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Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Niemand hat die Absicht, eine Überwachung zu hinterfragen

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Manches ist einfach zu lang, und wäre besser nach der ersten Hälfte beendet worden. Es gibt öde zweite Akte in Opern, es gibt den zweiten Teil von Goethes Faust, die dritten Welle des Feminismus und, als bestes Beispiel: Norddeutschland. Während dieses Land grandios auf den Alpengipfeln des Südens seinen Anfang nimmt, flacht es dann doch deutlich ab, um nach einem dreihundert Kilometer breiten Tundrastreifen, in dem sich die Schöpfung eine Kreativpause gönnte, keinen Meter zu spät im Nordpolarmeer abzusaufen. Ich bin dort, ich habe es gesehen, und es gibt hier noch nicht mal jene Eisbären, deren Fell ein hübsches Mitbringsel gewesen wären. Für Unterhaltung sorgt dennoch der Kongress des Chaos Computer Clubs, für den ich eigentlich anreiste.

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Aber auch dort gibt es Veranstaltungen, die bemerkenswert gut beginnen. „The price of dissent“ begann mit einer Videoübertragung aus England, weil der Sprecher nicht ausreisen darf: Maazzam Begg war einer der prominentesten Häftlinge aus den US-Gefängnissen von Bagram und in Guantanamo Bay. Als britischer Staatsbürger mit pakistanischen Wurzeln hat er eine längere Vorgeschichte in Kreisen, die man vielleicht als „radikalislamisch“ bezeichnen könnte. Er kannte einige prominente Figuren der Konfliktparteien im Mittleren Osten persönlich, hat Trainingscamps besucht und einen islamischen Buchladen betrieben – und geriet so ins Visier der Geheimdienste. Er wurde auf Wunsch der Amerikaner in Pakistan festgenommen, nach Afghanistan überstellt und dort verhört – wie, das beschrieb er auf dem Kongress sehr eindringlich, ohne dass man zwingend den Eindruck haben musste, dass er ein Extremist sein könnte. Die britische Regierung ist immer noch der Ansicht, hat seinen Pass einbehalten und hindert ihn an der Ausreise. Also schwebt sein Gesicht virtuell über den Rängen und berichtet, was ihm angetan wurde. Er ist ein geübter Spreher, und er bekommt von der offensichtlich eher agnostischen Zuhörerschaft frenetischen Applaus. Vielleicht auch, weil er nicht wie jemand wirkt, der die Einführung der Sharia in einem islamischen Kalifat unterstützt

Dann aber übernimmt Cerie Bullivant, der wie Begg die Gefangenenhilfsorganisation Cage.UK vertritt – eine Organisation, deren Fälle er als so „unpopular“ bezeichnet, dass andere Organisationen wie Amnesty sie eher ablehnen würden. Ob man Cage UK nun als besonders engagiert in schwierigen Fällen, oder als Unterstützergruppe radikaler Muslime sehen möchte, bleibt dem Betrachter überlassen. Aber Bullivant schafft es nicht, so ruhig überzeugend wie Begg zu reden. Es wird persönlich, es wird aggressiv, er wirkt leicht fanatisch, und es ist vielleicht verständlich: Als Aktivist und islamischer Konvertit war Bullivent bis zur Anreise zum Kongress massiver Überwachung ausgesetzt, und Cage UK ist selbst im Lager der Gefangenenhilfsorganisationen und Bürgerrechtler deutlich umstritten. Es ist schwer, sich während der Rede ein umfassendes Bild der Organisation zu machen, weil manche wichtigen Informationen einfach nicht erwähnt werden. Es gibt Applaus. Aber auch Kritik.

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Die Kritik kommt mit einer Frage, Die Frage lautet, was Bullivent angesichts der Sicherheitslage denn anstelle der Überwachung vorschlagen würde. Es ist die Frage, die man vielleicht nicht in einem Saal erwarten würde, in dem es FCK SPD Shirts gibt. Aber sie wird gestellt, und der vorher so selbstsichere, überzeugte, vielleicht etwas zu mitreissend predigende Bullivent kommt ins Schwimmen. Ins gleiche Schwimmen, das man von allen Beteiligten der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten kennt: Er verweist darauf, dass natürlich auch Muslime vom Terror bedroht werden, und das für sie ein Problem sei. Es ist Ausweichen auf hohem Niveau, es ist die Selbststilisierung als Opfer, die angesichts der Religionskriege nahe liegt – für jeden. So gut wie jede Terrororganisation in nahen Osten wehrt sich gegen „Terroristen“, mit denen sie Israel meinen. Al Kaida fühlt sich vom Westen bedroht, die Taliban und Boko Haram verteidigen sich nur gegen den falschen, westlichen Lebensstil. Alle sind sie Opfer. Alle kämpfen sie für die Freiheit – etwa die Freiheit, selbstbestimmt unter der Sharia ein eigenes Kalifat zu eröffnen. Tatsächlich wird die Freiheit des Westens in ihrem toleranten Ansatz auch dadurch verteidigt, jenen eine Stimme und Raum zu geben, die so etwas wollen. Aber für die Menschen in Europa ist ihre persönliche Sicherheit eine der Voraussetzungen für Freiheit, und wenn islamische Aktivisten dann ins Schlingern kommen, stellt sich eben die Frage: Kämpfen sie gegen Überwachung, oder nur gegen die Überwachung, die aktuell sie betrifft?

Es blieb beim Warnschuss aus dem Publikum, und es ist zu hoffen, dass sich die Zuschauer vor der Unterstützung für Cage UK ihr Recht auf Informationsfreiheit wahrnehmen. Dass das Publikum nicht einfach auf die Knie sinkt und demütig schweigt, wenn das Wort „Überwachung“ fällt, zeigte sich beim nächsten Vortrag: Dia Kayyah hatte versprochen, aus ihren amerikanischen Erfahrungen über „How drones, IMSI Catchers, and cameras are shaping our cities“ zu sprechen. Ihre Karten zeigten das für Kontrolle übliche Bild: Dass sich der Einsatz von elektronischer Überwachung vor allem gegen Viertel wendet, in denen die Bevölkerung nicht weiss und nicht vermögend ist. Für die manche, wie die Vortragende, ist das Überwachung nach ökonomischen und rassistischen Parametern – andere argumentieren in solchen Fällen, dass die starke Überwachung in ärmeren Vierteln durchaus auch Menschen schützt, die dort leben und Gefahren ausgesetzt sind.

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Auch an Kayaah ging die Frage, wie sie sich eine Lösung bei den entgegengesetzten Interessen der Verhinerung von Überwachungskameras und Sicherheitsbedürfnis vorstellt – und ob mehr echte Polizei nicht eine Alternative wäre. Und auch sie geriet erkennbar ins Schleudern, als sie betonte, wie wichtig es wäre, die Probleme an den Wurzeln mit gesellschaftlicher Veränderung anzugehen. Nett, sinnreich – aber nicht praktikabel, wenn der Mob jetzt vor der Tür steht. In solchen Momenten wird deutlich, dass sich Aktivisten zu sehr auf das verlassen, was das Motto des Kongresses aussagt: Gated Communities. Abgeschlossenen Gemeinschaften von Menschen, deren Selbstverständnis so gefestigt ist, dass es intern gar nicht mehr hinterfragt werden muss. Fragen, die nicht gestellt werden, müssen nicht beantwortet werden. Wenn das Publikum dann doch etwas kritischer ist, bleibt nur der Rückzug auf allgemeine Phrasen, die wirklich jeder vom Innenminister bis zum islamistischen Terroristen unterschreiben kann. Es kann, da haben die Veranstalter recht, nicht die Aufgabe der Aktivisten sein, den Überwachern Konzessionen zu machen und gegen ihre Überzeugungen zu helfen – wie so etwas ausgeht, sieht man bei der Kontrollpartei, die von sich behauptet, die SPD zu sein. Trotzdem ist es erstaunlich, wie wenig andere Sichtweisen und Prioritäten bei der eigenen Argumentation – oder auch Preaching to the Converted – in Betracht gezogen werden.

