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Oans, zwoa, G’Schufa!

21.06.2012, 12:47 Uhr  ·  Das umstrittene Forschungsprojekt der Schufa im Social Web ist zwar gekippt. Aber die Frage nach der Verwertbarkeit der frei zugänglichen Datenschätze aus dem Netz drängt nach wie vor.

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Das umstrittene Forschungsprojekt der Schufa im Social Web ist zwar gekippt. Aber die Frage nach der Verwertbarkeit der frei zugänglichen Datenschätze aus dem Netz drängt nach wie vor.

Die Güllegewitter haben sich wieder verzogen, die Schufa hat ihr umstrittenes Forschungsprojekt in Sachen Facebook-Daten einstweilen abgeblasen. Aber kann die kritische Netzöffentlichkeit, deren massiver Aufschrei das Forschungsvorhaben in Kooperation mit dem Hasso-Plattner-Institut stoppte, sich jetzt eine Kerbe in den Gewehrkolben schnitzen und beruhigt zurücklehnen? Oder wäre es, wie Frank Rieger in dieser Zeitung forderte, jetzt nicht an der Zeit für eine Grundsatzdebatte?

Zumindest ist es frappierend, dass es erst die Verknüpfung mit dem Datenkraken-Mem Facebook brauchte, damit die geneigte Öffentlichkeit den sprichwörtlichen Elefanten im Wohnzimmer überhaupt mal wieder zur Kenntnis nimmt. Im alltäglichen Leben als Konsument und Kreditnehmer haben wir uns schon längst an die Durchleuchtung durch die Schufa gewöhnt, ohne die man heutzutage kein Darlehen, keinen Telefonanschluss und keinen Mietvertrag bekommt. Das Anklicken oder Unterschreiben der Schufa-Klauseln verursacht zwar ein mulmiges Gefühl, weil man nicht so recht weiß, wie die ominösen Scoringwerte zur Bonitätseinschätzung zustande kommen. Aber im Vergleich mit einer Willkürentscheidung eines Sachbearbeiters in der Bank, der uns nach der Haartracht, der Bügelfalte und dem Schuhputz beurteilt, scheint die Schufa nicht notwendigerweise das größere Übel zu sein.

Bild zu: Oans, zwoa, G'Schufa!

Wer soll diese Grundsatzdebatte also führen? Dass eine immer größere Anzahl Menschen aufgrund schlechter Scorewerte beträchtliche Einschränkungen in der Lebensgestaltung hinnehmen muss, ist zu beklagen. Aber für diese gesellschaftliche Entwicklung liefert der Schufa-Score nur ein greifbares Symptom, keine Ursache. Michael Seemann, Verdatungs-Apologet und einst auch Blogger im Dienste dieser Zeitung, sieht durchaus ein Diskrimierungsproblem. Seine Forderung lautet daher, bestimmte Aspekte der sozialen Teilhabe effektiv jeder Diskriminierungsmöglichkeit zu entziehen. Das funktioniere aber nicht, indem man die sozialen Unterschiede, wie sie der Schufa-Score aufzeigt, unsichtbar mache, vielmehr gelte es, die gesellschaftliche Teilhabe bedingungslos zu sichern. Seemanns übergreifenden Ansatz der Plattformneutralität (der vom bedingungslosen Grundeinkommen über Netzneutralität und das Recht auf Wasseranschluss und fahrscheinlosen Nahverkehr reicht) mag man für unrealistisch oder gar utopisch halten. Zumindest nimmt sein Debattenbeitrag die Problemstellung überhaupt mal zur Kenntnis. Und damit hebt er sich wohltuend ab von Einlassungen aus dem Umfeld der datenschutzkritischen Spackeria, welche die gesamtgesellschaftliche Dimension des Themas am liebsten ganz ausblenden und lieber lang und breit von Big-Data, Hadoop-Clustern und technischen Machbarkeiten schwärmen. Oder von dem vorhersehbar affirmativen Gebarme des Netzberaters Thomas Knüwer, der mal wieder den Digitalstandort Deutschland bedroht wähnt, weil Datenschützer wie Thilo Weichert die Vorlage von Schufa/HPI nutzen, um sich ins Gespräch zu bringen.

