F.A.Z. Digitec Podcast

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Wie die Autofahrer im Stich gelassen werden

| 20 Lesermeinungen

Auch der jüngste Kompromiss zwischen Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und den deutschen Autoherstellern in der Dieselkrise steht in der Kritik. So richtig versteht sowieso kein Autobesitzer mehr, was eigentlich gerade der Stand der Dinge ist. Nun haben die Hersteller zugesagt, Angebote für Besitzer älterer Fahrzeuge zu erweitern. Dazu können auch die von den Herstellern skeptisch beurteilten Hardware-Nachrüstungen an Motoren und Abgaseinrichtungen gehören.

Doch wer genauer hinschaut, erkennt: An der Tatsache, dass Nachrüstungen eher keine Lösung des Problems sein werden, hat sich nichts geändert. Diesel-Fahrverbote hingegen kommen wesentlich früher. So entschied ein Gericht, dass auch Köln und Bonn von Frühjahr 2019 an ältere Diesel aus dem Großteil des Stadtgebiets ausschließen müssen. Höchste Zeit also, die Gedanken zu sortieren – und einen Plan für den nächsten Autokauf zu entwickeln. Das machen wir in diesem Podcast.

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20 Lesermeinungen

  1. Die Wahrscheinlichkeit einer Normalisierung der Verhältnisse geht im Moment wohl gegen Null
    Der Branche stehen gewaltige Umwälzungen bevor, Stichworte Klimawandel, E-Mobilität, Umweltverträglichkeit. Dazu setzt die Branche im Moment auch noch auf falsche Entwicklungen wie autonomes Fahren, sinnfreie, teure Multimediaüberfrachtung on Board und Ladestellen f. E-Autos an Stelle v. Wechselakkus. Schnelle Nachrüstung würde deutlich den Druck vom Kessel nehmen. Aber nein hier wird gemauert, so dass betroffene Autofahrer wirklich nicht zu beneiden sind. Einen Autokauf sollte, wer es sich leisten kann, wohl besser erstmal um die nächsten 5 Jahre verschieben, bis mehr Klarheit herrscht wohin es denn überhaupt gehen soll.

  2. Höchste Zeit für ein paar richtig gut besuchte Demos?!
    Einfach mal alle Dieselfahrer zu Hause bleiben – mal sehen, was dann noch so geht. Oder vielleicht auch höchste Zeit für eine Autofahrer-Partei? Immerhin sind wir immer noch in der Mehrheit – muss man sich da eigentlich alles gefallen lassen?! Die Fahrverbote sind aus meiner Sicht hochgradig rechtswidrig, was sich hoffentlich in den höheren Instanzen erweisen wird. Das ergibt sich einerseits aus der Tatsache, dass die Fahrverbote nicht wirken (können), da es zwangsweise jede Menge Ausnahmen geben wird (Feierwehr, Polizei, Lieferverkehr und sogar Taxen!). Dazu kommt in vielen Städten, so in Hamburg, Köln oder Bonn, dass der Schiffsverkehr ein Vielfaches des Straßenverkehrs emittiert – wo bleibt die Gleichbehandlung? Wieso verbietet man meiner Sekretärin die Nutzung ihres Autos, während wir täglich die Abgase des Hamburger Hafens einatmen dürfen?! Der Senat schafft es nicht mal den Kreuzfahrtschiffen die Nutzung der 10-Millionen teuren Landstromanlage schmackhaft zu machen. Ab

  3. Nachrüstungen sind eine Lösung; sie sind wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll
    Natürlich macht man mit einer Nachrüstung aus einem gefakten Euro-5er keinen sauberen Euro-6(d-temp)er. Aber man kann mit vertretbaren Aufwand die Überschreitung der Grenzwerte um den Faktor 10-50 (ja, so dreckig sind unsere Diesel) auf den Faktor 2-3 reduzieren, vielleicht sogar weniger (das hängt vom Modell und Aufwand ab). Die dafür notwendige Technologie ist verfügbar, was man allein daran sieht, dass LKW heutzutage im Fahrbetrieb niedrigere Emissionswerte aufweisen als Diesel-PKW. Was unsere Autoindustrie dagegen betreibt, ist Augenwischerei und eine Bankrotterklärung. Die (teuren) Edelfahrzeuge deutscher Provinienz sollen sakrosankt zu Schrott erklärt werden! „Sorry, tut uns leid, aber ihr 50-tausend Euro Fahrzeug muss leider in die Presse, weil der AdBlue-Tank zu klein ist.“ Kommt es nur mir so vor, oder demontiert sich hier eine Branche gerade selbst? Und von der FAZ hätte ich doch etwas mehr kritische Distanz erwartet.