Denn ungeachtet der eher begrenzten Erfolge durch Videoüberwachung sind Kameras auch in Deutschland bei Behörden und Privatpersonen längst der Renner. Angesichts der steigenden Einbruchszahlen werden nicht Aktivisten gefragt, sondern Fachhändler. Videoüberwachung ist längst Bestandteil der privaten Gegenwehr, und so, wie sich die Hacker das Recht herausnehmen, Software zu zerlegen und zu schauen, was ein Programm wirklich im Schilde führt, will der Rentner oder Geschäftsinhaber im realen Leben wissen, wer sich da vor seiner Tür herumtreibt. Beide vereint das gleiche Misstrauen, mitunter gar die gleiche Paranoia, die sie zu Kontrollinstanzen werden lässt. Trotzdem stehen sie sich scheinbar unversöhnlich gegenüber.

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Daher gilt auch bei den Vorträgen des CCC: Immer selbst mitdenken, immer hinterfragen, niemandem einfach so trauen, weil er hübsch und angenehm klingend daher kommt. Überall ist schnelles Internet, und wer nicht einfach nur Klatschvieh sein will, kann während der Vortrags prüfen, wem er lauscht, und was seine Intention ist. Der Cocktailmischroboter mag nur ehrbar prozentuale Absichten haben, die Crepemaschine erschafft perfekte, computergesteuerte Kreise – alles andere ist mit jener vorzüglichen Zutat zu geniessen, die jede Konferenz nahrhaft und geistig wohlschmeckend macht: Mit Vorsicht.

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65 Lesermeinungen

  1. ommunity! Jesus, you guys are kind to yourselves. Community
    Besser kann man es nicht beschreiben. Angesichts der ausufernden Komplexität dieser unserer Welt verlieren sich die Experten mehr und mehr im monokausalen Denken. Letztliche Sinnstiftung findet man dann in einer Moral als die Einheit des Wahnsinns, zivilisatorisch next to stoneage, noch vor dem Zeitalter der Religionen. Sei es die Regierung, seien es chaotische Sicherheitsnerds.

  2. Tundra...
    also ehrlich, nun die dritte oder ist es schon die vierte Glosse in Folge, das kann ich nicht so unwidersprochen hinnehmen. Ich komme aus Bad Oeynhausen, einem Ort am letzten Berg vor der „Tundra“. Zugegeben, Berg nennen ihn die Einheimischen, andere würden Wiehengebirge sagen. Wobei auch das Gebirge in bayerischen Augen ein Witz sein dürfte. Aber immerhin, 150 Meter wohl an der höchsten Stelle, versetzt einen der Berg in die Lage, doch mittwochs zu sehen, wer sonntags zu Besuch kommt. Das hat man in Bayern einfach nicht, ist es also ebbes Neid oder welche Vorurteile kommen hier zum Vorschein?
    Hamburg und die Tundra können doch nicht schlimmer als Berlin sein ;-)

    Das musste nun einfach mal raus, hätte nicht gedacht, noch soviel heimatliche Gefühle aktivieren zu können.

    Zum Rest und allgemeinen Verständnis des Islam, sofern man den als Ungläubiger überhaupt verstehen kann, empfehle ich die Gastbeiträge von Barbara Köster http://www.rolandtichy.de/gastbeitrag/scharia-arbeit-am-endsieg/ und http://www.rolandtichy.de/gastbeitrag/burqa-und-niqab-entaeussern-frauen-ihrer-identitaet/

    Videoüberwachung, merkwürdig, dass sich niemand aufregt. Ich selbst empfinde sie als unangenehm, auch wenn ich nicht ständig in der Nase bohre, ist das Beobachtetwerden an allen unmöglichen Ecken doch m.E. eine Einschränkung der persönlichen Freiheit. Ja, sie stört mich selbst in vielen Krimis, England und Schweden haben wohl so etwas und keinen stört’s oder doch? Gibt es da Erhebungen, ob die Leute das einfach als gottgegeben hinnehmen?
    Allerdings habe ich auch noch nicht gehört, dass auch nur ein Verbrechen dadurch verhindert wurde, die Bösen tarnen sich nur besser.

    • Auf den Punkt
      Nur in bad oeynhausen hat man soviel zeit für solche antworten.

    • Hat es da Eisbären?

    • Videoüberwachung und Verhinderung eines Verbrechens
      Ihre Frage ist schon etwas polemisch, speziell weil nicht begangene Verbrechen nur statistisch nachweisbar ist.

      PS.: Die Videoüberwachung oder sagen wir besser die komplette Überwachung hat in England eine sehr hohe Akzeptanz, darüber gibt es Studien, und das nicht erst seit den Anschlägen auf die U-Bahn 2005.

    • Sie hat nur bei den grossen Riots nichts gebracht, da haben die Leute sie komplett ignoriert. Die Frage ist wirklich, ob Videokameras besser als eine kaputtgesparte Polizei sind.

    • Mj, Don, Elmar Grolig
      Waren Sie in letzter Zeit mal da? Ich nicht, ich lebe in Düsseldorf.

      Nee Don, Eisbären wurden da zumindest zu meiner Zeit nicht gesichtet. Wie es heute ist… ich bin schon seit 1972 da weg ;-) und es zieht mich auch nicht wirklich dorthin zurück. Kurschatten gibt es… wie in jedem Kurort. Auch so ein Thema, ich meine die Kurschatten, da spielen sich teils Dramen ab.

      Herr Grolig, dieses schicksalhafte Hinnehmen der Videoüberwachung meine ich, ich verstehe es nicht. Eine funktionierende Polizei wäre sicher überall hilfreicher als jegliche Überwachung per Video o.ä.

      Hat die Überwachung in Belgien, Frankreich oder sonstwo aber auch nur irgendeinen Anschlag verhindert?
      Aber darum geht es bei der Überwachung wohl auch nicht, allenfalls das Volk zu einer gefügigen Masse machen, die nicht widerspricht, nicht denkt, nur arbeitet und freundlich wir schaffen das blökt.

    • Dass es sie nicht gibt, abe ich auch verstanden. Wie sieht es mit Elchen aus?

    • Elche leider auch nicht, Tundrahasen gibt's dort
      Tundrawildsäue und son Viehzeugs und oft auch ausgewachsene Ochsen, fast wie in Bayern ;-)

  3. Keine Eisbären in Hamburg? Nanu, bitte nochmal nachsehen!
    YouTube findet natürlich welche, man muss bloß richtig suchen:

    No results for „eisbär hagenbeck“.

    No results for „eisbären hagenbeck“.

    No results for „hagenbeck eisbären“.

    So jedoch wird’s was:

    https://www.youtube.com/results?search_query=%22hagenbeck+eisb%C3%A4r%22

  4. Tundra-Blues
    Lieber Don!

    Niemand hat die Absicht, Sie in Bayern aus- und in der Tundra wieder einzugraben.

    Entspannen Sie sich und suchen Sie den nächsten Geschenkeladen auf. Kaufen Sie dort einen Webpelz und präsentieren Sie ihn daheim als milbenfreien bio-bio-veganen Eisbärfellersatz; man wird Sie für Ihren ökologisch korrekten Ansatz zum örtlichen Ehrenschützenkönig krönen, da halte ich jede Wette.

    GnM

    • Ich glaube, das einzige, was man mir hier wirklich verübeln würde, wäre das Mitbringen von einer nordischen Schönheit, die unsereins das verhuzelte Genmaterial vor Augen führen würde. Ich habe also gar nichts mitgebracht – das wiederum entspricht voll den bayerischen Erwartungen.

    • Ich glaube Ihnen kein Sterbenswort,
      ich habe die im Dezember nistenden Störche noch nicht vergessen …

    • Witz statt Witzersatzsurrogat
      Sehr geehrter Herr „Gast namens Müller“, grundsätzlich erfreulich ist es, wenn jemand – auch Sie – seine Gewitztheit erweisen möchte. Dass Sie anschließend, sehr stolz auf das eigene Werk, „jede Wette“ halten möchten, nun: das mag der jugendliche Überschwang sein.

