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Krebs und Glyphosat – Die Angst vor dem Unbekannten

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Viele Menschen habe Angst vor Krebs. Und sie haben Recht damit, denn etwa 26% der Menschen in Deutschland sterben an Krebs. Der Rest stirbt natürlich auch irgendwann, wahrscheinlich an Herz-Kreislauferkrankungen (39%). Aber nichts fürchten die Menschen so sehr wie den Krebs. Demenz und Herzinfarkte werden mit Galgenhumor weg gelacht, die eine Erkrankung vergäße man eh, die andere kriegt man angeblich kaum mit. Beides ist falsch. Wer in die flehenden Augen Demenzkranker sieht, die ihre Enkel nicht mehr erkennen oder wer eine Patientenverfügung unterschreibt, weiß, dass es andere schlimme Möglichkeiten gibt, aus dem Leben zu scheiden.

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Trotzdem ist gerade Krebs ein Schreckensgespenst. Alles ist entweder krebserregend (das, was Spaß macht) oder schützt vor Krebs (das, was langweilig ist). Ich habe lange gelernt, neutral auf das Thema Krebs zu schauen. Nicht, dass ich nicht auch um Verwandte und Freunde bange, die von der Krankheit betroffen sind, aber wir Krebsforscher haben eben auch andere Erfahrungen gemacht. Wenn man daran forscht, wenn man buchstäblich auf Krebszellen hinabschaut, dann verliert das Gespenst ein wenig von seinem Schrecken.

Die Hälfte aller Krebspatienten können heute geheilt werden, sagte Otmar Wiestler, ehemaliger Chef des Deutschen Krebsforschungszentrum und jetzt Präsident der Helmholtz Gesellschaft. Dabei sollte man sich auch vor Augen halten, dass viele Menschen eine Krebsdiagnose in einem bereits höheren Alter bekommen. Viele Menschen leben auch sehr lange mit Krebs.

Aber die Angst ist da. Sie dient derzeit wieder zur Abschreckung, zur emotionalisierten Debatte. Über die Zulassung von Glyphosat zum Beispiel. Die Abstimmung über die Neuzulassung von Glyphosat durch die EU-Kommission, die für letzten Montag geplant war, verlief jedoch ohne Ergebnis. Auch wenn die meisten Landesvertreter sich vorher noch für eine Verlängerung aussprachen, zögern sie die Entscheidung nun hinaus. Denn diverse Gruppen sind dagegen, sie halten Glyphosat für krebserregend und selbst in winzigsten Mengen für gefährlich. Dabei wäre es eigentlich nicht zu erwarten, dass Glyphosat bei sachgerechter Verwendung Krebs erzeugt. Nutzt man das Herbizid nicht als Badezusatz sondern zur Unkrautvernichtung, werden die zulässigen Grenzwerte beim Endverbraucher nicht überschritten. Besonders absurd aber ist es, wenn winzige Rückstände von Glyphosat in einer bereits von sich aus krebserregenden Substanz nachgewiesen wurden, dem Bier. Das war wieder ein herber Schlag für die deutsche Seele. Man fragt sich, ob ein Nachweis von Glyphosat in Cornflakes ähnlich gewirkt hätte.

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Aber welche Faktoren begünstigen eigentlich Krebs? Da ich mich in meiner Doktorarbeit damit beschäftigt habe, wurde ich das des Öfteren gefragt. Das ist keine so einfache Frage – nicht weil ich die Antwort nicht wüsste, sondern weil diese verstörend ist. Denn Krebs entsteht vor allem durch das Leben an sich.

Unser Erbgut, die DNA, ist ein sehr robustes Molekül, das dennoch anfällig für Fehler ist. Ein Teil dieser Fehler sind Schäden, molekulare Veränderungen der DNA, die so nicht vorgesehen sind: Kleine Hubbel, falsche Verbindungen und sogar die gänzliche Durchtrennung der Stränge. Eine einzelne Zelle erhält bis zu 100000 dieser Schäden pro Tag, aber sie kann damit umgehen. Zumeist kann sie den Schaden selbst reparieren und wenn nicht, schaltet sie sich selbst aus. Werden diese Schäden aber nicht repariert und der Selbstabschaltungsmechanismus funktioniert nicht, kann sich das Erbgut verändern. Passiert das an der falschen Stelle unserer 22500 Gene, kann das, mit vielen weiteren Zwischenschritten, zu Krebs führen.

Zu diesen Schäden führt zum Beispiel Strahlung, wie durch UV-Licht und ionisierende (radioaktive) Strahlung. Letztere gibt es übrigens überall, nicht nur in Tschernobyl und Fukushima, dort sind die Werte nur viel höher. Ein weiterer Schadensverursacher ist der Sauerstoff. Simples Atmen schädigt unser Erbgut. Das ist schlecht, denn wir haben uns an den Sauerstoff gewöhnt und die Entzugserscheinungen sind immer tödlich. Es ist auch vor allem der Stoffwechsel an sich, der unserem Erbgut zu schaffen macht. Dadurch entstehen besonders reaktive Sauerstoffverbindungen, die unsere DNA angreifen.

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Und dann gibt es noch Zellgifte. Diese sind, wie der Name schon sagt, den Zellen nicht freundlich gesonnen. Oft greifen auch sie in die DNA ein und schaffen oder kappen Verbindungen, wie sie gerade lustig sind. Das kann man nutzen, um ungewollte Zellen – wie eben Krebszellen – zu töten. Allerdings ist keine Wirkung ohne Nebenwirkung, daher bekommen auch andere Zellen etwas davon ab.

Schäden in der DNA können auch zu Ablesefehlern führen. Bei der Zellteilung können dann fehlerhafte Kopien erstellt werden. Diese fehlerhaften Kopien können natürlich auch einfach zufällig entstehen. Und je häufiger sich eine Zelle teilt, desto öfter können diese Fehler natürlich passieren. Auch diese Fehler können unter gewissen Umständen wieder dazu führen, dass Krebs entsteht.

Es müssen aber viele Dinge zusammen kommen, damit Krebs entstehen kann. Die Zelle muss bestimmte Veränderungen durchlaufen, damit sie sich kontinuierlich teilen kann, sie muss resistent gegen die programmierte Selbstabschaltung sein und auch gegenüber dem Immunsystem. Sie muss einen Weg finden, sich immer wieder zu teilen, dazu benötigt sie Nährstoffe und für diese benötigt sie wiederum Blutgefäße. Außerdem muss sie, um ein bösartiger Tumor zu werden, ihre Saat weiter streuen, also Tochtergeschwulste ausbilden.

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Natürlich ist es wichtig abzuklären, welche Substanzen die Entstehung von Krebs begünstigen könnten. Allerdings wird man wenig finden, was nicht in irgendeiner Form und Dosis krebserregend ist. Das bedeutet, man muss Grenzwerte festlegen, bis zu denen eine Substanz als nicht schädlich gilt. Trotzdem erwecken Klassifizierungen wie „wahrscheinlich krebserregend“ die Angst vor dem Risiko, selbst wenn die Grenzwerte deutlich unterschritten bleiben.

Fehlerhafte Risikobewertungen entstehen vor allem dann, wenn der Stoff um den es geht irgendwie fremd und komisch ist. Mittlerweile gibt es Leute, die nichts mehr essen, was sie nicht aussprechen können. Würden diese nun „die Tomaten von den Augen“ nehmen, würden sie auch in diesen komische, aber absolut natürliche Inhaltsstoffe wie Glykolalkaloide oder Chlorogensäure entdecken. Vollkommen einfach auszusprechendes und natürlich vorkommendes Belladonna würde ihnen zwar auch die Augen öffnen, könnte aber ungewollte Nebeneffekte haben.

Die Bewertung und Einschätzung von Risiken basieren auf statistischen und dadurch sehr abstrakten Methoden. Andererseits ist deren Wahrnehmung von Gefühlen und nicht von Wissen gelenkt. Alles Fremde ist erstmal schlecht. Dies wird von Aktivistengruppen gerne und viel ausgenutzt. Sachliche Argumente gehen in emotionalen Debatten stets unter. Wer jedoch ohne Grundlage Ängste schürt, hat vielleicht auch gar keine sachlichen Argumente.

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Die Frage ist allerdings auch, inwiefern wir auf unser Krebsrisiko überhaupt Einfluss nehmen können. Mittlerweile gehen einige Forscher davon aus, dass Krebs vor allem durch eines entsteht: Pech. An der Debatte um Rotes Fleisch konnten wir sehen, wie geringfügig unsere Lebensweise das Krebsrisiko beeinflusst. Wer sein Krebsrisiko gering halten will, sollte möglichst aufhören zu rauchen, sein Gewicht in einem normalen Rahmen halten und am besten nicht alt werden.

Wir haben lange versäumt, zu lernen Risiken zu verstehen. Wir haben verpasst die Deutung von Wahrscheinlichkeiten verständlich zu vermitteln. Dies rächt sich nun damit, dass kaum eine Diskussion rational geführt wird. Geschürten Ängsten wird medial mehr Raum gegeben als den Fakten, die diese beruhigen könnten. Denn emotionale Aufrufe bekommen mehr Aufmerksamkeit, mehr Klicks, mehr Likes. Vermutlich können wir aber bloß mit unserer Ohnmacht nicht umgehen, irgendwann an einer uns kaum verständlichen Krankheit sterben zu müssen. Wir projizieren unsere Existenzialangst auf externe Sündenböcke, um uns selbst davon abzulenken, dass wir irgendwann den Löffel abgeben müssen.

Stattdessen sollten wir die Forderung von Verboten kritisch hinterfragen. Denn was ist denn die Folge von Verboten? Welchen Ersatz gibt es, wenn bestimmte Dinge verboten werden? Emotionale Debatten neigen dazu, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, und sich vollkommen von den eigentlichen Tatsachen zu entfernen. Dem kann man nur begegnen, wenn mehr Aufklärergeist durch die Medien fließt, statt skandalgetriebener Inquisition.

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178 Lesermeinungen

  1. ???
    „Außerdem muss sie, um ein bösartiger Tumor zu werden, ihre Saat weiter streuen, also Tochtergeschwulste ausbilden.“

    Eine Zelle mutiert zu einem bösartigen Tumor, der aber nicht zwangsläufig streuen muss. Ihre Aussage halte ich daher für sehr irreführend.

    • Eine sich verändernde Zelle ist noch kein Tumor. Das passiert eigentlich ständig. Diese Zellen sterben aber von selbst ab oder werden vom Immunsystem beseitigt. Sammeln sich die veränderten Zellen an sind sie erst einmal ein „gutartiger“ Tumor – je nach Ort und Stelle sind sie aber nicht harmlos. Bildet der Tumor Tochtergeschwulste ist er ein bösartiger Tumor. Da ein Tumor wahrscheinlich aus einer einzelnen sich veränderten Zelle stammt, die sich aber weiter teilt ist das schon so richtig. Ich hoffe ich konnte die Verwirrung aufklären.

    • danke, aber noch nicht ganz
      denn unter Streuung des Krebses verstehe ich Metastasen, die aber nicht zwangsläufig entstehen müssen. Wie der Volksmund sagt, der Krebs hat gestreut und meint eben Metastasenbildung, die sich an völlig anderer Stelle als die Muttergeschwulst befindet.
      Insofern ist der Ausdruck „streuen“ vielleicht etwas unglücklich gewählt.

      Aber sei’s drum, ich habe zwei an Krebs erkrankte Menschen bis zum Tod begleitet, es ist ein Scheißspiel.

      Was mir Glyphosat nun nicht sympathischer macht, das mag an meiner herzhaften Abneigung zu Monsanto liegen.

    • Ja, Tochtergeschwulste ist das deutsche Wort für Metastasen. Ich hatte gehofft darunter kann man sich besser vorstellen was gemeint ist.
      Das Patent von Monsanto an Glyphosat ist übrigens schon lange ausgelaufen. Daher gibt es das mittlerweile von vielen Anbietern.

    • Die Patentsituation ist mir bekannt
      was aber meine Abneigung gegen Monsanto in keiner Weise beeinträchtigt. Ich mag die Firma schon seit über 40 Jahren nicht ;-)

      Ich habe immer noch Schwierigkeiten mit Ihrer Formulierung:
      „Außerdem muss sie, um ein bösartiger Tumor zu werden, ihre Saat weiter streuen, also Tochtergeschwulste ausbilden.“

      Viele Tumore werden gefunden, haben noch nicht gestreut und sind deshalb doch nicht gut. Metastasen werden auf Dauer gebildet, o.k., aber zum Bösartigwerden der Muttergeschwulst sind sie doch nicht notwendig, die ist doch gegeben… Ich komme da nicht mehr mit.

    • Das ist eine Ausdrucksweise. Tumoren die nicht gestreut haben, haben eine hohe Chance komplett entfernt werden zu können, jenachdem, wo man sie findet. Gutartig ist dabei wirde eine simplifizierte Bezeichnung. Ich sagte ja auch, dass sie trotzdem nicht harmlos sind. Gut- und Bösartig bezeichnet hier ausschließlich die Fähigkeit zu streuen und hat nichts mit harmlos zu tun. Der Begriff ist halt so gewachsen, das kann ich nicht ändern.

    • Titel eingeben
      Wikipedia definiert Gut- und Bösartigkeit so: Begriff[Quelltext bearbeiten]
      Dementsprechend gibt es in der Medizin zwei Definitionen des Begriffs Tumor:

      im weiteren Sinn jeglicher erhöhter Platzbedarf (Raumforderung) eines Gewebes (Intumeszenz) oder eine tastbare Verhärtung, z. B. auch eine Schwellung bei einer Entzündung (Ödem, Phlegmone, Abszess) oder Zyste (siehe hierzu auch Pseudotumor), oder auch eine Stuhlansammlung im Darm, die man vor dem Stuhlgang oft im linken Unterbauch tasten kann. Es ist also ein recht unscharfer Begriff.
      im engeren Sinn Neubildungen von Körpergeweben (Neoplasien), die durch Fehlregulationen des Zellwachstums entstehen – womit bezüglich der Gut- oder Bösartigkeit (Dignität) der Neubildung noch nichts ausgesagt wird.
      Neoplasien können jegliche Art von Gewebe betreffen, sie können gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein. Die maligne Variante wird auch umgangssprachlich als Krebs bezeichnet. Neoplasien können alleinstehend („solitär“) oder mehrfach an verschiedenen Stellen im Organismus („multizentrisch“ oder „multifokal“) auftreten. Üblicherweise werden Tumoren als multizentrisch bezeichnet, wenn die Distanz zwischen den einzelnen Läsionen mehr als fünf Zentimeter beträgt und als multifokal, wenn die Distanz fünf Zentimeter oder kleiner ist, allerdings existiert keine exakte radiologische Definition für diese Begriffe. Je nach Ort (Lokalisation) des Tumors und der Funktion des durch ihn geschädigten Gewebes können sie zu einer Zerstörung von Organen mit Beeinträchtigung des Gesamtorganismus bis zum Tod führen.

    • "wachsende Begriffe"?
      „Der Begriff ist halt so gewachsen, das kann ich nicht ändern.“
      .
      Wer sonst?

    • Truth is like poetry. And most people fucking hate poetry.
      Tja, Medizin ist keine Wissenschaft. (Das ist die Antwort auf Eure Fragen…steht übrigens schon längere Zeit weiter unten!)

      Ja, ich weiß, dass ist für den Durchschnittsintelligenten nicht denkbar, der folgt Hierarchien und der funktionalen Differenzierung anstatt sie zu hinterfragen.
      Und ja, auch ich habe langsam gemerkt, dass hier, in meiner Diaspora, keine aus dieser genannten Gruppe herausragenden Personen operieren.

      Deshalb bitte meine Kommentare ignorieren und glücklich weitermachen.

    • Gast, die Begrifflichkeiten sind mir als Laien soweit klar,
      es geht um die Formulierung „Außerdem muss sie, um ein bösartiger Tumor zu werden, ihre Saat weiter streuen, also Tochtergeschwulste ausbilden.“ die m.E. impliziert, ein Tumor ist erst böse, wenn er zu streuen beginnt, das also die Grundvoraussetzung für die Bösartigkeit ist.

      Darum halte ich die Formulierung für irreführend, da hilft dann die Erklärung, nur ein bösartiger Tumor bildet Metastasen, nicht weiter. Denn im Umkehrschluss müsste ich annehmen, dass viele Frauen, denen man einen Knoten aus der Brust entfernt hat, womöglich keinen Krebs hatten, weil der noch nicht streute.

      Ich bin da vielleicht kleinlich, mir geht es um die Genauigkeit der Aussage.

    • Unausgereift
      Da haben Sie vollkommen recht, Renate Simon. Ein Blasentumor oder ein Karzinom des Magens oder der Bauchspeicheldrüse müssen keineswegs „gestreut“ haben, um zum Tode zu führen. Dasselbe gilt für bösartige Hirntumoren. Manche Geschwülste kann man einfach nicht entfernen, ohne den Körper gleich mit zu schädigen. Auch nicht bestrahlen.
      Leukämie ist auch Krebs, und Leukämie tötet ebenfalls durch Verdrängung und zwar der übrigen blutbildenden Zellen.

      Ich halte dieses Stück über Glyphosat für eine kolossale, leicht durchschaubare Relativierung und daher nicht für besonders gut, obgleich es sehr bemüht ist und die Photos der romanischen Kirche großartig.

      Auch dies ist sehr störend:

      „Wer sein Krebsrisiko gering halten will, sollte möglichst aufhören zu rauchen, sein Gewicht in einem normalen Rahmen halten und am besten nicht alt werden.“

      Wie bitte? Da wir alt werden müssen, können wir demnach auch rauchen oder fett werden. Ansonsten empfehle ich hier Poe’s law.

      Heike LeKer beschreibt im Spiegel eine Patientin, die mehrere an sich gutartige Hirntumoren hatte, Meningeome. Sie hätte daran ohne weiteres verrecken können, wenn ihr Atemzentrum sich nicht mehr wohl gefühlt hätte, platzmäßig. Auch postoperativ war sie nicht ungefähdet.

      Insofern ist dieses Stück zu vereinfachend in jeglicher Hinsicht.
      P.S. Meine Mutter ist an einem „ungestreuten“ Blasentumor elendiglich gestorben, und die Angst vor Krebs ist mehr als berechtigt. Meine Mutter war keine Biertrinkerin, aber Bier soll Blasenkrebs begünstigen. Was wohl im Bier?
      Der Seitenhieb auf Biertrinker gefällt mir auch nicht besonders.

    • @Oberländer
      Es ist wohl leider so, dass wir entweder geistig fit, aber körperlich verfallen oder grad umgekehrt, körperlich fit, aber völlig plemplem alt werden. Dazu die Gefahr, im Alter noch jegliche Art von Krebs zu bekommen. Meine Groß- und auch meine Schwiegermutter entwickelten im zarten Alter von über 80 Jahren einen sehr eiligen Brustkrebs, mein Mann mit fast 84 ein Adenokarzinom der Lunge mit Metastasen im Gehirn und wohl auch Oberbauch. Bemerkbar machten sich die Hirnmetastasen, die den Anschein erweckten, den lieben Lothar hätte buchstäblich von heute auf morgen eine Demenz ereilt. So bin ich erst drauf gekommen, dass etwas nicht stimmt. Er schaffte das Kunststück, nachdem ich ihm die Diagnose gesagt hatte, innert 11 Tagen zu sterben, einfach so, weil er’s so beschlossen hatte, wozu eine große innere Stärke gehöre, wie mir mein Arzt dann sagte.

      Mein Mann hatte lange Jahre geraucht, war aber seit über 20 Jahren rauchfrei und bekam dann den sogen. Nichtraucherkrebs und mir sind weitere Fälle bekannt, denen es genauso ging. Ich qualme weiterhin, sterben ist fest eingeplant, also was soll’s. Sollte mich noch ein Krebs ereilen, habe ich einem langen Elend vorgesorgt.

      Die Diskussion um Glyphosat ist m.E. völlig daneben und verfahren. Man sah Berichte im TV von Kleinbauern in Indien und anderswo, die allesamt erkrankten, Vieh und Kinder starben. Farmer in den USA und Kanada zweifeln unterdessen an der alleinseligmachenden Wirkung, zumal längst immer mehr Resistenzen auftreten, die die Unkrautbekämpfung zum Irrsinn machen. Dann taucht Ungeziefer auf, das den Mais vernichtet, man spritzt das Zeug munter zugrunde.

      Nun ist es nicht so, dass es ohne Glyphosat besser wäre. Ich habe für Schering/AgrEvo/Aventis über 30 Jahre in dem Bereich Werbung gemacht, wusste, dass z.B. Banvel im Mais keine Zulassung mehr hatte. Was machten die badischen Bauern, fuhren nach Frankreich, holten sich Banvel dort und knallten es massenhaft in ihre Plantagen. Kippten Spritzreste an den Feldrand, wo dann wirklich nichts mehr wuchs. Anwohner berichteten davon. Vom Spritzen im Schutzanzug haben ohnehin die wenigsten Bauern je gehört.
      Es sind dann auch die Anwender, die die Sache noch komplizierter und schadhafter machen.

    • Antwort an Renate Simon
      @ Renate Simon

      Erstmal mein Beileid für das Schicksal Ihres Mannes. Hoffe, dass Sie sich noch alles sagen konnten.

      Dann das Treffendste, das ich je über Krebsangst gehört habe:
      Woody Allen glaubt in „Hannah und ihre Schwestern“, er hätte einen Hirntumor und wird fast verrückt vor Angst.
      „Letzte Woche war ich noch so glücklich“, klagt er.
      „Nein“, protestiert seine Sekretärin, „Du warst kreuzunglücklich, über Deine Show, Dein Leben.“
      „Ach was“, sagt Allen, „ich war glücklich, nur wusste ich es nicht.“
      Dialog in etwa, aus dem Gedächtnis. Tumoren sind tatsächlich der Untergang.

      Dann über Monsanto. Ich habe gelesen, die von Ihnen erwähnten Farmer hätten vermehrt Suizid begangen, weil sie den Dünger nicht mehr bezahlen konnten. Was ist jetzt richtig? Auf jeden Fall sind die Abhängigkeiten die Hauptgefahr, auch bei TTIP.

      Die Medizin hat große Fortschritte gemacht, aber nur bei Brustkrebs und bei Tumoren, die auf Zytostase ansprechen, also Morbus Hodgkin, Leukämien, Mamma-Ca, bestimmte Formen von Hoden-Ca und einige weitere.
      Beim Ovarial-Ca, dem Pankreas-Ca, den Lungentumoren, den Nierentumoren und den Hirntumoren wird immer Holland in Not sein. Sie werden in der Regel erst entdeckt, wenn sie Symptome machen und lassen sich dann oft nicht mehr ganz entfernen.
      Das Ovarial-CA spricht zwar auf Zytostatika an, ist aber oft schon in das Bauchfell metastasiert.

      Somit ist ein gewisser Fatalismus angebracht, letztlich auch, weil ein weiterer Faktor nicht beeinflussbar ist: Genetik.
      Oder würde eine Mutter die Schwangerschaft unterbrechen, weil ihr weiblicher Säugling evtl. mit 60 Jahren ein Mamma-Ca bekommt? Man sollte das gar nicht so genau eruieren, weil KV dann diesen Tumor theoretisch aus dem Versicherungsvertrag ausschließen könnten. Obamas Mutter starb wohl an Bauchspeicheldrüsen- oder Magenkrebs, ohne ausreichende Versicherung aus anderen Gründen, was ihn entsprechend traumatisiert hat.

      Die Lösung wäre, jeden Manschen ab ca. 30 Jahre so alle zwei bis drei Jahre durch die Ganzkörper-Computertomographie zu schieben, auf Wunsch, aber wer soll das bezahlen, vor allem für die 75%, die nie einen Tumor bekommen werden oder vorher bei einem Verkehrsunfall sterben?

      Der Fatalismus, dem die Autorin augenscheinlich schon verfallen ist, ist also gerechtfertigt, nur meine ich, dass man die Angst ernst nehmen muss, weil sie berechtigt ist. Weiterhin, dass man viel Geld in effiziente Schmeztherapien stecken und Ärzte davon abhalten sollte, sich bei aussichtslosen Fällen nur für ihren Katalog zu betätigen.

      Ich kann mich an neun Lungentumoren erinnern, davon drei Adeno und zwei Kleinzeller, diese fünf bei Nichtrauchern, außerdem einen Lungenspitzentumor (Plattenepithel) bei einem lebenslangen Nichtraucher.
      Das erinnert an solche Bildchen mit:
      „Finden Sie den Unterschied“ und rechtfertigt in keiner Weise die Hatz auf Raucher und die Ekelkampagne von Brüssel auf den Packungen. Aber was erwarten wir von Leuten, die den Briten vorschreiben wollen, ihr Salz/Pfeffer/Öl auf dem Tisch abzuschaffen und dafür schnöde Tütchen von Heinz und Co. hinzulegen?

      Bayer will ja Monsanto kaufen. Ich weiß nicht, ob Bayer das langfristig gut tut. Nötig wäre bei dem Ruf, dass Monsanto belegen kann, dass sie mehr Gutes als Schlechtes bewirkt haben.
      Die Firma, die Contergan auf dem Gewissen hatte, ist meines Wissens eingegangen. Falls Bayer Monsanto doch kauft und später größere Prozesse anstehen, kann Bayer in die Knie gehen, genau wie VW. Amerikanische Prozesse sind teuer.

      Man kommt hier viel weiter, wenn man Abhängigkeiten und Gelder betrachtet, weil sich auf diesem Sektor mehr berechnen, beweisen lässt. Über Glyphosat weiß man möglicherweise nicht genug.