Knüwers bahnbrechende Feststellungen, dass die Schufa erstens ein privates Unternehmen ist und zweitens eine wichtige Funktion erfüllt, werden ja nicht mal von fundamentalistischen Aluhut-Ayatollahs und beamteten Datensparkommissaren bestritten. Aber dann kommt’s: „Dabei darf es nicht um Einzelfallentscheidungen gehen wie ‚Die Schufa darf das nicht‘, es geht um größere, komplexere Zusammenhänge.” Aha, wo steht denn das geschrieben, dass Einzelfallentscheidungen verboten sind, wo finde ich das im BGB, dem Grundgesetz oder dem 5. Buch Mose? Natürlich kann Internetguru Jeff Jarvis interessante Bücher darüber schreiben, was der digitale Wandel alles für Fragen aufwirft. Eine Verpflichtung, für all diese Fragen die einzige und allgemeingültige Lösung zu suchen, erwächst uns daraus aber nicht. Die Frage etwa, ob ein potenzieller Arbeitgeber Informationen aus dem privaten (aber öffentlichen) Facebook-Profil eines Bewerbers heranziehen darf zur Entscheidungsfindung bei der Jobvergabe kann man durchaus anders beantworten als die Frage, ob die Schufa Profilinformationen und andere personenbezogene Angaben aus dem Netz in ihre Bonitätsberechnung einfließen lassen sollte. Hier wäre für viele wohl eine Grenze klar überschritten, und selbst wenn das angeblich ergebnisoffene Forschungsprojekt von Schufa und HPI formaljuristisch nicht zwingend zu beanstanden wäre, ist die Schufa gut beraten, entsprechende Sensibilitäten in der Bevölkerung ernst zu nehmen.

Bild zu: Oans, zwoa, G'Schufa!

Aber machen wir uns nichts vor: Der letzte Versuch der Kreditwirtschaft, die im Social Web vermuteten Datenschätze zu heben, wird das nicht gewesen sein. In den USA (Vorsicht: Platitüdenalarm) ist man da nämlich schon etwas weiter. In einem Gastbeitrag für das US-Blog Mashable beschreibt Ken Lin, CEO beim bankenunabhängigen Kreditdienstleister Credit Karma, was heute schon so alles an Verwertbarem über die Kundschaft aus dem Netz gefischt wird und auf welche künftigen Erkenntnisinteressen sich der Netzbürger schon mal einstellen kann: „Vielen US-Bürgern wird es nicht bewusst sein, dass ihre Social-Media-Konversationen Banken und anderen Kreditoren sehr wertvolle Informationen liefern.” Diese Informationen würden in großen Datenbanken gesammelt und analysiert, um Kreditgebern Entscheidungshilfen sowohl im Marketing als auch in der Bonitätsbewertung zu liefern. Wonach genau wird also gesucht? Nach allem, was auf eine Änderung der finanziellen Verhältnisse schließen lässt (also Informationen wie Jobwechsel, Arbeitsplatzverlust etc.), wie es um das Social-Media-Umfeld finanziell bestellt ist und ob sich generell größere Umbrüche in der Lebenssituation andeuten, die zum Beispiel auf Heirat/Familiengründung und ähnliches hinweisen.

Bild zu: Oans, zwoa, G'Schufa!