      Oder was auch immer.

      Ich komme zum entscheidenden Punkt: Weniger gewitzt ist indes jeder, der an Stelle genauer Beobachtung und scharfen Nachdenkens einfach seine nicht-so-gewitzten Vorurteile setzt. Das war nur leider alles, was Sie geleistet haben. Sonst würde Ihnen womöglich aufgehen, so sehr Sie auch linksgrüne „Bio-bio“-Veganer aus ganzem Herzen verachten möchten, dass – anders als Sie meinen – Don Alphonso nicht zu Ihrer Zielgruppe gehört.

      Ich weiß. Es ist schwer zu begreifen für Sie. Da schreibt also ein Autor, dass er die leichtfertige Politik der SPD auf dem Gebiet der inneren Sicherheit, bei der die Bürgerrechte unter die Gabrielschen Räder kommen: ablehnt. Und Sie denken: Aha. Der Mann lebt schwerpunktmäßig als Vegetarier, also müsse er Ihrer Ansicht auch „bio-bio vegan“ sein und überhaupt ein typisches Abziehbild Ihrer politischen Antipathien darstellen.

      So denken Sie sich das eben. Und darum, pardon – sind Sie nicht gewitzt genug, um über den Gastgeber satirisch gemeinte Beiträge zu verfassen. Sie sollten vielleicht noch etwas stärker vorher hinschauen und noch etwas länger (und ggf. auch mit höherem Tempo) nachdenken.

      Sonst haben Sie nur dümmliche Vorurteile anzubieten – und mit diesen, pardon, sind Sie auf „Montagsdemos“ etc. dann doch deutlich besser bedient als eben hier.

      Sie verstehen mich.

    • Titel eingeben
      […]das Mitbringen von einer nordischen Schönheit, die unsereins das verhuzelte Genmaterial vor Augen führen würde. Ich habe also gar nichts mitgebracht […]

      Kennst Du nicht den Witz den man sich im Norden über die Besiedlung eurer unwirtlichen lebensfeindlichen Steine erzählt: Hannibal zieht durch mit seinen geschundenen Truppen und sagt in die erschöpften Gesichter: Alle Krummen, Kleinen und Buckligen links raustreten!

      Danke schön für viele tolle Texte und Ideen.

    • Ja, aber as ist die Ethnogenese der Schwaben, bei uns sind es fussfaule, verarmte Romanen und Leute aus Böhmen, die zusammenkommen.

    • tja, John Dean,
      wie las ich hier mal: Sie wissen sehr wenig über mich!

  5. Nepper, Schlepper, Bayernfänger
    „Ganz blöd sind die Ostfriesen nicht: Sie haben den Bayern bei Ebbe Land verkauft.“
    Ich habe das immer für einen norddeutschen Kalauer gehalten. Ihr erster Absatz legt jedoch nahe, dass das dem Witz innewohnende Geschäftsmodell auf soliderem Boden gründet als – sagen wir mal – das des real existierenden Restjournalismus in Zeiten des paywallfreien Internets. Das Konzept (bzw. die Realität) der Gezeiten haben Sie in Ihrer bayerischen Eröffnung komplett negiert.

    • Ja, natürlich, ich will ja nicht unhöflich sein und darauf hinweisen, dass das Wattenmeer dereinst bis Hannover reicht. Ausserdem war es ja nur ein bildhaftes Beispiel für die am Schweinsbraten Gebliebenen.

  6. Diese Datenschützer
    leben in einer wirklichkeitsfernen Blase. Als Geschäftsmann habe ich per Gesetz vor den Behörden nichts zu verbergen zu haben.
    Und die allermeisten dieser Aluhüte mit ihrem Verschlüsselungsfetisch entblößen sich gleichzeitig völlig unverschlüsselt in ihrer Rolle als „Nudelhipster“. In einer Welt,in der es sogar Gefängnisinsassen zur öffentlichen Selbstbespiegelung drängt http://elizabethhaysom.tumblr.com ,wirkt dieser Datenschutzfanatismus bestenfalls lächerlich.

    • Es geht arum zu entscheien, was man preisgibt, und was nicht. Das ist der Unterschied zur Zwangspreisgabe.

    • Titel eingeben
      Sind sie ein Troll oder wirklich einfach nur naiv? sorry, für diese Frage, aber ich dachte, dass solche Argumente, wie das Ihre, vielleicht vor zehn Jahren akzeptabel waren, aber nicht mehr in der heutigen Zeit nach Snowden, NSA etc. Mehr möchte ich dazu nicht sagen…

    • Realitäts fremd
      Ja das mag stimmen wenn es um die Arbeit geht aber als Mensch habe ich ein recht auf meine Privatsphäre. Private Sicherheitskameras die z.b. Eingänge oder Einfahrten „sichern“ sind mir unangenehm aber solange sie nur den Eingang und nicht den gesamten öffentlichen Bereich vor dem Gebäude filmen… von mir aus. Aber systematische generalverdachst Überwachung durch einen Staat der 1. nicht wirklich etwas damit anfangen kann, 2. nicht in der Lage ist meine Daten zu schützen und 3. mir auch nicht garantieren kann das er als Staat nicht irgendwann diese Daten gegen mich verwenden wird… unrealistisch ist jeder der davon ausgeht dass unsere schöne Demokratie ewig hält aber das wird sicher nicht passieren … hmm obwohl wenn ich mir ansehe wer im kampf „Sicherheit“ gegen Freiheit in Deutschland in den letzten 20 Jahren erfolgreicher war und wie einfach Sicherheit durch Überwachung ersetzt werden kann na dann Schöne neue Welt. Es lebe das Geschäft, der Konsum und der auf gar keinen Fall mündige Bürger

    • Abwarten...
      @ Dirk
      „aber ich dachte, dass solche Argumente, wie das Ihre, vielleicht vor zehn Jahren akzeptabel waren,“

      Nun ja. Ein erfolgreicher Anschlag hierzulande und es wird sehr bald einiges weithin als akzeptabel gelten, was Sie (ich nicht) derzeit nicht einmal für denkbar halten.

      Ist das gut? Nein. Aber es ist höchstwahrscheinlich nur eine Frage der Zeit.

    • Wie man in München gestern aben sah, ist das alles wohl nicht ganz unwahrscheinlich. Die Debatte danach würde dann ziemlich bitter werden. Und Merkel wäre wohl ihr Amt los.

    • Titel eingeben
      Was mich bei solchen Diskussionen zur Notwendigkeit von Überwachung und Datenerhebung immer wundert, ist, dass alle Leute so schnell auf den zweiten und die weiteren Schritte springen, und mit Verve diskutieren, warum das eine schlimm und das andere doch nicht verboten sei.

      Und vergessen dabei, dass all dieser ganze Zauber doch bitte erst mal nachweisen sollte, dass er nicht bloß theoretisch geeignet sein muss, das angestrebte Ziel zu erreichen, sondern praktisch. Und dass Kosten und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stehen müssen. Wobei das wirklich Schwere die ehrliche und ganzheitliche Ermittlung der Kosten ist – ein Aufgabe, vor der sich eben alle Protagonisten drücken. Und mit großem Geschrei versuchen, einen immer stärker aufmerksamkeitsverarmten Souverän, den Bürger, davon abzulenken, dass sie ihre Hausaufgaben nicht nur nicht gemacht haben, sondern dies auch nie vorhatten.

      Der große Dichter Gerhard Polt hat das schon vor vielen Jahren in griffige Worte gefasst: https://www.youtube.com/watch?v=kPgtZDfbL8I

    • Mehr Polizei wäre nach meiner Ansicht eine bessere Lösung, ganz klar. Aber das wollen viele ja auch nicht.