      Entschuldigen Sie die Komplexität. Nichts ist schwerer, als mehrere Gedanken in einen einzigen Kommentar zu packen, vor allem, wenn sie einzeln Bücher füllen können. M.f.G.

    • @Oberländer
      Ja, Contergan hat Grünenthal das Genick gebrochen, die Firma war einfach zu klein und dann dieses Desaster. Bayer wird sich an Monsanto verheben, man kauft sich ein schlechtes Image und hofft auf Umsatz, das kann nicht gut gehen. Aber Bayer ist eine merkwürdige Firma, ich hatte das etwas zweifelhafte Vergnügen, mit denen nach dem Aufkauf von Aventis zu tun zu haben und ich frage mich immer noch, wie die es schaffen, mit der Personalstruktur an der Spitze zu bleiben.

      Die Schreckensbilder auf Zigarettenpackungen finde ich ziemlich pervers. Sicher ist es gut, wenn immer mehr junge Leute gar nicht mit der Qualmerei anfangen, aber grundsätzlich werden auch diese Leute irgendwann einen Krebs bekommen. Wie viele leben so fürchterlich gesund und müssen dann so fürchterlich leiden, es gibt keine Garantie auf ein Leben ohne Krankheit. Wobei Vorsorge wie Mammografie auch nur der Beruhigung des Einzelnen dient, wirklich bringen tut das nichts. Was wirklich nötig wäre, eine ausreichende Palliativmedizin und Hilfe beim Sterben, aber daran ist der Bundestag dank kirchlicher Bindungen ja bereits gescheitert.

      Die Farmer in Lateinamerika, Südamerika usw. sind alle überschuldet und viele Dörfer klagen über zahlreiche Suizide. Man könnte sagen, Leichen pflastern den Weg von Monsanto. Eine Firma, die sich auf jeden Pups und jedes Gen ein Patent sichern und damit dann Landwirte oder Viehzüchter zu Zahlknechten machen will. Das sind merkwürdige Geschäftsmethoden und stand Monsanto nicht schon in den Startlöchern in der Ukraine? Monsanto, Nestlé u.a. sind m.E. die Totengräber einer freien Welt, es geht nur ums Geschäft, egal, ob genverändertes Saatgut oder Wasser oder was auch immer zu finden ist, um Geld zu machen. TTIP ist da wohl das I-Tüpfelchen, wir werden’s ja erst sehen, wenn alles zu spät ist. Dass sich unsere Abgeordneten mit dem Lesezimmer abspeisen lassen, wundert schon längst nicht mehr.

      Wir können uns lange aufregen, wir werden nichts ändern, das einzusehen ist misslich und verstimmt.

      Danke für Ihre Wünsche. Ich konnte mit meinem Mann zwar noch halbwegs reden, Cortison linderte den Druck im Gehirn, er nahm vieles aber gar nicht mehr auf. Es ging so schnell, vom ersten Symptom bis zu seinem Tod 6 Wochen.

    • Der Hersteller von Contergan ...
      … existiert noch, nahe Aachen.

  2. Back to Nature
    Nun die DNA –

    Ja sicher, sie ist ein Molekül. Vereinfacht gesehen. Sehr vereinfacht.
    Aber auch das Tagebuch der Evolution. Das Gedächtnis. Das Erbe.
    Rupert Sheldrake lässt grüßen. Seine morphogenetischen Felder. 0,5 % kennt oder ahnt davon.

    Robust? Mitnichten.

    Schon in den 80er wies man nach, dass bis 30 % der Insekten Mutationen aufwiesen.
    Der Mensch. Natürlich immun dagegen. Wir sind ja unsterblich.
    Klar – oder etwa nicht.

    Man muss aber wissen, dass latent in jedem Menschen Krebszellen vorhanden sind. Immer am Start. Jawohl.

    Wilhelm Reich – ja der – befand das es bestimmte Dinge gibt, die sagen wir einmal, nicht gut sind.

    Atomare Strahlung. Stagnierende Orgonfelder. Oder übererregte Orgone. Oder einfach schlechter oder gar kein Sex.

    Sicher – er spricht auch von charakterlicher Panzerung.
    Was in dieser unserer Dekade, im Zeitalter der Wahrnehmungsblase immer aktueller wird. Seis drum.

    Cohn Bandit erklärte uns gerade die offizielle Sichtweise zur EM in Frankreich. Was kümmert uns da der Krebs.

    Es lebe die Freiheit. Es lebe die Gleichheit. Es lebe die Brüderlichkeit.
    Es lebe die Gerechtigkeit unter Gleichen.

    Weiter so, sehr geehrter Don.
    Danke und aus …

  3. Titel eingeben
    „Das ist schlecht, denn wir haben uns an den Sauerstoff gewöhnt und die Entzugserscheinungen sind immer tödlich. “

    Trotz des ernsten Themas musste ich über diesen Satz doch lachen, danke.
    Ansonsten ein interessanter Kommentar, dem ich durchaus zustimmen kann…von allzu viel Sachkenntnis sind die erwähnten Debatten überwiegend wohl wirklich nicht gekennzeichnet.

  4. Fohlenschutz
    Sorry, Anna das war jetzt unhöflich – Macht der Gewohnheit.
    Sie sind noch frisch.

    Graben sie tief – sehr tief – bevor sie sich an die Front schicken lassen.
    Junges Gemüse wird gerne das Opfer von Kugeln.

    Toi, Toi , Toi

  5. Mal was Neues
    Der Themenwechsel tut dem Blog gut.
    Mehr davon.
    Frau Müllner schreibt angenehm sachlich.
    Die schönen Fotos passen gut dazu.

  6. Your turn doctor! Tell me!
    Auch wenn dann all der Aufklärergeist durch die Medien fließen würden hätte könnte, so ließe sich das Wissen der Medizin bezüglich Tod immer noch auf folgende Aussage reduzieren.

    Leben tötet.

    Die Medizin ist bis heute eher Handwerk denn Wissenschaft.
    Es existiert dort nicht mal ein Ansatz einer allgemeinen Theorie.
    D.h. selbst „Krankheit“ ist nicht definiert.

    Solange das so ist, solange ist dort ein Spielraum für unendliche Interessengruppen, die Sinn definieren können.
    Man könnte z.B. fragen, ob Krebs überhaupt eine Krankheit ist, und die Medizin könnte nicht antworten.

    Ergo: Die Medizin sollte erst einmal lernen selbst Fragen zu beantworten, bevor sie sich beschwert, dass dies durch andere übernommen wird.

    Edgar Jacobi: „I have cancer. “
    Rorschach: „What kind of cancer?“
    Edgar Jacobi: „Well, you know the kind you eventually get better from? “
    Rorschach: „Yes.“
    Edgar Jacobi: „Well, that ain’t the kind I got.“

    • So ist es oder die beste Krankheit taugt nix
      Aber sagen Sie das mal einem Arzt. Leben endet immer tödlich, was aber die meisten allzu gern verdrängen.

  7. Titel eingeben
    Anderer Sprachduktus
    Keine Schreibfehler
    anderer Stil
    keine Tippfehler,

    dennoch flott, informativ, pointiert, sachlich

    bitte bleiben Sie bei uns Alphonsofans bei DeusexMachina

  8. Danke für das Risiko
    …viele Kommentare zu triggern, die ohne Sachkenntnis und mit viel blinder Wut sein werden.
    Aber danke auch für den Text, der hier nochmal deutlich macht, dass wir Scheindebatten führen. Und vielmehr Salz, Alkohol oder andere als sicher tödlich oder krebserregend eingestufte Dinge eher verbieten sollten, bevor wir an Glyphosat rangehen.

  9. Danke
    Daß das hier bei DeM kommt und nicht auf der Hauptseite der FAZ sagt schon alles. So ein sachlich nüchterner Text war überfällig. Für die Mainstream-Journalisten ist das wohl nicht reißerisch genug, deshalb nochmal Danke an Don.
    Uli

  10. Weniger ist mehr?...mehr Bescheidenheit wagen?
    Weniger Gesellschaft wagen, weniger Datenfluten wagen,
    weniger reden wagen…weniger zu wissen wagen…
    weniger emotionale Intelligenz wagen…
    mehr schweigen wagen…
    mehr denken wagen…mehr Selbsterkenntnis und Einsicht wagen…
    mehr Selbstbegreifung wagen?…mehr Evolutionbegreifung wagen?…
    mehr Energiebegreifung wagen…mehr Gleichgewicht wagen…
    mehr innere Stimme wagen…mehr intelligente Emotionen wagen…
    mehr Balance zwischen emotionalen Intelligenzen und intelligenten
    Emotionen wagen…= mehr Geist“selbst“reife wagen…
    = mehr Tod-Leben-Leben-Tod-Begreifung wagen…
    = unreife Zeitgeistängste, unreife Geistzeitängste…
    unreife Evolutionsängste…durch Evolutionenergienwegebegreifung…
    der (Z)Weg/ck der Energieevolution Selbstbegreifung führt den
    schweigsamen Tod durch das (energiebe)schrei(b)ende Leben…
    durch die selbstbeschreibenden Lebenenergien?…
    mehr bescheidene Lebenweisen, weise Leben wagen?

    • Korrektur
      „…weniger emotionslose Intelligenz wagen…“

    • Sorry...Korrektur 2.0
      „…= mehr Tod-Leben-Leben-Tod-Begreifung wagen…
      = unreife Zeitgeistängste, unreife Geistzeitängste…
      unreife Evolutionsängste ELIMINIEREN…“


  11. Danke für den sachlichen Text, Frau Müllner.
    Um Krebs mache ich mir persönlich nicht so viele Sorgen, weil er bei der Vorgängergeneration meiner Familie erst ab Mitte 80 oder später aufgetreten ist; gleichwohl würde ich lieber an Herzinfarkt sterben, denn das geht mit weniger Schmerz und Siechtum einher. Am schlimmsten finde ich Demenz und Alzheimer, ganz gräßlich. Aber letztlich sterben wir alle, und altwerden ist eh ein Kapitel für sich.
    Was das Gift angeht, das gegen Unkräuter, so kann ich mangels Garten da nicht so recht mitreden. Ich bin aber sehr giftaffin, was Insekten angeht – neulich hatte ich eine Ameisenplage unter meinem Monitor (!!!) auf dem Schreibtisch, die habe ich, nachdem Totschlagen einfach nicht reichte – am nächsten und übernächsten Tag waren sie wieder da – mit mehreren Giften bekämpft, jetzt scheint Ruhe zu sein. Auch die Motten mußten wieder eine Portion Gift abbekommen.
    Zwar frage ich mich schon, ob ich mich damit auch selbst schädige, weil ich ja davon auch was abkriege, aber eine andere ähnlich wirkungsvolle Methode ist mir leider nicht bekannt. Und Wirkung muß es schon haben, denn ich bin nicht gewillt, Ameisen in meiner Wohnung hinzunehmen. Und auch sowas wie die 50+ Mückenstiche im letzten Urlaub möchte ich nicht auf Dauer haben.
    Es wäre ja schön, wenn es mit anderen Methoden funktionieren würde, etwa einem für Menschen unhörbaren Pfeifton, den Insekten aber ganz gräßlich finden; allein, das hat bisher noch nicht funktioniert, und so bleibt einstweilen nur gifteln.

  12. Vulnerant omnia - ultima necat
    Danke für den wohltuend informativen Beitrag. Wo befindet sich die schöne Basilika?

    Was den Krebs betrifft: Es gilt das, was auf den Zifferblättern mancher antiker Uhren zu lesen ist: „Vulnerant omnia – ultima necat“ – jede Stunde verletzt – nur die letzte tötet. Vielleicht könnten Sie noch was zu den pöhsen Stammzellen schreiben (Stichwort „field cancerization“)? Nicht umsonst tumort es gerne in Geweben wie der weiblichen Brust, wo Stammzellen darauf lauern, zu bestimmten Zeiten ihr Teilungsprogramm wieder anzuwerfen, um z.B. Milchdrüsen zu bilden. Manchmal geht das schief.

  13. Glyphosat und Rationalität
    Ich hab doch kürzlich bei der Schlimmen Helena geahnt, Don Alphonso würde uns weitere Perlen vorstellen, die das Denken anregen könnten.

    Vorab, ich kenne mich wenig mit Chemie aus.

    Doch bei der aktuellen Entscheidungslage zu Glyphosat und des fast gleichzeitig zu vernehmenden Übernahmeversuchs von Monsanto durch Bayer habe ich mich schon gefragt, ob da die Lobbyisten von Bayer nicht erfolgreich waren, um den Kaufpreis ein wenig zu drücken.

    Rationalität, ein wahrhaft problematisches Feld.

    Nicht wirklich, aber im gesellschaftlichen Diskurs, so scheint es zumindest häufig.

    Wie oft hört und liest man, traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hättest.

    Doch Wisschenschaftler, die seriös arbeiten, wissen, dass Statistik eben äusserst viel belegen oder erklären kann. Man muß halt auf die Details achten.

    Rationalität im gesellschaftlichen, geschweige denn politischem Diskurs, würde ja moralisierende Überlegenheit zu leicht zerstören. Oft bliebe nichts als heiße Luft.

    Bei jedweder Warnung von Nematoden über Rinderwahn bis hin zu Frittiertem habe ich mir gesagt, morgen gehts über den Hades, genieß es halt noch. Ich hab mich davon nicht einschüchtern lassen, wenngleich auch meinen Blick öffnen lassen.

    Moralisierendes, um solches kampagnenhaft nutzen zu können, ist von Übel.

    Ich habe allerdings die gute Hoffnung, dass das Zeitalter des Moralierens (und Angstverbreitens) zur Durchsetzung ansonsten möglicherweise zweifelhafter Forderungen oder Gesinnungen dem Ende zugeht.

    Nun ja, Krebs ist für Betroffene Driss. Ich erinnere mich an den Abschied meines Patenonkels. Er verabschiedete sich mit Leichtigkeit und Zwinkern, so wie ich ihn mein Lebtag lang kannte. Trotz seines Leidens.

    Bald besuche ich seine Frau, meine Tante und ich werde ihr sagen, es wäre der Sauerstoff gewesen, vermutlich, den er als Gärtnermeister zuviel an frischer Luft genossen hätte. Im übrigen, beide waren seit ca. 1970 bioorientiert, ich erwähns nur, damit kein Grüner besserwisserisch daher kommt.

    Frau Müller, erfreuen Sie uns bitte mit weiteren so informativen und sachlichen Beiträgen, es täte uns allen gut.

    Vielen Dank für diesen, ganz herzlichen Dank

  14. Man liest es mit Staunen
    Sie leiten ein mit:

    “Viele Menschen habe Angst vor Krebs. Und sie haben Recht damit, denn etwa 26% der Menschen in Deutschland sterben an Krebs.”

    Das ist derzeit korrekt.

    „Denn Krebs entsteht vor allem durch das Leben an sich.“

    Das stimmt auch, allerdings fehlt die Schlussfolgerung, dass diese 26% von dem druchschnittlich erreichbaren Alter in eine Land direkt abhängen….

    „Ein weiterer Schadensverursacher ist der Sauerstoff. Simples Atmen schädigt unser Erbgut.”

    Das ist primitive Manipulation, genauso gut und richtig könnten sie schreiben, dass geboren zu werden zu 100% Vorraussetzung für den Krebstod ist! Ja, leben macht sterblich. Schrecklich!

    „Es müssen aber viele Dinge zusammen kommen, damit Krebs entstehen kann“

    Dies ist eine banale Wahrheit und daher ist es Aufgabe des Staates, zumindest falls es mal einen geben sollte der im Interesse seiner Bürger regiert, so viele Stoffe wie möglich aus der Umwelt herauszuhalten, die sich zu den anderen der „vielen Dinge“ hinzu addieren könnten, die dann am Ende in der Summe zum Krebs führen.
    Und was sie verschweigen ist ebenfalls, dass dieser Nchweis bei Glyphosphat NICHT existiert!

    Was sie uns ebenfalls verschweigen, und ich gestehe, ich finde das extrem unredlich, wenn auch typisch für die derzeitige deutsche Politik, wäre aber das Wesentliche, nämliche die Verbindung zu TTIP.

    Zur Erinnerung: Der Unterschied zwischen europäischer Kultur und amerikanischer Kultur ist in diesem Zusammenhang, dass in Europa Stoffe nur dann zugelassen werden, wenn die Industrie nachweisen kann, dass sie keine schädlichen Folgen haben. Während in den USA alles zugelassen wird, bis jemand vor Gericht beweisen kann, dass der Stoff schädlich ist.

    Bei Glyphosphat sind sich alle einig, dass man sich diesbezüglich nicht einig ist!

    Hier jetzt so zu tun, als sei es nichts ausser einer irrationalen Angst vor dem Fortschritt, die hierzulande Millionen von gebildeten Leuten gegen die Zulassung von Glyphosphat sein lässt, ist schon eine Frechheit, gratuliere!

    • Frechheit ist schon lange eine meiner am meist gehegten Tugenden, danke.
      Und nein, Sauerstoff an sich macht tatsächlich über die Sauerstoffradikalen Krebs. Es hätten auch andere Stoffwechselprodukte sein können. Es sind aber diese. Daher habe ich dies erwähnt.
      Ich habe nichts über TTIP geschrieben weil die Abstimmung über Glyphosat nicht direkt damit zu tun hat. Die ist davon unabhängig. Außerdem bin ich Biologin, keine Politikerin. Wenn Sie mehr über TTIP wissen wollen fragen Sie die sehr kluge Katharina Nocun. Wenn Sie meinen ich müsste darüber was schreiben, ist das wie als wenn Sie einen Tischler anrufen um Ihnen die Heizung zu reparieren.

    • Titel eingeben
      Frau Müllner, Sie bekamen schon einige Hinweise auf die wildenDamen und wildenMänner im DonAlphonsoViewing. Manche Herren sind monothematisch, andere oligothematisch. TylerDurdenVolland zitiert sofar aus den DeutscheWirtschaftsNachrichten wenn es gegen USAFDP oder Markt geht.
      Doch bitte ich Sie, mich und die andren zu ertragen. Im Kommentariat habe ich über die Jahre viel Interessantes gefunden, soviel wie beim Don selbst.

    • Glyphosat, Fracking und Krebs
      @Anna Müllner
      Soweit ich die Glyphosat Diskussion verfolgt habe, so kommt es zu einer nachgewiesenen Belastung durch Glyphosat durch die Anwendung an den Feldern, als direkte Folge. Dies wurde in der Reportage Frontal 21 von ZDF aus Dänemark (starke Missbildungen bei Schweinezucht) und Südamerika (Missbildungen von neugeborenen Kindern und deutlich gestiegene Krebsrate) dokumentiert.
      Zitat aus der Reportage:
      „Nur 200 Kilometer weiter östlich liegt die Ortschaft La Leonesa. In dieser Region untersuchte im Jahr 2010 eine staatliche Kommission Häufungen von Krankheitsfällen. Vermutete Ursache: die Pestizide. Zuvor hatte es zahlreiche Klagen aus der Bevölkerung gegeben. Die Studie kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: Die Krebsfälle bei Kindern unter 15 Jahren hatten sich verdreifacht und die Missbildungen von Neugeborenen sogar vervierfacht. Und ganz wesentlich: Der Effekt wurde deutlich kleiner, je weiter die Ortschaften von den gespritzten Feldern weg lagen.“
      http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/blob/38532504/1/data.pdf

      Ähnlich wird in der Nähe von Fracking-Bohrstellen eine erhöhte Krebsrate beobachtet. Dass Erdgasförderung durch Fracking z.B. in Niedersachsen schon lange gemacht wird, ist in Deutschland offenbar nicht allgemein bekannt. Die Behörden/Politik wollen die Diskussion mit den dort aufgetretenen Krebsfällen nicht mit Fracking in Verbindung bringen, und in Deutschland wird über diese Fälle gar nicht diskutiert. Ich versuchte den Link im SPON Forum zu posten, mein Post wurde zensiert: „Krebsfälle in Bothel: Hilferuf von 200 Ärzten“, NDR, 20.1.16
      http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Krebsfaelle-in-Bothel-Hilferuf-von-200-Aerzten,bothel142.html

    • nix verstanden
      Liebe(r) TDV,

      es ist ja nicht schlimm, wenn man etwas nicht kapiert, man sollte nur nicht immer gleich die anderen dafür der Frechheit zeihen.

      In Zeiten, in denen schon ein einziger Zuckerwürfel im ganzen Bodensee analytisch nachweisbar ist, sollte man tunlichst davon absehen, auch nur irgend einer Eigenschaft eine rein digitale Eigenschaft wie gut oder böse zuweisen zu wollen, so wie das gerne moralisierend bei Glyphosat getan wird. Schon Opa wußte: Die Menge macht’s.

      A propos Glyphosat: Es täte einen schon furchtbar interessieren, wie Glyphosat jetzt mit TTIP verbunden wäre. Das direkt dafür vorgebrachtes Argument der unterschiedlichen Herangehensweise von Ami- und Euroland bei der Schädlichkeitsbewertung ist ja nicht nur auf nur dieses eine Produkt beschränkt.

      Auch die Rhetorik mit der Einigkeit ist nicht so ganz realitätskonform, auf beiden Seiten des Atlantiks ist man sich durchaus einig, daß bei den einen die Schädlichkeit und bei den anderen die Unschädlichkeit nicht nachgewiesen ist. Das nämlich schließt sich nicht gegenseitig aus.

      Und wenn man dann schon partout einen Nachweis fordert, eben den Beweis der Schädlich- oder Unschädlichkeit, geht das eigentlich nur, wenn man dazu vorher Grenzwerte definiert. Die wiederum beruhen heutzutage nicht mehr auf Moral- sondern auf Konzentrationswerten, wissen auch Millionen gebildeter Leute.

      Letzteres verständlich zu machen war eigentlich auch Inhalt des gelungen frechen Artikels.

    • Naja..
      „Und was sie verschweigen ist ebenfalls, dass dieser Nachweis bei Glyphosphat NICHT existiert!“

      Der Nachweis, dass Glyphosat Krebs verursacht? Der existiert in der Tat nicht, aber Sie wollten vermutlich das Gegenteil behaupten?
      Ansonsten ignorieren Sie die folgende Brandrede meinerseits bitte!

      Man kann für nichts nachweisen, dass es Krankheiten nicht verursacht. Man kann allenfalls versuchen, nachzuweisen, dass es Krankheiten verursacht. Genau das gelingt bei Glyphosat aber eben nicht.
      Selbst, wenn Sie Kontrollgruppen mit Kontrollgruppen vergleichen, werden Sie bei jeder hundertsten Studie durch Zufall ein signifikantes Ergebnis erhalten.. Nur für was eigentlich? Für nichts? Für eine ganz unabsichtlich unausgewogen ausgewählte Kontrollgruppe, die genau wie die willkürliche Testgruppe keine offensichtlichen Merkmale aufwies? Schlicht für einen zufälligen Griff in die Niederungen der gaußschen Glockenkurve?
      Während man das Risiko für Krebserkrankungen bei Tabakkonsum ständig und ohne Probleme nachweisen kann, ist das bei Glyphosat eben kaum der Fall. Stattdessen schwanken die Verhältnisse auch mal in die Richtung, die bei unvoreingenommener Herangehensweise eine gesundheitsfördernde Wirkung von Glyphosat nahelegen würden.

      Ich bestreite im übrigen, dass Sie Millionen gebildeter Menschen in Deutschland finden, ganz sicher nicht hinsichtlich des Themas Zellbiologie und garantiert nicht zum Thema Glyphosat. Die Leute haben viel Zeitung gelesen und Fernsehen geguckt, das wars auch schon.
      Mal ganz davon abgesehen, dass sich eine Wissenschaftlerin, wie die Autorin eine ist, vermutlich nicht besonders davon beeindrucken lässt, wie viele Leute, was glauben. Nichtmal, wenn das ganz berühmte Wissenschaftler sind, wenn diese ihre Hypothesen nicht begründen und irgendwann dann auch beweisen können.

    • Schicken Sie mir doch bitte einen wissenschaftlichen Nachweis über die Unschädlichkeit von Wasser als Getränk.

    • @Tamarisque
      Wenn Sie hier mit Fracking eine weitere Baustelle aufmachen wollen: Ich finde das passt hier nicht hin. Nur so viel: In der Gegend um Bothel gibt es eine erhöhte Anzahl von einer bestimmten Leukämie bei Männern. Diese Häufung für eine bestimmte Krebsart bei einer bestimmten Gruppe kann man als Cluster bezeichnen. Das Vorkommen solcher Leukämiecluster ist belegt und nicht unüblich, führt aber immer wieder zu Debatten. Das bedeutet nicht, dass man nicht Fehlverhalten seitens der Frackingkonzerne prüfen muss. Gleichzeitig ist es aber wichtig zu prüfen, ob es nicht andere Möglichkeiten gibt die diese Zahlen erklären. Zum Beispiel simple Statistik.

    • Titel eingeben
      @Tamarisque

      Naja Ich verstehe bezüglich des Ausgangsbeitrages etwas anderes nicht.

      Ob Glyphosphat nun beim Menschen Krebs erzeugen kann oder nicht, empfinde Ich als Ablenkung.

      Glyphosphat erzeugt in der Umwelt mannigfaltige Probleme, und das kommt mir zu kurz in diesem Beitrag.
      Bekannt ist mir, das neben Glyphosphat gleichzeitig weitere solcher Stoffe eingesetzt werden, und sie immer mehr benötigen, um gegen das was als schädlich gilt anzukämpfen.
      Anders ausgedrückt:
      Sie könnten auch andere solch Mittelchen in den Mittelpunkt jenes Interesse stellen.
      Fragen kann man sich da sehr wohl, ob es evtl. noch ganz andere Interessen gibt, die eben auf Glyphosphat reduzieren.

