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Facebook weiß, wie wir lieben

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Unsere Computer verraten, was wir fühlen und wen wir lieben. Zwei Studien zeigen, wie die Technologie die Liebe verändert.

© FacebookFacebooks Sicht auf die Liebe

Bevor Facebooks Pressemannschaft zum heutigen Valentinstag näher darauf einging, wie sich 1.2 Milliarden Menschen auf der Welt verlieben, streiten, versöhnen und trennen, stellte sie erst einmal heraus, dass das Team der Facebook-Datenforscher, das für die Erkenntnisse verantwortlich ist, auch aus liebenden Menschen besteht – „sie lieben Daten„. Die zeigen folgendes:

Zwischen zwei sich liebenden Menschen liegen für gewöhnlich zwei bis fünf Lebensjahre Unterschied. Bei gleichgeschlechtlichen und weiteren Paarformen (Facebooks Kombinationsmöglichkeiten sind inzwischen endlos) sei der Wert etwas höher. Liebe überspringe eher selten religiöse Grenzen. Die besten Städte für Singles, die ihren Beziehungsstatus ändern wollen, seien Detroit (wegen dem hohen Anteil an Singles), Colorado Springs (wegen der größten Wahrscheinlichkeit an spontaner Pärchebildung), Memphis (dort leben verhältnismäßig mehr Singel-Frauen) und San Francisco (mehr Single-Männer).

Der Rest des Artikels (der zu einer Liebes-Daten-Serie an Blogartikeln von Facebook gehört) besteht, nach der ohnehin kargen Auswertung, aus nutzwertigen Restaurant-Empfehlungen für den Valentinstag. So können wenigstens die paarungsbereiten Großstädter aus den Top-10-Metropolen noch Konkretes lernen.

© GoogleEin Hinweis auf die Liebe von Google

Das soziale Netzwerk weiß allerdings nur so viel über die Liebe, wie Liebende ihm mitteilen, per Smartphone oder Computer. Wovon Facebook etwas weniger weiß, ist, was insbesondere jugendliche mit ihren Geräten machen, wenn sie Facebook mit Absicht nicht verwenden: Sie „sexten“ immer häufiger. Während Facebook keine Nutzer unter 21 Jahren berücksichtigte, stellt sich in einer Studie des Pew Research Center heraus, dass die anfälligste Gruppe für Sex-Nachrichten die 18- bis 24-jährigen sind. Vor zwei Jahren waren noch 26 Prozent von ihnen in Sexting involviert, inzwischen sind es 44 Prozent.

Insgesamt hat bereits jeder fünfte Smartphone-Nutzer mindestens einmal ein Nackt- oder Fastnacktbild zugeschickt bekommen, wobei nur neun Prozent zugeben, solch eine Nachricht schon einmal gesendet zu haben. Die Gruppe der Empfänger ist demnach mehr als doppelt so groß wie die Gruppe der Sender. Das „statistisch signifikante Wachstum“ beider Gruppen zeigt, dass Sexting offenbar nicht nur eine Sache in Paarbeziehungen ist.

Die Studie enthält noch weitere Hinweise auf merkwürdiges Verhalten. Jeder vierte habe schon einmal seinen Ehepartner eine Textnachricht geschrieben, während beide zuhause waren. Ebenso groß ist die Gruppe der Ehepartner die meinen, dass die Geräte zuhause von der Liebe zueinander ablenken. Immerhin acht Prozent aller Menschen in Beziehungen gaben an, dass sie sich über diesen Punkt streiten. Neun Prozent aller Eheleute sei es allerdings schon gelungen, einen bestehenden Streit per Smartphone oder online gelöst zu haben.

© dpaDer moderne Liebesbrief, den sich nicht nur Pärchen zuschicken.

Es seien insbesondere die jungen Pärchen, die von Auswirkungen der Technologie auf ihre Beziehung berichten. 45 Prozent der unter 30-jährigen geben einen großen Einfluss auf die Beziehung an; immerhin 20 Prozent sagten auch, dieser Einfluss sei eher schlecht.

All das sind natürlich nur Zahlen. Der Bogen vom statistischen Wert zum eigentlichen Verhalten, oder gar Fühlen, lässt sich so einfach nicht schlagen. Dennoch enthält die Studie eine interessante Tendenz: Moderne Paarbeziehungen haben ein sehr gewandeltes Konzept von Raum; das Internet hebt ihn auf. Menschen in Beziehungen sind ihren Liebsten dank Technologie heute näher. Allerdings zieht das Internet auch neue Grenzen. Für ältere Menschen ist es normal die selben Geräte, sogar die selben Online-Accounts etwa für E-Mails, zu benutzen; so wie sie traditionell auch eine Postanschrift teilen. Junge Menschen leben auch in Beziehungen eher in ihrer eigenen digitalen Welt, von der sie immer seltener ablassen.

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2 Lesermeinungen

  1. Real weiß die NSA
    durch Facebook so ziemlich alles von uns.
    Auch von Nichtmitgliedern.
    Der dumme Spruch: Musst ja nicht mitmachen, wirst ja nicht gezwungen, sollte der Vergangenheit angehören.

    Es reicht aus, wenn einer Ihrer Bekannten bei facebook der Versuchung nachgibt, den „Freundefinder“ zu nutzen. Und das sind fast alle.
    Was passiert da? Man übergibt facebook Kennung und Passwort seiner Emailkonten.

    Die Folge?

    Facebook hat Zugriff auf sämtliche Emailadressen die eine Email an dieses facebook-Mitglied geschrieben haben. Das kann zehn Jahre her sein, insbesondere wenn Googlemail benutzt wurde.

    Noch schlimmer aber ist:

    Facebook hat ab diesem Augenblick auch auf die intimsten Emails Zugriff, die sie diesem facebook-Mitglied geschrieben haben.

    Dumm. Dümmer. Facebook.

  2. satanische Statistiken
    wem nutzen diese Statistiken? Sie bestätigen der NSA etc., dass sich Menschen leicht manipulieren und entmündigen lassen. Völlig berauscht von ständiger digitaler Präsenz gehen Intellekt und Verstand flöten. Und alle die mitmachen, merken nicht, wie sie auf Präsentierteller sitzen und durch Dauerberieselung das Denken verlernen. Mit solchen Statistiken hält man die Massen bei Laune und im Griff…

    Dumm. Dümmer. Facebook-Nutzer.

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