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Perfect Matches – 5 Spiele des Jahres 2012

27.12.2012, 21:28 Uhr  ·  Jetzt, nachdem alle ihre Bücher, Platten und DVDs des Jahres empfohlen haben, kann man sich endlich mal an die Spiele des Jahres erinnern. Nicht an die angeblich besten, an die taktisch avanciertesten, ästhetisch wertvollsten, historisch relevantesten oder an die kuriosesten Matches, sondern an die Lieblingsspiele.

Von

Weg mit dem Weltgeist, weg mit der vermeintlichen Objektivität. 5 Spiele des Jahres 2012, die ich in Erinnerung behalten werde.

 

1) Füchse Berlin – Ademar Leon 29:18, Handball Champions League Viertelfinale, 29. April

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Klar, das ist ein Handball- und kein Fußballspiel, und nach dem 23:34 im Hinspiel hatte ich gar keine Lust, überhaupt in die Schmeling-Halle zu gehen. Gut, dass ich gegangen bin, es wäre bitter gewesen, nicht dabei gewesen zu sein! Ein solches Handballspiel habe ich in Jahrzehnten nicht gesehen. Volles Risiko, von der ersten Sekunde an, 7 Feldspieler, kein Torwart im Angriff in den ersten Aktionen, um die Spanier mürbe zu machen; 18 Paraden von Silvio Heinevetter, und bestimmt nicht die leichten, die jeder Keeper haben muss, um sie noch mürber zu machen. Ein Publikum, besser als jede Pfingstgemeinde, weil es sehr schnell zu glauben begann, was nicht hätte wahr werden sollen. Und 9 Tore des überragenden Isländers Alexander Petersson, dessen Wechsel nach Mannheim die Füchse bis heute nicht verkraftet haben. Ein denkwürdiger Sonntag, ein vorgezogenes Pfingstwunder, das den Füchsen viele Fans beschert haben dürfte.

 

2) Spanien – Italien 1:1, Europameisterschaft Gruppenphase, 10. Juni

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Da dachten wir noch oder besser: Wir hofften, das Spanien mit normalen Mitteln zu schlagen sei. Ein 3-5-2- System gegen das spanische 4-6-0, die Führung durch den gerissenen Di Natale, der Ausgleich innerhalb von vier Minuten. Aber es sah wenigstens so aus, als sei da was möglich. Die Italiener haben die beinahe utopische Möglichkeit schweben lassen, die sie dann den Deutschen genommen haben, um dann selbst mit dem 0:4 im Finale nicht mehr zu dem aufschließen zu können, was sie versprochen zu haben schienen im Gruppenspiel.

 

3) Deutschland – Schweden 4:4, WM-Qualifikation, 16. Oktober

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Leute, es war nun auch wieder nicht so schlimm! Wer Joachim Löw für unfehlbar gehalten und an die brutale Belastbarkeit seines Teams immer noch geglaubt hatte nach dem Halbfinale gegen Italien, für den war es ein schwarzer Tag, ein Schicksalszeichen; und leider war es auch für all die Schwätzer ein Festtag, die es in ihren Kommentaren schon immer gewusst hatten, lange vor diesem Oktobertag, dass dieses Team nicht die sogenannten Eier eines Oliver Kahn hätte. Man muss es einfach mal ganz manichäisch betrachten: Erst Weltklasse, dann Kreisklasse; mal ist ein Ibrahimovic ein Genie, dann ist ein solcher Spieler nur die Pest. Und am Ende gewinnt auch Deutschland irgendwann mal gegen Spanien, weil die nie 0:4 in Rückstand geraten, weil ihnen das Ibra-Modell fremd ist, ohne das Schweden nie im Leben aufgeholt hätte, und weil man Spanien im Halbfinale begegnen kann, um dann im Finale gegen Irgendwen zu verlieren.

 

4) Bayern München – Chelsea London 3:4 i.E., Finale der Champions League, 19. Mai

Bild zu: Perfect Matches - 5 Spiele des Jahres 2012

 

Dieses Bild sieht aus wie eine dieser großen, durchinszenierten Fotografien des kanadischen Künstlers Jeff Wall, der bekannt ist für seine akribische Probenarbeit. Obwohl es komplett improvisiert ist, Landschaft nach der Schlacht müsste drüber stehen. Es ist ein großartiges Bild, ikonografisch eindrucksvoller als die Tragik, die es für den Bayern-Fan bedeutet. Im Zweifelsfall ist natürlich der Oligarchenclub Chelsea die unerfreulichere Variante, und wie diese Mannschaft sich gegen Barcelona zum Sieg gemogelt hat, ist natürlich ätzend. Aber quer dazu: Didier Drogba hat diesen Pokal dank einer spielerischen und gesellschaftspolitischen Größe verdient, welche kein Bayern-Spieler vermutlich jemals erreichen wird.

 

5) Borussia Mönchengladbach – Bayern München 3:1, Bundesliga, 18. Spieltag, 20. Januar

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Da spielte Marco Reus noch beim richtigen Verein mit dem richtigen Partner Mike Hanke, und es war Lucien Favre, der Trainer, der durch das exzellente Stellungsspiel, das er seinem Team verordnet hatte, dieses Spiel mitgewonnen hat.

 
 

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Jahrgang 1958, Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.