      Und nochmals anders:
      Da wo Mittelchen X wirkt wächst kein (was auch immer) mehr.
      Klar ist mir, das mit so einer Monokultur, wie sie jeweiliges Alleinstellungs Merkmal (Monopol) Mittel andere Probleme verursacht.
      Betrachten wir dieses oder jenes Mittelchen doch einmal wie z.b. ein Suchmaschinen Monopol, oder andere solch Monopole.

      Eine Frage wäre da z.b. ob Gentechnik (ne Ich halte diese nicht für Grundsätzlich böse) da überhaupt noch eine Chance hätte, um jeweiligen Platzhirsch jenen Markt in Frage zu stellen.

  15. Bravo
    Das Leben ist nun mal lebensgefährlich und je länger wir leben desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir angesichts zehntausender Kopierfehler in unseren etwa 100.000.000.000.000 Zellen Krebs entwicklen. Natürlich sollte man das Rauchen und Fukushima meiden, aber man kann beides überleben, wenn man das Risiko eingehen will.

    Selbstverständlich muss der Gesetzgeber die Risiken abwägen, weil er ja für das Wohlergehen von Millionen verantwortlich ist und durch die Zulassung einer gefährlichen Substanz potentiell tausende neue Krebsfälle verursachen kann. Komplette Sicherheit gibt es aber nun mal nicht und es ist schon sehr ärgerlich, dass die Debatte in Deutschland sich so sehr auf den Krebs kapriziert. Insgesamt sind Alkohol, Zucker, Transfette und Betäubungsmittel der Volksgesundheit abträglicher als die meisten krebserregenden Substanzen, zumindest in der Dosierung in der sie gemeinhin vorkommen.

  16. Der Tod und das Mädchen / Matthias Claudius (1740 - 1815)
    Vorüber! Ach vorüber!
    Geh wilder Knochenmann!
    Ich bin noch jung, geh Lieber!
    Und rühre mich nicht an.

    Dieses Mädchen, wenn sie 15 Jahre alt war, als sie den Tod zurückweisen wollte, hatte noch etwas mehr als 23 Jahre zu leben (die statistisch durchschnittliche Lebenserwartung im Erscheinungsjahr des Gedichts, 1775, war 38,3 Jahre).
    Heute hätte dieses Mädchen (2001 geboren, 82 Jahre Lebenserwartung) noch etwas mehr als 65 Jahre an statistisch durchschnittlicher Lebenszeit vor sich. An der Angst vor dem Tod hat sich nichts geändert, nur an der Dauer, diese Angst zu leben.
    Und dazu hat uns Heutige der Fortschritt von Wissenschaft und Medizin (obwohl Medizin ja keine Wissenschaft sein darf, dear goodnight) und der zunehmende Wohlstand verholfen.
    Todesangst, welche Zeit hat sich zu entfalten, neigt zu Übertreibungen und wendet sich, paradoxerweise, gegen jene Kräfte, die ihr diese Zeit verschafft haben. Medizinischer Fortschritt wird angegriffen, Mittel werden verteufelt, welche die Ernährung von 9 Milliarden Menschen helfen können sicherzustellen.
    Um sich Gehör zu verschaffen bedient sie sich der Übertreibung (Glyphosat im Bier und wohl demnächst die Bremsbeläge von Kinderfahrrädern) und der Skandalisierung (Waldschäden katastrophal). Um des in der Zeit zwischen Kindergarten und Totenbett auszuhalten, greift der moderne Mensch gerne zu Drogen, die die engagierte Todesangst gerne legalisiert sehen möchte.
    Das Mädchen von Claudius hatte den Glauben, der ihr tröstend über die Zeit und vielleicht sogar über die Todesangst hinaus half. Über dem Portal einer französichen Kirche auf dem Compostellaweg findet sich der appelative Satz: Lebe jetzt, denn der Tod dauert ewig. Esse, trinke, liebe, habe Freude – sehr schön!
    Nur heute wird ganz anders formuliert und der Pilgeraufruf ist allenfalls eine nette Replik auf einem Esoterikseminar): Bekämpfe das Böse, auf dass Du ewig lebst.
    Was aber sagt der Knochenmann: Na, schau´n wir mal. Dann hol ich Dich halt mit 100.

    • Stimmt nicht ganz...
      > Dieses Mädchen, wenn sie 15 Jahre alt war, als sie den Tod zurückweisen wollte, hatte noch etwas mehr als 23 Jahre zu leben (die statistisch durchschnittliche Lebenserwartung im Erscheinungsjahr des Gedichts, 1775, war 38,3 Jahre).

      Nicht bedingte und unbedingte Erwartungswerte durcheinander bringen. In den (unbedingten) 38,3 Jahren steckte eine sehr hohe Säuglingssterblichkeit. Wer die ersten 15 Jahre hinter sich hatte, durfte auf mehr als 40 weitere hoffen. Siehe dazu Angus Deaton: „The Great Escape“ Es gab Zeiten, in denen die Lebenserwartung von 15-jährigen deutlich über der von Neugeborenen lag. Dass das heute nicht mehr so ist, ermöglicht es uns, uns Gedanken über Krebs zu machen, der zur damaligen Zeit eher als Luxusproblem verstanden worden wäre.

    • statistische Lebenserwartung
      Ein Mädchen mit 15 hatte die gefährlichste Phase.nämlich das Kleinkindalter, hinter sich. Für Frauen war allerdings das Geburtsrisiko noch beträchtlich. Die niedrige durchschnittliche Lebenserwartung kam vor allem durch die hohe Kindersterblichkeit.

  17. Dann lieber Fußball
    Diese Aussage halte ich als interessierter Laie für Unsinn:
    ´Außerdem muss sie, um ein bösartiger Tumor zu werden, ihre Saat weiter streuen, also Tochtergeschwulste ausbilden.´

    Eine Freundin von mir starb letztes Jahr an einem primären Hirntumor, der kam in seiner Tödlichkeit ganz ohne Tochtergeschwüre aus. Gutartig laut Ihrer Definition bedeutet nicht gleichzeitig Harmlos. Klingt aber so viel schöner, wenn man dem Patienten sagen kann:
    Ihr Befund ist Gutartig.

    Die Autorin würde sich sicherlich blendend mit Gabriel verstehen:
    …´weil wir ein Land sind, das reich und hysterisch ist. Diese Kombination ist manchmal schwierig.“
    http://www.bz-mg.de/politik-verwaltung-parteien/spd/sigmar-gabriel-zu-ttip-deutsche-sind-reich-und-hysterisch.html

    In unseren wilden Jahren lernten wir als verantwortungsvolle Hedonisten, dass der Mischkonsum berauschender Substanzen besonders toxisch ist. Die Giftigkeit erhöht sich nicht additiv sondern exponentiell mit jeder hinzugefügten Substanz.

    Bei den Segnungen der modernen Landwirtschaft ist es vermutlich ähnlich; der Mix macht´s.
    ´Mehrfachbelastungen: Tafeltrauben aus der Türkei enthielten im Schnitt neun Pestizide, Erdbeeren aus Belgien sieben, belgischer Kopfsalat sechs. Spitzenreiter waren eine Johannisbeer-Probe aus Deutschland mit 17 Pestiziden und eine Probe türkischer Tafeltrauben mit 24 Pestiziden.´
    http://www.greenpeace.de/files/Essen_ohne_Pestizide_01_0.pdf

    • Ja, ich habe diesen Teil straffen müssen. Wenn sie einen ausladenden Text rein über Krebs wollen, sag Bescheid. Natürlich kann auch ein Tumor der nicht streut ungesund sein. Der Begriff ist aber in gut- und bösartig definiert. Gutartig bedeutet aber nicht harmlos.

    • Titel eingeben
      ´Wenn sie einen ausladenden Text rein über Krebs wollen, sag Bescheid.´

      Nein danke, wenn ich etwas Fundiertes dazu lesen möchte, dann mache ich das lieber anderswo.

    • Dann empfehle ich diese Seite hier: https://www.krebsinformationsdienst.de/
      Da wird aber nichts anderes stehen als bei mir. Ist auf jeden Fall fundiert.

  18. Naturreligion ist auch eine
    „In Tierversuchen zeigen sich etwa 59 Prozent aller künstlichen und 57 Prozent aller natürlichen Stoffe als krebserregend – denn um ein Worst-case-Risiko zu bestimmen, werden den Versuchstieren höchstmögliche Dosen verabreicht. Viel lernen kann man aus solchen Versuchen also nicht, es sei denn, das Gift wirkt extrem stark. Stolze 99,99 Prozent aller Pestizide, die wir essen, sind natürliche Bestandteile von Pflanzen, mit denen sie Insekten und andere Schädlinge abwehren … Umweltgifte seien mit weniger als einem Prozent an der Krebsentstehung beteiligt …“
    http://www.zeit.de/1997/10/Fakten_Fakten_Fakten

    Erdbeeraromen und die anderer Pflanzen haben höchst gefährliche Inhaltsstoffe, was aber meistens unproblematisch ist. („Dosis facit venenenum“). Aufschlussreich ist aber, dass diese eigentlich unerfreulichen Kompositionen nirgendwo thematisiert werden.

    Dagegen findet man ungezählte teils gerichtlich ausgetragene Streitereien zu „natürlichen“ versus „künstlichen“ Aromen, sowie Sensations-Artikel, die die eigenartige Inhaltsstoffe künstlicher Aromen thematisieren. Die Sensation ist aber keine. Unterschlagen wird, dass bei der Mischung (als seltsam empfundener) chemischer Grundstoffe keinerlei Unterschied zur Komposisition natürlicher Aromen existiert. Allein die Inhaltsstoffe zwischen zwei Erdbeersorten sind extrem unterschiedlich, insofern gleicht die geforderte Restriktion „naturidentisch“ sowieso einer a priori-Unmöglichkeit.

    Angenommen es gäbe keine Erdbeeren und ein Lebensmittelchemiker würde es wagen, ein solches Aroma zu synthetisieren: Es wäre ihm allgemeiner Abscheu ob seiner abartigen Gelüste sicher.

    „Erdbeeraroma kann auch als Extrakt aus Erdbeerfrüchten gewonnen werden. Es besteht aus mehr als 300 Komponenten, unter denen sich über 90 Carbonsäureester, 30 Carbonsäuren, zirka 20 Acetale, zirka 40 Alkohole sowie Ketone, Aldehyde, Kohlenwasserstoffe und selbst einige Schwefelverbindungen befinden. Hauptkomponenten sind Furaneol, Decano-4-lacton, trans-2-Hexen-1-ol, (E)-2-Hexenal, Essigsäurehex-2-enylester, Linalool, Anthranilsäuremethylester, Buttersäureethylester und Hexansäureethylester.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Gartenerdbeere#Nat.C3.BCrliches_Erdbeeraroma

    Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die aktuelle Natur-Gläubigkeit und Puritätsversessenheit irrational und quasi-religiös ist. Was an Kirchgängen eingespart wurde, wird durch die Anbetung von „Mutter Natur“ (und andere eherne Credos) ersetzt. Und der Klabautermann heißt jetzt Monsanto.

  19. FEHLALLOKATION
    halten wir einen moment inne und überlegen: was wäre, wenn wir die mittel für die unsinnige, unnütze und unwirksame sog. Energiewende in die krebsforschung-, vorsorge und -behandlung investieren würden ?

    ich weiss, ist politikern, vor allem Grünen, Happy Hippo und der lieben frau nicht klar zumachen !


    • Ich bin sehr dagegen. Ich halte das für Hypochondritis und das z.b. Brustkrebsscreening für einen ähnlichen Blödsinn wie Dämmwahn und Solarkollektoren auf jedem dafür nicht gemachten Dach. Nur daß ein Erzwingenwollen von medizinischen Erkenntnissen noch weniger funktioniert als ein erzwungenes Umsteuern in der Infrastruktur.

  20. Boesartigkeit
    Was boesartig ist, ist auch in den verschiedenen gesellschaftlichen Diskussionen eine interessante Frage. Wann ist Politik boesartig?

    Kriterien im menschlichen Koerper sind eben auch: infiltratives vs rein verdraengendes Wachstum, chemisch/hormonell aktiv oder nicht etc.

    Die Krebstherapie kann heute einige Krebsarten heilen oder eine lebenswerte Lebensverlaengerung ermoeglichen.

    Bei den zunehmenden Verteilungskaempfen zwischen den residenten Generationen und Gesellschaftsklassen, erhitzt durch die Migrantenstroeme, wird in der alternden Gesellschaft der Zugang zur (teuren) Therapie eine zunehmende Debatte ausloesen.

    Das Thema heisst: Opportunitaetskosten – das Geld, dass einem (meist alten) Menschen zur Krebstherapie ‚zugeteilt‘ wird, kann eben nicht fuer etwas anderes verwendet werden zB medizinische Therapie fuer einen jungen Menschen, KiTa-Plaetze usw. Der Medizinetat wird eben nicht bedarfsgemaess gesteigert werden koennen.

    Demnaechst 10+ Mrd Menschen werden nur ernaehrt werden koennen, wenn die Landwirtschaft nicht optimiert, sondern maximiert wird. Eine Glyphosatdiskussion (mE eine sichere Substanz) ist ein Luxus, wie wir ihn uns Zukunft nicht mehr erlauben werden koennen.

    Deutschland ist keine Insel und ein aussen-grenzenloses Europa wird seine Nahrungsversorgung nicht gegen den weiter abfallenden Weltstandard abschotten koennen, mit oder ohne gefaelschte Deklarierungen, mit oder ohne TTIP.

    Die selbstzugefuegten Probleme, die unseren politischen und gesellschaftlichen Diskurs dominieren, lenken uns von den wirklich brennenden Problemen der Zukunftsvorbereitung ab.

    Nur ein Deutschland mit eigener Meinungsbildung und der Moeglichkeit, diese bei Bedarf gegen EU/USA uam durchzusetzen, kann die Gesellschaft schuetzen. Der dazu noetige gesellschaftliche Konsens wird/wurde nachhaltig zerstoert.

    • Oportunitätskosten
      „Opportunitaetskosten – das Geld, dass einem (meist alten) Menschen zur Krebstherapie ‚zugeteilt‘ wird, kann eben nicht fuer etwas anderes verwendet werden zB medizinische Therapie fuer einen jungen Menschen, „

      Aua, so werden Alte gegen Junge ausgespielt/antreten. Ich hoffe, das war keine böse Absicht.

      Die Frage ist doch eher:
      Warum ist Krebstherapie so teuer. Und die Kernfrage: Warum sind neuere Krebsmedikamente so obszön teuer. Müssen die Pharmafirmen die Preise für 1 lausigen Monat Lebensverlängerung derart in den Orkus treiben? Warum lässt man das zu.

      Generell gibt es keine sicherere Bank, als Medikamente in D zu verkaufen. Deutschland ist ein wunderbares Land für Pharma-Spitzenpreise im Gesundheitssektor. Der Gesetzgeber schläft oder sieht zu.

    • Das liegt an der Patentnutzung,
      @der andere Gast

      die nur 20 Jahre lang inkl. aller Forschung möglich ist. Das heißt, der Lebenszyklus eines neues Präparates ist sehr kurz, um Geld in die Kassen zu spülen, sich im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt zu machen. Präparate wie Aspirin, die uralt sind, hatten viel mehr Zeit, sich unbedrängt im Markt zu etablieren und diese Stellung auch beizubehalten.

      In den frühen 70er Jahren, damals arbeiteten wir alleinseligmachend für Nattermann, fing Ratiopharm an, seine Generica „im Hinterhof“ zu kochen, was damals noch belustigt aufgenommen wurde und heute… Heute sitzen solche Firmen wie Ratiopharm u.a. den Patentinhabern im Nacken, alle wollen verdienen und oh Wunder, es verdient sich dank unseres Systems, das ständig reformiert bzw. verschlimmbessert wird, wirklich wunderbar.

    • Nicht nur
      @ Renate Simon
      Es liegt nicht nur generell an der Patentnutzung.
      Das mit den Generica ist ja schon länger so.

      Dass neuartigere Krebsmedikamente (mit Endungen hintendran wie -imab und -tinib etc., ein etwas älteres das Glivec) so obszön teuer sind, liegt daran, dass der Nutzen des zeitlichen Überlebens (z. B. > 1 Monat) und auch schwere Nebenwirkungen nicht mitkorreliert sind.

      Woanders als in D sind auch die „normaleren“ Krebs-Medikamente gemeinhin preisgünstiger. Für eine Einheit Lenalidomid will der Hersteller in Frankreich 165 Euro, in Großbritannien 185 Euro und in Deutschland 266 Euro – bis zu 100 Euro mehr.

    • @der andere Gast
      ich sag ja, Anfang der 70er Jahre fing Ratiopharm als erstes Unternehmen an, Generica zu produzieren. Der Werbeleiter von Nattermann lachte darüber, wir nahmen die Sache damals nicht allzu ernst. Das war ein Fehler, zugegeben, entwickelte sich dann aber schlagartig, denn auch Merck u.a. Firmen nahmen sich sehr schnell dieses Marktes an.

      Und ich bin nach wie vor der Meinung, dass diese Generica in der Regel nicht die Wirksamkeit der Originalpräparate besitzen. Das liegt zum einen an der veränderten Galenik, an Begleitstoffen usw., jeder Apotheker kann das bestätigen, man muss ihn nur gut genug kennen.

      Und das lassen sich die Patentinhaber bezahlen, das Argument, die Preise müssten sein, weil hier geforscht würde, werden allemal dazu vorgekramt. Warum man dann die Forschungskosten nicht allgemein auf die Vertriebswege umlegt, bleibt deren Geheimnis.

      Aber unser Gesundsheitssystem gibt diese Preise her, wenn auch die KK nicht immer alles bezahlen wollen. Manch Kranker weiß davon zu berichten, die Quartalsabmachungen der Krankenkassen mit den Pharmafirmen bringen das Dilemma mit sich. Jedes Quartal ein anderes Präparat, das nach Preis genehmigt wird und nicht nach Wirkung.

  21. Strahlenangst
    Auch die Angst vor ionisierender (radioaktiver) Strahlung ist eine antrainierte Angst. Wer mal auf die Fakten schaut, findet an vielen Stellen der Erde Werte, die hierzuland als „Todeszone“ mit sofortiger Evakuierung gelten. Der Strand der brasilianischen Stadt Guarapari (Beiname:cidade saude, übersetzt: Stadt der Gesundheit ^^) hat Hotspots bis zu 15,0μGy/h.
    Zum Vergleich: Messwert Stadt Fukushima direkt nach dem GAU: 16.03.2011: 17,9 µSv/h Umrechnung:
    1 µGy/h = 0,001 mSv/h = 1 µSv/h

    Kein einziger Mensch starb an Strahlenschäden, was ja nicht weiter verwunderlich ist.
    Trotzdem führte es dazu, dass die langzeitindoktinierte Politik und Bevölkerung eine saubere, billige und sichere Energiequelle samt Hochtechnologie Kernkraft aufgab, um sich den Launen und Kosten der sogenannten Energiewende zu unterwerfen.
    Bei Glyphosat passiert das gleiche wieder. Und wir werden auch hier den Preis zahlen für den Ausstieg.

    Kann sich noch jemand an den SuperGAU der Nahrungsmittel erinnern? Nein, es waren keine „chemisch verseuchten, krebserregenden Produkte der Nahrungsmittelindustrie“.
    Es waren Bio-Sprossen, die in Deutschland 2011 bei der EHEC-Epidemie 50 Menschen, meist junge und gesundheitsbewusste Frauen, umbrachten.
    Ebenso wie der größte GAU eines Kraftwerks in Europa nicht Tschernobyl war, sondern ein Wasserkraftwerk in den Alpen. 1963 der Bruch der Vajont-Staumauer.

    • DER FLIEGENDE SEE
      @Frank Heize

      danke für diese guten gedanken, aber wir leben nun mal in einer gesellschaft, in der ausgewählte parteien nur mit der angst ihr politisches leben und überleben sichern können incl. der sich dafür hergebenden medien. die herrschaftsinstrumente „Hölle“ oder „Vorhölle“, Folter oder Spiessrutenlaufen wurden im abendland durch „Atomkraft“, „CO2“ oder „Männergewalt“ ersetzt.

      wobei ich an die existenz der hölle eher glaube als an die gefährlichkeit der kernkraft in mitteleuropa.

      und die staumaier des Vajont-Stausees, die brach nicht, sie wurde zuerst von einer grandiosen flutwelle – ausgelöst durch einen erdrutsch – überflogen und dann erst leicht beschädigt. das buch zur katastrophe ist leider seit jahren unauffindbar und nicht lieferbar.

      2000 tote durch umweltfreundliche, weil CO2-freie wasserkraft.

    • Fakten und Gefühle
      Vor die Wahl gestellt, entscheiden sich die Deutschen nicht immer für die gefühlte Realität, aber eben leider zu oft.

      Behebbar wäre das durch Entscheider, die Fakten der Esoterik nicht nur persönlich vorziehen, sondern diese Position auch durchsetzen. Das scheitert aber am Harmoniedrang und am Popularitätsbedürfnis.

      Lieber ungeimpft mit 35 an Masern oder verkeimtem Biogemüse sterben als mit industriell produzierten Lebensmitteln ernährt und von der Schulmedizin versorgt bei guter Gesundheit 95 werden, aber ein schlechtes Gefühl dabei haben.

  22. Des Rätsels Lösung...
    Für alle, die noch auf ein Zeichen des Don warten, auf dass er uns mitteilt, wo diese schönen Photographien entstanden sind: Nach einem kurzen Exkurs durch den von mir sehr geliebten Fotoband von Poeschke/Hirmer über „die Skulptur des Mittelalters in Italien“ bin ich zu dem Schluß gekommen, dass diese Abbildungen in Castelnuovo dell‘ Abate gefertigt wurden, und die dortige Kirche S. Antimo wiedergeben.

    Verraten hat es die vorletzte Abbildung, auf der sich ein unverwechselbares Kapitell befindet, dass sich im Chorumgang befindet.

    Wenn man die letzte Abbildung des Don-Blog genauer anschaut, so findet sich dort im Vordergrund das berühmte Langhauskapitell: „Daniel in der Löwengrube“ hier leider nur von der nicht ganz so spannenden Seite abgebildet, beeindruckender wäre eine Nahaufnahme aus Richtung des Langhauses gewesen, aber ich will hier nicht mit Details langweilen, die Aufnahmen sind grundsätzlich alle sehr schön und spiegeln die Stimmung dieser romanischen Kirche gelungen wieder.

    Zum Krebsgeschwür der Anti-Bio-Bewegung lässt sich noch anmerken: Es geht nicht darum, Krebs völlig zu vermeiden, wenngleich dieses das Ziel ehrenwerter medizinischer Forschung in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sein sollte, sondern es geht um eine Minimierung des Risikos. Und da könnte ein möglicher Verzicht auf Glyphosat der Volksgesundheit durchaus nützen.

    Das Problem ist eher, dass atmen heute nicht mehr ganz so gesund ist wie vor 10000 Jahren, weil inzwischen schon ein bißchen mehr Feinstaub in der Luft unterwegs ist. Und der Weizen ist geklont und verursacht Geschwüre, Fische dürfte man nur noch Giftschwämmchen nennen, das liebe Viehzeug erhält Medikamente, die sich in der Nahrungskette auch im Menschen ablagern und den Legehühnchen im Stall geht es auch nicht immer gut.

    Es muss jeder selbst entscheiden, was bei ihm auf den Teller kommt. Nur leider liegt dies oft außerhalb unserer Entscheidungsgewalt.

    Seit einigen Jahrzehnten werden – meiner Meinung nach zu Recht – die Produktionsprozesse für Nahrungsmittel überwacht, und das sicher nicht ohne Grund, wie wir aus diversen Fleisch- und anderen Lebensmittelskandalen wissen.
    Das es auch Formen der ökologischen Landwirtschaft gibt, die das Risiko der Schadstoffaufnahme in den menschlichen Körper vermindern, hat der Don leider vergessen zu erwähnen.

    Übrigen essen die Bauern das Zeug, das sie selbst für den Markt produzieren oftmals gar nicht selbst. Oftmals gibt es noch ein kleines Salat- und Gemüsefeld und ein Schwein und eine Kuh, die „ökologisch“ gehalten werden, das ist dann „für die Familie“. Warum die Bauern das so machen, mag jeder selbst durch Nachdenken herausfinden.
    Dem Rest wünsche ich guten Appetit.

    Die Menge macht das Gift, und wir können leider beim Bäcker nicht erfahren, wieviel Glyphosat der Bauer auf das Korn aufgebracht hat. Hat er überdosiert, weil er der Meinung war „viel hilft viel“ oder war er eher sparsam und es blieben vielleicht wirklich keine Chemie-Rückstände auf seinem geernteten Korn?
    Wir wissen es nicht und werden auch künftig nicht alle Bauern vollständig überwachen können und wollen, da könnte die rationalere Lösung tatsächlich ein Verbot sein. Nur die Landwirtschaftsindustrie läuft jetzt schon Sturm gegen ökologische Produkterzeugung, weil es einfach schlecht fürs Geschäft ist.

    Und so geht es seit Jahrzehnten hin und her: Zucker ist gesund und kräftigt den Knochenbau, so hörte man bis in die 1970er Jahre aus der industrienahen Wissenschaft, inzwischen hört man aus dem „Vorbildstaat“ USA, dass man dort über ein generelles Industriezuckerverbot nachdenkt.
    Auch der Glaube, Deutschland sei besonders ökologisch orientiert ist ein Irrtum, inzwischen liegen wir auch bei Ökoerfolgen schon wieder im Mittelfeld, verglichen mit anderen Ländern dieses schönen Planeten. Ich behaupte, die Kanzlerin ist schuld!