  7. Pro Steinigung und Scharia auf dem CCC?
    Das ist ja mal wirklich was Neues. Der CCC lässt eine Organisation zu Wort kommen, die sich wiederholt pro Steinigung und Scharia einsetzt?

    Der Riss im Hirn ist offenbar da, und weitaus größer als man ahnen konnte.

    Meine Meinung über diese Organisation hat ganz neue Aspekte bekommen. So viel Dummheit hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können.
    Da bleibt einem nichts anderes übrig, als hinzunehmen, dass diese Leute Wirrköpfe sind. Bestenfalls.

  8. Gute Einsichten!
    Jawohl, Filterblasen jeglicher Couleur sind mit Vorsicht zu genießen. Waren erneut gute Einsichten in das Wirken des CCC – wie bekommen die das denn organisatorisch gebacken, solch eine Großveranstaltung, alles nur mit freiwilligen Helfern?

    • Großveranstaltung... wir schaffen das
      Schauen Sie mal in unsere Kommunen, was mit freiwilligen Helfern alles geht. Und wenn man sie im Radio hört oder im TV sieht, sind auch noch alle so furchtbar glücklich, da möchte man glatt Teddybären werfen.

  9. gated communities
    was sonst? ceterum censeo.. auch im anderen Blog schon oft benannt.
    Der Zerfall des säkularen Staats in einen Marktplatz von Gruppen (Religionsgemeinschaften, Verbänden, Parteien) ist da. Frankreich als sein Miterfinder versucht es noch.
    Soviel zur ersten Halbzeit.
    in der zweiten werden die gated communities merken, dass es vielleicht doch etwas langweilig ist, aber bis dorthin werden noch viele, viele CCC Kongresse.

    Der Wunsch an alle – möge 2016 besser werden

  10. Hacker können denken.
    Warum soll man denn die Islamisten nicht zu Wort kommen lassen? Die Überwachung betrifft auch sie. Wie man das findet, ob man auch ihnen helfen soll, das alles kann man doch am besten beantworten, wenn man ihnen selbst zuhört.

    Hacker denken. Sie hören einen solchen Vortrag und machen sich ihr eigenes Bild. So einfach ist das.

    • We have a sinner with us here who wishes for salvation.
      Warum soll man Entscheidungen treffen?
      Weil da draußen eine reale Welt existiert!
      Und da reicht es nicht aus, wenn man denkt und sich sein eigenes Bild macht. Da draußen muss man auch handeln. Ansonsten übernehmen die, die handeln. Und dann sind all die Frauenrechte plötzlich nur noch virtuell, und all die Meinungsfreiheit und das Recht auf Leib und Leben und so.

      Wir können nicht alle wie Merkel über den Dingen schweben. Nur einer Merkel ist diese Gabe geschenkt, dank der devoten Religionssekte CDU.

      Wäre also mal schön, wenn die jungen Menschen ihre Welt mit der Realität
      verbinden (via USB?) und die Moderne in die durch Religionsgemeinschaften dominierte Realität einbringen. Anstatt den Religionen Resonanzraum in der virtuellen Welt zu eröffnen.

    • Ich fine es durchaus richtig, die reen zu lassen. Für mich ist es sonst nämloch gar nicht so leiocht, mal eine Bühnenshow solcher Leute zu sehen.

      Ich habe aber mit vielen darüber gesprochen, und nach anfänglichem Zuspruch fühle ich doch eine sehr deutliche distanzierung. Man kann sich ja mal in die Geisteswelt solcher Leute hineintunken lassen. Lustigerweise wäre die Reaktion am Anfang sicher eine andere gewesen, wäre Pierre Vogel auf dem Poium gestanden.

      Dem Kernanliegen, dass auch Etremisten frei zu sein haben, wenn sie nichts Illegales tun, ist natürlich wichtig. Ich würde nur diese Leute einfach nicht an meiner Seite haben wollen.

  11. von Datenbanken zu Datenkraken
    Gesellschaftliche Veränderung klingt wirklich wie Zauber-Balsam, Frau Dia Kayyah.

    Keinesfalls nur in digitalen Themen!!

    Big-Data nervt und stresst mich zusätzlich. Es gefällt mir gar nicht, dass die ‚aktionistisch veranlagte Lebensform‘ Mensch, hier schnurgerade hineinsteuern mag, nein – hinein gesteuert ist.

    Ja es vielleicht schon längst versäumt hat, es nicht geschehen zu lassen.

    Es hätte niemals passieren dürfen, und doch geschieht es fortwährend!!
    Auch jetzt während ich hier tippe. Ich habe es satt bis zum Stehkragen.

    Ich werde einen guten Vorsatz haben für 2016. Den zu mehr Unverdrossenheit und mehr politischer Willensbekundung.

    Und dem anschließendem Ziel dafür mehr Zeit aufzubringen!

    Mit Technokratie kann ich nichts mehr anfangen. Diese habe ich ebenso satt, und zwar bis weit unterhalb des Stehkragens. Sie dreht mir den Magen um, so einfach ist das ausgedrückt! Und ich fühle nicht mehr, dass es schon oke ist, wenn Kern-Themen wie diese, parlamentarischer Kontrolle entgleiten… um es mal überaus sehr diplomatisch auszudrücken.

    Es spaltet auch mein Gefühl zur Parlamentarischen Demokratie in seiner jetzigen Form, an sich.

    Das könnte jetzt auch der Extremist in seiner jedweden Form auf ähnliche Weise ausdrücken.
    Aber ich bin 32 jähriger Europäer und Deutscher, wie soll ich fühlen wenn ich 68 bin, ha-hmm.

    Seit Jahren schwebt mir und meinem Vater ein Post-Parlamentarisches-Senatsgebilde vor, das aufhört mit Partei-Geklüngel, Fraktions-Diktat und unendlich vielem mehr.
    Das Transparenz, Direktheit und Ehrlichkeit fördert.

    Die Deutschen und Europäer können auch dies. ‚Wir schaffen das‘, nicht wahr.

    Es wird zum heulen schwer derart auszuformulieren. Noch schwerer es wasserdicht zu machen und zu halten.
    Aber es wird zusehends an der Zeit, oder nicht.

    Reform an der Regierungskonsistenz. Der Legislative… An unser aller Exportschlager Nummer 1… der Parlamentarischen Demokratie in sich. Vielleicht wird es dann ein leichter verdauliches, wünschenswertes Allgemeingut. Pardon, Exportartikel.
    Vielleicht kann man die liebreiche Idee der Demokratie – dann erneut mit den Errungenschaften der Menschheit in einem Atemzug nennen. Back to the roots, in gewisser Hinsicht.

    Inspirierender Blog Don Alfonso.

    Guten Rusch, Menschheit.

  12. Nachricht und Bote
    Ich habe den Vortrag von Cage gesehen und muss sagen, dass mir der Artikel zusehr auf den Boten als auf die Nachricht abzielt.

    Der größte Erkenntnissgewinn für mich war, dass ich tatsächlich teils Schwierigkeiten hatte, dieser Menschengruppe die selben Rechte zuzugestehen wie jeder anderen gesellschaftlichen Gruppe. Natürlich kann (und sollte) man monieren, dass die Abgrenzung zum islamistischen Terrorismus nur halbgar geschah. Letztendlich spielt das aber bezüglich der Kernaussage, dass Menschenrechte für alle gelten müssen, keine Rolle. Wenn wir anfangen, Grundrechte nur bei Übereinstimmung mit der Mehrheitsmeinung zu gewähren, haben wir schon verloren.

    Wer, so wie ich, kurze Momente des „aber vielleicht sind die ja doch gefährlich“ beim Betrachten des Vortrags hat und damit die Menschenrechtsverletzungen relativiert, sollte sich vielleicht selbst einmal fragen, wie stark die Panikmache der Geheimdienste und vieler Medien Wirkung zeigt. Die Perfidie der Verfahren liegt ja gerade darin, dass die angeblichen Beweise nie veröffentlicht werden, selbst wenn (geheim tagende) Gerichte entschieden haben, dass alle Anschuldigungen unhaltbar sind.