  4. Strategie?
    Wer nicht ganz auf den Kopf gefallen ist, konnte spätestens seit der Diesel-Affäre kommen sehen. Wie lange ist das jetzt her? Drei Jahre. Die damals gekauften Autos hätten schon ohne die negativen Auswirkungen viel an Wiederverkaufswert verloren. Meine Firmenwagen habe ich nicht länger als drei Jahre gefahren, maximal vier. Dann waren die runter, mit mehr als 200.000 km Laufleistung. Und das Gros der Dieselfahrzeuge in Deutschland sind Firmenfahrzeuge. Viele Unternehmen haben Diesel vorgeschrieben oder Zuschüsse zu Dieseln gegeben. In noch mal drei Jahren sind die verbleibenden Problemfahrzeuge zum großen Teil weg. Das was da jetzt abläuft, Gerichtsentscheidungen und politisches Palaver, hat überhaupt keinen Nutzen für Umwelt und Menschen sondern ist nur kafkaesk. Das Hauptargument sind die berechneten tausenden von angeblich vorzeitig gestorbenen NOx-Vergifteten. Da fragt sich doch wie viel früher die sterben. Fünf Minuten oder fünf Jahre? Die Antwort weiß keiner.

  5. Es ist Zeit für eine Bürgerinitiative "Pro Diesel"
    Wer sich etwas in die Materie einarbeitet stellt fest, dass in der NOx-Diskussion viele gezielte Lügen, Halbwahrheiten und Täuschungen verbreitet werden. Das fängt mit der vermeintlichen Gefährlichkeiten an: der (von der WHO epidemiologisch gewonnene) Grenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter steht im eklatanten Widerspruch zu den MAK-Werten (Maximale Arbeitsplatzkonzentration), die wissenschaftlich hart toxikologisch ermittelt wurden. Und endet bei den Standorten der Meßstellen durch das Bundesumweltministerium, die gezielt so aufgestellt werden, dass nur Maximalwerte ermittelt werden (was den Vorgaben der EU-Richtlinie widerspricht: es soll ein repräsentativer Wert für den gesamten Stadtteil gemessen werden). Die Bundespolitik irrlichtert um das Problem, dreht sich auf der Stelle und wird vom radikalen ökologischen Splittergrüppchen DUH gejagt. Es ist ansich an der Zeit, dass betroffene Bürger die Initiative ergreifen. Die Grünen sind mittlerweile das ideologisch verbohrte Es

  6. Dieselfahrer könnten sich doch einfach als Aktivisten bezeichnen
    und die Fahrverbote ignorieren. Vielleicht würde es danach zu einer sachlichen Debatte zum Thema Diesel kommen. Derzeit haben die Oberwasser, die den Diesel zerstören wollen und unsere Autoindustrie gleich mit.

  7. Ganz im Gegenteil
    Es wäre an der Zeit einen Plan zu entwickeln, auf die rollende Heimatvernichtung zu verzichten

  8. Warum haftet der Staat nicht für die "Enteignung" der Dieselfahrer?
    Die Dieselfahrzeuge wurden von staatlichen Zulassungsbehörden für den Straßenverkehr zugelassen. Gleichzeitig hat der Staat Grenzwerte in Kraft gesetzt, die aufgrund(?) dieser Fahrzeuge nicht eingehalten werden. Müsste daher nicht der Staat für den Schaden der Dieselfahrer haften?
    Außerdem sehen Sie Fehlverhalten nur bei den Automobilherstellern. Sie sagen nichts zu dem (willkürlichen) Grenzwert von 40 (am Arbeitsplatz 950, in den USA 100), den die Politik in Brüssel und Berlin gesetzt hat, und auch nicht zur Auswahl der Standorte für die Messstationen in deutschen Städten, die offensichtlich dazu geführt hat, dass nur Deutschland hier jetzt ein Problem hat.
    Die Benziner sind auch nicht schadstofffrei; ist also die autofreie Stadt oder die Abschaffung des Individualverkehrs das politische Endziel?

  9. Geschäftsmodell für die Zulieferindustri
    Wer zuerst kommt, wird zuerst mahlen. Der erste genehmigungsfähige Katalysator für Euro5- und jüngere Euro4-Modelle wird einen reißenden Absatz haben. Wie bisher ist es nicht Aufgabe der großen Autofirmen, sondern der Zulieferer, diesen Katalysator zu entwickeln. Das Rennen hat begonnen. Niemand kann mir erzählen, dass es umweltfreundlich ist, solche nachrüstbare Autos in Kürze zu verschrotten. Daimler ist auch offen für eine solche Entwicklung. Auch BMW wird sich nicht länger verstecken können, wenn der Katslysator erst einmal da ist. Auch die EU muss den Ernst der Lage erkennen und zu einem Moratorium in der Gesetzgebung bereit sein. Sonst bekommen wir bei den Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai die Quittung. Dr. Kurt Gaissert, Brüssel

  10. Es führen die Falschen die Verhandlungen
    Wie üblich, mischt sich die Politik nun ein, um Fehler per Kompromiss auszumerzen. Stets finden endlose Verhandlungen statt, mit Zu- und Absagen, so lange, bis niemand mehr ganz durchblickt und eventuelle Zusagen verwaschen, dehnungsfähig und auslegungsfähig sind.
    Die Betroffenen, die Autobesitzer, dürfen staunend zusehen, wie sich Politiker wichtig machen und der Industrie nicht wehtun.
    Eigentlich hätten Verbraucher und Hersteller zu verhandeln.

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