    Ja, der Krebs kann trotzdem kommen, und auch Demenz, Schlaganfall und Herzinfarkt. Es geht eben um eine Minimierung des Risikos, ein Risiko bleibt immer bestehen, wie auch gerade die Freunde der Atomkraft wissen.

    Übrigens: Wussten Sie, dass die alten Steine, die zum Bau von romanischen Kirchen verwendet wurden, etwa 50 mal stärkere Radioaktivität ausstrahlen als im Umkreis von 100 Metern bei einem laufenden Atomkraftwerk freiwerden? Daraus könnte man folgern, dass wir zum Beten alle lieber ins laufende Atomkraftwerk gehen sollten, oder?

    Ich denke durch letztes Beispiel wird klar, dass ein Atomkraftwerk eben nicht schadet, und wie wir alle wissen, findet der GAU auch nur alle 1000000 Jahre statt. In den letzten 40 Jahren hatten wir zwar schon mindestens 3 GAUs, an die ich mich sofort erinnere, somit wäre die Realitätsberechnung, dass etwa alle 14 Jahre ein GAU stattfindet, aber egal, solange man nicht in 5000 Kilometer Entfernung von so einem Reaktor wohnt… .

    (Ist die Frage der Endlagerung radioaktiven Mülls inzischen schon befriedigend gelöst? Ich finde ja: Ab damit in die Häuser der Vorstände der Atomindustrie, aber nur in die Häuser, die sie selbst bewohnen. Schließlich haben diese damit auch den Profit eingestrichen. Die Villen und sogar die Gärten diese Leute sind zu klein? Ach…)

    Zu explodierenden Chemiefabriken, Kinderarbeit, Menschenhandel, Waffen- und Drogenhandel u.a. schreibe ich jetzt mal nichts, sonst kriege ich nämlich Krebs oder einen Herzinfarkt oder sonstirgendwelche körperlichen Beschwerden.

    Ich hoffe nur, dass wir die ganzen Nahrungsmittelpanscher und Umweltverseucher eines Tages alle ihrer gerechten Strafe zuführen können. Schon dafür lohnt es sich weiterzuleben.

    Durch unkontrollierte Einwanderung verschärfen sich übrigens auch die ökologischen Probleme. Man kann davon ausgehen, dass Menschen, die aus Gebieten der Erde kommen, in denen die Verwendung von DDT noch erlaubt ist und eher ein geringes Problem darstellt, nicht unbedingt die körperlich Gesunden sein werden. Diese

    • Die ganze Diskussion über Glyphosat ist doch sinnlos
      wenn man nicht zum Vergleich die mit den vorhandenen, zulässigen Ersatzstoffen verbundenen Risiken heranzieht.
      Wenn das Produkt G wegen Gesundheitsgefährdung vom Markt genommen wird, dann weicht die Landwirtschaft eben auf die Produkte X,Y,Z usw. aus. Ob die nun weniger gefährlich sind?

      Erst wenn man die damit verbundenen Risken gegen die Glyphosat-Risiken abgewogen hat, kann man entscheiden, ob ein Glyphosat-Verbot sinnvol ist.
      In der gegenwärtigen Diskussion scheint es in erster Linie um eine ideologisch/politische Kampagne dagegen zu gehen, was man als moderne Landwirtschaft bezeichnen könnte. Also ums „zurück zur Natur“ als Idylle. Denn die moderne Landwirtschaft ist alles andere als natürlich oder idyllisch. Beim Einsatz von Herbiziden kann es aber durchaus sein, dass die industrialisierte Landwirtschaft damit – aus Kostengründen – sparsamer umgeht, als mancher kleiner Krauter in seinem Garten.

      Bekanntermaßen sind ungesund und mit Gesundheitsrisiken verbunden (nicht nur Krebs ist tödlich!): Salz, Zucker, Fett, Alkohol, Koffein usw. …
      Viele Pflanzen enthalten verschiedene Gifte in geringer Konzentration.
      Weder Erdbeeren noch Waldmeister sind bei näherem Hinsehen ganz frei davon. Welche Gefahr von unsachgemäß gelagerten Lebensmitteln ausgehen kann, sollte allgemein bekannt sein.

      Von Pilzen (nicht nur Gift, sondern auch radioaktives Caesium) ganz zu schweigen.

      Sehr ungesund sind eigentlich alle irgendwie wirksamen Medikamente – trotzdem können viele, richtig eingesetzt, Leben retten oder verlängern.

      Das Leben birgt allgemein gewisse Gesundheitsrisiken. Wir können dankbar sein, dass uns die heutige Medizin, Pharmakologie, Biochemie und allgemein die Naturwissenschaften viel mehr Möglichkeiten geben, mit vielen dieser Risiken fertig zu werden, als jeder Generation vor uns.

      Es kann nur darum gehen, bei allen Eingriffen in die Natur und am Menschen die verschiedenen Risiken abzuwägen, und vorsichtig damit umzugehen.

      Allerdings scheinen manche Leute einen gewissen Hang zu xyz-Phobien zu pflegen. (bitte für „xyz-“ gewünschten Begriff einsetzen, z.B. „Biochemie-„, „Chemo-„, „Gen-„, „Carbono-„).

    • GAU
      Wie kommen Sie auf die Behauptung dass ein „GAU auch nur alle 1000000 Jahre stattfindet.“ ?

      Atommüll ist Wertstoff. Eine Endlagerung war und ist Unsinn. Es gibt wenigstens 3 bekannte Arten, ihn zu recyceln, es fehlt nur die industrielle Umsetzung. Transmutation, schnelle Reaktoren oder Flüssigsalzreaktoren.Einen Castor würde ich jederzeit in meinen Keller stellen, wenn ich denn einen bekäme. Wo ist das Problem?

    • @Hr. Frank Heinze, wg. GAU und @Thomsen, wg. Sinnlosigkeit
      Die Angabe, dass statistisch gesehen nur alle 1000000 Jahre ein GAU stattfinden würde, habe ich den Angaben der Atomindustrie in den 1970er Jahren entnommen. Zu dieser Zeit hatte sich das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung, die in der Nähe der Atommeiler und „Endlager“ wohnte, bereits stark verändert, sodass „auf Teufel komm ‚raus“ von der Industrieseite her gelogen wurde, um die sehr einträglichen Atomprojekte gegen den Willen der Bevölkerung mit Hilfe der Staatsmacht mit aller Gewalt durchzusetzen.
      Dies führte letztendlich zur Gründung und Dauerstabilität der Grünen-Partei, die dann mit weiteren ökologischen und friedensbewegten Themen die damaligen Altparteien vor sich hertrieb.

      Wenn Sie etwas weiter gelesen hätten, hätten Sie festgestellt, dass mir sehr wohl bekannt ist, dass wir mit Harrisburgh, Tschernobyl und Fukushima in den letzten 40 Jahren drei Störfälle von bedeutender Tragweite hatten, die das Leben von Millionen Menschen tragisch veränderten, wenn nicht gar zu deren vorzeitigem Tod führte. Von den kleineren, zu tausenden vorkommenden Störfällen, von denen Sie und ich gar nichts erfahren, will ich hier gar nicht reden.

      Die Sache mit dem Atommüll ist leider nicht ganz so einfach, wie Sie und ich es gerne hätten. Sonst wäre die jahrzehntelange Suche nach einem Endlager sicher schon längst von Erfolg gekrönt gewesen.

      Die mit der Atomkraft verbundenen Risiken sind einfach zu groß, um sie einfach ignorieren zu können.

      Ähnlich verhält es sich mit der „Glaubensfrage“, ob die Industrie nicht eher als helfender Partner bei der Nahrungsmittelherstellung betrachtet werden sollte.
      Natürlich enthalten auch Pflanzen Abwehrstoffe, um Freßfeinden den Appetit zu verderben. Deshalb essen wir ja auch nur Pflanzen, die uns bekommen oder deren „Chemococktail“ wir als besonders schmackhaft empfinden. Ich behaupte, dass jede der Pflanzen, die Sie gerne essen, auch ohne chemischen Schutz wachsen und gedeihen kann, wenn man sie unter ökologischen Bedingungen großzieht.

      Schauen Sie sich mal das Sortiment eines heutigen Biomarktes an. Sie haben darin ein genauso großes Angebot, wie in Standard-Supermärkten.

      Wie ich bereits in meinem Text angemerkt habe: Sie entscheiden, was auf den Teller kommt. Wenn Sie auf – aus meiner Sicht – schlecht produzierte Ware stehen, dann wünsche ich guten Appetit. Lassen Sie es sich schmecken, ich für meinen Teil werde immer die weniger belasteten Produkte aus ökologischer Landwirtschaft vorziehen. Es geht eben auch ohne Industriechemie, und das bereits seit mindestens 10000 Jahren.

      Erfolge in Medizin und Wissenschaft für den „Fortschritt der Menschheit“ werden dadurch aber nicht von mir bestritten, sind aber ein anderes Fachgebiet als die Nahrungsmittelproduktion.
      Viele dieser Errungenschaften dieses Fortschrittes sind übrigens äußerst fragwürdig und haben neue Probleme geschaffen.

      So hält sich dieses System am Leben, indem es keine echten Lösungen schafft, sondern durch Scheinlösungen nur andere, nachhaltige Lösungen verhindert, letzlich um einen Markt zu schaffen, der dann bedient werden kann, weil die Konsumenten eben im Glauben gehalten werden, dass es keine anderen Lösungen gäbe.
      Es gibt diese Lösungen, aber sie sind häufig nur außerhalb der industrieellen Angebote zu finden.
      Machen Sie sich mal schlau!

    • auf Gnadenbrotler habe ich gewartet
      den lese ich genauso gern wir Alfons, und die Überschneidungsmenge ist noch größer

    • @Knut Gnadenbrotler wg. Grüne
      Die Grünen und ihr Umfeld haben manche sinnvollen Beiträge zur politischen Debatte gebracht – aber insgesamt überwiegt der Eindruck, daß keine andere Partei so von der Hege und Pflege immer neuer „Phobien“ lebt wie diese.

      Nicht nur auf dem Gebiet der biologischen und industriellen Umwelt, nein auch was unsere soziale Umwelt angeht.
      Neuerdings neben der wetverbreiteten „Dexterophobie“ und der spezifischen „Germanophobie“ auch noch anläßlich der EM bei der grünen Jugend eine Flaggenphobie. Und diese Politiker werfen anderen vor, „homophob“, „islamophob“ und „xenophob“ zu sein …

      Der Irrtum der von Frau Merkel geführten CDU war, das grüne Getröte der „veröffentlichten Meinung“ in den Medien mit der „öffentlichen Meinung“ zu verwechseln und dieser opportunistisch nachzulaufen. Nun haben sie den Salat und die AfD im Nacken, jetzt wissen nicht, wie sie aus der Sackgasse wieder herauskommen, ohne die Blamage zuzugeben.

  23. Oh, heut' schreibt nicht der Don!?
    Sehr geehrte Frau Müllner,

    gerade habe ich festgestellt, dass ich den Don als Addressaten meines Kommentares benannt habe, ich bitte dies zu entschuldigen.
    Bei nochmaliger Durchsicht fiel mir auf, dass Sie heute die geschätzte Autorin des Blogs sind.
    Sie dürfen sich aber von meinen Worten genauso angesprochen fühlen.
    Ihr Foto ist übrigens wirklich bezaubernd.

    Es grüßt hochachtungsvoll..

    Knut Gnadenbrotler

  24. Wie mutig hier manche auf einmal werden
    Aber Frau Müllner ist ja eine Frau, die kann man hier ohne Risiko hart rannehmen. Dabei hätte der Don mal ein paar kritische Worte verdient, etwa als er über „dreckige Berliner“ schwadronierte oder sich argumentativ in AfD-Nähe begab. Die Blogs des Don sind Klage- und Kotzmauern des untergehenden Mittelstandes und ziehen eben ein bestimmtes Publikum an…

    • Darauf warte ich immer noch. Die Kommentare hier sind doch vollkommen in Ordnung und größtenteils höflich. Trotz des heiklen Themas bin ich entzückt.

    • Welcher Mittelstand geht hier unter
      Die Frage ist, liebe Schrotsäge, welcher Mittelstand denn nu am Untergehen ist.

      Und wer sind denn diese AfD-Wähler.

      Sind das alles die gleichen?

      Laut einer Umfrage (die wie alle Umfragereien mit Vorsicht zu genießen sind) wird behauptet: eher männlich, eher gar nicht einmal Unterschicht, eher Realschulausbildung, eher techn. Hochschulausbildung, eher Facharbeiter, Handwerker.

      Diese Umfrage meint in Folge auch herausgefunden zu haben, dass es zur Zeit um einen Aufstand des einfachen Mittelstands (den der Realschüler und der tätigen Hände), die wo sich nicht so diolle ausdrücke können (Interpreatation von mir) gegen die elitären Vollakademiker geht.

      Welche in Regierung und Medien sitzen, dort überrepräsentiert sind und arrogant von oben bestimmen, was ethisch ist und was nicht, was Nation ist und was nicht, was das Volk zu schlucken hat und was nicht.

      Die AfD erfüllt dieses Protestgefühl in vollem Maße.
      Leider. Denn es sind Bauernfänger.

      Selbst ahbe ich auch shcon hier geschreiben, dass ich glaube ,dass ein paar Hrdcore-Afd-Indianer maskiert gemäßigt mit komentieren.

      Doch ich glaube nicht, dass die echte Kernklientel die ich gerade beschrieben habe (und auf die es ankommt am Ende) hier in voler Montur und massenhaft kommentiert.

      Es klingt fies und arrogant das zu sagen, doch die können sich eher nicht so ausdrücken wie das hier lehrreich in gelehrten Lettern vor-exerziert wird.

      Gemeinhin treiben sie sich nicht so sehr in Foren von herumbrummelnden Kulturhistorikern, Hommes de Lettres, Oldtimer- und Italienkennern rum, wo sie theoretisch peinlicherweise eine verbal aufs Maul kriegen können, wenn sie nicht wissen, was Clandestini heißt.

      Und mitten im Nest eines Kommentariats, das so Sachen sagt wie ‚famos‘ und wortreich über den Teetassenstinkefinger diskutiert, verfallene Paläste zitiert oder aramäische Handschriften ausbuddelt. Berührungsängste. Große. Wut und Angst gegen genau dieses Vollakedemikariat und gegen elitär sich aufführende Bildungsbürger, die in ihrer Nachbarschaft nichts ausbaden müssen, was die Wütenden glauben ausbaden zu müssen (AfD-Wutkiste).

      Und nun zurück zu dem anderen Gesellschaftskrebs.

    • @schrotsaeges
      Nur Mut – schreiben Sie Ihre kritischen Worte auch wenn DA der Schreiber ist. Sie duerfen sich auch auskotzen und muessen sich nicht im „Blognest“ von Frau Muellner verstecken. DA und andere Mitblogger vertragen Kritik.

      Was mich jedoch interessiert ist Ihre Sicht einer Gesellschaft, wenn der „sich beklagende und sich auskotzende Mittelstand“ wirklich verschwaende.

  25. Alles eine Glaubensfrage, oder?
    Wer nicht vorher stirbt, stirbt jedenfalls an Krebs, soviel ist sicher. Damit endet die Sicherheit dann aber auch.

    Vorab, die im letzten Absatz des Beitrages genannten Fundstellen sind in sich widersprüchlich, eine Ansammlung von Behauptungen und Vermutungen, und nicht geeignet, anderes als den finanziellen Aspekt in den Vordergrund zu stellen. Und selbst letzterer wird noch fehlerhaft behandelt, denn es bliebe doch wohl zu fragen, ob Vorbeugen oder Heilen die preiswertere Variante ist. Oder anders ausgedrückt, die ökologische Landwirtschaft mag zwar teurer sein, aber die gesellschaftlichen Folgekosten sind jedenfalls kalkulierbar, was bei Glyphosat sicherlich nicht der Fall ist.

    Die behauptete Alternativlosigkeit von Glyphosat ist denn auch nur unter einem Aspekt wirklich nachvollziehbar, nämlich der Verbindung zwischen Nutzpflanze und Pflanzenschutzmittel. Denn eine gegen ein wirksames Pflanzenschutzmittel resistente Nutzpflanze verringert nicht nur den Aufwand ihres Schutzes, sondern erhöht auch in der Regel den erzielbaren Gewinn, insbesondere den Gewinn der Industrie, die solche Kombinationen liefert. Daß das auf Dauer zu Abhängigkeit der Landwirtschaft von wenigen marktbeherrschenden Anbietern führt, liegt auf der Hand. Aber so entsteht auch die Gefahr der Monokulturen, die durch neue Schädlinge und fehlenden Schutz dann zu erheblichen Ernteausfällen und Problemen in der Nahrungsversorgung führen können.

    Es ist für mich am Ende auch eine Frage der Glaubwürdigkeit der Interessenvertreter. Denn ich gebe unumwunden zu, keine Ahnung von den Gefahren und Risiken durch Verwendung von Glyphosat im Vergleich zu anderen Pflanzenschutzmitteln und deren sachgerechter Verwendung zu haben. Ich weiß nicht, ob Glyphosat ein höheres Gesundheitsrisiko in Bezug auf alle möglichen Szenarien hat. Aber wenn Lobbyisten das Wort ergreifen und derart einseitig argumentieren, dann läuten bei mir alle Alarmglocken, dann glaube ich nicht mehr, dann will ich wissen. Und dieses Wissen ist nicht verfügbar. Daher, und weil es durchaus Alternativen und in meinen Augen auch gesündere Alternativen gibt, stehe ich Glyphosat eher ablehnend gegenüber.

    Und ein letztes Wort noch zu TTIP, auch wenn Sie, Frau Müllner, das in meinen Augen doch recht rüde (TDV) abgebogen haben. TTIP würde zu einer Beweislastumkehr und zum Ende des Vorsorgeprinzips führen. Diskussionen wie diese wären dann obsolet. Das würde dann doch der Himmel für alle sein, die sich jetzt noch mit den dummen und lästigen Bürgern herumschlagen müssen. Denn dann kann jeder spritzen, was er will, solange die Menschen nicht umgehend krank davon werden. Das Thema TTIP spielt daher in meinen Augen durchaus auch eine Rolle in diesem Zusammenhang.

    • Da muss ich Ihnen widersprechen. Die Folgekosten ohne Glyphosat sind viel unkalkulierbarer. Es wird zu mehr Pflügen und dadurch mehr Erosion kommen, was zu mehr Düngung bzw Brachland führen kann.
      Ich habe auch niche behauptet, das Glyphosat alternativlos ist, aber die Alternativen sind eben wahrscheinlich auch nicht besser.
      Wenn wir eine ökologische Landwirtschaft in Deutschland wollen muss diese auf eine ähnliche Weise wie in der Schweiz irgendwie subventioniert werden. Ansonsten greifen Verbraucher dann wahrscheinlich auf importierte, günstigere Produkte zurück. Exportierbar sind deutsche Produkte dann wahrscheinlich auch nicht, wobei ich nicht weiß in wie weit die überhaupt exportiert werden. Wäre eine Frage an die Wirtschaft.

      Eine Rolle spielt TTIP vor allem, weil es hinter verschlossenen Türen verhandelt wird. In einer freien Welt darf das nicht sein. Das sollte genug sein, um es abzulehnen. Hätte ich einen Artikel über TTIP schreiben wollen hätte ich mich auch da einlesen können, aber ich wollte einen über Krebs schreiben. Das alles irgendwo zusammenhängt haben wir der Chaostheorie zu verdanken.
      Ein Vorsorgeprinzip ist nicht durchführbar. Wir können nur beweisen, dass etwas schädlich ist und ab welcher Dosis. Zu Beweisen dass etwas unschädlich ist, ist logisch gesehen nicht möglich und keine wissenschaftliche Arbeitsweise, höchstens eine theologische. Wasser in hoher Dosis ist schädlich, Salz ist schon ab wenigen Gramm pro Tag schädlich. Trotzdem haben wir auf beides unbeschränkt Zugriff. Diese sind genauso chemisch wie Glyphosat, Asbest und Zyanid. Es kommt auf die Dosis an. Sind Substanzen bereits ab einer kleinen Menge schädlich müssen wir Vorsicht walten lassen oder sie gar verbieten. Benötigt es eine hohe Dosis oder Fahrlässigkeit brauchen wir wissenschaftlich fundierte Grenzwerte. Ersteres ist für Glyphosat nicht der Fall. Letzteres trifft zu.

    • Das Dilemma der heutigen Landwirtschaft
      zeigt sich in kilometerweiten Monokulturen, für die man dann Glyphosat braucht und das richtige Saatgut. Beides geht nur zusammen und kostet. Es kostet so viel, dass sich das Kleinbauern z.B. in Indien und anderswo nicht leisten können und auch die Farmer in USA und Kanada sehen sich an ihre Grenzen kommen.

      Früher hatte man Fruchtfolgen, heute wird intensiv angebaut. Früher lag ein Feld in genauen Zeitfolgen auch mal brach, das kann sich heute kein Landwirt mehr leisten. Insofern ist das Argument der Pflügerei und Bodenerosion ein zweischneidiges Schwert oder auch Augenwischerei.

      Aventis hatte im Bereich der grünen Gentechnik den Slogan geprägt, Unsere Vision – volle Teller für alle. Den ich für reinen Hohn hielt, auch wenn es mein Kunde war und das auch dort kundtat. Dann übernahm Bayer Aventis und mit der Firma den Slogan… den ich mit „und volle Kassen für uns“ ergänzte.

      Man kann davon ausgehen, je größer der landwirtschaftliche Betrieb, desto gewissenhafter/kostenbewusster wird er mit Pestiziden umgehen. Ich habe über 30 Jahre Werbung in dem Bereich gemacht, ich kenne meine Pappenheimer.

      Wir können heute feststellen, dass wir z.B. bei einer Autofahrt kaum noch Insekten an der Windschutzscheibe haben. Der FAZ war das vor kurzer Zeit ein Artikel wert. Heute kann ich bei offener Balkontür und Licht sitzen, ohne dass nennenswertes Getier in die Wohnung kommt.
      Ich lebe jetzt 10 Jahre hier in meiner Wohnung und stelle fest, ich sehe keine Falter mehr, keine Wespen, keine Bienen oder Hummeln an meinen blühenden Pflanzen in der Loggia. Im Nachbargarten hausen Fledermäuse, sie finden kaum noch Nahrung. Die Mauersegler werden hier von Jahr zu Jahr weniger, ihnen geht das Futter aus. Dazu das Bienensterben, dessen Ursachen immer noch im Unklaren sind.

      Das ist nicht allein Glyphosat anzulasten, aber auch.

    • I'm so excited, and I just can't hide it...
      Fräulein Anna Müller:

      „Das alles irgendwo zusammenhängt haben wir der Chaostheorie zu verdanken.“
      „Zu Beweisen dass etwas unschädlich ist, ist logisch gesehen nicht möglich und keine wissenschaftliche Arbeitsweise, höchstens eine theologische“

      Da der Don sich ja auf Twitter vor sie geworfen hat, möchte hier nur ganz kurz und freundlich anmerken, dass Sie eventuell noch einmal über die ganze Sache mit dem Chaos und der Logik und der Wissenschaft nachdenken.
      So, ca. 4-8 Semester.
      Danke.

    • Sehr geehrter Goodnight,
      lernen Sie doch bitte meinen Namen richtig zu schreiben. Dem Ton Ihres Kommentars wegen glaube ich, Sie benötigen dazu so ca. 4-8 Semester.
      Danke.

    • Werte Frau Müllner...
      … wenn Don sich über ihre regelmässige Klein-Fritzchen Logik im Klaren gewesen wäre, hätte er sie wohl kaum um einen Beitrag gebeten, sondern sie an Gumpbrecht verwiesen wo sie nahtlos hinpassen. Deus ist üblichweiese Kommentaren und Kommenatatoren bevölkert die unter Denken ein klein wenig Anderes verstehen.
      Ihr Argumentationsniveau gleicht mir zu sehr dem der Genderistinnen, daher wünsche ich ihnen lediglich noch einen angenehmen Sonntag und viele, viele Gleichgesinnte auf dass sie ein friedliches Laben haben mögen. HIer…. sind sie am falschen Ort….

    • Habe ich Sie recht verstanden? Sie wollen lieber etwas über Gender in der Biologie lesen? Das können Sie hier: http://www.scilogs.de/lifescience/eins-zwei-drei-viele-die-biologie-und-das-geschlecht/
      Auch Ihnen einnen schönen Sonntag.

    • Pressure makes diamonds
      Sehr geehrte Frau Müllner,

      bitte entschuldigen Sie, falls Sie sich durch den von mir gewählten Ton in irgendeiner Weise mehr oder weniger emotional getroffen fühlten oder immer noch fühlen oder meinen ein negatives Gefühl empfinden zu wollen.
      Dabei hatte ich meinen eigentlichen Kommentar gelöscht bzw. überschrieben, da ich schon davon ausging, dass eine, freundliche Floskeln aussparende, rein auf fachliche Aspekte konzentriere Argumentation nicht zu entsprechendes Resonanz führen könnte, abgeleitet aus der Erfahrung mit meinen oben eingebrachten Kommentaren.