Allerdings erwartet Lin im Marketing (also dem genaueren Erkennen von Kundensegmenten und die entsprechende Ansteuerung mit zielgenauen Werbebotschaften) schnellere und größere Effekte als in den konkreten Kreditvergabe-Entscheidungsprozessen. Wobei Lin offen lässt, ob das an der erzielbaren Datenqualität liegt oder vielleicht eher daran, dass eine auf Social-Media-Auswertungen basierende Kreditverweigerung schlecht zu kommunizieren wäre. Wie auch immer: Die von Christian Köhntopp geäußerte Sorge, groß angelegte Social-Media-Analyse gefährde das Geschäftsmodell und damit auch die Existenz der Schufa, teilt vermutlich nicht mal die Schufa selbst. Denn die sitzt als privilegierter Partner von Kreditwirtschaft und Handel auf einem einzigartigen Datenschatz, der sich auch aus nichtöffentlichen Quellen speist. Liegt eine Einwilligung vor, speichert die Schufa neben Name, Geburtsdatum, derzeitigen und früheren Anschriften auch Daten über Aufnahme und vertragsgemäße Abwicklung von Geschäftsbeziehungen („Positivmerkmale”) sowie Daten über nichtvertragsgemäßes Verhalten und gerichtliche Vollstreckungsmaßnahmen („Negativmerkmale”). Das sind derzeit 514 Millionen Informationen zu 66,2 Millionen Privatpersonen. Darüber hinaus erfasst die Schufa auch knapp 5 Millionen Selbständige, Freiberufler und Kleingewerbetreibende – und alle im Handelsregister eingetragenen Unternehmen.

Angesichts dieser umfassenden Durchleuchtung Deutschlands kann man sich natürlich schon fragen, ob das Abgrasen von irgendwelchen personenbezogenen Infos aus dem Netz auch ohne klaren Bezug zu irgendwelchen Transaktionen und Geschäftstätigkeiten einen erkennbaren Zusatznutzen verspricht. Aber selbst wenn nicht: Man spürt die Absicht und ist verstimmt.

 

Bild 1 und 3: Schufa Holding AG, Bild 2: Screenshot von facebook.de

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (27)
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Zum Kapital oder zur...

Zum Kapital oder zur Arbeit . Sehr guter Beitrag. Und auch die Richtung stimmt. Es geht eben nicht nur um (abstrakten) Datenschutz, sondern um (konkreten) sozialen Schutz. Es geht um Diskriminierung und Klassenprivilegien. Kredite sind die Kehrseite des Kapitals. Ohne diese keine Wertschöpfung. Und wo die Einen den Wert schöpfen, müssen die Anderen genau diesen abgeben. Man muss sich nur mal anschauen, wo und an wen Milliardenkredite vergeben werden, vermutlich ohne die Schufa gefragt zu haben, und wo diese dann sich in pures Kapital verwandeln, das gegebene Kapital weiter anhäufen helfen. Vielleicht merkt das der private Kreditnehmer nicht so deutlich, im Zweifel verzichtet man auf den neuen Fernseher, aber im Geschäftsleben entscheidet der Kredit über Sein oder Nichtsein. So entscheidet letztlich der Kredit, die Kreditwürdigkeit, das Privileg auf den Kredit darüber, zu welcher Klasse man gehört. Zum Kapital oder zur Arbeit, zum Großkapital oder zum Kleinbürgertum.

0 Thorsten Haupts 21.06.2012, 16:05 Uhr

Die Trennung von...

Die Trennung von Bevölkerungsschichten und -gruppen nimmt zu, seit Jahrzehnten. Die de facto Abschaffung der Wehrpflicht mittels Postkartenabmeldung, die Abstimmung mit den Füssen bei Schul- und Wohnungswahl, der Protest gegen Asylbewerberheime, Kindergärten und Altenheime, die Verhinderung von Müllverbrennungsanlagen oder Deponien ... Die immer stärkere "Scorisierung" von Kreditanstalten, Telefonunternehmen etc. passt exakt dazu - und dürfte eigentlich von einer Bevölkerung, die das Prinzip selbst täglich aktiv vorantreibt, gar nicht kritisiert werden. --- DASS dann die SCHUFA oder wer auch immer sich Social Media Daten vornimmt, ist neben den Grundsatzfragen ein echter Nebenkriegsschauplatz. Die Leute auf den Plattformen haben sich freiwillig nackig gemacht, sie sollten als Erwachsene aufhören, sich über zwangsläufig folgende Sonnebrände zu beschweren. Gruss, Thorsten Haupts

0 Rainersacht 21.06.2012, 16:15 Uhr

Ja, so muss man das...

