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Fazit – das Wirtschaftsblog

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Für alle, die’s genau wissen wollen: In diesem Blog blicken wir tiefer in Börsen und andere Märkte - meist mit wissenschaftlicher Hilfe

Wir brauchen Finanzmärkte – schon allein für den Weltfrieden

| 24 Lesermeinungen

Dass die "Occupy"-Demonstranten sauer sind auf Banken und Kapitalmärkte, ist verständlich. Das ist aber kein Grund, die Finanzmärkte zu verdammen. Von Alexander Armbruster.

Von Alexander Armbruster

Gerade die Wall Street. Wenn die Lage nicht so ernst wäre, mutete es beinahe komisch an, dass gerade die internationalen Finanzmärkte und – etwas konkreter – diejenigen, die sie bedeutend verkörpern, im Fokus der aktuellen Protestbewegung „Occupy Wall Street“ stehen. Denn grundsätzlich eignet sich kaum etwas mehr, um Macht zu neutralisieren, große Einkommensgefälle zu vermeiden, Freiheit zu vergrößern und Verwirklichungschancen zu schaffen als gut funktionierende Finanzmärkte. Sie sind ihrem Wesen nach, unparteiisch und beurteilen fair – achten beispielsweise nicht auf Hautfarbe, Geschlecht, Herkunft, sexuelle Orientierung, Alter, Gesundheit, Bildung, Religion und was sich sonst noch so alles zum Diskriminieren eignet. Was zählt, ist letztlich nur die Idee, der Geschäftsplan und die Fähigkeit, diesen erfolgreich umzusetzen, also aus der Sicht so vieler Menschen einen so hohen Mehrwert zu schaffen, dass sich das Ganze lohnt. Wem das zugetraut wird, der kann befristet Geld leihen und dafür Zinsen zahlen (eine Anleihe emittieren) oder, wenn er will, Teilhaber gewinnen (Aktien verkaufen und an die Börse gehen). Das Ganze ist obendrein ziemlich demokratisch: Niemand wird gezwungen, neue Aktien oder Anleihen zu kaufen – wenn sich also genügend Käufer für eine Aktie finden, gab es offenbar eine genügend große Mehrheit dafür.

We Händler an Wall Street. Foto: APnn die Infrastruktur, auf der sich all das abspielt, gut funktioniert, dann sind gerade Finanzmärkte ein wirkungsvoller Rammbock gegen Besitzstandswahrer, Änderungsverweigerer und Machtzementierer. Sie sind anders gesagt  ein Werkzeug, um eine  „Tyrannei der Sicherheiten“ zu verhindern, wie die beiden amerikanischen Ökonomen Raghuram Rajan und Luigi Zingales in ihrem wegweisenden und sehr empfehlenswerten Buch „Saving Capitalism from the Capitalists“ bereits im Jahr 2003 geschrieben haben. Zugang zu Finanzierung bekommt  dann theoretisch eben nicht nur derjenige, der schon viel Vermögen, aber wenig Ideen hat, sondern auch der umgekehrte Fall. Das ist eine tolle Sache.

Finanzmärkte sind auch nach dem Börsengang und der Anleiheemission wichtig – als Kontrolleur darüber, wie sich die Unternehmung so im Zeitablauf entwickelt, ob das Geschäft so läuft wie erhofft oder besser (Kurse steigen) oder schlechter (Kurse fallen). Was übrigens nicht nur für das entsprechende Unternehmen gilt, sondern auch für diejenigen, die sich überlegen, in denselben Markt einzutreten. Die Kurse, die sich aus den Einschätzungen der gefühlt unzähligen Anleger zusammensetzen, sind dabei häufig regelmäßig besser als jede Information, die ein zentralisierter Nachdenker zu generieren imstande wäre. Von der Machtfrage einmal ganz abgesehen, die sich stellt, wenn der zentralisierte Nachdenker es nicht beim Denken belässt, sondern auch noch plant und umsetzt – Ideen, den Finanzkapitalismus gegen (realen) Sozialismus eintauschen zu wollen, sind alleine aus diesem Grunde schon Quatsch.