      Whatever, all das hier ist ein Witz. Eine Ansammlung unendlicher Paradoxien, beginnend bei einem Don der sich eben noch über die Infantilisierung der Gesellschaft beklagt und dann hier „Kükenschutz“ einfordert; der ebenfalls über die Linientreue der CDU und fehlendender parlamentarischer Opposition wie über fehlender Debattenkultur in der Presse klagt und dann eigenständig hier Kritik untersagt.

      Falls hier keine Kommentare sondern Groupies gesucht werden, dann bitte ich um entsprechende Mitteilung. Ebenso bitte ich darum, mir mitzuteilen, bei welchem Kommentatorinnen freundlich formulierte, sachliche Kritik als „falscher Ton“ interpretiert wird.

      In der akademisches Welt, in der ich sozialisiert wurde, da operierte man entlang von Wahrheit und nicht entlang von „Ton“. Dass Sie hier die Kommunikation in diesen letztgenannten Bereich führen, zeigt, dass Sie eine entsprechende Sozialisation nicht genießen durften.

      Das ist schade.

      Daher bitte ich, dass Sie ihre Beiträge eindeutig als Prosa deklarieren.
      Dann kommt keiner auf die Idee Sie mit Wissenschaft zu konfrontieren.

      Vielen herzlichen Dank!

    • Sehr geehrter Herr Goodnight,
      ich kann leider nicht finden, an welcher Stelle der Don einen Kükenschutz forderte. Das habe ich wohl überlesen. Außerdem benötige ich den nicht. Ich bin ein erwachsener Mensch und komme auch mit Kommentaren im Internet klar. In der akademischen Welt, in der ich sozialisiert wurde halte jedoch Kommentare, die ad hominem gehen für überflüssig. Sie bringen die Debatte nicht weiter. Ich sehe in Debatten auch gerne Lücken und nutze diese aus. Wenn Sie nicht ad hominem kritisiert hätten sondern sachlich, hätte ich ihren Kommentar einfach stehen gelassen und höchstens 2 Zeilen noch einmal meine Meinung wiedergegeben. Wie in der akademischen Welt üblich. Diese lebt von der Debatte über Themen. Sie kennt keine Wahrheit, sondern nur belegbare Sachverhalte. In der Diskussion darüber liegt der wahre Geist der Forschung.
      Hochachtungsvoll
      Anna Müllner

    • ...or dust.
      Frau Müllner.

      Indem sie aus meinem Kommentar das ad hominem herauslesen anstatt sich zum genannten Sachverhalt (chaostheorie…) äußern, führten Sie eine Unterscheidung und eine Bezeichnung einer Seite der Unterscheidung. Diese Wahl spiegelt ihre Präferenz wieder.
      Q.e.d.
      Sie hatten jetzt mehrmals die Möglichkeit ihren Zweizeiler zur Sachfrage zu liefern, bevorzugten aber doch, mich erneut mit Herr Meier anzusprechen. Das war sehr unhöflich und ad hominem.
      Interessant ist aber eher, dass Sie auf Sachkritik immer Ihre Meinung erneut wiedergeben und dies dann als Debatte verstehen, die die Wissenschaft voranbringt. Erklärt aber warum Sie die Chaostheorie als Ursache für Kausalitäten betrachten ( wie war die Welt vor der Chaostheorie? )
      Zur Ihrem Wissenschaft… äh…Forschungsverständnis müsste ich kurz erwähnen, dass das Ziel der Forschung nicht Sachverhalte sind, wie Sie behaupten, sondern immer die Wahrheit. Sachverhalte findet man auch im Recht und in der Kunst und in TV Shows.
      Und die sind auch belegbar. Falls Sie jetzt laut rufen wollten, sie hätten von belegbaren Sachverhalten gesprochen.

      Irritiert bin ich dann aber von ihrer Aussage bezüglich „wahre Forschung“ wo Sie doch einen Satz vorher der Wahrheit in der Forschung abgeschworen haben.

      Na jetzt habe ich meine Zeit geopfert für jemanden der mir nur maximal 2 Zeilen gönnen wollte.
      Höflich wie ich bin.

    • Da sind Sie in den falschen Thread reingerutscht, Pardon, ich wollte Sie natürlich nicht „Meier“ nennen wenn Sie nicht so heißen.

    • Der Ton ...
      Also ich fände es gut, Frau Müllner, in Ihren Antworten an „Goodnight“ das „Meier“ durch Goodnight zu ersetzen. Nur um Mißverständnissen zu begegnen. Zuerst dachte ich schon, daß ich gemeint sei. Danke.

    • Titel eingeben
      Ich habe die Namen korrigiert.

    • I've worn dresses with higher IQ
      Könnte schlimmer sein. Solange mich keiner mit „Rainer Meyer“ anredet ist alles noch im grünen Bereich.

      (werde mich jetzt auch Zweizeiler beschränken)

    • Prima.
      Zweizeiler sind die Königsklasser der Kommentare.

  26. "Castelnuovo dell‘ Abate S. Antimo", stimmt auffallend, danke an die Profiler unter den
    Kommentatoren, kann man demnächst in der Tat auch einmal besuchen.

    Ansonsten entfernt an Springsteen dabei gedacht, „The price you pay“ – man ist ja hier und überhaupt, hüstel, ganz sicher nur noch „entfernt dabei“.

    Der Artikel war also wohl der Preis den das Imperium nun endlich auch von Don einforderte – für zuvor und bisher gegen ihn geübte Generosität und Lassiez-faire, „keine Leistung ohne Gegenleistung“, so ist das nun einmal.

    Aber die Zeiten werden anscheind härter, und da muß auch Segnore Don hier Farbe bekennen, Kröten schlucken – oder gehen?

    Mal schauen, ob es irgendwann sogar auch von Don eine Kolumne hier gäbe, in der ganz fest stünde, dass Edward Snowden vermutlich schon immer ein bestens bezahlter Geheimagent Moskaus gewesen wäre. Auf der Linie läge das nämlich jetzt schon?

  27. "Mein Feinbild FAZ und ich", der Text war und ist sehr wohl noch allgm. erinnerlich
    „Laissez-faire“ ansonsten

  28. Mit Nichtwissen wird Politik und/oder Geld gemacht.
    „Leider“ kann der Inhaber von Macht in einer Demokratie nicht so einfach wie in einer Diktatur machen, was er will.

    Zum Erreichen seiner/ihrer Ziele werden Waehlerstimmen benoetigt, je mehr, je besser. Als Multiplikatoren dienen dann Demonstranten und/oder Journalisten, die mit moeglichst einfachen „Wahrheiten“ das S̶t̶i̶m̶m̶v̶i̶e̶h̶ Wahlvolk von der alternativlosen Notwendigkeit ueberzeugen, das Kreuzchen ja bei der richtigen Stelle zu machen.

    Es gibt auch genuegend Mitmenschen, die ihre (oft finanziellen) Ziele mit ebensolchen Methoden durchsetzen wollen – von Halbwahrheiten bis hin zu glatten Fehlinformationen.

    Besonders bitter finde ich es, wenn ansonsten intelligente Mitbuerger von solchen Machenschaften dearartig beeinflusst werden, dass sie zu keiner fachlichen Diskussion mehr in der Lage sind.

    Da war in meiner Nachbarschaft einmal eine Initiative, die einen Mobilfunkmast verhindern wollte und behauptete, Handys wuerden Krebs machen. Da war auch ein Doktor dabei.
    Diesen Menschen koennen Sie tausenmal sagen, dass es ionisierender Strahlung bedarf, um DNA zu zerstoeren und Handystrahlung ist eine Mikrowelle, die bei weiten nicht energiereich genug ist. Handys machen keinen Krebs durch Strahlung, Punkt.

    Hier gilt wie fuer alle Streitthemen gilt: genaues Informieren ist notwendig.

  29. Lese gerade, dass wir uns die Gefässverkalkung scheinbar selbst ....
    … herbeidieseln. Colorcraze, da ist sie doch, die Hoffnung auf den schnellen Herzinfarkt!
    .
    Es gibt noch mehr unschöne Nebenwirkungen, die wir uns durch unsere nicht versiegende Ölsucht so herbeidieseln.

  30. Aufklärung - ja bitte! Die gewaltigen Altlasten der Pharmaindustrie.
    Die Sache ist doch die, verehrte Frau Müllner,
    dass es rational richtig scheint, was Sie sagen. Zumindest zum derzeitigen Stand des Wissens.

    Dumm ist nur, dass der Mensch alles andere als ein rationales Wesen ist.

    Das Zeitalter der Aufklärung scheint sich wieder seinem Ende zu zu bewegen.

    Das wird den Aufklärer alter Klasse enorm betrüben. Allein, er muss sich eingestehen, dass eben auch Dinge passiert sind wie DDT und Contergan. Gibt noch mehr. Das Vertrauen der einfachen Leute und der gehobenen Bürger gleichermaßen in die Wissenschaft, in die Agrarindustrie und damit auch in die Aufklärung hat einen mächtigen Dämpfer bekommen und hat sich seitdem nicht mehr davon erholt.

    Man bleibt misstrauisch trotz der guten Argumente. Weil man sieht, woher die Argumente kommen (ein Indiz! Ein Indiz!) weil man als Nichtwissenschaftler sonst keine Beurteilungskriterien an der Hand hat, woher auch.

    Sieht man doch, wie täglich die Nachrichten, wenn es um Medizinisches geht, sich laufend wiedersprechen. Was soll man da noch glauben. Klimaskeptiker haben ebenfalls wieder Rückenwind, von den Chemtrail-Fans nicht zu sprechen.

    Alles in verschiedenster nachvollziehbarer oder auch extrem verrückter Prägung Misstrauische, die den Eliten keinen Papp mehr glauben. Ende der Aufklärung = Ende des Vetrauens in unsere Wissenseliten.

    Zeitgleich haben wir ein Medienphänomen, das vom Internet und seinen Klick-Flashs (einzige harte Internetwährung) erhitzt, immer rascher die Dorfsau in der Zentrifuge mit n-Umdrehungen zum Fetzen bringt.

    Ein Aufklärer darf sich da nicht einfach hinsetzen und das indigniert bemosern. Er sollte die Scherben aufräumen, die die Wissenschaft und die Agrarindustrie gebastelt haben und auch einmal was zugeben.

    Das Problem ist, dass Eliten nichts zugeben.
    Das wäre jedoch die goldene Brücke.

    • Titel eingeben
      Ja, wir haben uns leider dem Wissen ab- und der Unterhaltung zugewendet. Ein Drama, welches an Huxley erinnert.

    • Es sind derer zwei
      Liebe Frau Müllner,
      ich meinte nicht nur den Medienzirkus.
      Den anderen schon auch.

      Ich meinte – ausführlicher gar, weil das die Wichtigkeit unterstreichen sollte – den Habitus und den Zirkus der Wissenschaft im Besonderen.

      Sie sollte sich an der Nase fassen und überlegen, wo sie schon überall der Industrie und fragwürdigen politischen Interessen zugearbeitet hat. Das Misstrauen der Bürger und deren Hysterie kamen doch nicht einfach so. Bevor sie sich edel der klassischen Aufklärung zuwendet, ihr Fehlen dem instabilen Bürger anlastet und seiner emotionalen Getriebenheit – und sonst von nichts wissen will.

      Und das zugeben, Fehler zugeben. Dass sie Bock und Gärtner gleichzeitig waren und sind. Nicht nur dem Zeigefinger auf die tollgewordenen Medien-Artisten zeigen. Das wäre zu billig.

      Es gibt dazu auch den Wissenschaftszirkus, in dem Papers, Studien schnell wie der Wind veröffentlicht werden und noch schneller wieder in der Versenkung verschwinden. Allein die vielen in-vitro-‚Superergebnisse‘ bei Wirkstoffen, die den Krebs besiegen sollen – doch spätestens bei der Runde, in der die Mäuse an der Reihe sind (Tierversuche) alles nur ein Föhnsturm. Auch von gefälschten, gefakten Studies oder von Studies die verdeckt für Firmeninteressen erstellt werden hört man immer öfter. Wie soll da der Geist der Aufklärung und das Vertrauen zur Wissenschaft wieder aus der Flasche kommen?

      Der Kommentarist ist begabter Halb-Mediziner und begabter Laien-Differentialdiagnostiker und dennoch Zitronensäurezyklus-Vollidiot (es würde bei mir nicht einmal helfen, sie sich an die Innenseite des Klos zu pinnen zwecks learning by heart …), der Jung-Nachfahre ist mit seinen 38 Prof. in einem naturwissenschaftlichen Fach – die Diskussionen zuhause drehen sich schon auch um den Habitus. Weil, von Fachlichen her bin ja ein Idiot. Sagt der Nachfahre, der es wissen muss.

    • Fun instead of Function
      Leider gibt es dabei mehrere Entwicklungen, die sich gegenseitig unschön beeinflussen: auf der Seite der Wissenschaft das „publish or perish“, das umso heftiger wird, je mehr Drittmittel eingeworben werden müssen, die immer größer werdende Diskrepanz zwischen Sonntagsreden („wir brauchen Bildung und Forschung“) und tatsächlichen Etats, die zunehmende Drückebergerei bei politischen Entscheidungen, die sich dann hinter Gutachten verstecken, die immer hektischere Berichterstattung, die auch nur halbwegs fundierte Beiträge zu Wissenschaftstheorie oder Statistik nicht zuläßt (abgesehen davon, daß kaum noch eine Redaktion einen Wissenschaftsjournalist hat, der seinen Namen verdient). Das ist die Stunde der Pseudowissenschaftler, die mehr am Effekt interessiert sind als an sauberer Arbeit und sich gerne ins Scheinwerferlicht stellen.
      Es werden ja auch immer einfache Lösungen gefordert („Ist Glyphosat nun gut oder schlecht?“), die ein ernsthafter Wissenschaftler nicht geben kann, also hört man lieber den Propheten zu.

    • @ astroklaus
      Danke!

  31. Die Dosis stimmt
    Liebe Frau Müllner,
    Ihren nüchtern-professionellen Blick auf das Thema Krebs empfinde ich als angenehm und dem Thema angemessen. Der Beitrag ist gut und pointiert geschrieben. Vielen Dank dafür.

    Und noch etwas: Der Satz … „Eine Rolle spielt TTIP vor allem, weil es hinter verschlossenen Türen verhandelt wird. In einer freien Welt darf das nicht sein. Das sollte genug sein, um es abzulehnen.“ … trifft den Nagel auf den Kopf.
    Ich würde mich freuen, wenn Sie zu weiteren Themen hier schreiben würden.
    LG, L.

  32. Glyphosat ist z.Zt. alternativlos
    Glyphosat ist wichtiger Bestandteil des „Direktsaat“-Systems. Die „pfluglose Bewirtschaft“ wurde von der US-Landwirtschaftsbehörde über das Subventionswesen durchgesetzt. Inzwischen dürften in den USA und Kanada etwa die Hälfte der Flächen in dieser Weise bearbeitet werden. In Trockenzeiten hatte man überall das Problem der Bodenerosion; einen Vorgeschmack bekam man auch hier, als in Mecklenburg ein plötzlicher Windstoß über einen trockenen, gerade gepflügten Acker fegte und eine Massenkarambolage mit mehreren Toten auf einer Autobahn auslöste.

    Mit dem „pfluglosen“ Direktsaatsystem will man eine Austrocknung des Bodens verhindern, eine Anreicherung mit Humus bewirken (Speicherung von C02), die Störung der Bodenlebewesen vermeiden, die Treibstoffkosten vermindern (rechnerisch etwa 50%). Die Bekämpfung der Nichtkulturpflanzen (sog. Unkraut) erfordert anfangs einen erhöhten Bedarf an Glyphosat, läßt sich aber durch Mulchen und geeignete Zwischenfrüchte stark vermindern.

    Wenn ich in einem landw. Forum lese, daß ein Bauer auf das Pflügen verzichtet, nun aber dreimal im Jahr zur Unkrautbekämpfung mit dem Grubber über den Acker fährt und in Wirklichkeit nur den Boden verdichtet, sieht man, daß es in Europa noch großen Aufklärungsbedarf gibt. Das gleiche gilt für die Glyphosat-Kritik aus der grünen Ecke, wo man polemisch ständig von einem „Gift“ spricht und die näheren Umstände des Einsatzes nicht kennt oder nicht wahrnehmen will.

    Glyphosat wird unter der Handelsbezeichung „Roundup“ in Baumärkten in Einliter-Gebinden an jedermann vertrieben, obwohl für größere Gebinde bereits der „Sachkundenachweis“ erforderlich ist.

    • Die Dosis macht das Gift?
      Ob Grubber oder Pflug, inzwischen soll unter dem 30cm dicken Humus überall wegen der schweren Maschinen eine Wasser undurchlässige Schicht von ca. 50 cm entstanden sein.Demnächst wohl auch in Afrika, wo auswärtige Staaten jetzt zugange sind.

      Persönlich, so aus dem Bauch heraus, hielte ich eine entsprechende Gründüngung mir anschließendem Umbruch auch für sinnvoller für die Mikroorganismen, außer in Hanglage.Hier gilt generell ein Umbruchverbot für das Grünland. Es wäre nicht möglich, von Milchviehhaltung auf Anderes umzustellen.Glyphosat kommt wohl nicht zum Einsatz, höchstens punktuell als Einzelspritzung gegen den Ampfer – aber selten.

  33. OT
    Aah, schöne Fotos aus dem Inneren von S. Antimo.
    Vielen Dank!

  34. IARC
    Bedankt habe ich mich ja schon weiter oben, hier noch ein Link, der hilfreich sein könnte. Bei der Diskussion um ein Glyphosatverbot wird immer wieder die Klassifizierung der IARC zitiert:
    http://monographs.iarc.fr/ENG/Classification/latest_classif.php
    Man kann die Tabelle aufsteigend nach der Gruppe sortieren. Glyphosat steht in der Gruppe 2A (Probably carcinogenic to humans). Ebenfalls in diese Gruppe wird rotes Fleisch und der Betrieb eines Kaminofens (Holz) im Zimmer einsortiert. In Gruppe 1 (Carcinogenic to humans) stehen Kohleöfen, Rauchen, Passivrauchen und alkoholische Getränke. Niemand ruft nach einem Verbot von Substanzen, wenn das Verbot zu einer Einschränkung seiner täglichen Gewohnheiten führen würde. Ein Verbot wird nur gefordert, wenn es die Mehrheit der Bevölkerung scheinbar nicht betrifft. Das Essen kommt ja aus dem Supermarkt. Wie ein Verbot von Glyphosat sich auf die Erzeugung von Lebensmitteln auswirken würde, ist dem Verbraucher offensichtlich egal.
    Eine Anmerkung zu Monsanto: das Patent auf Glyphosat ist mittlerweile abgelaufen und das Produkt wird von der Konkurrenz deutlich billiger auf den Markt gebracht. Monsanto hat zwischenzeitlich eine teure Alternative entwickelt. Ein Verbot von Glyphosat käme Monsanto also sehr gelegen und würde der Firma wieder ihre alte Monopolstellung zurückgeben.
    Frau Müllner, mein Kompliment, wie sie hier die die laienhafte Kritik pariert haben!
    Grüße Uli

    • Monsanto
      … zwischenzeitlich eine teure Alternative von Mosanto ?
      Bitte lassen Sie uns daran teil haben.
      Soweit mir bekannt wurden seit 30 Jahren keine neuen herbiziden Wirkstoffgruppen gefunden.

  35. Das Leben ist lebnsgefährlich und endet sicher mit dem Tod :-).
    Ich bewundere den (ihrem Alter geschuldeten) Optimismus der Autorin, mittels rationaler Aufklärung Mythen, Ängsten und anderen negativen Gefühlen abhelfen zu können. Ich hatte den auch mal, aber inzwischen weitgehend aufgegeben. Der Glaube des Menschen ist sein Himmelreich – und gegen die Appelle an Ängste vor dem unsichtbaren Bösen (nanoskopisch geringe Restmengen von Stoff X) kommt keine Aufklärung an.

    Greenpeace wie viele andere nutzen diesen Mechanismus inzwischen professionell. Heute bekäme übrigens eine nach Demeter-Regeln gepflanzte Himbeere nie und nimmer die Neu-Zulassung als Lebensmittel …

    Wen das Thema Risikoabschätzung bei Grenzwerten aller Art im allgemeinen interessiert, hier ein Lesetip: Walter Krämer/Gerald Mackenthun: Die Panik-Macher. Zwar von 2003, aber seitdem hat sich nichts zum Besseren geändert.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Titel eingeben
      Dem ist noch hinzuzufügen, dass die vielen sinnlos-Aufreger vor allem einen Effekt haben: sie machen müde und unaufmerksam und abgelenkt von den wahren Problemen.

      Beim Glyphosat ist es ja schön, dass es dazu was zu sagen gibt, und ich bin ziemlich sicher, es ist keine unproblematische Substanz. Aber im Vergleich zu dem, was wir uns sonst mit unserer Lebensweise so reinpfeifen, von Massentierhaltung über Zucker über bewegungsarme Lebensweise, scheint mir das doch deutlich zurückzutreten. Wer was gegen Krebs tun will, der achte auf seine Ernährung, bewege sich, rauche nicht, wie die Verfasserin des Beitrags schreibt.
      Letztlich drücken wir uns auch vor der grundlegenden Diskussion, ob die Landwirtschaft in der Form, wie sie heute ist, denn auch gut sei. Sicherlich können wir nicht alle im Slow Food Land leben und uns nur von bei Mondschein gepflanzten Demeter Lebensmitteln ernähren. Fair enough. Aber es gibt doch zwischen den Extremen andere, und ich meine bedeutsame, Themen, die kaum zur Sprache kommen: Etwa ob die Monopolisierung von Saatgut – hier kommt Monsanto dann doch wieder ins Spiel – sinnvoll ist. Ob mittels Subventionen falsche Anreize gesetzt werden. Ob durch hybride Sorten und Pflanzenschutzmittel in ihrer heutigen Form nicht auch wieder Kosten vergesellschaftet werden, der Profit aber bei wenigen bleibt, und das sind nicht unbedingt die Bauern.

      Solche Diskussionen finden nicht statt. Stattdessen die Aufregung um Glyphosat. Eigentlich eine Beleidigung, dass uns die Lobbyorganisationen beider Seiten für so dumm halten, wobei wir es ihnen vielleicht auch leicht machen, und sie die Richtigkeit ihres Verhaltens zumindest empirisch immer wieder bestätigt bekommen.

  36. Our brand is fear
    Sehr geehrte Anna Müllner,

    Angst, Krebs und Glyphosat – ich gebe zu diese Thema weckt nicht gerade mein Interesse und dabei könnte ich es belassen.

    Mit Ihren Gedanken bedienen Sie die Klaviatur vieler Anderer und mit dem Thema Angst wird man heute stets Aufmerksamkeit finden.

    „Die meisten Menschen lieben die Gerechtigkeit nur aus Angst, Ungerechtigkeit zu erleiden.“ Nein, nicht von mir, sondern von François de La Rochefoucauld.

    Die Kirche lebt ganz gut mit der Angstmache vor der Verdammnis und das seit Jahrhunderten. Die neue deutsche Politik hat auch die Angst entdeckt. Angst vor Terror, weshalb man Alles und vor allem, Jeden permanent überwachen muß, wie einen unzurechnungsfähigen Idioten, dem selbst der Arbeitgeber die anfallende Steuer einbehalten muß, da er selbst dazu nicht in der Lage ist.

    Eltern haben haben Angst ihr Kind könnte vom Dreirad fallen, oder noch schlimmer, ihm könnte der Himmel auf den Kopf fallen und kaufen ihm sofort nach der Geburt einen Helm. Frauen haben Angst von Islamis vergewaltigt zu werden oder plötzlich islamische Fingerspiele an Stellen zu spüren, wo sie sonst nur ihren Tampon platzieren. Männer haben Angst in ihrer Arbeitsstelle zu versagen, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, haben Angst im Bett zu versagen und schlucken kleine blaue Pillen. Angst vor Hochwasser und Radioaktivität. Sagen Sie, was ich hier sonst noch alles vergessen habe.
    Ach ja, Krebs. Ich rauche ja gerne meine Zigarren und erwache täglich mit schaurigen Bildern vor Augen, wie kleine degenerierte Zappelzellen mich von innen her verseuchen. Ich frage mich ja immer, weshalb so kluge Politiker den Tabakgenuß nicht einfach verbieten, wo sie doch so um mein Wohl besorgt sind? Ich glaube sie machen es nicht, weil sie glauben, die von ihnen geschürte Angst wirkt besser als ihr ehrliches Gesicht.

    Angst, Angst, Angst und dann auch noch Ihre rührigen Gedanken zu einem Unkrautvertilgungsmittel.

    Ich habe meinem Gärtner selbstverständlich sofort gesagt er dürfe jetzt absolut kein Glyphosat mehr verwenden.

    Schreiben Sie doch bitte einen weiteren Artikel bei Don Alphonso und, wenn mich ein Thema besonders interessieren würde, dann wäre es: Wie hilft man den Menschen mit ihrer Angst umzugehen, wenn sie diese schon nicht loswerden können – wollen, da man jeden Tag eine neue Angstsau durch´s Dorf treiben muß.

    Sie werden sicher die richtigen Worte für uns Leser haben.

    Mit freundlichem Gruß

    ObjectBe ( objectbe.blogspot.com)

    • @ ObjectBe: Zigarren
      Vielen Dank fuer Ihre Kommentare, die ich immer gerne lese.

      Da ich in Ihnen einen genussfaehigen Menschen sehe, bitte ich Sie, Ihre Zigarrenmarke und -format mit mir/uns zu teilen. Es gilt, im Leben und bei Zigarren immer wieder neu zu entdecken.