Ja, so muss man das auseinanderfieseln - und nicht immer bloß pauschal rumjammern wie die Knüwers und Seemanns dieser virtuellen Digitalrepublik. Davon abgesehen: Es gibt wohl kaum eine Institution, über die derart viel Falschwissen unterwegs ist wie die Schufa. Das mag an deren katastrophalen Kommunikationspolitik liegen, vielleicht aber auch daran, dass praktisch jeder Bürger gelegentlich mit diesem Monster zusammenstösst. Tatsächlich unterliegt die Schufa aber schon seit Vor-Internet-Zeiten (Ja, es gibt eine Weltgeschichte vor dem WWW...) den Argusaugen des Datenschutzes und musste mehr als einmal Änderungen an den Methoden zur Bonitätsberechnung vornehmen. Das Problem ist halt, dass der Konsument erheblich beschränkt in seiner praktischen Geschäftsfähigkeit wird, wenn er der Weitergabe seiner Daten an die Schufa bei einem entsprechenden Deal (Mieten, Geld pumpen, Handyvertrag abschließen) nicht zustimmt. Und dass er sich darauf verlassen muss, dass der jeweilige Vertragspartner die Daten korrekt übermittelt. Vor Jahren hieß es mal, dass über 90% der Falscheinträge in der Schufa ihre Ursache in der Schlamperei der Vertragspartner bei Banken und Unternehmen haben - da kann die Schufa nun wirklich nichts dafür...

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 21.06.2012, 17:10 Uhr

@Rainer: PR-technisch läufts...

@Rainer: PR-technisch läufts bei der Schufa tatsächlich "eher so unprima", ums mal im Piratenjargon zu sagen. Und dass ausgerechnet ein Kommunikations-Topchecker wie der Knüwer das in seiner Medienschelte so komplett ausblendet, da denk ich mir dann schon mein Teil. Ansonsten ist es richtig, dass diesem verlängerten Datenkrakenarm der Kreditwirtschaft schon auf die Finger geguckt wird. Aber da der Rechenweg des Scorings (aus nachvollziehbaren Gründen) nicht offengelegt wird, gleicht es der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, wenn man Ungereimtheiten auf die Spur kommen will. . @Thorsten Haupts: Das Thema Eigenverantwortung in der digitalen Selbstrepräsentation seh ich zwar grundsätzlich, aber wenn Sie sich die Pläne mal angucken, wo und was da alles geforscht werden sollte (nämlich u.a. auch im sogenannten Dark Web, wo keine Suchmaschinen hinführen), scheint mir das ein bisschen arg wohlfeil, zu sagen, selber schuld, Leute. . @Herold Binsack: Mich hat bezüglich der sozialen Implikationen dieser Thematik die Mitarbeit bei einer Publikation vom vzbv in den frühen Nullerjahren sensibilisiert. Da ging es um ganz konkrete Bereiche, in den ganze Verbrauchersegmente zunehmend hinten runterfallen, und die Informationstechnik liefert für diese subtile Apartheid sozusagen die virtuellen und manchmal ganz realen Stacheldrahtzäune und Eisengitter. In meiner Mitarbeit für die Kommunikationsfachpresse bin ich sonst immer nur mit den schönen hochglänzenden Visionen dieser Rationalisierung konfrontiert, die Effizienzgewinne, das Vermeiden von Streuverlusten, das Identifizieren der Kundensegmente und Ansprachemittel, die den "biggest bang for the buck" versprechen. Über die Kehrseite der Medaille, die Ausgrenzung und die negativ gehebelten Konditionen für die weniger lukrativ scheinenden Kundensegmente wird da natürlich nie gesprochen. Das ist dann nicht nur eine Frage von Kredit oder Nicht-Kredit, sondern scoreabhängig variiert dann auch der effektive Jahreszins ganz enorm.