Um möglichen Missverständnissen vorzubeugen: Mittlerweile hat sich – vom Jahr 2003 aus betrachtet eine bis zwei Finanzkrisen weiter – natürlich überall herumgesprochen, dass auch die Anlegerschwarmintelligenz gehörig daneben liegen kann. Finanzmärkte funktionieren nicht fehlerfrei. Die Verpackungsorgie auf dem amerikanischen Hypothekenmarkt und die Euro-Krise sind zwei Paradebeispiele dafür. Das Marktfehlurteil in der Euro-Krise ist dabei übrigens nicht gerade eben erst passiert in Form der höheren Zinsen, die Anleger nun verlangen zum Beispiel für italienische, spanische oder griechische Anleihen. Erklärungsbedürftig ist vielmehr, dass alle diese Länder ähnliche Finanzierungsbedingungen hatten oder  bekamen infolge der Währungsunion. Ein nicht mehr vorhandenes Abwertungsrisiko und irgendwelche Hinterlegungsvorschriften gelten nicht als Ausrede – wer absehbar geliehenes Geld nicht zurückgeben kann, darf von einem Kreditgeber keinen Kredit bekommen – zumal wenn es Banken sind, die ja kein eigenes Geld verleihen.

Ebenfalls, soviel haben wir aus der Krise gelernt, ist nicht jedes Finanzprodukt hilfreich oder sinnvoll. Zum Beispiel kann man durchaus darüber diskutieren, ob die furch die Krise berühmt gewordenen CDS nicht eigentlich eine blödsinnige Erfindung sind. Auch hier übrigens nicht, weil dadurch Griechenland ruiniert worden wäre oder eine Pleite des Landes unkontrollierbare Folgen hätte (die auf CDS basierenden Summen, um die es geht, belaufen sich nach Schätzungen auf 3,7 Milliarden Dollar). Die Frage ist, ob sich im Falle der CDS aufgrund der hohen Vernetzung der Finanzbranche nicht recht eigentlich eine Branche bei sich selbst versichert gegen ein Ereignis, was  sie selbst betrifft. Einerseits.

Andererseits sind aber alle diese Beispiele kein Grund, ungebremst undifferenziert auf „die“ Finanzmärkte zu schimpfen und ihnen nun die Verantwortung für die aktuelle Misere in die Schuhe zu schieben. Wenn wir ehrlich sind, dann müssen wir uns alle an die Nase fassen. Wir haben in Europa wie in Amerika durch unsere Repräsentanten schlicht zu viele Schulden machen lassen über Jahrzehnte. Unsere Politiker und wir haben dabei eine Situation geschaffen, in der nicht vorübergehend mehr Geld ausgegeben wird als wir haben, sondern permanent. Und in der oft sogar Zinszahlungen und Tilgungen geleistet werden durch neues Geldleihen. Für die hohen Staatsschulden mag es Begründungen geben (Umverteilung, Subventionierungen usw.), die hier nicht Thema sein sollen.

Dass ein solches Finanzsystem aber sehr störanfällig ist, wusste der verstorbene amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Hyman Minsky schon in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ehrlicherweise dürften wir nicht überrascht davon sein, dass die Soziale Frage zum Thema an den Märkten wird, nachdem sie an die Börse gebracht worden ist. Schließlich ist es meist ein Börsengang der Sozialen Frage, wenn Staaten am Kapitalmarkt Geld leihen.

Wir sind aber überrascht und wir tun uns sehr schwer damit – nicht nur an den Märkten. Deswegen ist auch öffentlich demonstrierter Unmut verständlich und sogar hilfreich. Die Wut auf Banken und Börsen sollte aber nicht zum Ziel haben, das wir möglichst beides möglichst flächendeckend einstampfen und abschaffen. Im Gegenteil. Wir brauchen funktionierende, kontrollierende Finanzmärkte gerade in einer Zeit, in der Regierungen eine größere Rolle spielen (müssen) und in der absehbar ist, dass der öffentliche Sektor in vielen westlichen Ländern schrumpfen. Zumal die vielen angeschlagenen Banken zunächst weniger Geld verleihen werden, weil sie sich selbst in Ordnung bringen müssen.

