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Eins gegen Eins

Eins gegen Eins

Immer am Ball – das Fußball-Blog. Mal spielen wir Doppelpass, mal kommen wir gut in die Zweikämpfe, und mal suchen wir allein den Abschluss.

Nach der EM: Torlinientechnologie und Fußballferien

Auch dieses Blog muss Ferien machen, weil ohne richtigen Fußballbetrieb die Existenzgrundlage fehlt und man sich allein von Transfermarktgerüchten nicht über...

Auch dieses Blog muss Ferien machen, weil ohne richtigen Fußballbetrieb die Existenzgrundlage fehlt und man sich allein von Transfermarktgerüchten nicht über Wasser halten kann. Wir gehen baden, wir verpassen den Drittligaauftakt, was für den Kollegen Kaube völlig irrelevant ist, weil sein Club Werder Bremen noch Erstligist ist und nach menschlichem Ermessen auch bleiben wird, wogegen ich mangels seherischer Gaben nicht sagen kann, wo die Bielefelder Arminia sich am Ende der kommenden Saison wiederfinden wird. An Aufstieg in Liga zwei ist nicht zu denken, dafür dürfte die weitgehend unveränderte Substanz des Kader kaum reichen; an einen weiteren, tieferen Fall möchte ich nicht denken, ohne ihn völlig ausschließen zu können, nachdem die Saison 2011/12 so albtraumartig begonnen hatte, um mäßig versöhnlich auszuklingen. Es ist halt nicht leicht zu akzeptieren, dass der Verein, dem man seit ein paar Jahrzehnten anhängt, mittelfristig wohl ein Drittligist bleiben wird.

Aber bevor wir die Stollen abschrauben, sollte man doch noch ein paar Sätze zur Torlinientechnologie verlieren. Was für Arglose wie ein titanischer Kampf zwischen Fifa und Uefa, zwischen Blattersepp und Platinimichel anmuten könnte, die Entscheidung des Inte,rnational Football Association Board (Ifab) nämlich, ob elektronische Hilfsmittel erlaubt werden sollen, mit denen sich feststellen lässt, ob ein Ball im Tor ist oder nicht – das führte nun zu einem windelweichen Ja!

Ifab-Mitglied Blatter sprach zwar, was immer er damit meinte, von einem „absolut historischen Moment”, doch weder entschied man sich für eine Technologie, noch ist absehbar geworden, wie die nationalen Verbände künftig verfahren sollen. Sicher ist nur: Bei der Club-WM, beim Confed-Cup und bei der WM 2014 soll’s passieren. Ob es dabei das Modell Hawk-Eye, welches neulich in Wimbledon Angelique Kerber vor dem Aus bewahrte, sein wird oder GoalRef (der Chip im Ball), ist unklar.

Vermutlich ging es auch gar nicht so sehr darum, vielleicht war es eine der üblichen populistischen und opportunistischen Volten Blatters, der sich als Revolutionär präsentieren wollte, ohne ernsthaft etwas umzustürzen und vor allem ohne sich Platini durch ein ausgeprägtes Maß an Entschiedenheit zum Feind zu machen. Und da man Fifa wie auch der Uefa nach all den Erfahrungen der letzten Jahre tendenziell das Schlimmste zutraut, mag diese große Ungewissheit auch damit zu tun haben, dass Blatter in der Eile noch keinen Business-Plan gemacht hat, wie er und die Fifa an der Einführung einer bestimmten Torlinientechnologie, produziert von einer bestimmten Firma, möglichst viel Geld verdienen können.

In diesem Sinne: Schöne Ferien!

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