0 ERPRESSER 21.06.2012, 17:22 Uhr

DAS STIMMT. DIE ERPRESSER...

DAS STIMMT. DIE ERPRESSER HABEN DA TEUILWEISE SACHEN DRINNE!

Das wird ganze einfch laufen....

Das wird ganze einfch laufen. Die EU wird allem was nicht EU ist früher oder später den Stecker ziehen (Modell Abwehrstartegie der Schweiz). Udn zwar auch im offline Außenhandel. Das Einzige was im kriegsgebiet (Afghanistan/Georgien usw.) Kontrollierbar ist bleiben Sat Verbindungen. Und die haben den Anteil daß sie rundstrahlend sind und verschlüsselungssoft-/hardware jeweils offline komplett getauscht werden muß wenn ein gerät in feindliche Hände fällt. Somit bleibt also nur das EU-binnenland / eventuell NAto-Area für ein freies Netz in dem auch nur Teilnehmer aus EU/Nato arbeiten können. UND DANNN, UND DANN, UND DANNN ... WIRD DIE EU facbeook und ähnlichen kram genz einfach unter staatliche Aufsicht stellen. Wie weit sind dei Greichen mit dem Mauer hochziehen?

0 Imbitchment 21.06.2012, 17:37 Uhr

ICH SCHEISS AUF...

ICH SCHEISS AUF FACEBOOK/SCHUFA! DAS SIND KRIMINELLE ADOPTIONSHÄNDLER/MENSCHENSCHLEUSER. LEUTE DIE DIE PFOTEN NCIHT VON ANDERER LEUTE KIDNER LASSEN KÖNNEN:

0 Veil of ignorance 21.06.2012, 17:46 Uhr

Skandal! Ich fordere ein...

Skandal! Ich fordere ein Menschenrecht auf Handyflaterate, Facebook-Accounts für alle und einem TV Marathon Bauer sucht Frau. Wo kämen wir denn hin, wenn jedem der 1200 Euro für ein Jamba Sparabo bezahlt hat, der Zugang zu Konsumkrediten verwehrt bliebe. Freiheit, Gleichheit, Youporn! . Da hat der Neoliberalismus eine feine Generation degenerierter herangezüchtet.

...

http://kreuzfa-en.dynip.name/20120621-2012-ecbint.jpg

0 Thorsten Haupts 21.06.2012, 19:28 Uhr

@Veil of ignorance -...

@Veil of ignorance - Neoliberalismus ... feine Generation degenerierter: Pruuuust. Wie er das bei dem flächendeckenden Sieg der Sozialdemokratie in Westeuropa seit den siebzigern geschafft hat, bleibt Ihr Geheimnis :-). Gruss, Thorsten Haupts

0 Thorsten Haupts 21.06.2012, 19:32 Uhr

@Marco: Klären Sie mich auf,...

@Marco: Klären Sie mich auf, bitte. Nennt facebook seine Datenschutzbestimmungen nicht selbst inzwischen Datennutzungsrechte? Und wenn Sie vom suchmaschinenfreien Web reden, wüsste ich gerne, wovon Sie reden. Von den Zugriffsmöglichkeiten von Bürgern auf ihre geschützten Privatdaten, aka Onlinebanking, bei der das Internet nur als Portal fungiert? Oder von Daten, die erst einmal frei zugänglich sind, aber in den Metadateien Crawler und Bots höflich darum bitten, sie nicht zu berücksichtigen? Die Nutzung der erstgenannten Daten wäre ein klarer Skandal, die der Alternative allerdings vorhersehbar sicher ... Das Web hat den Menschen und seine Begehrlichkeiten nicht geändert. Gruss, Thorsten Haupts

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 21.06.2012, 19:56 Uhr

@Thorsten Haupts: Hier mal als...