    • @ H von Tronje
      Sehr geehrter H von Tronje, vielen Dank für Ihre Zeilen.

      Als eines der schönen Dinge in dieser kleinen Welt erscheint mir, daß es bei allem Trubel, aller Hetzerei, bei allen Versuchen die Menschen an einer ihrer empfindlichsten Stelle zu treffen, der Angst, kleine Inseln gibt, die einem das Gefühl der Unantastbarkeit, zumindest für einige wundervolle Stunden vermitteln.

      So eine „Insel“ ist für mich die Havana Deck Bar im Parco-Paradiso Hotel, oberhalb von Lugano.

      Gerade in diesen Tagen ist es wunderschön lange dort zu verweilen und die morgendliche Dämmerung, nach der kurzen Nacht, miterleben zu können. Mit guten Freunden, in kleiner Runde, dem Blick über die unten liegende, schlafende Stadt an dem, in diesem Licht, grau erscheinenden See.

      Es gibt ausgezeichnete Zigarren hier in der Bar. In der vergangenen Nacht riet mir ein Geschäftsfreund aus Mailand zu einer „Toscano Il Moro“ Auflage 2015 und es war ein Genuß.

      Ich liebe diese kleine Inseln des Lebens, die so rein gar nichts mit dem da Draußen zu tun haben. Kein Mensch käme hier auf die Idee über Krebs, Unkrautvertilgungsmittel oder Islamis zu reden. Aber ebenso liebe ich den Wechsel von dieser zur anderen Welt in ihrer Kleinteiligkeit, die die Menschen sich meist selbst auferlegen oder sich zumindest in sie einfügen, um sich in einer permanenten, wie fragwürdigen Angst ein Gemeinschaftserlebnis zu geben.

      Es ist alles sehr „menschlich“, wie der Genuß der Zigarre heute in der Morgendämmerung.

      Mit freundlichem Gruß

      ObjectBe (objectbe.blogspot.com)

    • Nun ja
      Jene Tessiner Hobby-Urologin, so nannte sie kürzlich jemand anderes, beklagt, dass hier Angst geschürt würde.

      Jenes Wesen jedoch hat auf urologisch bedenkliche Folgen des Radfahrens verwiesen. Zwar ohne Beleg, aber man kann ja mal was mit angelesenen Zitaten raushauen, denken muß man nicht weiter sonderlich.

      Seis drum, es ist ja bereichernd, andere Meinungen zu vernehmen.

      Was allerdings aufstösst ist, dass jenes Object in Kommentaren zu Don Alphonso´s Beiträgen eher milde formuliert (devot wollte ich nicht schreiben), allerdings hier wie auch bei der Schlimmen Helena deftig auf die Kacke haut.

      Liegt es am Futterneid oder woran liegt es?

    • Titel eingeben
      Da schreibt eine Krebsforscherin – offenbar auf Einladung des Hausherrn – zu einem Thema, von dem sie etwas versteht: Zur Risikobewertung im Zusammenhang mit Krebs. Dafür wird sie nun gescholten und aufgefordert, über den Umgang der Menschen mit ihrer Angst zu schreiben. Als Wissenschaftlerin dürfte Frau Dr. Müllner ein solches Dilettieren in fremden Professionen sicher ablehnen.
      Aber natürlich bleibt es jedem unbenommen, sich zu allem zu äußern, auch wenn es weit am Thema vorbeigeht.

    • Kann ja jeder fordern was er will. Kriegt nur nicht jeder was er will. So ist das Leben. ;)

  37. Titel eingeben
    TDV – man ist sich eigentlich sehr einig über das von Glyphosat ausgehende Krebsrisiko, dazu gibt es ausreichend Daten. Für den Verbraucher ist das Risiko extrem gering ist. Es gibt andere Risiken die von Glyphosat ausgehen – zum Beispiel die Wirkung auf Bodenbakterien, aber darum geht es hier nicht und Anna Müllners Artikel bezieht sich auf das Krebsrisiko das eben sehr gering ist.

    Und was die Zulassung von Chemikalien angeht: es würde mich sehr interessieren weshalb Sie annehmen, in den USA müsse ein Hersteller nicht die Harmlosigkeit eines Produktes nachweisen. In den USA müssen z.B. Pestizide von EPA und FDA (wenn sie für Lebensmittel verwendet werden) zugelassen werden – und dazu gehören selbstverständlich auch toxikologische Daten. Die Ansicht, US Behörden seien im Vergleich zu europäischen Behörden industriehörig hört man (von Europäern) oft, ist aber deswegen nicht richtig.

    Letztendlich geht es aber in jedem Fall um Risikoabschätzungen, und die können nie absolute Sicherheit geben. Und eine IARC Klassifizierung besagt nur, wie gut die Datenlage ist OB etwas krebserregend ist – nicht wie hoch das Risiko ist. Fleischwaren zum Beispiel sind in der Klasse 1 (sicher krebserregend) – Glyphosat 2A (wahrscheinlich krebserregend).

  38. Titel eingeben
    evangelium nach Lukas: Der Weihnachtsengel :“ Fuerchtet Euch nicht !“

  39. Gesundheit und Religion und Ernährung
    Hängen psychologisch nun einmal zusammen. Das können Menschen nicht trennen. „Rationalität“ (im Sinne der Naturwissenschaften) werden sie sich da auch im laufenden Jahrtausend nicht beibringen lassen.
    Menschen wollen keine Statistik.
    .
    Sie wollen einen Mythos, ein Horoskop und konkrete Speisegebote.
    .
    Ganze Weltreligionen sind so entstanden und haben darauf ihre Moral aufgebaut.
    .
    Die jetzige Emotionalität bei Ernährungsthemen sehe ich als eine Folge der Säkularisierung. Früher ging man in die Kirche und empfing die Sakramente. Und fühlte sich vor bösen Mächten geschützt. Heute haben die Leute keine Religion mehr und fühlen sich darum immerzu bedroht.
    .
    Daher diese extreme Popularität von z.B. veganer Ernährung. Das ist Religionsersatz. Vor 50 Jahren hätten dieselben Leute eben den Rosenkranz gebetet oder wären nach Altötting gepilgert.
    .
    Das sage ich ohne alle Überheblichkeit oder Spott. Es ist einfach meine anthropologische Deutung.

  40. Gerade mal aus Verdun zurück,
    wo ich auf den fast noch warmen Spuren der Chancelière und ihrem Inspecteur Gadget wandelte, nun der gespielte Witz aus China: Anmahnung zur Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit. Würde es nun nicht langsam an der Zeit sein…..?

  41. Wie wär's mal mit was Knnkretem für den Genuss?
    Liebe Frau Müllner!
    Was Sie studiert haben, Biochemie oder Medizin, ist eigentlich irrelevant.
    Sie demonstrieren hier die klassische Kluft zwischen Leuten, die vor Ort arbeiten und Leuten, die forschen, reden und dann noch SchreibtischtäterInnen werden.

    Es ist schon eine Weile her, dass ich am Krankenbett saß. Aber eins weiß ich davon noch: Dass es grausam ist, an Krebs zu sterben. Fast genauso grausam sind Chemotherapie und Bestrahlung oder bei der Leukämie die Knochenmarktransplantation, vor allem dann, wenn der Patient dennoch erneut erkrankt. Und es ist alles so grausam, dass schon mal gestandene Ärzte im Arztzimmer heulen und sich abends eins hinter die Binde gießen.
    Wie Julius Hackethal, angefeindet von Schulmedizinern, schon erkannte. Er reagierte bekanntlich darauf mit Alternativen zum Sterben.

    Tatsache: Krebs kann nicht gutgeredet werden und krebserzeugende Substanzen auch nicht. Wenn Sie richtigerweise aber auf eine Dosisrelation hinweisen, fordern Sie da doch mal etwas Einsatz beim Nikotin oder machen Sie es selbst. Das fehlt. Zwischen zehn Zigaretten am Tag und achtzig muss zwangsläufig ein Unterschied bestehen, wie auch schwerer Alkoholismus zu Leberzirrhose oder zu Pankreatitis oder Pankreastumor führen kann, aber nicht ein Gläschen hin und wieder.
    Die Hatz auf Raucher geht langsam auf den Senkel.

    Tun Sie den sonnigen Genussmenschen einen Gefallen und arbeiten Sie darüber. Sonst werden noch alle stocknüchtern und böse (so wie ich gerade) und sterben an Gram.

    • Bitte nicht an Gram sterben. Veilleicht schreibe ich ja irgendwann mal einen Text über Rauchen und das neue Dampfen. Aber da graut es mir schon vor weniger freundlichen Kommentaren.

  42. Die Sache mit Glyphosat ist aber nicht so einfach
    Da nur die eigentliche Substanz zur Unkrautvernichtung untersucht und bewertet wird und nicht die Risiken der Kombination mit den anderen Roundup-Substanzen und der sonstigen, nicht gerade unbedeutenden Chemie auf dem und jenseits des Ackers, weiß man gar nichts über die wahren Risiken. Andererseits hat die Autorin recht, man weiß auch nicht, was ein Verbot bringen würde, schließlich gibt es auch andere Unkrautvernichter. Was man weiß, ist, dass nicht nur das Unkraut vernichtet wird, die Älteren brauchen nur den Windschutzscheibenvergleich zu machen; heute kleben kaum noch Insekten dran. Nur ein kleiner Ausschnitt aus dem permanenten Vernichtungsfeldzug, der gegen die Natur geführt wird.
    http://www.deutschlandfunk.de/glyphosat-mikroben-wuermer-und-insekten-leiden.740.de.html?dram:article_id=332279
    Ich weiß, dass man mit diesem Argument keinen anthropozentrischen Hund hinter dem Ofen hervorlocken kann. Aber ganz sicher ist dies, die freche Lüge der Agrarlobby, man brauche das Zeug, um „den Hunger der Welt zu stillen“. Mais und Raps für Autos und zum Verfüttern an die Milchkühe, dieser Hunger wird gestillt. Wenn Krebsrisiken neben dem natürlichen Krebs vermindert werden sollen, dann muss das ganze Anbausystem geändert werden. Alle Ansätze dazu verlaufen im Sand.

    • @ Herr Vetter: Wer früher stirbt ist länger tot!
      Ja, Sie haben Recht:
      Man muss Glyphosat trotzdem nicht mögen, auch wenn das individuelle Krebsriskio minimal sei.

      Bei den heutigen aktuellen Anbaumethoden, dass man den Boden nicht mehr tief pflügt (diese Bodenoberfläche-Anbaumethode verhindern angeblich Bodenerosion, spart Gerät und noch wichtiger: Personal!), braucht man eben in Konsequenz: mehr Unkrautvernichter druff!

      Dann und nur dann bei diesem Oberflächenbodenkratzen ist Glyphosat alternativlos wie Merkel!
      Es müsste dann Merkelosat heißen.

      Ändert man die vordergründig effektiv und preiswert erscheinenden konventionellen Nichtpflüg-Oberflächen-Methoden inklusive der dann notwendigerweise gesteigerten Herbizid-Anwendungen, dann schaut es schon wieder anders aus.

      Glyphosat in Alternativlosigkeit existiert doch nur, weil man die Landwirtschaft maximal „roboterisiert“ hat. Weil man die Welt ernähren will und diese Mammutaufgabe gehe eben nur mit technischen Tricks. Großgerät und Arbeitsersparnis und nicht mit dem Ochsenpflug.

      Und ja, für Mikroorganismen im Boden schauts dann eben weniger gut aus bis zapfenduster.

      Angeblich 80% der Pflanzen sind mit symbiontischen Mykorrhizapilzen assoziiert, die dann mit dem Herbizid abgemurkst werden.

      Fazit: Der direkt zu erwerbende Tumor im menschlichen Gedärm oder Gehirne bleibt zwar hoffentlich aus, da wird Frau Müllner schon Recht haben, weil die L50-Dosis bei Ratten einfach nicht recht anspringt. Aber es wird trotzdem noch nett mit diesem Glyphosat, versprochen.

      Und nein:
      Ich bin kein Gesundheitsapostel. Rauche ab und an – und schreibe auch anderen nicht vor, was sie in ihrer Panik zu essen oder zu trinken hätten. Das Einzige: Ich Diesel-stinke nicht herum und halte Diesel nicht auch noch für gut oder „umweltfreundlich-wirtschaftlich“, da nicht für.

      Bei DDT hat man früher ähnlich argumentiert (kaum schädlich bis harmlos! Und es ist gut gegen Malaria!) wie heute beim Glyphosat.

      Daher wundert es mich kaum, dass der Landlust-Bürger nicht sonderlich gutmütig auf Verharmlosungen anspringt. Für hysterisch halte ich ihn bei dem Thema Glyphiosat weniger. Er ist anderswo deutlich mehr hysterisch. Ich verschwinde zum Beispiel bei Tischgesprächen zum Thema Lactose, Gluten und zum Thema Darmpilze und Darmsanierung. Aua. Zwecks Lachenverbeißen. Es ist nicht zum Aushalten, ausgerechnet auch beim Essen. Ich will das Leben noch genießen.

  43. vielen Dank
    Liebe Frau Müllner,

    vielen Dank für diesen Beitrag und Ihre Kommentare. Ich selbst bin weit davon entfernt zu erwarten, dass „die Wissenschaft“ stets objektive Wahrheiten die von keinerlei persöhnlichen Befindlichkeiten getrübt sind
    „verkündet“. Entsprechend bevorzuge ich es, wenn sich Wissenschaftler direkt äussern, erklären und auch einen Einblick in ihr Selbstverständnis über die Grenzen der Gültigkeit der eigenen Aussagen geben. Dies entfällt beim Zitieren durch Dritte leider häufig.

    Lieber Don, gerne mehr davon.

    Liebe Mitforisten danke für die „sportliche“ Diskussion.

  44. Religionsersatz
    Sie haben es auf den Punkt gebracht.
    Und der Skeptiker steht staunend daneben …

  45. Vom Reiz der Vergänglichkeit
    Karten spielen und Enzian trinken könnten eventuell den Sensemann zum Zeitaufschub animieren.

    http://www.br.de/themen/bayern/inhalt/kult-und-brauch/brandner-kaspar-boandlkramer-100.html

    Keiner weiß, wann und wo es ihn/sie trifft und sicherlich kann man selbst, ohne fanatisch zu sein, etwas dazu beitragen.

    Persönlich brauche ich als Agnostikerin keinen Mythos. Gleichwohl hat mein selbst angebautes Gemüse einen besseren Geschmack als gekauftes. Mein Rasen ist je nach Jahreszeit bunt oder grün. Der blaue Günsel erfreut die Hummeln und die Gänseblümchen mich.

    Midas Dekkers (An allem nagt der Zahn der Zeit) sagt, dass unser Körper aus Wasser für 60 Kannen Kaffee und Phosphor für 50 Schachteln Streichhölzer besteht und soviel Kalk, dass man damit einen Hühnerstall weißeln könnte.

    Jeder will alt werden; aber keiner will alt sein. Mir geht es übrigens auch so, wenn ich feststelle, dass ich eigentlich im Kopf noch nicht grau bin. Trotzdem schaue ich den Tatsachen tapfer ins Auge und nehme es demütig, wie es eines Tages kommen wird.🤔 Es ist, wie es ist, alle müssen gehen. Tottraurig kann man werden, wenn es die viel zu jungen trifft.

  46. Causal or ?
    Frau Simon, ich moechte Ihnen widersprechen. Die toten Fliegen sind auf Ihren Winschutzscheibe, auf Ihrem Kuehlergrill weniger, nicht auf meinem. Dabei unterstelle ich Ihnen den Betrieb eines aktuellen BenAudiBmw mit cw-Wert unter 0,30.
    Die Fliegen fliegen mit der Luft ueber Ihren Wagen und klatschen nicht auf die Scheibe.
    Ich fahre Jeep und habe Insekten.
    2015 im trockenen Sommer gab es weniger Fliegen. Fliegenlarven entwickeln sich nur in kurzlebigen stehenden Pfuetzen oder Autoreifen, Tueten, Schalen mit Wasser ohne viel Fressfeinde.

    • BMW, aber nicht doch
      einen über 14 Jahre alten Corolla, der in jüngeren Jahren schon hier auf der Hauptstraße sich gerne geflügeltes Getier auf der Scheibe einfing. Heute… nix und wie gesagt, ich sitze abends bei offener Balkontür und Licht und habe keine Viecher in der Wohnung. Das war vor wenigen Jahren noch ganz anders, die Überlegung, sich so ein grässliches Fangnetz in die Tür zu spannen, recht weit gediehen, aber wegen Faulheit meinerseits dann fallengelassen. Und heute wäre es nicht gar nicht mehr nötig, et kütt nix, is ja nix mehr da. Zum Leidwesen der nachbarlichen Fledermäuse und Mauersegler vor Ort, die erschreckend wenige in diesem Jahr sind. Schuld sicher das sehr merkwürdige Frühjahr, aber auch die mangelnde Nahrung.

  47. belladonna?
    Ist damit vielleicht eher Atropin gemeint? Kommt u.a. in der Tollkirsche Atropa belladonna vor und weitet neben tödlichen Folgen bei Überdosierung die Pupillen, daher die Verknüpfung mit dem Begriff bella donna, „schöne Frau“. Was auch immer man an geweiteten Pupillen schön finden finden mag, ich assoziiere damit eine Person unter Drogeneinfluss, was ja in dem Falle auch passt.
    Diese griechische Rosine musste raus.

    Ich finde den Text wirklich sehr gut geschrieben und Sie verdeutlichen auch Ihre Herangehensweise bei der Interpretation von Forschungsergebnissen.
    Manche Leute differenzieren interessanterweise zwischen der natürlichen ähem.. Natur und der künstlichen Chemie. Dabei ist eigentlich beides einfach nur Chemie. Vermutlich ist solch eine Aussage bereits blasphemisch. Sie waren da zum Glück weniger direkt.

    Können wir bei Gelegenheit mehr von Ihnen lesen?

  48. Glyphosat ist selbstverständlich wie Kernkraft - eben kein Medikament gegen
    Mangelernährung/Geringernten resp. Energieknappheit. Glyphosat ist Politik, ist Gefühl, fiele in der Tat den Bereichen des Glaubens zu. Für die meisten wie für die Wissenschaft (s.u.). Aber Pluralismus und Meinungsfreiheit hülfen.

    Gegenfrage: Wenn doch das alles so einfach ist mit dem Glyphosat, warum gründen dann nicht junge deutsche smarte Nachwuchsunternehmer u. -journalisten einen „schnelldreh-aufsteigenden Markenartikelanbieter für Glyphosatprodukte“, „so eine richtigte Marketingfamile, alles unter einem Logo und Slogan“?

    Also besser fünf als nur dreistufiges Produktmarketing: In eher sieben Stufen von „Glyphosat mini & superlight“ für die Erzieherinnenhandtasche – „in der Mittagspause wenn die Kleinen schlafen gegen die Scheinunkräuter rund um den Sandkasten im Kindergarten vorgehen – über „mittel“ – „für den allgm. Hausgerauch bis in zum Tannenbaum“, bis „doppel-ultra-strong-Konzentrat“ – für den „in High-End-Glyphosat-extra-Schulungen geprüften Ultrachef-Großbauern“? Müsste doch dann ein Riesenerfolg werden, jetzt wo die Herstellung dank abgelaufenem Patentschutz kostenmässig nur ein Pippifax ist, und die Märkte werden es richten. Und das eigentlich nicht vorhandene Kindergartenrisiko wird ganz einfach bei einem Rückversicherer unterversichert.

    Interessant eher, dass oder warum die FAZ dieses Thema als eine Art Kleinürgerselbstbeschäftigungsspielwiese neu hochkocht. Eigentlich waren wir ja längst durch mit dem Thema, wollten mit den Land voran, weiter, höher, netter, besser, erfolgreicher werden.

    Lückenfüller und Pseudobeschäftigung mit Pseudomeldungen so etwas alles?

    Aber ggfls. die Weltmedienmärkte in summa zur Kenntnis nehmen, nicht „unser hier“ abschotten, evtl. google/tube: „Used & Betrayed – 100 Years of US Troops as Lab Rats // Empire_File026“ – vermutlich in Ruhe ganz ansehen, mit Älteren drüber reden auch, die damals schon dabei waren. Und eine freie Amerikanerin, die zu uns spricht – und das ist das Netz, so sieht die Zukunft aus. Denn wer den kritischen Blick auf sich selber als Anbieter erfolgreicher anwenden würde, der würde mehr Gewinnen im globalen Wettbewerb. Etwas lax ausgedrückt. Aber mit Pseudodebatten in der FAZ besteht Unternehmertum keine globalisierte Zukunft.

  49. Nachsicht, aber Glyphosat fällt für die meisten doch vermutlich in dieselbe Stoffklasse wie
    Sarin, Tabun, Soman, Agent Orange, usw., „schon Strukturformeln und chem. Herstellwege sehen so ähnlich aus“.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Sarin
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tabun
    https://de.wikipedia.org/wiki/Soman
    https://de.wikipedia.org/wiki/Agent_Orange

    Auch ist allgemein bekannt, das man auf chem. Anlagen zur Herstellung von Pflanzenschutzmitteln mit ein wenig Fachkenntnis ganz leicht auch die obigen Kampfstoffe herstellen kann.

    Oder noch anders: Chem. Fabriken für Kampfstoffe „sind ihrer Natur nach im Grunde eigentlich Pflanzenschutzmittelproduktionsanlagen mit erhöhter Sicherheit“, durch doppelte Ummantelungen von Rohrleitungen und Ventilen an kritischen Stellen, usw., usf. – aber das weiß doch längst jeder.

    Schon Saddam Hussein hat sein Zeug auch so gewonnen, nicht im Westen gekauft, sondern auf eigenen Pflanzenschutzherstelllinien – die der Westen ihm lieferte – selbst produziert.

    Von daher für Glyphosat ein schwieriges Umfeld.

    • Tabun und Messer
      Sehr geehrter Gast: Geben sie ein Messer jeweils einem Chirurgen, einem Gärtner, einem Koch und einem Massenmörder. PS Zu Fritz Haber: Im Jahr 1919 wurde er mit dem Nobelpreis für Chemie des Jahres 1918 „für die katalytische Synthese von Ammoniak aus dessen Elementen Stickstoff und Wasserstoff“ ausgezeichnet. Ammoniak dient zusammen mit Salpetersäure zur Herstellung von Düngemitteln und Sprengstoff. Habers Versuche mit Phosgen und Chlorgas kurz nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs machten ihn zum „Vater des Gaskriegs“. Unter seiner Leitung wurden die deutschen Gastruppen formiert und später erstmals Giftgas als Massenvernichtungswaffe eingesetzt.
      Wie meinte Haber si schön: Im Frieden für die Welt und im Kriege fürs Vaterland. Es ist m.E. nicht wahr das das Zerfetzt werden durch Artillerie schöner ist. Ein Schrapnell im Bauch ist ggf unangenehmer als die Erblindung durch einen chemischen Kampfstoff. Das wäre aber wieder eine andere Baustelle. PSS können sie sich noch an die roten Linien von Obama erinnern? PSSS Haber drohte ein Prozess dem er sich durch Flucht in die Schweiz entzog. Nach dem Nobelpreis hatte sich das glaube ich erledigt. Man muss nur die richtigen Freunde haben.

    • "Pestizid" vs. "Herbizid".
      Soweit ich verstanden habe, ist Glyphosat ein _Herbizid_ und kein _Pflanzenschutzmittel_ (Pestizid bzw. Fungizid). Welche Rolle das für seine chemischen Eigenschaften spielt, müßten Fachleute klären.

      Jedenfalls ist der Zweck von Pestiziden, Schädlinge (oder was dafür gehalten wird) d.h. Tiere zu töten, und sie sind damit inhärent in höherer Dosierung für den Menschen gefährlich bzw. tödlich. Vor einigen Jahrzehnten gab es spektakuläre Morde mit dem Pflanzenschutzmittel „E605“ (z.B. „Enzianmord“). Das Pestizid/Insektizid DDT wurde verboten, weil es z.B. Vögel und Fische krank machte und die Vermutung der Gesundheitsschädlichkeit für Menschen gegeben war.
      Gewisse Pestizide/Pflanzenschutzmittel kann man durchaus in einem Zusammenhang mit Kampfgasen sehen.

      So wie das Herbizid Glyphosat beschrieben wird, greift es nur in den Stoffwechsel bestimmter Pflanzen ein, und verschont andere Pflanzen sowie Kleintiere. Der Zusammenhang mit Kampfgasen scheint mir an den Haaren herbeigezogen.

  50. Glyphosat
    Sehr geehrte Fr. Müllner,

    Sie erläutern ausführlich die banale Tatsache, dass wir alle einem unwägbaren nicht unerheblichen Krebsrisiko unterliegen. Und stellen fest, dies könne unter anderem durch den Verzicht aufs Rauchen reduziert werden. Es ist mir angesichts Ihrer Polemik gegen die Warner vor Glyphosat nicht klar, wie Sie zu dieser Einstellung kommen konnten.
    Falls Sie die Diskussion um den Nachweis der Kanzerogenität des Tabakrauchs recherchiert haben, dürfte Ihnen nicht verborgen geblieben sein, dass die Zigarettenindustrie es über Jahrzehnte erfolgreich verhindert hat, dass Präventionsmassnahmen umgesetzt werden konnten, immer mit der Begründung, ein Zusammenhang zwischen Rauchen und Krebs sei nicht zwingend nachweisbar.
    Heute erwägen US Bundesstaaten Schadenersatz -Klagen, weil erhebliche Verdachtsmomente vorliegen, mit denen bewiesen werden könnte dass einschlägige unerwünschte Forschungsergebnisse bezüglich der Schädlichkeit des Rauchens bewusst unterdrückt wurden.