    Für alle, die sich den Vortrag selbst ansehen wolllen:

    https://media.ccc.de/v/32c3-7443-the_price_of_dissent#video

    Gerichtsverfahren, bei denen alle Beweise geheim gehalten werden und der Verteidigung nicht ausgehändigt werden, bei denen zum Teil sogar das Gericht geheim und unter Ausschluss jeglicher Öffentlichkeit tagt, können niemals fair sein und sind einer Demokratie unwürdig.

    • Das ist richtig, ich fand, wie ich ja ausgeführt habe. Begg innerhalb seiner Argumente recht überzeugend. Auf de anderen Seite fehlten bei den Vorträgen wichtige Basisinformationen. Wenn man für ein Kalifat und die Sharia eintritt, dann soll man das bitte auch sagen, sonst ist das schon etwas in die Irre führend. er Kampf um das, was Recht ist, spielt sich immer in den Grenzen ab. Insofern finde ich Cage wichtig.

      Aber würde ich jemanden finanziell unterstützen, der die Sharia will, nach deren Vorstellungen ich kein Recht zu leben habe? Da muss ich gaz ehrlih sagen: Ich sehe da durchaus Betroffene, die mein Geld eher bekämen. Mih würe auch interessieren, wie viele erst beim zweiten Teil begriffen haben, wer da auf der Bühne szeht, und wer das am Ene dennoch nicht verstanden hat.

      Ich war ort als Nonkombattabt. Sonst hätte ich gefragt, wie sie, wenn sie die Sharia umgesetzt haben, eigentlich meine Sicherheit garantieren würden, als so ziemlich der Inbegrif dessen, was sie ablehnen.

    • diffizile Frage
      „Aber würde ich jemanden finanziell unterstützen, der die Sharia will, nach deren Vorstellungen ich kein Recht zu leben habe? Da muss ich gaz ehrlih sagen: Ich sehe da durchaus Betroffene, die mein Geld eher bekämen.“

      Mal abgesehen von der Frage, ob Sie tatsächlich außerhalb der Tötungshemmschwelle stünden (so heiß werden die Dinge ja meistens nicht gegessen, wie sie gekocht werden):

      Es käme im Zweifel darauf an – auch wenn das ein durch und durch böser und sehr unchristlicher Gedanke ist – wem die sharia wohl sonst noch so das Recht auf Leben absprechen mag. Die spannende Frage lautet doch: Gibt es noch einen gemeineren Feind? Wenn dem so sein sollte, ist es nämlich unklug, sich an Freunden der sharia abzuarbeiten. Und überhaupt: Die Menschen haben eben ein Bedürfnis nach Glauben und suchen sich dann schon das mehr oder weniger Passende; davon bin ich fest überzeugt (auch wenn man sich in Deutschland kurioser Weise eher ins grüne Parteilokal als zur Beichte begibt …). Und es scheint eine ganze Reihe von Leuten zu geben, die sich zu dem moslemischen Glaubensbekenntnis hingezogen fühlen (der Umstand, dass es einem vielleicht individuell schwer fallen mag, die spirituelle Ebene dessen zu erkennen, ist völlig unwichtig; die Leute treffen ihre eigenen Entscheidungen). Ich würde diese Leute jedenfalls bestimmt nicht noch zum Atheismus überreden wollen; auch wenn eine gewisse Säkularisierung u. U. ganz wünschenswert wäre.

    • Es geht nicht um das Proseytenmachen. Es ist wirklich nur die Frage, ob ich meine Zeile unterstütze, wenn ich deren Ziele unterstütze. Das glaube ich offen gesagt eher nicht. Je mehr ich darüber lese – und das ist aktuell sehr viel – desto problematischer erscheinen mit Cage und das Umfeld. Wie gesagt, man sollte da keinen einsperren, aber am Anfang war die Rede von einem der Lehrer des Vortragenden, den die USA ohne Verfahren umgebracht haben. Gemeint war wahrscheinlich er hier:

      https://en.wikipedia.org/wiki/Anwar_al-Awlaki

      Ich bin wirklich kein Freund der Drohnenanschläge, aber jemanden wie al Awlaki als Lehrer zu bezeichnen, ist schon sehr schräg. Wenn ich so jemanden als Idol habe, sollte ich mich nicht wundern, wenn ich überwacht werde.

  13. Der Name ist Programm:
    Chaos-Club. Es ist sicher ein lohnendes Ziel, Auswüchse der Überwachung durch Amazon, Google, Fazebook, Polizei und Geheimdienste zu thematisieren. Abschaffen kann man sie nicht: was gemacht werden kann, wird auch gemacht, der vermutete Ertrag ist so groß oder größer als im Waffen- Drogen- Menschenhandel. Wahnsinnige wie die radikalen Islamisten gibt es auf beiden Seiten, bei den Überwachern und den Gegnern. Mit der irrationalen Vorstellun: der Feind meines Feindes ist mein Freund, setzt der CCC aufs Spiel, dass man ihn ernst nehmen kann. Nun gab es die Überwachung schon immer, was erschrecken kann ist die Dimension angesichts der heutigen technischen Möglichkeiten. Was mich ein wenig gelassen macht ist die Vermutung, dass die Spione an der schieren Menge der Informationen scheitern. Schones Beispiel dafür ist die alte Ostzone. Die ist trotz einer permanenten Überwachungsorgie Untergegangen. Womit? Mit Recht. Und Max Mustermann scheint ja bis jetzt wenig unter der Überwachungsparanoia zu leiden. Wir alle kennen möglicherweise die eher belustigende Technik, Leute nachhaltig zu stalken, die im Internethandel nach einem Artikel gesucht haben. Ich bekomme auch auf den Seiten dieser Zeitung täglich die Artikel angeboten, die ich schon gekauft oder auch nur gesucht habe. Daran finde ich richtig gut, dass meine geliebte Online- FAZ etwas Geld verdient und mir ihre Dienste deswegen kostenlos zur Verfügung stellt. Sagt es bitte nicht weiter: Ich würde den Dienst auch bezahlen.( wenn ich muss)

    • Ja, das mit der Unfähigkeit, die gewonnenen Daten zu analysieren, wurde auch mehrfach angesprochen. Dazu braucht man dann wieder Programme, und ob die funktionieren, ist eine andere Frage.

      Ich finde es einfach wichtig, solche Themen auf grosser Bühne zu besprechen. Wenn die Antworten nur für die eigene Peergroup taugen, dann ist es eben so. Man kann von Nerds keine perfekte Zielgruppenansprache erwarten. Vieles ist auch sehr speziell.

  14. Reeperbahn und Überwachung!
    Für mich, der ich „hinter den 7 Bergen“ lebe, ist Hamburg immer eine Reise wert! Ich habe mich zwar auf der Reeperbahn über manches gewundert, manches nicht verstanden und mich häufig gefragt, was macht man mit diesen Sachen?! Aber: ich habe mich – damals 23jährig – unsagbar „frei“ gefühlt. Niemand von „Dahoam“ wusste, welch „sündiges Treiben“ man anstellte! Hamburg war persönliche Freiheit verbunden mit einem Gefühl der (jugendlichen) Sicherheit. Oder war man nur „z’dumm zum Fürchten“?

    Heute habe ich selbst WLAN-Kameras an meinem Haus, eine Waffe im Schrank und einen Pfefferspray in der Schublade. Damals habe ich darauf vertraut, dass mich ein Staat schützt. Heute hat zwar der Staat alle technischen Möglichkeiten mich bis „auf’s Klo“ zu überwachen und trotzdem fühle ich mich nicht sicher! Denn diesem Staat und seinen Organen traue ich nicht mehr.

    PS: Dass man mich in Hamburg aufgrund meiner österreichischen Sprache stets für einen Bayer hielt; dies trage ich den Hanseaten bis heute nach! ;-))

    • Vielleicht sollte man eine Umfrage machen, wie viele der dortigen Nerds den Kongress als Gelegenheit nutzen, um sich anderweistig zu verlustieren.