@Thorsten Haupts: Hier mal als Einstieg in die weniger beleuchteten Areale des Netzes: http://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Web

Wie kann man aber die Bonität...

Wie kann man aber die Bonität einer Person mit auf dem Internet gesammelten Infos einschätzen? Ethisch bin ich nicht geschockt, doch praktisch scheint mir das einfach nicht besonders zuverlässig...Vielleicht mal auch Astrologie probieren?

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 21.06.2012, 20:51 Uhr

@Vincent: Die Schufa würde...

@Vincent: Die Schufa würde ihre Analysen - sollte sie damit tatsächlich Ernst machen - ja nicht allein auf die aus dem Netz gesammelten Daten stützen. Die bereits vorhandenen Daten von über 60 Millionen Menschen könnte man mit diesen weiteren Datenpunkten aber schön anreichern oder erst mal nach interessanten Korrelationen zwischen dem bestehenden Datensatz einer Person und dem, was man im Web so findet, Ausschau halten. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Oben im Beitrag habe ich ja paar Punkte genannt, die laut dem CEO von Credit Karma in den USA schon heute nahezu standardmäßig von Kreditoren gescannt werden. Im Minimalfall könnte es darauf hinauslaufen, dass es dem Score abträglich ist, wenn zu einer Person so gut wie nichts im Netz zu finden ist.

0 Thorsten Haupts 21.06.2012, 21:01 Uhr

@Marco: Danke für die...

@Marco: Danke für die Information. Zugegeben verstehe ich das Problem jetzt noch weniger, denn wenn ich das richtig gelesen habe, besteht die Masse des Deep Web aus nicht völlig frei zugänglichen Datenbanken, wie der deutschen Juris Datenbank zu juristischen Fachthemen (die war zumindest mal kostenpflichtig). Einzige kritische Stelle einer Auswertung könnte (!) das im Wikipedia Artikel genannte "Private Web" sein. Das aber ist auch heute schon öffentlich, wird nur auf Bitte des Webmasters über entsprechende Tags auf rein freiwilliger Basis nicht suchmaschinenindiziert. Das ist in etwa vergleichbar mit einer öffentlichen Bibliothek, von der nur kaum jemand weiss, dass sie öffentlich zugänglich ist, weil sie keine Werbung macht und nicht in öffentlichen Führern auftaucht. Gruss, Thorsten Haupts

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 21.06.2012, 21:24 Uhr

@ThorHa: Was auch immer da...

@ThorHa: Was auch immer da alles jenseits der Crawler-Reichweite zu holen sein mag oder auch nicht, mit Blick auf die Schufa und deren Kernauftrag würde ich im Zweifelsfall sagen: none of your fucking business. Ich meine (jetzt mal leicht übertrieben gesprochen) nicht, dass es zur Qualitätssicherung der bewährten Bonitätsbewertung durch einen bereits datenschutzmäßig sehr privilegierten Quasi-Monopolisten nötig ist, dessen mögliche Forschungstiefe den Befugnissen des Verfassungsschutzes anzugleichen. Oder aber, und darüber haben wir noch gar nicht gesprochen, die Schufa sondiert neue Geschäftsfelder...

Wieso die Aufregung? Je besser...

Wieso die Aufregung? Je besser die Schufa die Leute kennt, desto besser kann sie sie vor Verschuldung bewahren!

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 22.06.2012, 06:02 Uhr

@Keiner: Wo sehen Sie hier...

@Keiner: Wo sehen Sie hier denn Aufregung? Ansonsten: Fühlen Sie sich frei, der Schufa auch Ihre Kontoauszüge und die Steuerbescheide zeitnah in Kopie zu schicken. ;-)

Ich sehe das Problem weniger...