Und eines sollte zum Schluss auch nicht vergessen werden: Die internationale Vernetzung, die wir auf den Weltfinanzmärkten mittlerweile erreicht haben, mag kompliziert und unübersichtlich und vielleicht auch anfällig sein. Sie führt aber auch dazu, dass sich (finanzvernetzte) Länder zweimal überlegen, ob und wie sie miteinander streiten, die vielen Gipfel sprechen Bände. Die hohe Vernetzung erzwingt Zusammenarbeit und die Suche nach gemeinsamen Lösungen und sichert ein Stück weit den Weltfrieden.

 

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24 Lesermeinungen

  1. Übrigens hat der designierte...
    Übrigens hat der designierte EZB-Präsident Helge Schneider einen Plan entwickelt, wie wir die Notenpresse heißlaufen lassen und trotzdem den Euro stabil halten können.
    Davon demnächst mehr! Bleiben Sie auf Sendung, jetzt folgt erst einmal ein wenig Werbung..

  2. <p>Wir sollten uns die Dritte...
    Wir sollten uns die Dritte Welt als Vorbild nehmen. Im normalen Drittweltland gibt es kein Sozialsystem, und darum auch keine Überschuldungskrisen.
    — Ähem.

  3. <p>"Wenn wir ehrlich sind,...
    „Wenn wir ehrlich sind, dann müssen wir uns alle an die Nase fassen. Wir haben in Europa wie in Amerika durch unsere Repräsentanten schlicht zu viele Schulden machen lassen über Jahrzehnte.“
    O ja! Wir alle! Und nicht nur die käufliche Schwarmafterintelligenz, die den ökonomischen Heilslehren eines Politikers zujubelte, der laut verkündete, dass Defizite keine Rolle spielen. Nicht nur die Befürworter von Abwrackprämien und Konsumgutscheinen, von denen es doch noch vor zwei Jahren hier im FAZ-Wirtschaftsteil zu wimmeln schien. Nicht nur die ewigen Befürworter aller möglichen Kriegseinsätze.
    Nicht nur die Inhaber (steuerfinanzierter) Lehrstühle, die den systemrelevanten Parasiten ideologisch gezüchtet und gefüttert haben. Die vielleicht irgendwie auch ein bißchen, aber doch nicht nur!
    Nein nein, nein! Auch die Schüler, Studenten, Renter und Patienten haben daran ihren Anteil, die einfach so staatliche Leistungen kostenlos für sich in Anspruch nehmen, wie z.B. eine ordentliche Schulbildung oder ein Universitätsstudium. Die Sozialhilfeempfänger, die Alkoholiker, die Obdachlosen. Die Strafgefangenen! Wissen Sie, was so ein Platz im Kittchen den Steuerzahler kostet? Nein?

  4. <p>Und selbst wenn wir den...
    Und selbst wenn wir den Weltfrieden bräuchten und die Finanzmärkte ihn erhalten könnten, dann bräuchten doch weiterhin auch noch die Bundeswehr. Warum? Diese Frage hat der Bundespräsident a.D. schon vor knapp zwei Jahren klar und deutlich beantwortet.

