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Eins gegen Eins

Eins gegen Eins

Immer am Ball – das Fußball-Blog. Mal spielen wir Doppelpass, mal kommen wir gut in die Zweikämpfe, und mal suchen wir allein den Abschluss.

Wer will Will?

Die Hoffnung stirbt zuerst. Noch am Jahresende hatten sich die Gerüchte verdichtet, die ARD wolle „Anne Will" & Anne Will vom Sendeplatz werfen, um...

Die Hoffnung stirbt zuerst. Noch am Jahresende hatten sich die Gerüchte verdichtet, die ARD wolle „Anne Will” & Anne Will vom Sendeplatz werfen, um die Zusammenfassung der Sonntagsspiele direkt nach dem „Tatort”/”Polizeiruf” senden zu können. So recht habe ich allerdings auch da schon meiner Erleichterung nicht getraut, mit einem Schlag vom weißen Menschensofa und den endlosen Werbeblöcken des DSF erlöst zu werden – und prompt verkündet nun der ARD-Programmdirektor, den teuer erkauften Fußball werde es in der ARD erst gegen 23 Uhr zu sehen geben: „Die ARD-Sender entscheiden, ob und wann sie die attraktiven Rechte in ihren Dritten Programmen nutzen.”

 Aus der Traum. Das ist dreifach bitter: für den Zwangsgebührenzahler, den politisch interessierten Staatsbürger und den Fußballfreund in mir (und nicht nur in mir). Weil die ARD insgesamt 100 Millionen pro Saison für die Bundesligarechte ausgibt, um die Sonntagsspiele dann in den „Tagesthemen” zu verstecken; weil das lust- und uferlose Polit-Parlando ungerührt weitergeht; und weil die Regionalprogramme zwar bundesweit empfangen werden können, sich aber weiterhin als regional verstehen und vermutlich aus Kosten- wie aus Quotengründen auf die Mannschaften aus ihrem Sendegebiet setzen werden. Der Bayrische Rundfunk hat jedenfalls schon erklärt, er sei nicht das Überlaufbecken der ARD. Da hat er ausnahmsweise mal recht. Würde ich zum Masochismus neigen, dann würde ich mir den Bundesligasonntag im DSF zurückwünschen. Lieber zehn Mal den Spot zum Prefa-Dach (“stark wie ein Stier”) als eine Fragerunde auf dem Menschensofa, lieber die biederen Scherze von Frank Buschmann als die immer leicht populistisch aufgekratzten Fragen von Anne Will. Da es nun aber nichts mehr zu wünschen gibt, bleibt einem fast nur noch Fatalismus. Und die Gewissheit, dass jeder Sender ohne Alimentierung, der solche Geschäfte machte, längst bankrott wäre. Siehe auch

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