Ich sehe das Problem weniger darin, aus welchen allgemein zugänglichen Kanälen die Schufa ihre Daten bezieht als in der viel grundsätzlicheren Frage, welche konkreten Folgen dies für die Betroffenen haben kann. . Wie K.Einer richtig feststellt, bewirken falsche Einschätzungen die meisten Probleme. . Ausserdem: Wem der Ratenkauf des neusten 3D-Fernsehers abgelehnt wird und diesen nicht bar bezahlen kann, sollte sich diese Anschaffung gründlicher überlegen. . Ärgerlich werden kann es bei Wohnungsmiete etc., wo der Gesetzgeber imho längst einschreiten und Lösungen finden müsste, welche die berechtigten Interessen beider Seiten angemessen berücksichtigen.

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 22.06.2012, 10:21 Uhr

@tricky1: Die Folgen für die...

@tricky1: Die Folgen für die Betroffenen wollen wir hier gewiss nicht ausblenden, aber sie sind nicht das Kernthema dieses Beitrags. Ich darf in diesem Zusammenhang auf ein Dossier vom vzbv veweisen, das zwar schon paar Jährchen alt ist, aber an Aktualität nichts eingebüßt hat, was die Diagnose fortschreitender Apartheid innerhalb unserer Gesellschaft angeht: http://www.vzbv.de/mediapics/dossier_verbraucher_aussen_vor_01_03_04_gendert.pdf . Ansonsten ist die Argumentation der Schufa, dass sie ja nicht nur die Interessen der Kreditoren schütze, sondern auch die Verbraucher vor Überschuldung, nicht von der Hand zu weisen. Wie wirksam dieser Schutz ist, wenn sich die Verbraucher dann in die Hände von Kredithaien begeben, die mit "Geld auch bei schlechter Schufa-Auskunft" locken, steht auf einem anderen Blatt. Ich bin nicht unbedingt überzeugt, dass BGE oder die plattformneutralen Maximalforderungen nach Teilhabe der absolut einzige und richtige Weg sind, aber über Grundsicherung wird sich unsere Gesellschaft bald ein paar konstruktive Gedanken machen müssen.

0 Thorsten Haupts 22.06.2012, 12:25 Uhr

@Marco: Wenn die...

@Marco: Wenn die Ungleichbehandlung der Menschen auch bei inzwischen existentiell wichtigen Grundleistungen wie Telefon- und Netzzugang zunimmt, wird man sich zumindest über einen garantierten Mindestzugang Gedanken machen müssen. Unbeabsichtigte und unvorhersehbare Nebenfolge von Privatisierung - mit staatlichen Monopolunternehmen gäbe es das Problem nicht, weil ein Monopolanbieter ausserstande wäre, jemandem eine Leistung auf Verdacht (also ohne im Vertrag eingetretene Leistungsverweigerung = Nichtzahlung) zu verweigern. Was die SCHUFA angeht, stelle ich nicht infrage, dass man sie daran hindern kann, ihre Scorings über Webdaten zu "verbessern". Das wird nur exakt überhaupt nichts daran ändern, dass es dann andere auf anderen (oder sogar demselben) Geschäftfeldern machen WERDEN. Innerhalb oder aussserhalb des Geltungsbereiches deutscher Gesetze. Denn das Kernproblem ist die massenhafte Verfügbarkeit öffentlich zugänglicher Daten. Und das ist eine freiwillige Leistung von vielen Millionen Beteiligten aus der Mitte der Bevölkerung. Gruss, Thorsten Haupts

@Marco Danke für den Link,...

@Marco Danke für den Link, welcher durchaus den letzten Abschnitt meines Postings bestätigt. Die Fragen einer Grundsicherung sind in der Tat wichtiger als der Teilaspekt Schufa.

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 22.06.2012, 13:48 Uhr

@tricky1: Gern geschehen, ich...