  5. <p>„Das Finanzsystem ist...
    „Das Finanzsystem ist aber leider aus den Fugen geraten.“ Nein. Das Finanzsystem ist so, wie es unter den Umständen der unbeschränkten ökonomischen Freiheit sein muss. Man muss aber vorsichtig sein.
    Es ist zwar so, dass der Zusammenbruch der Finanzen – schon für Marx und Klassiker galt es als selbstverständlich – das erste Symptom des nächsten periodischen Zusammenbruchs der freien Marktwirtschaft war. Das Problem der Finanzmärkte war/ist der Markt, aber nicht nur. Heute kommt nämlich dazu noch etwas.
    Nach der neoliberalen Konterrevolution war die Konstruktion des heutigen Finanzsystems eine Strategie, das Volk und den Staat auszuplündern. Und alles gelang so fantastisch, wie man es am Anfang nicht einmal träumen konnte. Nur eins hat man übersehen. Ein Parasit darf nie so mächtig sein, dass er seinen Wirt ruiniert. Weil danach auch der Parasit sterben muss. Und genau das geschieht jetzt in den neoliberal „reformierten“, also ruinierten Wirtschaften: EU und USA. Nun bekommen die Profiteure dieser Strategie kalte Füße. Abgesehen von den kurzsichtigen „Qualitätsjournalisten“, wird der Kapitalismus momentan viel heftiger von rechts (Konservative, Liberale) angegriffen als von links. Wirklich verkehrte Zeiten. Logisch ist es allemal. Mehr Details dazu:
    3. Phase des ökonomischen: Die Hochkonjunktur (Boom)
    Das spekulative Sparen als staatlich legalisierte Plünderung der Bürger
    http://www.forum-systemfrage.de/…/ca46f.php

  6. Und wofür brauchen "wir" den...
    Und wofür brauchen „wir“ den Weltfrieden?

  7. @JR42...
    @JR42 „Fast-Zahlungsunfaehigkeit der USA“
    Nun mal langsam – die US Verbindlichkeiten enthalten Schulden gegenueber der Social Security, diese sind der groesste Teil der US debts. In D zahlt der Bund jaehrlich E50Milliarden an die BfA, und der unfinanzierte Barwert der Pensionen fuer Beamte und Oeffentlichen Dienst betraegt ca E5000 Millarden.
    Fuer Finanzmaerkte haben die Deutschen weder Wissen noch Gefuehl obwohl fast alle fleissig und erfolgreich fuer Weltfirmen taetig sind. Ihr seid mit 1% Zinsen auf das Ersparte zufrieden, waehrend die grossen Gewinne der DAX-Firmen nach England und den USA gehen. Was bleibt sind penny pinchers und Unzufriedenheit.