      Ich glaube, als Balzort ist der Kongress eher weniger geeignet.

  15. Das Problem an der Wurzel packen
    „Die Kritik kommt mit einer Frage, Die Frage lautet, was Bullivent angesichts der Sicherheitslage denn anstelle der Überwachung vorschlagen würde.“

    Hallo Don,

    Sie sind Historiker mehr als genug, um folgendes aus der Vergangenheit heraus zu diskuttieren;

    Alle materiellen Schlachten, seien es Kriege, Missionierungen, Medien- und Propagandaschlachten, oder eben die vermeintlich praeventiven Überwachungen ergründen sich angeblich aus geistigen und damit ideologischen Überzeugungen.

    So wie das Aufrüsten im Kalten Krieg materiell erfolgte, um eigentlich einer ideologischen Weltanschaung Geltung zu verschaffen.

    Würde man ernsthaft die Bedrohung des Terrorismus durch den politisierten Islam begegnen wollen, dann müsste man sich mit dessen Entstehung, Ideologie, Argumentation, den Zustaenden an seinen Rekrutierungsorten und deren waffentechnischen Belieferern auseinandersetzen.

    Aber in der Hinsicht habe ich in den letzten 25 Jahren keine ernsthafte Bemühung wahrgenommen. Im Gegenteil, man hat sogar noch dieses eigentliche Zündeln zum Ende des letzten Jahrtausends noch befeuert, in dem man muslimische Selbsthasser (Parallelen zu antisemitischen Selbsthassern in der jüdischen Geschichte gibt es zu Hauf, wie zb. bei der spanischen Inquisition) öffentlichwirksam gefeiert hat, mit dem Resultat, dass die überwaeltigend grosse Masse an moderaten Kulturmuslimen vor die Wahl gestellt wurde; „Entweder ihr schliesst Euch unserer Auffassung vom liberalem Islam, getragen meist von eben diesen Selbsthassern, an, oder ihr seid mindestens Sympathisanten von den politischen Islamisten“.

    Dieser Eindruck herrschte bei eben jenen Kulturmuslimen als Empfaenger der westlichen Medien. Dass in den Heimatlaendern dieser Kulturmuslime meist von westlichen Staaten hofierte Diktatoren herrschten, war das i-tüpfelchen dazu.

    Nun die Leute, die in strategischen think tanks in Washington, London oder woanders sitzen, sind sicherlich intelligent genug, um zu wissen, woher die Ursachen für diese jetzige Situation kommen und wie man diese nachhaltig bekaempft. Schliesslich ist diese Art des Terrorismus in der islamischen Geschichte nur von den ismailitischen Assasinen (davor laut Josephus bei den Zeloten) bekannt und ein neues Phaenomen.

    Wenn man dies aber nicht tut und im Gegenteil mit immer mehr und neuen Fronten auch noch befeuert, dann liegt der Verdacht nahe, dass diese Art des Terrorismus, wie in vielen Hollywoodfilmen als Szenarien uns vorgespielt wird, eigentlich etwas anderem dient; naemlich der Begründung für eine Zunahme von Kontrolle durch den Staat, oder

    dass bei einer Aufarbeitung der Ursachen, am Ende eine Mitschuld, vielleicht sogar eine kritische Auseinandersetzung mit dem philosophischen Selbstbildniss des Westens ansteht.
    Vielleicht auch beides zusammen. Oder vielleicht ein anderer Grund, den ich als beschraenkter Mensch net ersinnen kann.

    Am Resultat jedoch aendert es nichts; wir werden als Individuen zur absoluten transparenz gezwungen, waehrend die Zirkeln der Macht immer untransparenter (man schaue als primitivstes Bsp. nur an das durchpeitschen der EU-Verfassung, bzw. TTIP aktuell) werden.

    Was wiederum zu der naechsten Frage führt; wer wird der eigentliche Nutzniesser dieser Informationen sein, die alsbald in Unmengen produziert werden?

    Denn eigentlich stehen wir nur am Anfang einer Entwicklung, dessen weiterer Verlauf unsereiner sich vielleicht noch gar net vorstellen kann.

    • „ergründen sich angeblich aus geistigen und damit ideologischen Überzeugungen.“

      Nein, das ist erst eine Folge der Aufklärung. Davor waren Kriege meist nicht ideologisch begründet – noch nicht mal die meisten Konflikte, die uns als Religionskriege erscheinden. Es geht da fast i9mmer um sehr konkrete Ziele.

      Die hier behauptete Kritiklosigkeit des Westens an seiner eigenen Denkweise kann ich nicht nachvollziehen, die ganze Linke tut och nichts anderes, als dauernd verstehen zu wollen, was da passiert – und mit dem Westen ging sie schon immer ruppig um. Die Linke braucht genau diese Frontstellung für ihre eigenen Zwecke, um sich im Westen selbst zu behaupten. Insofern haben wir da durchaus eine offene Debatte.

      Aber so zu tun, als gäbe es im Islam keine Probleme – pardon, dann reden Sie doch mal mit Schiiten in sunnitischen Mehrheitsgeellschaften. In Nigeria gab es da gerade wieder ein paar Massaker.

    • Ein neues Phänomen?
      Sowohl bei der Ausbreitung des Islam als auch bei bewaffneten Kampf der spezifisch fundamentalistischen und radikalen islamischen Bewegungen der letzten 300 Jahre kam es immer wieder zu Massakern an der Zivilbevölkerung, der Zerstörung von kulturellen Stätten anderer Religionen und gemäßigt-islamischer Gemeinschaften und auch regelmäßig zu Vergewaltigungen und Plünderungen. Die Konsequenzen für den einzelnen Betroffenen waren oft unterschiedslos. Der Hauptgrund des islamischen Terrorismus heute ist wahrscheinlich, dass sich nur noch sehr wenige Muslime an einem bewaffneten Kampf für den wahren Islam beteiligen wollen. An einem Terrorismus zur Durchsetzung des wahren Christentums will sich niemand mehr beteiligen. Hier ist der wesentliche Unterschied. Insgesamt ist die Lage also gar nicht so schlecht.

  16. Demokratie als Voraussetzung einer Sicherheitsdiskussion
    Ohne funktionierende Demokratie kann es auch die Sicherheitsdiskussion nicht auf dem nötigen Miminalniveau gehalten werden.
    .
    In den letzten 20 Jahren hat die Exekutive alle rechtlichen Kriterien einseitig so verschoben, dass sie jetzt einfach alles darf, während jede Widerstandshandlung als Terrorismus geächtet werden kann.
    .
    Dadurch haben die Regierungen des „Westens“ ein moralisches Vakuum geschaffen, in dem das „Recht“ als Bezugsgröße sein friedensstiftendes Potential verlieren muss.
    .
    Ich sehe wenig Sinn darin, die Salafisten zur Rede zu stellen (wie sie sich die Sicherheitsarchtitektur eigentlich vorstellen), solang wir unsere eigenen Regime nicht ordentlich zur Rede gestellt haben und unsere Pflicht, deren Geheimdienste zu kontrollieren, nicht erfüllt haben.

    • Ich würde das gern bei beiden tun. Wirklich. Denn die anderen sind nun mal die Begründung der Überwacher bei uns. Überwachung braucht Gefährdung. Also ist Gefährdung auch ein Problem. Die Aussicht, jemand könnte versuchen, die Sharia einzuführen, wollen viele halt nicht.

    • Wenn es keinen Islam gäbe,
      dann gäbe es wohl auch keine Totalüberwachung?
      .
      Leider kann ich daran nicht so recht glauben.

    • Das ist nicht meine Argumentation. Es wäre aber ohne wirklich konkrete Bedrohing schwerer, solche Ansätze erfolgreich zu verkaufen.

    • Altes Spiel
      Eine Welt ohne Gefährdungen wird es aber nie geben.
      .
      Und so solange es Geheimdienste gibt, werden die auch die Möglichkeit behalten, Gefährdungen notfalls künstlich zu erzeugen oder einfach zu erfinden.