@tricky1: Gern geschehen, ich bin ja froh, wenn das wenigstens heute wen interessiert. Seinerzeit war das Medienecho zum Weltverbrauchertag ziemlich verhalten, die Schrödersche Agendapolitik pflügte grade das Sozialsystem um, und irgendwie wollte das damals keiner hören, dass die ganze Gemengelage aus verminderter Grundsicherung, lahmender Konjunktur und den Auswirkungen diverser Liberalisierungen und Privatisierungen auch Bevölkerungsteile mit nach unten zu reißen drohte, die nicht unbedingt in das klassische Assi-Schema passen. . @ThorHa: Ja, d'accord. Ich denke aber, die Schufa hat mit ihrem privilegierten Zugang zu einer Reihe von Informationen, die anderen Anbietern nicht so ohne weiteres nachgetragen werden, ein Alleinstellungsmerkmal, das es Wettbewerbern, die nur mit den öffentlich verfügbaren Daten operieren können, sehr schwer machen dürfte, auf dem Sektor wirklich was zu reißen.

0 Veil of ignorance 22.06.2012, 21:49 Uhr

@Thora: Die Arbeiterklasse ist...

@Thora: Die Arbeiterklasse ist tot und mit dieser ist schon vor langer Zeit die Sozialdemokratie gestorben. Durch den Untergang der Gewerkschaften und dem Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft hat der Neoliberalismus spätestens seit dem Zusammenbruch der UDSSR seinen Siegeszug durch alle Parteien angetreten. . K.einer: Viele Menschen aus der gebildeten Mittelschicht haben die Sorge, dass irgendwann mal ihre Selbstwahrnehmung (Internet-Identität) mit der Fremdwahrnehmung (Offline-Identität) konfrontiert wird. Da die Konfrontation mit der Realität wenig schmeichelhaft ist, baut man solche Geschichten gerne zu Symbolen auf, die natürlich nichts mit dem eigentlichen Sachverhalt zu tun haben: Arm vs Reich, Staat vs Gesellschaft, Privat vs Öffentlich etc.pp. Die Verknüpfung von Facebook-Daten zur Bonitätsbewertung als Projektionsfläche für soziale Teilhabe zu stilisieren, ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Menschen, der aufgrund seiner körperlichen oder geistigen Verfassung um wirkliche soziale Teilhabe kämpfen muss.

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 23.06.2012, 16:29 Uhr

@veil of ignorance:...

@veil of ignorance: Vielleicht meinte ThorHa mit dem umfassenden Sieg der Sozialdemokratie in den 70ern das hier oder sowas in der Art:
www.zeit.de/.../werden-wir-alle-proletarier

0 Veil of ignorance 23.06.2012, 21:39 Uhr

Ich halte ThorHa für zu klug...

Ich halte ThorHa für zu klug als dass er sich auf solch einen groben Unfug berufen würde.

0 Thorsten Haupts 24.06.2012, 21:10 Uhr

@Veil: Ich will die O.T....

@Veil: Ich will die O.T. Debatte hier nicht ausufern lassen, deshalb nur soviel: Den Siegeszug des Neoliberalismus kann nur verkünden, wer die historisch einmalige deutsche Sondersituation Ende der siebziger für den Normalzustand der Menschheit hält. Von Bildung der Arbeiterklasse über den Soziastaat, vom starken Staat über den Glauben an die Gleichheit aller Menschen, von betrieblicher Mitbestimmung zu Staatsinterventionismus in die Märkete - nahezu flächendeckend sind alle westeuropäischen Staaten mehr oder weniger tief verankert sozialdemokratisch. Die einzige (bisher) historische Niederlage der Sozialdemokratie hat sie beim Kampf um möglichst gleiche Einkommensverhältnisse erlitten. Das mit einem flächendeckenden Sieg des "Neoliberalismus" gleichzusetzen setzt eine rabenschwarze mentale Grundstimmung voraus :-). Gruss, Thorsten Haupts

dichtete und vertonte in seinen sittlich desorientierten Jugendjahren Spottverse, deren Vortrag er mit der Mandoline begleitete.