    Glyphosat wird seid mehr als 30 Jahren in immer grösseren Mengen auf immer grösseren Flächen eingesetzt. Neben Diesel und Stickstoff ist es wahscheinlich die für den industriellen Ackerbau weltweit wichtigste chemische Substanz und dem entsprechend ubiqitär, d.h. in fast allem und fast überall nachweisbar. Man ging zunächst davon aus, dass Glyphosat für Mensch und Tier gar nicht schädlich sein könne, weil es praktisch alle Pflanzen tötet, in dem es einen Stoffwechselweg verhindert, den alle Pflanzen unbedingt brauchen, der in der Tierwelt aber gar nicht vorkommt.
    Seit einigen Jahren tauchen aber u.a. aus ländlichen Gebieten Argentiniens, in denen Glyphosat grossflächig aus Flugzeugen versprüht wird, Berichte über Gesundheitsschäden bei der örtlichen Bevölkerung oder z.b. von der Veterinärmedizinischen Fakultät Hannover über Rinderkrankeiten möglicherweise verursacht durch Glyphost behandeltes Futter auf. Gleichzeitig gibt es ebenfalls wissenschaftliche Untersuchungen, die Glyphosat als ungefährlich ansehen. Es ist nach meinem Wissen einfach noch nicht klar, ob und in welchen Wirkungszusammenhängen Glyphosat zu Gesundheitsschäden führen kann.
    Ich persönlich bin überzeugt, dass es keine echte Alternative zum grossflächigen industriellen Ackerbau gibt.
    Aber es ist im Interesse von buchstäblich Allen, das Themen einer solchen Tragweite offen diskutiert werden. Die Geschichte des Rauchens war weder die erste noch die einzige dieser Art.
    Gerade weil wir auf moderne Methoden angewiesen sind, ist es wichtig, wenn der Verdacht auf Fehlentwicklungen auftaucht, diesen Ernst zu nehmen. Leider kann sich der interessierte Laie darauf nicht verlassen.
    Um so wichtiger wären sachliche Beiträge.
    Auch dem wohlverstandenen Interesse des Agrobusiness ist nicht damit gedient wenn Stoffe eingesetzt werden, die bedenklich sind. Alle Menschen brauchen gesunde Lebensmittel.
    Ein wissenschaftlich journalistischer Beitrag sollte nach meiner Meinung die Diskussion mit Argumenten versachlichen, und nicht mit Platitüden polemisieren.
    Weder die wissenschaftlichen noch die gesellschaftlichen Erkenntnisprozesse werden so gefördert.

    Mit den besten Grüssen

  51. Es fällt auf ...
    … das gern ein wenig härter gegen den (ich schreibs bewusst so) angegangen wird, wenn es nicht Don Alphonso ist, der geschrieben hat.

    ObjectBeWesen, TDV und GoodnightMeier sind hier gut zu erkennen.

    Unterm Strich bin ich doch über die weitgehend sachliche Debatte erfreut, wie man sie hier meist erleben darf. Ein Danke dafür.

    Einen kleinen Widerspruch möchte ich dann doch formulieren, ich vermute, Don wird künftig dafür größeren Raum geben:

    Verhandlungen über TTIP werden natürlich geheim geführt, anders können Verhandlungen gar nicht geführt werden. Das Abgeordnete den Verhandlungsstand nicht einsehen können, ist mir nicht ganz klar, könnte aber dem Umstand geschuldet sein, dass alles auf dem Altar der Internetprotestkultur zu Grabe getragen werden soll. Vielleicht erfahren wir da ja mal Näheres.

    Die überaus problematischen Schiedsgerichte sind ja zunehmend thematisiert worden. Ein in Studienzeiten Freund und mittlerweile Bundestagsabgeordneter hat dazu einen feinen Vorschlag gemacht, nämlich den eines öffentlichen internationalen Handelsgerichts – das wäre doch mal ein feiner Fortschritt, der durch TTIP realisiert würde.

    Wie ich bereits schrieb, erfreuen Sie uns gern weiter mit Ihren sachlichen und aufhellenden Beiträgen.

    Eine Entschuldigung, dass ich Ihren Namen, werte Frau Müllner, in meinem ersten Beitrag nicht korrekt schrieb. Namen sind heilig, also Asche über mein Haupt.

    Und erneut vielen Dank für Ihren Beitrag.

    • Do not call me Meier
      Was haben Sie an“… ich habe langsam gemerkt, dass hier… keine.. herausragenden Personen operieren.“ nicht verstanden?

    • Ich habe ...
      … Ihre Beiträge im Wesentlichen schon verstanden.

    • @Thomas
      Wo Sie schon dabei sind, lieber Thomas, beim – Abschweifen – schlage ich vor, Sie erklären den lieben Menschen auch gleich mal, dass es leider keine Alternative gibt, als an den Verhandlungen zu TTIP teilzunehmen, genauso wenig, wie es helfen würde, nicht an der Börse zu handeln (auch wenn das richtig wäre). Diese … Instrumente sind in der Welt und man muss sich ihnen leider stellen, weil sie den hiesigen Wirtschaftsraum sonst dadurch vernichten, indem sie ihn sich Stück für Stück einverleiben und verstoffwechseln, bis alles in Trümmern liegt. Und letztlich sind solche Verhandlungen, genau wie Schiedsgerichte oder aber internationale Handelsgerichte eben ein Mittel zum Zweck der Verhinderung militärischer Auseinandersetzungen.

      – Deshalb ist ein internationales Handelsgericht immer noch nicht „fein“. Aber so gut wie eben möglich. Es sei denn, es handelte sich um den Studienfreund, der eine so gute Meinung von einem anderen Bundestagsabgeordneten hat. Dann überlege ich noch mal sehr gründlich, wo wohl der Haken zu finden sein kann!

  52. Wem es an impulsgetötetem Getier (Sie sind die große Kugel)
    an der Windschutzscheibe ermangeln sollte, könnte sich dieses Erlebnis z.B. bei einer nächtlichen Fahrt mit Schneetreiben-feeling durch die Moustique-verseuchte Camarque antun. Zum Glück geht die mehrere Millimeter dicke Schicht anderntags mechanisch und mit etwas Wasser ganz gut ab. Wem das in die Camargue zu weit ist, dem empfehle ich eine nächtliche Fahrt zwischen Mainmündung und Basel, möglichst dicht an den Rheinauen entlang.
    .
    Also von hier aus, wo ich sitze schaue ich auf einen Meisenkasten und beobachte die hohe Einflugfrequenz der Meiseneltern beim Füttern. Ich messe auch die Zeit, bis sie mit vollen Schnäbeln einfliegen und mit Kot wieder hinaus. Hier am mittleren Neckar scheint die Insektenwelt derart in Ordnung, dass es um unser Haus und Garten zwei Meisenpaaren und einem Hausrotschwanz, zum Teil mehrmals, zur Aufzucht von Jungvögeln gereicht.
    .
    Ganz nebenbei, gestern dieses Urteil eines Konkurenzbloggers hier gelesen (pingback): …..und die verrohten Klein- und sonstigen Bürger in seinem Forum (nicht alle, aber so ungefähr die Hälfte) geben auch stets eine dankbare Freakshow ab.“
    .
    Ich gehöre auch zu einer diesern Hälften, welche ist mir schnurzpiepegal. Schönen Tag, eine Dürre haben wir ja nicht zu befürchten.

  53. Gute Nacht, Meier
    Wenn Frau Wüllners launige Bemerkung, die Chaostheorie sei Schuld, dass alles mit allem zusammenhängt (jeder vernünftige Mensch versteht das, das wäre so, als sage man, die Relativitätstheorie sei verantwortlich dafür, hihi, dass überlichtschnelle Raumschiffe nicht möglich sind), zu weitschweifigen und selbstgefälligen Angriffen gegen den Wissenschaftsbegriff dieses wohl nur durchschnittlichintelligenten „Frauleyns“ führt – then we experienced trolling! Fast so schlimm, als wenn einer bei wissenschaftlichen Diskussionen mit „Wahrheiten“ ankommt.

    „…warum Sie die Chaostheorie als Ursache für Kausalitäten betrachten“: Ich würde sagen: Vor der Chaostheorie bestanden alle Dinge nur an und für sich, seither hängen sie eben zusammen. Ebenso war vor der Relativitätstheorie überlichtschnelles Reisen problemlos möglich. Bzw. wäre möglich gewesen.
    Und vor der Gendertheorie gab es noch echte Männer und Frauen. Und Zwitter und Ladyboys und Butches.

  54. Hinweis zu scilogs.de
    Hallo Frau Müllner,

    „Fossilien belegen, dass es diese Art von Fortpflanzung bereits vor 1,2 Billionen Jahren gab.“

    Die amerikanischen Billions, – sonst wäre das Leben fast schon ewig …

    mfG

    • Diesen Fehler hatte ich innerhalb einer halben Stunde nach Erscheinen des Artikels korrigiert. Ich bin verwundert dass er noch angezeigt wird.

  55. nochmals scilogs.de: Das Erbe der Ukraine
    Hallo Frau Müllner,
    Ein Zitat aus Ihrem Artikel:

    „Man könnte Gammastrahlung jedoch auch nutzen, um unser Essen länger haltbar zu machen. Wichtig dabei ist, dass man kein radioaktives Isotop hinzufügt sondern es nur kurze Zeit in seine Nähe bringt. Dadurch werden Keime zerstört, ohne das Lebensmittel zu schädigen. Es wird be- und nicht verstrahlt.“

    Das – und das Folgende – wäre mal ein die Foristen reizendes Thema über ein Reizthema.

    In einem Artikel in der FAZ vom 12. Mai 2001 „Müssen Bio-Bauern Kernkraftwerken danken?“ (nein den Verfasser nenne ich nicht, viel zu reizend) wird der Karlsruher Molekularbiologe Klaus-Dieter Jany (Leiter des Wissenschaftskreises „Grüne Gentechnik“ folgendermaßen zitiert:
    „(…) wer heute von genetischen Risiken der Biotechnologie spreche und die traditionelle Landwirtschaft lobe, habe offenkundig vergessen, daß auch in Forschungsreaktoren und Kraftwerken Gene verändert und neu arrangiert wurden, ohne die Auswirkungen vorher zu kennen“. Jany sagte: „Was ist denn mit der dreißig Jahre lang praktizierten Mutationszüchtung, bei der die Veränderungen am genetischen Material durch radioaktive Bestrahlung oder Behandlung mit mutagenen* Substanzen zustande kamen? Nach heutigen Maßstäben sei eine kritische Prüfung der so erzeugten und vom Verbraucher verspeisten Sorten längst überfällig. Hier aber schwiegen Kritiker wie Befürworter. Die Erfahrung habe gezeigt, daß keine risikobehafteten Lebensmittel in den Handel gekommen seien.“

    Im gleichen Artikel das Zitat eines – gleichfalls reizenden – Lebensmittelchemikers: „Eigentlich wäre es an der Zeit, daß sich auch die Bio-Bauern bei den Betreibern der Kernkraftwerke einmal bedanken. Denn letztere haben vielfach die Voraussetzungen für ihre Mutationszüchtungen geschaffen, weil gerade die Bio-Bauern, die keine Pflanzenschutzmittel anwenden wollen auf die Resistenzen angewiesen sind. (…) Die alten Landsorten bieten keinen Schutz gegen neu eingeschleppte Schädlinge.“

    * Die Autokorrektur mutierte dies in „mutigeren“.

    mfG

    • Kommentieren Sie dies doch bitte bei Scilogs wo es hingehört.
      Lebensmittel die zum Verzeher bestimmt sind werden sich nach dem Verkauf üblicherweise nicht vermehren. Daher ist es egal, ob das Erbgut intakt ist, das wird in unserem Magen sowieso mitzerkleinert. Aber ja, pflanzen Sie die Apfelkerne Ihres bestrahlten Apfels danach wieder ein, kann es sein, dass dieser dann etwas anders ist. Das ist aber auch so, wenn der Apfel nicht bestrahlt wurde. Wie in beiden Artikeln erwähnt ist Strahlung überall. Es ist dann eben nur mehr, wenn man etwas gezielt bestrahlt. Das beschleunigt den Prozess.

    • Gammastrahlung
      Soweit ich weiß ist die Bestrahlung mit Gammastrahlen für etliche Lebensmittel die mit Abstand unschädlichste Methode zur Haltbarmachung, weil sie Vitamine etc nicht schädigt, und ist in vielen Ländern auch zugelassen, insbesondere für Gewürze.

  56. Ängste konnten Sie aber auch nicht beseitigen, Frau Müllner.
    Zumindest empfinde ich Ihren Beitrag eher als verniedlichend, was die Gefahren, nicht nur durch Glyphosat, betrifft. Sie schreiben ja selbst: „Dabei wäre es eigentlich nicht zu erwarten, dass Glyphosat bei sachgerechter Verwendung Krebs erzeugt.“ Wenn selbst bei sachgerechter Verwendung, die ja nicht wirklich kontrolliert wird, immer noch ein „eigentlich“ zu finden ist, dann ist das eben nicht dazu geeignet, Ängsten oder Verunsicherung wirksam zu begegnen.

    Sie wenden sich zu recht gegen eine emotionale Herangehensweise und schreiben: „Dem kann man nur begegnen, wenn mehr Aufklärergeist durch die Medien fließt, statt skandalgetriebener Inquisition.“ Das aber ist weder bei Ihnen noch bei den anderen Beteiligten zu finden. Was soll der Bürger davon halten, wenn sich wissenschaftliche Studien gegenüberstehen, die nicht einmal annähernd zu ähnlichen Ergebnissen kommen? Wem soll der Bürger „glauben“, wenn alle unter Vorbehalt schreiben, weil niemand wirklich Verantwortung für eventuelle Krebsrisiken übernehmen will?

    Die Adressatin Ihrer Forderung nach rationalem Umgang mit derlei Fragen kann doch nur die Wissenschaft selbst sein. Die aber bedient sich selbst unwissenschaftlicher Mittel bzw. läßt sich in solcher Weise mißbrauchen. Medien und Bürgern kann man da doch wirklich keinen Vorwurf machen, wenn die sich dann mangels konkreter und glaubwürdiger Aussagen im Zweifel emotional entscheiden.

    Zum Schluß noch ein paar konkrete Fragen. Wie ist das denn mit der Anreicherung im Körper? Bleibt das Gift in immer höherer Dosierung im Körper? Wo lagert es sich ab? Wird es abgebaut? Was sagen Leber und Nieren dazu? Was, wenn die Organe schon vorgeschädigt sind? Gibt es bekannte Wechselwirkungen? Wie hoch ist denn die üblicherweise aufgenommene Tagesmenge, wenn das Gift schon in allen Nahrungsmitteln zu finden ist? Ist die Menge dann auf Dauer, also täglich aufgenommen, wirklich noch unbedenklich? Kann das wirklich jemand ruhigen Gewissens und wissenschaftlich belegt behaupten? Ich denke nicht, denn dann könnte man sich darüber ja nicht streiten.

    Der Ball liegt bei der Wissenschaft und die läßt ihn liegen. So sieht das für mich aus. Man traut sich nicht, weil man es nicht weiß. Und sollte doch einmal ein Beweis der Gesundheitsschädlichkeit geführt werden können, dann lag es doch sicherlich an der nicht sachgerechten Anwendung, nicht aber am Glyphosat. Und weil das immer schon so gehandhabt wurde, ich erinnere an AKW und Leukämie, an Contergan, an DDT, ist das Vertrauen der Bürger in die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft nachhaltig gestört.

    Eine allerletzte Frage noch. Sind Ihnen die Super-Unkräuter bekannt, die mittlerweile resistent gegen Glyphosat sind und dazu führen, daß neben Glyphosat noch andere Herbizide verwendet werden müssen? Ist Ihnen Enlist ein Begriff? Wann diskutieren wir das?

    • Resistenz echtes Problem
      Resistenzen sind ein Riesenthema, auch bei Antibiotika.

    • Dazu nur kurz: Wenn Sie möchten, dass die Wissenschaft diese Fragen beantworten soll, muss ein Wandel stattfinden. Zum Einen muss dann nämlich mehr Geld fließen. Forschung kostet Geld und das Personal muss bezahlt werden. Heutzutage müssen die Studien für die Zulassung von den Antragsstellern bezahlt werden. Das wird häufig aufgrund der „Wes‘ Brot ich ess‘ des Lied ich sing'“-Problematik kritisiert, wobei es oft ausgelassen wird, das die Regularien eben einfach so sind.
      Die Werte der Menge die täglich aufgenommen werden kann ohne gesundheitliche Folgen erwarten zu müssen liegt bei 0,5mg/kg Körpergewicht (ARfD) als akute Dosis und 0,3mg/kg Körpergewicht (ADI) als chronische Dosis. Das ist nicht die Menge die wir tatsächlich aufnehmen. Die von den Studien der Grünen festgestellten Werte in Muttermilch und Urin befanden sich im unterhalb des Nanogram-Bereichs – für den der Test nicht ausgelegt war. Die Belastung der Lebensmittel ist derzeit noch nicht ausreichend erforscht, schließlich kann sie sehr stark variieren, die ersten Studien aber zeigen bei einigen wenigen Lebensmittel auf Werte, die unter 1% des ADI liegen.
      Sie finden hier mehr: http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zur_bewertung_des_gesundheitlichen_risikos_von__glyphosat-127823.html
      Die unabhängigen Forschungsinstitute bauen derzeite ihre Toxikologielehrstühle ab, weil diese Art der Forschung nicht innovativ genug für Forderung ist. Das ist tatsächlich besorgniserregend.
      Und natürlich sind Resistenzen ein Problem. Andererseits gibt es diese Resistenzen auch für alle Unkrautvernichtungsmittel.

    • Vielen Dank für Ihre Geduld, Frau Müllner.
      Glücklicherweise gehöre ich nicht zu den überängstlichen Menschen. Zwar konnten weder Sie noch das BFR meine Zweifel beseitigen, aber das geht zumindest mir ja nicht nur bei Glyphosat so. Daß unabhängige Forschung immer schon ein Thema war, neutrale Kontrolle quasi nicht vorkommt, war mir bekannt. Ein großes Ärgernis. Und es scheint nicht besser zu werden, wie Sie auch schreiben. Am Ende werden die Emotionen wohl die Wissenschaft in arge Bedrängnis bringen. Wünschen sollten wir uns das „eigentlich“ nicht.

  57. Häufigkeiten der Erkrankung?
    Es war so vor 20 oder 30 Jahren, da wurde gesagt, dass Krebserkrankungen mit zunehmendem Alter zwar häufiger werden, ab einem bestimmten Alter aber dann wieder mit rückläufigen Wahrscheinlichkeiten zu beobachten sind. Also irgendwo oberhalb von vielleicht 80.
    Ist da nach heutigem Stand irgendetwas Wahres dran?

  58. Toller Artikel
    Kurz und knackig den State of the Art derzeitiger Krebsforschung auf dem Punkt gebracht. Sehr cool.

    Könnten die werten Mitkommentatoren bitte aufhören, sich an Nebensächlichkeiten zu verbeißen?

    • Verbeiß
      „… aufhören, sich an Nebensächlichkeiten zu verbeißen?“

      Das wird schwer. Kommentatoren der Stützen sind Paganinis der Abschweifung. Kurz und knackig ist nicht einmal der Hausherr.

    • Dafür bin ich das.
      Ha!

    • To do a great right do a little wrong.
      Kurz und schmerzvoll:

      Wer entscheidet darüber, was wesentlich und was nebensächlich ist?

      Abschweifungen ergeben sich in diesem Blog infolge seiner Kommentar-Struktur, die nicht chronologisch abläuft sondern unendliche Abzweigungen erlaubt.

      Kurz und knackig steht hier schon ganz am Anfang:
      „Medizin ist keine Wissenschaft“
      (ja, leider nur von mir, Beifall, Vorhang, Danke)

      Kurz und knackig ist nur gut, wenn es unendliche Informationen unendlich verdichtet, d.h. eine Einheit der Differenzen erzeugt.
      Nicht so gut ist, wenn man mittels Allgemeinplätze (z.B. Chaostheorie) unendliche Informationen in neue unendliche Informationen transformiert, d.h. statt Einheit nur eine Differenz erzeugt.

      Man kann aber auch Großartigkeit in der anderen Richtung erzielen, wenn man, wie der Don, eine einzelne Differenz über unendliche Zeilen ausbreitet, dabei den roten Faden der Ausgangsdifferenz nicht verliert und es gleichzeitig noch gelingt eine maximale Anzahl von Personen und Gruppen in den Schlund der Differenz ziehen.

      Shakespeare oder Proust, man muss sich entscheiden.
      Dazwischen ist nur Mittelmäßigkeit.

    • Titel eingeben
      Anna Müllner 14. Juni 0 Uhr 03

      ja . !

      wie eine minimale google Bildersuche ergibt.

    • @ goodnight
      Ohne einem Schreiber oder Kommentaristen zu nahe treten zu wollen:
      Ist es nicht eine Illusion zu glauben, man könne im biomedizinischen Bereich und zum Topic ‚Krebs und Toxine‘ mit oder ohne Chaostheorie kurz und bündig halbwegs Richtiges schreiben?

      Knackig vielleicht, aber nicht kurz.

      Ich weiß nicht, ob man einen ernsthaften Vergleich zu Müllner überhaupt anstellen kann. Welche dankenswerterweise so schreibt, dass man – wie bei wissenschaftlichen Aufsätzen leider üblich – nicht sofort vor Gähnen umkippt.

      Der Vergleich würde nicht nur hinken, der wäre an den Rollstuhl gefesselt:
      Nur ein hartgesottener Fanclub will Dons LiLalaune-Strickmuster bei den Stützen – eins recht, zwei links, immer wieder mal eine nach Lust und Laune fallen lassen – als durchdacht gewirkt verstanden wissen. Auf Deus Ex muss er etwas stringenter schreiben, nu gut.

      Der durchschnittliche Rest wird es eher so sehen: Der Don betreibt mäanderndes Feuilleton mit schnöseligem wahlweisem barockem Hang zu Unordnung, garniert mit Seitenhieben. Das sollte er mal bei Biotechnologie oder Krebsforschung versuchen … entweder man wird dann gar nicht mehr ernst genommen (wahrscheinlich) oder er hat eine schnaubende Armada am Hals, die ihn häckseln will: Die Institute verlangen gebündelt beim Herausgeber seine Freisetzung als diesmal richtig freier Radikaler. ;-)
      Nothing for ungood …

    • Technical Support!
      @der andere Gast

      Der Wahnsinn der Kommunikation liegt in der Erkenntnis, dass ihre Struktur keine Entität darstellt. Wir erzeugen den Sinn, den wir glauben.

      Der absolute Wahnsinn liegt dann in der Erkenntnis, dass man die Entität der Kommunikationsstruktur trotzdem voraussetzen muss, um die Struktur als solche zu nutzen.

      D.h., wissenschaftliche Texte müssen immer mit engen Bezug auf die Entität operieren, während die Dons dieser Welt den schöpferischen Akt in der Kommunikation präferieren können.
      Letzteres erzeugt unendliche Freiheit und Leichtigkeit, und die Kunst besteht darin, trotzdem im „Sinn“, d.h. der Struktur zu bleiben.

      Die Kunst des wissenschaftlichen Textes liegt hingegen in der Fähigkeit, die Struktur, entlang derer man sich abarbeitet, am Ende zu überwinden, ohne sie zu verlieren.

  59. Ängste schüren durch verkürztes Denken
    Ich bin zwar kein Krebs- sondern Hypoxie und Schlafforscher und versteh von Onkologie wenig, aber Ihren Text finde ich super, super, super! Sie haben es, auch wenn Sie etwas ausgeholt haben auf den Punkt gebracht und Glyphosat ist das beste Beispiel um zu zeigen wie der Verzicht auf eine detailiertere Betrachtung wissenschaftlicher Studien und eine entbleibende Diskussion des Für und Wieder zum medialen Missbrauch verführt. Ein Parteifreund in der SPD ( pensionierter Richter) meinte neulich zu mir: Wenn so ein Gerücht (Krebs) mal raus ist, kannst Du nicht mehr mit wissenschaftlichen Fakten dagegen argumentieren. Das wäre politischer Selbstmord. Wie traurig!!!

  60. ...und nun zur eigentlichen Frage:
    Welchen Kirchenbau zeigen denn die Illustrationen? Vor meinem Ende – das zum Glück für die nachfolgenden Generationen unabwendbar ist – möchte ich dort einmal in stillen Andacht verweilen. Und wenn es nur dazu dient, ein Gefühl für die eigene Bedeutungslosigkeit zu erhalten…

  61. Schwenk
    Am Anfang schien mir die Diskussion des Artikels etwas zäh, und viel mit Krebs hin Krebs her.
    Da ich mangels vernünftiger Darstellungsweise in diesem Blog oftmals nach Datum suche, ist mir insbesondere heute eine ganz großartige und insbesondere fokussierte Agglomeration von Beiträgen aufgefallen, die unpolemisch an vielen Stellen verschiedene Perspektiven auf die Philosophie einnahmen.
    Es war wunderbar, zu sehen, wie viele Diskutanten eben auch weitere Kreise zogen, weit über ‚ist Glyphosat nun dies oder das‘, sondern über Gesundheit („langes Leben!?“) und auch die Eckpfeiler einer sinnvollen Landwirtschaft schrieben. Es wäre wunderbar, so etwas weiterführen zu können! Wir sind ja nicht nur von über einer Million migranti betroffen sondern in unseren ganz persönlichen Leben auch ständig einem brain-wash unterworfen, wie genau wir ‚gesund‘ zu leben hane; oder was genau wir zu tun haben um ‚gesund‘ leben zu können. Und wie das ist mit Alolohl und Zucker. Und Fett. Rotem Fleisch, Innereien, Veganismus, Milch. Joghurt soll immer gut sein …. .
    Mich stört schon, dass mir da beinahe ein Selbstbestimmungsrecht ausgeredet werden soll; moralinsaurer Druck erzeugt wird.