  17. Darf ich mal ein OT?
    „Flüchtlinge sind übernormal gesund“
    sagt Herr Montgomery
    auf FAZ.NET.

    Sie sind jung, männlich und dynamisch und schaffen es in
    diesem Status „nur“ 2300 Euro Gesundheitskosten zu ver-
    ursachen.
    600 Euro weniger als die überalterte, undymamische deutsche
    Bevölkerung.
    Wer hätte gedacht, dass in D übernormal gesunde Menschen
    solche Kosten generieren können.

    • Es gibt keine gesunden Menschen
      sagte mir ein alter Professor, Internistischer Onkologe, die seien alle nur noch nicht richtig untersucht worden. Es besteht also noch Hoffnung, die Krankenkasse auch unsererseits noch etwas mehr zu schröpfen, bezahlen müssen wir es ja eh.

      Also auf ein gesundes, neues Jahr.

  18. Bürgerliche Freiheiten, aus dem 19. Jahrhundert
    Und diese ganzen bürgerlichen Freiheiten wurden zu Zeiten definiert und erkämpft, als die Gefahr gewaltsamer politischer Konflikte mit Sicherheit nicht geringer war als jetzt.
    .
    Ansonsten hätte man ja einfach alles lassen können wie zu Metternichs Zeiten. Und der hätte ja auch erstmal fragen können, welche Freiheiten und Sicherheiten die Revolution seinen Standesgenossen wohl garantieren könnnte.
    .
    So gesehen ist es ein reines Wunder, dass es überhaupt einmal so was wie einen vielsprechenden Demokratieansatz gegeben hat.
    .
    Man kann das natürlich „als Historiker“ zum historischen Ausnahmefall und die Rückkehr zu so einer Art Polizeiregime für die überfällige Wiederherstellung der Normalität erklären.
    .
    Aber die Notwendigkeit dieser Entwicklung wäre damit immer noch nicht bewiesen.

  19. Missverstaendniss
    „Nein, das ist erst eine Folge der Aufklärung. Davor waren Kriege meist nicht ideologisch begründet – noch nicht mal die meisten Konflikte, die uns als Religionskriege erscheinden“

    Warum haengen Sie sich an diesem Punkt auf? Wir sprechen ja auch über das Jetzt, aber auch so gibt es Gegenbeispiele zu Ihrer These;
    ich denke da gerade zb. an die Paulikaner, die gegen Ostrom jahrzente zu Felde zogen.

    „Die hier behauptete Kritiklosigkeit des Westens an seiner eigenen Denkweise kann ich nicht nachvollziehen, die ganze Linke tut och nichts anderes“

    Hier wiederum dachte ich eigentlich an konkrete Sachen, die sich net mit dem Selbstbildniss vereinbaren lassen;
    Mir ist zb. ausser der Türkei und mittlerweile auch Iran kein einziges muslimisches Land bekannt, welches Waffen herstellt. Wer verkauft die denn?

    Waehrend man hier Demokratien hochpreist, werden doch gerade in Kulturmuslimischen Laendern, die fast saemtlich ehem. Kolonien sind Diktaturen gefördert, deren Zugpferde auch noch zumeist in Frankreich, GB und USA ausgebildet werden. Diese Diktaturen machen dann dort weiter, woran die Osmanen seinerzeit unteranderem kaputt gegangen sind, naemlich anstatt Bildung, Gesundheit und Wirtschaft zu fördern nur das Militaer und den Polizeiapparat zu entwickeln. Und selbst das kriegen die net hin.

    Es war doch der gleiche Gaddafi, dem man in Paris und Rom Parks zum Zelten zur Verfügung gestellt hat, um dann 2 Jahre spaeter ihn wegzubomben.

    Welche Glaubwürdigkeit strahlt das bitte aus?

    „Aber so zu tun, als gäbe es im Islam keine Probleme“

    Das tue ich doch gar net. Nur welchen Islam meinen Sie denn? Der Iran hat doch mit dem historischen Dschafarismus noch nicht mal dem Namen nach etwas zu tun. Sie wissen doch was der Name „Iran“ bedeutet. Der Schiite in Marokko hat doch ausser der Benennung des Namens Ali nix gemein mit dem Ismailiten in Indien.

    Es werden doch in den angeblich muslimischen Laendern nur verschiedene historische Kulturen mit islamischem Anstrich gelebt.
    Die meisten angeblichen Konfessionellen Konflikte innerhalb von „Muslimen“ entpuppen sich bei genauerem Ansehen auch nur als historisch gewachsene regional-kulturelle Unterschiede, bis hin zu Rassismus. Und die Salafisten von heute sind auch nix anderes als die politisierten Zeloten im Judentum damals, die für ihre politischen Machtfantasien eine Religion und die Minderwertigkeits- und Ohnmachtsgefühle von armen Schluckern missbrauchen. Schauen Sie sich doch die Vita der Dschihadisten an. Die gleichen sich doch nahezu alle.

    Und im Ernst gesprochen, selbst wenn es Reformatoren im Islam geben würde jetzt, die durch das Öffnen der Tore des Idschtihad diese Religion auf die Höhe der Zeit bringen würden, die Prioritaetenliste dem Verstand entsprechend neusortieren würden, den Dogmatismus, Aktionismus, die Lethargie, Selbstgefaelligkeit und Willkür unter den Kulturmuslimen austreiben würden, dann würde doch damit eine neue Konkurrenz erwachsen, was der westlichen Welt und ihrer Ergebenheit gegenüber dem „Mehr-haben-wollen“ (um es mal mit den Worten Platons auszudrücken) bestimmt nicht behagen würde.

    Sie können mir doch nicht erzaehlen, dass in der Welt in irgendeinem Staat die Weisheit als das höchst erstrenswerteste Gut befolgt wird, denn der kurzsichtige Profit von einigen wenigen innerhalb von künstlich bemessenen Kulturgrenzen.

    Ausserdem geht es doch nicht um die Muslime, oder die Christen, oder die Agnostiker, oder die Atheisten oder die sonstwas, womit wir uns so gern differenzieren. Es geht doch um unser aller nachhaltiges Glück und Zufriedenheit angesichts der Probleme, der wir als Menschheit entgegenstehen.

  20. Die Verantwortung, die aus Macht erwächst
    Der „Westen“ trägt nun einmal mehr Verantwortung als der Rest, und zwar aus folgenden Gründen:
    .
    1) Er hat die Machtmittel dazu. Er ist der Hegemon. Er hat auf die anderen mehr Einfluß als umgekehrt.
    2) Er bekennt sich zur säkularen Ideologie der Moderne (Menschenwürde, Demokratie, Rechtsstat, etc.).
    .
    Eben darum muss er in allen diesen Dingen mit sichtbar gutem Beispiel vorangehen. Und sich nicht darauf hinausreden, dass doch erst einmal die Nomaden- und Steppenvölker zum Christentum bekehren oder die Schwulenehe anerkennen sollen oder so. Das wäre sonst einfach lächerlich.
    .
    Nun hätte der „Westen“ natürlich auch dann ein Recht auf Selbstverteidigung, wenn er weder demokratisch noch rechtstaatlich noch besonders human wäre. Aber dann gäbe es für mich als Betrachter auch keinen besonderen Grund mehr, mich mit seinem Anliegen zu identifzieren. Dann könnte man die Frage, welche Variante der Barbarei obsiegt (die westliche oder die orientalische) mehr so popcornmäßig von der Seitenlinie aus betrachten. (Von meinem eigenen Leben erwarte ich mir nicht mehr so viel…)

  21. Das Abhörgerät für Jedermann
    @BertholdIV – Gated communities existieren nur in der Einbildung. Überwachungskameras braucht man dazu nicht. Jedes Mal, wenn jemand ostentativ sein Handy neben sich legt, nehme ich an, dass ich abgehört werden soll oder zumindest kann. Das gleiche gilt für die Handys, die Leute weniger ostentnaiv mit sich tragen.

