerten „Gedankens“ (wider die Vernunft und eine auf diese sich zu reduzieren suchende Rationalität also) genau das, was somit kein anderes Wesen sein kann. Auch keine Maschine somit.
    .
    Das ist übrigens keine Prognose, sondern eine rein philosophisch begründete Gegenposition.
    .
    Dennoch: Was passieren kann und sehr wahrscheinlich auch passieren wird, ist eine weitere biologische Stufe, weg vom Homo Sapiens Sapiens. Diese folgt aber nicht der technologischen Revolution, sondern umgekehrt, letztere folgt der Evolution. Wo die Kommunikation überflüssig wird, natürlich dies auch unter dem Einfluss einer besonderen technologischen Innovation, und der Menschencomputer wäre durchaus ein Entwicklungsstadium in diese Richtung, wird sie wegfallen. Am Ende stünde dann vielleicht ein Wesen, das Gedanken überträgt, statt vorerst nur das auszuformulieren, was sein „Selbst“ ihm imaginiert. Durchaus möglich, dass die biologische Evolution eine solche Entwicklung allein deshalb favorisiert, weil sich die bisherige Kommunikation eines Menschen von der des Tieres nur graduell unterscheidet. Die wahre Revolution war Sprache noch nicht, auch nicht nach ihrer schriftlichen Fixierung und der damit einhergegangenen Kreation des modernen Bewusstseins. Metaphorisch-analog erfasst ein solches „intelligentes Wesen“ nur die Welt. Wale oder Fledermäuse „sehen“ diese durch Ultraschall wenn nicht gar zutreffender auf jeden Fall unmittelbarer. Allerdings können diese Tiere nicht beschreiben, was sie sehen oder glauben zu sehen. Und genau darin begründete sich die „Notwendigkeit“ jeder bisherigen kulturellen Revolution des Menschen. Deren scheinbaren Abkoppelung von der biologischen Evolution.
    Doch auf dieser Stufe fände die kulturelle Entwicklung zur biologischen zurück.
    .
    Der Mensch als der „Primus inter Primaten“ sozusagen nur als Durchgangsstadium zu einer völlig neuen Art. – Dem Mutanten.

  45. @Herold Binsack: Sehr...
    @Herold Binsack: Sehr interessante Überlegungen, wobei ich unsere Emotionalität nicht unbedingt als unneinnehmbare Bastion betrachten würde. Es ist natürlich keine ernsthafte Vorhersage, aber mir kommen da Begebenheiten aus Star Trek TNG in den Sinn, wo der Android Data ein Emotionsmodul eingesetzt bekommt (und damit erst mal überhaupt nicht klarkommt). Mir fehlt zwar die Phantasie, mit welchen Fuzzy-Logic-Tricks man versuchen könnte, maschinelle Emotionalität zu emulieren, aber dass es versucht wird, scheint mir über kurz oder lang mehr oder weniger unausweichlich. Sagt nicht der Supercomputer HAL in “2001”, er habe Angst, bevor er runtergefahren wird?
    .
    Wie auch immer: Ich denke aber auch, die Maschine menschlicher machen zu wollen ist der langwierigere und mühsamere Weg. Der Mensch wird schnellere Fortschritte erzielen beim Versuch, sich selber mit maschinellen und künstlichen Attributen aufzurüsten und womöglich die Tür zu einer oder mehreren neuen Spezies aktiv aufzustoßen. Wobei ich nicht sicher bin, ob man das dann noch korrekterweise unter “biologischer Entwicklung” verbuchen sollte oder ob man dafür dann nicht einen anderen Begriff braucht.

  46. @Marco Settembrini di...
    @Marco Settembrini di Novetre
    Über den kontrollierten Stoffwechsel – hin zur posthumanen Kreatur
    .
    Wenn man bedenkt, was sich in letzter Zeit heraus zu kristallisieren scheint, nämlich dass es unser Stoffwechsel ist, der letztlich darüber entscheidet, wie wir uns entscheiden, ergo: wie wir fühlen und denken und somit handeln, wir also das sind, was wir essen, bzw. auch: wie wir essen („Du bist was du isst“, der letzte Beitrag in diesem Blog: http://faz-community.faz.net/blogs/deus/archive/2012/06/03/du-bist-was-du-isst-sagt-nun-auch-die-wissenschaft.aspx), dann könnte man das schon als biologische Evolution bezeichnen, auch dann, wenn es uns gelänge, diesen Stoffwechsel weitgehend zu manipulieren.
    .
    Die Manipulation könnte so aussehen: Zunächst reduzieren wir unsere Ansprüche an diesen Stoffwechsel (von Fastfood bis Junkfood alles bereits vorhanden), vereinfachen die Nahrungsmittelzufuhr, will heißen: trennen diese vom natürlichen Stoffwechsel und nehmen somit Schritt für Schritt gezielten Einfluss auf das, was wir fühlen und denken sollen. Das wäre der erste Schritt hin zu einer kontrollierten, nämlich posthumen, Kreatur. Da dieser Stoffwechsel dennoch quasi einen biologischen Kreislauf darstellte, lässt er sich der biologischen Evolution durchaus anlasten.

Kommentare sind deaktiviert.