    So wie in diesem Blog von Don Alphonso *sinnvoll* politisch diskutiert wird, wünschte ich mir einen parallelen Blog, in dem auch *sinnvoll* über Lebensphilosophie und Gesundheit gesprochen wird. Über den tendenziellen Überverbrauch von Arzneimitteln, Diäten, den Umgang mit Krankheit.
    Gibt es so etwas?
    Also einen Lebensphilosophie-Gesundheitsblog der nicht vom Input der Industrie getrieben wird, aber auch nicht von der gesundheitlichen AntiFa.

  62. Informiert Euch zu den Methoden der Konzerne, die, wie Monsanto, mit Glyphosat abkassieren
    Es gibt genug leicht verfügbare Videos von Dokusendungen z.B. vom ZDF, Arte usw. im Internet.

    Dieser Blogbeitrag vergleicht Krebs mit Herzinfarkt, Glypshosat in Bier mit Welchem in Cornflakes – kurz: Er besitzt ein unterirdisch spöttisch plakatives Niveau mit dem gleichzeitigen Versuch ihn noch wissenschaftlich erscheinen zu lassen!

    Unabhängige Wissenschaftler, die die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln wie Roundup, die Glyphosat enthalten, untersuchen, betrachten eben NICHT NUR einen einzelnen Wirkstoff in diesen Gemischen aus verschiedenen Inhaltsstoffen: Sie untersuchen die Wirkung solcher Pflanzenschutzmittelgemische auf Lebewesen! Ebenso: Der Wirkstoff Glyphosat alleine wirkt auf ein sehr nützliches Bakterium in der menschlichen Darmflora, das Versuchsmäuse z.B. nicht besitzen, tötlich. Dagegen gedeihen Bakterien, die krebserregende Stoffe abgeben, nun stattdessen => Glyphosat = nicht krebserregend, aber Auslöser für Krebs! In südamerikanischen Ländern laufen seit Jahren Menschenversuche! Dort zeigen sich die fatalen Auswirkungen der Konzerne wie z. B. Monsanto! Es ist Verbrauchertäuschung gezielt nur einen wissenschaftlichen Aspekt herauszustellen, der diesen Konzernen gerade passend scheint unwissende Menschen zu manipulieren. Das dieser Blog in der FAZ nun Krebs herunterspielt und von Pech als „möglicher“ Ursache schreibt, wirkt auf mich Biochemiker als geradezu erbärmlich unterirdisch lächerlicher Versuch Glyphosat, seine Verwendung und insbesondere sein damit unvermeidlich verbundenes Auftauchen in der Nahrungskette und im Menschen, zu verniedlichen. Kein Mensch kann alle Wechselwirkungen eines Stoffes in Lebewesen vorhersagen. Doch Tausende Versuche in der Schweinezucht und Menschenversuche in Südamerika zu Fehlbildungen bei Ferkeln und Säuglingen sollten Menschen zur Besinnung bringen. Geldgierige Individuen erreicht das jedoch nicht.

    • Haben Sie Primärquellen zu der Wirkung auf Bakterien?
      Ich habe Krebs nicht heruntergespielt. Ich habe nur erklärt, was Krebs ist und derzeitge Forschung erläutert.
      Ich frage mich, wieso mein über viele Jahre gehegter Zynismus hier als Verniedlichung verstanden wird.

    • Titel eingeben
      Selbst wenn Glyphosat sich auf die Darmbakterien auswirkt, so ist die Frage, inwieweit das bei den zulässigen Höchstwerten in Lebensmitteln noch eine Rolle spielt. Zu der Wirkung von Glyphosat auf das menschliche Mikrobiom gibt es aber soweit ich weiß noch keine zuverlässigen Daten.

      Das ist etwas anderes bei Tieren, die vermutlich auch deutlich mehr Glyphosat über Futtermittel aufnehmen können, und da scheint es eine Wirkung zu geben, die aber auch noch nicht genau aufgeklärt sind. Ebenso scheint es so zu sein, dass Glyphosat auf die Bodenbakterien und das Boden“klima“ erheblich stärker wirkt als bisher angenommen.

      Aber: das hat wenig mit dem direkten Gesundheitsrisiko für den Menschen zu tun. Das Krebsrisiko für den Verbraucher ist minimal, und auch andere Risiken sind im Moment nicht absehbar und haben sich nicht gezeigt, trotz langer Verwendung. Bisher gab es eigentlich keine Beobachtungsstudie, die ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen beim Verbraucher gezeigt haben (bei Anwendern ist das etwas anderes, allerdings geht es darum auch nicht). Insofern ist auch der scheinbare Widerspruch zwischen IARC und EFSA nicht ganz überraschend – beide Einrichtungen beantworten sehr unterschiedliche Fragen, nämlich ob Glyphosat krebserregend ist (IARC) und ob es ein Risiko für die Bevölkerung darstellt. IARC hat Fleischwaren in eine höhere Klasse eingestuft als Glyphosat – trotzdem gibt es weder eine Pleitewelle von Metzgern noch den Ruf nach einem Verbot. (Nitrat, das ebenfalls in die höchste Klasse eingestuft wurde, wird sogar als Nahrungsergänzungsmittel beworben und vertrieben).

      Im Übrigen ist „Pech“ neben „Alter“ wohl eine der Hauptursachen für Krebs.

    • Zynismus? Den haben Sie aber gut versteckt
      Ihr Beitrag kommt eher, ebenso die Aussagen von DA auf Twitter, einer Heiligsprechung von Glyphosat gleich.

      Ich bin kein Chemiker, ich habe nur diverse Berichte und Untersuchungen, die hier teils schon mehrfach erwähnt wurden, gesehen/gelesen und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Glyphosat so harmlos ist, wie Sie es darstellen. Es gibt immer Wirkung und Wechselwirkung und die Zulassungsbehörden würde ich hier nicht als absolut frei ansehen wollen.
      Das sehr aggressive Vorgehen von Monsanto gegen Anwender und durch Nachbarschaft unfreiwillige (auch dazu gibt es Filmberichte) tut ein übriges, zu einer gänzlich anderen Meinung zu kommen, die von vielen Fachleuten gestützt wird.

      Ich habe bei meinem Kunden Schering/AgrEvo die Entwicklung von Liberty Link und Seed Link erlebt, auch dort gingen die Meinungen innert der Firma weit auseinander, wenn auch die Ablehnung nicht laut gesagt wurde, man wollte Monsanto das Feld nicht allein überlassen.

      Es geht nicht darum, dass alle Menschen satt werden, es geht nur ums Geschäft. Wer etwas anderes glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.

    • Wo lesen Sie denn das raus, dass ich Glyphosat heilig spreche?
      Ich habe zu dem Konzern Monsanto hier kaum einen Ton verlore. Wegen der Landwirte (also Anwender) empfehle ich Ihnen dennoch diese Artikel: Wenn sie von Glyphosat aggressiv angegangen werden, wieso wollen sie es dann behalten? http://www.topagrar.com/news/Acker-Agrarwetter-Ackernews-EU-Landwirte-diskutierten-ueber-Glyphosat-3532563.html
      http://www.deutschlandfunk.de/landwirtschaft-aerger-ueber-glyphosat-berichterstattung.862.de.html?dram:article_id=356786

    • Die P&C-Konzerne
      Sehr geehrter Herr Gunsenheimer,
      ich möchte gerne in Ihren Beitrag ein wenig einhaken
      Sie schrieben:
      „informiert Euch zu den Methoden der Konzerne, die, wie Monsanto, mit Glyphosat abkassieren“
      Wie Monsanto….. also Beispielsweise die BASF oder Bayer, welche beide im Pflanzenschutz tätig sind…..
      Die BASF führt Führungen in ihrem Phyto-Center durch und dort habe ich teilgenommen . Der Limburger Hof verfügt über viele Test-Teiche und viele verschiedene Maßnahmen, über die die Schädlichkeit von Stoffen bestimmt werden. Vielleicht sollten Sie sich mal mit den notwendigen Testverfahren auseinandersetzen oder erklären, worauf genau sie hinauswollen. Bis ein potentielles Pflanzenschutzmittel überhaupt auch nur grob getestet werden kann, gehen viele Jahre der Forschung ins Land und Millionen Euro gehen „verloren“. Sobald sich also nur der kleinste unerwünschte toxische Effekt auf Bakterienkulturen oder (Human-)Zellkulturen zeigt, wird die Forschung eingestellt. Tierversuche sind sehr teuer und werden zu allerletzt und sehr gewissenhaft durchgeführt. Die Prüfungsszenarien werden auch von außerhalb überwacht.
      Es gibt für alles, gerade in Deutschland, aber auch in den USA (ja, tatsächlich, zumindest für alles, das nicht aus den USA kommt) extrem hohe Richtlinen, weshalb beispielweise ein deutsches Unternehmen vor einigen Jahren Probleme hatte, denn die USA wollten ein Medikament vorübergehend nicht vertreiben (nein, es war nicht „schädlich“).

      „Es gibt genug leicht verfügbare Videos von Dokusendungen z.B. vom ZDF, Arte usw. im Internet.“
      Wenn Sie, ebenso wie ich, gerne solche Dokumentationen sehen, dann wissen Sie auch, dass das, was Sie als Kleidung tragen und was sie sich vermutlich täglich auf die Haut schmieren, weitaus schädlicher für Sie sein kann, als es Glyphosat je sein wird, ganz einfach, weil es Ihnen näher kommt. Aber vor allem wissen Sie hoffentlich, dass man nichts für bare Münze nehmen darf. Solche Dokumentationen sind gerne reißerisch, um den Endverbraucher zu fesseln und Meinung zu machen.

      „Dieser Blogbeitrag vergleicht Krebs mit Herzinfarkt, Glypshosat in Bier mit Welchem in Cornflakes“
      Nun, was ist der Kernpunkt zwischen Krebs und Herzinfarkt. Herzinfarkt und Schlaganfall werden häufig nicht so ernst genommen, sind jedoch weitaus tödlicher als Krebs, auch wenn der Schmerz dabei wohl nicht so langanhaltend ist…und das Bier-Problem trifft den Deutschen ins Herz, aber wenn man Cornflakes getestet hätte, wäre es vermutlich nicht so hochgebauscht worden. Gifte sind überall, der Rhein führt Beispielsweise Kokain ;)

      „Unabhängige Wissenschaftler, die die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln wie Roundup, die Glyphosat enthalten, untersuchen, betrachten eben NICHT NUR einen einzelnen Wirkstoff in diesen Gemischen aus verschiedenen Inhaltsstoffen: Sie untersuchen die Wirkung solcher Pflanzenschutzmittelgemische auf Lebewesen!“

      Haben Sie dazu eine Primärquelle?

      „Ebenso: Der Wirkstoff Glyphosat alleine wirkt auf ein sehr nützliches Bakterium in der menschlichen Darmflora, das Versuchsmäuse z.B. nicht besitzen, tötlich. Dagegen gedeihen Bakterien, die krebserregende Stoffe abgeben, nun stattdessen => Glyphosat = nicht krebserregend, aber Auslöser für Krebs!“

      Das, auf was Sie hier verweisen ist der sogenannte Botulismus und nicht so selten in Deutschland, hat also erstmal nichts mit Krebs zu tun, sondern ist schlicht eine Vergiftung!

      „das Versuchsmäuse z.B. nicht besitzen, tötlich. “ Leider sind die Publikationen von Frau Krüger zum Glyphosat induzierten Botulismus nicht frei zugänglich… Haben sie dazu eine Quelle?
      Ich habe hier aber einen Ausschnitt aus einem Spektrumartikel, der etwas anderes sagt: „Normalerweise ist Clostridium difficile ein allgegenwärtiger, harmloser Geselle, […] Zudem besiedelt er den Verdauungstrakt von vielen Säugetieren, Vögeln und Reptilien. Praktisch alle Neugeborenen weisen bereits das Bakterium im Darm auf. […]“

      „Pech als „möglicher“ Ursache “
      Pech ist eine mögliche Ursache. Bei manchen ist es so, bei anderen ganz anders. Manche Aspekte des Krebs gehen mit genetischer prädisposition einher, andere mit Vireninfektionen, sowohl das eine als auch das andere ist „Pech“. Manche haben einfach ein schlechtes Immunsystem und wieder andere leiden so stark unter Stress, dass ihr Immunsystem mit der Bekämpfung potentieller Krebszellen überfordert ist.

      „Geldgierige Individuen erreicht das jedoch nicht.“ Pflanzenschutzmittel sind für ein Überleben der Menschheit bei derzeitigen Bevölkerungswachstum unerlässlich.

      Die Intention dieses kleinen Beitrags ist eigentlich: Sie verfassten einen Beitrag mit „unterirdisch spöttisch plakatives Niveau mit dem gleichzeitigen Versuch ihn noch wissenschaftlich erscheinen zu lassen!“
      führen aber keine fundierten Quellen an.
      Das ZDF ist mir leider nicht für seine aufklärenden Beiträge bekannt. Den Arte-Beitrag, auf den Sie sich mit der Thematik Botulismus beziehen, habe ich gesehen.

      Mit freundlichen Grüßen,
      No One

    • Verehrte/r No one, bitte verwirren Sie die Leser nicht mit Fakten.
      Das geht gar nicht. Der felsenfeste Glaube an die heilige Dreifaltigkeit wurde ersetzt durch den betonharten Glauben an korrupte Politiker, gefälschte Produkttests und das gefrässige Finanzkapital.

      Bitte – wer will denn da lesen, dass in der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie weit überwiegend ordentlich und gewissenhaft getestet wird? Schliesslich wissen alle Chemtrailer der Erde, wir werden von allen Seiten vergiftet! Unsere steigende Lebenserwartung ist dabei besonders perfide – sie verlängert die Vergiftungszeit :-).

      Also: Im Glauben fest und in der Verdammung unbegrochen!

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • I wanna wake up! Tech support! It's a nightmare! Tech support! Tech support!
      Yep, der Witz ist ja:

      Durch all aufgrund Düngermittel ermöglichte Überernährung werden wir erst so alt, dass wir all den Krebs bekommen können.

  63. Microbiome Link
    Curr Microbiol. 2013 Apr;66(4):350-8. doi: 10.1007/s00284-012-0277-2. Epub 2012 Dec 9.
    The effect of glyphosate on potential pathogens and beneficial members of poultry microbiota in vitro.
    Shehata AA1, Schrödl W, Aldin AA, Hafez HM, Krüger M.

    • Titel eingeben
      Das Mikrobiom von anderen Säugetieren ist schon recht verschieden vom Menschen – das von Vögeln noch deutlich mehr. Und die Untersuchung war eine in vitro Studie die einzelne Bakterien auf ihre Empfindlichkeit hin untersuchte und nicht die Wirkung von Glyphosat auf die ganze Bakteriengemeinschaft.

      Insofern ist das eigentlich sehr wenig aussagekräftig, weder in die eine noch die andere Richtung. Die kleinste MIC bei der eine Wirkung gefunden wurde (75ppm) war jedoch noch immer noch deutlich höher als erlaubte Grenzwerte.

  64. Wissenschaft
    Glückwunsch, schöner Artikel Frau Müllner. Die Kritik an den Amerikanern und das hohe Lied auf die EU, wenn es um Zulassung bestimmter Substanzen geht, ist tatsächlich ziemlich daneben. Streng genommen dürfte in der EU keine einzige Substanz zugelassen werden, da der Nachweis, dass etwas unschädlich ist streng genommen nicht möglich ist – der Nachweis der Schädlichkeit hingegen schon. Daher ist das Vorgehen der Amerikaner richtig .
    Ein vermutlich noch „heißeres Eisen“ als das Glyphosat scheint mir übrigens der auch unter Medizinern verbreitete Verdacht zu sein, dass Handystrahlung krebserregend ist. Hierzu sollte man wissen, dass diese Strahlung nicht mal imstande ist, Wasserstoffbrücken zu knacken. Eine aktuelle Studie will nun just die krebserregende Wirkung nachgewiesen haben. Würden die Studienautoren ihr gesamtes Datenmaterial preisgeben, würde man vermutlich feststellen, dass manche Krebsarten bei den bestrahlten Mäusen überrepräsentiert sind, andere Krebsarten dagegen unterrepräsentiert sind. Witzigerweise wird keiner der Autoren auf die Idee kommen und behaupten: Handystrahlung vermindert das Krebsrisiko der unterrepräsentierten Krebsarten. Aber damit befasst sich vielleicht Frau Müllner in einem weiteren Artikel – wäre sicherlich ein dankbares Thema….

  65. Endlich mal rational gedacht
    Es freut mich sehr einmal eine rationale Analyse zum Thema Glyphosate zu lesen. Vielleicht brauchen wir in 10 Jahren wirklich keine Herbizide mehr, weil dann Agrarroboter das Unkraut vernichten. Ich würde es mir wünschen, obwohl ich bei Monsanto in St. Louis, MO arbeite und obwohl Monsanto einen Teil des im Handel befindlichen Glyphosate herstellt. Aber bis wir da angekommen sind brauchen wir halt noch Herbizide, um unsere Nahrungsmittel preiswert erzeugen zu können. Und da ist Glyphosate wahrscheinlich immer noch eines der Herbizide mit dem geringsten „Restrisiko“.

  66. FAQ zu Glyphosat vom NABU
    https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/gentechnik/hintergrund/faqglyphosat.pdf

    Rein informativ und wertfrei geschrieben.

    • Titel eingeben
      Die auch dort angesprochene mangelnde Kontrolle hat System und ist wohl auf den Lobbyismus zurückzuführen. Diese unselige Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik ist scheinbar nicht auszurotten. Darunter leidet die Glaubwürdigkeit und das führt am Ende dann zu emotinal gefärbten Ergebnissen. Mich wundert das nicht, denn es ist zumindest für mich unmöglich, mir aufgrund vertrauenswürdiger objektiver Informationen eine Meinung zu bilden, die ich für mich selbst als zutreffend bezeichnen würde. Da bleibt am Ende nur, eine ablehnende Haltung einzunehmen.

      Dieser unbefriedigende Zustand ließe sich nur dadurch beseitigen, daß sich Befürworter und Gegner auf wissenschaftlicher Ebene an einen Tisch setzen und unvoreingenommen mit offenen Karten spielen würden. Da das aber selbst unter Wissenschaftlern eher die Ausnahme ist, sollten die sich anschließend auch nicht über die Reaktionen der Bürger wundern, denen zwar der wissenschaftliche Background fehlt, die sich aber immer seltener als reine Verfügungsmasse behandeln lassen wollen. Glyphosat ist dabei nur ein Symptom dieses grundlegenden Problems.

  67. Danke für den sachlichen Artikel
    In der hochemotionalen Diskussion rund um Glyphosate tut es sehr gut, ab und zu auch eine sachliche Stimme zu hören. Gefühle können täuschen und es lohnt sich ab und zu einen Faktencheck zu machen. Vielen Dank!

  68. Titel eingeben
    Danke für den guten Artikel, der versucht aus Sicht der Wissenschaft die Sache zu beleuchten. Die politischen Kinderspiele zu Glyphosat in der EU und in Berlin sind so was von albern. Leider haben aber uninformierte Politiker die eigentlich Fachleuten vorbehaltenen Entscheidungen an sich gerissen und versuchen sich mit unwissenschaftlichen Aussagen zu retten. Ehrlich wäre es wenn ein Politiker sagt wie es ist: die Wissenschaft sieht kein Risiko durch Glyphosat-Anwendung, aber wir stehen unter dem Druck von gut finanzierten NGOs und haben Angst um unseren Job und unsere Macht durch möglichen Verlust von Wählerstimmen.

  69. Argumente haben es schwer
    Menschen, die etwas glauben wollen, von ihren erkennbar unsinnigen Vorstellungen abzubringen. Die Risikovermutungen beherrschen solche Menschen. Ich beobachte, dass immer die gleichen Leute in das Panik-Konzert einstimmen. Egal welches Thema: Sie sind gegen so ziemlich alles: Glyphosat, USA, Fracking, USA Braunkohle, Massentierhaltung, USA, Marktwirtschaft, USA, jede Art von technischem Fortschritt, USA, den Pabst, USA, niedrige Preise, hohe Preise und und und… Alle diese Leute wollen leider nicht nur sich selbst retten, sondern auch alle anderen. Davor muss man sich fürchten, die vorgeschlagenen Lösungen folgen dem Muster: „schneidet den Dicken den Bauch ab“. das hätte aber fatale Folgen für die Dicken. Trotz aller dieser furchtbaren Gefahren werden die Menschen nicht nur immer älter, sondern auch immer zahlreicher. Das Risiko eines vorzeitigen Todes begann kurz nach der Vertreibung aus dem Paradies, Kain konnte dann kein Lied mehr davon singen. Seitdem hat sich die Lage nicht grundsätzlich verändert.

  70. Schlußendlich
    hilft ein Faktencheck (Markus) nicht weiter, da die Fakten und die daraus abgeleiteten Ergebnisse widersprüchlich sind. Auch ist es nicht so, daß „die“ Wissenschaft keine Risiken durch Glyphosat sieht (Rudi). Und wenn es nach Peter Keul ginge, dann müßte wohl jeder technische Fortschritt unkritisch akzeptiert werden.

    Sorry, aber auch das bringt mich nicht wirklich weiter.

  71. Content Marketing
    Ein Fundstück für den Don und den geneigten
    Leser. Content Marketing ist laut Cicero schwer
    im Kommen. Der Spiegel hat letztes Jahr wohl ein
    Migräne Spezial von Thomapyrin sponsoren lassen und
    diverse Verbände sind hier sehr aktiv.
    Die Sparte scheint sich auch als ein Sammelbecken arbeitsloser
    Journalisten zu etablieren.

    ´Schrader sieht mit Content Marketing sogar neue Jobchancen für Journalisten: Denn diese Form der Publizität könne Marktanteile von Google und Facebook zurückerobern. Tatsächlich saugt das „CM“ den Markt für arbeitslose, hoch professionelle Journalisten leer. Im Newsroom des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft etwa sitzen laut OBS-Studie zehn frühere Journalisten. An den Schaltstellen sind frühere Redakteure der 2012 eingestellten Financial Times Deutschland tätig.

    Einige Firmenmagazine betreiben auch politische „Berichterstattung“, wie das Unternehmen Nestlé, oder Branchen wie Energie, Banken und Versicherungen. Laut Studie sind es aber vor allem Interessensverbände, die Content Marketing nutzen, um ihre Lobbyinteressen zu verbreiten. Darunter zählen die von den Metallarbeitgebern finanzierte „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der mit dem Blog „Industrie pro TTIP“ für das transatlantische Freihandelsabkommen wirbt, oder der Bundesverband Windenergie: Das gibt sich mit dem „Magazin für erneuerbare Energien“ als „eine Art Ökologie-pur-taz“, so die Autoren. Jedoch: Es geht fast immer um Windkraft. Von Solar- oder Bioenergie liest man wenig. ´

    Nur mal so als Denkanstoss.

  72. Statistik und Wissenschaft
    Liebe Frau Müllner,

    ganz herzlichen Dank und großen Respekt dafür, daß Sie sich zu dem tapferen Häuflein bekennen, das wider alle Besserwisser Vernunft und Wissenschaft in die Öffentlichkeit zu tragen!
    Gerade die beiden Themen Statistik und Entstehung wissenschaftlicher Erkenntnis sind dabei besonders anspruchsvoll: die Allermeisten haben dazu irgendwelche Vorurteile, aber so gut wie keine Ahnung, was dann in die verschiedensten Arten von Verschwörungstheorien mündet. Wenn schon in der Nomenklatur keine Einigkeit herrscht (wie etwa bei den verschiedenen Krebstypen), dann wird es doppelt gefährlich: beschreiben denn zwei Statistiken tatsächlich den gleichen Sachverhalt? Bevor irgendein Test mit klingendem Namen für die Korrektheit des Ergebnisses bürgen soll, muß man sich doch erst einmal darüber im Klaren sein, woraus die Datenbasis überhaupt besteht. Und dazu sind leider auch andere elementare Grundlagen oft unbekannt bzw. werden „diskret“ ignoriert: sind denn überhaupt die Voraussetzungen für meine Auswertemethode erfüllt? Wenn z.B. nun schon das dritte „Jahrhunderthochwasser“ innerhalb von zehn Jahren auftritt, ist vielleicht nur mein Modell falsch und nicht der Fluß plötzlich ein anderer. Viel zu viele Modelle und Algorithmen benutzen z.B. die „Normalverteilung“, obwohl man sehr gut weiß, daß sie für das gegebene Problem nicht geeignet ist – aber: man kann dann einen großen Fundus von Rechenverfahren benutzen und für Entscheider und Volk klare Zahlen liefern, die überzeugend aussehen. Dumm nur, daß es Fälle gibt, wo eine genau berechnete, aber falsche Zahl mehr Unheil anrichtet als eine unsichere Abschätzung (die jüngste Finanzkrise hat dazu reichlich Material geliefert).
    Und auch wenn das Manche gerne hätten: man kann nicht warten, bis man nun wirklich alles und ganz genau weiß. Denn auch das Nicht-Handeln oder Nicht-Entscheiden bis dahin hat Folgen.

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