  22. Differenzieren
    Don A., deine Ansicht teile ich: Extremisten sollen ihre Ansichten ebenfalls äußern dürfen.
    Aber ihnen eine Propaganda-Vorstellung zu ermöglichen, die sie noch lange ausschlachten können, ist eine außerordentliche Dämlichkeit.
    Was ist mit deren Opfern? Den bisherigen und denen von morgen. Sind die also egal? Dann ist der Rest der „Weltverbesserungsbemühungen“ des CCC sicherlich ebenfalls hinfällig.

    Wie kann man behaupten, Nazis seien gefährlich, sich aber Islamisten zum entspannten Propagandisieren holen? Für mich: gar nicht. Da endet jede Glaubwürdigkeit. Überall in der islamischen Welt riskieren liberale Muslime und Nichtmuslime ihr Leben, und verlieren dies auch nicht selten, indem sie sich gegen diese religiösen Faschisten stellen.

    Du schreibst, einer der pro Scharia ist, sollte das auch offen sagen. Die sind aber nicht dumm, und wissen dass sie das bei einer einem solchen Gelegenheit nicht tun sollten. Da muss man einfach selber mal klug sein, und den Leuten keine Plattform geben.

    • Cage UK ist nicht Terror und verursacht keine Opfer. Es ist eine Organisation, in der Extremisten rechtsstaatliche Ziele verfolgen.

      Aber ich erwarte eben auch von allen, dass sie danach schauen, wer da gesprochen hat. Ich traue das den Anwesenden schon zu. Und dann sehen sie, wem sie applaudiert haben, und ich hoffe doch, dass dann auch das Umdenken einsetzt. Und dann werden sie das nächste Mal vorsichtiger sein, wenn jemand sich auf die Magna Charta beruft, der in Wirklichkeit die Shia haben möchte.

      Selbst erlebt ist nun mal besser als von anderen eingetrichtert. Und es sin diese Fälle, da entscheidet es sich, wie wir denken. Dass solche Leute dann TOR-Shirts tragen – „this is what a TOR-User looks like“ – it halt ein Fail für TOR. Fails gehören dazu. Daran kann man auch wachsen.

  23. vortrag gesehen ... fuenf minuten lang
    Sehr schoener Artikel! ich hatte den Vortrag nach 5 Minuten verlassen, weil mir das allzusehr nach ‚heldenverehrung‘ aussah und man ohne den Kontext selber als ‚Klatschvieh‘ (schoenes Bild aus dem Artikel) degradiert wird.

    Der Kongress ist grossartig, aber bei einigen anderen Vortraegen mit politischen Aussagen verlief das aus meiner Sicht uebrigens aehnlich. So hatte ich bei Vortraegen ueber den BND Untersuchungsausschuss auch einmal die Darstellung der ‚anderen‘ Seite vermisst. ‚Gated Communities‘ zu ‚durchbrechen‘ ist ja da Motto des Kongresses,insofern fand ich folgendes Zitat aus dem Artikel treffend.

    ‚In solchen Momenten wird deutlich, dass sich Aktivisten zu sehr auf das verlassen, was das Motto des Kongresses aussagt: Gated Communities. Abgeschlossenen Gemeinschaften von Menschen, deren Selbstverständnis so gefestigt ist, dass es intern gar nicht mehr hinterfragt werden muss. Fragen, die nicht gestellt werden, müssen nicht beantwortet werden.‘

    Wirklich ein absoluter Spitzenkongress, von Freiwilligen ohne Unterstuetzung der Industrie. Aber es koennte in der Tat helfen, hier und da ein breiteres Meinungsspektrum abzubilden.

    Vielleicht waere es mal ein Vorschlag einen Vertreter des BND, Innen- oder Justizministerium oder aehnlichem einzuladen und sich mit offenen Ohren anzuhoeren, warum sie bestimmte Dinge so und nicht anders sehen ?

    • Nun, ich bin ja absihtlich auch in Veranstaltungen gegangen, von denen ich wusste, dass die Vortragenden ganz anderer Meinung sind. Leider waren sie aber nicht böse, sondern nur langatmig. Und sogar die Islamisten haben sich westlich lackiert. Anererseits, warum sollte er CCC jenen ein Podium bieten, die eh schon genug Air time haben und dann auch noch den Bussibussiflow stören? Ich denke, die meisten wollen genau diese einigkeit, die ihnen sonst so sehr fehlt. Ich kann das auch irgendwie verstehen.

  24. Wirkungstreffer!
    Ich möchte allen Kommentatoren hier danken, besonders HansMeier555, Mete und Zuhörer.

    Sie sprechen mir allesamt aus dem Herzen, so sehr dass ich es augenblicklich nur schwer beschreiben kann. Wir sind offensichtlich Seelen verwandt! Danke sehr!

    Ich denke hier, und Artikel übergreifend, liegen die Schwierigkeiten (wieder mal) auf dem Tisch! Und die Erkenntnisse daraus machen sehr nachdenklich. Derartige Komplexität dieser Themen und Rahmenbedingungen ist gegeben, …und nahezu alles arbeitet gegen uns als Zivilgesellschaft(en). Meiner Einer macht es stink wütend, und das ist gut!! Ausnahmsweise sehr gut.

    Und es macht mich nicht auf Islamisten und Salafisten stinkig – auch wenn die mir suspekt bleiben… die haben nach Frankreichs Regierungs-Versprechen ohnehin schlimme und überaus harte Zeiten vor sich.
    Die Luftbasen sind besetzt, die Flugzeugträger in Position, und weiß der Kuckuck was noch alles gegen sie geworfen wird. Meines Erachtens werden die meisten von ihnen sterben, und viele bedauernswerte Zivilisten mit ihnen. („Lenkwaffen“ lassen grüßen)
    Warum also die Debatte in religiösem Kontext führen, oder über politisierten Extremismus an sich?

    Für mich wird das fade Gefühl bleiben, dass dort Heimat-und Stammeskämpfer von unseren Regierungen und Militärs bekämpft werden. Weil wir ihnen seit 200 Jahren und länger, bis zum erbrechen auf den Zeiger gehen.
    Wir können das getrost unserer Excekutive überlassen und diese sich die Hände schmutzig machen lassen. Man verzeihe mir den Chuzpé. Wir selbst haben nicht die Daten, haha! Schon gar keine verlässlichen, jenseits von Meinungsmache und Propaganda.

    In vielerlei Hinsicht steht hier in Bezug auf Digitalisierung, Automatisierung, Internet und Computertechnik ein absoluter Wirkungstreffer in die Ahnungslosigkeiten unserer Gesellschaften und Zivilisationen!!
    Im Verbund mit den anderen Artikeln dieses Dezember-Blogs erst recht!

    Darum muss es vorrangig gehen, mMn.

    Es handelt davon Rechtsprechung, Bürgerwillen und Gegeninitiativen zu beleuchten und zu formulieren, …gegen diese skandalösen Zustände in der Datenschutz-und Digitalisierungs-Angelegenheit an sich. Die UNS ALLE bis zum Ultimo betrifft.
    Kurzum den Rahmen in dem wir selber leben wollen!!

    Meine Ideen und Vorstellungen wachsen.

    Ich habe wenig Zeit in den nächsten drei Wochen. Aber ich mache ALLEN nach wie vor Interessierten das Angebot diese EDV-Thematiken hier lebendig zu halten und auch an politischer Willensbildung nicht zu geizen.

    Werter Don, könnte man nicht hier ebenfalls Abstimmungen einfügen?

    Die einhellige Besorgnis und Erkenntnis-Zunahme schien auszudrücken… weniger Big Data und automatisiertes Plündern von Meta-Daten, geistigem Eigentum und Privatsphäre sei nützlich und Zukunfts trächtiger!?

    Allenthalben vorsichtiger

    Warum nicht der Versuch einer Demokratischen Mehrheitsbekundung?

    Frohe Woche,
    Deltyernahr

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