  8. Das mit dem Weltfrieden lassen...
    Das mit dem Weltfrieden lassen wir mal dahingestellt. Etwas zu viel Pathos. Wie jeder weiss, der die letzte Epoche rasant zunehmender Globalisierung kennt – die Periode vor dem ersten Weltkrieg. Auch damals wurde in Büchern sogar „bewiesen“, dass Länder danke des zunehmenden Handels nie wieder Krieg führen können …
    Zustimmung zu den übrigen Ausführungen. Das Problem der Finanzmärkte war/ist nicht der Markt. Sondern dass sie als Märkte nicht funktionieren können. Weil der regulierungsrahmen falsch war. Und weil man die Entstehung „systemrelevanter“ Finanzinstitute zugelassen hat. Stellschrauben, die man nachjustieren kann. Dann klappt´s auch wieder mit den Märkten.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  9. Ihre schön gefärbte Sicht...
    Ihre schön gefärbte Sicht der „Märkte“ greift da, wo es für die Bewertung derselben kitzlig wird, auf Allgemeinplätze zurück und ist leider ungenau.
    .
    Zunächst der Begriff der „Märkte“ – taugt gut als schwammiges Feinbild, sollte aber genauer definiert werden, z.B. über die daran Beteiligten. Das tun Sie ja auch von Fall zu Fall: Anleger, Börsen, emittierende Regierungen. Das muss aber weiter präzisiert und ergänzt werden, z.B. Investmentbanken – diese bösen Jungs lassen Sie ganz außen vor.
    .
    Dann zur Schwarmintelligenz – also wohl zugleich ein Pionierfall des Zusammenwirkens von Mensch und Maschine (Rechner) im intelligenten Schwarm. Ich staune. Haben nicht zuletzt die rechnergesteuerten Kauf- und Verkaufsstrategien großen und zugleich verhängnisvollen Anteil an diversen Markteinbrüchen gehabt? Vergleichbar dazu auch die programmierten Prognose-Algorithmen, die auf „Knopfdruck“ Ausfallrisiken ausgeben, ohne dass ein der Statistik Sachkundiger diese verstanden und auf ihre Anwendbarkeit kontrolliert hat. Aktuell der Rating-Glitch bzgl. Frankreichs AAA/AA?-Note – war das Schwarm-Intelligenz? Dazu das gelegentliche, verhängnisvolle Fehlverhalten einzelner, nicht kontrollierter Investment-Manager. Das war beides schon Gegenstand von Ermittlungen der jeweiligen Finanzaufsicht, leider nur rückwirkend und ohne irgendwelche regulierende Konsequenzen. Hier bremst wohl die ausgewählte Intelligenz eines Oligarchen-Schwarms von Wissenden. Der kleine Unternehmer muss die Prüfungen nach GoBS nebst IKS fürchten, in der großen, weiten Investment-Finanzwelt heißt es dagegen „Anything Goes“. Was hat der große Coup eines Traders, der sich dann mit dem Ergebnis sonnig zur Ruhe setzt, mit langfristig gestaltender Schwarmintelligenz zu tun?
    .
    „Wer absehbar geliehenes Geld nicht zurückgeben kann, darf von einem Kreditgeber keinen Kredit bekommen“ – Das soll also für Staaten gelten (richtig), aber der Leerverkäufer darf vergleichbar an der Börse agieren?
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    Zum Rating: „Was zählt, ist letztlich nur die Idee, der Geschäftsplan und die Fähigkeit, diesen erfolgreich umzusetzen …“. Mir fehlt schlichtweg der Glaube, dass die grünen, smarten Jungs, die sich in gut Denglisch „Analysten“ nennen, die Analytiker der Rating-Agenturen also, über die Fähigkeiten verfügen, dieser Leitlinie zu genügen! Einschlägige Erfahrungen sollte man an dieser Stelle jedenfalls nicht voraussetzen.
    „Dass ein solches Finanzsystem aber sehr störanfällig ist“ – ersetzten Sie „Finanzsystem“ durch kerntechnische Anlage; mit diesem Argument würde diesbezüglich nach Fukushima keiner mehr auf die Straße gehen! Wohl aber nach dem Finanz-Crash 2008 …
    .
    Und nicht zuletzt: Der angelsächsiche Standort-Egoismus, der beispielsweise eine Transaktionssteuer verhindert, geht einher mit dem dortigen Kampf gegen Euro, EU und all das, was man in UK „Europe“ nennt. Das hat mit einer intelligenten und sachlichen Bewertung nichts mehr zu tun, Dollar und Pfund haben vergleichbare oder größere Schwachstellen als der Euro. Die Fast-Zahlungsunfähigkeit der USA ist von der Schwarm-Intelligenz schon wieder verdrängt worden. Die Transaktionssteuer brächte die erforderliche Ruhe in die gegenwärtige Markt-Hektik. Ruhe, die zu einer intelligenten Beurteilung immer gehört, auch im intelligenten Schwarm.

  10. 98 % d´accord. Das...
    98 % d´accord. Das Finanzsystem ist aber leider aus den Fugen geraten und bewegt sich in den Bahnen eines klassischen autopoeitischen Systems. Die im Artikel angesprochenen CDS sind nur ein Beispiel für eine ganze Reihe seltsamer Finanzprodukte, die kaum jemand versteht, selbst die Emittenten nicht. Die Branche muss sich immer wieder neu erfinden und wachsen. Dass ein funktionierender Markt für alle Seiten förderlich ist und Fremde miteinander handeln lässt, ist unstrittig.
    Die Schlüsse, die z. B. die sog. „occupy“- Bewegung aus den Vorgängen der letzten paar Jahre zieht sind nicht hinreichend, verkennen die wahren Ursachen der momentanen Krise und leisten einer neuen, vielleicht schlimmeren Form des Kommunismus Vorschub. Nicht weniger Kapitalismus muss die Forderung sein, sondern ein mehr an Kapitalismus (u. a. mit der Möglichkeit, dass auch systemrelevante Banken pleite gehen können) ist nötig. Der Staat kann es nicht, auch wenn er es seiner Bevölkerung immer wieder suggeriert.

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